Fetisch, wahre Identität oder Perversling? - # 2
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Marlene K.
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Weil hier der Begriff Autogynophilie fiel hier mal der deutsche Wikipediaartikel dazu.
https://de.wikipedia.org/wiki/Autogynophilie
Artikel zur Autoandrophillie gibt es nur auf englisch...
Sie ist ein Erklärungsmodell für Transgender, dass nur im bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht homosexuellen Menschen echte Transsexualität zuerkennt. Das Erklärungsmodell bezieht sich fast nur auf Transfrauen. Selbst ich als damit "echte" Transfrau und keine "Fetischistin" habe an der Allgemeingültigkeit so leichte Zweifel...
Ich denke, wir sollten mehr auf unser eigenes Empfinden und Wissen hören als auf "wissenschaftliche" Erklärungen, die ja nichts als formulierte Theorien sind.
https://de.wikipedia.org/wiki/Autogynophilie
Artikel zur Autoandrophillie gibt es nur auf englisch...
Sie ist ein Erklärungsmodell für Transgender, dass nur im bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht homosexuellen Menschen echte Transsexualität zuerkennt. Das Erklärungsmodell bezieht sich fast nur auf Transfrauen. Selbst ich als damit "echte" Transfrau und keine "Fetischistin" habe an der Allgemeingültigkeit so leichte Zweifel...
Ich denke, wir sollten mehr auf unser eigenes Empfinden und Wissen hören als auf "wissenschaftliche" Erklärungen, die ja nichts als formulierte Theorien sind.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
In dem Link von Wikipedia bezieht man sich unter Anderem auf den ehemaligen Professor Hartmut Bosinski am UKSH. ( Uni Kiel )
Wer mag kann sich die Denkweise dieses Herren ja mal per Google selbst ansehen. Er war auch mal vom Gericht als Gutachter und Sachverständiger
pei Personenstandsänderungen bestellt. Es gab so weit mir bekannt, kaum ein Gutachten das von den Betroffenen nicht angefochten wurde.
Petra Sofie
Wer mag kann sich die Denkweise dieses Herren ja mal per Google selbst ansehen. Er war auch mal vom Gericht als Gutachter und Sachverständiger
pei Personenstandsänderungen bestellt. Es gab so weit mir bekannt, kaum ein Gutachten das von den Betroffenen nicht angefochten wurde.
Petra Sofie
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ExuserIn-2020-07-10
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
AGP gibt es und sollte nicht verleugnet werden. Genauso wie es Androphilie gibt. Beide Philien können in beiden Geschlechtern vorkommen. Es ist eine Sexualitätform und für mich gehört es zu der Autosexualität.
Wer es unter dem Label Transphob tot schweigt erweißt der ganzen Transwissenschaft einen Bärendienst. Ich bin übrigens nach der Definition der genannten Denkrichtung sowohl autogynophil als auch homosexuell und damit gar nicht denkbar für diese Autoren. Wir meiden ja auch nicht die Autobahnen nur weil man Hitler nicht toll findet. Oder verzichte aufs Steuerrecht oder auf den 1. Mai. Also bitte Theorien immer von Autoren unabhängig betrachten.
Wer es unter dem Label Transphob tot schweigt erweißt der ganzen Transwissenschaft einen Bärendienst. Ich bin übrigens nach der Definition der genannten Denkrichtung sowohl autogynophil als auch homosexuell und damit gar nicht denkbar für diese Autoren. Wir meiden ja auch nicht die Autobahnen nur weil man Hitler nicht toll findet. Oder verzichte aufs Steuerrecht oder auf den 1. Mai. Also bitte Theorien immer von Autoren unabhängig betrachten.
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artemis
Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Guten Abend alle zusammen,
zunächst nochmal vielen vielen Dank für die vielen Berichte. Genau daruf habe ich gehofft. Danke danke danke!
