Elon Musk und ich
Elon Musk und ich - # 4

Lebensplanung, Standorte
Jaddy
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Re: Elon Musk und ich

Post 46 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Shoshana hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 09:08 Jetzt konkret: Was hat die Politik der letzten 30 Jahre deiner Meinung nach wem weg genommen?
Oh, nicht "die Politik", also die große, aber die Emanzipations- und Gleichstellungsbewegungen machen der patriarchalen Mehrheitsgesellschaft ihre Deutungshoheiten und ihre Privilegien streitig, die Welt allein zu ihren Gunsten zu nutzen und zu gestalten.

Ganz platt gesagt: Benachteiligte Menschen fordern von den Bullies Rücksichtnahme.

Das ist wie auf dem Schulhof. Die einen sagen, dass sie es nícht mehr in die Ecke gedrängt werden und ihre Pausenbrote hergeben wollen; die Bullies meinen, das sei schon immer so gewesen und sie seien eben die stärkeren und hätten es auch nicht leicht, weil ihnen ja auch andere ihre Pausenbrote wegnehmen usw.

Der Backlash ist, wie Tadzio Müller formuliert, "das Coming-Out der A***hloch-Gesellschaft", die keine Rücksichten nehmen will, denen Schwächere und Minderheiten egal sind und die deshalb alle Leute die "anders" sind einfach nicht haben wollen. "Die" sollen weg bzw sich unsichtbar fügen, während sie "wie schon immer" ihre vermeintlich berechtigten Ansprüche ("entitlement") ausleben.

Insbesondere ein bestimmter Typ (cis) Männer. Leider einer Mehrheit. Die sind mehr oder weniger der patriarchalen Ideologie verfallen, die allen Jungs und Männern beigebracht wurde. Zum Beispiel, dass sie stets Dinge zu machen und Probleme zu lösen haben. Es geht darum sich und die eigenen Ansprüche durchzusetzen gegen "andere". Erfolg und Status bemisst sich nach Geld, Macht und Sieg. Kampf statt Konsens, Macker statt Mitmensch.

Aber diese Ideologie ist fragil. Die allermeisten sind ja nicht auf dem Treppchen, die angeblichen "alpha males". Das erzeugt Stress, die Fassade aufrecht zu erhalten und die Ansprüche zu erfüllen, um nicht als "Loser" zu gelten (das meint: "die cis-Normativität schadet auch cis Personen"). Ansprüche übrigens auch ihrer Partnerinnen (ich bin hier ganz in der cis-bin-het Welt), die "einen richtigen Mann" wollen. Klingt bekannt?

Und dann kommen Leute, die diese Rollen für sich ablehnen und sogar freiwillig auf ihr "Geburtsrecht" als Mann verzichten. Andere sind "Mann", aber lehnen die Statussymbole ab, das Bully-tum, das "FLAISCH!!!", das Gröhlen, die Kraftmeierei, die Karriere und Beförderungen. Und weitere fordern Rücksichtnahme und Interessenausgleich statt Durchsetzungsvermögen mit Kraft und Lautstärke.

Das alles signalisiert diesen Männern (und den Frauen, die sich in dem System wiederfinden), dass sie möglicherweise nicht auf der richtigen Spur sind. Nicht "die Guten", sondern dass all das, was ihnen beigebracht und vorgelebt wurde von ihren Vätern (und Müttern und Partnerinnen und Peers) möglicherweise nicht mehr gilt - oder noch nie gut war. Denn in seiner (ihrer) Wahrnehmung werfen ihm (ihr) jetzt Menschen vor, dass er (sie) das ganze Leben "falsch" gehandelt hat. Nach falschen Grundsätzen und Werten. Das Internet hat dafür das "Are We the Baddies?"-Meme.

Hinzu kommt, dass auch das gesamtgesellschaftliche Versprechen vergangener Jahrzehnte sichtbar nicht eingelöst wird/wurde. Die Erzählung war doch vor allem für weisse, "autochtone" (hier eingeborene) und insbesondere männliche Menschen, dass sie es mit Fleiss, Leistung und Anstand zu Wohlstand und Glück schaffen können. Mit guter Schulbildung umso mehr. Die vergangenen Jahrzehnte, ich sag mal ab Ende 1970er, haben aber zunehmend Menschen desillusioniert und mit den großen Finanzkrisen ab 2000 brach dieses Bild bürgerlichen Erfolgsmodells ziemlich zusammen. Auch wenn regelmässig 75% der Bevölkerung sagen, es ginge ihnen eigentlich gut, wird wahrgenommen, dass das mit dem Aufsteig durch Fleiss, Anstand und "Leistung" nicht funktioniert. Spoiler: Hat es eigentlich noch nie. Was HeikeCD schreibt ist Ausdruck dieses Gefühls.

Alles in allem erleben diese Menschen eine "narzisstische Kränkung" (die englische Version ist ausführlicher). Ein Angriff auf das Selbstbild, die Bedeutung, die Stellung in der Welt und die Richtigkeit der bisherigen Ansichten und Handlungen.

Sprich: Das kann doch nicht sein! Das darf nicht sein! Die müssen alle falsch liegen. Das sagen doch die eigenen Mehrheits-Peers auch. Das war doch für Jahrzehnte gut und schau, was wir alles aufgebaut haben! Das müssen alles "links-grün versiffte", ideologisch verblendete Radikale sein, die nur neidisch sind und mir alles wegnehmen wollen. Vor allem "die da, die nicht von hier sind".

Die einfachste Reaktion, um das Selbstbild als "guter, hart arbeitender" Mann, Familienvater, Problemlöser, Beschützer, integriertes Mitglied der Gesellschaft zu erhalten ist Reaktanz. Also fundamentaler, hoch emotionaler Widerstand gegen alle Ansätze und Symbole, die auf dieses Dilemma: Vegetarisches Essen, "Gendersternchen", Lastenräder, Windräder. Und das Beharren auf Symbolen und Rezepten, die eigentlich genau die Probleme verursacht haben.

