Hallo Marie,
ich habe neulich mal nachgerechnet und kam auf fast 80 Leute, denen ich vom CD erzählt habe. Und ich denke das Gleiche wie Vivian: "deine Schwester braucht wohl ein bisschen Nachhilfe von dir." Das Gefühl hatte ich bei vielen meiner Gesprächspartner auch und habe denen einfach am nächsten Tag eine Email geschickt mit etwas Text und einem Link
http://www.julaonline.de/pdf/menindressesde.pdf zu der Untersuchung von Dr. Vernon Coleman. Das kam immer gut. Denn die meisten überlegen z. B., wie auch deine Schwester, ob wir "jetzt schwul" seien.
Meine letzte Email in unserer Sache (an einen Kunden) hänge ich unten dran.
Ich wünsche dir ein glückliches und ruhiges Händchen im Umgang mit deiner Schwester!
Lieschen
Hallo,
noch eine kurze Äußerung zum Crossdressing: wenn ich auf die lackierten Fingernägel angesprochen werde, sage ich bei Leuten, die ich nicht soo mag, dass mir die Farbe gefällt. Und frage dann nach, ob sie es schlimm fänden, wenn ein Mann das macht. (Natürlich gibt sich niemand die Blöße, das "schlimm" zu finden.)
Den anderen Mitmenschen erzähle ich auf Nachfrage eigentlich recht offensiv vom Crossdressing. Und habe dabei noch NIE eine negative Reaktion erlebt. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die meisten Leute mich als ernsthaften Menschen kennen. Ohne anmaßend sein zu wollen, denke ich, dass das Erzählen vom CD für diese Leute eine Bereicherung ihres Weltbildes ist.
Bei Ihnen war es ein Sonderfall, teilweise hatte ich es ja bereits gesagt. Mir hilft das zeitweise Wechseln des Geschlechts, vom täglichen Stress abzuschalten. Der "Herr X" ist dann einfach nicht mehr da. "Lieschen" macht Dinge, für die ich mir im Mannmodus nie die Zeit nehmen könnte/würde. Das Stylen dauert zwar immer gut drei Stunden, dafür ist das Passing danach so gut, dass ich nicht mehr als Mann erkannt werde. Meine Tochter (studiert übrigens "Gender Studies", wie passend "¦) beschreibt mich dann als "Chefsekretärin".
Ihre Arbeit mit psychisch Kranken kann ich kaum einschätzen. Falls Sie mit einem Klienten zu tun haben, der Andeutungen in Richtung CD macht, können Sie mich gerne anrufen. Deshalb auch noch einmal diese Email. Insofern war mein Erzählen am Montag bei Ihnen kein "Outing", sondern tatsächlich ein Erzählen.
Im Anhang schicke ich Ihnen eine wissenschaftliche Untersuchung von Dr. Vernon Coleman zum Thema Crossdressing mit. Ist ganz nett geschrieben.
Freundliche Grüße!
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de