Seite 4 von 11

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 21:01
von dunkles_sternchen
JanaH hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 19:40 ...oder es gibt schlicht keine adäquate Behandlung für das Problem..

(doppelt hält besser)
Und wieso wird das nicht so deutlich vom Arzt kommuniziert? Dann soll er klipp und klar sagen "Sie können gern die Hormontherapie machen, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass sich damit etwas verändert." Und dann sollte man das auch so klar auf den Transinfo-Seiten machen. Da steht immer sehr schön, dass die Ergebnisse individuell variieren können. Das ist für mich Augenwischerei und keine klare Ansage.

Mein Eindruck ist eher, dass man niemanden abschrecken will, indem lückenlos und zu 100% aufklärt. Wie ist es dann zu erklären, dass ich mittlerweile etliche kenne, die sich angeblich falsch informiert haben und die nicht zufrieden sind? Gestern erst wieder mit einer geschrieben - die wird dann stigmatisiert, finden keinen Mann und nix - die heult sich ständig die Augen aus. Und dann stellt man sich hin und sagt "Tja, haste doch alles gewusst. Wenn nix passiert, hast halt Pech. Musste mit leben. Geb dir mal bisschen Mühe" ... vielen Dank. Ich finde, dass man so mit Menschen nicht umgehen kann - das sie quasi zu dämlich waren das für sich adäquat zu entscheiden. So kommt das nämlich hier an.

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 21:25
von Jaddy
Ja, manche Aufklärung ist mangelhaft. Gilt auch für alle Medikamente. Hast du mal die Beipackzettel von Medikamenten gelesen?
So sind unter anderem beispielsweise die Häufigkeitsangaben zum Auftreten von Nebenwirkungen gemäß MedDRA standardisiert:
"Sehr häufig" bedeutet, dass Nebenwirkungen bei mehr als 10 % der Behandelten auftreten.
"Häufig" sind Nebenwirkungen, wenn sie bei 1 % bis 10 % der Behandelten auftreten.
"Gelegentlich" auftretende Nebenwirkungen betreffen 0,1 % bis 1 % der Behandelten.
"Seltene" Nebenwirkungen betreffen einen von 1000 bis 10.000 Behandelten.
"Sehr seltene" Nebenwirkungen treten nur bei weniger als einem von 10.000 Behandelten auf.
"Nicht bekannt" Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
(https://de.wikipedia.org/wiki/Packungsbeilage)

Du bist also vielleicht bei den "Selten" oder "Sehr selten". Was hättest du getan, wenn du diese Risikoliste vorher genau erfahren hättest? "In einem von 1000 Fällen". Hättest du gesagt "ups, das ist mir zu viel Risiko"?

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 21:32
von ExuserIn-2020-07-10
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 21:01
JanaH hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 19:40 ...oder es gibt schlicht keine adäquate Behandlung für das Problem..

(doppelt hält besser)
Und wieso wird das nicht so deutlich vom Arzt kommuniziert? Dann soll er klipp und klar sagen "Sie können gern die Hormontherapie machen, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass sich damit etwas verändert." Und dann sollte man das auch so klar auf den Transinfo-Seiten machen. Da steht immer sehr schön, dass die Ergebnisse individuell variieren können. Das ist für mich Augenwischerei und keine klare Ansage.

Mein Eindruck ist eher, dass man niemanden abschrecken will, indem lückenlos und zu 100% aufklärt. Wie ist es dann zu erklären, dass ich mittlerweile etliche kenne, die sich angeblich falsch informiert haben und die nicht zufrieden sind? Gestern erst wieder mit einer geschrieben - die wird dann stigmatisiert, finden keinen Mann und nix - die heult sich ständig die Augen aus. Und dann stellt man sich hin und sagt "Tja, haste doch alles gewusst. Wenn nix passiert, hast halt Pech. Musste mit leben. Geb dir mal bisschen Mühe" ... vielen Dank. Ich finde, dass man so mit Menschen nicht umgehen kann - das sie quasi zu dämlich waren das für sich adäquat zu entscheiden. So kommt das nämlich hier an.
Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass wirklich gar nichts passiert. Also bei mir waren die Veränderungen auch schleppend und ich hab halt viel Experimentiert (Zyklus HRT, Progesteron, Spiro, Androcur, Pflaster, Gel). Nach 1 1/2 Jahren HRT war ich auch sehr enttäuscht. Meine Erfahrung war aber dass besonders mit den Blockern und Gel sich was deutlich verändert hatte, zu mindest sprachen mich auf einmal viele als Frau an.

