Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?
Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ? - # 3

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Lavendellöwin
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 31 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 13:13 Ich kann in Anbetracht der noch immer desolaten wissenschaftlichen Lage im Bereich "Trans" (siehe oben) nur eindringlich davor warnen, unreflektiert irgendwelche "Experten"-Meinungen zu übernehmen. So beruhigend es aus sein mag, etwas zu haben, an das man "glauben" kann, am Ende bleibt man auf den Folgen trotzdem selber sitzen.
Hi...

natürlich trägt man die Entscheidung für sich selber! Das sehe ich genau wie du...

leider geben unheimlich viele Menschen Entscheidungen aber ab und das ist vermehrt das Problem.
Oder ich könnte auch sagen, es ist traurig, das es Menschen gibt, die so wenig an sich
interessiert (oder indoktriniert) sind eine Entscheidung selbst zu treffen.
Wenn schon das Leitungspersonal oder die Politiker nicht zu ihren Entscheidungen und Fehlern
stehen, färbt das doch leider ab...

hmm naja wissenschaftliche Lage...ich fühl was ich bin und wer ich bin, das jetzt wissenschaftlich
von "Experten" erfassen zu lassen ist nicht zielführend, denn genau wie eine Entscheidung ist das meine
Sache. Und was wer dazu sagt bitte schön-muss aber nicht für mich stimmen.

Alles was wissenschaftlich im trans* Bereich verwendet wird ist oft eine Crossanwendung.
Siehe Hormone oder die Laserhaarentfernung oder oder..
sprich ich kann aus x Quellen schon mal was ableiten-stimmig wirds aber meist erst subjektiv.

aber das wird jetzt zu off topic..

zum Grundthema. Ich bin Feministin, aber auch dafür das jede Person sich selbst bestimmen kann.
Radikale Einstellungen sind radikale Beschränkungen und das ist das was ich für mich nicht möchte.
Ewig gestrig sind Patriarchat und Matriarchat-wir schaffen die Herausforderungen die anstehen nur
zusammen, nicht getrennt. Das heisst auch ein Stück Binarität aufgeben..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 32 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Nicole Doll hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 13:35 Dann fragte ich mich: Soll ich mich jetzt in den Händen von Ärzten und Psychologen fremd bestimmen lassen, oder schaffe ich es endlich meinen Weg ganz einfach frei und selbstbestimmt alleine zu gehen?
Auch Du sprichst mir hier aus der Seele... Mir ging es damals, als ich mittendrin steckte im "System Trans", ganz ähnlich wie Dir. Während sich einerseits der "Therapeut" darüber mokierte, wie "unfeminin" es doch sei, Hosen zu tragen, und mir gleichzeitig unentwegt auf die Beine starrte, wenn ich mal einen Rock trug, während er im selben Atemzug ganz "heiß" darauf war, über meine sexuellen Phantasien zu sprechen, plante die "SHG" für mich als "eindeutigen Fall" schon meine GaOP bei damals noch Frau Dr. Spehr... Ich fand das damals so dermaßen grotesk und durchgeknallt, dass ich diesem "System" den Rücken gekehrt habe und alleine meinen eigenen "Weg" gegangen bin. Ich wollte einfach mein Leben und nicht irgendein Leben aus einer psychomedizinischen oder sonstwie ideologischen Retorte. Und vor allem wollte ich mir nie die Frage stellen müssen, ob ich das alles vielleicht nur gemacht habe, weil Ärzte, Therapeuten oder selbsthilfebewegte "Betroffene" mich dazu gedrängt haben...