@Toni Smith: deine Beschreibungen zu der vermeintlichen Übersexualiserung der Transition Mann-zu-Frau kann ich nachvollziehen und das sind manchmal auch meine Gedanken. Kommt der Wunsch daher, dass ich zu viele Medien konsumiert habe? Will ich das, was ich nicht habe und ziehe da meine sexuelle Befriedigung heraus? Oder haben die Personen mir gezeigt, dass es da tatsächlich etwas gibt, das scheinbar möglich ist. Etwas, was schon seit jeher in meinem Kopf schlummert? Ja, ich kann verstehen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Damit meine ich, dass viele (erfolgreiche) Transdarstellerinnen viel haben machen lassen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass viele Sexwork betreiben (seien es jetzt in Cam-Shows oder größere Produktionen) um ihre Verwandlung zu finanzieren.
Ich habe auch schon versucht komplett abstinent zu sein, aber das Kopfkino springt dann irgendwann unweigerlich an. Und dann denke ich mir, ist das Ende dieses Veränderungswunsches vielleicht nur einen Höhepunkt (Orgasmus) entfernt und der Gedanke daran wird mir lächerlich erscheinen? Bis jetzt blieb das aus und die Überlegungen bleiben.
Das komplette Meiden und mit Scheuklappen durch den Alltag zu gehen (wie Sabine auch schreibt), kommt mir zu sehr einem Verdrängen eines viel zu großen Elefanten im Raum vor. Die Gefahr und die Auswirkungen eines Rückfalls empfinde ich als kritisch. Ich glaube dieses Thema ist ein Teil meiner Identität und die Unterdrückung würde mich irgendwann einholen.
Ich war vor meiner jetzigen Beziehung über 5 Jahre mit einer Frau zusammen, die jeden femininen Zug als Zeichen von Schwäche und Unmännlichkeit betrachtet hat (abgesehen von Kajal bzw. Guyliner). Also habe ich meine Bedürfnisse unterdrückt. Die Transgedanken sogar sehr stark und "erfolgreich". Es wäre nie daran zu denken gewesen, das bei ihr anzusprechen. Sehr problematisch, aber zum Glück ist das vorbei.
@sabine_allein deine Ausführungen und Gedanken treffen auch meine eigenen. Ich bin glaub ich bin jemand, dem es helfen könnte, eine Art Label zu haben um zu sehen, dass ich nicht alleine bin. Oder zumindest eine Orientierung zu haben. Nachdem ich mit meiner Frau zum ersten Mal über meine Gedanken und Gefühle gesprochen haben (was auch das erste Mal überhaupt war), kam mir der Gedanke nichtbinär zu sein wie eine Offenbarung vor. Das Gespräch und die Erkenntnis haben mich in den Tagen danach wirklich frei fühlen lassen. Ich war beschwingter, leichter. Irgendwann ging das leider vorbei.
So gesehen, sind eure beiden Argumentationen genau die Stimmen in meinem Kopf
@Jaddy vielen Dank. Dein Post fühlt dem ganzen Thema sehr ausführlich auf den Zahn. Ich weiß, die Fragen waren keine Aufforderung sie gleich zu beantworten, aber um einen kleinen Einblick zu geben, möchte ich ein paar Gedanken dazu äußern.
"Warum feminines Äusseres?"
Ich fühle mich zu femininen oder androgynen Erscheinungen sehr angezogen. Und ich habe (zu mindest bilde ich mir das ein) schon gute physikalische Eigenschaften.
"Was heisst das konkret und was soll es bewirken?"
Auch wenn ich es nicht befeuern möchte, aber Schönheitsideale spielen da schon eine Rolle. Weiche Züge. Das Gefühl von glatter, weicher Haut. Ich würde jede/n bestärken, sich nicht von solchen Idealen versklaven zu lassen. Aber für mich empfinde ich es als äußerst angenehm, ohne es gleichzeitig von anderen zu erwarten. Ich weiß das klingt heuchlerisch...
"Geht es darum wie du von anderen gelesen wirst?"
Da wird es haarig (haha). Ich habe keine Ahnung was meine Absicht ist anderen gegenüber. Aber das ist ein sehr wichtiger Teil über den ich mir noch unklar bin, wie viel Gewichtung ich auf "die anderen" geben muss/will.
"Würdest du lieber als Frau oder als Mann im Alltag gelesen werden oder eher weder-noch?"
Ich glaube als weder-noch. Das ist es, was in der Gesellschaft fehlt. Ich habe es satt männlichen Eigenschaften zu entsprechen. Das habe ich noch nie gekonnt. Ich war schon immer eher "weich", empathisch, emotional. "Sei mal nicht so'n Mädchen" Warum nicht??
