Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider
Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider - # 3

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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 31 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Trotzdem kommunizieren wir über diese Dinge.
Der Unterschied ist jedoch, das Thema Haus finde ich interessant, das Thema Weiblichkeit essentiell. Es betrifft wahrscheinlich alle Menschen in ihrer Selbstdefinition. Wenn Transmenschen das gleiche Attribut für sich beanspruchen, kann das eine Bedrohung für Cis-Menschen sein.

Dass das nicht so ist, muss man erst einmal lernen. Das ist kein einfacher Prozess (wenn man ihn denn überhaupt wahrnehmen will), zumal er nicht von innen kommt, sondern mensch von außen damit konfrontiert wird. Aber das führt jetzt weg vom Thema ...
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Viele Grüße
Vicky

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steffiSH
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 32 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Jaddy hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 19:35 Aktuell habe ich eine Arbeitsdefinition, die weder allumfassend, noch fertig ist: Weiblich ist, wer dem eigenen Bild von Weiblichkeit entspricht
Was ist denn Dein vermeintlich eigenes Bild von Weiblichkeit ? Hat Dir die Gesellschaft denn nicht etwa klar gemacht was das zu sein hat ? Erst nach langwierigem Auseinandersetzten mit diesem Thema kannst Du vielleicht zu Deinem eigenen Ergebins gelangen. (Ich unterstelle Dir hiermit nicht, daß Du das nicht schon tatest :) )
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evacampelli
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 33 im Thema

Beitrag von evacampelli »

Ein Blick in den Duden hilft bei Begriffsunklarheiten:

weiblich , Adjektiv

1) dem gebärenden Geschlecht (1a) angehörend
Beispiele:

eine weibliche Person
weibliche Lehrlinge, Angestellte, Mitglieder
das weibliche Geschlecht (die Frauen)
ein Kind weiblichen Geschlechts
weibliche Wesen, Tiere
ein weiblicher (eine Frau darstellender) Akt
weibliche (Botanik; die Frucht hervorbringende) Blüten
weibliche Erbfolge (Erbfolge, bei der auch weibliche Nachkommen berücksichtigt werden)

2) zur Frau als Geschlechtswesen gehörend
Beispiele

die weiblichen Geschlechtsorgane
weibliche [Körper]formen
die weibliche Brust
weibliche Vornamen
eine weibliche Singstimme
eine weibliche Stimme (Frauenstimme) meldete sich am Telefon

3) von der Art, wie es (in einer Gesellschaft) für die Frau, das weibliche Geschlecht als typisch, charakteristisch gilt; feminin (1a, b)
Beispiele

eine typisch weibliche Eigenschaft
sie ist sehr weiblich
die Damenmode ist in dieser Saison wieder sehr weiblich


Bei Punkt 3 wird es etwas unscharf. (Was sind weibliche Eigenschaften?)
Aber von weiblichen Gefühlen ist an keiner Stelle die Rede. Ich weiß auch nicht so genau ob es die gibt.
Je tiefer ich bei mir ins Innere horche, desto weniger kann ich das was ich da spüre als männlich oder weiblich beschreiben.
Die Katerogien gibt es da unten nicht.

Der bereits angesprochene Punkt ist: Es gibt kulturell bedingte weibliche/männliche Verhaltensweisen, Erwartungshaltungen, Äußerlichkeiten.

"Die Kleidung, der Auftritt, das Verhalten ist für mich die Sprache."
Ich finde das Bild passt sehr gut.

Jenseits der Biologie ist männlich/weiblich eine Ausdrucksform.
Die kann man lernen, nutzen, schönes und weniger schönes damit machen - eben sich als Mensch ausdrücken.
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 34 im Thema

Beitrag von evacampelli »

In dem Zusammenhang möchte ich noch auf den von Anne-Mette geposteten Link im Spiegel hinweisen:
viewtopic.php?f=23&t=17822

Zwei Zitate kopier ich mal direkt hierhin, weil ich die direkt unterschreiben würde:

SPIEGEL ONLINE: Was macht für Sie ihre eigene Männlichkeit aus?
Robinet: Sehr schwierige Frage, weil ich nicht weiß, ob ich irgendwas als essentiell männlich sehe. Die Gesellschaft ja, aber ich nicht.

