Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten
Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten - # 4

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Svetlana L
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 46 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

MatthiasTV hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 13:07 Schau dir mal ARD und ZDF an . In jeder Sendung wird gegendert.
"Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren. Ich begrüße Sie zur Tagesschau"
"Gute Abend, liebe Herren, liebe Damen, hier ist wieder Ihre Abendschau"

Stimmt, (fast) überall wird gegendert, sogar der Söder macht's - nur halt in einer (ACHTUNG! Meine Meinung!) eher antiquierten, angestaubten Form. Ansonsten halte ich deine Aussage für schlichtweg falsch!
MatthiasTV hat geschrieben: Do 7. Dez 2023, 13:07 Ne da gibt es von oben vom Programmdirektor oder von noch höher die Anweisung wir müssen das Volk zum gendern bringen.
Bundeskanzler, Bundespräsident, EU- oder UN-Repräsentanten oder sogar noch höher? Leute, hört doch bitte auf, hier eure Verschwörungsmythen einzubringen. Dafür gibt es doch bestimmt spezielle Foren, wo ihr auch ganz viel Zuspruch bekommt.
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Lana
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 47 im Thema

Beitrag von Lana »

Svetlana L hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 06:26 Leute, hört doch bitte auf, hier eure Verschwörungsmythen einzubringen.
Es gibt sowas. Zum "internen Gebrauch".
Erst kürzlich ist ein Glossar Berichterstattung Nahostkonflikt. Zur internen Nutzung. Stand 18.10.2023 der ARD geleakt worden.
Die Echtheit dieser Sprachregelungen werden von der ARD nicht bestritten.

Es wäre doch naiv anzunehmen, dass es vergleichbare Richtlinien fürs Gendern nicht geben würde.

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Bianca D.
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 48 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin,

sehr interessant, dieses Glossar! So in der Art dachte ich mir das schon... und ja, daß es entsprechende Schriftstücke gibt, die auch das Gendern in den Nachrichten oder dergleichen regeln, davon bin ich überzeugt. Egal wo, wer sich öffentlich äußert und die ungeschriebenen Regeln zum Genderwahnsinn nicht beachtet, erntet ganz schnell einen Shit Storm. Und wer will das schon?
Irgendwo hab ich die Frage gelesen, woher das Gendern kommt, von oben(also Regierung) oder von unten(dem Volk)? Keine Ahnung, ganz sicher nicht vom Bürger auf der Strasse. Der hat ganz andere Sorgen. Ich mutmaße mal, daß das Thema aus der feministischen und/oder LGBTQ Ecke von hochgekocht wurde. Falls es jemand besser weiß, gerne erklären.
Jeder mag reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ich werde mir mit Sicherheit selbigen nicht verknoten, um diesem Unsinn gerecht zu werden. Genauso verhält sich übrigens mit der Rechtschreibrefom, die hier ja schon erwähnt wurde. Hab ich auch nicht wirklich als das gefeiert, was uns die Erfinder dieser Reform vermitteln wollten.
Anyway... Et kütt, wie et kütt, wie der Rheinländer sagt und ob die ganzen Pläne von Herrn Söder so aufgehen? We will see...

Schönen zweiten Advent!

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 49 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Also die Historie geschlechtergerechter Sprache im Deutschen beginnt meines Wissens irgendwo Ende der 1950er, in feministischen Kreisen. Dass die ziemlich intellektuell waren, nunja, irgendwo zwangsläufig, wenn sich Menschen mit Themen beschäftigen, dass sie lesen, was dazu bereits gedacht und geschrieben wurde. Das brodelte dann in den 60ern auch noch durch mehr akademische bzw studentische Kreise, wurde in den 70ern auch mal sichtbar, als Feminismus generell mehr Thema wurde und nahm in den 80ern mit feministischer Linguistik richtig Fahrt auf. Luise F. Pusch ("das Binnen-I"), Senta Trömel-Plötz, Marlis Hellinger als akademische Hauptfiguren, hab ich gelernt.