In den 1 1/2 Jahren ohne Blocker wuchs halt vor allem die Brust aber am Gesicht hat sich nichts getan.

Natürlich war ich jetzt keine Gal Gadot. Aber ich habe mir halt einen eigenen Stil (Urban-Rock) zugelegt und der passte dann irgendwie.

Ich weiß auch woran es lag. Mein Testo lies sich alleine durch Estradiol nicht senken. Erst die Blocker brachten den gewünschten Erfolg. Mir war halt vor allem das Gesicht sehr wichtig. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Epilation (Bartschatten), eine feminine Brille und längere Haare den größten Veränderungsschub gebracht haben.

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 21:37
von dunkles_sternchen
Ich lese immer Beipackzettel.

Aber im Gegensatz zu den Nebenwirkungen, sind die Wirkungen nicht mit "häufig, gelegentlich", etc. dokumentiert. Das wäre doch mal eine Maßnahme. Man sollte das genauso angeben:

Brustwachstum: gelegentlich (betreffen 0,1 % bis 1 % der Behandelten)
Fettumverteilung: selten (betreffen einen von 1000 bis 10.000 Behandelten)

Da kann man sich doch dann ein realistisches Bild zeichnen.

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 21:42
von ExuserIn-2020-07-10
Mich würde auch die Vorstellung interessieren? Was hast du erwartet? Was war dein Ziel?

Bei mir war es definitiv das Gesicht und die Haut. Meine Erwartungshaltung war auch etwas übertrieben gehyped, besonders weil ich zur gleichen Zeit viele andere verfolgt habe die ihre Transition auf Youtube veröffentlichten.

Allerdings merkte ich da auch, warum die ganzen Timelines immer so tolle Veränderungen zeigen. Vor allem dann wenn diese Veränderungen sehr plötzlich eintreten, ist es häufig ein Indiz für eine FFS (Gesichtsop). Gerade in den USA sind die sehr schnell mit Gesichts-Ops. Nicht selten ist die schon in den ersten HRT Jahr.

Eine weitere Sache die sehr wichtig zu wissen ist. WIe sind die Voraussetzungen. Manche von den Timelines sehen halt schon vor der HRT sehr weiblich aus. Sie experimentieren halt viel mit Make-Up und Frisuren. Dazu kommt dann noch die Technik mit der man sehr schön filtern kann.

Ich finde es daher eigentlich ganz angemessen eine FFS von der KK anzubieten, immer dann wenn die HRT nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt hat. So ähnlich macht man es ja auch mit dem Brustaufbau. Warum sollte bei der FFS was anderes gelten?

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 21:54
von JanaH
Kann halt noch niemand verifizieren, Gruppe zu klein

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 22:10
von heike65
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 19:32
Anke hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 09:07 Hallo,
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 01:15



Definiert doch mal "zu viele Erwartungen"! Zumindest mit mir wurde so kommuniziert, dass Brustwachstum - in welcher Form auch immer - und mit einer veränderten Fettverteilung zu rechnen ist. Nicht vollumfänglich, aber eben mit sichtbaren Veränderungen. Mir wurde auch erzählt, dass Haare besser wachsen und die Haut weicher wird. Unter anderem passierte das auch genau HIER im Forum. Was ist denn jetzt an dieser Erwartungshaltung falsch?

Ich möchte da jetzt aber auch konkrete Antwort.
Offensichtlich hast Du das nicht und damit fängt die falsche Erwartungshaltung an. Ich denke, dass das ein hinreichend konkrete Antwort ist.
Das ist eine konkrete Antwort, aber auch eine, bei der es man sich einfach macht. Ich sage mal so: Wenn ich als TS ein konkretes körperliches Problem habe und mich damit an Ärzte bzw. Medizin wende, erwarte ich eine entsprechende Behandlung, die das auch behebt. Und wenn die Behandlung keine Erfolge aufweist, ist es die FALSCHE Behandlung. Punkt.
Gehts noch ?
du hast eine gewisse Zeitspanne Hormone zu nehmen bist du die GaoP bekommst/bewilligt wird
Wenn die Ergebnisse der HRT bescheiden sind, und nicht deinen Vorstellungen entsprechen, warum hast du dich dann operieren lassen ? Da wäre dann doch noch ein Weg zurück gewesen ? Aber wenn man mit dem Kopf durch die Wand will (so erscheint es mir bei dir) dann kann es auch gewaltige Kopfschmerzen geben !

