Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft" - # 3

Lebensplanung, Standorte
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Inga
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 31 im Thema

Beitrag von Inga »

dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 01:15
Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....
Anke hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 10:24 Daher bin ich ganz bei ihr: keine überzogenen Erwartungen an die Transition.
Definiert doch mal "zu viele Erwartungen"! Zumindest mit mir wurde so kommuniziert, dass Brustwachstum - in welcher Form auch immer - und mit einer veränderten Fettverteilung zu rechnen ist. Nicht vollumfänglich, aber eben mit sichtbaren Veränderungen. Mir wurde auch erzählt, dass Haare besser wachsen und die Haut weicher wird. Unter anderem passierte das auch genau HIER im Forum. Was ist denn jetzt an dieser Erwartungshaltung falsch?

Ich möchte da jetzt aber auch konkrete Antwort.
Liebes Dunkles Sternchen,

ich habe auch an anderen Stellen hier im Forum gelesen, dass etwa die Hormontherapie nichtbei jedem/jeder gleich intensiv anschlägt. Das ist m. E. auch ganz logisch und in der Medizin nicht unüblich, wenn schon bei gleicher Krankheit dasselbe Medikament bei verschiedenen Menschen schon unterschiedlich dosiert werden muss, um überhaupt eine ähnliche Wirkung zu erreichen.

Was eben bei anderen anschlägt, muss ncht unbedingt bei dir im selben Umfang anschlagen. Vielleicht wirkt etwas anderes - wenn überhaupt. Die Menschen sind halt verschieden.

Willkommen in der Realitätdes menschlichen Daseins - nachdem die Träume Bruchlandung erleidet haben. Ist das schlimm? Nö, eigentlich nicht. Eher gewöhnungsbedürftig.

Liebe Grüße
Inga
Tatjana_59
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 32 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Toni Smith hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 11:21 Nächtliche schweisausbrüche kenne ich auch. kommt durch die hrt, besonders wenn diese sehr stark schwankt.
Komisch, die nächtlichen Schweißausbrüche hatte ich vor der Hrt, einige Zeit nach Beginn dieser nicht mehr.
Ich hoffe du Mister wichtig hast darauf eine Antwort.
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
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Anke
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 33 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 01:15
Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....
Anke hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 10:24 Daher bin ich ganz bei ihr: keine überzogenen Erwartungen an die Transition.
Definiert doch mal "zu viele Erwartungen"! Zumindest mit mir wurde so kommuniziert, dass Brustwachstum - in welcher Form auch immer - und mit einer veränderten Fettverteilung zu rechnen ist. Nicht vollumfänglich, aber eben mit sichtbaren Veränderungen. Mir wurde auch erzählt, dass Haare besser wachsen und die Haut weicher wird. Unter anderem passierte das auch genau HIER im Forum. Was ist denn jetzt an dieser Erwartungshaltung falsch?

Ich möchte da jetzt aber auch konkrete Antwort.
Die HRT wirkt bei jeder anders. Und es gibt hier im Forum und anderswo genug Stellen, an denen das so berichtet wird. Zur Bildung einer realistischen Erwartung gehört es, sich als allererstes umfassend und am besten bei verschiedenen Quellen zu informieren. Und hättest Du das getan, dann wäre dir klar geworden, dass einiges möglich, aber nichts davon sicher ist.

Offensichtlich hast Du das nicht und damit fängt die falsche Erwartungshaltung an. Ich denke, dass das ein hinreichend konkrete Antwort ist.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 34 im Thema

Beitrag von Céline »

Guten Morgen,
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 01:15
Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....
Anke hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 10:24 Daher bin ich ganz bei ihr: keine überzogenen Erwartungen an die Transition.
Definiert doch mal "zu viele Erwartungen"! Zumindest mit mir wurde so kommuniziert, dass Brustwachstum - in welcher Form auch immer - und mit einer veränderten Fettverteilung zu rechnen ist. Nicht vollumfänglich, aber eben mit sichtbaren Veränderungen. Mir wurde auch erzählt, dass Haare besser wachsen und die Haut weicher wird. Unter anderem passierte das auch genau HIER im Forum. Was ist denn jetzt an dieser Erwartungshaltung falsch?