Wenn ich mir nun heute, immerhin knapp 20 Jahre später, anschaue, dass sich im Grunde so gut wie gar nichts geändert hat, dann wird mir wirklich schlecht. Noch immer hängen so schrecklich viele Leute an ihren eingebildeten "Patentlösungen", hahnebüchenen "Diagnosen" und "Experten-Meinungen", die bei näherer Betrachtung zusammenfallen wie Kartenhäuser im Wind. Mich erinnert das alles inzwischen deutlich mehr an Religion und Sekten als an Wissenschaft und Medizin.
Nicole Doll hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 13:35 Jetzt denke ich: Würde ich den Trans-Weg gehen, wäre es anders, aber wohl kaum besser für mich. Da lebe ich doch lieber jetzt einfach meine neu gewonnene Freiheit aus. Ich komme mit meinem Passing zurecht. Und wem es nicht gefällt, der soll einfach weg schauen.
Und dieser Einstellung (und damit Dir) gebührt meiner Meinung nach der allergrößte Respekt. Ich weiß nicht, ob ich das so hinbekommen würde... Ich kann nur ahnen, welche charakterliche Stärke es braucht, diese Einstellung zu leben, denn ich hatte in vielerlei Hinsicht einfach nur riesengroßes Glück, weshalb ich über solche Sachen wie "Passing" heute gar nicht mehr nachdenken muss.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 33 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 13:40 leider geben unheimlich viele Menschen Entscheidungen aber ab und das ist vermehrt das Problem.
Oder ich könnte auch sagen, es ist traurig, das es Menschen gibt, die so wenig an sich
interessiert (oder indoktriniert) sind eine Entscheidung selbst zu treffen.
Wenn schon das Leitungspersonal oder die Politiker nicht zu ihren Entscheidungen und Fehlern
stehen, färbt das doch leider ab...
Eine schrecklich traurige und ernüchternde Bilanz, die mich persönlich eher an das Leben in einer Schafherde denken lässt als an ein Leben in einer liberalen, aufgeklärten Gesellschaft. Ist das Deiner Meinung nach eher ein generelles, vielleicht sogar ein kulturelles Problem? Ich bin zwar hier geboren und aufgewachsen, muss aber offen gestehen, dass ich mit dem hiesigen Verständnis einer liberalen und aufgeklärten Gesellschaft doch immer wieder meine liebe Mühe habe... Warum redet man ständig davon, wie liberal, frei und aufgeklärt Deutschland doch sei, wenn man am Ende dann doch nur wieder wie ein Schaf in der Herde den laut blökenden Leithammeln folgt?
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 13:40 hmm naja wissenschaftliche Lage...ich fühl was ich bin und wer ich bin, das jetzt wissenschaftlich
von "Experten" erfassen zu lassen ist nicht zielführend, denn genau wie eine Entscheidung ist das meine
Sache.
Genau so ist es. Das Grundproblem an der "wissenschaftlichen Lage" ist ja auch, dass man damals im Zuge der Medikalisierung von trans Menschen in typisch ärztlicher Überheblichkeit versuchte, ein ganzes Menschenleben in ein "Syndrom" wie Grippe, Diabetes oder Depression zu stopfen. Das hatte katastrophale Auswirkungen, an denen sich bis heute nichts geändert hat, denn am "Syndromcharakter" von Trans hält man noch immer unerschütterlich fest. Menschen sind aber nunmal keine "Syndrome" und folglich lässt sich da auch nichts "diagnostizieren" und per Rezept oder "Indikation" verordnen. Alleine die Vorstellung eines "verordneten Lebens" klingt für mich einfach nur grausam.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 13:40 Das heisst auch ein Stück Binarität aufgeben..
Ein Stück Binarität aufgeben... Kann man das? Wie viel Binarität bleibt übrig, wenn man der Null und der Eins noch ein "bisschen Zwei" hinzufügt? Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin da absolut Deiner Meinung. Aber wenn ich mir anschaue, wie heftig viele Menschen heute auf Enbys oder die dritte Option reagieren, dann beschleicht mich der Eindruck, dass es um weit mehr geht als nur "ein Stück Binarität".
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 34 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Der Titel des Threads ist mir in den letzten Tagen immer wieder ins Auge gesprungen, allerdings habe ich erst jetzt hier reingeschaut. Bisher war mir der Begriff TERFS völlig fremd, nachdem ich aber in die Links geschaut hatte, wurde ich nun einer Aufklärung unterzogen.

Ok, als Grundtenor lese ich heraus, daß feministische Frauen Transmenschen ablehnen. Ablehnung ist ja nichts neues und kennt man ja zumeist eher aus Richtung der Männer, aber das Frauen das (teilweise) so radikal ablehnen ist schon echt heftig. Die Artikel und Aussagen beziehen sich (so weit ich das verstanden habe) auf Transmenschen: wie denken die Frauen dann über CDs, TVs, etc. die vom Geschlecht her Männer bleiben, sich äußerlich aber als Frauen zeigen? Kommt dann auch ein :((a oder wie ist dann die Meinung dazu?