Robinet: Eine größere Gelassenheit beim Thema Geschlecht. Es betrifft uns ja alle. Und es wäre doch schön, wenn man leichter so leben könnte, wie man mag: eine grundsätzliche Freiheit zu spüren, welche Interessen ich habe, welche Fertigkeiten ich entwickeln darf und welche Farben mögen - nicht, weil ich Mann oder Frau, sondern einfach, weil ich ein Mensch bin.

Servus
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 35 im Thema

Beitrag von Jaddy »

steffiSH hat geschrieben: Fr 1. Mär 2019, 10:21Was ist denn Dein vermeintlich eigenes Bild von Weiblichkeit ? Hat Dir die Gesellschaft denn nicht etwa klar gemacht was das zu sein hat ?
Tatsächlich habe ich schon versucht, das für mich herauszufinden. Zeit genug hatte ich dazu. Allerdings bin ich auch bei Robinet gelandet (s.oben). Ich habe Konventionen gelernt, die "die Gesellschaft" so von Männchen und Weibchen zu erwarten scheint - und beide geschlechtsspezifischen Sets für mich als unpassend erkannt. Diese Erwartungen variieren überigens ziemlich je nach Umgebung, Altersgruppe, etc. Ich habe auch gelernt, welches Verhalten die meisten binären Menschen von mir ihnen gegenüber erwarten. Aber ich selbst sehe einfach einen willkürlich zweigeteilten Satz von Eigenschaften, Aspekten und Signalen. Einige finde ich für mich passend, andere nicht. Insbesonders die Extreme passen für mich nicht. Daraus konstituiert sich für meine Person keine Identifikation mit "männlich" oder "weiblich". Deshalb verorte ich mich als nicht-binär.
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 36 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Jaddy hat geschrieben: Fr 1. Mär 2019, 14:12 Deshalb verorte ich mich als nicht-binär.
Ich kann Dir folgen und weitgehend zustimmen, was ich für mich selbst schon wieder störend finde ist diese Einordnung in "nicht-binär". Ich mag keine Schubladen (die jedeR wieder anders interpretiert). Ich bin Ich - Ende. Ohne Schublade, Kategorie oder sonst was.
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 37 im Thema

Beitrag von Jaddy »

steffiSH hat geschrieben: Fr 1. Mär 2019, 14:55... was ich für mich selbst schon wieder störend finde ist diese Einordnung in "nicht-binär". Ich mag keine Schubladen (die jedeR wieder anders interpretiert).
Hm ja. Fehlinterpretation ist doof, wenn man keine Chance hat, sich zu erklären. Weglassen können, weil unwichtig wäre auch besser. Leider ordnen wir alle jederzeit ein und zu, um uns zu orientieren. Da ist ein leicht verständliches Label schon praktisch, auch wenn es verkürzt und nicht sehr präzise ist.

Glücklicherweise ist nicht-binär ist schon eher eine ganze Schrankwand, als eine einzelne Schublade :)
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 38 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

