Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung
Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Annette
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 16 im Thema

Beitrag von Annette »

Guten Tag,

eigentlich muss ich mich ja nicht mehr äussern, das meiste wurde bereits gesagt. Ansonsten ist mir spontan ein ganz bestimmter Hit von Smokie eingefallen...

Annette

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Anne-Mette
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Das ist nicht die ursprüngliche Version des Liedes; zuerst sind sie ohne "who the f..." ausgekommen.

Bei aller Kritik an ihr würde ich den Einfluss von ihr und "Gefolgschaft" nicht unterschätzen.
Anne-Mette
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 18 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Eine Frage ist sicherlich, ob mit dem geplanen Selbstbestimmungsgesetz eine "freie Selbstbestimmung" eingeführt werden wird, die ALLEN Menschen zugebilligt wird.
Das würde bedeuten, dass sich kein Mensch mehr als transsexuell/transidentisch outen müsste, weil "ich will" als Grund für die Änderung der Papiere reicht (aus welchem Grund auch immer).
Damit wäre eine Transsexualität/Transidentität abgeschafft - nur, was den Wechsel des Namens und des Geschlechtsstandes angeht.

Das hätte nichts zu tun mit medizinischen und/oder begleitenden Maßnahmen.
NikolaAusR
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 19 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

Anne-Mette hat geschrieben: So 10. Apr 2022, 16:21 Das würde bedeuten, dass sich kein Mensch mehr als transsexuell [...]

Das hätte nichts zu tun mit medizinischen und/oder begleitenden Maßnahmen.
Nachdem mit Inkrafttreten der ICD 11die Definition der 'Transsexualität' obsolet ist, ist das TSG seiner 'wissenschaftlichen' Grundlage beraubt und muss allein schon aus dieser Tatsache heraus als ebenso obsolet betrachtet werden.

Die Versorgung ist in den SGB in der mit dem 01.01.2022 begonnenen Übergangsfrist von 5 Jahren auf die Diagnose HA 60 anzupassen.
Wer trans* sagt muss auch cis sagen

Klar definier ich mich binär :-)
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Inga
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 20 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

das Buch werde ich mir sparen. Das Tv-Interview vom srf hat mir schon gereicht.

Offenbar kommt Frau Schwarzer nicht damit zurecht, dass Betroffene selbst entscheiden können, ob sie mit der zugeordneten Geschlecht zufrieden sind und wenn nicht, individuell eine Änderung in ihrer wahrgenomemen Geschlechtsidendität der Verwaltung bestätigen lassen. Einfaches Selbstbestimmungsrecht in Geschlechterfragen.

Ich sehe es so: Da zürnt die Alte damit, dass die Welt im Laufe der Jahre so anders geworden ist.

@Anne-Mette und andere: Was die Frage des Anspruchs auf medizinsiche Behandlung sowie die Finanzierung der Massnahmen zur Anpassung körperlicher Merkmale an das empfundene Geschlecht angeht, ist m. E. allein durch die Selbstbestimmung über und die verwaltungstechnischen Bestätigung des empfundenen Geschlechts allein noch nicht erledigt. Es spielt für viele in der Anerkennung des empfundenen Gechlechts auch nicht die Rolle, und sollte daher auch nicht als die zentrale Frage der Selbstbestimmung medial hoch gehoben werden. Zu einer medizinischen Behandlung, ob durch Hormonpillen oder Operationen gehört meienr Meinung vor der Anwendung eine sachkundige Beratung auch über Verträglichkeit, Folgen und mögliche Unumkehrbarkeit der Effekte. Aber das ist doch überall in der Medizin so.

Im übrigen: Manchmal frage ich mich, ob nicht gerade die unkomplizierte Selsbstbestimmung und unkomplizierte verwaltungstechnische Änderung genauso dazu beiträgt, dass die geschlechtlichen Merkmale weniger relevant werden in der Gesellschaft, sondern eher individuelle Privatangelegenheit der einzelnen Person bleiben.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 21 im Thema

Beitrag von Aria »

Kann man Alice transphob nennen....ich denke nicht wirklich. Kann man sie desinformiert nennen.....ja schon. Kann man sie intelligent genug nennen, um zur richtigen Zeit ein Buch als Streitschrift zu einem strittigen Thema heraus zu bringen, um daraus Kapital zu schlagen......definitiv!

