Und der Bundesverband Trans*?
Und der Bundesverband Trans*? - # 3

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Jaqueline
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 31 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Guten Morgen,
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 Für mich ist der Verband nicht existent.
Der letzte Eintrag in Bezug auf Aktuelles stammt vom 09.12.2016. Das sind fast zwei Monate. Ist die Zeit seit dem stehen geblieben?
Das geht nicht in Kurz, denn wenn ich das aufzähle, ist es nicht mehr kurz. Nur soviel, Ende des einen Jahres und Beginn des nächsten ist immer viel Verwaltung und Finanzkram. Abrechnung des letzten Jahres und Beantragung der Mittel für das nächste. Das war eine der Haupttätigkeiten - daneben wollten auch die Menschen im BV auch mal ein paar Tage Ruhe haben. Wir mussten auch neue Leute suchen, Nik vom "Trans - Ja und?!" Projekt hat aufgehört und wir mussten eine neue Koordinationsperson suchen, es gab eine Kooperation mit dem LSVD, neue Projekte für 2017 wurden geklärt, die MV 2017 und das nächste Trans*Aktiv Treffen wird organisiert etc.
Ich wollte keine Rechtfertigung. Wer sich Bundesverband nennt und noch keine wirkliche Basis hat muss das trotzdem kompensieren können. Sonst hat er den Namen Bundesverband nicht verdient.
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 Was will der BVT:
👉 Reform des Transsexuellenrechts: Vornamens- und Personenstandsänderung auf Antrag, ohne Gutachten
und ohne Gerichtsverfahren.
😡 Da bin ich dagen. Es sollte nicht jede/r den Namen und das Geschlecht ändern können, weil ihm / ihr gerade danach ist. Sonst sage ich willkommen Wildwuchs.
Das wurde schon so oft hier im Forum diskutiert. Das mag vielleicht für die eine oder den anderen eine etwas streitbare Position sein, doch ich bin, wie viele andere auch, davon überzeugt, dass dies die einzig sinnvolle Alternative ist. Alle anderen Verfahren verstoßen auf die ein oder andere Art gegen Menschen- und Grundrechte. Können wir gerne an anderer Stelle noch einmal klären.
Mir kommt diese Antwort vor wie der Kern des Films "Die Welle". Ich weiß, das es hier schon öfters Thema war und ich war damals gegen eine Änderung und ich bin es auch weiterhin. Trotz aller Kritik hier.

Fortsetzung folgt.

Mit freundlichen Grüßen
Jaqueline
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 32 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Jaqueline,
Mir kommt diese Antwort vor wie der Kern des Films "Die Welle".
Kann ich absolut nicht nachvollziehen und mir kommt der Vergleich ziemlich unlauter vor.

Du hast ein Recht auf Deine Meinung, aber nachvollziehen kann ich sie nicht. Fremden Menschen die Entscheidung über mein Selbstverständnis, zu dem aus das verwaltungsrechtliche gehört, zu überlassen, ist Willkür. Ich sehe es grundsätzlich nicht ein, weshalb überhaupt ein Eintrag in das Personenstandsregister erforderlich ist. Auch ist der Vornamen, den man mir ohne meine Zustimmung gegeben hat, ein Akt der Willkür. Warum soll ich mir nicht einen selber aussuchen können ?

Für mich sind das Dinge aus der Mottenkiste, die nicht zu einem modernen Staat gehören. Ich verweise in diesem Sinne auf Art. 1, Abs.1 und Art. 2, Abs. 1 des Grundgesetzes. Mein Name und mein Geschlecht sind unveräußerlicher Anteil meiner Würde und meiner Persönlichkeit. Ich habe das Recht, meine Persönlichkeit frei zu entfalten. wenn man mir also meine Wahlmöglichkeit hinsichtlich Namen und Geschlecht entzieht, verstößt das mMn gegen das Grundgesetz.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 33 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,

ich wünsche mir etwas mehr Solidarität, auch wenn man persönlich von solchen Änderungen, die aus den Forderungen erwachsen können, "nichts hat".

Die lange geäußerte Forderung nach einer Reform des Namensrechtes im geäußerten Sinne nimmt niemandem etwas weg - außer einigen GutachterInen und psychologischen Fachkräften, die allerdings beim vielfach dargestellten Fachkräftemangel relativ schnell andere Betätigungsfelder finden werden.