steffiSH hat geschrieben: Fr 1. Mär 2019, 10:21
Jaddy hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 19:35 Aktuell habe ich eine Arbeitsdefinition, die weder allumfassend, noch fertig ist: Weiblich ist, wer dem eigenen Bild von Weiblichkeit entspricht
Was ist denn Dein vermeintlich eigenes Bild von Weiblichkeit ? Hat Dir die Gesellschaft denn nicht etwa klar gemacht was das zu sein hat ? Erst nach langwierigem Auseinandersetzten mit diesem Thema kannst Du vielleicht zu Deinem eigenen Ergebins gelangen. (Ich unterstelle Dir hiermit nicht, daß Du das nicht schon tatest :) )
Ein sehr guter Punkt. Wenn man jetzt von der biologischen Komponente absieht. Dann geht es ja um Gefühle, Verhalten und Denken. Um etwas zu klassifizieren, daher um es in eine Schublade zu stecken, wie z.B. "das ist weiblich" braucht es Kriterien, die erfüllt werden müssen. Sonst würde jeder Individuum mit seiner eigenen Klassifizierung aller Dinge enden und das würde in eine totalen Chaos und Anarchie enden, weil selten zwei Menschen die selbe Sache unter einem Begriff verstehen würden. Stell dir vor du gehst in einem Laden und verlangst nach einem Buch und der Verkäufer gibt dir einen Fisch (weil er es als Buch klassifiziert hat), du beschwerst dich und er sagt "nichts zu danken". Weil ihr die selbe Sprache redet aber Wörter für euch beide eine total verschiedene Bedeutung haben. Daher anscheinend braucht man gewisse Kriterien und Normen aber zu viele davon enden in der guten heilen Welt, wo kein Platz für uns besteht. Damit meinte ich auch in meinem Ausgangsartikel "Wo ist die kritische Masse erreicht". Also wo ist da die Grenze von Kriterien, die erfüllt werden müssen um das Attribut weiblich zu rechtfertigen wo auch andere damit etwas anfangen können? Denn der obige Beispiel mit dem Laden auf unsere Problematik projiziert, würde bedeuten du weist nie mit wem du es zu tun hast. Äußerlichkeiten zählen nicht, Benehmen auch nicht, eigentlich nix. Jetzt mal auf Neandertaler Niveau herunter gebrochen: "Wen sollst du anbaggern oder wie behandeln?".

Etwas überdramatisiert aber ihr versteht schon den Punkt xD

VlG
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 39 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 15:50 Beschreibung von Weiblichkeit
wenn ich für mich die Frage auf das Wesentliche, quasi die Basis reduziere und sämtliche philosophischen Ausschweifungen und Interpretationen weglassen, bleiben mir zwei Dinge übrig:
  • Selbstdefinition
Das bezieht sich darauf, wie ich mich sehe.
Ich allein weiß, wer (oder von mir aus auch was) ich bin. Egal wie ich körperlich gebaut bin oder wie ich aussehe oder welche Organe ich habe oder nicht habe.
  • Sozialisation
Das bezieht sich darauf, wie ich gesehen werde.
Diese erfolgt ja von Geburt an. Ein "geschlechtsuntypisches" Verhalten fällt, wie weiter oben jemand schrieb, ziemlich schnell auf. So kann z.B. ein Mann als sehr weiblich wahrgenommen werden und eine Frau eben auch als sehr männlich. Deswegen ist dieser Punkt für mich ebenso nennenswert, wenn es um Weiblichkeit geht. Umgebe ich mich viel mit Frauen, die von Geburt an eine weibliche Sozialisation durchlebt haben, kann ich mich dadurch sicher besser anpassen (lernen), also quasi einiges nachholen und falle dann auch weniger auf...

Alle anderen Dinge sind in meinen Augen lediglich Accesscoires.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 40 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 15:50 schön öfters in diversen Gesprächen gehört, in diversen Beiträgen gelesen und selber Gedanken gemacht. Gerade Cis- und TS-Frauen bringen öfters dieses Argument: Kleidung und Makeup macht aus einem Mann noch keine Frau. Da gehört noch so viel mehr. Also was macht Weiblichkeit aus? Was ist es für euch? Sind es die Gedanken im Kopf? Das Leben, dass man lebt? körperliche Merkmale? Die Art und Weise wie sich Sexualität äußert (egal ob Interesse an Frauen oder Männern aber das "wie")?
Wann ist eurer Meinung nach die kritische Masse erreicht wo man sich den titel weiblich attestieren kann.
Hier kann und möchte ich nur für mich sprechen. Deine Punkte "Das Leben, dass man lebt? körperliche Merkmale?" kann ich für mich ausschließen, da ich eigentlich keinen Unterschied darin sehe, wie ich mein Leben als Mann oder CD lebe - im Grunde habe ich die gleichen Sachen zu erledigen. Körperliche Merkmale? Kann ich auch ausschließen. Bleiben noch die "Gedanken im Kopf" und "Sexualität". Ersteres ist wohl ein sehr wichtiger Aspekt, denn wenn man keine femininen "Gedanken im Kopf" hätte, würde einen das Crossdressing sicher nicht interessieren. Von daher, "denkt" mein Kopf schon recht weiblich und entwickelt so den Hang zum Femininen. Trotzdem sind die Gedanken nicht so stark, daß ich den Zwang verspüre auch vom Körper her weibl. sein zu wollen. Meine Gedanken sind klar "strukturiert" und sagen mir: mehr als eine Transe möchte ich nicht sein. Das ist für mich völlig ok und ich weiß somit wo ich stehe.