Und nichts anderes sehe ich hier. Hier versucht eine Alt-Revoluzzerin mit - in meinen Augen - relativ wenig Hintergrundwissen, diejenigen zu erreichen, die sich von schwach beleuchteten Fakten beeinflussen lassen. Denn bei genauerer Betrachtung ist ihre komplette These mit wenigen Argumenten auseinander zu nehmen, wie die Spiegel Kolumnistin richtig beobachtet hat. Dennoch steckt in allem auch ein bisschen Wahrheit und kann von daher nicht komplett als stumpfe Meinungsmache abgetan werden. Vielleicht wäre es gut, wenn man sich lieber mit Frau S. auseinandersetzen würde, anstatt sich in einem Frontenkrieg zu verzetteln. Aber das fällt vielen Aktivist*innen genau so schwer, wie es einer leicht altersstarrsinigen Alice mittlerweile schwer fallen mag. Und aus diesem Grund ist mir diese ganze Diskussion nicht mehr wert als ein müdes Lächeln und die paar Zeilen hier.
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 22 im Thema

Beitrag von Marielle »

Namd,
Aria hat geschrieben: So 10. Apr 2022, 20:09Vielleicht wäre es gut, wenn man sich lieber mit Frau S. auseinandersetzen würde, anstatt sich in einem Frontenkrieg zu verzetteln. Aber das fällt vielen Aktivist*innen genau so schwer, wie es einer leicht altersstarrsinigen Alice mittlerweile schwer fallen mag.
Was genau würde es deiner Meinung nach erfordern, sich mit Frau S. (Alice Schwarzer?) auseinanderzusetzen? Auf welcher Basis einer vernünftigen Diskussion könnte man das tun? Und, bitte, welchen 'Aktivist_innen' fällt das (aus welchen Gründen?) schwer? Geht es ein bisschen konkreter, als das übliche Gedröhne von den preiswerten Sitzplätzen tönt?

Aria hat geschrieben: So 10. Apr 2022, 20:09Und aus diesem Grund ist mir diese ganze Diskussion nicht mehr wert als ein müdes Lächeln und die paar Zeilen hier.
Mag ja sein. Aber dieser Quatsch enthebt niemanden der Notwendigkeit, die eigene Position argumentativ darzulegen, wenn sie auch nur ansatzweise ernst genommen werden soll.

Marielle
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 23 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Marielle hat geschrieben: So 10. Apr 2022, 22:52 Und, bitte, welchen 'Aktivist_innen' fällt das (aus welchen Gründen?) schwer?
Hallo Marielle,

hast du das grade wirklich gefragt?
Ist es dir neu das sich Aktivist:innen und ich sage mal bewusst Gegenaktivist:innen
sich des öfteren nicht normal auf gleicher Ebene oder einem Mittelweg begegnen können?
Seit wann tauschen sich Extreme normal aus? Und ich würde Schwarzer noch nicht mal
als extrem einsortieren.

In verdammt vielen Themen gibt es Front und Gegenfront, die entweder zu viel oder gar keine
Änderung haben will und so auf lange Sicht eine sinnvolle Möglichkeit am Mittelweg FÜR ALLE blockieren,
die besser und verträglicher gangbar wäre, als ein Hammerschlag auf einmal.
Allerdings scheint es auch so, das sehr politisch aktive Kreise einen Mittelweg gar nicht in
Betracht ziehen, sondern nur ein Ganz oder Gar nicht-als wäre die Diplomatie nicht nur
beerdigt, sondern ein besonders tiefes Grab dafür geschaufelt worden.

Hälst du es für möglich, das es Menschen gibt, denen ihre Körperlichkeit wichtig ist und sie
das respektiert wissen wollen? Ich sage ja selbst das Körper und Geist/die Seele Mosaike sind,
trotzdem kann Biologie nicht vollständig dekonstruiert werden-denn sonst könnte ich
meinen Körper nicht an mein Fühlen angleichen.
Das ist mir wichtig-nicht ob ich Rock tragen kann oder letztendlich ein Registereintrag,
der zählt im normalen Umgang mit anderen Personen doch fast gar nicht.
Also ich meine im wahren Leben, das nicht aus Verwaltung besteht.
Da ist mein SEIN mein AUSWEIS.
Welche Rolle jemand lebt ist von Moment zu Moment völlig austauschbar.
Meine Liebste kann sehr "männlich" und aber auch "weiblich" sein-das liebe ich an ihr.
Es gibt aber Menschen die da einen Punkt, eine Richtschnur brauchen wo sie sich festhalten können.
Eine Sicherheit, eine Grundlage auf der sie stehen, ist wichtig
und sich gegenseitig etwas aberkennen ist nicht gut für die Herzen.