Wurde und wird seit Beginn immer gleich abgetan von jenen, die nicht betroffen sind -¯\_(ツ)_/-¯

Die von geschlechtlicher Diskriminierung betroffenen Menschen - also ~52% aller - haben übrigens die gleichen Sorgen, wie "die Bürger auf der Strasse". Sie haben bloss noch zusätzliche obendrauf, durch andere Menschen, weil sie keine Männer sind. Darum geht's. Und um die Ignoranz, mit der das abgetan wird.

Übrigens, was ist ein Glossar? "Glossare wurden in der Antike und im Mittelalter ... als Sammlungen erläuterungsbedürftiger Wörter (Archaismen, Dialektwörter, Fremdwörter, siehe Glosse) für das Grammatikstudium und als Hilfsmittel für die Erklärung von Texten (wie Homers und der Bibel) erstellt. ... In der Neuzeit ist ein Glossar im Bereich der Philologie und Editionstechnik[=Redaktion] meist eine Liste von Wörtern mit sprachlichen Erklärungen, die den Wortschatz eines edierten Textes erschließt." [Wiki]

In diesem Fall eine Zusammenstellung von öffentlichten Zitaten von ÖR und anderen Medien rund um die wesentlichen Begriffe des Themas. Finde ich super, das alles mal beisammen zu haben. Vielen Dank für den Link. Manchmal liefern auch unseriöse Quellen sinnvolle Dinge (wenn sie Originale verlinken) :)

Die Redaktionsleute der ARD werden sicherlich auch sehr glücklich darüber sein. Schliesslich können nicht alle von ihnen auch alle diese Artikel, Begriffe und Symbole kennen und stets aktuell sein. Die Gefahr, bei einem Text oder Bericht etwas zu übersehen, zum Beispiel eine beiläufige Bemerkung einer interviewten Person nicht eingeordnet wird, ist ziemlich hoch bei diesem komplexen Thema.

Gestern habe ich übrigens zufällig die erste wirklich gute Sendung dazu gesehen. "aspekte" ist ja manchmal anstrengend, aber diese Sendung ist meines Erachtens preiswürdig. Sie legt den Fokus weg von den üblichen Bildern auf die meiner Ansicht nach viel zu vernachlässigte Frage. Schaut es euch vielleicht mal an: "Hummus für den Frieden".

So. Gendern. Ich vermute schon, dass es ähnliche Glossare und Handreichungen auch zum Thema Genderkram gibt. Schon weil auch da kein Redaktionsmensch alle Feinheiten kennen kann. Also was tun, wenn ein Text inhaltlich und stilistisch auf Wahrheit, Klarheit und 1:30 geprüft werden muss und da "genderfluid" steht und keine Ahnung was das heisst? Wo schau ich das jetzt nach, damit ich gerade keinen Shitstorm der einen oder anderen Seite verursache? Und so ist das logischerweise mit all den tausenden Themen neben Nahost und Gendern. Wie kommt denn wohl das weltweit wirklich sehr hohe Qualitäts-Niveau der Nachrichten in D zustande? Warum merken wir schnell, wenn ein Bericht nur hingerotzt und nicht redaktionell gecheckt wurde?

Aber der Punkt ist: Es gibt viele solche Hilfsmittel. Wie gestern beschrieben und im öffentlichen Programm jederzeit sichtbar: Die einzelnen Redaktionen, Sendungen, Formate, Landesanstalten und Regionalprogramme machen es jeweils für sich. Die tagesschau zum Beispiel bleibt bei Doppelnennung. Die heute Redaktion stellt es den Frontleuten frei.

Den Shitstorm gibt es interessanterweise, wenn mal nicht genau Männchen (und vielleicht noch Weibchen) angesprochen werden. Jens Riwa im April 2022: "Guten Abend und willkommen zur Tagesschau" löste einen Medienrummel aus, während andere Redaktionen das schon lange so machen. "Der Traditionsbruch in der Live-Sendung lässt zahllose Zuschauer komplett irritiert zurück" - also komplett irritiert bin ich bei der Tagesschau eher durch die berichteten Ereignisse, aber hey, andere Menschen haben vielleicht eine andere Normalität.