Genau das sehen wir bei den extremen Rechten als Fokuspunkt ganz deutlich in Wort und Bild. Insbesondere natürlich bei autoritären und autokratischen Typen wie Trump, Erdogan, Órban. Aber auch in der Tendenz in der Nachbarschaft, Kollegium, Verein, Stammtisch.

Deshalb nutzen auch Fakten so wenig. So lange das Bauchgefühl nicht dabei ist, werden die ignoriert.
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Re: Elon Musk und ich

Post 47 im Thema

Beitrag von Wally »

MichiWell hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 02:51
(...) Tatsächlich ist es .. wie du richtigerweise schreibst .. für andere völlig belanglos, was wir .. du, ich, Svenja .. mit unserem Körper machen. Und doch machen sie es zu einem Problem, zu einem Politikum! Es geht ihnen nur darum, Macht über uns auszuüben. Und du spannst dich vor deren Wagen, bist mit dabei, uns zu bekämpfen und bekämpfst damit auch dich selbst. Mag sein, dass du irgendwie den Gedanken hast, du könntest das verhindern, indem du bei denen mitmachst. Aber das ist ein Irrglaube. Höre zu, was Leute wie die Storch sagen! Die wollen uns .. auch dich .. ganz klar weg haben. Die werden uns weg sperren, wenn es ihnen möglich ist und in den Kram passt.
Ich habe geschrieben, dass Ohrlöcher für Andere belanglos sind. Als ich mir 1998 die Brüste machen ließ, war das keineswegs belanglos für Andere; allein schon finanziell bezahlte das die Allgemeinheit immerhin mit vielen tausend Mark. Und das, wohlgemerkt, gegen Ende einer 16-jährigen, konservativen Regierung! Dass ich das überhaupt genehmigt und bezahlt kriegte, obwohl ich die Unterleibs-Op gar nicht erst anstrebte und erklärtermaßen vorhatte, mit den Brüsten im Alltag vorerst als Mann weiterzuleben (ich tat's dann ja auch noch 20 Jahre), das war zu diesem Zeitpunkt noch eine absolute Pionierleistung; ich wüsste nicht, dass das vor mir überhaupt schon mal jemand so durchgekriegt hätte. 16 Jahre früher, zu Beginn der Kohl-Ära, wäre so etwas noch völlig undenkbar gewesen: und zwar nicht nur für Chirurgen, Gutachter und Krankenkassen, sondern auch für uns Transsexuelle selber; wir hätten damals noch nicht mal im Traum an sowas gedacht. Ein so gravierender Fortschritt war, wohlgemerkt, in 16 Jahren unter einer konservativen Regierung möglich.

Ich behaupte jetzt gar nicht, dass ich das der CDU zu verdanken hätte: das haben wir Transsexuelle schon selber so vorangetrieben, unter kräftiger Mithilfe progressiver Psychologen und Gutachter und der damals noch liberalen Mainstream-Medien. Aber die konservative Regierung stand dem in all den Jahren auch nicht entgegen; die hat das zwar etwas zögerlich, aber letztlich eben doch willig in unserem Sinn mit vollzogen.

Mit den 2x-0,5-Liter-Titten habe ich dann 23 Jahre lang öffentlich als "Mann" gelebt; das ging prima - weit besser als vorher ohne. Und mit diesen Titten war ich dann sogar 6 Jahre lang in der AfD aktiv, bis hinauf auf Bundesebene! Ich habe da hunderte mal so viel zugehört wie Du, "was Leute wie die Storch sagen" - und nicht nur zugehört, sondern eingehend mit ihnen diskutiert, als offen bekennende Transsexuelle. Von "uns wegsperren" - oder auch nur davon, mich persönlich deswegen aus irgendeiner Parteifunktion zu entfernen - war da nie was zu hören.

Dieses ganze Geschwätz von der "Nazi-Partei" ist nichts, wirklich NICHTS als parteipolitisch motivierte Verleumdung: gegenüber der AfD genauso wie seit gestern auch gegenüber der CDU, bloß weil die sich bei einer Abstimmung endlich mal wieder an der Sache orientiert hat, wie sich's gehört, anstatt an einer verfassungswidrigen "Brandmauer".
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Elon Musk und ich

Post 48 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Jaddy hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 12:22 wird wahrgenommen, dass das mit dem Aufsteig durch Fleiss, Anstand und "Leistung" nicht funktioniert. Spoiler: Hat es eigentlich noch nie.
Ich finde, daß ist so nicht ganz richtig. Von den 50ern bis in die späten 80er konnten Menschen sozusagen aus dem Nichts über die Zeit einen gewissen Wohlstand erreichen. Eigenes Haus, zwei PKW's, alljährliche Urlaube, Kinder konnten studieren. Da waren Lohnforderungen von 11 - 15% jedes Jahr normal. Bekommen hat man zwar 6%, reichte aber. Und diese Sachen werden natürlich bis heute weitergetragen "früher, da war's besser..."
All das wirkt bis heute nach. Dazu Kanzler wie Schmidt-Schnauze (Spitzname) der sagte was er dachte, oder Kohl der noch auf Eierwerfer zulief und auch politisch "machte". Sein Glück war natürlich der Zusammenbruch des Ostbkocks. Dagegen wirken den Menschen die heutigen Politiker wie weichgespülte Teflonpfannen.
Da haben es dann Populisten die an frühere Politcharaktere wie Wehner und Strauss erinnern mit ihrer donnernden Ansprache umso leichter. :(
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Re: Elon Musk und ich

Post 49 im Thema

Beitrag von Malvine »