"Geht es körperlich um Sexualpartner"¢innen und körperlichen Sex oder eher darum wie dich die Partner"¢innen sehen und sexuell berühren?"
Das weiß ich nicht. Ich würde Partner*innen nicht die Katze im Sack verkaufen sondern zu Beginn klarstellen, dass ich eher exotisch bin.
"Wie ist es in Familie, Beziehung, Job, Freund"¢innenkreis?"
Tja... meine Familie würde es nicht verstehen schätze ich. Im Job wäre es sicherlich erstmal für alle eine Umgewöhnung. In der Beziehung sieht es momentan so aus, dass meine Frau und ich uns trennen würden, wenn ich eine Transition beginnen würde.
"Welchen Anteil hat "funktionierendes männlcihes Geschlechtsteil"?"
Ich mag meinen Penis und er funktioniert sehr gut
irgendwo hab ich mal von einer Transperson gelesen "Wieso sollte ich mir etwas wegoperieren lassen, das einwandfrei funktioniert". (Ich weiß, dass es für Einige gute Gründe dafür gibt und diese persönlichen Entscheidungen respektiere ich)
Da eine*n Therapeut*in zu finden, die*der sich damit auskennt, stelle ich mir auch sehr schwer vor -.-
Zum Thema AGP: Ich finde es sehr interessant, dass es für diese Art von Anziehung einen Begriff gibt. Ob ich es mit Vorbehalt sehe oder nicht, meinen Horizont hat es erweitert. Vielen Dank auch dafür.
Wow. Das war ein Mammuttext. Puh. Ich bin unglaublich dankbar, dass ihr euch so rege an der Diskussion beteiligt <3
Noch eine kleine Bemerkung am Rande: Ich war heute auf einer Fridays for Future Demo und dort habe ich überraschend viele nichtbinär-aussehende, eventuelle Transmenschen gesehen. Das hat mich sehr glücklich gemacht.
zunächst nochmal vielen vielen Dank für die vielen Berichte. Genau daruf habe ich gehofft. Danke danke danke!
@Toni Smith: deine Beschreibungen zu der vermeintlichen Übersexualiserung der Transition Mann-zu-Frau kann ich nachvollziehen und das sind manchmal auch meine Gedanken. Kommt der Wunsch daher, dass ich zu viele Medien konsumiert habe? Will ich das, was ich nicht habe und ziehe da meine sexuelle Befriedigung heraus? Oder haben die Personen mir gezeigt, dass es da tatsächlich etwas gibt, das scheinbar möglich ist. Etwas, was schon seit jeher in meinem Kopf schlummert? Ja, ich kann verstehen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Damit meine ich, dass viele (erfolgreiche) Transdarstellerinnen viel haben machen lassen. Und ich kann mir auch vorstellen, dass viele Sexwork betreiben (seien es jetzt in Cam-Shows oder größere Produktionen) um ihre Verwandlung zu finanzieren.
Ich habe auch schon versucht komplett abstinent zu sein, aber das Kopfkino springt dann irgendwann unweigerlich an. Und dann denke ich mir, ist das Ende dieses Veränderungswunsches vielleicht nur einen Höhepunkt (Orgasmus) entfernt und der Gedanke daran wird mir lächerlich erscheinen? Bis jetzt blieb das aus und die Überlegungen bleiben.
Das komplette Meiden und mit Scheuklappen durch den Alltag zu gehen (wie Sabine auch schreibt), kommt mir zu sehr einem Verdrängen eines viel zu großen Elefanten im Raum vor. Die Gefahr und die Auswirkungen eines Rückfalls empfinde ich als kritisch. Ich glaube dieses Thema ist ein Teil meiner Identität und die Unterdrückung würde mich irgendwann einholen.
Ich war vor meiner jetzigen Beziehung über 5 Jahre mit einer Frau zusammen, die jeden femininen Zug als Zeichen von Schwäche und Unmännlichkeit betrachtet hat (abgesehen von Kajal bzw. Guyliner). Also habe ich meine Bedürfnisse unterdrückt. Die Transgedanken sogar sehr stark und "erfolgreich". Es wäre nie daran zu denken gewesen, das bei ihr anzusprechen. Sehr problematisch, aber zum Glück ist das vorbei.
