Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?
Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ? - # 6

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Antworten
Nico
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 213
Registriert: Sa 12. Sep 2020, 20:50
Geschlecht: ∈ [x;m[
Pronomen: er
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 36 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 76 im Thema

Beitrag von Nico »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 22:58 ["¦]
Ich frage mich, was es für dich für einen Unterschied macht, ob jemand sozial Transitionieren oder körperlich Tansitionieren will. Letztendlich ist es die private Angelegenheit der Person. Zudem kann das was man will davon abweichen was man macht. Entweder man bekommt nicht das okay, von Psycholg:innen oder es sprechen medizinische, soziale, finanzielle oder Zeit Gründe dagegen.
Darüber hinaus gibt es sehr viele verschiedene körperliche Angleichungsmöglichkeiten. Welche Schritte muss man gehen, um welche Bezeichnung tragen zu dürfen.

Meiner Meinung nach sind die ganzen Wege, Identifikationen und Hintergründe so verschieden, dass und am Ende nichts anderes mehr übrig bleibt, als sie unter einem unkonkreten Oberbegriff zusammenzufassen. Alles andere würde unnötige Grenzen schaffen, wo Menschen gezwungen werden in Kategorien zu passen, in die sie einfach reinpassen.

Für mich persönlich geht es nicht darum durch Anpassungen auf verschiedene Ebenen, so weit wie möglich "männlich" zu werden, sondern so weit wie möglich "ich" zu werden. Was es am Ende bedeutet finde ich immer noch heraus.
In leide unter Körperdysphorie, habe auch Wünsche meinen Körper zu verändern. Bisher hab ich aber nur über eine lange Zeit hinweg mehr und mehr mein Äußeres verändert. Ich fühle mich wesentlich wohler als früher.
Für ein öffentliches Outing und eine medizinische Angleichung hat es bisher aber noch nicht gereicht. Irgendwas hält mich, evtl. ist es auch einfach nur Angst vor dem Unbekannten.
Welcher Begriff passt jetzt? Egal was ich mache, ich bin immer noch die gleiche Person nicht mehr oder weniger trans.

Ich finde den Vergleich zur Haarfarbe sehr passend, ich habe mir weder ausgesucht blond zu sein, noch ausgesucht trans zu sein. Beides sind Eigenschaften. Ich war auch schon trans, als ich den Begriff nicht kannte und folglich mich nicht so identifizieren konnte.

Sind meine Eigenschaften eher männlich, weiblich oder dazwischen, hat wenig damit zu tun, ob ich Mann, Frau oder nicht binär bin. Ob ich dem Klischeebild eines Mannes, einer Frau oder eines androgynen Wesens entspreche, hab ebensowenig damit zu tun ob ich Mann, Frau oder nicht binär bin. Trans Menschen können genauso wie cis Menschen, Rollen und Klischees aufbrechen, ohne dass es sie weniger zu ihnen Geschlecht macht. Binäre Menschen können sich genau so mit Neopronomen ansprechen lassen, wie nicht binäre Personen etablierte Pronomen nutzen können.

Es ist alles extrem schwammig und ich denke dass macht es teilweise auch so schwer. Ich bin der Meinung, dass es garantiert Menschen gibt, die exakt gleich fühlen, sich aber dennoch unterschiedlich Definieren würden. Für Außenstehende wären klare Grenzen natürlich schön und würden es vereinfachen. Es ist aber nicht mit der Realität verei- und umsetzbar und würde nur Personen einengen und Druck erzeugen bestimmten Bildern zu entsprechen.

Ist es so schwer sich vorzustellen, dass das was die Natur auf der Sex Ebene mit männlich, weiblich und intergeschlechtlich erschaffen hat, auch auf der Gender Ebene mit männlich, weiblich und nicht binär umgesetzt hat?

Bei einigen deiner geschriebenen Worten hab ich das Gefühl, dass sie sehr von der konservativen Hetze gegen trans Menschen geprägt sind. Wie viel realen Kontakt hast zu zu anderen trans Menschen, um die erzeugten Bilder in deinem Kopf mit der Realität zu vergleichen?
LG Nico
[er]
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27545
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2433 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 77 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:06 Ich hoffe, das reicht erstmal für den Anfang. Ansonsten gerne den Wikipedia-Artikel lesen oder google. Da findest du schnell und leicht die aktuellsten Begriffe und Begründungen.
Das soll vielleicht nicht überheblich klingen, aber das tut es in meinen Ohren. Tira ist schon lange an Bord und hat durch viele Beiträge ihre Auseinandersetzung mit der Thematik untermauert.
Auf Wikipedia und Google hinzuweisen, finde ich zeimlich daneben.

Gruß
Anne-Mette
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 715
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 257 Mal
Danksagung erhalten: 762 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 78 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

@Anne-Mette: okay, ich versteh's nicht so recht, was daran jetzt überheblich klingt, aber gut. Es ist so gemeint, wie es da steht: ich gebe eine ganz kurze und grobe Erklärung meiner Sicht auf die Begriffe ab - wie von Tira gewünscht. Ich kenne weder ihren Hintergrund, noch ihr Vokabular - ist meine Erklärung ausreichend? Zu vage? Zu akademisch? Ich weiß es nicht.

Aber Wiki und Google sind da vielseitiger, meist aktueller und bieten noch mehr Hintergrund. Das kann ich alles liefern, ist das notwendig? Ich weiß es nicht, möchte jetzt hier aber auch keine Enzyklopädie schreiben.

Umgekehrt könnte ich auch vermuten, dass Tira mich ködern will. Als jemand, die schon lange aktiv ist, wäre meine Vermutung, sie weiß recht genau, was die Unterschiede sind. Mein Eindruck war, nach ihrer Antwort auf Jaddy, das ist nicht der Fall, ihre Bitte authentisch. Also antworte ich.
Sapphic | Trans* | Femme
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27545
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2433 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 79 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 14:19 möchte jetzt hier aber auch keine Enzyklopädie schreiben.
Das ist auch nicht notwendig; wir sind bisher auch ganz gut ohne ausgekommen. Außerdem wird die "Enzyklopädie des Lebens" im Forum immer weiter fortgeschrieben - so lange es bestehen wird.

Gruß
Anne-Mette
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3248
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 528 Mal
Danksagung erhalten: 876 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 80 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 22:58 Ich habe mich dazu entschieden, den Sprung ins Ungewisse zu wagen, hauptsächlich weil ich mit einem seltenen Gendefekt zur Welt gekommen bin (neben dem Y-Chromosom): irgendwo hat sich der Code für das IDGAF-Protein eingeschlichen. Aber das kann nicht jede, und ihr habt mein aufrichtiges Mitgefühl.

OMG...


dieser Satz verstört mich ein wenig.
Ausserdem ist dieses Protein gesamtgesellschaftlich weiter verbreitet als du denkst und führt in letzter
Zeit häufiger zu gegenseitigen Missverständnissen. Und das macht mich traurig.

Ich weiss du bist noch nicht "so lange dabei" und daher verstehe ich deinen Wunsch nach Abgrenzung.
Das ist okay, aber halt doch wenig zielführend.
Weisst du, ich habe am Anfang "des Weges" auch viel Parameter festgelegt, mich versucht möglichst
laut zu profilieren, um mit der Zeit festzustellen, das das mit dem echten Leben so gut wie nichts zu tun hat.
Ich habe und andere hier auch, schon x fach erlebt wie Personen hier reinstarten und dann mit der
Zeit das Ganze gar nicht mehr so fixieren und entspannter werden. Das wünsche ich dir auch.

Wenn jemand so argumentiert wie du bekomme ich auch regelmässig einen Knoten in meine Gedanken,
wenn diese Person dann sagt ich bin ja glückliche Väterin von 4 coolen Kindern-wie geht das zusammen?
Bei einem Kind könnte man ja noch argumentieren das es gewissermassen ein Versehen war.
Und jetzt sag mir bitte nicht mit dem was du bisher geschrieben hast, das das ja lesbischer Sex war..
oder das es sein musste um den gesellschaftlichen Anschein zu wahren und sich nicht ins off zu stellen..

das Ganze klingt einfach wenig konsistent und ein bisschen nach neugeborenem Vampir, der erst einmal
komplette Dörfer auslöscht.