Bei Lanz war diese Woche Frau von Storch in einer Diskussionsrunde vertreten. Neben den populistischen Ergüssen kam auch der Hinweis, dass alle Ausgaben auf den Prüfstand kommen werden. Mit der spontanen Orientierung nach Amerika ist es doch ein leichtes zu sehen, welche Gelder da am ehesten gestrichen werden. Frau Weidel ist ja lesbisch und nicht Queer....also kann man ja da schon mal ansetzten und alle Gelder für Gleistellung streichen.
Dann war Frau von Storch auch noch so gesprächig, dass alle Entwicklungshilfe-Gelder gestrichen werden müssen....Genau diese Gelder sollen ja die Fluchtursachen reduzieren.
Schauen wir einfach in die USA - dort zeigt Herr Trump jetzt sein wahres Gesicht und bringt das Land zurück ins letzte Jahrtausend.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Re: Elon Musk und ich

Post 50 im Thema

Beitrag von Jaddy »

HeikeCD hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 14:49
Jaddy hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 12:22 wird wahrgenommen, dass das mit dem Aufsteig durch Fleiss, Anstand und "Leistung" nicht funktioniert. Spoiler: Hat es eigentlich noch nie.
Ich finde, daß ist so nicht ganz richtig. Von den 50ern bis in die späten 80er konnten Menschen sozusagen aus dem Nichts über die Zeit einen gewissen Wohlstand erreichen. Eigenes Haus, zwei PKW's, alljährliche Urlaube, Kinder konnten studieren. Da waren Lohnforderungen von 11 - 15% jedes Jahr normal. Bekommen hat man zwar 6%, reichte aber. Und diese Sachen werden natürlich bis heute weitergetragen "früher, da war's besser..."
All das wirkt bis heute nach. Dazu Kanzler wie Schmidt-Schnauze (Spitzname) der sagte was er dachte, oder Kohl der noch auf Eierwerfer zulief und auch politisch "machte". Sein Glück war natürlich der Zusammenbruch des Ostbkocks. Dagegen wirken den Menschen die heutigen Politiker wie weichgespülte Teflonpfannen.
Da haben es dann Populisten die an frühere Politcharaktere wie Wehner und Strauss erinnern mit ihrer donnernden Ansprache umso leichter. :(
Deine Wahrnehmung des Wohlstandsversprechens teile ich größtenteils: Bis in die 70er hinein funktionierte es. Allerdings nicht wirklich wegen der Politik, sondern wegen wirtschaftlicher Gegebenheiten, die allerhöchstens moduliert, aber nicht wirklich verändert werden konnten. Ab Mitte der 70er schmierte das Nachkriegswachstums in der westlichen Welt flächendeckend ab. Aus Asien kam billigerer Stahl, billigere Schiffe, billigere Elektronik - und in den 80ern auch Autos. Die "Wende" 1982 war wirtschaftspolitisch begründet, aber auch die Regierung Kohl mit der damals eingeführten neoliberalen Wirtschaftspolitk a'la Reagan und Thatcher, konnte da nichts dran drehen. Ich habe bei Statista eine Übersicht gefunden.

Deshalb war Kohl eigentlich 1990 fertig, weil es den Menschen nicht wirklich besser ging, und, auch da stimme ich dir zu, hatte er das Glück von 17 Millionen Leuten, die vor allem aus wirtschaftlichen Gründen ihren Staat nicht mehr wollten, aber leider genau den Versprechungen - "Erfolg durch persönliche Leistung" - geglaubt haben.

Was ich damit sagen will: Die persönliche Leistung hat mit dem Wohlstand, Haus, Autos, Urlaube, nur sehr wenig zu tun. Nachweislich haben Herkunft, "Klasse", Erbe usw viel größeren Einfluss. Das reicht aber immer noch nicht, wenn die wirtschaftliche Gesamtlage nicht gegeben ist. Und an der kann auch "die Politik" nur relativ wenig ändern. Haben wir beides gesehen und hat ja zur Enttäuschung geführt.

Deshalb sind auch diese "Leistung muss sich wieder lohnen" Plakate zwar sachlich Unfug, rühren aber genau an diese alten, unerfüllbaren Versprechungen. Das erstaunliche ist eigentlich, dass die immer noch fruchten.
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Re: Elon Musk und ich

Post 51 im Thema

Beitrag von Michi »

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 14:34 Ich habe geschrieben, dass Ohrlöcher für Andere belanglos sind.
Ich weiß, was du geschrieben hast. Ich sehe und auch, welche Intention du damit verfolgt .. uuund .. ich weiß, dass Ohrlöcher für Andere nicht so belanglos sind, wie es sein sollte. Das Ohrloch auf der einen Seite --> Knacki .. auch der anderen Seite --> Schwul .. auf beiden Seiten --> effimierte Schwuchtel ... dieses Bild ist auch heute noch in (zu) vielen Köpfen. Es wurde nur nicht mehr ganz so offen ausgesprochen, wie noch bis vor 40-50 Jahren. Aber das beginnt sich gerade wieder zu ändern .. die viel-beschworene "Rückbesinnung" auf die "alten Werte" lässt grüßen. Und diese "Rückbesinnung" wird gerade in großer Einigkeit von der konservativen "Mitte" bis ganz rechts außen wieder salonfähig gemacht.