Alles Liebe Marie (flo)
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 24 im Thema

Beitrag von Jaddy »

EmmiMarie hat geschrieben: Mo 11. Apr 2022, 10:01 In verdammt vielen Themen gibt es Front und Gegenfront, die entweder zu viel oder gar keine
Änderung haben will und so auf lange Sicht eine sinnvolle Möglichkeit am Mittelweg FÜR ALLE blockieren,
die besser und verträglicher gangbar wäre, als ein Hammerschlag auf einmal.
Allerdings scheint es auch so, das sehr politisch aktive Kreise einen Mittelweg gar nicht in
Betracht ziehen, sondern nur ein Ganz oder Gar nicht-als wäre die Diplomatie nicht nur
beerdigt, sondern ein besonders tiefes Grab dafür geschaufelt worden.

Hälst du es für möglich, das es Menschen gibt, denen ihre Körperlichkeit wichtig ist und sie
das respektiert wissen wollen? Ich sage ja selbst das Körper und Geist/die Seele Mosaike sind,
trotzdem kann Biologie nicht vollständig dekonstruiert werden-denn sonst könnte ich
meinen Körper nicht an mein Fühlen angleichen.
Das ist mir wichtig-nicht ob ich Rock tragen kann oder letztendlich ein Registereintrag,
der zählt im normalen Umgang mit anderen Personen doch fast gar nicht.
Ich weiss nicht, ob es allen klar ist, was Schwarzer & Co behaupten, propagieren und welche Konsequenzen das haben wird.

Zum einen der Unfug mit "trans Hype" und "ROGD", also "die armen kleinen Mädchen, die Schwierigkeiten mit ihrer Pubertät haben und deshalb meinen, trans Jungs zu sein". Kortes Narrativ. Es ist unter echten Fachleuten klar, dass dies gefährlicher Unsinn ist. Wie werden uninformierte Menschen darauf reagieren? Queeren Kids wird ihre Wahrnehmung abgesprochen. Egal ob trans oder nicht. Das beginnt bei Eltern und Familien, Schule usw. Mehr von ihnen werden erst gar keine Gelegenheit erhalten, mit echten Fachmenschen zu klären, was Sache ist. Viele werden noch mehr Angst haben, mit Schwarzers Phantasien konfrontiert, gemobbt und als verwirrt abgestempelt werden. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Pubertät durchleben müssen, die sie unglücklich macht. Die Quoten an Selbstverletzungen und Suiziden wird steigen.

Zum anderen das Märchen der "Männer, die sich zu Frauen erklären, um in Frauenräume einzudringen". Wenn diese Fama "ergebnisoffen diskutiert wird", dürfte das alle hier betreffen, davon können wir ausgehen. Alle ohne perfektes Passing werden argwöhnischer als je zuvor beobachtet werden, egal ob cross, trans oder sonstwas. Rechnet mit Aggression, Anfeindungen, Angst udn Gewalt, wenn ihr anderen begegnet.

Naja, dass Schwarzers Zeug ausserdem einen gewaltigen Schritt zurück in ein binäres, biologistisches Geschlechtsmodell machen will, ist sozusagen die verfaulte Kirsche auf der ranzigen Sahne. Mal in kurz formuliert: "Die meisten Menschen, die sich trans fühlen sind es nicht. Deshalb braucht es peinliche Untersuchungen durch sehr skeptische Ärztys, die alles verweigern, solange das Leiden nicht kurz vor Suizid ist. Und überhaupt erst frühestens nach gelebten Jahrzehnten. Und alle anderen sollen sich gefälligst in ihre Rolle und ihre Körper fügen! Aber trotzdem die Rollenstereotype auflösen. Aber nur so, dass Frauen profitieren und die prinzipelle, biologische begründete Unterschiedlichkeit 'männlichen' und 'weiblichen' ~äh~ Prototyps erhalten bleibt."