Auch: ein "Eitrag X" nützt mir nix - trotzdem unterstütze ich die Menschen, die ihn für sich fordern

Ehe für alle! - Lange hieß es "Homo-Ehe", was in meinen Augen falsch ist. Eine "Ehe für alle" soltlen doch nun wohl alle Menschen unterstützen, selbst wenn sie schon verheiratet sind und bleiben (ja, da gibt es schließlich auch eine gleichgeschlechtliche Ehe).

Ich könnte fortsetzen: Toilettenfragen, Schwimmen und Sport...

Wenn ich mir angucke, wie viel Arbeit (und auch Geld) viele ehrenamtliche Menschen aufwenden, um sich für andere Menschen zu engagieren, dann ärgert es mich, wenn die Arbeit behindert wird.

zwangsgutachterei-li.jpg

Gruß
Anne-Mette
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 34 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Reform des Transsexuellenrechts: Vornamens- und Personenstandsänderung auf Antrag, ohne Gutachten
und ohne Gerichtsverfahren.
😡 Da bin ich dagen. Es sollte nicht jede/r den Namen und das Geschlecht ändern können, weil ihm / ihr gerade danach ist. Sonst sage ich willkommen Wildwuchs.
Klingt für mich wie jemand, der die Gutachterei und die VÄ / PÄ bereits hinter sich hat. Ansonsten wäre die Meinung sicherlich eine andere :wink:
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Svetlana L
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 35 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Bürgeramt Tempelhof-Schöneberg, Montag früh 9.20 Uhr
Mitarbeiterin: "Kann ich sonst noch etwas für Sie tun? Wir hätten heute Vornamens- oder sogar Personenstandsänderungen günstig im Angebot!"
Kundin: "Och ja, das kenne ich ja noch gar nicht. Das könnten wir doch glatt mal versuchen! - Kann ich das Umtauschen, wenn es mir doch nicht gefällt?"

Jaqueline, stellst du dir so den "Wildwuchs" vor?

Ich glaube allerdings - wie hier auch schon verschiedentlich geäußert wurde -, dass das eine eher unwahrscheinliche Entwicklung wäre. Wer ändert denn bitte schön einfach mal so ganz spontan seinen Vornamen oder den Personenstand? Da gehört schon ein gewisser "Findungsprozess" dazu, oder? Warum also gehst du so hart mit dem BVT* ins Gericht. Fundierte Kritik ist das eine, aber generell gleich alles und grundsätzlich in Frage zu stellen ist dann aus meiner Sicht doch ein bisschen zu einfach.

Das was Nicole hier über die Arbeit des BVT* geschrieben hat, hätte ich mir von Anfang an - vielleicht auch in etwas allgemeinerer Form - auf der BVT*-Homepage gewünscht, denn das verstehe ich unter Transparenz.
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As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 36 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Svetlana L hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 19:57 ....Wer ändert denn bitte schön einfach mal so ganz spontan seinen Vornamen oder den Personenstand? Da gehört schon ein gewisser "Findungsprozess" dazu, oder? .....
Nein es gehört kein "Findungsprozess" dazu schindluder zu treiben. Ich denke da jetzt einmal an Sozialbetrug z.B.
Es öffnen sich dadurch auch ganz neue Möglichkeiten bez der Unterschlagung von Unterhaltszahlungen.


LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Jaqueline
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 37 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Fortsetzung
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 👉 Sicherung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung
😊 Das trifft regional gewiss zu aber brauche ich dafür einen BVT?
Ja, brauchst Du! Denn das SGB, das dies maßgeblich regelt, ist Bundesrecht, nicht Landesrecht. Genau wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (MDS) ein Bundesverband und kein Landesverband ist, die AWMF eine Bundesvereinigung ist und keine Landesvereinigung. Alle diese und noch mehr fragen, wenn sie überhaupt die Zusammenarbeit mit Trans* Vertreter_innen in Erwägung ziehen, nach deren Relevanz oder gar Legitimation auf Bundesebene. Genau dafür brauchen wir einen BVT*, der auch breit getragen wird, denn ansonsten werden wir dort und andernorts wieder einmal ignoriert. Man spricht und bestimmt über uns, aber ohne unsere Beteiligung. Das ist völlig inakzeptabel.
Wenn es Landesrecht werden soll (wenn ich die Antwort richtig verstehe), dann willkommen Flickenteppich. Reicht es nicht, das wir in Sachen Schule solche gravierenden Unterschiede haben? Für mich drängt sich der BVT zu sehr ins Bild. Er soll doch erst einmal laufen lernen. Die DGTI hat dagegen meine volle Unterstützung, genau wie TransMann, ... . Wenn es ins Gesetz soll dann doch bitte ins TSG.
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 👉 Wahrung der Menschenrechte auch für Asylsuchende
🤔 Ist das in Deutschland nicht normal?
Nein, ist es nicht. Gerade LSBT Geflüchtete und Asylsuchende haben andere und/oder weitergehende Asylgründe als andere. Verfolgung auf Grund von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität ist noch einmal etwas anderes als politische Verfolgung. Ein LSBT Hintergrund macht aus sonst vermeintlichen "sicheren" Herkunftsländern dann nämlich auf einmal doch Todesfallen. Daher ist es unbedingt notwendig, auch deren Recht auf Asyl hier hervorzuheben und einzufordern und auch ihre besonderen Bedarfe - so sollten LSBT Geflüchtete bspw. nicht mit ihren Landsleuten in Unterkünfte gezwungen werden, da ihre Verfolgung oft nicht nur politisch, sondern nicht zuletzt auch kulturell begründet ist.
Es ist ein Verein im Aufbau. Aber man will gleich überall mitmischen. Man kann irgendwie nicht genug bekommen. Das wird nichts Halbes und nichts Ganzes. Wenn man sich dem Thema in Bezug auf Asylanten annimmt, wie erfolgt dann in Zukunft die Überprüfung?
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 👉 Stärkung von Selbsthilfegruppen, Netzwerken und Vereinen
🤔 Was wird aus SHGs, Vereinen, ... die den BVT nicht anerkennen? Auch der BVT brauch eine fundamentale Basis, sonst bleibt er eine Luftblase.
Dann hast Du das Prinzip noch nicht verstanden, tut mir leid. Der BVT* will und soll doch gerade eben die lokalen Strukturen nicht ersetzen! Er soll auf Bundesebene alles dafür tun, damit die lokalen Strukturen gestärkt und im Bund vertreten werden, nicht umgekehrt. Anerkennen muss den BVT* keine Gruppe oder Mensch, der dies nicht möchte. Was heißt überhaupt anerkennen? Der BVT* ist keine Bundesführung oder soetwas. Es ist eine offene und partizipative Struktur, in der sich jede_r einbringen kann und soll! Je mehr darin mitarbeiten, desto stärker ist der Verband. Der Verband soll nichts lokal bestimmen, sondern auf Bundesebene eine Vertretung darstellen, die in und gegenüber unter anderen zuvor genannten Strukturen unerlässlich ist.
Den Wunsch wie es laufen soll habe ich verstanden. Was nützt ein Verband, wenn keine SHG oder Verband mitmachen möchte? Oder nur die wenigsten der betroffenen? Im Moment ist es zum Großteil nur Wunschdenken. Und kritische Fragen / Meinungen nicht erwünscht.
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 👉 Abbau der Psychopathologisierung und Stigmatisierung
🤔 Nach was soll dann in Zukunft behandelt und operiert werden?
Uralte Frage, s.o. die Frage der Gesundheitsversorgung und noch etwas weiter oben die Frage nach der Vä/Pä. Das wurde schon mehrfach hier im Forum vor- und rückwärts diskutiert und es geht daran einfach kein Weg vorbei. Lies mal die internationale Literatur und schau Dir mal internationale Politik an. Der Zug ist schon längst abgefahren, dieses Rad stoppst Du nicht mehr, es wird hier ankommen, spätestens in ein bis zwei Jahren, wenn der ICD-11 in Deutschland gültig wird. Die Frage lautet schon lange nicht mehr, ob die Psychopathologisierung wegfallen muss oder nicht, sondern wie wir damit umgehen werden. Die Lösung kann es dann bestimmt nicht sein, deren Wiedereinführung zu fordern.
Ob es schon diskutiert wurde oder nicht steht jetzt nicht zur Debatte. Daher falsche Antwort im ersten Teil von dir. Ihr wisst nicht was wir hier für einen Luxus haben. Wenn es kommt wie in vielen Ländern, dann wird es für die Betroffenen nicht besser sondern schlechter und teurer. Ich rede aus eigenen internationalen Erfahrungen. Mir fehlt bis heute eine ordentliche Antwort wie nach ICD-11 eine OP abgerechnet wird die, dem heutigen ICD-10 F64.0 entspricht. Wer garantiert, dass die Krankenkassen die Kosten für Therapien, OPs, Medikamente, Untersuchungen tragen? So lange es keine klare Aussage diesbezüglich gibt kann ich in dem Punkt nicht überzeugt werden. Es ist einer der Kernpunkte meiner Bedenken an der gesamten Reform. Für mich zählen nur Fakten. Ich bin der Meinung es geht zu Lasten der Betroffenen aber das will keiner hören.
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 👉 Vertretung in der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
😡 Die soll doch bitte unabhängig bleiben und nicht durch einen BVT gesteuert werden.
Bitte? Ich glaube da hast Du nicht verstanden, was der Satz meint. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist eine vom Bund finanziell gut ausgestattete Stiftung, die mit ihren Mitteln Projekte zur Wiedergutmachung der Verfolgung und des Leids durch die Nazis an Homosexuellen während der NS Zeit leisten sollen. Die MH-Stiftung besteht aus zwei Organen, dem Kuratorium und dem Fachbeirat.
Vielen Dank für die Klarstellung. Ich bin auch nur ein Mensch, der auch Fehler machen kann. Also ist der BVT überflüssig. Dafür kann man ja die MH-Stiftung in sich ausbauen.
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25 👉 Ausbau des Antidiskriminierungsrechts.
😡 Aus meiner Sicht ist es heute schon so wie es ist ausreichend. Wo sind die Lücken?
Ach ja? Dann versuche mal -§5 TSG einzuklagen, wenn Du wegen eines Zwangs-Outings Deinen Job verloren hast. Nur ein Beispiel... Oder versuche mal als nicht-binäre Trans* Person irgendein Persönlichkeitsrecht geltend zu machen. Keine Chance. Entweder Du passt Dich dem cis Heteronormativ an oder Du wirst negiert, Du existierst einfach nicht, soetwas wie Dich gibt es "hier" nicht. Die Liste ist ausbaufähig, aber das soll ich ja nicht :)
Ich sehe eher, das -§8 TSG zum Schutz erweitert werden sollte. Schlimmer ist Mobbing oder Bossing und da gibt es heute schon theoretisch Schutz.[/quote]


nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22 Weißt Du, meckern ist immer so leicht. Man pickt sich ein paar Dinge raus, kümmert sich um nichts, informiert sich nicht, fragt auch nicht nach, aber drischt mal fleißig drauf los. Mindestens 50% Deiner Punkte wurden schon so oft hier diskutiert, daran konnte man eigentlich nicht vorbeigehen. Da frage ich mich dann schon, warum kommt das hier nun schon wieder hoch? Ich kann mir das nur so erklären, dass das entweder nicht gelesen oder nicht verstanden wurde. Ersteres ist Ignoranz und einfach verwerflich, wenn man anschließend eine Meinung dazu abgeben möchte. Wenn man es nicht versteht aber dann inhaltlich zum eigenen Verständnis nicht nachfragt, dann ist das schlicht...
Ich bin diese Reaktionen gewohnt, die sich nicht die Mühe machen, darüber nachzudenken warum jemand anderer Meinung ist. Mir driftet manches in eine Traumwelt ab und das möchte ich nicht auch wenn es mich nicht mehr trifft.
nicole.f hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 23:22 Das größte Problem in unserer Community ist das, was Daenerys auch bereits ansprach, die kurze Verweildauer der "aktiven" Leute in der Szene. Was folgt ist, dass diese Szene voll ist von Halbwissen. Nur leider ergibt zweimal Halbwissen kein ganzes Wissen, es bleibt halb. Ich gebe offen zu, dass auch ich noch viel zu kurz dabei bin, um ein vollständiges Bild zu haben - immerhin gut drei Jahre, aber ich bin mir darüber bewusst, dass ich noch immer viel zu wenig weiß und viel zu lernen habe. Mein Bücherschrank quillt über mit Literatur zu dem Thema, die noch gelesen werden möchte. Daher habe ich größten Respekt und Demut vor denen, die schon 10 Jahre und mehr auf dem Gebiet aktiv tätig sind. Es stünde vielen gut zu Gesicht, sich etwas zurück zu nehmen und sich zuerst einmal besser zu informieren, bevor sie lautstark losplärren oder haltlose Positionen vertreten. Sinnvolle inhaltliche Fragen zu stellen ist keine Schande, sondern ein Zeichen von Respekt. Infragestellungen hingegen sind meist ein Zeichen von uninformierter Ablehnung.
Wann immer ich Zeit habe bin ich noch aktiv. Wer weiss schon alles? Den zeige mir. Bücher sind geduldig. Das Leben spielt draußen und nicht im Buch. Ich halte nichts von vorgebackenen Informationen. Sie sind nicht unabhängig. Daher, wenn mich ein Thema interessiert dann lese ich mehrere Quellen. Ich würde dem BVT nicht blind vertrauen.

