Transidentität und Selbstkategorisierung - # 2
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ab08
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Bin zwar nicht angesprochen, aber hier kann ich mir einen Einwurf nicht verkneifen:
- Sicher, man kann Unterschiede bzgl. Geschlecht leugnen.
- Sicher, man kann Aussagen von Menschen anzweifeln, die seit frühester Kindheit wußten, dass ihre äußerlichen Geschlechtsmerkmale nicht ihr Geschlecht widerspiegeln.
Geschlecht aber als "erlernt" anzusehen... Dieses "Konstrukt" erinnert mich heftig an John Money http://de.wikipedia.org/wiki/John_Money ,der durch den Fall David Reimer
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Reimer traurige Berühmtheit erlangte.
Falls hier andere Ansichten auch zur Sprache kommen dürfen, möchte daher anmerken:
In meinem Weltbild gibt es angeborene Eigenschaften mit typisch männlichem und typisch weiblichen Charakter. Wobei ich gern zugestehe, dass diese unabhängig vom Geschlecht vorkommen, sind sie aber doch jeweils in der Regel verschieden stark ausgeprägt. Als Betroffene macht mir Angst, wenn Geschlecht nur als erlernte Eigenschaft gesehen wird. (vgl. Money !!)
Neuere Ergebnisse der Hirnforschung (vgl. Dr Haupt http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 677#p98881 ) lassen mich aber hoffen...
Freundlich grüßt
ab
- Sicher, man kann Unterschiede bzgl. Geschlecht leugnen.
- Sicher, man kann Aussagen von Menschen anzweifeln, die seit frühester Kindheit wußten, dass ihre äußerlichen Geschlechtsmerkmale nicht ihr Geschlecht widerspiegeln.
Geschlecht aber als "erlernt" anzusehen... Dieses "Konstrukt" erinnert mich heftig an John Money http://de.wikipedia.org/wiki/John_Money ,der durch den Fall David Reimer
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Reimer traurige Berühmtheit erlangte.
Falls hier andere Ansichten auch zur Sprache kommen dürfen, möchte daher anmerken:
In meinem Weltbild gibt es angeborene Eigenschaften mit typisch männlichem und typisch weiblichen Charakter. Wobei ich gern zugestehe, dass diese unabhängig vom Geschlecht vorkommen, sind sie aber doch jeweils in der Regel verschieden stark ausgeprägt. Als Betroffene macht mir Angst, wenn Geschlecht nur als erlernte Eigenschaft gesehen wird. (vgl. Money !!)
Neuere Ergebnisse der Hirnforschung (vgl. Dr Haupt http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 677#p98881 ) lassen mich aber hoffen...
Freundlich grüßt
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FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Marielle
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Hallo zusammen,
Lara, wenn du schreibst "...die Vorstellung eines "männlichen vs. weiblichen Gehirns" angehe. Die Vorstellung ist wissenschaftlich gesehen einfach falsch...", solltest du m.E. eine Relativierung einfügen. Der Satz wir durch ein 'vermutlich', 'wahrscheinlich' oder 'höchstwahrscheinlich' nicht schlechter, eher besser. Auf jeden Fall wird er besser verdaulich.
Sowenig die messtechnische Untersuchung von Gehirnen in der Lage zu sein scheint, irgendwelche Vorgänge oder Zustände im Kopf eines Menschen auch nur halbwegs exakt zu beschreiben, sowenig sind psychologische Denkmodelle geeignet, das Gegenteil unwiderlegbar zu beweisen.
Der Biopsychologe Onur Güntürkün sagte*: "Was ich heute bin, ist zu 99% Biologie und zu 99% Kultur" (Sozialisation). Da mir das sehr plausibel erscheint, und wegen einer 'ingenieurmässigen Skepsis' gegenüber messtechnischen Untersuchungen an 'unbekannten Systemen', habe ich persönlich allerdings auch sehr große Vorbehalte gegenüber Aussagen, die auf 'bildgebenden neurowissenschaftlichen Messmethoden' basieren. Mir scheint es eher so zu sein, wie es in der Radartechnik zu Beginn des letzten Jahrhunderts zuging: "Herr Oberst, wir haben ein SIGNAL!" "Hervorragend! Was ist es?" "Wissen wir nicht, aber es kommt wahrscheinlich von vorne."