Das klingt nicht nur völlig veraltet, reaktionär, repressiv, menschenfeindlich und widersprüchlich, das ist es auch.

Sie spricht uns unsere Freiheit, Entfaltung und tatsächlich auch unser Existenzrecht ab. Also von wenigen, bizarren Ausnahmefällen abgesehen, die die ärztlichen Prozeduren überstehen. Nichtbinären und "Teilzeitfrauen" aber natürlich ganz. Und unbedarfte Menschen, die bisher keine gender-nonkonformen, trans und_oder nichtbinären Menschen kennen, werden entsprechend reagieren. Schwarzer, Luis, Amelung, Korte & Co verteilen Benzinkanister und Feuerzeuge zum Nulltarif und stellen sie vor Umkleiden, Toiletten, Sportvereine, Schulen, Betriebe, usw. Aber selbstverständlich werden sie jede Verantwortung für die Folgen für Gewalt und Leid von anderen von sich weisen. So wie andere politische Brandstiftys. Sie wollen ja nur "ergebnisoffen" diskutieren bzw "Fragen stellen".

Also frage ich mich wirklich, wo Du da irgendwo einen "Mittelweg" siehst.
Michi
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 25 im Thema

Beitrag von Michi »

EmmiMarie hat geschrieben: So 10. Apr 2022, 10:04 Wir können ja eine Art Bücherzirkel machen
Hallo Marie,

wie deutlich muss ich eigentlich noch werden? Ich dachte, dass ich schon deutlich dargelegt hatte, dass mir Schwarzers Einstellung durch ihre persönlichen öffentlichen Äußerungen hinreichend bekannt sind.

EmmiMarie hat geschrieben: So 10. Apr 2022, 10:04 ich muss einfach nochmal an der Stelle sagen, das ich es für falsch halte auf egal welche
Person verbal einzuschlagen, wenn man nicht selbst gelesen hat.
Warum also sollte ich mich da noch weiter hinein vertiefen?! Bei aller Verbundenheit empfinde ich es respektlos von dir, mir wiederholt zu unterstellen, dass ich nicht wissen würde, welche Ansichten Schwarzer bzgl. Rechten von transidenten Menschen hat.

Sie hat ihre Chancen mehrfach genutzt und ihre despektierliche Einstellung/Haltung ausführlich gezeigt, sodass ich keinen Mehrwert darin sehe, mir ihr vom Gatekeeping geprägten Weltbild nochmals in Buchform zu Gemüte zu führen.

Und obwohl ich meine Kotzgrenze schon erreicht habe, habe ich mir Mühe gegeben .. ihr nun weitere Lebenszeit von mir geopfert .. mir den Beitrag vom SRF angeschaut, um wieder genau das bestätigt zu bekommen, was ich ohnehin schon von ihr wusste.

In meiner Wahrnehmung spricht sie in großer Respektlosigkeit über die Betroffenen, und versucht mit perfider Polemik ein Problem aufzumachen, um sich damit bei TERFs und Konservativen anzubiedern, die ohnehin gegen jede Änderung sind. Sie faselt bezüglich Trans von Mode, Hype etc. und beklagt, dass sich "junge Frauen ihre Brüste abschneiden lassen" ... in einer Art und Weise, die von Trauer über Körper geprägt ist, die sie wohl begehrt und nicht männlich verunstaltet wissen will.

Ihr Problem ist, dass sie Transmänner als Nestbeschmutzer sieht, die nicht für die lesbisch-feministische Sache zu kämpfen bereit sind. In Transfrauen sieht sie dagegen in erster Linie potentielle Vergewaltiger und perverse Eindringlinge in die "Frauenschutzräume", die es bis zum letzten Tropfen Menstruations-Blut zu verteidigen gilt.

