Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen
Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen - # 4

Lebensplanung, Standorte
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Joe95
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 46 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Zum Thema Alltagstest muss ich mal meine Meinung und auch meine Erlebnisse loswerden.
Bei meinem Therapeuten erscheine ich vom ersten Tag an so, wie ich auch im Alltag herum laufe. Naja, vielleicht im Zweifel die etwas femininere Variante von Rock und Oberteil, aber eben was ich immer trage. Dazu etwas Kajal, was bei mir sonst auch selten ist.
Kein extra Make-Up, keine Perrücke.
Er frug mich (sinngemäß) ob es mir wichtig sei von anderen als Frau gesehen zu werden. Ich antwortete (auch sinngemäß) das mir darum geht was ich fühle, wie irgendwelche fremden Menschen auf der Strasse mich sehen ist deren Problem, nicht meins. Sicherlich wäre es schön unerkannt als Frau leben zu können, aber das wird mit meinem Körper nicht gehen. Ausserdem erscheine ich auf der Arbeit als Mann, denn ich bin auf diese Arbeit angewiesen und kann sie als Frau nicht ausführen.
Er bestätigte (was er öfter tut) das es nur darauf ankomme was ich fühle und was ich will und sagte mir er findet es völlig legitim wenn ich mich als Mann "verkleide" (die Wortwahl stammt von mir) um meinen Lebensunterhalt zu sichern.
Der Alltagstest war nie wieder Thema und er fand mich auch ausreichen gefestigt um F64.0 zu diagnostizieren und meinen Endokrinologen aufzufordern die Hormontherapie zu beginnen (die Indikation halt).

Transsexualität hat also für ihn wohl nichts mit Äusserlichkeiten zu tun.

Vor einiger Zeit habe ich hier im Forum einen YouTube-Link gefunden, in dem es um eine Umfrage in der Schweiz ging, bei der Menschen gefragt wurden zu wieviel Prozent sie sich männlich oder weiblich fühlen würden.
Zum Thema wurde dort auch die ansicht das es völlig unerheblich sei wie man aussieht. Es wurde (sinngemäß) gesagt "wenn sie (der Moderator) sich als Frau definieren sind sie eine, auch im Anzug und mit Schnauzbart!"
Vielleicht erinnert sich wer besser als ich und weiß wo das zu finden ist.

Ausserdem möchte ich noch sagen:
Mein Therapeut hat mir noch nie gesagt was ich zu tun oder zu lassen habe, wie ich mich zu kleiden oder zu benehmen habe. Auch auf direkte Frage hin nicht.
Allerdings hat er durch Fragen Denkanstöße geliefert, die mir halfen die Lösung selber zu finden.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Diva
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 47 im Thema

Beitrag von Diva »

Wie extrem wichtig neben Trans*Erfahrung gerade vielfältige psychologische Kompetenz sein kann, hab ich erst im letzten halben Jahr so richtig schätzen gelernt. Anfangs kamen die typischen Themen Indikation, Unterstützung bei den ersten Schritten im "Alltagstest". Mir ging es super, bin vor Glück fast geplatzt und hab mich von Problemen nicht runterziehen lassen, während die pinkfarbenen Schmetterlinge um mich herumschwirrten. Zum Therapieren war nichts da, es ging wirklich nur um die Begleitung und Aufarbeitung der "paar" verkorksten Jahrzehnte als Kerl.

Doch nach dem Ende der 2. Pubertät wehte ein rauer Wind. Es kam zu den ersten harten Diskriminierungen durch Leute, die mir bis dahin eher nahestanden, auf Arbeit steigerte sich der psychische Stress an die Grenze des Erträglichen, die Schatten der privaten Trümmerlandschaft ließen sich nicht mehr unter einer Flut Endorphinen ersticken. Plötzlich befand ich mich im freien Fall. Es begann mit Magenproblemen, Essstörungen, mündete in Zusammenbrüchen mehrmals pro Woche und schließlich im Ärgsten. Da zeigte sich, dass mein neuer Psychologe nicht nur wusste, wie div. Formulare auszufüllen und Gutachten zu erstellen waren, sondern auch, dass er die Alltags-Situationen verstand, bewies mir, dass diese schon längst nicht mehr trans-spezifisch waren- Psychologie über den Tellerrand hinaus trotz Spezialisierung auf Trans*.