Liebe Leute, ich lebe damit, dass 95% meiner Mitmenschen keine Ahnung haben, welche Probleme ihre Normalität mir zusätzlich macht. Die allermeisten lassen sich nett informieren und bemühen sich dann um ganz normalen anständigen Umgang. So wie das eigentlich sein sollte. Ca 5% wollen mich am liebsten vernichten, so wirklich real. Ein "interessantes Gefühl", wenn ich draussen unterwegs bin.

Sternchen und ob "Damen und Herren" in der Tagesschau weggelassen wird ist wahrlich nicht das größte Problem, denn auch wenn es vielen von euch so erscheinen mag: Alles jenseits von cis, binär, hetero, weiss und nichtbehindert ist gerade in bundesdeutschen Medien deutlich unterrepräsentiert gegenüber der Realität.

Es vermittelt ein deutlich verzerrtes Bild, blendet vieles aus und erzeugt in der Folge ein steigendes Unverständnis jener, die sich darauf verlassen und nichts anderes sehen und hören wollen. Die Realität ist aber da draussen und sieht nur mit mangelndem Kontakt wie eine Verschwörung aus. Leugnen und ranten hilft dagegen nicht.
Lana
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 50 im Thema

Beitrag von Lana »

Jaddy hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 13:54 Wurde und wird seit Beginn immer gleich abgetan von jenen, die nicht betroffen sind -¯\_(ツ)_/-¯
Ich bin betroffen - und mich nervt der ganze Aufwasch zunehmend. Vor allem deswegen, weil die Sprache hier als billiges Alibi mißbraucht wird, um Engagement in dieser Sache zu simulieren:
Jaddy hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 13:54 Die von geschlechtlicher Diskriminierung betroffenen Menschen - also ~52% aller - haben übrigens die gleichen Sorgen, wie "die Bürger auf der Strasse". Sie haben bloss noch zusätzliche obendrauf, durch andere Menschen, weil sie keine Männer sind. Darum geht's. Und um die Ignoranz, mit der das abgetan wird.
Protagonisten der sprachlichen Genderei stellen es regelmäßig so dar, als könnten dadurch die wirklichen Probleme und Diskriminierungserfahrungen dieser 52% behoben werden. Da stellt sich irgendwann schon die Frage, wer hier eigentlich ignorant ist?
Ich sehe nicht, dass es irgend einer alleinerziehenden Mutter oder abgelehnten Stellenbewerberin dadurch besser geht, dass Antragsformulare oder Stellenausschreibungen gegendert werden. Im übrigen hat auch das von dir angeführte Binnen-I keine Verbesserungen ausgelöst.
Aber hei, ist doch schön, dass wir den benachteiligten Gruppen dadurch unseren Respekt bezeugen, sie in jedem Satz mitdenken und sprachlich berücksichtigen. Nur beschränkt sich das halt auf die Sprache.
Die Behauptung, dass dadurch das Leben von Menschen konkret verbessert wird, muss erst noch belegt werden.
Jaddy hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 13:54Übrigens, was ist ein Glossar?
Da du dich am Begriff aufhängst:
Der interessante Teil in diesem "Glossar" ist Abschnitt 2. Der geht weit über die Erläuterung von Begriffen hinaus und legt konkrete, wertende (!) Formulierungen fest, die zu verwenden sind. Eine Sprachregelung eben. Und das ist nicht in Ordnung, zudem unausgewogen und intransparent, da das Dokument nicht öffentlich ist.
Jaddy hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 13:54Vielen Dank für den Link. Manchmal liefern auch unseriöse Quellen sinnvolle Dinge (wenn sie Originale verlinken) :)
Es kann nie schaden, wenn man sich aus unterschiedlichen Quellen informiert. Voreingenommenheit ist dabei in der Regel nicht hilfreich.
Jaddy hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 13:54So. Gendern. [...] Wo schau ich das jetzt nach, damit ich gerade keinen Shitstorm der einen oder anderen Seite verursache?
Es geht in dieser Diskussion doch gar nicht um die korrekte Verwendung von Fachbegriffen. Es geht darum, sprachliche Konstrukte etablieren zu wollen, die von der Mehrheit abgelehnt werden. Nicht nur von alten weißen Männern, auch von vielen Frauen und queeren Menschen.
Ich gehöre zu letzteren. Ebenso wie du definere ich mich als nonbinär. Mir fehlt aber nichts, wenn eine Anrede ohne Sternchen daherkommt. Fühle mich trotzdem angesprochen und mitgemeint. Die großen Baustellen sind doch nicht die Floskeln in Bankbriefen etc.
Jaddy hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 13:54Liebe Leute, ich lebe damit, dass 95% meiner Mitmenschen keine Ahnung haben, welche Probleme ihre Normalität mir zusätzlich macht. Die allermeisten lassen sich nett informieren und bemühen sich dann um ganz normalen anständigen Umgang. So wie das eigentlich sein sollte. Ca. 5% wollen mich wirklich vernichten [...]
Die Realität ist aber da draussen und sieht nur mit mangelndem Kontakt wie eine Verschwörung aus. Leugnen und ranten hilft dagegen nicht.
Das tut mir aufrichtig leid. Aber glaubst du wirklich, dass sich daran irgendetwas ändern würde, wenn sprachliches Gendern mehr akzeptiert wäre? Werden es dann nur noch 4% sein?