EmmiMarie hat geschrieben: Mo 11. Apr 2022, 10:01 In verdammt vielen Themen gibt es Front und Gegenfront, die entweder zu viel oder gar keine
Änderung haben will und so auf lange Sicht eine sinnvolle Möglichkeit am Mittelweg FÜR ALLE blockieren,
Der Mittelweg, der da von den Gegnern jeder Veränderung vorgeschlagen wird, ist bestens bekannt:

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://pixelfed.social/storage/m/_v2/8 ... uJTcxJ.jpg


EmmiMarie hat geschrieben: Mo 11. Apr 2022, 10:01 Allerdings scheint es auch so, das sehr politisch aktive Kreise einen Mittelweg gar nicht in
Betracht ziehen, sondern nur ein Ganz oder Gar nicht-als wäre die Diplomatie nicht nur
beerdigt, sondern ein besonders tiefes Grab dafür geschaufelt worden.
Dass du/andere das so sehen, liegt daran, wie ihr die Mittellinien zieht. Es wird gerne "Ganz oder Gar nicht" behauptet, obwohl das unzutreffend ist. Das beste Beispiel ist das Selbstbestimmungsgesetz, bei dem es gerade nicht darum geht, alle Aspekte des Themas Transsexualität zu regeln, sondern nuuur um den Punkt Personenstand.


Es tut mir leid, wenn ich dir mit meinen Worten auf die Füße trete, aber ich bin nicht bereit, Menschen wie der Schwarzer einfach so das Feld zu überlassen.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 26 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Und noch ein Kommentar zum Buch: "Auf dem Rücken einer Minderheit wird Stimmung gemacht" von Deutschlandfunk Kultur

Ich glaube, wenn man die verschiedenen Berichte zum Buch gelesen hat und Auftritte/Interviews von Schwarzer gesehen/gelesen hat, dann ist man schon sehr gut darüber informiert, was einem in dem Buch erwarten wird. Fazit: Nee, das brauche ich nicht wirklich. Es gibt tausend andere Sachen, womit man sich den Tag versauen kann!
Hawadehre
Svetlana

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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 27 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

die Abschaffung des "Transsexuellengesetzes" und die Einführung eines "Selbstbestimmungsgesetzes" kommt einer Revolution im Thema Namen- und Persondenstandsrecht gleich.
Dass es nicht ohne Störgeräusche funktioniert, dass nun "ohne Grund" ein Wechsel des Namens und des Geschlechtsstandes möglich ist, obwohl eigentlich "Betroffenen" mit der Abschaffung des TSG Erleichterung verschafft werden sollte, müsste eigentlich klar sein.

Ebenso solle klar sein, dass das auf Widerstände bei (ehemals) transsexuellen oder transidenten Menschen - und eben auch bei Frauen und Frauengruppen treffen kann.
"Hart erkämpfte Rechte" und Emanzipationserfolge wollen sie nicht einer Beliebigkeit opfern.
Es ist eine Frage, ob "bekennende Teilzeifrauen"* das erfassen können, dass es da Diskussionsbedarf gibt; denn sie sind es die ja in vielen Fällen, die "als Frauen vergekleidete Männer" sind, wie es in manchen Äußerungen vorgeworfen wird.
Deshalb besteht Diskussionsbedarf, denke ich.
Selbst Kleidung und Auftreten oder "Leben nach feministischen Grundsätzen" - ist keine Voraussetzung für einen MzF-Wechsel.
Ohne offene Diskussionen kann das neu zu schaffende Gesetz zu einem Papiertiger werden, dem weite Teile der Gesellschaft nicht folgen werden.
Aber immerhin: dann kann die neue Geburtsurkunde eingerahmt und an die Wand gehängt werden.

Gruß
Anne-Mette

*Den Begriff "Teilzeitfrau" habe ich nicht erfunden - und er ist auch nicht abwertend gemeint.
Er wird in einigen Profilen und Selbstbeschreibungen so genannt.
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 28 im Thema

Beitrag von manchmal_melissa »

Hallo Anne-Mette,
Anne-Mette hat geschrieben: Di 12. Apr 2022, 08:58 "Hart erkämpfte Rechte" und Emanzipationserfolge wollen sie nicht einer Beliebigkeit opfern.
Ich denke, damit triffst du es auf den Punkt. Ich finde das gleichermaßen nachvollziehbar wie falsch. Dazu eine kleine Anekdote:
Ich bin als Jugendlicher mal auf einen Berg (die Krinnenspitze im Tannheimer Tal) gestiegen, über einen für Wanderverhältnisse recht anspruchsvollen Steig, nur um am Gipfel kleine Kinder spielen zu sehen, die über die grüne Wiese auf der anderen Seite gekommen waren. Da fühlte ich mich betrogen, weil meine eigene Leistung, sogar ich selbst, plötzlich weniger wert schien. Ich war sauer auf die Kinder und ihre Familien, ich schätzte sie für einen kurzen Augenblick gering, weil sie den einfachen Weg gegangen waren und damit meinen schweren entwürdigten. Aber hatten sie das wirklich? Gehörte mir der Berg mehr als ihnen, nur weil ich länger mit ihm gekämpft hatte?