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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 35 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lady Jennifer hat geschrieben: Do 26. Dez 2019, 11:32 Der Titel des Threads ist mir in den letzten Tagen immer wieder ins Auge gesprungen, allerdings habe ich erst jetzt hier reingeschaut. Bisher war mir der Begriff TERFS völlig fremd, nachdem ich aber in die Links geschaut hatte, wurde ich nun einer Aufklärung unterzogen.

Ok, als Grundtenor lese ich heraus, daß feministische Frauen Transmenschen ablehnen. Ablehnung ist ja nichts neues und kennt man ja zumeist eher aus Richtung der Männer, aber das Frauen das (teilweise) so radikal ablehnen ist schon echt heftig. Die Artikel und Aussagen beziehen sich (so weit ich das verstanden habe) auf Transmenschen: wie denken die Frauen dann über CDs, TVs, etc. die vom Geschlecht her Männer bleiben, sich äußerlich aber als Frauen zeigen? Kommt dann auch ein :((a oder wie ist dann die Meinung dazu?

Jennifer
Liebe Jennifer,
Ich betone noch mal, dass nicht feministische Menschen TransFrauen ablehnen. Es sind Trans Auschließend, die beiden ersten Buchstaben der Bezeichnung Trans Exclusive sind hier entscheidend. Ich kann radikale, von der Wurzel her kommende Feministin sein, ohne einem Teil der Frauen den benötigten Schutzraum zu verweigern.

Crossdresser und Transvestiten, die sich als Cismänner definieren und keinen Schutz in Frauenschutzräumen beanspruchen sind hier durch Selbstdefinition nicht betroffen.

Ich hoffe, ich irre hier nicht und konnte helfen, Begriffe und Grenzziehungen zu klären. Ich finde es wichtig, dass wir uns im Kampf um die Unterdrückung und Abwertung jeder Form von Weiblichkeit nicht entsolidarisieren.

Auf ein solidarisches Jahr 2020

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 36 im Thema

Beitrag von Michi »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 23. Dez 2019, 13:46
biene38 hat geschrieben: So 22. Dez 2019, 15:37
Vor 30 Jahren gab es 3000 Transsexuelle in Deutschland, heute sind es 24.000. Immer mehr Frauen fliehen in das andere Geschlecht. Warum? Ist es für junge Frauen ein Hype, das Geschlecht zu wechseln, statt die Geschlechterrolle zu sprengen? Und bereuen sie so manches Mal den Schritt?
Ich sehe es ehrlich gesagt genau so...mit radikalem Feminismus, der meiner Meinung vor allem darauf abziehlt, die Vorzeichen einfach nur umzudrehen, Frauen aus einer Benachteiligung in eine Bevorzugung zu führen, kann ich an sich gar nichts anfangen.
Aber diese Frage wird zu recht gestellt.
Ist nicht mit eine Ursache für diese ansteigende Zahl, dass sich Männer in einer aktuell sehr eingeengten männlichen Geschlechterrolle nicht wohl fühlen und einen Ausweg im Frausein sehen?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, als Mann nicht angepasst zu sein, für Vorlieben, die Männern nicht zugestanden werden, weil sie als weiblich angesehen werden, zu kämpfen, gegen den Strom zu schwimmen und dabei ständig auf Widerstände zu stoßen.
Und letztendlich kann ich auch die verstehen, die einen anderen Weg gehen als ich.
[...]

Leicht irritiert, was Du uns hier sagen willst

Marlene
Ich stimme dir zu. Ich komme aber auch nicht mit, wie man (genauer gesagt Biene38) die im Artikel "beklagte" hohen Zahl von FzM Transitionen (die ja den Vorstellungen der TERFs zuwider laufen) genau umgekehrt lesen kann. :?

Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 37 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 17:19 Ist das Deiner Meinung nach eher ein generelles, vielleicht sogar ein kulturelles Problem? Ich bin zwar hier geboren und aufgewachsen, muss aber offen gestehen, dass ich mit dem hiesigen Verständnis einer liberalen und aufgeklärten Gesellschaft doch immer wieder meine liebe Mühe habe... Warum redet man ständig davon, wie liberal, frei und aufgeklärt Deutschland doch sei, wenn man am Ende dann doch nur wieder wie ein Schaf in der Herde den laut blökenden Leithammeln folgt
Hmm...

ich habe noch die Worte von Herrn Schäuble im Ohr "unsere Demokratie". Ähm, bitte wessen? Seine, die der Menschen
im Bundestag oder wirklich die von allen? Damit habe ich mein Problem-es ist nicht meine, da ich nicht gefragt wurde
und somit kann es auch nicht "unsere" sein.
Ja, es ist ein kulturelles Problem-nämlich Obrigkeitshörigkeit. Warum sollte ich mich an einer Richtschnur von Leuten
festhalten die mich nicht kennen und noch viel weniger ein Interesse an mir haben, oder nur das zu ihrem Machterhalt
zu dienen? Oh, sorry...ich rutsche grad mehr in meinen Anarchoanteil mit kariertem Minirock...naja eher grün-links.
Schliesslich mag ich meine Annehmlichkeiten...
Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 17:19 Genau so ist es. Das Grundproblem an der "wissenschaftlichen Lage" ist ja auch, dass man damals im Zuge der Medikalisierung von trans Menschen in typisch ärztlicher Überheblichkeit versuchte, ein ganzes Menschenleben in ein "Syndrom" wie Grippe, Diabetes oder Depression zu stopfen. Das hatte katastrophale Auswirkungen, an denen sich bis heute nichts geändert hat, denn am "Syndromcharakter" von Trans hält man noch immer unerschütterlich fest. Menschen sind aber nunmal keine "Syndrome" und folglich lässt sich da auch nichts "diagnostizieren" und per Rezept oder "Indikation" verordnen. Alleine die Vorstellung eines "verordneten Lebens" klingt für mich einfach nur grausam.
Ja ein "verordnetes Leben" ist grausam...
aber an der Stelle habe ich das Glück mit offenen Therapie- und Arztpersonen zu tun zu haben, die mich in Absprache
unterstützen. Meine Thera fragte immer "was ist ihr nächster Schritt und worüber wollen wir heute reden?"
Ich spreche Änderungen in der Medikation bei meinem Endo an und wenn es so ist einigen wir uns auf etwas..

und genau müssen wir hin-das erfordert aber das wir alle zu "Quasi-Experten" werden müssen und ein Interesse an uns
haben müssen. Das wäre für mich eine aufgeklärte Vorgehensweise. Nicht ich hau mir irgendwas in den Kopf ohne mich
vorher zu informieren. Das ist schwach und unreflektiert...
Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mi 25. Dez 2019, 17:19 Ein Stück Binarität aufgeben... Kann man das? Wie viel Binarität bleibt übrig, wenn man der Null und der Eins noch ein "bisschen Zwei" hinzufügt? Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin da absolut Deiner Meinung. Aber wenn ich mir anschaue, wie heftig viele Menschen heute auf Enbys oder die dritte Option reagieren, dann beschleicht mich der Eindruck, dass es um weit mehr geht als nur "ein Stück Binarität".
Sollten wir sogar! Denn das ist normal-es gibt kein 100% Frau oder Mann und zum Glück sehen die meisten in meinem
Umfeld das genau so.
Na klar geht es um mehr-es geht um Kontrolle. Hast du 2 uniforme Schubladen ist alles megaeasy zu kontrollieren und zu
beeinflussen. Alle die heute glauben wir haben die höchst mögliche Individualität tun mir echt leid.
Individualität erschöpft sich nicht in der Konfiguration des neuen SUV oder am Hintergrundbild auf dem Desktop...
aber da wären wir wieder beim Blöken (smili)