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 22:20
von Britt
heike65 hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 22:10 Wenn die Ergebnisse der HRT bescheiden sind, und nicht deinen Vorstellungen entsprechen, warum hast du dich dann operieren lassen ?
Sorry, aber GaOP und HRT haben nur bedingt was miteinander zu tun.
Ich kenne persönlich einen Menschen der eine GaOP hatte, aber nie östrogene genommen hat. Seit der op spritzt er testo.

Britt

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 22:26
von heike65
ok, hat der Mensch sich in Deutschland operieren lassen ?

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 22:31
von Sahara65
welche Gemeinschaft den eigentlich ?
und jeder ist so intollerant wie er es sich zugesteht und ein recht auf seine eigene meinung wird ja jede und jeder auch haben dürfen.
oder sollen wir alle im einen kahn sitzen un den kurs ansteuern den eine person angibt ?
klingt nicht wirklich nach demokratie.

wieder mal ein thema um den text zu ignorieren.

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: So 24. Feb 2019, 23:11
von dunkles_sternchen
heike65 hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 22:10 Gehts noch ?
Wenn die Ergebnisse der HRT bescheiden sind, und nicht deinen Vorstellungen entsprechen, warum hast du dich dann operieren lassen ? Da wäre dann doch noch ein Weg zurück gewesen ? Aber wenn man mit dem Kopf durch die Wand will (so erscheint es mir bei dir) dann kann es auch gewaltige Kopfschmerzen geben !
So einfach ist halt nicht immer. Für mich gab es damals nur zwei Optionen - Transition oder Suizid. Ich habe beides versucht. Besser wäre, wenn eines von beiden richtig geklappt hätte. Ganz richtig.

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: Mo 25. Feb 2019, 00:02
von heike65
Sei mir nicht böse, so dachte ich auch mal, aber das ist ein Irrglaube !! ich hab allerdings eine Frau an meiner Seite gehabt die mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hat, das war mehr wie hilfreich

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: Mo 25. Feb 2019, 01:43
von dunkles_sternchen
heike65 hat geschrieben: Mo 25. Feb 2019, 00:02 Sei mir nicht böse, so dachte ich auch mal, aber das ist ein Irrglaube !! ich hab allerdings eine Frau an meiner Seite gehabt die mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hat, das war mehr wie hilfreich
Beschreibe doch mal den "Boden der Tatsachen". Was genau ist denn jetzt der Irrglaube?

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: Mo 25. Feb 2019, 06:39
von Britt
heike65 hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 22:26 ok, hat der Mensch sich in Deutschland operieren lassen ?
Ja in von Schaff in München. Der mammaaufbau war auch dort.

Britt

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Verfasst: Mo 25. Feb 2019, 06:47
von Tatjana_59
Dunkles Sternchen du schreibst.

""Für mich gab es damals nur zwei Optionen - Transition oder Suizid. Ich habe beides versucht. Besser wäre, wenn eines von beiden richtig geklappt hätte.**

***In den Beipackzetteln sollten die Wirkungen angegeben werden zu den Nebenwirkungen.**

Wenn die Beipackzettel so wären, du daraus ersehen hättest dass die Wirkung sehr gering sein kann, hätte das an deinem, es gab für mich nur zwei Optionen, Transition oder Suizid etwas geändert?
Wahrscheinlich nicht, du wärst am selben Punkt wie jetzt.

Du kennst etliche die sich falsch informiert haben.
Die nicht zufrieden sind.
Wahrscheinlich bist du nur auf der Suche nach solchen Personen.
Denn ich kenne auch etliche die die Transition abgeschlossen haben, mich mit eingeschlossen.
Ich kenne keine einzige die nicht zufrieden ist, auch wenn die Erfolge nicht zu hundert Prozent so waren wie erwartet.
Erfolge hatte jede einzelne aufzuweisen.
Das wichtigste bei allen, wieder einschließlich mir, wir haben uns angenommen und hadern nicht ununterbrochen mit unserem Schicksal nicht als Top Modell durchzugehen.

LG Tatjana