Ich möchte Bergsteigen nicht mit der eigenen Geschlechtsidentität vergleichen, aber ich finde das eine schöne Metapher. Es ist verletzend, wenn jemand eine Abkürzung nimmt, die es zur eigenen Zeit noch nicht gab. Aber es wird dadurch niemandem etwas genommen: den trans Frauen keine Identität, den cis Frauen keine Frauenrechte und mir kein Stolz, dass ich den schweren Weg gegangen bin. Vor allem frage ich mich: Wo bleibt die Solidarität mit den anderen? Können wir anderen nicht gönnen, dass sie einen einfacheren Erfolg haben als wir? Selbst wenn dieser einfache Erfolg für uns gar nicht möglich oder gar erstrebenswert war?

Wir haben damals am Gipfel eine Rast gemacht und ich hatte Zeit, mir das Geschehen anzuschauen und in mich zu gehen. Die spielenden Kinder, die mich im ersten Moment so gestört hatten, machten mich immer glücklicher, weil sie sichtbar Spaß hatten. Ich erkannte, dass uns alle eine Sache einte: Wir waren losgezogen, um die Berge und die Natur zu erleben. Jeder hatte das auf seine Weise getan, war seinen eigenen Weg gegangen und war für sich selbst glücklich damit. Am Ende konnte ich mich darüber freuen. Dieses Freuenkönnen für die anderen wünsche ich allen, die das Thema Selbstbestimmungsgesetz beschäftigt.

Ich weiß, ich bin "nur" eine Teilzeitfrau, aber das schließt mich ja hoffentlich von der Diskussion nicht aus. Im Gegenteil, ich finde den zweiten Teil deines Posts sehr interessant und möchte darauf später auch noch eingehen.

Liebe Grüße,
Melissa
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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 29 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Puh...durchatmen..
MichiWell hat geschrieben: Mo 11. Apr 2022, 22:07 Warum also sollte ich mich da noch weiter hinein vertiefen?! Bei aller Verbundenheit empfinde ich es respektlos von dir, mir wiederholt zu unterstellen, dass ich nicht wissen würde, welche Ansichten Schwarzer bzgl. Rechten von transidenten Menschen hat.
Michi, was du zitiert hast, war nicht persönlich an dich gerichtet, sondern allgemein geschrieben.
Es tut mir leid, wenn es bei dir so direkt ankam. Vielleicht hatte ich mein Angebot an dich nicht deutlich
genug davon getrennt.
MichiWell hat geschrieben: Mo 11. Apr 2022, 22:07 wie deutlich muss ich eigentlich noch werden? Ich dachte, dass ich schon deutlich dargelegt hatte, dass mir Schwarzers Einstellung durch ihre persönlichen öffentlichen Äußerungen hinreichend bekannt sind.
schau, es war einfach ein Angebot, nicht mehr, nicht weniger, nichts zwischen den Zeilen oder zu interpretieren.
Du hast mich gebeten, direkt zu sein, weil die Möglichkeit besteht, das wenn du zwischen den Zeilen lesen musst,
es unter Umständen schwer für dich ist, den Sinn zu verstehen.
So. Ein Angebot kann man ganz normal mit einem "nein, danke" ablehnen.

Ich schreibe es dir hier offen, gerade weil ich ein gutes Gefühl euch (also dir, Frieda und auch den Kindern) gegenüber habe.
Und ich frage dich, bin ich dir mit einem bösen oder (Kraft)Wort gegenüber getreten?

In der Folge deines Posts hast du dann nochmal ausgeholt und unschöne Wörter benutzt.
Das ist nicht das erste Mal das du das tust, auch anderen hier im Forum gegenüber.
Wo du Meinung, Gefühle, die nicht in deine Weltsicht, deine Parameter passen richtig runterlaufen lässt.
Und du redest von Mittelwegen die andere festlegen?
Ziehst nicht in Betracht, das es Selbstbestimmung auf allen Seiten geben muss, egal wie
falsch oder richtig etwas wissenschaftlich belegt ist?