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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 38 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 13:52 Ja, es ist ein kulturelles Problem-nämlich Obrigkeitshörigkeit.
Und der Treppenwitz der Geschichte liegt hier darin, dass Teile der heutigen "Obrigkeit" vor gar nicht allzu langer Zeit noch die Revolution predigten. Siehe z.B. Alice Schwarzer... Irgendwie oder irgendwann lassen sich offenbar alle "assimilieren".
!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 13:52 Oh, sorry...ich rutsche grad mehr in meinen Anarchoanteil mit kariertem Minirock...naja eher grün-links.
Schliesslich mag ich meine Annehmlichkeiten...
Ach Du... Ich trage auch sehr gerne karierte Miniröcke. ;-)
!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 13:52 aber an der Stelle habe ich das Glück mit offenen Therapie- und Arztpersonen zu tun zu haben, die mich in Absprache
unterstützen. Meine Thera fragte immer "was ist ihr nächster Schritt und worüber wollen wir heute reden?"
Ich spreche Änderungen in der Medikation bei meinem Endo an und wenn es so ist einigen wir uns auf etwas..
Das freut mich sehr für Dich! Schade finde ich allerdings, dass es dafür offenbar immer noch einen ganz bestimmten "Typus" von Therapie- und Arztpersonen braucht. Dadurch wird "Behandlung" für viele zum Lotteriespiel... Ein, wie ich finde, extrem bedauernswerter Zustand für ein Unterfangen, das unter der Flagge von "Hilfe" und "Gesundheit" segelt.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 13:52 und genau müssen wir hin-das erfordert aber das wir alle zu "Quasi-Experten" werden müssen und ein Interesse an uns
haben müssen. Das wäre für mich eine aufgeklärte Vorgehensweise..
Exactly that! Und das Wissen, das es für diese Selbstermächtigung braucht, liegt förmlich auf der Strasse. Man muss es nur aufsammeln. Und je mehr Leute das machen, desto überflüssiger werden paternalistische Strukturen. Emanzipation durch Wissen...
!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 13:52 Sollten wir sogar! Denn das ist normal-es gibt kein 100% Frau oder Mann und zum Glück sehen die meisten in meinem
Umfeld das genau so.
Absolut richtig... Aber es formiert sich aktuell auch massiver Widerstand gegen diese Auflösung der Binarität. Siehe die TERFs und die Medien im UK. Wenn das hier nach Deutschland herüberschwappt - und das deutet sich an, wie "Emma", "FAZ" und "Cicero" in aktuellen Artikeln demonstrieren -, dann weiß ich nicht, ob wir dem hier als Community gewachsen sind. Das ist aktuell meine größte Sorge...
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 39 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 17:17 ... dann weiß ich nicht, ob wir dem hier als Community gewachsen sind. Das ist aktuell meine größte Sorge...
Ich hoffe, dann kommen die ganzen Enbys endlich einmal aus ihrer Echokammer heraus. Sich immer nur um eine ziemlich unverständliche */_-Sprache zu bemühen, öffentlich nicht-binäre Anreden und Pronomen fordern und bei jeder Kleinigkeit beleidigt sein ist für mein Empfinden nicht wirklich zielführend. - Vor allem, wo doch ein normaler Mensch meistens gar nicht weiß, was 'nicht-binär' überhaupt bedeutet.

LG Nicole
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 40 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Nicole Doll hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 17:33 Ich hoffe, dann kommen die ganzen Enbys endlich einmal aus ihrer Echokammer heraus. Sich immer nur um eine ziemlich unverständliche */_-Sprache zu bemühen, öffentlich nicht-binäre Anreden und Pronomen fordern und bei jeder Kleinigkeit beleidigt sein ist für mein Empfinden nicht wirklich zielführend.
Das stimmt. Wirklich zielführend ist das nicht. Und dabei ist es gar nicht so schwer, gute Erklärungen und Argumente zu finden: Die Biologie hat sich längst von strikt binären Geschlechtern verabschiedet (siehe die Artikel, die ich in einem anderen Beitrag hier im Thread verlinkt habe), andere Kulturen haben seit Jahrtausenden mehr als nur zwei Geschlechter... Man könnte das durchaus so vermitteln, dass auch weiße Durchschnittseuropäer das zumindest kognitiv erfassen können sollten.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 41 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 22:51
Chrissie hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 19:42 Es gibt bestimmte Gruppen, die tatsächlich vor med Massnahmen geschützt werden müssen, weil sie eben nur meinen Trans zu sein, es aber nicht sind.