Was es außerdem wert sein kann, wenn sich ein Psychologe nicht hinter dreißigminütigen Telefonsprechzeiten alle zwei Tage versteckt und ansonsten unerreichbar ist, erfuhr ich, als ich wieder mal den absoluten Nullpunkt erreicht hatte. Der Abschiedsbrief war verschickt, in einer Hand hielt ich die Rasierklinge, in der anderen den rechtskräftigen Beschluss VÄ/PÄ, der gerade eingeworfen worden war. Komplett überfordert rief ich in nackter Verzweiflung meinen Psychologen an - und der half mir tatsächlich wieder auf die Beine! Kein Krisendienst hätte das geschafft. Wer nicht weiß, wie ich ticke, kann in so einer Situation eigentlich nur falsch reagieren.
Nach seiner akuten Hilfe holte mich jedoch kein Psychologe, sondern ein lieber Mensch zurück ins Leben, der aus unerfindlichen Gründen an mich glaubt - der Empfänger des Abschiedsbriefs.

Es kann nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht falsch sein, auch darauf zu achten, was für ein Gesamtspektrum neben der Trans*Spezialisierung abgedeckt wird und wie gut die telefonische Erreichbarkeit ist. Manchmal wird das quasi überlebenswichtig.

- Diva

@Anne-Mette: Auch wenn ich mal wieder 'mein Thema' erwähne, wäre ich dir sehr verbunden, wenn dieser Beitrag nicht ebenfalls hinter Schloss und Riegel landen würde. Es gibt keine schaurigen Details wie bei den anderen Texten. Vielen Dank!
Grüße
- Diva
Anne-Mette
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 48 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,
Diva hat geschrieben: So 14. Apr 2019, 09:43 Anne-Mette: Auch wenn ich mal wieder 'mein Thema' erwähne, wäre ich dir sehr verbunden, wenn dieser Beitrag nicht ebenfalls hinter Schloss und Riegel landen würde. Es gibt keine schaurigen Details wie bei den anderen Texten. Vielen Dank!
Grüße
- Diva
Dann solltest Du die Rasierklingen auch nicht in (fast) jedem Beitrag erwähnen.
Du bist doch eine intelligente Frau und könntest es umschreiben.
Wenn Du es allerdings darauf anlegst, und mich testen willst, dann neige ich nach einer längern Zeit des Langmutes zu Reaktionen, die von einigen Menschen als "schroff" bezeichnet werden.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 49 im Thema

Beitrag von Diva »

Anne-Mette hat geschrieben: So 14. Apr 2019, 10:17 Dann solltest Du die Rasierklingen auch nicht in (fast) jedem Beitrag erwähnen.
Du bist doch eine intelligente Frau und könntest es umschreiben.
Wenn Du es allerdings darauf anlegst, und mich testen willst, dann neige ich nach einer längern Zeit des Langmutes zu Reaktionen, die von einigen Menschen als "schroff" bezeichnet werden.

Gruß
Anne-Mette
Guten Morgen,
der fette Text an dich war nicht zur Veröffentlichung, sondern zur Entscheidungsfindung (geschützter Bereich oder nicht) bestimmt und hätte danach gelöscht werden können! Eine Randnotiz, mehr nicht. Nun führt das zu einer öffentlichen Diskussion, die ich - wie ich bereits mehrfach betonte - vermeiden möchte, wenn das Thema nur 2 Leute betrifft. Wir hatten uns doch wegen der anderen Beiträge auch per PN mehr oder weniger sachlich verständigen können. Außerdem hatte ich dir angeboten, diese Beiträge zu löschen, um deinen "Langmut" eben nicht zu strapazieren, weil ich merkte, dass du dich diesem Thema entziehen möchtest. Du hast sie dennoch eingestellt - deine Entscheidung. Ich hätte auch das Totschweigen des Themas akzeptiert, wenn es derart störend wirkt.