Mit dem gesamten Text bin ich jetzt nicht so glücklich, weil er, naja irgendwie ziemlich neunmalklug klingt.
Fast schon..nein, lassen wir das...
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4083
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 315 Mal
Danksagung erhalten: 1421 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 81 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 22:58
Jaddy hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 20:24Disclaimer: Ich claime die Labels trans, nonbinary und agender für mich.
Ja. Gleichzeitig hoffe ich aber, dass Du nicht erwartest, dass ich deine Pronomen IRL bei einer Begegnung unter Unbekannten (ich imaginiere jetzt mal ein Käufens/Verkäuferin-Szenario) einfach so erkenne. Ich würde im Regelfall danach gehen, was ich sehe und wie ich das einordne - und wenn ich das nicht kann, weil die Signale so uneindeutig sind, naja dann müsste ich fragen "Entschuldigung, ich möchte nicht unhöflich sein, aber wie darf ich Sie ansprechen?"
(na) :)p Das passt schon... fast :) Ich sehe auch, dass du die Diskussionen kennst, aber vielleicht emotional nicht akzeptieren möchtest.

Kleine Abschweifung vom eigentlichen Thema: Nein, ich erwarte nicht, dass Menschen meine Pronomen automatisch kennen. Ich versuche auch, es genderbinären Menschen möglichst einfach zu machen, wenn ich die Gelegenheit habe, mich vorzustellen. "Kai, Pronomen Kai", statt "Kein Pronomen", was viele mangels Übung nicht spontan praktisch umsetzen können. Gleichzeitig ist das ein Lerneffekt: Name geht immer. Meine Neopronomen - en - nenne ich hauptsächlich gegenüber Menschen, die entweder selber in der Thematik sind oder offensichtlich aufgeschlossen.

Fragen ist auch super. Und da möchte ich doch eine kleine Kritik anbringen. "Wenn die Signale so uneindeutig sind" erlaubt sich eine Deutungshoheit über mich, die mE nicht mehr zeitgemäss ist. Wie viel Aufwand muss ich denn in meine Erscheinung stecken und wer bestimmt das? Warum darf ich mich nicht kleiden, wie es meinem Wohlgefühl entspricht? Der Unterschied zwischen Identität und Ausdruck sollte nach Jahrzehnten endlich Allgemeingut sein.

Ich verstehe den Alltagspragmatismus. Gleichzeitig erzeugt er nicht nur für TIN Personen Probleme. Dieser Anspruch auf das Recht zuschreiben zu dürfen folgt nämlich dem gleichen Muster, mit dem feminin aufgemachte cis Frauen fachlich nicht ernst genommen werden - oder butch-mässig auftretenden der Respekt oder ihre Erfahrungen als Frau abgesprochen werden.

Am einen Ende bist du mit einer aufgeklärten Haltung und - ich bin sicher - auch Achtsamkeit für trans und_oder nichtbinäre Personen, die vermutlich eher mehr als weniger fragt. Auf der anderen Seite sind aber jene, die ihren Eindruck, was die Person gegenüber "eigentlich ist", sie dazu berechtigt, ihre Anreden und gegenderten Verhaltensmuster durchsetzen zu dürfen.

Mir als besonders betroffener Person fehlt da sehr häufig ein selbstverständlicherer Umgang mit Ambivalenz. Eine Zurückhaltung bei gegenderten Verhalten zum Beispiel. Eingeübte neutrale Anreden(1). Nachfragen, bevor Genderstereotypen angenommen werden(2). Einfach weniger voraussetzen.

(1) Letztens im Restaurant: "... die Dame". Nur ein Beispiel von vielen.
(2) Männer kennen sich mit Autos/Techznik/Fussball/Handwerken aus, etc. Der ganze Mario-Barth-Unfug, der auch im Alltag reproduziert wird.

So, genug Mini-Rant :)
Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 22:58Ich finde nur, dass der allgemeine Begriff "trans" wie auch immer geschrieben, zu unkonkret ist, um im Alltag sinnvoll zu sein. Als Oberbegriff für alles, was sich als trans* bezeichnen möchte - von mir aus. Aber konkret möchte ich mich von Menschen unterschieden wissen, die eben "nur" eine soziale Transition vollziehen wollen - und Menschen, die auch eine körperliche Transition brauchen.

Und das ist doch Teil der Debatte: Menschen wie ich, die versuchen, sich durch Anpassung an Verhalten, Aussehen, Gestik, Vokabular und auch Stimme und wo es notwendig wird auch durch Operationen so weit wie möglich an "Frau sein" heranarbeiten sind nunmal betroffen von der Verallgemeinerung "Trans*", wenn damit in der Öffentlichkeit die Menschen verstanden werden, die sich als "Frau" definieren und dann barttragend mit klassischem Herrenoutfit in der Damenumkleide stehen. Ich möchte dieser Person erstmal nicht abstreiten, Trans* zu sein - das Spektrum ist mir aber zu groß und da möchte ich für mich klar verstanden wissen: ich möchte die Transformation so weit sie menschenmöglich ist.
Ich verstehe deinen Ansatz und sehe auch das Dilemma. Gleichzeitig steht es keiner Gruppe zu, sich ein solches Label komplett anzueignen und andere davon auszuschliessen. Ja, "trans" für sich ist unscharf - weil es eben viele Formen gibt, die auch alle valide sind. Dafür gibt es dann weitere Konkretisierungen. Deine Selbstbezeichnung Transfrau zum Beispiel. Als selbstgewählte völlig okay. Andere sehen das anders und stellen Frau in den Vordergrund - Jane Bond: "Ich bin Frau. Trans Frau" - gerade weil ihnen das wichtiger ist als das trans und sie in allen Belangen als Frau anerkannt werden wollen.

Die Frage ist mMn, in welchem Alltag "trans" für sich sinnvoll wäre. Eigentlich nur, wenn über das ganze Spektrum gesprochen wird. Bei Individuen und einzelnen Gruppen lohnen sich spezifischere (Selbst)Bezeichnungen, um zu konkretisieren. "Ich bin trans" aktiviert den ganzen Komplex von Selbstfindung, Coming Out, Kollision mit den Erwartungen des cis Gesellschaft, ggf Wunsch nach Transistion(en). "Ich bin Frau" addiert Sexismus, sexusalisierte Gewalt usw. "Ich bin nichtbinär" die Probleme der zwei Türen und fehlenden neutralen, offenen Umgangsformen, usw.

Damit lässt sich, ganz im Sinnen intersektionaler Denke, schon sehr gut und präziser darüber reden, welche Themen Menschen gemeinsam haben und welche spezifisch für einzelne Gruppen sind.

Übrigens: Das Beispiel blond bezog sich erst mal darauf, wie wir gewöhnlich sprachlich Eigenschaften bezeichnen bzw wie wir deren Intensität, (angenommene) Essenzialität und Permanenz ausdrücken.

Die Analogie zu Haarfarben reicht allerdings durchaus weiter. So wie blond ist trans eine phänotypische Variante, die mit gewissen Annahmen, Erwartungen und Traditionen verknüpft ist. Blond weniger in unseren Breiten, aber hab hier mal schwarze krause Haare(3). Für blond und trans gibt es verändernde Massnahmen, die ggf nie vollständig und mglw nie dauerhaft sind. Du wirst das Merkmal nie ganz los und genausowenig das Misstrauen und die Vorurteile anderer Menschen - und auch nicht den das eigene Wissen, dass diese Vorbehalte existieren. Egal wie sehr du versuchst, dich zu "färben", also anzugleichen.

(3) Zeit Doku und ernsthaft aber lustig Hair: Last Week Tonight with John Oliver
Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 22:58
Jaddy hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 20:24 Das nichtbinäre Spektrum definiert sich also wie das Böhmermann'sche Inklusivum: "dazwischen und ausserhalb".
Siehst Du, und hier fangen meine Verständnisprobleme an. Die Diskussion wurde in einem anderen Thread schon geführt: ich bin blind und Du versuchst mir die Farbe rot zu beschreiben. Klappt nicht. Sorry.

Das ist nicht respektlos gemeint. Aber es ist für mich eine Grenze im Verständnis von Selbstwahrnehmung, die ich bei allem Bemühen noch nicht überwinden konnte. Ich kann das voll anerkennen, dass jemand sich weder dem einen, noch dem anderen zugehörig fühlt - oder das Ganze komplett ablehnt. Aber "Ich habe keine Ahnung, wie sich so ein Gender anfühlt" ist exakt das, was einem die meisten "cis"-Gender sagen!