In der Regel sind das Missbrauchsopfer und Menschen mit homophobie, die aber selbst homosexuell sind. Die eine Gruppe meint nach einer Gaop könnte ihnen ein Missbrauch nicht mehr passieren, die anderen denken: ich bin ja Trans also bin ja nicht homo sondern heterosexuell. Tatsächlich verschwindet aber der Transgedanke vollständig, wenn das Trauma oder die Inkongruenz behandelt wurde und die Person dieses überwunden hat.

Eine med Massnahme ohne vorherige Behandlung dws Traumas oder der Inkongruenz ( ich bin home, hasse aber homo) führt später( nach einer Bewältigung der Probleme ) zu erheblichen Problemen.
Merkwürdig... Gerade erst kürzlich las ich noch in einem Interview mit der inzwischen verstorbenen Sexualwissenschaftlerin Sophinette Becker, die den bundesdeutschen Umgang mit trans Menschen maßgeblich mitgestaltet hat, folgendes:
Sophinette Becker hat geschrieben: Ich kenne durchaus Patienten, wo ich eine Idee habe, woher das vielleicht kommen könnte. Wo ich mir aber sage: Das ist ein Ausweg, mit dem sie leben können. Beispiel: Früher hat man gesagt, wenn eine biologische Frau mit transsexuellem Wunsch einen sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlebt hat, dann muss man den bearbeiten und dann ist sie nicht mehr transsexuell. Ich kann sagen, ich hatte eine Reihe schwerst missbrauchter Frauen, mit Gewalt und sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung, also der schlimmsten Trias, die es gibt, für die der transsexuelle Weg tatsächlich ein Ausweg aus dem Nichtbewältigbaren war. Wo sie eine andere, bessere Identität entwickeln konnten.
Quelle: https://www.weisses-kreuz.de/dynamo/fil ... 18_Web.pdf

Das ist die Opfer von Missbrauch betreffend nun das genaue Gegenteil von dem, was Du behauptest. Wem soll man jetzt glauben? Frau Becker oder Dir (bzw. jenen "Experten", die Deine Sichtweise postulieren)? Und vor allem: Wie will man denn auf Basis von so diametral entgegengesetzten Ansichten überhaupt irgendwen vor irgendwas "schützen", ohne dabei in totale Willkür zu verfallen?

Was wir im Bereich "Trans" erleben, ist meiner Ansicht nach vor allem und in erster Linie eine Art "Glaubenskrieg", der sich gerne hinter einer (pseudo)wissenschaftlichen Fassade verbirgt und dessen treibende Kräfte ("Experten" genannt) gerne vorgeben, für "Betroffene nur das Beste zu wollen". Am Ende sind es dann aber ausgerechnet die "Betroffenen" (und nicht die "Experten"), die zwischen den Fronten zermalmt werden. Dem sollte man sich besser entziehen und das tun, wovor man sich in der deutschen Trans-Community offenbar am meisten fürchtet: selbstbestimmt auf Basis frei verfügbarer Informationen eine eigenverantwortliche Entscheidung für sich und sein Leben treffen.
Ne sorry, da interpretierst Du was rein und verallgemeinert. Nur weil eine Therapeutin Fälle hatte wo die Transition der bessere Weg war gilt dies nicht für alle. Es mag Personen geben, die tatsächlich mit med Maßnahmen in Form einer Gaop besser zurecht kommen. Aber das ist individuell verschieden. Es gibt auch die, die nach einer Trauma Therapie wieder gern im Ursprungsgeschlecht leben und froh sind den Weg nicht gegangen zu sein. Es gibt übrigens auch noch andere Gründe, die ich zum Teil selbst erlebt habe: 2013, meine Schwiegermutter war gerade gestorben, dazu lief es auch noch beruflich gerade schlecht war ich in einer Gruppe, wo die übrigen Mitglieder in der Form puschten: "ich hatte auch haufenweise Probleme und seit meiner OP sind die alle weg", Solche Aussagen kamen vom Großteil der Gruppenmitglieder. Ich war dann drauf und dran ebenfalls den Schritt zu gehen, Heute bin ich froh es nicht gemacht zu haben, da es damals keine Probleme behoben sondern neue geschaffen hätte. So bin ich immer noch verheiratet, habe inzwischen nur eine Orchiektomie, Brustaufbau und PAE und bin glücklich und zufrieden und immer noch verheiratet.