Bei allem Respekt: Deine Drohung empfinde ich als unbegründet und überzogen, selbst wenn du das mit dem fetten Text missverstanden hast. Ich hätte es besser genau erklären sollen und nehme die Schuld für das Missverständnis auf mich.
Aber wozu diese Aggressivität von deiner Seite? Niemand will dich provozieren oder "testen". Das ist allein dein Gedanken-Konstrukt - sehr bedauerlich, erst recht vor diesem ernsten Hintergrund.

Gruß
- Diva
ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 50 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Bei allem Respekt und Freude darüber, dass du liebe Diva dieser Welt noch erhalten geblieben bist. (Ich habe den Titel deines Threads im Feed gelesen, konnte ihn aber nicht lesen, wegen de geschlossenen Gruppe.)
Aber könnt ihr beiden das nicht per PN klären?
Anja
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 51 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben: So 14. Apr 2019, 07:17 Ausserdem erscheine ich auf der Arbeit als Mann, denn ich bin auf diese Arbeit angewiesen und kann sie als Frau nicht ausführen.
Welche Arbeit soll das denn sein, die nicht auch eine Frau machen kann? Wir können alles, was Männer auch können, nur besser :wink:
Ich weiß ja, was du damit meinst. Und das macht mich traurig. Wenn du nicht authentisch zur Arbeit gehen kannst, ist es doch nur ein halbes Leben :(
Naja, vielleicht ergibt sich ja noch eine Chance, das sich dieser Punkt ändert...

Ich habe meine Therapie nach der Indikation für die Hormontherapie abgebrochen. Da ich keine menschlichen oder beruflichen Verluste zu beklagen hatte, gabs auch keine großartigen Baustellen zu bequatschen. Die Psychologin sah das zwar anders, aber zum Glück ist das ja meine Entscheidung, ob ich eine Therapie in Anspruch nehme oder nicht. So brach ich diese quasi "gegen ärztlichen Rat" ab. Für mich war das eigentlich nur verschenkte Zeit und ich fühlte mich hinterher befreit, da ich nicht mehr zu diesen Terminen musste...
Ich hatte mal irgendwo gelesen, das man die Indikation unter Umständen schneller bekommt, wenn man mit der HT schon ohne ärztliche Kontrolle angefangen hat. Wenn der Psychologe davon weiß, muss er diesen Umstand berücksichtigen (Fürsorgepflicht). Ob das so stimmt, weiß ich nicht. Ich habe meiner Psych jedenfalls erzählt, das ich schon in HT ohne Kontrolle bin (was ja auch tatsächlich der Wahrheit entsprach) und habe die Indikation recht schnell bekommen....

Grüße
die Anja
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 52 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Anja hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 10:26 Ich weiß ja, was du damit meinst. Und das macht mich traurig.
Da nich wegen...
Es gibt viele Berufe, in denen Kleiderordnung herrscht oder Schutzkleidung getragen werden muss. Es ist halt Arbeit.

Meine Ht läuft ja, was mir noch fehlt ist die Op. Auf eine Vä/Pä lege ich - zumindest derzeit - eh keinen Wert.
Ist für mich nur fürchterlich viel Geld dafür ausgeben, das mein Leben etwas komplizierter wird. Ich komme ja selber nicht mit dem richtigen Pronomen klar, warum soll ich da bei anderen noch aufpassen?