@sabine_allein deine Ausführungen und Gedanken treffen auch meine eigenen. Ich bin glaub ich bin jemand, dem es helfen könnte, eine Art Label zu haben um zu sehen, dass ich nicht alleine bin. Oder zumindest eine Orientierung zu haben. Nachdem ich mit meiner Frau zum ersten Mal über meine Gedanken und Gefühle gesprochen haben (was auch das erste Mal überhaupt war), kam mir der Gedanke nichtbinär zu sein wie eine Offenbarung vor. Das Gespräch und die Erkenntnis haben mich in den Tagen danach wirklich frei fühlen lassen. Ich war beschwingter, leichter. Irgendwann ging das leider vorbei.
So gesehen, sind eure beiden Argumentationen genau die Stimmen in meinem Kopf
@Jaddy vielen Dank. Dein Post fühlt dem ganzen Thema sehr ausführlich auf den Zahn. Ich weiß, die Fragen waren keine Aufforderung sie gleich zu beantworten, aber um einen kleinen Einblick zu geben, möchte ich ein paar Gedanken dazu äußern.
"Warum feminines Äusseres?"
Ich fühle mich zu femininen oder androgynen Erscheinungen sehr angezogen. Und ich habe (zu mindest bilde ich mir das ein) schon gute physikalische Eigenschaften.
"Was heisst das konkret und was soll es bewirken?"
Auch wenn ich es nicht befeuern möchte, aber Schönheitsideale spielen da schon eine Rolle. Weiche Züge. Das Gefühl von glatter, weicher Haut. Ich würde jede/n bestärken, sich nicht von solchen Idealen versklaven zu lassen. Aber für mich empfinde ich es als äußerst angenehm, ohne es gleichzeitig von anderen zu erwarten. Ich weiß das klingt heuchlerisch...
"Geht es darum wie du von anderen gelesen wirst?"
Da wird es haarig (haha). Ich habe keine Ahnung was meine Absicht ist anderen gegenüber. Aber das ist ein sehr wichtiger Teil über den ich mir noch unklar bin, wie viel Gewichtung ich auf "die anderen" geben muss/will.
"Würdest du lieber als Frau oder als Mann im Alltag gelesen werden oder eher weder-noch?"
Ich glaube als weder-noch. Das ist es, was in der Gesellschaft fehlt. Ich habe es satt männlichen Eigenschaften zu entsprechen. Das habe ich noch nie gekonnt. Ich war schon immer eher "weich", empathisch, emotional. "Sei mal nicht so'n Mädchen" Warum nicht??
"Geht es körperlich um Sexualpartner"¢innen und körperlichen Sex oder eher darum wie dich die Partner"¢innen sehen und sexuell berühren?"
Das weiß ich nicht. Ich würde Partner*innen nicht die Katze im Sack verkaufen sondern zu Beginn klarstellen, dass ich eher exotisch bin.
"Wie ist es in Familie, Beziehung, Job, Freund"¢innenkreis?"
Tja... meine Familie würde es nicht verstehen schätze ich. Im Job wäre es sicherlich erstmal für alle eine Umgewöhnung. In der Beziehung sieht es momentan so aus, dass meine Frau und ich uns trennen würden, wenn ich eine Transition beginnen würde.
und das würde sich ändern. Aber ihre Prämisse ist, dass die eigene Identität das wichtigste für einen Menschen ist, und das bedeutet auch schmerzhafte Trennungen zu machen, wenn man auf der Suche nach der Glückseeligkeit ist. Denn wenn man seine Identität unterdrückt, ist man nicht glücklich."Sie wünscht sich Kinder und für diese Kinder einen Vater. Außerdem hat sie sich in mich verliebt, weil ich so bin, wie ich bin und wie ich erscheine. Und genau deswegen liebt sie mich auch immer noch."
"Welchen Anteil hat "funktionierendes männlcihes Geschlechtsteil"?"
Ich mag meinen Penis und er funktioniert sehr gut
Da eine*n Therapeut*in zu finden, die*der sich damit auskennt, stelle ich mir auch sehr schwer vor -.-
Zum Thema AGP: Ich finde es sehr interessant, dass es für diese Art von Anziehung einen Begriff gibt. Ob ich es mit Vorbehalt sehe oder nicht, meinen Horizont hat es erweitert. Vielen Dank auch dafür.