Ich möchte da jetzt aber auch konkrete Antwort.





Ich denke mal die Erwartungen die man an der HRT sind immer sehr hoch und oft auch ein Mix aus Wunschdenken und Hoffnung.Das war bei mir doch genauso aber irgendwann muss man sich eingestehen das es gerade in meinem Alter keine Wunder gibt.Natürlich könnte ich operativ nachhelfen aber zum jetztigen Zeitpunkt kommt das nicht in Frage außer die GAOP und ein eventueller Brustaufbau.
Aber du hast nach den Erwartungen gefragt:
Weichere Haut......meine Haut ist tatsächlich sichtbar weicher geworden aber nicht in dem Ausmaß wie ich erhofft habe.
Fettverteilung.....zum Teil ja auch im Gesicht das nicht mehr ganz so extrem Männlich wie früher ist aber auch nicht in dem erhofften Ausmaß.
Brustwachstum......ich könnte zum jetzigen Zeitpunkt normalerweise zufrieden sein aber es ist anatomisch bedingt nicht das was man von einer schöner Brust erwartet.
Haare.....meine Körperbehaarung ist feiner und das Wachstum viel langsamer,Geheimratsecken sind kleiner geworden aber der Bartwuchs kommt mir jeden Tag noch schlimmer vor
Aber das Wichtigste!!!!Ich fühle mich im Inneren so wohl und zufrieden wie seit ewigen Zeiten nicht mehr....ich bin endlich Ich!
Und mit den ganzen Makeln.....ich weis das schreibt sich so einfach.....müssen andere Menschen auch lernen zu leben und haben oftmals nicht die Möglichkeit so vieles zu ändern!
Beantwortet das deine Fragen?
Liebe Grüße
Céline
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Jaddy
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 35 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Wir hatten letztes Jahr diesen wunderbaren Vortrag mit Fragerunde von einem Endo. Im Raum ca. 25 hauptsächlich Transpersonen, viele mit sehr individuellen Problemen, also mal locker 15 ganz verschiedene nicht erwartungsgemässe Verläufe nur im Raum Bremen. Aussage des Doc: Ja, sehr häufig muss individuell probiert werden. Das gleiche sieht man in anderen Foren, gerade bei den reddit Rubriken.

Das ist noch keine exakte Wissenschaft. Niemand kann Ergebnisse versprechen, sondern höchstens Risiken und Wahrscheinlichkeiten aufzeigen. Viele Querverbindungen und Mechanismen sind noch gar nicht bekannt. Zum Beispiel wurde schon mal gemessen, dass Östrogenzufuhr den Vitamin B12 Spiegel bei manchen erhöht, bei manchen verringert, bei anderen nix tut. Bisher weiss niemand warum. Und B12 ist nicht ganz unwichtig. Ein Freund wäre fast drauf gegangen, weil ein Magenmedikament die B12 Aufnahme - nicht den Spiegel - auf Null gedrückt hatte.

Es gibt wenige Studien, wenige Versuchspersonen, entweder zu breite oder zu enge Fragestellungen und ausgewertet werden in der Regel die statistischen Häufungen. VPs bei Östrogengabe sind häufig XX-Frauen. Ausreisser werden ausgeblendet. Was in konkreten Einzelfällen passiert und wie man dem begegnen kann, um doch zum Wunschergebnis zu kommen ist danach noch lange nicht klar. Physische Transformation durch Hormone ist heutzutage eher ein persönliches Experiment als planbarer Prozess. Ich denke, die meisten wissen das. Ich zum Beispiel bin gerade deshalb sehr froh, wenn ich sehe was alles funktioniert.

