Welche meinst Du denn ? Solche Sätze sind genau so fatal, wie "ich bin halt schon immer so". Sie verdrängen und verlängern das Problem. Die Probleme gehen niemals von alleine weg. Es ist die aktive Arbeit an sich und mit sich selber. Klar geht einem einmal auch die Kraft aus, aber man muss selber den Weg beschreiten, den man gehen will. Und wenn man für sich keinen Weg sieht, ist Hilfe von außen wichtig. Aber wenn es so tief geht, ist dann ein Forum das Richtige ?gagalady hat geschrieben: Di 8. Sep 2020, 10:03 Das ist im Prinzip alles okay so und gut gemeint, aber es gibt Situationen im Leben, wo die Kraft fehlt, scheinbar Selbstverständliches tun zu können oder richtig zu sehen. In solcherlei Situation bleibt nur die Hoffnung, die Kraft wiederzuerlangen und das ist dann fast wie ein Wunder.
Hilfe von außen annehmen, bedeutet auch, dass man wirklich etwas ändern will. Ich sehe aber nur die Suche nach Gründen, das zu vermeiden. Die Schuld und die Ursache für seine Situation woanders zu suchen, ist nur eine häufig angewandte Methode, seine Situation zu beklagen, statt sie zu ändern. Echte Änderungen fangen mit der Erkenntnis an, dass man etwas ändern will. Das ist ein allererster Schritt. Und diese Reise ist kein Pappenstiel. Klar, man möchte sich davor drücken. Das Verlagern der Verantwortung ist schön warm und bequem. Aber das hat nichts mit einer Gestaltung des eigenen Lebens zu tun. Die hat etwas mit dem Jetzt zu tun, nicht mit dem Gestern.
Zu hoffen, dass alles von alleine vorbei geht und die Kraft wieder kommt, ist kindisch.Zwischenhoch führen nur ein ein neues Tief. Die Kraft liegt im aktiven Leben, nicht im passiven Dahindämmern. Klar kann man scheitern, aber wer nichts tut, scheitert definitiv. Man kann nicht vor seinen Problemen weglaufen und andere werden sie mir nicht abnehmen. Wo sollen die Probleme denn hin verschwinden ? Und mit Händchen halten kommt man hier auch nicht weiter.
Was soll hier Mitleid nützen ? Man leidet mit, das ist alles. Aber darin steckt für den Anderen kein Trost und raubt einem selber die Energie. Man tut nur scheinbar etwas Gutes, aber in Wirklichkeit wird der Andere in seiner schlechten Situation gehalten. Manche Helfer halten den Anderen sogar in seiner Situation, damit man sich selber in der vermeintlichen Hilfe gut fühlen kann. Das ist ein bekanntes Phänomen in der Psychologie.
Hilfe zu spenden ist eine gute Sache, wenn es echte Hilfe ist. Und echte Hilfe bedeutet auch, manchmal jemanden vor das Schienbein zu treten. Manchmal kann es für den Betroffenen besser sein, keine Hilfe zu bekommen. Im Erkennen des eigenen Elends liegt auch eine Motivation für den Willen, ihr zu entkommen. Hier ist eine Begleitung wichtig, damit ein Abrutschen in eine Depression vermieden wird. Hier sind wir definitiv falsch.
Ob Erich/Erika aus der Situation in der sie steckt, entkommen will, ist eine Entscheidung von ihr. Und die ist für mich nicht erkennbar. Wie will man da helfen ?