Ich habe manchmal das Gefühl, dass aus "keiner sagt mir, wie ich mich fühlen soll" ein neues Label wird. Wo uns doch auch nie jemand erklärt hat, wie Mann- oder Frau-sein so geht. Man wächst halt rein. Und entweder - und das ist dann wieder was anderes - man kommt damit zurecht, oder nicht. Aber - again, mein Verständnisproblem - irgendwo verorte ich mich doch auf der Skala. Was liegt mir? Sind es Eigenschaften die eher dem weiblichen oder eher dem männlichen Spektrum zugewiesen sind? Und dann bin ich ja nicht mehr "a"-gender, sondern nicht-binär. Oder genderfluide, wenn ich mich nicht festlegen will - aber was soll dieses "außerhalb" denn sein? Außer lustlos?
Das ist, denke ich, ein eher didaktisches Problem :) Die beliebtesten Werkzeuge sind Analogien und Metaebenen. Wenn ich einer blinden Person die Farbe Rot erklären sollte, würde ich versuchen, an die gemeinsamen Konzepte anzuknüpfen, die auch Blinde kennen und Sehende mit rot assoziieren. Sehende verbinden Rot zum Beispiel mit Blut, Wärme, auch Herzklopfen, Körper. Es kann warm, weich, kuschelig sein oder als Blutlache oder blutig Gewalt signalisieren. Als Feuer kann es wärmen oder zerstören. Gefahrensymbole sind häufig rot, weil Rot in der Natur selten als friedliche Farbe auftaucht. Ausnahme: rote Sonnenauf- und Untergänge, die Beginn oder Ende eines Tages andeuten. Etwas neues beginnt oder etwas endet. Damit könnte eine empathische Beziehung entstehen. Ich kann Gegensätze verwenden. Blau als kalt. Blaues Eis, blaugefrorene Lippen, Blau als Klarheit des Himmels.

Genau so machen wir es mit Gender ja ständig. Wie du schreibst: Kein Mensch kann wirklich erklären, wie sich "Gender anfühlt". Es "ist" einfach. "ich erkenne es, wenn ich es sehe". Wir wissen hauptsächlich wenn es sich "richtig" anfühlt oder eben "falsch". Die allermeisten Menschen haben ein automatisches Gefühl, was "männlich" und was "weiblich" assoziiert wird, und wenn wir Gender beschreiben, dann in der Regel durch Analogien mit Beispielen.

Wie lässt sich Agender beschreiben? Nun, bist du buddhistisch oder muslimisch? Denkst du bei deinem Outift und deinem Verhalten jeweils, was es mit deinem Karma tut oder ob es Halal ist? Ich vermute: Weder noch [Falls doch: ersetze sie durch eine andere Kultur, in der du nicht zuhause bist]. Diese expliziten Kategorien kommen dir einfach nicht in den Sinn, weil du keine emotionale Bindung an sie hast. Klar wirst du auf einem muslimischen Fest vorher die Konventionen lernen. Vielleicht wächst du auch ein wenig in die Kultur hinein, bis dir die Gewohneheiten mehr oder weniger automatisch von der Hand gehen. Aber ohne eine tiefe emotionale Beziehung, also die religiöse Überzeugung, bleibt es Ritual ohne Tiefgang. Gleichzeitig weisst du irgendwann, was du tun musst, um von den Menschen bestimmte Reaktionen zu erzeugen oder möglichst konfliktfrei durchzukommen, auch wenn dir die Basis immer fremd bleibt.

So fühlt sich das an für mich. Ich weiss, welche Kleidung, Sprache, Verhaltensmuster, Interessen, Manierismen etc mit männlich und weiblich verknüpft sind, weil ich es gelernt habe wie eine Fremdsprache. Ich denke nur dann darüber nach, wenn ich in bestimmten Kontexten bestimmte Signale setzen möchte. Heisst: Ich weiss, dass ich mich in einer fremden Kultur bewege und maskiere mich entsprechend. Aber das ist anstrengend. Ich muss explizit dran denken. Es kommt nicht "natürlich" oder "von innen".

Es ist auch etwas völlig anderes als "ich weiss nicht, wie sich Gender anfühlt" von cis Leuten. Analog zu dem Fisch im Aphorismus von D.F.Wallace(4) bemerken sie nur das (Gender)Wasser nicht, in dem sie schwimmen, weil sie ohne Störgefühle daran angepasst sind. Gerade CHWMs, cis-hetero-white-men. Solche Störgefühle lassen sich aber einfach erzeugen, indem ihre Ewartungen, wie sie gemäss ihres Genders behandelt werden, nicht mehr erfüllt werden. Die Debatte über geschlechtergerechte Sprache reicht da manchmal schon.

(4) "Es schwimmen zwei Fische des Weges. Ein anderer Fisch kommt ihnen entgegen. Er nickt ihnen zu und sagt: "Moin, na wie ist das Wasser?". Die zwei Fische schwimmen eine Weile weiter. Schließlich meint der eine zum anderen: "Was ist Wasser?"
Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 18. Okt 2024, 22:58 Bezug nehmend zur Ausgangsfrage: ist es hilfreich, in einer sowieso schon politisch missbrauchten, unnötig polarisierten und polemisierten Diskussion um Transfrauen und deren Potential als Vergewaltiger auch noch das Label nicht-binär einzuflechten? Nein. Schon allein weil ihr euch selbst schützen wollt: haltet euch aus der aktuellen "Trans-Debatte", die ausschließlich eine gesellschaftliche Spaltung zum Ziel hat, raus. Reiner Selbstschutz. Denn, wenn sie mit uns durch sind, seid ihr die Nächsten. So wie vor uns die Schwulen.
Die "aktuelle Trans-Debatte" ist eh zum größten Teil ein künstliches Scheinthema, bei dem einfach die nächste Gruppe aufs Korn genommen wird, die a) klein und unbekannt genug ist, b) hinreichend "anders", so dass viele Menschen keinen Bezug dazu haben (Fische im Wasser), so dass c) wenig Solidarität zu erwarten ist und d) faktenfernes emotionales Aufputschen möglich ist. Es geht um Deutungshoheit über und Durchsetzung von frei erfundenen Normen gegenüber anderen, und der Zweck ist, dadurch allgemeine Macht zu erlangen. Klares Kennzeichen autoritärer Kräfte. Das Gegenteil einer freiheitlichen Gesellschaft weitgehend selbstbestimmter Individuen, die auf Konsens aus sind.

Rein praktisch geht es aber um viel mehr als trans Frauen. Alle Menschen, die nicht 100% cis passen, werden Opfer der Hysterie. Es trifft sogar die transfeindlichen selbst. Nicht genug Oberweite? Brustkrebs-OP? Kurzhaarschnitt? "Damenbart"? Zu groß? Zu tiefe Stimme? Je heftiger die Stimmungsmache, desto größer der cis-normative Druck. Als Junge bloss kein bisschen Rosa. Als Frau bloss keinen Anzug. Getrennte Räume, getrennte Produkte. Pass dich dem Klischee an, auch als cis Person und spiel das Spiel der Empörung mit, um dich bloss nicht der Kollaboration oder Solidarität verdächtig zu machen.

Ich verstehe deinen Wunsch, als Frau anerkannt zu werden und nicht diesem für dich (und viele cis Leute) unübersichtlichen "alle können sich selbst irgendwie erfinden" Gemenge zugeschrieben zu werden. Gleichzeitig fühlt es sich für mich schon ziemlich so an, dass du dich quasi die rettende Klippe ins cis-Land hochziehst und dafür mich in den Abgrund trittst. Motto: Wir holen alle trans Frauen rein, dann können wir die Tür zu machen und diese komischen anderen Queers draussen lassen.

Das hat aber noch nie geklappt. Noch nie wurde eine ausgegrenzte Minderheit in der Mehrheit akzeptiert, indem sie andere untern Bus geschubst hat. Im Gegenteil hat es alle geschwächt, indem sie einzeln attackiert und gegeneinander ausgespielt wurden.

Und ehrlich gesagt: Wenn ich das richtig deute, bin ich ein Jahrzehnt älter als du und ich habe wirklich keine Lust, nach den Schwulen - die nach Comptons Café und den Christopher Street Riots trans Personen, insbesondere PoC zum eigenen Vorteil ausgegrenzt haben, noch weiter andere "vor zu lassen", wenn wir gemeinsam gleichzeitig gewinnen können.

Rein praktisch teilen wir nicht"¢cis"¢gender"¢konformen Menschen plus inter* nämlich die gleichen Probleme bzgl Teilhabe, Akzeptanz und Repräsentation. Egal ob es um Sanitärräume, Formulare, Sportgruppen, medizinische Versorgung geht. Wir wollen alle möglichst problemfrei leben und einfach wie alle anderen mitmachen. Wir machen alle den ganzen jeweiligen Aufwand nicht aus purem Vergnügen. Wir "erfinden" auch nicht aus Spass irgendwelche Dinge, sondern suchen nach Begriffen, Konzepten und Modellen für Dingem die schon immer da waren, hier und überall auf der Welt, auch inter, trans und nichtbinär, aber bisher bei uns keine Sprache hatten.