Wenn du leider zu den Prozenten gehörst, wo es so gar nicht klappt, hast du hoffentlich entweder die passenden Fachpersonen in Reichweite oder kommst durch eigene Recherche und Experimente anderswie zu Lösungen.

Also ja, Sternchen: Du hast mein Mitgefühl. Ich kann deinen Frust nachvollziehen, wenn andere fröhlich an dir vorbeiziehen und scheinbar(!) mühelos ihr Ziel erreichen. Alle Menschen kennen solche Erfahrungen aus dem einen oder anderen Lebensteil. Einige beruflich, andere bei der Partnerschaft, manche wegen Kinderwunsch oder was auch immer. Das Leben ist nicht fair und für manche Entscheidung will man sich später nur noch selbst verhauen. Reue und Selbsthass wird aber nichts ändern, weil sie passiv und rückwärts gerichtet sind. Negative Gefühle auf andere abzuladen auch nicht. Damit isoliert man sich nur und verharrt ganz unten.

Aber wie ich dir im Chat schon gesagt hatte, habe ich persönlich keine Idee, was ich dir eigentlich antworten kann. Aufmunternde Worte klingen hohl und gehen gefühlt an dir vorbei. Fachlich kann ich nichts liefern, ich fühle mich ziemlich hilflos. Ich lese in praktisch jedem deiner Beiträge die gleichen Beschwerden ohne Hinweis, was du an Reaktion erwartest. Deshalb überfliege ich sie eigentlich nur noch und komme immer wieder zum Fazit, dass sich nichts ändert bei dir. Weder emotional noch materiell. Da mich das selber mehr runterzieht, bin ich bei aller Sympathie für dich als Person eher raus.
ExuserIn-2020-07-10
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 36 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Die Frage ist wie sieht es bei dir aus?
Was möchtest du erreichen?
Wie möchtest du das erreichen?
Welche HRT machst du?
Welche Voraussetzung hast du?

Meine studien haben gezeigt das die HRT mit Blockern und Gel die besten Ergebnis bringen. Bei anderwn sind Tabletten voll gut. Allerdings ist es immer ein Risiko.

So wurde von Spiro meine Haut schlechter und ich wurde vom Androcur leichter anfällig für Erkältungen.

Oft hab ich gesehen wie die Leute alle paar Wochen etwas neues hypten. Dann waren Pflaster toll, Gel oder Spray. Vor einem Jahr waren es Depotspritzen.

Viele fangen mit zu hohen Dosierungen an und wundern sich dann warum nichts passiert. Die Rezeptoren müssen sich auch erholen. Blocker feminisieren bei mir das Gesicht, wärend Estradiol eben überwiegend die Brust und die Haut beeinflusst.

Die richtige HRT für sich zu finden ist die Nadel im Heuhaufen.

Man muss auch schauen was sich bei einem überhaupt noch verändern kann. Ist das Gesicht schon feminin dann wird die HRT nicht mehr viel bringen.

Ebenfalls ist abnehmen und sport eine möglichkeit die HRT zu befeuern. Ich vermute der Fettabbau setzt gespeichertes Estradiol frei und weniger Fett nimmt weniger Estradiol auf, ergo kann es besser wirken.

Dann sagen manche unter 200 Estradiol im Blut verändert sich gar nichts, bei anderen wirken kleinere Dosen.

Ebenfalls sind die verschiedenen Wirkungsweisen mir ein Rätsel. Normalerweise steigt bei hohen Estradiol der SHBG der Testo bindet und DHEA sinkt (vorstufe von Testo). Habe dazu mehr als 10 unterschiedliche Blutbilder gesehen wo genau das der Fall ist. Bei mir tut sich aber nichts. Der Endo konnte mir dazu auch nichts sagen und er ist der hiesige Transspezialist.

Der Körper ist vollkommen ein Rätsel und wir sind alle Forscher in eigener Sache.

