ich muss mir heute mal etwas von der Seele schreiben. Vielleicht kennt das jemand von euch: Ich nehme meinen Alltag als Mann inzwischen eigentlich nur noch als eine Art „Kostüm“ wahr. Es ist eine Rolle, die ich spiele, weil die Gesellschaft es erwartet, aber es fühlt sich nicht mehr echt an. Das bin einfach nicht ich obwohl es die Realität ist.
Sobald ich aber die Tür hinter mir schließe und zu Hause bin, lege ich dieses Kostüm ab. Dann bin ich Miriam. Das ist der Moment, in dem ich durchatmen kann.
Ich genieße es dann total, in bequeme Kleidung wie meinen Pulli sowie mein BH und Slip zu schlüpfen, meine Brüste anzulegen und mich einfach so zu geben, wie ich mich fühle. Es ist einfach „echter“ als alles, was ich draußen in der Männerrolle erlebe.
Mein Ziel ist es, jede freie Minute zu Hause als Miriam zu verbringen. Ich spare auch schon fleißig, um meine Garderobe Stück für Stück zu erweitern – das nächste Projekt sind ein schönes Bustier für nachts und eine Flared-Hose, damit der Look komplett wird.
Kennt ihr dieses Gefühl auch, dass die „normale“ Kleidung sich irgendwann wie eine Verkleidung anfühlt? Wie geht ihr damit um, wenn ihr wisst, dass ihr das Kostüm morgen wieder anziehen müsst?
Freue mich auf eure Gedanken!
Eure Miriam