Ratschläge sind auch nur Schläge ...
Aber wenn es etwas gibt, was für mich von Interesse wäre, dann dies:
Werde Bootsbauer, baue ein Boot, segle um die Welt und baue dann bessere Boote. Riskiere mehr und spüre das Leben.
Komisch, wenn ich das Leben spüre, ist die Frage des Geschlechts ziemlich egal. Da gibt es keinen Zweifel und keine Scham. Trans ist für mich eine Ablenkung vom wesentlichen, vielleicht sogar eine Flucht davor. Im Kajak auf dem Wildwasser unterwegs, mit dem Segelboot auf das offene Meer oder mit klopfendem Herz das Mädchen anzusprechen, dass mir gefällt. Und zu den eigenen Gefühlen auch zu stehen.
Es wäre besser gewesen, das viel früher zu tun. So wie ich den Regen in Nordschweden gespürt habe oder den Tau in den korsischen Bergen. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass die Erlebnisse in der Natur für mich prägend waren. Und das Erschaffen mit den eigenen Händen aus der eigenen Kreativität heraus.
Trans ist Teil meines Lebens, aber es dominiert es manchmal sehr stark und das ist nicht gut für mich. So wichtig es auch ist, ich habe das Gefühl, dass es durch seinen exklusiven Status wichtigere Dinge in meinem Leben ausschließt, z.B. den Kontakt zu anderen Menschen, die mir wichtig sind. Es kapselt mich von der Welt ab und lässt mich nur meine eigene, innere Welt spüren.
Trans ist ein Widerspruch. Nicht wegen männlich/weiblich, sondern viel mehr in den eigenen Gefühlen. Heute denke und empfinde ich so, morgen anders und übermorgen wieder wie am Anfang. Dieses ständige Hin und Her zermürbt mich. Das habe ich noch nicht gelöst, was soll ich mir denn da als 20-Jährigem (oder meinem Sohn) sagen ?
Vielleicht das:
Sei ein Trüffelschwein und wenn Du die Trüffel gefunden hast, esse sie auf und lasse sie Dir nicht nehmen...