Im konkreten Konflikt vor Ort ist es vollkommen egal, wie du dich definierst, welche OPs du gemacht hast, welche Chromosomen du hast. Du wirst trans nicht los. Du kannst Glück haben mit der Tarnung, aber kein IDGAF hilft dir, wenn die andere Person sehr viel Fuck gibt. Deshalb ist sogar die deutsche queere Community inzwischen, besser spät als nie, beim Thema Intersektionalität angekommen und hat erkannt, dass keins von uns frei ist, bevor wir nicht alle frei sind.
Susi T
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1272
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
Geschlecht: Frau mit Varianzen
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 933 Mal
Danksagung erhalten: 1129 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 82 im Thema

Beitrag von Susi T »

Wow, ich hab keine Zeit :mrgreen:
Wiki und Dr. Google sind tatsächlich nur kleine Hilfen bei solchen Komplexen Sachverhalten.
Mit dem latanischen sexus liegt man tatsächlich schon bei einer Wurzel des Übels, denn im Englischen wurde es völlig anders übernommen, als im Deutschen.
Im deutschen hat es nur die eine Bedeutung, im Englischen ist es der Oberbegriff für alles.
Der Begriff Sexualität in Zusammenhang mit Inter und Trans ist deswegen im deutschen eigendlich ein rein medizinischer und hat nichts mit dem im üblichen Sprachgebrauch genutzten Sex oder Sexualität zu tun.
So der allgemeine Tenor wenn ich mich mit Ärzten darüber unterhalten. Trotzdem ist man sich bewusst, das es eine sehr unglückliche Situation ist, International kann man sich so verstehen, aber im eigenen Land fühet es nicht nur zu Missverständnissen. Das ganz ist aber noch viel komplexer, Jaddy hat es angedeutet, das früher Trans anders beurteilt wurde. Zwangssterilisationen bei Trans, Zwangs Ops bei Inter ließen sich mit schwer krankhaft eingestuften Menschen auf dem Niveau von geistesgestörten Sexualstraftätern leicht durchführen. Manche unserer Probleme werden selbst Heute noch damit gefestigt. Aber das alles genauer auszuführen ist komplex.
Wir haben Oberbegriffe und das ist Trans* oder Inter*, sollte eigendlich reichen, warum alte, nachweislich überholte und falsche Begriffe verwenden.
Sexualität ist nunmal was anderes und braucht nicht damit vermischt werden, zumal die natürlich völlig unterschiedlich ausgelebt werden kann.
Zuletzt geändert von Susi T am Sa 19. Okt 2024, 17:36, insgesamt 1-mal geändert.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Kerstin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2383
Registriert: Fr 17. Feb 2012, 01:31
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 83 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Nico hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:16
Ich frage mich, was es für dich für einen Unterschied macht, ob jemand sozial Transitionieren oder körperlich Tansitionieren will. Letztendlich ist es die private Angelegenheit der Person.
Der Unterschied besteht in - laut ntv - mehreren zehntausend Euro für die die Beitragszahler aufkommen. Und es macht es für jene welche das volle Programm brauchen einen erheblichen Argumentation mehr Aufwand warum einwenig Klamotten und schminke nicht ausreichen, wenn es bei der anderen doch auch reicht.

Und deine Aussage das dies eine private Angelegenheit wäre ist ein ganz dünnes Brett.
Mit dieser Argumentation kann man der transschaft alles nehmen was ihr so wichtig ist. Von den bezahlten medizinischen Maßnahmen bis zur Namen's - Personenstandsänderung.
Dann musst du halt bei einer Personenkontrolle deinen männlichen Namen angeben.
Ist ja schließlich deine private Angelegenheit wenn du wie eine Frau rumläufst.
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 14:32 .....
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:20 ........
Lavendellöwin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 15:39 ......
Wenn jemand so argumentiert wie du bekomme ich auch regelmässig einen Knoten in meine Gedanken,
wenn diese Person dann sagt ich bin ja glückliche Väterin von 4 coolen Kindern-wie geht das zusammen?
Bei einem Kind könnte man ja noch argumentieren das es gewissermassen ein Versehen war.
Und jetzt sag mir bitte nicht mit dem was du bisher geschrieben hast, das das ja lesbischer Sex war..
oder das es sein musste um den gesellschaftlichen Anschein zu wahren und sich nicht ins off zu stellen..

das Ganze klingt einfach wenig konsistent und ein bisschen nach neugeborenem Vampir, der erst einmal
komplette Dörfer auslöscht.
.....
Und was ist daran nicht konsistent wenn man(n) funktioniert und sich an seinen Kindern freut?
Und seit wann ist das Leben linear? Das wäre wirklich was ganz neues.

Des weiteren frage ich mich weshalb ihr Knäckebrötchen dermaßen aggressiv angeht. Dafür gibt es keine Rechtfertigung und vor allem auch keinen Grund.
Es sei den ihr glaubt die Userin auf Linie bringen zu müssen.

@Jaddy
Danke für deinen Beitrag. Ich gehe zwar nicht in allem konform, aber er ist vernünftig formuliert ohne jemanden anzugreifen. 👍👍
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4083
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 315 Mal
Danksagung erhalten: 1421 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 84 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:06 Homo- und Heterosexuell beschreibt ja die Vorliebe, oder Präferenz, für das eigene (homo) oder das andere (hetero) Geschlecht. Dazu kommt dann noch Bi-Sexuell, als Variante wo Menschen mit beiden Geschlechtern können und wollen.

Wobei ich noch nicht abschließend verstanden habe, ob sich das wirklich rein auf das Sexuelle beschränkt, oder ob da nicht auch Beziehung einfließt.
Die Begriffe stammen aus Zeiten, als sexuelles und romantisches Begehren quasi gleichgesetzt wurden, ebenso wie die Geschlechtsidentität und die geschlechtlich gedeuteten körperlichen Merkmale. Dadurch entsteht heute, bei differenzierter Betrachtung all der in der Realität auftretenden Kombinationen ein ziemliches Kuddelmuddel. Speziell bei veränderlicher Geschlechtlichkeit ist die Kopplung zwischen eigener und der der bevorzugten Partnerwesen äusserst unpraktisch.

Ich verweise noch mal auf Genderbread und Gender Unicorn, die sexuelle und romantische Affinität in getrennten Skalen bzw Ebenen ausschliesslich anhand der bevorzugten Zielgruppen definieren - wobei das natürlich auch noch sehr grob ist.
Bildschirmfoto 2024-10-19 um 17.19.56.png
genderunicorn2.jpg
Natürlich gibt es auch dafür schon nützliche Begriffe, die nur der cis-binären Mehrheit meist nicht so geläufig sind. Gynosexuell und androsexuell zum Beispiel um ganz grob die Affinität zu femininen / weiblichen Personen zu benennen, bzw maskulinen / männlichen. Auch als gyno-/androromantisch und gyno-/androplatonisch für die romantische bzw freundschaftliche Ebene. Ah, skolio-sexuell/-romantisch/-platonisch gibt es auch :)
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von Jaddy am Sa 19. Okt 2024, 18:27, insgesamt 2-mal geändert.
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 715
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 257 Mal
Danksagung erhalten: 762 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 85 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Tira hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 16:57 Wow, ich hab keine Zeit :mrgreen:
Wiki und Dr. Google sind tatsächlich nur kleine Hilfen bei solchen Komplexen Sachverhalten.
Mit dem latanischen sexus liegt man tatsächlich schon bei einer Wurzel des Übels, denn im Englischen wurde es völlig anders übernommen, als im Deutschen.
Im deutschen hat es nur die eine Bedeutung, im Englischen ist es der Oberbegriff für alles.
Der Begriff Sexualität in Zusammenhang mit Inter und Trans ist deswegen im deutschen eigendlich ein rein medizinischer und hat nichts mit dem im üblichen Sprachgebrauch genutzten Sex oder Sexualität zu tun.
So der allgemeine Tenor wenn ich mich mit Ärzten darüber unterhalten. Trotzdem ist man sich bewusst, das es eine sehr unglückliche Situation ist, International kann man sich so verstehen, aber im eigenen Land fühet es nicht nur zu Missverständnissen. Das ganz ist aber noch viel komplexer, Jaddy hat es angedeutet, das früher Trans anders beurteilt wurde. Zwangssterilisationen bei Trans, Zwangs Ops bei Inter ließen sich mit schwer krankhaft eingestuften Menschen auf dem Niveau von geistesgestörten Sexualstraftätern leicht durchführen. Manche unserer Probleme werden selbst Heute noch damit gefestigt. Aber das alles genauer auszuführen ist komplex.
Wir haben Oberbegriffe und das ist Trans* oder Inter*, sollte eigendlich reichen, warum alte, nachweislich überholte und falsche Begriffe verwenden.
Sexualität ist nunmal was anderes und braucht nicht damit vermischt werden, zumal die natürlich völlig unterschiedlich ausgelebt werden kann.
Hi Tira,

ja, genau.