Was die Therapie betrifft bin ich recht zufrieden. Mein Therapeut ist ein angenehmer und kompetenter Mensch und mein einziger Gesprächspartner. Ausserdem hilft er mir bei Fragen zum weiteren vorgehen. Ich werde die Therapie also noch möglichst lange fortsetzen.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 53 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

den Absatz mit der Therapie hatte ich vielleicht nicht deutlich genug abgehoben. Den bezog ich eher auf die Aussagen bezüglich der Therapeutin von Keks-Marie und nicht direkt auf dich, Joe.
Ist natürlich trotzdem schön, das zumindest du da in guten Händen bist )))(:

Grüße
die Anja
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 54 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Kommen wir mal wieder zurück zu Marie, um die es hier nämlich eigentlich geht (smili)

Ich war schon ein wenig sprachlos über die Äußerungen dieser Therapeutin. Von Trans scheint sie so viel Ahnung zu haben, wie ein Schwein von Atomphysik!
Normalerweise würde ich auch sagen, das Du liebe Marie, Dir besser jemanden mit mehr Erfahrung in diesem Bereich suchen solltest. Andererseits kann ich aber auch sehr gut verstehen, das Du später an Deinem neuen Wohnort nicht wieder ganz von vorne beginnen möchtest.

Im Moment kann ich mir schwerlich vorstellen, das die jetzige Therapeutin Dich irgendwie weiter bringen kann oder ob sie nicht vielleicht im schlimmsten Fall eher schädlich für Dich und Deinen weiteren Weg sein könnte. Mögliche Fehldiagnosen lassen sich vielleicht nicht so einfach wieder "gerade biegen". Du hast die Therapie ja erst Ende Februar begonnen. Hat sie Dir bisher irgendwas gebracht?

Dieser sogenannte Alltagstest ist auch keine Voraussetzung für eine HRT. Dieses Gerücht hält sich ja selbst in Fachkreisen hartnäckig. Er kann für die Person an sich sinnvoll sein, um herauszufinden wie es sich anfühlt 24/7 als Frau oder Mann zu leben. Kein Therapeut kann einen Alltagstest kontrollieren. Man kann theoretisch zu den Sitzungen als Mann/Frau erscheinen und die restliche Zeit in der anderen Rolle leben....aus welchen Gründen auch immer. Viel entscheidender ist die Frage, wie lange man sich schon als Mann / Frau fühlt.

Liebe Marie, es ist wirklich nicht einfach, Dir hier den richtigen Rat zu geben. Ich denke, ich würde die Therapie abbrechen, auch wenn ich dadurch ein paar Monate verlieren würde. Allerdings bin ich auch ein sehr geduldiger Mensch und das ist nicht jedem gegeben und ich kann sehr gut verstehen, wenn man so schnell wie möglich Resultate sehen möchte.

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 55 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 11:25 Kommen wir mal wieder zurück zu Marie, um die es hier nämlich eigentlich geht (smili)
:oops: Gerne doch...
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 11:25 Ich denke, ich würde die Therapie abbrechen, auch wenn ich dadurch ein paar Monate verlieren würde.
Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch, aber in diesem Fall würde ich das auch tun und mir in der neuen Heimat jemanden suchen, der mir wirklich hilft.
Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit mit einer Überweisung die bisherige Zeit zu "retten".
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ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 56 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Eine Überweisung wird es nicht geben, da meine aktuelle Therapeutin keine Ärztin ist. Aber laut eigenen Angaben und Feedback im Internet Trans-Erfahren ist.

Sie ist der Meinung der Alltagstest sei wichtig für mich. Es sei eine Art Generalprobe, ob es das ist was ich wirklich möchte. Und damit dieser Alltagstest auch derart funktioniert wie er gedacht ist, muss ich nach außen auch klar signalisieren was ich bin.

