Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi
Verfasst: Mo 2. Mär 2020, 13:06
Nunja, das beschreibt ziemlich gut das Problem. Ich abstrahiere mal etwas:Anja hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 11:42Wieso fällt es den meisten hier so schwer, sich mal in die Partnerin hineinzuversetzen?
Oder, wenn ich das nicht kann, vielleicht einfach dann nix schreiben, anstatt andauernd von der "falschen" Seite...
Da wunderts mich dann auch nicht, das Carry bei solchen Beiträgen an "Schärfe" zulegt.
A: "Ich hab da dieses riesige Problem mit meinem Partner"
B: "OK, ich sehe da ganz viele Vermutungen, Projektionen und Erwartungen (an deinen Partner)"
A: "Nein, das Problem ist mein Partner"
C: "Das Problem ist dein Partner, werd ihn los"
D: "Dein Partner ist nicht vertrauenswürdig, werd ihn los"
E: "Wenn er schon sowas macht, dann vermutlich auch (Horrorphantasie)"
B: "Es wäre vielleicht sinnvoll, das nicht ohne Not zu eskalieren"
F: "DU NIMMST A NICHT ERNST!"
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Therapeut"¢innen wird eine Unterscheidung ihrer Neuzugänge beigebracht in Besuchende, Klagende und Klient"¢innen. Besuchende werden meist geschickt. "Geh mal da hin und hol dir Hilfe". Die haben kein Eigeninteresse an Hilfe und Lösungen. Du kannst ihnen ne Broschüre in die Hand drücken, oder ein oberflächliches Infogespräch führen. Klagende wollen auch keine Hilfe, sondern Bestätigung ihrer Welt- und Problemsicht, Mitleid, aber keine eine (positive) Veränderung. Prima Langzeiteinnahmequelle für Therapeut"¢innen. Klient"¢innen wollen ihr Leid vermindern, Hilfestellung, Alternativen, Zugang zu Lösungen. Es steht uns allen frei, welcher der drei Gruppen wir uns zuordnen oder mit beschäftigen wollen.