Aber, ich finde, wenn ich das als Selbstbezeichnung nehme, beziehungsweise im konkreten Kontext einsetze, dann kann es auch helfen. Siehe auch meine anderen Posts. Das setzt aber voraus, dass die Begriffe definiert bleiben und nicht stigmatisierend/herabwürdigend verwendet werden.
Sapphic | Trans* | Femme
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 715
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 257 Mal
Danksagung erhalten: 762 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 86 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 16:00 Fragen ist auch super. Und da möchte ich doch eine kleine Kritik anbringen. "Wenn die Signale so uneindeutig sind" erlaubt sich eine Deutungshoheit über mich, die mE nicht mehr zeitgemäss ist. Wie viel Aufwand muss ich denn in meine Erscheinung stecken und wer bestimmt das? Warum darf ich mich nicht kleiden, wie es meinem Wohlgefühl entspricht? Der Unterschied zwischen Identität und Ausdruck sollte nach Jahrzehnten endlich Allgemeingut sein.
Und damit legst Du in meinen Augen einen Finger auf die Wunde: Du sendest mit deinem Auftreten ein Signal und findest es eindeutig. Du kannst das aber gar nicht entscheiden, ob ich als Empfängerin deinen Code überhaupt lesen kann. Uneindeutigkeit entsteht dann, wenn dein Code und meine Decodierung nicht passen. Ich muss Dich einordnen, das passiert automatisch. So wie ich im halbdunklen zwei Menschen vor mir laufen sehe und allein an der Bewegung schon relativ gut erahnen kann, sind es zwei weibliche, zwei männliche oder ein gemischtes Paar und wer läuft wo? Nur allein durch die Gestik, die Kleidung, das Gehmuster. Da denke ich aber nicht wirklich drüber nach. Ich sehe das und die Einordnung passiert automatisch.

Zugegeben, inzwischen doch gezielter, bewußter, auch aus Schutzgründen. Genauso wie ich registriere, ob sich die Personen nähern oder entfernen/mitlaufen.

Dabei bleibt es Dir doch vollkommen frei, dich zu kleiden wie Du möchtest! Ich weiß aber nicht, wo Du die Jahrzehnte für das Allgemeingut hernimmst. Auf meiner Suche nach Röcken für Herren gab es neben dem üblichen Cliché-Kilt noch genau 2 Varianten - der für den ich mich entschieden habe, und 1 Goth/Fetisch-Rock. Das mit dem Ausdruck der Identität ist akademisch bestimmt schon weiter (Stichwort Intersektionalität), aber die Gesellschaft hinkt noch mindestens 3-4 Jahrzehnte hinterher (Ich würde wetten, wenn ich am Bahnhof übermorgen Leute egal welchen Alters danach fragen, bekomme ich entweder Wut über die Giessener Verkehrspolitik oder die neue Autobahnverbindung. Oder "die sollen sich doch erstmal um die wichtigen Themen kümmern").
Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 16:00 Das ist, denke ich, ein eher didaktisches Problem Die beliebtesten Werkzeuge sind Analogien und Metaebenen. Wenn ich einer blinden Person die Farbe Rot erklären sollte, würde ich versuchen, an die gemeinsamen Konzepte anzuknüpfen, die auch Blinde kennen und Sehende mit rot assoziieren. Sehende verbinden Rot zum Beispiel mit Blut, Wärme, auch Herzklopfen, Körper. Es kann warm, weich, kuschelig sein oder als Blutlache oder blutig Gewalt signalisieren. Als Feuer kann es wärmen oder zerstören. Gefahrensymbole sind häufig rot, weil Rot in der Natur selten als friedliche Farbe auftaucht. Ausnahme: rote Sonnenauf- und Untergänge, die Beginn oder Ende eines Tages andeuten. Etwas neues beginnt oder etwas endet. Damit könnte eine empathische Beziehung entstehen. Ich kann Gegensätze verwenden. Blau als kalt. Blaues Eis, blaugefrorene Lippen, Blau als Klarheit des Himmels.
Richtig gut! Wow, vielen Dank (ap) das ist eine gute Idee. Nicht für alles umsetzbar, aber ein brauchbares Tool um es zu versuchen.
Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 16:00 Wie lässt sich Agender beschreiben? Nun, bist du buddhistisch oder muslimisch? Denkst du bei deinem Outift und deinem Verhalten jeweils, was es mit deinem Karma tut oder ob es Halal ist? Ich vermute: Weder noch [Falls doch: ersetze sie durch eine andere Kultur, in der du nicht zuhause bist]. Diese expliziten Kategorien kommen dir einfach nicht in den Sinn, weil du keine emotionale Bindung an sie hast. Klar wirst du auf einem muslimischen Fest vorher die Konventionen lernen. Vielleicht wächst du auch ein wenig in die Kultur hinein, bis dir die Gewohneheiten mehr oder weniger automatisch von der Hand gehen. Aber ohne eine tiefe emotionale Beziehung, also die religiöse Überzeugung, bleibt es Ritual ohne Tiefgang. Gleichzeitig weisst du irgendwann, was du tun musst, um von den Menschen bestimmte Reaktionen zu erzeugen oder möglichst konfliktfrei durchzukommen, auch wenn dir die Basis immer fremd bleibt.

So fühlt sich das an für mich. Ich weiss, welche Kleidung, Sprache, Verhaltensmuster, Interessen, Manierismen etc mit männlich und weiblich verknüpft sind, weil ich es gelernt habe wie eine Fremdsprache. Ich denke nur dann darüber nach, wenn ich in bestimmten Kontexten bestimmte Signale setzen möchte. Heisst: Ich weiss, dass ich mich in einer fremden Kultur bewege und maskiere mich entsprechend. Aber das ist anstrengend. Ich muss explizit dran denken. Es kommt nicht "natürlich" oder "von innen".
Witzig, genau so habe ich mich gefühlt, wenn es um das männliche Bild ging. Anschauen, abschauen, üben, üben, üben. Jeden Fehler analysieren, reflektieren, anpassen. Das eigene Verhalten konstant reflektieren und prüfen "ist mein Gang männlich, halte ich die Hände so wie die Männer um mich herum, etc... Und ja omfg ist das anstrengend! Aber immerhin hatte ich eine Heimat in der Gegenseite. Das macht's doch etwas leichter. Zumindest hat man einen Orientierungspunkt.
Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 16:00 Die "aktuelle Trans-Debatte" ist eh zum größten Teil ein künstliches Scheinthema, bei dem einfach die nächste Gruppe aufs Korn genommen wird, die a) klein und unbekannt genug ist, b) hinreichend "anders", so dass viele Menschen keinen Bezug dazu haben (Fische im Wasser), so dass c) wenig Solidarität zu erwarten ist und d) faktenfernes emotionales Aufputschen möglich ist. Es geht um Deutungshoheit über und Durchsetzung von frei erfundenen Normen gegenüber anderen, und der Zweck ist, dadurch allgemeine Macht zu erlangen. Klares Kennzeichen autoritärer Kräfte. Das Gegenteil einer freiheitlichen Gesellschaft weitgehend selbstbestimmter Individuen, die auf Konsens aus sind.

Rein praktisch geht es aber um viel mehr als trans Frauen. Alle Menschen, die nicht 100% cis passen, werden Opfer der Hysterie. Es trifft sogar die transfeindlichen selbst- . Nicht genug Oberweite? Brustkrebs-OP? Kurzhaarschnitt? "Damenbart"? Zu groß? Zu tiefe Stimme? Je heftiger die Stimmungsmache, desto größer der cis-normative Druck. Als Junge bloss kein bisschen Rosa. Als Frau bloss keinen Anzug. Getrennte Räume, getrennte Produkte. Pass dich dem Klischee an, auch als cis Person und spiel das Spiel der Empörung mit, um dich bloss nicht der Kollaboration oder Solidarität verdächtig zu machen.
Da gehe ich 100% d'accor, Jaddy. Ausgrenzung und Hass funktionieren nur solange, wie wir nicht zusammen stehen. Ich habe schon lange den Verdacht, dass auch TERFS* dahingehend manipuliert werden. Es wäre zu einfach, es "den Männern" anzulasten, aber allein durch die Präsenz und Lautstärke wirkt es manchmal so, als ob maßgeblich Männer (oder das, was sich dafür hält/gehalten wird) diese irrationalen Ängste bei Frauen schüren um eine Einigkeit zu verhindern. Und ja, da sind auch Frauenstimmen drunter - die bisweilen aber in klassischer Onkel Tom-Manier gegen das eigene Wohl arbeitend. So wie die "Juden in der AfD", MAGA-Trans* und andere Gruppen.