Wenn man jetzt die oberen Fragen nimmt. Ist nun die Frage, was möchte ich erreichen? Entweder kann ich meine Erwartungshaltung anpassen, oder ich kann sie versuchen zu erfüllen. In Brasilien wird weniger auf HRT gesetzt und viel mehr auf OPs. Ist es das was mich glücklich machen würde?
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 37 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Sternchen,

ich schlage mal vor du postest ein Paar Bilder von dir, damit jeder hier sich einen Bild davon machen kann ob deine Wahrnehmung von dir selber der allgemeinen Wahrnehmung entspricht. Schlimmstenfalls werden die Leute dir Recht geben und du fühlst dich in deiner Rolle bestätigt. Bestenfalls werden die Leute dir sagen, dass du dich zu negativ Wahrnimmst. Also schlimmer kann es nicht werden: Entweder kommt eine Bestätigung (und die Leute höre auf dich zu belehren) oder eine Moralspritze (und du kannst mal deine Einstellung zu dir selbst überdenken - im positiven Sinne).

Was meinst du?

VlG
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Cybill
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 38 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ich glaube in diesem Thema geht es weit weniger um Hormone und OPs, sondern um Selbstakzeptanz.
Es ist schwer, sich so zu lieben wie man ist. Es ist auch schwer zu akzeptieren, dass es nur möglich sein wird, eine möglichst gute Annäherung an das Wunschbild zu erreichen.
Ich habe daher vergleichsweise ewig lange mit der Transition gewartet, habe die eine oder andere fragwürdige Methode zur Feminisierung ausprobiert und es jahrzehntelang nicht wahrhaben wollen, was ich bin, obwohl ich mein "Frausein" für weite Strecken gelebt habe.

Die Transition mit HET usw. betrachte ich als einen ergebnisoffenen Prozess. Wenn es zu einer Verbesserung führt, dann ist es gut, wenn nicht, dann bin ich bereits jetzt mit mir im Reinen.

Am Besten man nimmt das Leben wie Forrest Gump:
"Meine Mama hat gesagt, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man muss nehmen was kommt!"

Schönen Sonntag

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 39 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Cybill hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 14:47 Ich glaube in diesem Thema geht es weit weniger um Hormone und OPs, sondern um Selbstakzeptanz.
Es ist schwer, sich so zu lieben wie man ist. Es ist auch schwer zu akzeptieren, dass es nur möglich sein wird, eine möglichst gute Annäherung an das Wunschbild zu erreichen.
Ich habe daher vergleichsweise ewig lange mit der Transition gewartet, habe die eine oder andere fragwürdige Methode zur Feminisierung ausprobiert und es jahrzehntelang nicht wahrhaben wollen, was ich bin, obwohl ich mein "Frausein" für weite Strecken gelebt habe.

Die Transition mit HET usw. betrachte ich als einen ergebnisoffenen Prozess. Wenn es zu einer Verbesserung führt, dann ist es gut, wenn nicht, dann bin ich bereits jetzt mit mir im Reinen.

Am Besten man nimmt das Leben wie Forrest Gump:
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Schönen Sonntag

Cybill
Und was ist dein Ergebnis? Machst du jetzt HRT und bist du damit zufrieden? Welche alternativen "fragwürdigen" Methoden zur Feminisierung hast du angewendet?
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 40 im Thema

Beitrag von Cybill »

Hallo Toni,

Das eine ist noch nicht raus und das andere geht dich nichts an.

Ach ja, Ich-Botschaften und etwas mehr Fingerspitzengefühl wären hilfreich.