Auch dass ist ein Beispiel, dass eigene Entscheidungen nicht immer die richtigen sind.

Und vor solchen gravierenden, unumkehrbaren, Eingriffen ist es daher absolut sinvoll sich von einem Therapeuten begleiten und bei der Entscheidungsfindung helfen zu lassen.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 42 im Thema

Beitrag von Kleine Ketzerin »

Chrissie hat geschrieben: Mo 30. Dez 2019, 22:28 Ne sorry, da interpretierst Du was rein und verallgemeinert.
Nö. Ich verdeutliche nur anhand eines Zitats von Sophinette Becker, wie gravierend unterschiedlich die Meinungen von sogenannten "Experten" ausfallen können. Sophinette Becker war übrigens nicht nur "eine Therapeutin", sie war diejenige, die hier in Deutschland die "psychotherapeutische Behandlung" von trans Menschen maßgeblich geprägt hat und wird von vielen als "Koryphäe" auf dem Gebiet "Transsexualität" betrachtet. Herr Korte, der in der "Emma" zu Wort kommt und ebenfalls als "Experte" gilt, vertritt nun gänzlich andere Ansichten als Frau Becker. Solche widersprüchlichen Ansichten unter "Experten" sollte man kennen, bevor man sich dazu verleiten lässt, "Wahrheiten" zu postulieren, wie Du es hier tust - ganz besonders dann, wenn man (wie Du) trans Menschen "berät".
Chrissie hat geschrieben: Mo 30. Dez 2019, 22:28 Es gibt auch die, die nach einer Trauma Therapie wieder gern im Ursprungsgeschlecht leben und froh sind den Weg nicht gegangen zu sein.
Für diese Behauptung hätte ich dann doch gerne mal einen Beleg, z.B. in Form einer wissenschaftlichen Studie. Irgendetwas, das belastbarer ist als Hörensagen, Mythen und Märchen.
Chrissie hat geschrieben: Mo 30. Dez 2019, 22:28 Auch dass ist ein Beispiel, dass eigene Entscheidungen nicht immer die richtigen sind.
Ein grundlegendes Übel von Entscheidungen ist, dass sie immer falsch sein können, völlig unabhängig davon, wer sie trifft. Diesem Übel entkommt man nicht, indem man sich in die Hände fadenscheiniger "Experten" begibt.
Chrissie hat geschrieben: Mo 30. Dez 2019, 22:28 Und vor solchen gravierenden, unumkehrbaren, Eingriffen ist es daher absolut sinvoll sich von einem Therapeuten begleiten und bei der Entscheidungsfindung helfen zu lassen.
Es besteht ein grundsätzlicher Unterschied zwischen "sich bei einer Entscheidungsfindung helfen zu lassen" und der hier in Deutschland bei trans Menschen praktizierten Fremdbestimmung. Wer diese paternalistische Fremdbestimmung euphemistisch als "Entscheidungsfindungshilfe" bezeichnet, hat sich offensichtlich schon vollständig in die selbstverschuldete Unmündigkeit begeben (siehe dazu: Kant, Immanuel: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?). Ein passendes Zitat aus diesem bereits 1784 erschienenen Werk, das eigentlich jeder kennen sollte:
Immanuel Kant hat geschrieben: Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.
Nicht nur der "Gängelwagen" (https://de.wikipedia.org/wiki/Lauflernhilfe) ist hier eine phantastische Metapher für das bundesdeutsche "System Trans".
Nicole Fritz
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 43 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 31. Dez 2019, 01:28 Immanuel Kant hat geschrieben:
Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.
Danke für das Kant-Zitat. - Wer jetzt Immanuel Kant verzweifelt bei unseren Mitgliedern gesucht und nicht gefunden hat, der klicke bitte hier. :mrgreen: (buch)

Hätten meine Mutter nicht nach alter Tradition der werktätigen christlichen Bevölkerung diesen "Gängelwagen" als moralische Leitschnur angewendet, und mein Vater sich dabei nicht heraus gehalten, wäre es wohl nie zu einer Identitäts- -Krise, -Störung, -Geisteskrankheit oder was auch immer bei mir gekommen. Zum "geduldigen dummen Schaf" geformt sollte ich Bildung erlagen und dann die "Lammschlächter" bei ihrem Tun Unterstützen. Das mit der Bildung war kein Problem, aber die Aufgabe, in die ich mich dann aufgrund meiner technischen Begabung hinein drängen ließ.