Oder könnte es nicht etwa sein, dass die mediale Penetranz, mit der das Thema Gendern gepusht wird, auch unbeteiligte Menschen irgendwann so nervt, dass sie gar nicht mehr offen sind, wenn es dann mal um deine wirklichen Probleme da draußen geht? Und denen, die ohnehin ein Problem mit dir haben, eine ständige Auffrischung ihrer Vorurteile?

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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 51 im Thema

Beitrag von Lana »

Bianca D. hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 11:27
Irgendwo hab ich die Frage gelesen, woher das Gendern kommt, von oben(also Regierung) oder von unten(dem Volk)?
Ein paar Gedanken dazu findest du hier:
https://www.berliner-zeitung.de/open-so ... li.2157743

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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 52 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hmmm...

also ich gendere weil es einfach nett ist und nichts kostet und unter Umständen eine Person sich
dadurch beachtet und angenommen fühlt.
Das ist für mich der Punkt, ganz ohne Regelung und wenn ich über ein Neopronomen informiert bin
nutze ich auch das...ich frage sogar nach wenn ich Unwohlsein mit Geschlechtlichkeit wahrnehme.

Was für mich aber nur grenzwertig verständlich ist, ist warum es Personen gibt, die für das SBBG votieren
und sich dann über das gendern aufregen? Was bringt das denn bitte alles wenn "Person" nur mitgemeint wird?
Will diese Person denn dann nicht auch ein bisschen das Gefühl haben existent zu sein?
Dafür kämpfen das man den Eintrag einfach ändern kann um dann wieder maskulinisiert zu werden ist doch...hmm Quatsch. Sogar mit Sosse.

Vielleicht wären kleine Schrittchen vor dem grossen Paket auch eine ganz coole Sache...

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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 53 im Thema

Beitrag von Lana »

EmmiMarie hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 20:20also ich gendere weil es einfach nett ist und nichts kostet und unter Umständen eine Person sich
dadurch beachtet und angenommen fühlt.
Das ist für mich der Punkt, ganz ohne Regelung
Im persönlichen Umgang mit je einer Person mache ich das auch. Die spreche ich selbstverständlich so an, wie sie möchte.