Wir, ab08, müssen nicht über Psychopathen wie Mooney diskutieren. Den kann man m.E. getrost in die Nähe von Heim und Mengele stellen. Ich nehme aber an, dass wir uns darüber verständigen können, dass es mindestens einen erheblichen Einfluss aus der Sozialisation gibt, der auf die jeweilige Identität eines Menschen wirkt. Dies würde sich m.E. auch dann nicht ändern, wenn es einen unabweisbaren Beleg für das 'Hirngeschlecht' gäbe. Nach meinem Verständnis schrieb das auch Lara so: Und zum Konstruktionsprozess gehören das Geschlechtsmodell (das erlernt ist) und die eigene Persönlichkeit (mit einer Mischung aus Veranlagung und Erfahrung) Es ist ein Zusammenwirken von 'Kopf' und 'Kultur'
Letztlich bist du selbst, genau wie ich, ein brauchbares Beispiel: Völlig unabhängig von unserer biologischen 'Ausstattung', ob nun im Kopf oder zwischen den Beinen, wurden wir zu etwas gemacht, was wir nicht sind, oder? Ich finde, den Ansatz, dass ein 'Hirngeschlecht' die alleinige Definitionsmacht über die Identität eines Menschen haben kann, vor dem Hintergrund der doch nahezu unbestreitbaren sozialen Einflüsse, nicht wirklich schlüssig. Es kann (ist meine Meinung) gut sein, dass in diesem Zusammenhang ein bischen sehr viel aus reichlich interpretierbaren 'Messergebnissen' herausgeholt wird und die Theoriefindung und /-prüfung dabei etwas zu kurz kommt.
Es geht mir aber wirklich nicht darum, einen 'Glaubenskrieg' vom Zaun zu brechen, der auf Sieg und Niederlage klärt, wessen Hirn, welches Körperteil oder welcher Sozialisierungsdruck den bestimmenderen Anteil an einer menschlichen Identität hat.
Ich möchte mich selbst mit den sozialen/psychologischen Mechanismen beschäftigen, die einen Einfluss auf mich haben. Mein Hirn werde ich auf absehbare Zeit nicht willentlich ändern können. Wohl aber das, was ich mit dem Zeug anfange, dass es für mich erdacht hat und, vor allem, das, was andere Hirne meinen für mich erdenken zu müssen.
Lara schrieb dazu: die Selbstkategorisierung ist eben eine aktive Konstruktion! Es ist nicht so, dass die Geschlechtsidentität als Trans*mensch schon immer da war und nur noch "entdeckt" oder "freigelegt" werden musste.
Ja, die Konstruktion der eigenen Identität muss jede_r für sich selbst vornehmen. Aber 'Nein' zu der möglichen Lesart dieser Aussage, nach der es nicht von individuellen, zum Teil auch genetisch bedingten, Eigenschaften eines Menschen abhängig ist, ob er sich in das gängige, bipolare Modell einpassen kann oder eben nicht. Irgendeine Kombination von Eigenschaften führt dazu, dass ein Mensch eine Diskrepanz zwischen seiner Selbstwahrnehmung und der ihm zugewiesenen Geschlechterrolle wahrnimmt. DAS ist m.E. nicht konstruiert, sondern 'echte' Persönlichkeit/Identität.
Die entscheidende Frage kommt erst danach: 'Wie gehe ich mit der Erkenntnis, dass ich nicht der mir von aussen zugewiesenen Rolle entspreche, um?' Das ist ein 'Konstruktionsprozess', der, da sind wir einig, viel zu stark von der (z.T. unreflektierten) Übernahme von stereotypischen Verhaltens- und Körpermerkmalen geprägt ist. Jedenfalls erlebe ich das so und es irritiert mich auch immer wieder.
Ich will wirklich niemandem den Pfahl für's Anlegemanöver oder gar den Anker wegnehmen, an dessen Kette ihre/seine Selbstwahrnehmung hängt. Aber wieviel ist ein Anker wert, von dem man selbst nicht weiss, wie lang die Kette ausliegt?