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 14:34 Als ich mir 1998 die Brüste machen ließ, war das keineswegs belanglos für Andere; allein schon finanziell bezahlte das die Allgemeinheit immerhin mit vielen tausend Mark. Und das, wohlgemerkt, gegen Ende einer 16-jährigen, konservativen Regierung! Dass ich das überhaupt genehmigt und bezahlt kriegte, obwohl ich die Unterleibs-Op gar nicht erst anstrebte und erklärtermaßen vorhatte, mit den Brüsten im Alltag vorerst als Mann weiterzuleben (ich tat's dann ja auch noch 20 Jahre), das war zu diesem Zeitpunkt noch eine absolute Pionierleistung; ich wüsste nicht, dass das vor mir überhaupt schon mal jemand so durchgekriegt hätte. 16 Jahre früher, zu Beginn der Kohl-Ära, wäre so etwas noch völlig undenkbar gewesen: und zwar nicht nur für Chirurgen, Gutachter und Krankenkassen, sondern auch für uns Transsexuelle selber; wir hätten damals noch nicht mal im Traum an sowas gedacht. Ein so gravierender Fortschritt war, wohlgemerkt, in 16 Jahren unter einer konservativen Regierung möglich.
Ist dir echt nicht bewusst, dass du mit all dem ziemlich genau das Feindbild bedienst, was du neulich selber beschrieben hast? Du hast für dich das in Anspruch genommen, die Gesellschaft mit Wünschen und Vorstellungen (als Mann mit Titten rumlaufen) zu überfordern, die du bei anderen als absurd und überfordernd ansiehst, was du anderen in der heutigen Zeit als schlecht und falsch vorwirfst!

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 14:34 Mit den 2x-0,5-Liter-Titten habe ich dann 23 Jahre lang öffentlich als "Mann" gelebt; das ging prima - weit besser als vorher ohne. Und mit diesen Titten war ich dann sogar 6 Jahre lang in der AfD aktiv, bis hinauf auf Bundesebene! Ich habe da hunderte mal so viel zugehört wie Du, "was Leute wie die Storch sagen" - und nicht nur zugehört, sondern eingehend mit ihnen diskutiert, als offen bekennende Transsexuelle. Von "uns wegsperren" - oder auch nur davon, mich persönlich deswegen aus irgendeiner Parteifunktion zu entfernen - war da nie was zu hören.
Ich will dir gerne glauben, dass du dich bei der AfD entsprechend betätigt hast, und dabei gute Absichten hattest. Aber glaubst du wirklich, dass sie dir damals offen ins Gesicht gesagt hätten, was sie dir für eine "Behandlung" angedeihen lassen würden, wenn sie könnten wie sie wollten? Für die warst du allenfalls ein nützlicher Idiot. Bist du wirklich so naiv, was anderes zu glauben?! Rechtsextreme, die auch in der AfD sehr aktiv sind und immer bestimmender werden, erstellen seit Jahren (Todes-)Listen von Menschen aus unterschiedlichen Gruppen, die sie bei nächstbester Gelegenheit entsprechend "behandeln" wollen. Das ist mittlerweile mehrfach bekannt geworden. Nur Narren wollen das noch bestreiten!

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 14:34 Dieses ganze Geschwätz von der "Nazi-Partei" ist nichts, wirklich NICHTS als parteipolitisch motivierte Verleumdung: gegenüber der AfD genauso wie seit gestern auch gegenüber der CDU, bloß weil die sich bei einer Abstimmung endlich mal wieder an der Sache orientiert hat, wie sich's gehört, anstatt an einer verfassungswidrigen "Brandmauer".
Bei dir werden Fakten zu Lügen und Lügen zu Fakten.

Fakt bleibt, dass man nicht deswegen zum Demokraten wird, weil man auf demokratischem Wege in die Parlamente kommt. Göbbels hat die anderen Parteien damals explizit dafür verspottet, dass sie so dumm waren, der NSDAP zu erlauben, sich der demokratischen Instrumente zu bedienen.

Fakt bleibt ebenso, dass man nicht deswegen Faschist ist, weil man so genannt wird, sondern weil man sich wie ein Faschist verhält! Beispiele liefern zahlreiche AfD-Politiker und noch mehr Mitglieder der Höcke-Jugend immer und immer wieder.

Wo in der Verfassung steht denn geschrieben, dass Parteien die Zusammenarbeit nicht verweigern dürfen?

Wenn's um die Linken geht, hast du übrigens kein Problem damit, dass die CDU/CSU die Zusammenarbeit mit denen "Brandmauer"-like verweigert, weil du die Linken bekanntermaßen hasst!
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Elon Musk und ich

Post 52 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 14:34 Mit den 2x-0,5-Liter-Titten habe ich dann 23 Jahre lang öffentlich als "Mann" gelebt;
Kennt ihr das, wenn ihr euch nach einer unangenehmen Begegnung für mehrere Stunden mit einem Abbrazzo-Schwamm unter der heißen Dusche abschrubben wollt? Genau so fühle ich mich gerade.

Aber es erklärt auch, warum ich schon die ganze Zeit den Eindruck nicht los werde, hier schreibt ein alter weißer Mann...
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Re: Elon Musk und ich

Post 53 im Thema

Beitrag von Wally »

Shoshana hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 09:08
Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 00:17 Der Backlash betrifft im engeren Sinn die linksfeministische und "woke" Politik, im weiteren Sinn den ganzen Komplex "linker" Politik.
Sorry, das ist substanzfreie Polemik.

Die Abschaffung der Sklaverei hat den Sklavenhaltern ihr praktisch kostenlosen Arbeitskräfte weg genommen.
Die Abschaffung der Monarchie hat den Fürsten, … ihre Machtfülle weg genommen.
Das Frauenwahlrecht hat den Männern ihren alleinigen Zugang zur Macht weg genommen.
Und Du behauptest jetzt allen Ernstes, Trump wolle Obiges mit seinem Backlash wieder umdrehen?
Wer, bitte ist da jetzt polemisch?
Shoshana hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 09:08 Aber bis jetzt will sogar die AfD da nicht wieder zurück.
Eben.
Shoshana hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 09:08 Jetzt konkret: Was hat die Politik der letzten 30 Jahre deiner Meinung nach wem weg genommen?
Nur mal auszugsweise ein paar Punkte, die Allen deutschen Bürgern weggenommen wurde:

* Geld - viel Geld. Mindestens 20% zusätzliche Steuern und Abgaben allein seit 1995; das bedeutet real 30-40% weniger netto auf der Hand,: Steuerprogression, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuern plus CO2-Steuern plus nochmal Mehrwertsteuer drauf, Grundsteuer (gerade eben bei uns von 90 auf 200 € erhöht), inflationäre Sozialabgaben bei im Einzelfall eher sinkenden Leistungen, inflationäre Verwaltungsgebühren, hunderterlei bürokratisch kostentreibende Prüf- und Genehmigungsverfahren durch TÜV + Gewerbeämter etc, Müllgebühren, Wasser- und Abwassergebühren, Fernsehgebühren und und und... Schon mal überlegt, warum heute selbst akademische Doppelverdiener in Deutschland kaum noch eine Chance auf Wohneigentum haben - während in den 70er und 80er Jahren ein fleißiger Handwerksgeselle als Alleinverdiener (!) ein eigenes Haus bauen, ein eigenes Auto kaufen UND damit mit der ganzen Familie in Urlaub fahren konnte? Kleiner Tipp: am Bruttoeinkommen liegt's nicht.

* Meinungs-, Informations- und Redefreiheit: Laut jüngster INSA-Erhebung sagen mittlerweile 78 % der Deutschen, dass man hierzulande nicht mehr jede Meinung frei äußern darf. Sobald man heute in Deutschland bestimmte Personen oder Personenkreise öffentlich kritisiert, steht man schon mit einem Bein im Gefängnis; man kriegt wegen bloßer, öffentlicher Beleidigung (!) eines Politikers von einem Polizeitrupp um 5 Uhr morgens mit vorgehaltener Pistole die Wohnungstür eingetreten, als ob man Siegfried Buback erschossen und die Leiche unterm Sofa versteckt hätte. Man kriegt unter behördlichem Druck das Bankkonto gekündigt - und von anderen Banken ein neues verweigert - , weil man in einem Blog Ricarda Lang mal als "dick" bezeichnet hat. Man wird von ganz offen von der Regierung (!) initiierten und finanzierten Denunziationsstellen an den Arbeitgeber verpfiffen und riskiert seinen Job, wenn man öffentlich für eine legal in alle deutschen Parlamente gewählte Partei wirbt. Man kriegt über von der Regierung als sog. "trusted flaggers" beauftragte Zensoren Wort für Wort vorgeschrieben, was man in "social networks" - also Internet - überhaupt noch zu lesen kriegt: allen voran ausgerechnet so eine unseriöse Truppe wie "Correctiv", deren vorjährige "Wannsee"-Story sich seitdem von Prozess zu Prozess jedesmal von vorne bis hinten als erstunken und erlogen erweist... Und ausgerechnet diejenigen Parteien und Politiker, die sowas treiben, besitzen dann auch noch die Chuzpe zu behaupten, sie würden damit Demokratie und Rechtsstaat verteidigen! Guck bloß mal aktuell in tagesschau.de rein, was die da gerade heute über CDU (!)und "Brandmauer" erzählen: von einer neutralen, vollständigen und ausgewogenen Berichterstattung, zu der die als Öffentlich Rechtliche laut Medienstaatsvertrag verpflichtet sind, ist das weiter entfernt als Proxima Centauri. Und diesen verlogenen Stuss kann ich noch nicht mal mehr abbestellen, obwohl ich schon seit 15 Jahren gar kein Fernsehen mehr gucke (ag)

* Bildung: Unsere Kinder lernen schon in der Grundschule nicht mehr anständig Lesen, Schreiben und Rechnen, weil da nahezu überall 50 % oder noch mehr Ausländerkinder drinsitzen, denen die Lehrerinnen (Lehrer gibt's ja kaum noch, obwohl doch gerade die für die vielen islamischen Jungs besonders dringend gebraucht würden) erst mal mühsam aus dem Nichts die für sie völlig fremde, deutsche Sprache beibringen müssen. "Wir schaffen das" - ja, wie denn, bitteschön, ohne die dafür nötigen, speziellen Fremdsprachenkenntnisse, und wann und wo denn, wenn der Lehrplan an der Grundschule schon randvoll mit ganz anderen Lehrinhalten gefüllt ist? Jeder neue Pisa-Test bringt uns da neue Horrormeldungen über die Ergebnisse. Auf dieser schon halb zusammengebrochenen Grundlage bauen dann Gymnasien auf, die am besten alle diese Kinder zum Abitur bringen sollen, und das jetzt auch noch in 8 statt 9 Jahren. Ungefähr die Hälfte schafft's, davon 60 % Mädchen, während die in Haupt- und Sonderschulen abgeschobenen Jungs dort 2/3 stellen. Sind unsere Jungs wirklich um so viel dümmer? Warum schreit da niemand "Sexismus"? Dabei ist das "Reifezeugnis" selber bloß noch ein wertloser Wisch, der für kaum ein Studienfach überhaupt noch Hochschulreife attestiert; selbst die Numerus-Clausus-Elite, die dann tatsächlich einen Studienplatz ergattert, muss heute an der Uni oft erst noch in semesterlangen Vorkursen auf Stand gebracht werden, bevor sie mit dem eigentlichen Studium überhaupt mal anfangen können. Und wenn dann 80 % Frauen eine ärztliche Approbation in der Hand halten, statt wie früher 80 % Männer, weil das für die "Orchideen-Fächer" nötige Einser-Abi (für Sport, Religion, Französisch und Musik) praktisch nur noch für Mädchen erreichbar ist, dann fehlt uns am Ende mal eben die Hälfte der Ärzte, weil die Ärztinnen - Stichwort work/life-balance - nur noch halb so viel im Beruf arbeiten; kaum eine von denen ist bereit, sich lebenslang 50-60 Wochenstunden im Beruf abzurackern, wie früher ein typischer, männlicher Landarzt. Und dann wundern wir uns, wenn wir den nächsten Arzttermin erst in fünf Monaten kriegen oder in der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses nach stundenlanger Wartezeit unser Leben einem dubios ausgebildeten, nur mühsam Deutsch verstehenden, angeblichen "Arzt" anvertrauen müssen. :shock: Die nötigen Handwerker kriegen wir auch kaum noch, weil die auch dafür nötige, solide, breite Grundbildung in unseren Schulen kaum noch angeboten wird. Die Hauptschulen, die das früher für 80 % der Bevölkerung geleistet haben, produzieren heute fast bloß noch "Honks".