Wow. Das war ein Mammuttext. Puh. Ich bin unglaublich dankbar, dass ihr euch so rege an der Diskussion beteiligt <3
Noch eine kleine Bemerkung am Rande: Ich war heute auf einer Fridays for Future Demo und dort habe ich überraschend viele nichtbinär-aussehende, eventuelle Transmenschen gesehen. Das hat mich sehr glücklich gemacht.
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Theorien unabhängig von den Autoren und deren Hintergrund zu betrachten führt unweigerlich zur Fehleinschätzung der Situation mit der sich eine Theorie beschäftigt.
Petra Sofie
Petra Sofie
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artemis
Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo alle zusammen,
ich mal wieder. Ich habe mich im Forum nach verschiedenen Schlagwörtern umgeschaut (Shemale, HET + Penis, Sissy) und habe Threads gefunden, die meinen Eindruck von "ganz oder garnicht" untermauert haben. Damit meine ich die vorherrschende Einstellung zu Transitionen - wenn man sie denn beginnt. Die eine Seite sagt "Ich kann mit dem Ding zwischen meinen Beinen nichts anfangen und will es eher früher als später loswerden. Ich wüsste nicht warum man das behalten will" und die andere Seite ist "dann lieber garnicht". Aber ich sehe auch ein paar Kommentare, die weniger radikal waren und einem/r nicht das Gefühl gegeben haben, dass "Frau mit (funktionierendem) Penis" eine völlig absurde Vorstellung ist. Ich mein, diese Personen gibt es, und ja, man kennt sie (wenn man Interesse daran hat) von einschlägigen Plattformen für Erwachsene. Mich würde eine sachliche Analyse interessieren, wie diese Personen es wohl geschafft haben, dieses Ich zu verwirklichen. Das man mit HET für diese Art von Transidentität nur bedingt flankieren kann, ist eine logische Schlussfolgerung.
Bei allen Vorstößen, die die Transcommunity und die Geschlechterforschung gemacht haben, finde ich die Einstellung "ganz oder garnicht" als Abbildung des eigentlich überholten binären Geschlechtssystems. Und für jemanden, der sich nichtbinär fühlt, sollte es auch in Anbetracht seiner Erscheinung und seines Passings äußern können, ohne verurteilt zu werden.
Gibt es hier im Forum "Shemales", die es schon seit einem längeren Zeitraum sind und können über Erfahrungen berichten?
Liebe Grüße
Artemis
ich mal wieder. Ich habe mich im Forum nach verschiedenen Schlagwörtern umgeschaut (Shemale, HET + Penis, Sissy) und habe Threads gefunden, die meinen Eindruck von "ganz oder garnicht" untermauert haben. Damit meine ich die vorherrschende Einstellung zu Transitionen - wenn man sie denn beginnt. Die eine Seite sagt "Ich kann mit dem Ding zwischen meinen Beinen nichts anfangen und will es eher früher als später loswerden. Ich wüsste nicht warum man das behalten will" und die andere Seite ist "dann lieber garnicht". Aber ich sehe auch ein paar Kommentare, die weniger radikal waren und einem/r nicht das Gefühl gegeben haben, dass "Frau mit (funktionierendem) Penis" eine völlig absurde Vorstellung ist. Ich mein, diese Personen gibt es, und ja, man kennt sie (wenn man Interesse daran hat) von einschlägigen Plattformen für Erwachsene. Mich würde eine sachliche Analyse interessieren, wie diese Personen es wohl geschafft haben, dieses Ich zu verwirklichen. Das man mit HET für diese Art von Transidentität nur bedingt flankieren kann, ist eine logische Schlussfolgerung.
Bei allen Vorstößen, die die Transcommunity und die Geschlechterforschung gemacht haben, finde ich die Einstellung "ganz oder garnicht" als Abbildung des eigentlich überholten binären Geschlechtssystems. Und für jemanden, der sich nichtbinär fühlt, sollte es auch in Anbetracht seiner Erscheinung und seines Passings äußern können, ohne verurteilt zu werden.
Gibt es hier im Forum "Shemales", die es schon seit einem längeren Zeitraum sind und können über Erfahrungen berichten?