Aussagen wie "wenn ich Dieses tue oder Jenes anziehe, dann bin ich ganz 'Frau'" sind nach meinem Empfinden völlig unverständlich. Und zwar nicht nur für mich, als ein Mensch der schon eine Weile mit der eigenen 'Diskrepanz' auf der Welt rumläuft, sondern wohl auch für die meisten Aussenstehenden. Womit ich wieder bei meinem Anliegen wäre: Nämlich eine 'Erklärlichkeit' herzustellen. Eine solche lässt sich m.E. weder allein aus 'biologischen Gegebenheiten', noch allein aus der möglichst vollständigen Übernahme von Klischees machen. Soll heissen: Ich würde mir wünschen, dass mir mal jemand erklärt, wie der Mechanismus des 'ganz Frau seins' seiner/ihrer Meinung nach funktioniert. Und zwar nicht auf der Basis von Passing, Nagellack und schlecht Einparken, sondern als Ergebnis eines Selbstfindungsprozesses.
Habt eine gute Woche
Marielle
*)in der DLF-Sendung 'Lebenszeit' vom 13.09.13, meine Meinung: Nachhörenswert!
Lara, wenn du schreibst "...die Vorstellung eines "männlichen vs. weiblichen Gehirns" angehe. Die Vorstellung ist wissenschaftlich gesehen einfach falsch...", solltest du m.E. eine Relativierung einfügen. Der Satz wir durch ein 'vermutlich', 'wahrscheinlich' oder 'höchstwahrscheinlich' nicht schlechter, eher besser. Auf jeden Fall wird er besser verdaulich.
Sowenig die messtechnische Untersuchung von Gehirnen in der Lage zu sein scheint, irgendwelche Vorgänge oder Zustände im Kopf eines Menschen auch nur halbwegs exakt zu beschreiben, sowenig sind psychologische Denkmodelle geeignet, das Gegenteil unwiderlegbar zu beweisen.
Der Biopsychologe Onur Güntürkün sagte*: "Was ich heute bin, ist zu 99% Biologie und zu 99% Kultur" (Sozialisation). Da mir das sehr plausibel erscheint, und wegen einer 'ingenieurmässigen Skepsis' gegenüber messtechnischen Untersuchungen an 'unbekannten Systemen', habe ich persönlich allerdings auch sehr große Vorbehalte gegenüber Aussagen, die auf 'bildgebenden neurowissenschaftlichen Messmethoden' basieren. Mir scheint es eher so zu sein, wie es in der Radartechnik zu Beginn des letzten Jahrhunderts zuging: "Herr Oberst, wir haben ein SIGNAL!" "Hervorragend! Was ist es?" "Wissen wir nicht, aber es kommt wahrscheinlich von vorne."
Wir, ab08, müssen nicht über Psychopathen wie Mooney diskutieren. Den kann man m.E. getrost in die Nähe von Heim und Mengele stellen. Ich nehme aber an, dass wir uns darüber verständigen können, dass es mindestens einen erheblichen Einfluss aus der Sozialisation gibt, der auf die jeweilige Identität eines Menschen wirkt. Dies würde sich m.E. auch dann nicht ändern, wenn es einen unabweisbaren Beleg für das 'Hirngeschlecht' gäbe. Nach meinem Verständnis schrieb das auch Lara so: Und zum Konstruktionsprozess gehören das Geschlechtsmodell (das erlernt ist) und die eigene Persönlichkeit (mit einer Mischung aus Veranlagung und Erfahrung) Es ist ein Zusammenwirken von 'Kopf' und 'Kultur'
Letztlich bist du selbst, genau wie ich, ein brauchbares Beispiel: Völlig unabhängig von unserer biologischen 'Ausstattung', ob nun im Kopf oder zwischen den Beinen, wurden wir zu etwas gemacht, was wir nicht sind, oder? Ich finde, den Ansatz, dass ein 'Hirngeschlecht' die alleinige Definitionsmacht über die Identität eines Menschen haben kann, vor dem Hintergrund der doch nahezu unbestreitbaren sozialen Einflüsse, nicht wirklich schlüssig. Es kann (ist meine Meinung) gut sein, dass in diesem Zusammenhang ein bischen sehr viel aus reichlich interpretierbaren 'Messergebnissen' herausgeholt wird und die Theoriefindung und /-prüfung dabei etwas zu kurz kommt.
Es geht mir aber wirklich nicht darum, einen 'Glaubenskrieg' vom Zaun zu brechen, der auf Sieg und Niederlage klärt, wessen Hirn, welches Körperteil oder welcher Sozialisierungsdruck den bestimmenderen Anteil an einer menschlichen Identität hat.