Mir als Anarchistin geht das ganze Politische eh vollkommen gegen den Strich. Aber kein Umbruch wird aus dem Menschen ein Wesen formen, dass bereit ist für echte Freiheit.
Jaddy hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 16:00 Ich verstehe deinen Wunsch, als Frau anerkannt zu werden und nicht diesem für dich (und viele cis Leute) unübersichtlichen "alle können sich selbst irgendwie erfinden" Gemenge zugeschrieben zu werden. Gleichzeitig fühlt es sich für mich schon ziemlich so an, dass du dich quasi die rettende Klippe ins cis-Land hochziehst und dafür mich in den Abgrund trittst. Motto: Wir holen alle trans Frauen rein, dann können wir die Tür zu machen und diese komischen anderen Queers draussen lassen.

Das hat aber noch nie geklappt. Noch nie wurde eine ausgegrenzte Minderheit in der Mehrheit akzeptiert, indem sie andere untern Bus geschubst hat. Im Gegenteil hat es alle geschwächt, indem sie einzeln attackiert und gegeneinander ausgespielt wurden.

Und ehrlich gesagt: Wenn ich das richtig deute, bin ich ein Jahrzehnt älter als du und ich habe wirklich keine Lust, nach den Schwulen - die nach Comptons Café und den Christopher Street Riots trans Personen, insbesondere PoC zum eigenen Vorteil ausgegrenzt haben, noch weiter andere "vor zu lassen", wenn wir gemeinsam gleichzeitig gewinnen können.

Rein praktisch teilen wir nicht"¢cis"¢gender"¢konformen Menschen plus inter* nämlich die gleichen Probleme bzgl Teilhabe, Akzeptanz und Repräsentation. Egal ob es um Sanitärräume, Formulare, Sportgruppen, medizinische Versorgung geht. Wir wollen alle möglichst problemfrei leben und einfach wie alle anderen mitmachen. Wir machen alle den ganzen jeweiligen Aufwand nicht aus purem Vergnügen. Wir "erfinden" auch nicht aus Spass irgendwelche Dinge, sondern suchen nach Begriffen, Konzepten und Modellen für Dingem die schon immer da waren, hier und überall auf der Welt, auch inter, trans und nichtbinär, aber bisher bei uns keine Sprache hatten.

Im konkreten Konflikt vor Ort ist es vollkommen egal, wie du dich definierst, welche OPs du gemacht hast, welche Chromosomen du hast. Du wirst trans nicht los. Du kannst Glück haben mit der Tarnung, aber kein IDGAF* hilft dir, wenn die andere Person sehr viel Fuck gibt. Deshalb ist sogar die deutsche queere Community inzwischen, besser spät als nie, beim Thema Intersektionalität angekommen und hat erkannt, dass keins von uns frei ist, bevor wir nicht alle frei sind.
Ich selbst hat geschrieben: Ich möchte abschließend festhalten und betonen: ich bin die Erste, wenn es darum geht nicht-binäre Personen zu verteidigen und zu inkludieren. Ich profitiere vom LGB-Schirm, obwohl Trans* ja nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun hat, und ich umarme euch gerne unter dem Schirm - wenn es um Gleichbehandlung, Rechte und Freiheiten geht.
Ich für meinen Teil sehe den größten Erfolg da, wo kleine, geduldige Schritte getan werden. Mein größter eigener Anteil daran, dass meine Transition so positiv verlaufen ist, ist meine Unaufgeregtheit. Mein Umfeld muss mit mir mitgehen können und ich habe einen Vorsprung. Also darf ich nicht vorweg sprinten, sondern muss immer wieder langsam machen, auch mal pausieren um meinen Mitmenschen die Möglichkeit zu geben, aufzuholen. Und so ist auch die Rückmeldung meiner Kolleg*innen: danke, dass Du uns die kleinen Fehler im Alltag nicht übel nimmst. Wo wir doch alle Menschen sind? Wie könnte ich?

Herausfordernd sind die, die partout stehen bleiben wollen. "Also, ich respektiere deine Entscheidung und du bist für mich als Mensch selbstverständlich genauso wertvoll - aber du nimmst es mir doch bestimmt nicht übel, wenn ich dich einfach weiterhin [Deadname] nenne, oder? (dr)" da weiß ich dann manchmal auch nicht weiter.

*Das bezog sich ja vorallem auf meine Entscheidung zu springen. Am Ende ist es doch so: ich kann meine Worte nicht ungehört machen. Wenn ich mich oute, dann weiß mein Gegenüber etwas über mich, und ich kann das nicht mehr löschen. Die Reaktion wird also sein, wie sie ist und ich kann es nicht ändern. Ein Sprung ins Unbekannte. Allerdings: IDGAF, am Ende lande ich bei mir und das ist die Hauptsache.
Sapphic | Trans* | Femme
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3248
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 528 Mal
Danksagung erhalten: 876 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 87 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32 Der Unterschied besteht in - laut ntv - mehreren zehntausend Euro für die die Beitragszahler aufkommen. Und es macht es für jene welche das volle Programm brauchen einen erheblichen Argumentation mehr Aufwand warum einwenig Klamotten und schminke nicht ausreichen, wenn es bei der anderen doch auch reicht.
Hey..

du könntest doch auch hier fragen was die Kosten sind, anstatt dich auf externe Quellen zu verlassen.

Sag ich dir auch gerne.

Mein Hormonbehandlung mit Lenzetto liegt je nach Apotheke bei 35 - 40 Euro, bei 5 Euro Zuzahlung im Monat.
Ich brauche eine 3er Bündelpackung im Monat, weil ich relativ hoch dosiert bin, für andere wäre das ausreichend für 2 Monate.
Weil ich zusätzlich 1 mg Finasterid nehme, das aber Off-Label und Life Style ist, sind das nochmal um die 70 Euro
für die 98er Packung die ich sowieso selbst bezahle. Wenn ich müsste würde ich das auch komplett übernehmen, weil das eine
Sache ist, die keine Kleidung oder etwas Schminke auch nur ansatzweise ersetzen könnte.

Meine Begleitthera bezüglich trans* hab ich auch selbst bezahlt was mit 100 Euro pro Sitzung zu Buche geschlagen hat,
denn sie hatte keinen Kassensitz. Wir hatten insgesamt 23 Sitzungen. Auch die Indikationsschreiben habe ich zusätzlich bezahlt,
das waren bei dem gleichen Stundensatz fast auch nochmal 7 Stunden.

Bis hierhin, war da kaum Belastung für die Gesundheitssysteme, auch die ca 150 Euro beim Endo für Gespräch und Blutwerte
würde ich selbst bezahlen.

Der Kostensatz pro Tag in der Klinik wegen der GaOP wird bei knapp 750 Euro liegen. Auch da zahle ich
fast 3000 Euro sowieso selbst. Rechne 15 Tage in der Klinik, oder ein, zwei mehr sagen wir 15000 Euro.
Mein Lieblingsmensch zahlt fast 800 Euro Beitrag monatlich und wir sind nicht gemeinsam versichert.
Sonst gehen wir kaum zum Arzt, da ist schon eine gewisse Vorleistung, die wir erbracht haben.
Ah Vorgespräch zur OP - 60 Euro, selbst bezahlt. Kosten für die Unterbringung und Fahrtkosten nach MUC..rate mal.
Zahl ich weil ist mir wichtig für mich.

Gutachten und Gerichtskosten nach TSG - nicht medizinisch - also auch völlig unabhängig von anderen Geldern waren
knapp 1500 Euro. Auch hier, ich habe es gerne bezahlt weil ich es wollte und nicht mehr anders konnte.
Ah Ausweis, Führerschein, das ist Eigentum der Bundesrepublik, was aber wir immer bei jeder neuen Ausstellung auch
bezahlen.

Um es nochmal klar zu sagen, es geht nicht um Kleidung oder Schminke, mir geht es um den Körper.
Daran leide ich, nicht das ich keinen Rock tragen dürfte.