Selbstbestimmung gibt es solange nicht, bis alle in ihrem Sein nicht mehr verletzt sind.
Das muss die Diskussion sein, deswegen muss alles gehört werden, auch in Wiederholungen.

Ich schweife ab-entschuldigt. Ich bin jetzt emotional sehr aufgeladen und muss mich erst mal
erden..

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Re: Spiegel: Alice Schwarzer über Transsexualität. Die große Kränkung

Post 30 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Marie,
Marielle hat geschrieben: ↑So 10. Apr 2022, 22:52
Und, bitte, welchen 'Aktivist_innen' fällt das (aus welchen Gründen?) schwer?

Hallo Marielle,

hast du das grade wirklich gefragt?
Ist es dir neu das sich Aktivist:innen und ich sage mal bewusst Gegenaktivist:innen
sich des öfteren nicht normal auf gleicher Ebene oder einem Mittelweg begegnen können?
Seit wann tauschen sich Extreme normal aus? Und ich würde Schwarzer noch nicht mal
als extrem einsortieren.
Das ist mir absolut nicht neu. Ich kenne es viel zu gut, leider.

Meine Frage zielte auf eine konkrete Benennung von Aktivist_innen, denen es schwer fällt, sich mit konträren Positionen auseinanderzusetzen. Ich weiss, dass es solche Leute gibt (s.o.). Ich weiss aber auch, dass das bei weitem nicht alle Menschen betrifft, die sich für das Selbstbestimmungsgesetz und weitere Anliegen der Betroffenen einsetzen. Ich möchte lediglich, dass bei Kritik klar benannt und unterschieden wird, an wen sich diese Kritik richtet.

In verdammt vielen Themen gibt es Front und Gegenfront, die entweder zu viel oder gar keineÄnderung haben will und so auf lange Sicht eine sinnvolle Möglichkeit am Mittelweg FÜR ALLE blockieren, die besser und verträglicher gangbar wäre, als ein Hammerschlag auf einmal. Allerdings scheint es auch so, das sehr politisch aktive Kreise einen Mittelweg gar nicht in Betracht ziehen, sondern nur ein Ganz oder Gar nicht-als wäre die Diplomatie nicht nur beerdigt, sondern ein besonders tiefes Grab dafür geschaufelt worden.
Diese Analyse teile ich nicht. Erstens geht es nicht um einen "Hammerschlag", sondern um die rechtliche Anerkennung der Selbstbestimmung von Menschen, die sich an Beschlüssen des BVerfG orientiert. Und zweitens wurde in jahrelangen Bemühungen ein Verständnis des 'Themenkomplexes' erarbeitet, dass im derzeitigen Bundestag aller Wahrscheinlichkeit nach eine Mehrheit findet. Das ist viel eher der 'Mittelweg', als das Schaufeln eines Grabens. Auch wenn es einigen, sehr lauten Gegner_innen nicht passt. Btw: Ich habe über die Jahre mit vielen geredet. Auch mit Leuten, die der Selbstbestimmung seeeehr kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Das war immer respektvoll. So verbohrt und agitativ wie Schwarzer waren dabei nichtmal die MdBs der CSU; nichtmal annähernd.

Hälst du es für möglich, das es Menschen gibt, denen ihre Körperlichkeit wichtig ist und sie das respektiert wissen wollen?
Selbstverständlich. Deswegen streite ich auch dafür, dass es möglichst gute Regelungen dafür gibt, dass diese Menschen mit ihrer Körperlichkeit im Reinen sein können.

Genauso streite ich aber auch gegen jeden Versuch, die überindividuelle Bedeutung von Geschlecht durch irgendwelche Differenzierungskriterien gesetzlich festzuschreiben, solange diese Kriterien nicht besser sind, als es die Annahme war, dass sich Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe grundlegend unterscheiden.

Selbstbestimmung gibt es solange nicht, bis alle in ihrem Sein nicht mehr verletzt sind
Da hast du Recht. Nur ist das leider nicht per Gesetz regelbar.

Hab's gut

Marielle
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