Ich möchte mich selbst mit den sozialen/psychologischen Mechanismen beschäftigen, die einen Einfluss auf mich haben. Mein Hirn werde ich auf absehbare Zeit nicht willentlich ändern können. Wohl aber das, was ich mit dem Zeug anfange, dass es für mich erdacht hat und, vor allem, das, was andere Hirne meinen für mich erdenken zu müssen.
Lara schrieb dazu: die Selbstkategorisierung ist eben eine aktive Konstruktion! Es ist nicht so, dass die Geschlechtsidentität als Trans*mensch schon immer da war und nur noch "entdeckt" oder "freigelegt" werden musste.
Ja, die Konstruktion der eigenen Identität muss jede_r für sich selbst vornehmen. Aber 'Nein' zu der möglichen Lesart dieser Aussage, nach der es nicht von individuellen, zum Teil auch genetisch bedingten, Eigenschaften eines Menschen abhängig ist, ob er sich in das gängige, bipolare Modell einpassen kann oder eben nicht. Irgendeine Kombination von Eigenschaften führt dazu, dass ein Mensch eine Diskrepanz zwischen seiner Selbstwahrnehmung und der ihm zugewiesenen Geschlechterrolle wahrnimmt. DAS ist m.E. nicht konstruiert, sondern 'echte' Persönlichkeit/Identität.
Die entscheidende Frage kommt erst danach: 'Wie gehe ich mit der Erkenntnis, dass ich nicht der mir von aussen zugewiesenen Rolle entspreche, um?' Das ist ein 'Konstruktionsprozess', der, da sind wir einig, viel zu stark von der (z.T. unreflektierten) Übernahme von stereotypischen Verhaltens- und Körpermerkmalen geprägt ist. Jedenfalls erlebe ich das so und es irritiert mich auch immer wieder.
Ich will wirklich niemandem den Pfahl für's Anlegemanöver oder gar den Anker wegnehmen, an dessen Kette ihre/seine Selbstwahrnehmung hängt. Aber wieviel ist ein Anker wert, von dem man selbst nicht weiss, wie lang die Kette ausliegt?
Aussagen wie "wenn ich Dieses tue oder Jenes anziehe, dann bin ich ganz 'Frau'" sind nach meinem Empfinden völlig unverständlich. Und zwar nicht nur für mich, als ein Mensch der schon eine Weile mit der eigenen 'Diskrepanz' auf der Welt rumläuft, sondern wohl auch für die meisten Aussenstehenden. Womit ich wieder bei meinem Anliegen wäre: Nämlich eine 'Erklärlichkeit' herzustellen. Eine solche lässt sich m.E. weder allein aus 'biologischen Gegebenheiten', noch allein aus der möglichst vollständigen Übernahme von Klischees machen. Soll heissen: Ich würde mir wünschen, dass mir mal jemand erklärt, wie der Mechanismus des 'ganz Frau seins' seiner/ihrer Meinung nach funktioniert. Und zwar nicht auf der Basis von Passing, Nagellack und schlecht Einparken, sondern als Ergebnis eines Selbstfindungsprozesses.
Habt eine gute Woche
Marielle
*)in der DLF-Sendung 'Lebenszeit' vom 13.09.13, meine Meinung: Nachhörenswert!
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
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Anne-Mette
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Moin,
Eine Erklärbarkeit wird es meiner Meinung nach kaum geben - jedenfalls keine, die für relativ viele Fragende oder sogar für "die Allgemeinheit" aufschlussreich wäre.
Gehen wir mal davon aus, dass das ureigenste Sein geschlechtslos ist und alles darumherum "Ausstattung", die jede(r) für sich gestaltet.
Für manche Menschen mag die so passen, wie sie von der Umwelt, den Eltern, Partnerinnen und Partnern, "der Gesellschaft"... scheinbar vorgesehen ist.
Andere erkennen, dass die Rollen, die sie bisher gelebt haben, nicht (mehr) passen und sie erkennen eine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.
Dabei brauchen einige ein festes Korsett: z.B. FRAU statt MANN; seltener scheint es zu sein, dass sich Menschen davon frei machen (können).