Was mich aber nervt, sind verkrampfte Formulierungen, mit denen man möglichst allen gleichermaßen gerecht werden möchte, ohne sie tatsächlich einzeln anzusprechen. Das ist das, was früher vom generischen Maskulinum abgedeckt wurde (und in der englischen Sprache nach wie vor so gehandhabt wird). Darauf kann ich gerne verzichten.

Auch, wenn ein Vortragsredner oder eine Moderatorin den Abend mit Meine Damen und Herren eröffnet, fühle ich mich nicht ausgeschlossen, weil klar ist, dass damit alle Anwesenden gemeint sind. Also auch ich.

Aber selbst wenn mich das so sehr stören würde wie Jaddy es beschreibt, würde eine wie auch immer gegenderte Ansprache nichts an den wirklichen Problemen ändern, die mir (oder Jaddy) im Alltag das Leben schwer machen.

Vielleicht ist es ja nur eine Frage der Prioritäten:
Für mich sind Fortschritte bei der realen Gleichstellung von Menschen wichtiger als sprachliche Neuerungen, die dann als Fortschritt verkauft werden, aber das tägliche Leben von queeren Menschen Nullkommanull verbessern. Das gilt umso mehr, wenn zusätzlich die Gefahr besteht, durch diese sprachlichen Neuerungen unnötigen Widerstand bei bis dato indifferenten Menschen auszulösen. Ich finde, das sollte man schon bedenken.

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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 54 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Lana hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 10:25
Svetlana L hat geschrieben: Sa 9. Dez 2023, 06:26 Leute, hört doch bitte auf, hier eure Verschwörungsmythen einzubringen.
Es gibt sowas. Zum "internen Gebrauch".
Erst kürzlich ist ein Glossar Berichterstattung Nahostkonflikt. Zur internen Nutzung. Stand 18.10.2023 der ARD geleakt worden.
Die Echtheit dieser Sprachregelungen werden von der ARD nicht bestritten.

Es wäre doch naiv anzunehmen, dass es vergleichbare Richtlinien fürs Gendern nicht geben würde.
Dass es so etwas zum internen Gebrauch gibt, steht doch außer Zweifel. Jede_r Arbeitgeber_in kann seinen Mitarbeitenden Vorschriften zur Kommunikation machen, u. a. um einen einheitlichen Auftritt nach außen zu gewährleisten. Und natürlich gibt es das auch für eine geschlechterinklusive Sprache. Für meine Behörde habe ich in meiner damaligen Funktion als Queerbeauftragte selber so eine Hilfestellung geschrieben. Die Anwendung war aber auf freiwlliger Basis! Deshalb habe ich ja auch weiter oben geschrieben, dass berufliche Kontexte außen vor sind. Aber du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass "ein Programmdirektor oder von noch höher" mit der Begründung "wir müssen das Volk zum Gendern bringen" seine Mitarbeiter_innen zum Gendern zwingt!? Das und die Behauptung in jeder Sendung würde gegendert (gemeint war natürlich mit Sternchen, Unterstrich usw. bzw. mit Glottisschlag) gehören für mich in die Kategorie Verschwörungserzählungen und dabei bleibe ich auch!
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 55 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Liebe Homosapierende,
Immer die Formulierung "wir haben doch wichtigere Probleme". Als ob der Staat die Kapazität hat nur ein Problem gleichzeitig zu lösen. Das Gendern ist ein gesellschaftlicher Prozess. Dabei werden wie immer Vorschläge eingeworfen. Die schleifen sich dann über die Zeit im Umgangsgebrauch rund und setzen sich fest oder auch nicht. Wollen wir als normal wahrgenommen werden, so müssen wir die Menschen zum Umdenken bringen. Wichtig ist zu begreifen das Sprache das Denken bestimmt.
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 56 im Thema

Beitrag von Zoey »

Ich finde das Thema total schwierig. Auf der einen Seite habe ich absolutes Verständnis für dir Idee und die Philosophie hinter dem Gendern und unterstütze das auch.