Zweiteres, also die Sexualität, ist für mich persönlich auch ein wichtiger Punkt. Aber nicht in dem Sinne, daß mich mein Crossdressing erregt und ich dies nur aus sexuellen Gründen tue - dies möchte ich komplett verneinen! Ich meine vielmehr, daß ich als Transe eigentlich in erster Linie nur Männer (oder andere CDs) als Partner ins Auge fasse. Eine Frau brauche ich als beste Freundin, aber nicht zur Partnerin - das Bett teile ich sexuell lieber mit dem männl. Geschlecht.
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 15:50 Was ist der Unterschied zwischen Cossplayer oder einem Karnevalisten.
Der Unterschied ist für mich ziemlich simple zu erklären: ein Cosplayer ist eine Person die sich wie ihre Lieblingsspielfigur (Computerspiel) kleidet. Jemand der sich zum Fasching weibl. kleidet gibt es 2 verschiedene Typen:
1. die es nur zum Spaß tun - Ohne Crossdressing-Gedanken
2. diejenigen, die die Möglichkeit sehen unter dem Aspekt der Öffentlichkeit (heimlich) ihr Crossdressing zu probieren

Cosplay und Faschings-Crossdressing hat für mich nichts mit dem Crossdressing (einer TZF / VZF) zu tun. Bei einem Cosplayer würde niemand Außenstehendes auf den Gedanken kommen und einen CD-Aspekt dahinter sehen.

Jennifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Jasmine
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 41 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich verfolge die Beiträge aufmerksam. Aber wie kann abschließend "Weiblichkeit" definiert werden?
Ist vielleicht Weiblichkeit eher kompliziert und vielfältig?
Ich persönlich habe es mir abgewöhnt Menschen in eine Schublade zu stecken.
Ob Frau oder Mann, ich sehe einen Menschen vor mir mit seiner Aura (Ausstrahlung).
Warum sollte mich das Geschlecht dieses Menschen interessieren?
Bei mir ist es eher so, das ich mich mit Menschen umgebe, mit denen die Chemie stimmt unabhängig vom Geschlecht.

Liebe Grüße Jasmine
Ronda_PTL
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 42 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Anke hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 16:57 Hallo,

mit deinem Post schneidest Du eine der zentralen Fragen an, die dieses Forum immer wieder beschäftigen. Meiner Meinung nach zu Recht.

Für mich selbst habe ich folgende Antworten gefunden:

Weiblichkeit ist eine Veranlagung. Sie liegt tief in in dir und deiner Seele. Und wenn Du in dich hineinhörst, dann weißt Du, ob Du weiblich, bzw. wie viel von dir weiblich ist.

Weiblichkeit kann so unterschiedlich sein, wie es unterschiedliche weibliche Personen gibt. Es ist sehr schwer Punkte oder Kriterien zu finden, mit deren Hilfe entschieden werden könnte, was weiblich ist und ob jemand weiblich ist. Vielleicht ist das auch unmöglich. Doch eine weibliche Person, egal ob Cis oder Trans weiß ganz genau, was sie ist, wenn sie in sich hineinhört.

Frau sein ist aus meiner Sicht die entwickelte Weiblichkeit. Auch weibliche Cis-Personen kommen nicht als Frau auf die Welt. Durch Kindheit und Pubertät entwickeln sie sich zu Frauen. Sie finden und verstehen ihre persönliche Ausprägung von Weiblichkeit, lassen sich darauf ein und bringen sie zum Ausdruck.