Gruß
Anne-Mette
Nämlich eine 'Erklärlichkeit' herzustellen.
Eine Erklärbarkeit wird es meiner Meinung nach kaum geben - jedenfalls keine, die für relativ viele Fragende oder sogar für "die Allgemeinheit" aufschlussreich wäre.
Gehen wir mal davon aus, dass das ureigenste Sein geschlechtslos ist und alles darumherum "Ausstattung", die jede(r) für sich gestaltet.
Für manche Menschen mag die so passen, wie sie von der Umwelt, den Eltern, Partnerinnen und Partnern, "der Gesellschaft"... scheinbar vorgesehen ist.
Andere erkennen, dass die Rollen, die sie bisher gelebt haben, nicht (mehr) passen und sie erkennen eine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.
Dabei brauchen einige ein festes Korsett: z.B. FRAU statt MANN; seltener scheint es zu sein, dass sich Menschen davon frei machen (können).
Gruß
Anne-Mette
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Frida
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Hallo,
ich bin sehr froh, dass es so ein Forum gibt, in dem über so etwas diskutiert wird.
Ich finde den Thread spannend und für mich aufschlussreich.
Besonders freute ich mich zuletzt auch über die Printversion des Vortrags von Dr. Haupt
(noch mal Dank an ab).
Ich konnte mich in diesem Wissen wiederfinden und es half mir auf meinem Weg des Erkennens.
Nachdem ich mehr als 60 Jahre als Junge und Mann erzogen und sozialisiert worden bin....gelebt habe, versuche ich nun
mein wirkliches ICH oder SELBST zu leben. Eigentlich war ich meist ein zufriedener , manchmal sogar
recht glücklicher Mensch und doch zog es sich wie eine roter Faden durch mein ganzes leben,
nämlich die Frage "Wer bin ich wirklich" oder die Ahnung, dass das nicht alles sein kann , was ich zu sein scheine.
Es war immer ein Sehnen nach etwas, was mir fehlte und dessen Fehlen mich nicht ganz sein ließen.
Nachdem ich es nun gefunden hatte, gab es kein zurück mehr, denn ich erkannte, dass ich eine Frau bin,
die in einem Körper lebt, der männliche Fortpflanzungsorgane und leider auch mehr oder weniger stark
ausgeprägte sekundäre männliche Geschlechtsmerkmale besitzt, mit denen ich nie so ganz zufrieden war, auch immer wieder
auf dem Kriegsfuß stand.
Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich mich gefunden habe. Diese Selbstfindung gibt mir ein Gefühl der Gewissheit und
großer Freude ( ja es ist ein starkes, ruhiges Fließen), aber da ist auch Trauer über das, was ich jetzt loslassen muss,
vielleicht ist es auch Trauer über das, was ich vielleicht bisher nicht gelebt hatte.
Ich will nun das leben, was ich bin und habe mich auf den Weg gemacht, der nicht leicht ist, weil ich nichts kaputt machen will,
weil ich sorgsam mit meinem nicht mehr ganz so jungen Leib und meinen Liebsten, insbesondere meiner lieben Frau,
die sich viel Mühe gibt, aber zeitweilig doch sehr verunsichert ist, umgehen will.
Ich möchte es schaffen ohne Korsett diesen Weg zu beschreiten....einfach nur frei sein, mich, mein SELBST zu leben.
Ist dieses Selbst nicht das Wichtigste im Leben eines jeden (Sitz:Gehirn). Ist das eigentlich auch die Seele?
Liebe Grüße, Dita

ich bin sehr froh, dass es so ein Forum gibt, in dem über so etwas diskutiert wird.
Ich finde den Thread spannend und für mich aufschlussreich.
Besonders freute ich mich zuletzt auch über die Printversion des Vortrags von Dr. Haupt
(noch mal Dank an ab).
Ich konnte mich in diesem Wissen wiederfinden und es half mir auf meinem Weg des Erkennens.
Nachdem ich mehr als 60 Jahre als Junge und Mann erzogen und sozialisiert worden bin....gelebt habe, versuche ich nun
mein wirkliches ICH oder SELBST zu leben. Eigentlich war ich meist ein zufriedener , manchmal sogar
recht glücklicher Mensch und doch zog es sich wie eine roter Faden durch mein ganzes leben,
nämlich die Frage "Wer bin ich wirklich" oder die Ahnung, dass das nicht alles sein kann , was ich zu sein scheine.