Liebe Grüße
Artemis
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heike65
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Shemale ist ja eher etwas fetischistisches sexualisiertes, oder meinst du eventuell Transfrau ohne GaOp ?
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artemis
Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hi Heike,
ja, der Begriff ist wahrscheinlich eher negativ konnotiert (was ja nicht so bleiben muss
). Ich hab auch mal von einer befreundetet preop Transfrau gehört, dass sie sich als Trap (engl. für Falle) bezeichnet. Sie sagte das mit humor
Aber wie eingangs schon erwähnt, trifft es meine Vorstellung am ehesten. Also, ja: Transfrauen* die explizit den Wunsch verfolgt haben, keine GaOp zu machen, weil sie mit dem "Stück extra" gut zurecht kommen. Ein paar wenige Nutzer*innen hab ich hier und da schon kommentieren sehen, aber ich weiß nicht, wie deren Status nach all der Zeit ist. @Jaddy hat in einem Thread mal (wieder) so gut geantwortet, was vorstellbar wäre, wie so eine Art von Transition machbar wäre.
Ich kann mir auch vorstellen, dass es hier und da einige stille Mitleser*innen gibt, die (wie ich auch) Angst davor haben, abgestempelt zu werden, dass es alles nur ein Fetisch ist oder sexualisiert (Stichwort AGP) ist. Das ich jetzt kein Angriff an dich
ich z.B. suche einfach nur Klarheit in meinem Gedankenstrudel, der schon, ja mittlerweile Jahrzehnte anhält
, zu ordnen.
Liebe Grüße
Artemis
ja, der Begriff ist wahrscheinlich eher negativ konnotiert (was ja nicht so bleiben muss
Ich kann mir auch vorstellen, dass es hier und da einige stille Mitleser*innen gibt, die (wie ich auch) Angst davor haben, abgestempelt zu werden, dass es alles nur ein Fetisch ist oder sexualisiert (Stichwort AGP) ist. Das ich jetzt kein Angriff an dich
Liebe Grüße
Artemis
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Maximiliana
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo Artemis, gut geantwortet wie ich finde...

lg M
.... damit bist du sicher nicht der einzige hierartemis hat geschrieben: Mi 22. Jan 2020, 10:59 ich z.B. suche einfach nur Klarheit in meinem Gedankenstrudel, der schon, ja mittlerweile Jahrzehnte anhält, zu ordnen.
Liebe Grüße
Artemis
lg M
Wo die Angst ist, da geht es lang .
(Günter Ammon )
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Jaddy
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Eher Enby mit individueller Körper- und Genitalgestaltung.heike65 hat geschrieben: Mi 22. Jan 2020, 10:08Shemale ist ja eher etwas fetischistisches sexualisiertes, oder meinst du eventuell Transfrau ohne GaOp ?
@artemis: Soweit ich mich auskenne gibt es da ein paar rein biologisch-technische Probleme. Östrogendominanz drückt fast immer die Erektionsfähigkeit massiv runter. Zu Beginn der HET auch die Libido, aber die kann wieder kommen, wenn der Körper ganz auf Östrogen läuft. D.h. für eine pornoreife Genitalperformance müsstest du wohl chemische Erektionshilfen einplanen. Zeugungsfähigkeit geht aber nur mit Testo im Blut, denn bei viel Östrogen gehen Qualität und Menge der Spermien zurück bis tw auf null. Auf der anderen Seite gibt es wohl keine Alternative zu massiv Östrogen, wenn du das Hautbild weicher hinkriegen willst. Körperweite Epilation wirst du auch brauchen. Die Verteilung der Fettpölsterchen in Richtung "weiblich" passiert mit Östrogen entweder nach 1..3 Jahren oder mit wirklich massiver Chirurgie: Hier viel wegsaugen, straffen, diäten, trainieren (Bauch, Taille), dort mit Silikon aufspritzen (Po, Schenkel). Viele der Pornomodels haben vermutlich vor oder in der Pubertät angefangen oder haben eh einen androgynen Körperbau, aber garantiert reichlich Silikon überall unter der Haut. Brüste nur durch Östrogen wird kaum mehr als B erreichen. Da musst du wohl auf jeden Fall OPs einkalkulieren, und die müssten mit der Hormoneinnahme so abgestimmt sein, dass es von der Form passt, denn du weisst ja nicht vorher, wie viel sich da bilden wird. Vielleicht würde eine phasenweise HET schon in die richtige Richtung gehen. Acht bis zehn Monate Östrogen, dann wieder ein paar Monate nicht. Das ist aber nur eine Idee. Das Hauptproblem ist, dass die "Testosteronschäden", wie es mal 1 nannte, erst nach Jahren wirklich verschwinden und dann quasi alles mit sich reissen. Trans Frauen finden das ja meist gut. So richtig selektiv sind Hormone leider nicht - bzw. die aktuelle Medizin kann sie nicht selektiv einsetzen. Da hilft dann nur das Skalpell.