Andererseits nervt mich das in geschriebenen Texten kolossal, da (fast) alle Formen von Genderneutraler Sprache auf Kosten der Lesbarkeit gehen. Ich bin Fan von kurz und prägnant und damit gut lesbar formulierten Texten - und da ist das generische Maskulinum halt ideal.
Vielleicht bin ich zu pragmatisch veranlagt - mal abgesehen davon bin ich ohnehin meilenweit davon entfernt, durch Sprache bewusst diskriminieren zu wollen.

In der gesprochenen Sprache sehe ich das durchaus anders - hier bricht sich nun wirklich niemand einen Zacken aus der Krone, wenn gegendert wird - Sprache ist für mich direkte Kommunikation, hier hat für mich gendern und die überlegte Verwendung abweichender Personalpronomen etwas mit Respekt zu tun.

Vielleicht findet ihr das inkonsequent, vielleicht ist es das auch. Ich mag halt klare und lesbar gehaltene Sprache. Ich kann auch mit dem komplexen Satzbau in manchen wissenschaftlichen oder juristischen Texten nichts anfangen - die wahre Kunst ist für mich die Reduktion von Komplexität. Aber das ist ein ganz anderes Thema"¦

LG
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 57 im Thema

Beitrag von Blossom »

zur Diskussion passend, und es lief gerade auf ARD Alpha ... "Die Macht der Sprache" ... In der Sendung wurde/wird auch das "Gendern" thematisiert ... Ich fand's interessant.
Hier der Link zur Mediathek, für alle, die es sich ansehen wollen.

https://programm.ard.de/TV/Programm/Sen ... 4000998989
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 58 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Zoey hat geschrieben: So 10. Dez 2023, 13:32 Ich finde das Thema total schwierig. ...
Hallo Zoey,

das ist es auch, wenn man ständig versucht, es immer allen irgendwie recht zu machen. Über die Sternchen-, Doppelpunkt-, Unterstrich-Praxis im Schriftlichen und den "Schluckauf" im Mündlichen habe ich mich ja bereits lustig gemacht. Betrachtet man beispielsweise Japanisch, haben Substantive dort kein grammatisches Geschlecht. Es gibt auch keine Artikel. Da bedeutet 先生 (sensei) sowohl Lehrer als auch Lehrerin. So etwas wie ein generisches Maskulinum gibt es damit nicht.

Daher frage ich mich jetzt, warum man(n? : ich? : wir?) bei Bäcker automatisch an einen Mann denken müssen (muss?), und nicht einfach an die Berufsbezeichnung für eine backende Person. Es ist wohl, weil man "der Bäcker" sagt. Und wer dann gerne betont, das sie:xier*? kein Mann ist, fühlt sich aus Prinzip nicht angesprochen.

Sonst habe ich dabei einfach nur den Eindruck, dass diese ganze Diskussion nur von wirklich wichtigen Themen ablenken soll.

LG Nicole (wmue)

PS: Nochmal zu Japanisch: zu 武士 (bushi - Krieger/Samurai) kenne ich jetzt keine weibliche Entsprechung. :?
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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 59 im Thema

Beitrag von Lana »

Svetlana L hat geschrieben: So 10. Dez 2023, 05:51Aber du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass "ein Programmdirektor oder von noch höher" mit der Begründung "wir müssen das Volk zum Gendern bringen" seine Mitarbeiter_innen zum Gendern zwingt!?
Hör doch auf, mir Dinge zu unterstellen, die ich nirgendwo behauptet habe.
Du kannst gerne mit mir über das diskutieren, was ich geschrieben habe.

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Re: Söder will Gendern in Schulen und Behörden verbieten

Post 60 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Laila-Sarah hat geschrieben: So 10. Dez 2023, 12:57 Liebe Homosapierende,
Kann es jetzt irgendwie sein, dass sich hier außer mir noch jemand über dieses Thema lustig macht? (moin)
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