Wo ist eigentlich die Satzung des BVT? Ich habe sie nicht gefunden. So lange ich die nicht sehe ist der Verband nicht existent für mich.

So, jetzt noch ein Wort zum Schluss. Ich bin froh das keiner weiß was morgen ist. Mit gestalten sollten alle. Sich auf nur eine Institution verlassen ist ein Fehler. Daher BVT, nein danke.

Wenn sich jemand provoziert fühlt, dann sorry. Ich bin es gewohnt meine Meinung zu sagen.

Ganz liebe Grüsse
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 38 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 09:41
Reform des Transsexuellenrechts: Vornamens- und Personenstandsänderung auf Antrag, ohne Gutachten
und ohne Gerichtsverfahren.
😡 Da bin ich dagen. Es sollte nicht jede/r den Namen und das Geschlecht ändern können, weil ihm / ihr gerade danach ist. Sonst sage ich willkommen Wildwuchs.
Klingt für mich wie jemand, der die Gutachterei und die VÄ / PÄ bereits hinter sich hat. Ansonsten wäre die Meinung sicherlich eine andere :wink:
Ja habe ich gehabt und es lief problemlos. Ich war auch damal gegen eine Reform.

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 39 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Jaqueline hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 20:45
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 09:41
Reform des Transsexuellenrechts: Vornamens- und Personenstandsänderung auf Antrag, ohne Gutachten
und ohne Gerichtsverfahren.
😡 Da bin ich dagen. Es sollte nicht jede/r den Namen und das Geschlecht ändern können, weil ihm / ihr gerade danach ist. Sonst sage ich willkommen Wildwuchs.
Klingt für mich wie jemand, der die Gutachterei und die VÄ / PÄ bereits hinter sich hat. Ansonsten wäre die Meinung sicherlich eine andere :wink:
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Mit freundlichen Grüßen
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Also hättest Du einen Weg, der für Dich einfacher, kürzer und mit weniger Aufwand und Geduld verbunden gewesen wäre, für Dich dann abgelehnt? Du nimmst es mir sicher nicht übel, das ich Dir DAS nicht abkaufe.
Ich hoffe, Du fühlst Dich jetzt nicht provoziert, aber auch ich sage nun mal gerne meine Meinung.

Mit ebenfalls freundlichen Grüßen
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 40 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Svetlana L hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 19:57 Bürgeramt Tempelhof-Schöneberg, Montag früh 9.20 Uhr
Mitarbeiterin: "Kann ich sonst noch etwas für Sie tun? Wir hätten heute Vornamens- oder sogar Personenstandsänderungen günstig im Angebot!"
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Jaqueline, stellst du dir so den "Wildwuchs" vor?
Was soll der Mist? Ich nehme das Thema sehr ernst. Oder meinst du ich würde sonst solch einen Beitrag verfassen? 😡😡😡😡😡😡😡😡😡
Svetlana L hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 19:57 Ich glaube allerdings - wie hier auch schon verschiedentlich geäußert wurde -, dass das eine eher unwahrscheinliche Entwicklung wäre. Wer ändert denn bitte schön einfach mal so ganz spontan seinen Vornamen oder den Personenstand? Da gehört schon ein gewisser "Findungsprozess" dazu, oder? Warum also gehst du so hart mit dem BVT* ins Gericht. Fundierte Kritik ist das eine, aber generell gleich alles und grundsätzlich in Frage zu stellen ist dann aus meiner Sicht doch ein bisschen zu einfach.
wie läuft der neue Findungsprozess? Mich interessieren nur Fakten. Ich kenne leider einige Kandidaten, die hoffen sie können einfach zum Gericht gehen und den Namen im vorbeigehen ändern.
Svetlana L hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 19:57 Das was Nicole hier über die Arbeit des BVT* geschrieben hat, hätte ich mir von Anfang an - vielleicht auch in etwas allgemeinerer Form - auf der BVT*-Homepage gewünscht, denn das verstehe ich unter Transparenz.
😂😂😂😂😂😂😂😂😂