Es war immer ein Sehnen nach etwas, was mir fehlte und dessen Fehlen mich nicht ganz sein ließen.
Nachdem ich es nun gefunden hatte, gab es kein zurück mehr, denn ich erkannte, dass ich eine Frau bin,
die in einem Körper lebt, der männliche Fortpflanzungsorgane und leider auch mehr oder weniger stark
ausgeprägte sekundäre männliche Geschlechtsmerkmale besitzt, mit denen ich nie so ganz zufrieden war, auch immer wieder
auf dem Kriegsfuß stand.
Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich mich gefunden habe. Diese Selbstfindung gibt mir ein Gefühl der Gewissheit und
großer Freude ( ja es ist ein starkes, ruhiges Fließen), aber da ist auch Trauer über das, was ich jetzt loslassen muss,
vielleicht ist es auch Trauer über das, was ich vielleicht bisher nicht gelebt hatte.
Ich will nun das leben, was ich bin und habe mich auf den Weg gemacht, der nicht leicht ist, weil ich nichts kaputt machen will,
weil ich sorgsam mit meinem nicht mehr ganz so jungen Leib und meinen Liebsten, insbesondere meiner lieben Frau,
die sich viel Mühe gibt, aber zeitweilig doch sehr verunsichert ist, umgehen will.
Ich möchte es schaffen ohne Korsett diesen Weg zu beschreiten....einfach nur frei sein, mich, mein SELBST zu leben.
Ist dieses Selbst nicht das Wichtigste im Leben eines jeden (Sitz:Gehirn). Ist das eigentlich auch die Seele?
Liebe Grüße, Dita
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Ulrike-Marisa
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
[quote="Anne-Mette"]Moin,
Andere erkennen, dass die Rollen, die sie bisher gelebt haben, nicht (mehr) passen und sie erkennen eine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.
Dabei brauchen einige ein festes Korsett: z.B. FRAU statt MANN; seltener scheint es zu sein, dass sich Menschen davon frei machen (können).
...genau das ist es, was diejenigen von uns Betroffenen bewegt, die nicht als biologische Frau geboren wurden und sich trotzdem als Frau fühlen. Das ist ja nicht über Nacht gekommen, sondern zumeist das Eregebnis eines langen Prozesses der Erkenntnis und der Selbstfindung und des Zulassens dieser neuen gefühlten Identität unabhängig vom bisher geführten Vorleben, das nicht in der Versenkung verschwindet, sondern immer ein Teil der persönlichen Identität bleiben wird. Die Wünsche und Gefühle, eine Frau zu sein führen meiner Meinung nach zu einer Selbstkategoriesierung, da niemand anderes als ich selbst diese Feststellung und Entscheidung für mich treffen kann.
Was das nun genau ist, Frau zu sein, dafür gibt es, so glaube ich, keine allgemeingültige Erklärung; zu viele Einzelfaktoren spielen da hinein. Jede Betroffene hat eine eigene Sichtweise dazu und wird sich an individuellen Wünschen ,Erfahrungen und Beobachtungen orientieren/unterwerfen - zumindest trifft das auf mich zu; vielleicht auch auf andere - da bin ich mir eigentlich ganz sicher. Alle Betroffenen wissen, dass alles Unternomene und Versuchte, der neuen gewüschten Identität näher zu kommen, letztlich immer ein Kompromiss zwischen Wunsch und Wirklichkeit bleiben wird. Das denke ich, gilt selbst mit geschlechtsangleichender OP; auch das ist nur die Tangente am Kreis, ein Berührugspunkt eben, der aber Teil des Kreises ist.
Liebe Grüße, Ulrike-Marisa
...wir können nur so frei sein, wie andere es zulassen; den Rest müssen wir selbst erkämpfen...
Andere erkennen, dass die Rollen, die sie bisher gelebt haben, nicht (mehr) passen und sie erkennen eine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.
Dabei brauchen einige ein festes Korsett: z.B. FRAU statt MANN; seltener scheint es zu sein, dass sich Menschen davon frei machen (können).