Die Liste ließe sich jetzt noch endlos weiterführen: Wirtschaft, Rechtspflege, innere Sicherheit, Verkehr, öffentliche Verwaltung, Wohnungsmarkt, Militär, Energie - so gut wie überall geht's bei uns seit Jahrzehnten linker, feministischer und grüner Politik (auch und gerade durch die Merkel-CDU!) abwärts, und zwar von Jahr zu Jahr steiler. Dass das alles noch nicht in einen katastrophalen Absturz geführt hat, verdanken wir zum einen der einst im "Wirtschaftswunder" erarbeiteten Substanz, deren letzte Reste wir gerade ersatzlos aufbrauchen, zum anderen der Effizienz neuer, meist importierter Technologien - während wir unsere eigenen Spitzenkompetenzen wie Chemie, Pharma, Reaktor- und zuletzt Automobiltechnik mutwillig demontiert und ins Ausland vertrieben haben. Stattdessen führen wir uns als die Moralapostel Europas auf und halsen uns die unlösbare Aufgabe auf, für die halbe Welt das Sozialamt zu spielen. Wenn da nicht schon sehr bald auch bei uns ein massiver "Backlash" erfolgt, wie eben jetzt in den USA, dann - so fürchte ich - wird die Frage, ob und wie wir Transgender unsere Weiblichkeit leben können und dürfen, zu einem Luxusproblem werden: wohl dem vom uns, der dann nicht viel grundlegendere, existenziellere Probleme hat. Hunger tut mehr weh als Geschlechtsdysphorie.

Nun habe ich also - ganz entgegen meinem Schwur vor Jahren - hier doch wieder "politisiert" :evil: In dem sich gerade rasant zuspitzenden Machtkampf links gegen "Rrrächts" kann man das jetzt leider auch hier nicht mehr ausblenden. Wenigstens musste ich hier mal meine Meinung dazu als Gegenthese darlegen - ausdrücklich NICHT als Fanal zum Kampf, sondern ganz im Gegenteil als Hilfe zu umsichtiger Orientierung. Um uns als Transgender aus diesem Kampf herauszuhalten, müssen wir erst mal wissen, wer da kämpft und wo die Frontlinien verlaufen. Wer Augen hat zu sehen, der sehe.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Elon Musk und ich

Post 54 im Thema

Beitrag von MelanieD »

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 23:11
Nur mal auszugsweise ein paar Punkte, die Allen deutschen Bürgern weggenommen wurde:

* Geld - viel Geld. Mindestens 20% zusätzliche Steuern und Abgaben allein seit 1995;
Bitte bei "inflationären Verwaltungsgebühren" (und ähnlichen nicht weiter spezifizierten Kosten) auch den Anstieg der Reallöhne berücksichtigen, z.B.
https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/

Gerade sind die Reallöhne zum 5. Mal in Folge gestiegen.

Ich bin Deutscher Bürger (bzw. Bürgerin ;-) und MIR wurde von DER POLITIK nichst weggenommen. Wer genau soll DIE POLITIK denn sein, vor allem die wechselnden Regierungen seit 1995?? Und "weggenommen" impliziert, dass das Geld irgendwo anders hingewandert - WOHIN?

Wenn Steuern erhöht werden, z.B. für Mineralöl, dann kann das ganz verschiedene Gründe haben: diese Gründe kann man diskutieren wie auch CO2 Abgaben. So etwas pauschal abzulehnen OHNE einen Gegenvorschlag einzubringen, wie z.B. die Klimaprobleme langfristig gelöst werden sollen, klingt tatsächlich nach populistischer Meinungsmache, nicht nach demokratischen Diskurs.
Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 23:11 * Meinungs-, Informations- und Redefreiheit: Laut jüngster INSA-Erhebung sagen mittlerweile 78 % der Deutschen, dass man hierzulande nicht mehr jede Meinung frei äußern darf. Sobald man heute in Deutschland bestimmte Personen oder Personenkreise öffentlich kritisiert, steht man schon mit einem Bein im Gefängnis;
Das ist natürlich Quatsch und bringt wieder mal die Meinungsfreiheit mit dem Recht zur freien Rede durcheinander. Wir (jedenfalls ich und alle die ich kenne) wollen eine freie Gesellschaft, in der wir uns ausstauschen können, aber eben ohne Beleidigung und Hetze. Musk sieht das natürlich anders, und auf X sind inzw. vor allem Nazis und Hater unterwegs (Schnittmenge ist eh nicht leer...) Ich bin ausgesprochene Befürworterin, dass bei Morddrohungen und Hass die Urheber strafrechtlich belangt werden können. Ja, (bei Gewahrung der Verhältnismäßigkeit) auch bei Beleidigung!