Cybill
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 41 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Guten Abend,

Selbstakzeptanz ist ein gesellschaftliches Problem. Wenn ich jetzt beispielhaft die Frauen heraus greife, dann muss man die mediale u gesellschaftliche Dauerberieselung mit scheinbar perfekten wunderschönen Frauen sich in der Dimension eines Lebens vorstellen. Zumindest in der Pubertät geht es damit los , dass Frau " so " zu sein hat. Und nicht nur teilweise übernehmen Transpersonen diesen Druck hin zu einem fragwürdig unrealistischem Frauenbild.
Da wo ich bin , da will ich sein fällt dann als Glaubenssatz aus . Genauso wie, so wie ich bin, bin ich gut....usw.. Nein die andauernde Selbstoptimierung durch Schönheitsoperationen und viele andere Dinge verhindern nachhaltig die Selbstakzeptanz.
Wenn ich das und das gemacht habe, habe machen lassen hört man da ständig u im selben Moment wird klar, dass dann wieder was Neues kommt. Prominente Beispiele mit kontinuierlicher Verschlimmbesserung gibt es auch unter Postop Ts .
Besonders schön , wenn dann aus dem Aussehen oder den vielen Operationen abgeleitet wird, dass man ja was besseres sei- ok.
Ein schwieriges Feld u zugegeben ist es sicher schwer solche Gedanken nicht zu haben....
War meine Meinung dazu.
Passt auf euch auf Christiane
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 42 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Anke hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 09:07 Hallo,
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 01:15
Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....
Anke hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 10:24 Daher bin ich ganz bei ihr: keine überzogenen Erwartungen an die Transition.
Definiert doch mal "zu viele Erwartungen"! Zumindest mit mir wurde so kommuniziert, dass Brustwachstum - in welcher Form auch immer - und mit einer veränderten Fettverteilung zu rechnen ist. Nicht vollumfänglich, aber eben mit sichtbaren Veränderungen. Mir wurde auch erzählt, dass Haare besser wachsen und die Haut weicher wird. Unter anderem passierte das auch genau HIER im Forum. Was ist denn jetzt an dieser Erwartungshaltung falsch?

Ich möchte da jetzt aber auch konkrete Antwort.
Offensichtlich hast Du das nicht und damit fängt die falsche Erwartungshaltung an. Ich denke, dass das ein hinreichend konkrete Antwort ist.
Das ist eine konkrete Antwort, aber auch eine, bei der es man sich einfach macht. Ich sage mal so: Wenn ich als TS ein konkretes körperliches Problem habe und mich damit an Ärzte bzw. Medizin wende, erwarte ich eine entsprechende Behandlung, die das auch behebt. Und wenn die Behandlung keine Erfolge aufweist, ist es die FALSCHE Behandlung. Punkt.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 43 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,
dunkles_sternchen hat geschrieben: So 24. Feb 2019, 19:32 Das ist eine konkrete Antwort, aber auch eine, bei der es man sich einfach macht. Ich sage mal so: Wenn ich als TS ein konkretes körperliches Problem habe und mich damit an Ärzte bzw. Medizin wende, erwarte ich eine entsprechende Behandlung, die das auch behebt. Und wenn die Behandlung keine Erfolge aufweist, ist es die FALSCHE Behandlung. Punkt.
Wenn das stimmen sollte, dann dürfte es keine "unheilbaren Krankheiten" geben - zumindest nicht in den Ländern, in denen eine gute medizinische Behandlung möglich ist.


Gruß
Anne-Mette
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 44 im Thema

Beitrag von JanaH »

...oder es gibt schlicht keine adäquate Behandlung für das Problem..

(doppelt hält besser)
Jaddy
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 45 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Da bin ich schon bei Sternchen: Wenn eine Behandlung angeboten wird, aber nicht funktioniert, dann ist sie in diesem konkreten Fall falsch. Oder es wird keine angeboten, weil keine befragte Fachperson für diesen speziellen Fall eine Lösung kennt. Was eben auch stimmt: Es gibt nicht für jedes Problem eine Lösung. Und da sind wir wieder bei meinem Problem mit Sternchens Anforderung: Ich hab keine Lösung, die bereits befragten Fachleute haben offenbar keine funktionierende. Also bleibt irgendwie keine Option.
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