...genau das ist es, was diejenigen von uns Betroffenen bewegt, die nicht als biologische Frau geboren wurden und sich trotzdem als Frau fühlen. Das ist ja nicht über Nacht gekommen, sondern zumeist das Eregebnis eines langen Prozesses der Erkenntnis und der Selbstfindung und des Zulassens dieser neuen gefühlten Identität unabhängig vom bisher geführten Vorleben, das nicht in der Versenkung verschwindet, sondern immer ein Teil der persönlichen Identität bleiben wird. Die Wünsche und Gefühle, eine Frau zu sein führen meiner Meinung nach zu einer Selbstkategoriesierung, da niemand anderes als ich selbst diese Feststellung und Entscheidung für mich treffen kann.
Was das nun genau ist, Frau zu sein, dafür gibt es, so glaube ich, keine allgemeingültige Erklärung; zu viele Einzelfaktoren spielen da hinein. Jede Betroffene hat eine eigene Sichtweise dazu und wird sich an individuellen Wünschen ,Erfahrungen und Beobachtungen orientieren/unterwerfen - zumindest trifft das auf mich zu; vielleicht auch auf andere - da bin ich mir eigentlich ganz sicher. Alle Betroffenen wissen, dass alles Unternomene und Versuchte, der neuen gewüschten Identität näher zu kommen, letztlich immer ein Kompromiss zwischen Wunsch und Wirklichkeit bleiben wird. Das denke ich, gilt selbst mit geschlechtsangleichender OP; auch das ist nur die Tangente am Kreis, ein Berührugspunkt eben, der aber Teil des Kreises ist.
Liebe Grüße, Ulrike-Marisa
...wir können nur so frei sein, wie andere es zulassen; den Rest müssen wir selbst erkämpfen...
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Herzlichen Dank, liebes Marielle,
mit Hilfe Deiner Erläuterungen glaube ich, Laras Thesen etwas besser zu verstehen.
Natürlich gibt es viele Lernprozesse, natürlich beeinflußen diese sicher unter anderem unser Denken (Dabei "kann es"(!) auch zu bleibenden Veränderungen des Gehirns kommen.). Mir ging darum, dass wenig unter den Tisch fällt und andere Aspekte (Anlagen, Vererbung) ebenfalls zur Sprache kommen. Dass es angeborene Eigenschaften gibt, die wir als typisch weiblich bzw. typisch männlich wahrnehmen, kann nämlich nicht ernsthaft bestritten werden. Darwin hat eben auch teilweise recht. In prähistorischer Zeit war es auch notwendig: Der Mann jagte, die Frau blieb am Wohnplatz zurück. Gehirnfunktionen passten sich an und das vererbte sich zum Teil. Unsere Gehirne sind extrem komplex, daher bin ich Deiner Meinung, dass es noch lang dauert, bis vage Aussagen wirklich möglich sind. Nur das bedeutet für mich halt, dass man weder das eine noch das andere ausschließen kann oder ausschließen sollte.
- Bzgl. Money - leider ist das Gedankengut durchaus noch da, (ähnlich wie bei Ken Zucker) frühere Mitarbeiter http://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Pf%C3%A4fflin grenzen sich oft nicht eindeutig ab. Auch bei Intersex-Genitalverstümmelung / Prof. Dr. Naujoks geht es ja weiter. Verständlicherweise werden Zusammenhänge verschleiert. Aber Argumentationsketten zeigen es doch...
So ist und bleibt es nötig, diese eindeutig belasteten Namen ab und zu ins allgemeine Gedächtnis zurückzurufen
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam...
Liebe Grüße und nochmals Danke
ab
mit Hilfe Deiner Erläuterungen glaube ich, Laras Thesen etwas besser zu verstehen.
Natürlich gibt es viele Lernprozesse, natürlich beeinflußen diese sicher unter anderem unser Denken (Dabei "kann es"(!) auch zu bleibenden Veränderungen des Gehirns kommen.). Mir ging darum, dass wenig unter den Tisch fällt und andere Aspekte (Anlagen, Vererbung) ebenfalls zur Sprache kommen. Dass es angeborene Eigenschaften gibt, die wir als typisch weiblich bzw. typisch männlich wahrnehmen, kann nämlich nicht ernsthaft bestritten werden. Darwin hat eben auch teilweise recht. In prähistorischer Zeit war es auch notwendig: Der Mann jagte, die Frau blieb am Wohnplatz zurück. Gehirnfunktionen passten sich an und das vererbte sich zum Teil. Unsere Gehirne sind extrem komplex, daher bin ich Deiner Meinung, dass es noch lang dauert, bis vage Aussagen wirklich möglich sind. Nur das bedeutet für mich halt, dass man weder das eine noch das andere ausschließen kann oder ausschließen sollte.