Ich finde es schon eine sehr persönliche Sache wie Nico sagt, der übrigens AFAB ist.
Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32 Und was ist daran nicht konsistent wenn man(n) funktioniert und sich an seinen Kindern freut?
Hmm...ich weiss nicht was Kinder zeugen mit funktionieren zu tun hat.
Für mich und ich sage ausdrücklich für mich ist es nicht mit Weiblichkeit vereinbar, Kinder zu zeugen.
An der Stelle bin ich jetzt wieder ziemlich oldschool.
Und wenn sich sonst jemand exakt so darstellt, beim Zeugen aber gar keine Probleme damit hat
das mir vorstellbar männlichste zu tun, ist das für mich nicht konsistent.


Okay...schöne Diskussion noch..Marie (flow)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 715
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 257 Mal
Danksagung erhalten: 762 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 88 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32
Nico hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:16
Ich frage mich, was es für dich für einen Unterschied macht, ob jemand sozial Transitionieren oder körperlich Tansitionieren will. Letztendlich ist es die private Angelegenheit der Person.
Der Unterschied besteht in - laut ntv - mehreren zehntausend Euro für die die Beitragszahler aufkommen. Und es macht es für jene welche das volle Programm brauchen einen erheblichen Argumentation mehr Aufwand warum einwenig Klamotten und schminke nicht ausreichen, wenn es bei der anderen doch auch reicht.

Und deine Aussage das dies eine private Angelegenheit wäre ist ein ganz dünnes Brett.
Mit dieser Argumentation kann man der transschaft alles nehmen was ihr so wichtig ist. Von den bezahlten medizinischen Maßnahmen bis zur Namen's - Personenstandsänderung.
Dann musst du halt bei einer Personenkontrolle deinen männlichen Namen angeben.
Ist ja schließlich deine private Angelegenheit wenn du wie eine Frau rumläufst.
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 14:32 .....
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:20 ........
Lavendellöwin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 15:39 ......
Wenn jemand so argumentiert wie du bekomme ich auch regelmässig einen Knoten in meine Gedanken,
wenn diese Person dann sagt ich bin ja glückliche Väterin von 4 coolen Kindern-wie geht das zusammen?
Bei einem Kind könnte man ja noch argumentieren das es gewissermassen ein Versehen war.
Und jetzt sag mir bitte nicht mit dem was du bisher geschrieben hast, das das ja lesbischer Sex war..
oder das es sein musste um den gesellschaftlichen Anschein zu wahren und sich nicht ins off zu stellen..

das Ganze klingt einfach wenig konsistent und ein bisschen nach neugeborenem Vampir, der erst einmal
komplette Dörfer auslöscht.
.....
Und was ist daran nicht konsistent wenn man(n) funktioniert und sich an seinen Kindern freut?
Und seit wann ist das Leben linear? Das wäre wirklich was ganz neues.

Des weiteren frage ich mich weshalb ihr Knäckebrötchen dermaßen aggressiv angeht. Dafür gibt es keine Rechtfertigung und vor allem auch keinen Grund.
Es sei den ihr glaubt die Userin auf Linie bringen zu müssen.

@Jaddy
Danke für deinen Beitrag. Ich gehe zwar nicht in allem konform, aber er ist vernünftig formuliert ohne jemanden anzugreifen. 👍👍
Danke, Kerstin - bislang ist da aber noch nichts dabei, was mich wirklich angreift :) Ich bin mit einer steilen These eingestiegen, da darf ich mich über ein wenig Feuer nicht beklagen.

Aber dabei fällt mir etwas ein, das ich noch loswerden möchte und es passt hier ganz gut:

Ich bin es gewohnt, hart an der Sache aber nie an der Person zu diskutieren. Dabei kann es aber passieren, dass ich Ausdrücke oder Formulierungen verwende, die als unangemessen aufgefasst werden können. Ich bitte und ermutige euch ausdrücklich: beschwert euch bei mir! Ich möchte hier niemanden beleidigen. Absichtlich.

Dazu gibt es aus dem privaten und beruflichen Umfeld genügend Anekdoten, ich werde euch damit nicht langweilen. Aber bislang ist es mir noch immer gelungen, mich zu entschuldigen (heißt: mein Gegenüber hat meine Entschuldigung angenommen). Umgekehrt erlebe ich das gleiche, mit den meisten Kolleg*innen kann ich offen ansprechen, wenn mich eine Bemerkung oder Wortwahl verletzt oder getroffen hat. Das funktioniert aber nur, wenn die Dinge auch konkret angesprochen werden. Ich arbeite mit Kritik, konstruktiv und bewußt - gebend und empfangend.

Gleich vorweg: ich bin bisweilen sehr schnippisch. Ich gebe mein Bestes, dass zu unterlassen, aber ich kann nicht garantieren, dass mir das immer gelingt. Ich bin euch im Gegenzug aber auch nicht böse, wenn man ein spitzer Kommentar zurück kommt.

Danke,
Knäcke (ki)
Sapphic | Trans* | Femme
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 715
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 257 Mal
Danksagung erhalten: 762 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 89 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lavendellöwin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 18:50
Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32 Der Unterschied besteht in - laut ntv - mehreren zehntausend Euro für die die Beitragszahler aufkommen. Und es macht es für jene welche das volle Programm brauchen einen erheblichen Argumentation mehr Aufwand warum einwenig Klamotten und schminke nicht ausreichen, wenn es bei der anderen doch auch reicht.
Hey..

du könntest doch auch hier fragen was die Kosten sind, anstatt dich auf externe Quellen zu verlassen.

Sag ich dir auch gerne.

Mein Hormonbehandlung mit Lenzetto liegt je nach Apotheke bei 35 - 40 Euro, bei 5 Euro Zuzahlung im Monat.
Ich brauche eine 3er Bündelpackung im Monat, weil ich relativ hoch dosiert bin, für andere wäre das ausreichend für 2 Monate.
Weil ich zusätzlich 1 mg Finasterid nehme, das aber Off-Label und Life Style ist, sind das nochmal um die 70 Euro
für die 98er Packung die ich sowieso selbst bezahle. Wenn ich müsste würde ich das auch komplett übernehmen, weil das eine
Sache ist, die keine Kleidung oder etwas Schminke auch nur ansatzweise ersetzen könnte.

Meine Begleitthera bezüglich trans* hab ich auch selbst bezahlt was mit 100 Euro pro Sitzung zu Buche geschlagen hat,
denn sie hatte keinen Kassensitz. Wir hatten insgesamt 23 Sitzungen. Auch die Indikationsschreiben habe ich zusätzlich bezahlt,
das waren bei dem gleichen Stundensatz fast auch nochmal 7 Stunden.

Bis hierhin, war da kaum Belastung für die Gesundheitssysteme, auch die ca 150 Euro beim Endo für Gespräch und Blutwerte
würde ich selbst bezahlen.

Der Kostensatz pro Tag in der Klinik wegen der GaOP wird bei knapp 750 Euro liegen. Auch da zahle ich
fast 3000 Euro sowieso selbst. Rechne 15 Tage in der Klinik, oder ein, zwei mehr sagen wir 15000 Euro.
Mein Lieblingsmensch zahlt fast 800 Euro Beitrag monatlich und wir sind nicht gemeinsam versichert.
Sonst gehen wir kaum zum Arzt, da ist schon eine gewisse Vorleistung, die wir erbracht haben.
Ah Vorgespräch zur OP - 60 Euro, selbst bezahlt. Kosten für die Unterbringung und Fahrtkosten nach MUC..rate mal.
Zahl ich weil ist mir wichtig für mich.

Gutachten und Gerichtskosten nach TSG - nicht medizinisch - also auch völlig unabhängig von anderen Geldern waren
knapp 1500 Euro. Auch hier, ich habe es gerne bezahlt weil ich es wollte und nicht mehr anders konnte.
Ah Ausweis, Führerschein, das ist Eigentum der Bundesrepublik, was aber wir immer bei jeder neuen Ausstellung auch
bezahlen.

Um es nochmal klar zu sagen, es geht nicht um Kleidung oder Schminke, mir geht es um den Körper.
Daran leide ich, nicht das ich keinen Rock tragen dürfte.

Ich finde es schon eine sehr persönliche Sache wie Nico sagt, der übrigens AFAB ist.
Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32 Und was ist daran nicht konsistent wenn man(n) funktioniert und sich an seinen Kindern freut?
Hmm...ich weiss nicht was Kinder zeugen mit funktionieren zu tun hat.
Für mich und ich sage ausdrücklich für mich ist es nicht mit Weiblichkeit vereinbar, Kinder zu zeugen.
An der Stelle bin ich jetzt wieder ziemlich oldschool.
Und wenn sich sonst jemand exakt so darstellt, beim Zeugen aber gar keine Probleme damit hat
das mir vorstellbar männlichste zu tun, ist das für mich nicht konsistent.


