Wenn der Alltag als Mann nur noch zum Kostüm wird...
Wenn der Alltag als Mann nur noch zum Kostüm wird... - # 2

Lebensplanung, Standorte
Alicia
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Re: Wenn der Alltag als Mann nur noch zum Kostüm wird...

Post 16 im Thema

Beitrag von Alicia »

Miriam_Secret hat geschrieben: Do 26. Mär 2026, 08:26 ...hatte letztens mal nagellack drauf und bewusst einen kleinen finger mit dem pinkglitzer nagellack gelassen so als kleiner reminder an miriam im alltag ....bisher ist es auch nur einer person aufgefallen die in meinen augen aaber auch so ne art mit entsetzen reagiert hat
Liebe Miriam,

Eltern, und besonders Mütter, haben besondere Antennen für Veränderungen an den Kindern und reagieren natürlich darauf. Klar, dass sie den Nagellack sofort gesehen und auch thematisiert hat.
Als ich im Herbsturlaub bei meinem Vater mit lackierten kleinen Fingernägeln im Heim eingelaufen bin, hat er das auch sofort bemerkt. Nach meinem "Mir war gerade danach" war das Thema abgeräumt. Mittlerweile sagt er nix mehr und akzeptiert das als normal. Die femininen Pullover und den Halsschmuck hat er bisher gar nicht erwähnt, obwohl er es bestimmt registriert hat.
Ganzjährig sind meine kleinen Fingernägel hautfarben lackiert und die restlichen mit Klarlack, diskret aber für mich spürbar. Im Urlaub gönne ich mir dann etwas kräftige Farben und längere Nägel. Rote Töne kommen nur bei en femme-Ausflügen drauf und auch nur, wenn sie zum Outfit passen.
Deine Mutter wird sich an diese Neuerung gewöhnen, wie auch an die noch folgenden. Wie schon geschrieben wurde: Kleine Schritte machen und die Umwelt langsam daran gewöhnen. Mach ich auch gerade.

Liebe Grüße, Alicia. (ki)
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Re: Wenn der Alltag als Mann nur noch zum Kostüm wird...

Post 17 im Thema

Beitrag von Miriam_Secret »

Alicia hat geschrieben: Do 26. Mär 2026, 16:39
Miriam_Secret hat geschrieben: Do 26. Mär 2026, 08:26 ...hatte letztens mal nagellack drauf und bewusst einen kleinen finger mit dem pinkglitzer nagellack gelassen so als kleiner reminder an miriam im alltag ....bisher ist es auch nur einer person aufgefallen die in meinen augen aaber auch so ne art mit entsetzen reagiert hat
Liebe Miriam,

Eltern, und besonders Mütter, haben besondere Antennen für Veränderungen an den Kindern und reagieren natürlich darauf. Klar, dass sie den Nagellack sofort gesehen und auch thematisiert hat.
Als ich im Herbsturlaub bei meinem Vater mit lackierten kleinen Fingernägeln im Heim eingelaufen bin, hat er das auch sofort bemerkt. Nach meinem "Mir war gerade danach" war das Thema abgeräumt. Mittlerweile sagt er nix mehr und akzeptiert das als normal. Die femininen Pullover und den Halsschmuck hat er bisher gar nicht erwähnt, obwohl er es bestimmt registriert hat.
Ganzjährig sind meine kleinen Fingernägel hautfarben lackiert und die restlichen mit Klarlack, diskret aber für mich spürbar. Im Urlaub gönne ich mir dann etwas kräftige Farben und längere Nägel. Rote Töne kommen nur bei en femme-Ausflügen drauf und auch nur, wenn sie zum Outfit passen.
Deine Mutter wird sich an diese Neuerung gewöhnen, wie auch an die noch folgenden. Wie schon geschrieben wurde: Kleine Schritte machen und die Umwelt langsam daran gewöhnen. Mach ich auch gerade.

Liebe Grüße, Alicia. (ki)

Liebe Alicia,

vielen Dank für deine lieben und bestärkenden Worte! Es tut gut zu hören, dass dein Vater mittlerweile sogar feminine Pullover und Schmuck als normal akzeptiert. Das macht mir ein bisschen Mut.

Bei meiner Mutter ist die Angst vor einem 'Super-GAU' allerdings noch riesig. Ich habe das Gefühl, ein komplettes Outing würde sie völlig überfordern. Deshalb war meine Ausrede mit der Tochter erst mal der rettende Anker, um die Situation zu entschärfen.

Aber dein Ansatz mit der 'Salami-Taktik' gefällt mir. Den kleinen Finger als bewussten Reminder an Miriam im Alltag zu lassen, fühlt sich für mich richtig an – auch wenn die Reaktion mit dem Entsetzen mich erst mal verunsichert hat. Vielleicht ist das mit dem hautfarbenen Lack oder dem Klarlack eine gute Idee für mich, um Miriam bei mir zu tragen, ohne dass die 'Antennen' meiner Mutter sofort Alarm schlagen.

Ich taste mich jetzt erst mal weiter in kleinen Schritten voran, so wie du es beschreibst. Es ist ein Balanceakt zwischen dem Wunsch, authentisch zu sein, und der Angst vor Ablehnung.

Liebe Grüße, Miriam
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