Ich zitiere eine Freundin: "Ich glaube deine Therapeutin hat ein Stück weit Recht. Als Frau kann man das Tragen was du gerade trägst und wird trotzdem eindeutig als weiblich identifiziert. Bei deinem aktuellen körperlichen Status hingegen müsstest du einen Gang hoch schalten, sonst wirst du da blöd gesagt immer nur als schwul abgestempelt."
Wir möchten uns am Fr mal zusammen setzen.
Ich glaube was die alle nicht berücksichtigen ist, welche Probleme ich mit meinem Körper habe.
Es ist halt eine wenig komplizierter als nur zu sagen ich habe hässliche Knie oder bin zu fett und kann daher bestimmte Sachen nicht tragen.
Mir fällt es schwer Haut zu zeigen, weil ich mich für meinen noch sehr männlichen Körper sehr schäme.
Meine südländischen Gene gepaart mit Testosteron haben diesem Körper zwar nicht von der Statur zugesetzt, aber Körperbehaarung und Haarausfall sind für mich aktuell zwei Punkte die ich zumindest zur Zeit schlimmer finde als das Anhängsel zwischen den Beinen, weil man dieses relativ einfach kaschieren kann.

Ein breiter Kragen oder tiefer Ausschnitt zeigen die Hautirritationen die vom Rasieren und Epilieren übrig geblieben sind. Auch das die Haare sehr schnell nachwachsen.

Ich werde mir jetzt Termine für eine Laser-epilation geben lassen. Auch wenn ich diese aus eigener Tasche zahlen muss.
Ich hatte halt vor mit dem restlichen Fortschritt zusammen auch meine Mode weiter umzustellen.
Anja
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 57 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 13:53 Aber laut eigenen Angaben und Feedback im Internet Trans-Erfahren ist.
Das sagt trotzdem nichts über die Qualität der Therapie aus. Meine Therapeutin ist sogar selbst eine Transfrau. Trotzdem haben wir es irgendwie nicht hinbekommen, auf einer gemeinsamen Linie zu landen. Mir hat die Therapie nicht viel gebracht, außer der Indikation natürlich.
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 13:53 "Ich glaube deine Therapeutin hat ein Stück weit Recht. Als Frau kann man das Tragen was du gerade trägst und wird trotzdem eindeutig als weiblich identifiziert. Bei deinem aktuellen körperlichen Status hingegen müsstest du einen Gang hoch schalten, sonst wirst du da blöd gesagt immer nur als schwul abgestempelt."
Ich glaube hier werden zwei Dinge durcheinandergewürfelt. Wie einen Außenstehende wahrnehmen, hat doch nichts mit der eigenen Identität zu tun.
Natürlich kann mir Passing unheimlich wichtig sein - muss es aber nicht. Jedenfalls entscheidet darüber nicht (m)ein Therapeut oder eine Freundin. Wenn ich das so lese, klingt das für mich schon nach emotionaler Erpressung.
Nur weil ich etwas trage, was für Außenstehende nicht zu 101% weiblich erscheint, setzt das doch nicht meine geschlechtliche Identität herab. Wie andere mich sehen, hat absolut nichts damit zu tun wie ich mich sehe.
Allein einen Bezug dazwischen herzustellen, würde für mich einen Therapeuten disqualifizieren. Sowas würden nur Leute tun, die von der Thematik keine Ahnung haben...
Was das oben zitierte "Trans-Erfahren" zumindest zweifelhaft erscheinen lässt.

Ich habe fast 40 Jahre lang Kleidung getragen, in der ich mich nicht wohl gefühlt habe. Ich entscheide nur noch selbst, was ich trage. Und ich bin eine Frau - trotzdem ich meistens die Hosen anhab :wink:

Grüße
die Anja
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 58 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Dein Problem mit dem Körper kann ich sehr gut nachvollziehen, denn solche Probleme habe ich auch.
Ähnliche Probleme mit ihrem Körper haben aber auch cis-Frauen. Auch wenn es ganz andere Vorraussetzungen sind, es gibt Frauen, die sich wegen ihres Körpers nicht raus oder unter Leute trauen, die sich nicht kleiden, sondern verhüllen.