Okay...schöne Diskussion noch..Marie (flow)
Ich nutze Gynokadin Gel, in Kombination mit Androcur. Gynokadin wird übernommen, also nur 5€. So gut alle 2 Monate. Androcur muss ich so zahlen, aber das ist nicht "lifestyle" sondern integraler Bestandteil der HRT - als Antagonist zu Testosteron fördert es die Wirkung des Estradiols deutlich. Oder ich verstehe dich falsch, und du meinst "ist lifestyle", weil es von der Kasse nicht übernommen wird?

Meine Therapie wurde dankenswerter Weise auch durch die KK übernommen, ebenso die Endo-Termine. Was die Beratung und dann Durchführung der GaOP angeht, ich bin sehr gespannt. Aber die Kosten, die du nennst sind so grob mein Horizont.

Um die Kosten für Gutachten und Gerichtskosten bin ich ja nun glücklicherweise herumgekommen. Ich habe aber auch ein wenig auf mein Glück gesetzt, letztes Jahr. Und wenn die Perspektive nicht schon so positiv gewesen wäre, hätte ich auch den "alten" Weg genommen.

Das erinnert mich an ein Gespräch mit einer Beraterin von der DGTI zu dieser Frage: es gibt noch einen -§45b aus dem PStG, der mit etwas Trickserei zu einer günstigeren und schnelleren Lösung führt. Ist halt total illegal, mit genug Chuzpe und einem passenden Arzt aber machbar. Problem hier: es ist ja ausdrücklich nur für intersexuelle Menschen und explizit nicht für Transmenschen - das heißt, wenn ich diesen Weg ginge, könnte die Krankenkasse darauf verweisen, dass eine GaOP in meinem Sinne ja gar nicht notwendig sei - und damit Privatvergnügen.

Ich glaube aber, Kerstin wollte vorallem auf den Punkt raus, dass die Argumentation "ist doch deine persönliche Sache" die von ihr genannten Argumente hervorbringen kann: warum soll die Solidargemeinschaft für dein Privatvergnügen aufkommen? Ist doch deine persönliche Entscheidung, musst Du ja nicht machen. Aber wenn doch, dann halt privat. Und das wäre ja fatal, besonders für Menschen, die auf diese finanzielle Unterstützung angewiesen sind.

------
@Kinderzeugen: also entweder habe ich beim vielen Schreiben meine Antwort an dich verzuselt, oder es kommt doppelt:

Ich habe meine Kinder als Mann gezeugt, so wie ich meine Frau* als Mann geheiratet habe. Jetzt bin ich immernoch Vater und Papa, aber nicht mehr Ehemann und auch keine Rollenmodel mehr für meine Kinder (was ich irgendwie sehr bedauere - paradox, oder?)

Jetzt wirst Du sicherlich fragen "ok, das ist wild - wie geht das?" und das ist relativ simpel: Drogen, Selbstbetrug und zu viel Arbeit/Ablenkung. Das mit den Drogen war natürlich passé, als ich geheiratet habe. Dafür mehr Zeit für mehr Arbeit und andere Ablenkungen. Und der Selbstbetrug, naja. Kurz: ich kannte Männer in Frauenkleidern in genau 3 Szenarien (damals in den 80ern): Travestie im Fernsehen (Marie und Gordie), schwule Männer die sich tuntig verkleideten und die abgewrackten Typen, die durch die Frankfurter Innenstadt stapften im Oma-Blümchenkleid und versoffenem 5-Tagebart. Problem: Homosexuell biste nich, also fällt Travestie und Tunte raus - aber auf der Strasse enden will ich auch nicht! Also war für mich klar: Klappe halten, Augen zu und durch.

So. Da ich mich selbst nie als besonders hübsch oder attraktiv empfunden habe, war mir ja auch klar - sollte ich meine Gedanken aussprechen und Realität werden lassen, aus mir würde ja nicht eine hübsche/attraktive "Frau" werden. Und eine echte Frau wäre ich ja sowie so nie, immer nur so ein Zwischending, grotesk und abseits. Also, ich sitze in einem sicheren Hafen, muss nur den Kopf unten halten und unauffällig so tun als ob. Reicht. Wie Jaddy schrieb: abschauen, lernen, Muster übernehmen und hoffen, dass es gut geht. Wenn also nicht Gott - und ich habe damals zu allem gebetet was der Himmel so her gibt, und die Erde dazu, ein Wunder geschehen lässt, oder ich die Waldfee mit ihren drei Wünschen treffe, dann wird aus mir nie eine biologische Frau - und weniger hätte ich nicht genommen. Dieses Zwischending, mein Schreckgespenst? Never!

Und irgendwann nimmt dieser Druck etwas ab, wird gedämpft durch den Alltag. Nie ganz weg und jede Minute in der mein Kopf nicht an irgendeinem Ding hing (Arbeit, Rollenspiele, Kinder) ging die Frage los: wie wäre das, wenn ich jetzt hier als Frau sitzen würde? Und trotzdem kommt irgendwann eine Resignation und Akzeptanz des "Ist". Dann bin ich halt ein Mann. Aber wenigstens nicht so ein Mario-Barth-Typ, anders. Femininer. Und das ging dann ganz gut. Man schwimmt so mit und wird nicht dauernd hinterfragt, es wird bequem. Meine kleinen femininen Quirks konnten ignoriert werden, oder waren halt liebevolle Besonderheiten. Für die Meisten. Es gab aber auch durchaus Leute, die "mich" gesehen haben und die gar nicht überrascht waren als ich mich geoutet habe.

Das ist ja auch ein Vorteil am Erwachsensein: ich kann und darf innerhalb der gesetzten Konventionsgrenzen kreativ meinen Handlungsspielraum nutzen und andere Wege beschreiten. Dadurch wird Mann-sein dann weniger belastend als in der Jugend. Bis es dann im Herzen geknallt hat und der Knoten geplatzt ist. Dann war Feierabend mit Mann.

*ich hatte aber, anders als viele transweibliche Biografien, immer nur Freundinnen. Männer - oder männliches, hatte nie Appeal. Spannend ist, das ändert sich aktuell etwas. Da ist etwas im Wandel, aber ich hab gerade echt genug anderen Sch... am Hacken und brauche nicht noch jemanden um mich herum.
Sapphic | Trans* | Femme
Nico
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 213
Registriert: Sa 12. Sep 2020, 20:50
Geschlecht: ∈ [x;m[
Pronomen: er
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 36 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 90 im Thema

Beitrag von Nico »

Kerstin hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 17:32
Nico hat geschrieben: Sa 19. Okt 2024, 12:16 Ich frage mich, was es für dich für einen Unterschied macht, ob jemand sozial Transitionieren oder körperlich Tansitionieren will. Letztendlich ist es die private Angelegenheit der Person.
Der Unterschied besteht in - laut ntv - mehreren zehntausend Euro für die die Beitragszahler aufkommen. Und es macht es für jene welche das volle Programm brauchen einen erheblichen Argumentation mehr Aufwand warum einwenig Klamotten und schminke nicht ausreichen, wenn es bei der anderen doch auch reicht.

Und deine Aussage das dies eine private Angelegenheit wäre ist ein ganz dünnes Brett.
Mit dieser Argumentation kann man der transschaft alles nehmen was ihr so wichtig ist. Von den bezahlten medizinischen Maßnahmen bis zur Namen's - Personenstandsänderung.
Dann musst du halt bei einer Personenkontrolle deinen männlichen Namen angeben.
Ist ja schließlich deine private Angelegenheit wenn du wie eine Frau rumläufst.
Ich denke, dass du mich falsch verstanden hast.
Es geht mir hier nicht um die Kostenübernahme oder dass man es bitte nur im dunkeln Kämmerlein machen soll ohne darüber zu reden.

Es geht mir darum, dass es meine private im Sinne von intime Angelegenheit ist, was mit meinem Körper passiert. Genauso wie es meine private/intime Angelegenheit ist, ob ich Hämorriden habe. Ich entscheide selber mit welchen 3. Personen ich darüber reden möchte und für mein soziales Umfeld und meine Validität hat es mMn keine Rolle zu spielen, welche Schritte ich anstrebe oder nicht.

Das Thema Krankenkasse ist für mich ein komplett anderes. Es ist bekannt, dass jeder trans Mensch was anderes benötigt, auch wenn die Krankenkassen nicht so handeln und aus der Vergangenheit heraus oft nur 100% oder 0% sehen.
LG Nico
[er]
Antworten

Zurück zu „Crossdresser- und Transgender-Café“