So sah ich mich immer mehr als Herren-A********, das seine wahre Identität an irgendwelche Ausbeuter billig verkauft - ein elender Verräter, weniger Wert als ein Stück Dreck. Und alles, was diese Person ausmacht - Kleidung, Frisur, Statussymbole, .. - hasste ich mehr und mehr wie die Pest. Aber ist es mein männlicher Körper, der diese Person ausmacht? - doch ganz sicher nicht. Also ändert es auch nicht wirklich etwas, wenn ich diesen angleichen lasse.

Bleiben wir beim Schaf als Vergleich: Man hätte nicht versuchen sollen das Schaf zum Wolf zu formen, sondern das Schaf hätte lernen müssen seine Rechte gegenüber den Wölfen einzufordern und aufrecht und selbstbewusst gegen diese zu bestehen. Dann hätte vielleicht ein ehrliches, aufrichtiges Böckchen daraus werden können. So sollte aber aus dem Bock ein Wolf werden. Und der ist jetzt lieber das, was er immer war: ein Schaf in der untergeordneten weiblichen Rolle - das jetzt mehr und mehr provozierend herum blökt.

Liebe Grüße und einen Guten Rutsch wünscht das Schaf Nicole aus Orwells Farm der Tiere.
Kerstin
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 44 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 31. Dez 2019, 01:28
Chrissie hat geschrieben: Mo 30. Dez 2019, 22:28 Ne sorry, da interpretierst Du was rein und verallgemeinert.
Nö. Ich verdeutliche nur anhand eines Zitats von Sophinette Becker, wie gravierend unterschiedlich die Meinungen von sogenannten "Experten" ausfallen können. Sophinette Becker war übrigens nicht nur "eine Therapeutin", sie war diejenige, die hier in Deutschland die "psychotherapeutische Behandlung" von trans Menschen maßgeblich geprägt hat und wird von vielen als "Koryphäe" auf dem Gebiet "Transsexualität" betrachtet. Herr Korte, der in der "Emma" zu Wort kommt und ebenfalls als "Experte" gilt, vertritt nun gänzlich andere Ansichten als Frau Becker. Solche widersprüchlichen Ansichten unter "Experten" sollte man kennen, bevor man sich dazu verleiten lässt, "Wahrheiten" zu postulieren, wie Du es hier tust - ganz besonders dann, wenn man (wie Du) trans Menschen "berät".
.......
.......
Rechthaberei hat nichts mit Recht haben zu tun. Chrissie berichtet aus der Praxis ihrer Tätigkeit während du nur selbst ernannte Experten zitierst und dann auch nur jene welche dir dienlich sind.
Und was den Gängelwagen angeht - ich glaube nicht dass eine hier ohne auskommt.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Marlene K.
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Re: Terfs, sind radikale Feministinnen ewig gestrig ?

Post 45 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Kerstin hat geschrieben: Di 31. Dez 2019, 17:53 Und was den Gängelwagen angeht - ich glaube nicht dass eine hier ohne auskommt.
Ich denke, wer Kant kennt weiß, dass wir uns jeden Tag neu entscheiden, welchen Gängelwagen wir zulassen. Die Frage ist, ob wir selber uns trauen bei uns selbst genau hinzusehen, hinzufühlen und hinzudenken.

Dabei ist jedem denkenden Menschen klar, dass jede*r eine Mischung aus biologisch Gegebenem (innewohnendem/ intrinsischem) und von außen Kommendem (gesellschaftlich einschließlich Familie/ extrinsichem) ist. Jedes Individuum ist dies (ein Individuum) und doch im Gängelwagen der Gesellschaft. Es ist nur die Frage, wie weit wir/ich uns/mir das bewusst mache/n und wahrnehme/n.

Dazu Kant:
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
So wünsche ich uns allen hier, dass wir das Ideal der Mündigkeit anstreben ohne zu vergessen, dass dies ein Ideal ist welches niemand vollständig erreichen wird.
(fwe3) Allen ein schönes, solidarisches Jahr ...ganz ohne absolute Wahrheiten (fwe3)
Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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