Damit komme ich zur Überschrift des Threads. Make Up und Kleider sind selbstverständlich nicht das Selbe wie Weiblichkeit. Die beiden sind für mich Mittel und Möglichkeit meine Weiblichkeit und Fraulichkeit zum Ausdruck zu bringen. Zwei Mittel unter vielen anderen. Weiblichkeit und Fraulichkeit können und werden durch unterschiedliche Dinge wie Verhalten, Gang, Sprechweise, Bewegung, etc. zum Ausdruck gebracht. Und eben auch durch Make Up und Kleider.

Für mich sind das zwei verschiedene sprachliche und Ebenen. Weiblichkeit ist eine Anlage, Make Up und Kleider sind Ausdrucksmöglichkeiten.

Damit ist zumindest für mich klar, was die Unterschiede ausmacht. Bei den Crossdressern vermute ich ein veritables Stück weibliche Seele, die im Crossdressing ihren Ausdruck sucht. Dagegen ist es beim Karnevalisten (so er denn kein Crossdresser ist, der diese Möglichkeit für sich nutzt) ein einfaches Verkleiden. Ein Spiel mit den Möglichkeiten. Der Karnevalsindianer hat niemals in einem Tipi gelebt, der Karnevalspirat kein Segelschiff betreten, geschweige denn eines gekapert und der Karnevalsclown tritt auch nicht im Zirkus auf. Ich denke, dass es da mehr um ein Ausbrechen aus dem Alltag oder um eine kurze Reise zurück in die Kindheit geht.

Wann ist die kritische Masse erreicht? Schwer zu sagen. Ich finde das auch gar nicht so wichtig. Deshalb finde ich es auch völlig in Ordnung, wenn die Crossdresser sagen, sie sind als Frau unterwegs. Manchmal sind es zwar abgesehen von Make Up und Kleidung noch Mädchen, aber wer will das von außen beurteilen. Es ist eben ihre Art ihre Weiblichkeit zu leben und zu zeigen. Und wenn sie das mit "als Frau unterwegs sein" bezeichnen, dann wüsste ich nicht, was dagegen sprechen soll.

Liebe Grüße

Anke
Hallo liebe Anke,

Eigentlich brauche ich wirklich nichts mehr zu dem Thema schreiben, nachdem ich Deinen excellent geschriebenen Beitrag gelesen habe! 👍🏼

Ich kann mich voll und ganz Deinen Worten anschließen, ich hätte es kaum anders ausdrücken können oder wollen. Meine ich ganz ehrlich, Du triffst IMHO ganz zentral des Pudels Kern. DANKE, Anke. (Verzeih mir den Kalauer!)

Viele liebe Grüße
Ronda 👩🏻 🙏🏼
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 43 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

was macht für mich Weiblichkeit aus, und warum hat Weiblichkeit nichts mit Kleidenrn und Make -up direkt zu tun? Und weshalb sehe ich mich als weiblich an, auch wenn ich doch in der männlichen rolle unterwegs bin.
vieles hat mit ausstrahlung zu tun. Wer oder was bin ich und wie kommte es bei meinem gegenüber an! Als Kind schon hatte ich oft zu hören bekommen, sei doch keine Memme,( eine sächsiche Bezeichnung, welche oft bei schwächeren Jungen angewandt wurde und weniger bei Mädchen), du willst doch mal ein richtiger Mann werden. Und damals wollte ich es auch noch werden, ein richtiger Mann. Doch was ist ein richtigerm Mann und was ist eine richtige Frau? Jedenfalls ware damals schon die Signale, die ich sendee ohne mier darüber Gedanken zu machen, nicht die, welche als typisch männlich galten. War ich also damals schon eher weiblich! Mit kurzen Haaren Pulli und Latzhose, der Junge der immer als letzter im Sport einer Mannschaft zuelost wurde? Heute mir Abstand würde ich behaupten, ja ich war schon immer weiblich. Auch wenn es noch nicht so bewusst zu Tage trat.
Das Tragen von weiblichen Kleidungsstücken folgte danach. Auch das Ausprobieren von Make-up kam als Zeichen meiner Weiblichkeit hinzu. Doch letztes macht mich nicht automatisch weiblich.
Ein anderer nicht zu vergessender Aspekt ist in biologischen Gesichtspunkt zu sehen. Zur Weiblichkeit sehe ich auch Kinder gebären zu können. Dies ist mir nicht möglich. Und beim Lesen älterer Beiträge zum Thema Partnersuche, fand ich interessantes. Ging es in den Beiträgen doch darum, warum es als CD schwerer ist einen Partner zu finden.