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 41 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 20:50 Also hättest Du einen Weg, der für Dich einfacher, kürzer und mit weniger Aufwand und Geduld verbunden gewesen wäre, für Dich dann abgelehnt? Du nimmst es mir sicher nicht übel, das ich Dir DAS nicht abkaufe.
Ich hoffe, Du fühlst Dich jetzt nicht provoziert, aber auch ich sage nun mal gerne meine Meinung.
Ich fühle mich nicht provoziert. Was ich nicht kenne (genau auf deine Frage bezogen) beurteile ich nicht. Ich habe nur die Angst, das durch die Vereinfachung mehr möchte gern Trans* durch den Prozess kommen und den wirklich betroffenen Personen das Leben danach um so schwerer machen.

Ganz liebe Grüsse
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 42 im Thema

Beitrag von conny »

nicole.f hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 00:17
Manchmal widert mich diese "Community", die oft genug nämlich gar keine ist, sondern ein riesiger Zickenhaufen, wirklich an.
Genau das ist m.E. das Problem. Das erinnert mich wieder an die Diskussion mit einem Grünen-Politiker bei einem unserer Forumstreffen, der sinngemäß sagte: Wenn wir etwas für Euch tun sollen, dann sagt uns doch erstmal, was ihr eigentlich wollt.
Solange das nicht geklärt ist, ist eine wirksame Lobbyarbeit natürlich nicht möglich, man suche dann aber bitte nicht die Versäumnise bei den Politikern.
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 43 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Jaqueline hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 21:04
Ich fühle mich nicht provoziert.

Das freut mich. Ich mag Menschen, mit denen man Klartext reden kann. Definiere bitte "möchte gern Trans*" Brauche ich Gutachter, um zu bestätigen, was ich jetzt sowieso schon weiß?
Muss ich mich mit teilweise Willkür, Schlampigkeit, horrenden Kosten und ewigen Wartezeiten rumärgern, um das (offiziell) sein zu dürfen, was ich eh schon immer war?

Wer den festen Vorsatz hat, die VÄ / PÄ zu bekommen, der bekommt sie auch, wenn er / sie sich nicht extrem blöd anstellt. Auch Psychiater und Gutachter lassen sich blenden und sind nicht allwissend.
Ich habe, genau wie Du, auch den "Old School Weg" hinter mir. Inwieweit machen uns Möchtegern-Trans* das Leben schwer?

Ebenfalls ganz liebe Grüße
Michelle
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 44 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 21:16
Jaqueline hat geschrieben: Di 14. Feb 2017, 21:04
Ich fühle mich nicht provoziert.

Das freut mich. Ich mag Menschen, mit denen man Klartext reden kann. Definiere bitte "möchte gern Trans*" Brauche ich Gutachter, um zu bestätigen, was ich jetzt sowieso schon weiß?
Muss ich mich mit teilweise Willkür, Schlampigkeit, horrenden Kosten und ewigen Wartezeiten rumärgern, um das (offiziell) sein zu dürfen, was ich eh schon immer war?

Wer den festen Vorsatz hat, die VÄ / PÄ zu bekommen, der bekommt sie auch, wenn er / sie sich nicht extrem blöd anstellt. Auch Psychiater und Gutachter lassen sich blenden und sind nicht allwissend.
Ich habe, genau wie Du, auch den "Old School Weg" hinter mir. Inwieweit machen uns Möchtegern-Trans* das Leben schwer?

Ebenfalls ganz liebe Grüße
Michelle
Dazu kann ich eine wissenschaftliche Studie von Meyenburg et.al empfehlen. Die haben über 3.000 (!!!) Gutachten ausgewerten und kommen zu dem Schluss, dass weniger als 1% negativ ausfallen. Was soll das dann also!?
Ebenso sagen die Psycho* inzwischen selbst, dass sie keine Möglichkeit haben, objektivierbare Aussagen über das geschlechtliche Empfinden einer Person zu treffen. Was soll das dann also!?

Ne ne, lass' stecken, das System ist nicht mehr zu retten ;) Und das ist auch sehr gut so...

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
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Re: Und der Bundesverband Trans*?

Post 45 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Danke Nicole,

diese Studie kannte ich bisher nicht. Sie zeigt allerdings denn ganzen (Un)sinn des Systems. Vermutlich spielt wieder mal das liebe Geld eine große Rolle, denn solche Gutachten sind ja eine nette Einnahmequelle.

Liebe Grüße
Michelle
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