Und was die 78% angeht:
"Außer bei AfD (25 Prozent gewährleistet, 74 Prozent nicht gewährleistet) und BSW (39 Prozent gewährleistet, 59 Prozent nicht gewährleistet) sieht eine Mehrheit der Wähler aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien das Recht auf freie Meinungsäußerung in Deutschland als gewährleistet an (71 bis 87 Prozent)."
https://www.theeuropean.de/gesellschaft ... inung-frei

=> Man könnte jetzt schonmal überlegen, warum genau bei diesen Parteien, die bisher nicht durch konstruktive Lösungsvorschläge und Diskurs aufgefallen sind, diese Zahlen auftauchen. Schelm, wer böses denkt...
Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 23:11 Man kriegt über von der Regierung als sog. "trusted flaggers" beauftragte Zensoren Wort für Wort vorgeschrieben, was man in "social networks" - also Internet - überhaupt noch zu lesen kriegt:
Du hast das mit den "trusted flaggers" leider nicht ansatzweise verstanden. Und leider auch nix vom "Internet". So wie Du schreibst, bist Du da ungefähr genauso "drin" wie Boris...
(Na, wer erinnert sich?) Sorry, wenn ich das so klar sage, aber das ist nun mal mein Gebiet.
Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 23:11 * Bildung: Unsere Kinder lernen schon in der Grundschule nicht mehr anständig Lesen, Schreiben und Rechnen, weil da nahezu überall 50 % oder noch mehr Ausländerkinder drinsitzen, [...] Auf dieser schon halb zusammengebrochenen Grundlage bauen dann Gymnasien auf, die am besten alle diese Kinder zum Abitur bringen sollen, und das jetzt auch noch in 8 statt 9 Jahren..
Was für ein Blödsinn! Ein paar Zahlen:
https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/
Und was das G8 angeht - vielleicht willst Du doch mal wieder Fernseh gucken und Dir den aktuellen Stand 'reinziehen.
Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 23:11 Wer Augen hat zu sehen, der sehe.
Wer einfach nur ohne nachzudenken guckt, wird gefressen. Wer nur nach vorne schaut wie dieser Merz, ohne nach rechts und links zu sehen und vor allem auch nicht nach hinten, der findet vielleicht einen Weg, aber sicher nicht den besten.
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Re: Elon Musk und ich

Post 55 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

MelanieD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 18:25 Das ist natürlich Quatsch und bringt wieder mal die Meinungsfreiheit mit dem Recht zur freien Rede durcheinander. Wir (jedenfalls ich und alle die ich kenne) wollen eine freie Gesellschaft, in der wir uns ausstauschen können, aber eben ohne Beleidigung und Hetze. Musk sieht das natürlich anders, und auf X sind inzw. vor allem Nazis und Hater unterwegs
Mal allgemein eingeworfen, daß gilt dann hoffentlich auch für gewalttätige Linksextremisten. :wink: Die sagen auch immer "natürlich kann jeder seine Meinung sagen, muß dafür aber auch die Konsequenzen tragen." Aha. Hört sich nach Idi Amin an "I garantee freedom of speech, but i can't garantee freedom after speech". Ich als Libertäre mag solcherlei unterschwellige Drohungen nicht. Zumal mir auch Dogmen fremd sind. Und wer sein Weltbild mit Gewalt, ja, Sachbeschädigung ist auch Gewalt, durchzusetzen sucht, zeigt, daß keine Argumente vorhanden sind, oder hat einfach kein Benehmen, aber beides zusammen ist oft anzutreffen.
Und, ich bin nun schon ein paar Jahrzehnte auf diesem Planeten, und frühere Nazis saßen bei Familientreffen, auch mit am Tisch, war nunmal so, Verwandte, Bekannte. Die sind aber auch schon recht lange tot. Die meisten wurden noch im Kaiserreich geboren. Waren meist auch kleine Fische, bis auf einen ehem. Kreisleiter vielleicht. Wieviel über 100jährige kennt ihr denn? Ich frag nur weil hier immer von Nazis die Rede ist. Und ich frag deshalb, weil ich es den damaligen Opfern ggü. despektierlich finde diesen Begriff heutzutage so inflationär durch die Gegend zu werfen. Btw, unter Jugendlichen war vor ein paar Jahren eine Zeitlang das Wort 'Jude' als Schimpfwort "in", heute übrigens 'Nazi'. In Ordnung ist beides nicht.
Genauso 'rechts', viele wissen nicht woher das kommt, links-mitte-rechts, frag mal diese 'Omas gg.rechts'. Na, jedenfalls während der frz.Revolution entstanden. Rechts ist das Bürgertum, liberal oder konservativ, nach 1789 die Monarchisten. Witzig finde ich die Orgatante bei uns, ehem. Zahnärztin und begeisterte Golferin...mehr Bürgertum geht nicht, aber Oma gegen Rechts. Also streng genommen gegen sich selbst. :lol:
Na egal, es wird jedenfalls höchste Eisenbahn das wir, allgemein gesagt, wieder zu einer Diskussionskultur kommen ohne anderen von vornherein irgendetwas absprechen zu wollen, ganz egal ob lechts, rinks oder mitte. Ansonsten endet alles in Schreierei, Rechthaberei und zum Schluß in Gewalt. Aber das sind auch nur meine Gedankensplitter.

LG Heike
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Re: Elon Musk und ich

Post 56 im Thema

Beitrag von Patricia »

Sorry Heike, aber hier relativierst du die AfD zu einer bürgerlichen Partei, was sie definitiv nicht ist. Die AfD ist eine zumindest in Teilen rechtsextremistische und vermutlich Verfassungsfeindliche Partei und kein Bürgertum.

Es mag sein, dass ursprünglich das Bürgertum rechts war, das ist es aber schon lange nicht mehr.

Was mich persönlich auch langsam bei vielen Menschen aus dem eher konservativen Spektrum so richtig ankotzt, ist, dass dort sehr gerne unterstellt wird dass links=gewaltbereit. Das gleiche gilt für die Meinung über den Begriff Antifa. Links, Linksextrem oder Antifa ist nicht gleichbedeutend mit gewaltbereit. Bei weitem nicht.
Ich bin in vielen meiner Ansichten sehr weit links. Für einige mit Sicherheit sogar linksextrem. (Nicht zu vergessen, dass ich gleichzeitig auch noch mit Ökologischen Parteien und Bewegungen sympathisiere ) Ich selbst sehe mich als Teil einer Antifa-Bewegung. Was das bedeutet? Ich kämpfe meinen kleinen, eigenen, gewaltlosen Kampf gegen rechts. Und dazu gehören eben AfD,Die Werteunion (welche ich persönlich als rechts-konservativ einstufe), die freien Wähler oder deren Teile wie z.B. Herrn Aiwanger. Ich verurteile jedoch Gewalt‌.