Ist es, weil die potentiellen Partnerinnen mach einem Mann suchen, der der Vater ihrer Kinder sein soll. Unbewusst senden wir Signale, die von andern als weiblich eingestuft werden. Somit unter Umständen wird dieser Mann es schwerer haben eine Partnerin zu finden. Was ich damit sagen möchte, unabhängig davon wie wir und Kleiden oder Make -up benutzen, sind wir weiblich oder männlich.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Valerie Bellegarde
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 44 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hallo,
hier noch zwei unterhaltsame statements zum Thema, allerdings nicht von mir, aber trotzdem ganz witzig:

1) J.W. von Goethe (ca. 200 Jahre her)
"Alles Vergängliche / Ist nur ein Gleichnis / Das Unzulängliche / Hier wird's Ereignis / Das Unbeschreibliche / Hier ist es getan / Das ewig Weibliche / zieht uns hinan"

2) Katharina Rutschky, 1997:
"Dem Feminismus ist es nicht gelungen, eine originelle Version von Weiblichkeit zu entwickeln und echte Lust an der neuen Freiheit auszuleben. Stattdessen klammert er sich wie eh' und je' an das alte Feindbild vom bösen Mann"

L.G. Valerie
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Re: Weiblichkeit ist mehr als nur Makeup & Kleider

Post 45 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Laila-Sarah und auch alle anderen hier,
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 15:50 Also was macht Weiblichkeit aus? Was ist es für euch? Was ist der Unterschied zwischen Cossplayer oder einem Karnevalisten. Sind es die Gedanken im Kopf? Das Leben, dass man lebt? körperliche Merkmale? Die Art und Weise wie sich Sexualität äußert (egal ob Interesse an Frauen oder Männern aber das "wie")? Wann ist eurer Meinung nach die kritische Masse erreicht wo man sich den titel weiblich attestieren kann.
neben Ankes Antworten und meiner Beobachtung, dass in den unterschiedlichen Antworten in diesem thread durchaus unterschiedliche Begriffsebenen angesprochen werden (wie auch schön aus dem Duden-Zitat von Eva hervorgeht), möchte ich auch einmal die Begründung "in den Ring werfen", warum ich mich selbst als "weiblich" wahrnehme: Ich fühle mich als Eine aus der Gruppe der Frauen.

Für sich genommen klingt das erst einmal wie ein Selbstbezug ("ich bin Frau, weil ich mich als Frau fühle"), ist aber anders gemeint: Schon von jeher habe ich mich - auch als ich weder das Konzept der "Transgender" kannte, noch meinen biologischen Status infrage stellte - der Gruppe meiner weiblichen Mitmenschen zugehörig empfunden. Quasi ein "ich gehöre in die Sandkastenecke der Mädchen". Aber, und das ist wohl meiner realistischen Einschätzung meiner Biologie geschuldet, habe ich mich nie als "Frau" gesehen, sondern (seitdem mir überhaupt erst diese Konzepte bewusst sind) als weibliches Wesen in einem männlichen Körper. Und damit habe dann auch ich argumentativ den Sprung in eine der anderen Ebenen vollzogen: die Definition von "weiblich" bzw. "Frau" auf einer biologischen und kulturellen Ebene.

Insofern also ist meine Antwort auf die Frage, was für mich (meine) Weiblichkeit ausmacht, das Zugehörigkeitsgefühl zu dieser Gruppe. Bekleidung und viele andere der "von außen wahrnehmbaren" Attribute sind dann nur noch Stilmittel, um diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen und fußen auf dem, was ich im Lebensverlauf in meinem Umfeld als "typisch Frau" kennengelernt und verinnerlicht habe.

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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