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artemis
Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hi zusammen,
@M&M, danke
ja, ich bin auch fest davon überzeugt, dass es einige gibt, die meine Vorstellung haben und genau so interessiert sind (woher auch immer die Motivation kommen mag. Ob sexuelle Anziehung, die Suche nach dem Anderen, Fetisch, oder eben doch mehr) und sich fragen "Wie geht das?!".
@Jaddy, vielen Dank für deine nüchternen, analytischen und erhellenden Kommentare. Die Idee mit der phasenweisen HET klingt interessant. Was meinst du mit "Testosteronschäden"? Ich habe demnächst einen Routinetermin beim Urologen, ich werde ihn mal ansprechen, ob er Erfahrung in irgendeiner Weise dahingehend hat. Vor ein paar Jahren war ich dort vorstellig, weil ich bei meiner damaligen Partnerin einfach keine zufriedenstellende Erektion bekommen konnte (Spoiler: es lag nicht an körperlichen Gebrechen, sondern an der zwischenmenschlichen Kompatibilität). Deshalb hab ich mich vorher einer Testosteronanalyse unterziehen müssen, um die Ursache von der Seite ausschließen zu können. Resultat war, dass mein T-Spiegel etwas unter dem Durchschnitt liegt. Ich will nicht unken, aber wenn ich einige andere "Zeichen" aus meiner Kindheit und Jugend mit dazu zähle, erschließt sich für mich zumindest die Erklärung für den Wunsch zum Femininer-/Androgynersein. Achso, und nach/seit der Untersuchung war ich dann "berechtigt" Lattenpillen auf Wunsch verschrieben zu bekommen. Faszinierender Effekt, aber die Nachwirkungen haben genervt.
Seit ich angefangen habe, hier zu schreiben, fühle ich mich mutiger um Schritte zu gehen, um herauszufinden, was los ist und was zu mir passen würde. Vielen Dank fürs Zuhören <3
Liebe Grüße
Artemis
@M&M, danke
@Jaddy, vielen Dank für deine nüchternen, analytischen und erhellenden Kommentare. Die Idee mit der phasenweisen HET klingt interessant. Was meinst du mit "Testosteronschäden"? Ich habe demnächst einen Routinetermin beim Urologen, ich werde ihn mal ansprechen, ob er Erfahrung in irgendeiner Weise dahingehend hat. Vor ein paar Jahren war ich dort vorstellig, weil ich bei meiner damaligen Partnerin einfach keine zufriedenstellende Erektion bekommen konnte (Spoiler: es lag nicht an körperlichen Gebrechen, sondern an der zwischenmenschlichen Kompatibilität). Deshalb hab ich mich vorher einer Testosteronanalyse unterziehen müssen, um die Ursache von der Seite ausschließen zu können. Resultat war, dass mein T-Spiegel etwas unter dem Durchschnitt liegt. Ich will nicht unken, aber wenn ich einige andere "Zeichen" aus meiner Kindheit und Jugend mit dazu zähle, erschließt sich für mich zumindest die Erklärung für den Wunsch zum Femininer-/Androgynersein. Achso, und nach/seit der Untersuchung war ich dann "berechtigt" Lattenpillen auf Wunsch verschrieben zu bekommen. Faszinierender Effekt, aber die Nachwirkungen haben genervt.
Seit ich angefangen habe, hier zu schreiben, fühle ich mich mutiger um Schritte zu gehen, um herauszufinden, was los ist und was zu mir passen würde. Vielen Dank fürs Zuhören <3
Liebe Grüße
Artemis