Heutzutage steht rechts übrigens lange nicht mehr für das Bürgertum, sondern für Nationalismus und oft Fremdenhass.
(no-a)
Zuletzt geändert von Patricia am Mo 3. Feb 2025, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Elon Musk und ich

Post 57 im Thema

Beitrag von Patricia »

Wally hat geschrieben: Fr 31. Jan 2025, 23:11
Wenn frau deinen Beitrag so liest, da könnte frau tatsächlich auf die Idee kommen du möchtest uns sagen, dass Männer Frauen einfach überlegen sind :((a
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Re: Elon Musk und ich

Post 58 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Patricia hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 19:51 ...
Hallo Patricia,

ich bin ja frei von Dogmen. Ich muß aber auch irgendwelche Leute mit anderen Meinungen nicht wahllos mit 'Nazi-Bezeichnungen titulieren, sowenig wie einen Linksparteiler als Kommunisten. Und offenbar interpretierst du etwas hinein was nicht richtig ist. Und das Bürgertum/heute Mittelstand ist zum Großteil bei der CDU/SPD/FDP, in wenigen Teilen bei den Grünen. Wenig progressiv, zumeist konservativ. Und Fremdenhass und Nationalismus stelle ich da nicht fest, viele sind in Flüchtlingsinitiativen aktiv und dergleichen.
Das Wort rechts ist zu einem Kampfbegriff verkommen. Links und Mitte ist zuwenig, ein Vogel würde ständig im Kreis fliegen.
Aber findest du es denn etwa in Ordnung das linksextreme Horden Parteibüros stürmen, sie mit sinnbefreiten Parolen beschmieren, die Mitarbeiter*innen in Angst und Schrecken versetzen, nur weil denen etwas nicht passt?
Das ist so Kleinkind, "Räumst du bitte dein Zimmer auf." "NEIN!!" *Spielzeug durch die Gegend werf*
Und was die Antifa angeht, ich bin ja für so wenig Staat wie nötig und soviel Freiheit wie möglich, daß vorweg. Aber, ich wohne in einer Kleinstadt, jeder kennt fast jeden. Und dabei sind auch Personen aus jedem politischen Bereich. Und was Bekannte denken, meinen, ist deren Bier, warum sollte ich deshalb jemanden schneiden? Da schwelgt niemand in Gewaltphantasien. Nur wenn irgendein pickliger Idiot meint er hätte mitbekommen das ich mich ja mit dem und dem unterhalten hab, dann irgendwann im Vorbeigehen meint er müsse meinen Hund mit Vergiftung drohen, nennt sich wohl Kontaktschuld hörte ich, spätestens dann ist Feierabend.
Ich bin nicht nur Teilzeitfrau, sondern im Umkehrschluss logischerweise auch Teilzeitmann. Und den wird er dann kennenlernen, aber andersartig. Soviel zur Ortsantifa. Die andere Seite ist auch nicht besser, aber von denen hab ich aber schon seit 30 Jahren keinen mehr gesehen. Dumme Bengel denen es an Erziehung mangelt.
Und "kämpfen" brauchen wir normalerweise nicht, sondern diskutieren, auch wenn es einige "ankotzt", ist mühselig, ja, aber der letztlich bessere Weg. Sonst könnten wir ja gleich Nordirland imitieren.

LG Heike
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Re: Elon Musk und ich

Post 59 im Thema

Beitrag von Patricia »

Hallo Heike,

alles gut. Wie ich bereits sagte, Gewalt lehne ich auch ab.
Ich verwende schon ziemlich bewusst das Wort Kampf, denn leider artet das Diskutieren mit manch einer konservativen Person zu einem Kampf aus. Normale Diskussion auf einem vernünftigem Level ist dann kaum noch möglich. Leider kenne ich solche Fälle auch in meinem Umfeld. Alles was links oder grün ist, ist dann böse, hinterhältig, will Deutschland zerstören etc :)
Ebenso auch bei dem was ich als Antifa verstehe.
Ich bin generell gesprächsbereit, um ehrlich zu sein, sogar mit Personen deren politische Meinung weit rechts ist. Diskutieren bedeutet aber für mich auf gleicher Augenhöhe. Sonst wird es zu einem K(r)ampf.
Ich kann auch gut mit konservativen Meinungen umgehen. Sie müssen mir nicht gefallen, aber solange diese auf einem demokratischem Boden sind, sind die für mich ok.
LG
Patricia
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Re: Elon Musk und ich

Post 60 im Thema

Beitrag von Michi »

HeikeCD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 20:30 ich bin ja frei von Dogmen.
Okay. Schau'mer doch mal ...
HeikeCD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 19:23 Mal allgemein eingeworfen, daß gilt dann hoffentlich auch für gewalttätige Linksextremisten.
HeikeCD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 19:23 Nazis ... despektierlich finde diesen Begriff heutzutage so inflationär durch die Gegend zu werfen.
HeikeCD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 20:30 linksextreme Horden
HeikeCD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 20:30 Antifa ... irgendein pickliger Idiot ... meint er müsse meinen Hund mit Vergiftung drohen
HeikeCD hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 20:30 Ich bin ... auch Teilzeitmann. Und den wird er dann kennenlernen, aber andersartig. Soviel zur Ortsantifa.
Ob man so wieder zu einer Diskussionskultur kommt? (zeitung)
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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