Operationen und Hormone können mir nicht helfen, höchstens das Leiden ein wenig mildern, also bleibt mir nichts als das zu akzeptieren und mich über jede winzige Verbesserung zu freuen.
Ich vermute mal dir geht es ähnlich.
Es gibt auch Menschen, die erwarten durch Ht oder Op "zur Frau zu werden". Ich habe schon oft davon gehört, aber noch nie das es bei jemandem so gekommen ist.
Anja hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 14:03 Nur weil ich etwas trage, was für Außenstehende nicht zu 101% weiblich erscheint, setzt das doch nicht meine geschlechtliche Identität herab. Wie andere mich sehen, hat absolut nichts damit zu tun wie ich mich sehe.
Allein einen Bezug dazwischen herzustellen, würde für mich einen Therapeuten disqualifizieren. Sowas würden nur Leute tun, die von der Thematik keine Ahnung haben...
Was das oben zitierte "Trans-Erfahren" zumindest zweifelhaft erscheinen lässt.
Da muss ich Anja absolut recht geben, denn:
Anja hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 14:03 Ich glaube hier werden zwei Dinge durcheinandergewürfelt. Wie einen Außenstehende wahrnehmen, hat doch nichts mit der eigenen Identität zu tun.
Trans* zu sein bedeutet nun mal dass das Äussere nicht dem Wahren entspricht. Andere können aber nur das Äussere wahrnehmen.
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ExuserIn-2019-12-22

Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 59 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Liebe Anja, das bezieht sich meines Wissens nach nur auf den Zeitraum des Alltagstestes. Niemand schreibt mir vor ich darf ab jetzt zum Beispiel nur noch Röcke tragen.

Nein Joe95, das ist nicht meine Begründung.
Es stören mich zur Zeit meine noch sehr ausgeprägte Körperbehaarung in der Hinsicht, dass man es sieht. Man sieht egal wie oft ich rasiere. Das Gleiche gilt ja auch für den Bart. Ich finde es sieht scheiße aus.
Eine Frau die durch Rasur Pickel im Dekolleté hätte würde auch keine Bluse mit weiblichem Schnitt tragen sondern etwas mehr "geschlossen" ist. Etwas was schlicht von den Makeln ablenkt oder sie überdeckt bis diese vorbei sind. Genauso wie man es im Gesicht mit Make-Up machen würde.
Ein schulterfreies Oberteil werde ich zur Zeit so sicher nicht tragen. Ich habe nie darüber geschrieben ein perfektes Passing erzielen zu möchten. Natürlich werde ich mir schon Mühe geben. Aber ich habe nicht die Erwartung zur Frau zu werden, sondern mich anzugleichen, auch wenn dann immer im Raum steht Trans*
Was die Zukunft bringen wird und meine aktuelle Situation sind einfach zwei paar Schuhe.
Joe95
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Re: Mein Reise (MTF) / Gefühle / Gedanken / Entscheidungen

Post 60 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Keks-Marie hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 16:27 Was die Zukunft bringen wird und meine aktuelle Situation sind einfach zwei paar Schuhe.
Hätte ich jetzt nicht gedacht, denn:
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 16:27 das bezieht sich meines Wissens nach nur auf den Zeitraum des Alltagstestes.
Es heißt "Alltags"-Test, meiner Meinung nach eine Zeit in der du dich kleidest / gibst wie du wirklich im Alltag sein möchtest. Ich denke da solltest du dich kleiden wie du dich am besten fühlst.
Keks-Marie hat geschrieben: Mo 15. Apr 2019, 16:27 Es stören mich zur Zeit meine noch sehr ausgeprägte Körperbehaarung in der Hinsicht, dass man es sieht.
Ok, es gibt Details, die mich extrem stören, obwohl man sie so nicht sieht, aber die meinte ich jetzt auch nicht, denn genau die kann man operativ entfernen.
Was mich an meinem Körper stört ist die Körperbehaarung, das zu wenige und zu feine Kopfhaar, die groben Gesichtszüge, die viel zu großen Füsse und dieser ganze, gewaltige (incl. Übergewicht, welches ich nicht los werde) Körperbau. Denn all das sieht man, sehen andere. All das verhindert das ich von anderen als die Frau gesehen werde, die ich ja auch in den Augen der anderen gerne wäre.
Das macht mir zu schaffen, aber es ändert nichts daran wer ich bin.
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