- Bzgl. Money - leider ist das Gedankengut durchaus noch da, (ähnlich wie bei Ken Zucker) frühere Mitarbeiter http://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Pf%C3%A4fflin grenzen sich oft nicht eindeutig ab. Auch bei Intersex-Genitalverstümmelung / Prof. Dr. Naujoks geht es ja weiter. Verständlicherweise werden Zusammenhänge verschleiert. Aber Argumentationsketten zeigen es doch...
So ist und bleibt es nötig, diese eindeutig belasteten Namen ab und zu ins allgemeine Gedächtnis zurückzurufen
Liebe Grüße und nochmals Danke
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Zuletzt geändert von ab08 am Di 15. Jul 2014, 16:11, insgesamt 3-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Hallo zusammen, Moin Moin Anne-Mette,
ist das nun der Gipfel friesischen Understatements oder sollte es dir wirklich nicht aufgefallen sein?
(Sieh mir die Änderungen im Zitat bitte nach.)
Gehen wir mal davon aus, dass das ureigenste Sein geschlechtslos ist und alles darumherum ein "Bild", das jede_r für sich gestalten muss.
Für die meisten Menschen passt das "Bild" so, wie es von der Umwelt, den Eltern, Partnerinnen und Partnern, "der Gesellschaft"... vorskizziert und für 'richtig' befunden ist. Andere erkennen, dass das Rollenbild, das sie bisher gelebt haben, nicht (mehr) das richtige, passende für ihr eigenes 'Selbst' ist und sie erkennen die Notwendigkeit, daran etwas zu ändern. .Dabei orientieren sich einige, ganz oder zum Teil, an den Rollenbildern FRAU und MANN; andere finden ihre eigene Persönlichkeit ausserhalb dieser Rollenbilder besser wieder.
Eine These, die nur eine Annahme braucht, die jeden Raum lässt, nichts festlegt und trotzdem, oder eben deswegen, in vier Sätzen 'erklärlich'' ist?!
Sagtest du, sowas gäbe es nicht? Glaubte ich nicht, sowas müsse es geben?
Allerdings habe ich nicht geglaubt, dass es so schnell geht, sie zu finden. Chapeau!
Marielle
ist das nun der Gipfel friesischen Understatements oder sollte es dir wirklich nicht aufgefallen sein?
(Sieh mir die Änderungen im Zitat bitte nach.)
Gehen wir mal davon aus, dass das ureigenste Sein geschlechtslos ist und alles darumherum ein "Bild", das jede_r für sich gestalten muss.
Für die meisten Menschen passt das "Bild" so, wie es von der Umwelt, den Eltern, Partnerinnen und Partnern, "der Gesellschaft"... vorskizziert und für 'richtig' befunden ist. Andere erkennen, dass das Rollenbild, das sie bisher gelebt haben, nicht (mehr) das richtige, passende für ihr eigenes 'Selbst' ist und sie erkennen die Notwendigkeit, daran etwas zu ändern. .Dabei orientieren sich einige, ganz oder zum Teil, an den Rollenbildern FRAU und MANN; andere finden ihre eigene Persönlichkeit ausserhalb dieser Rollenbilder besser wieder.
Eine These, die nur eine Annahme braucht, die jeden Raum lässt, nichts festlegt und trotzdem, oder eben deswegen, in vier Sätzen 'erklärlich'' ist?!
Sagtest du, sowas gäbe es nicht? Glaubte ich nicht, sowas müsse es geben?
Allerdings habe ich nicht geglaubt, dass es so schnell geht, sie zu finden. Chapeau!
Marielle
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Sheeana
Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Hallo ihr Lieben,
ich persönlich freue mich sehr, dass es dieses Forum gibt. Meiner Meinung nach, ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, weil es mir persönlich Selbstsicherheit gibt.
Warum ist denn eine Selbstkategorisierung nötig? Für mich ist die Frage erst mal leicht zu beantworten. Ich bin kein Einzelgänger und möchte gerne zu einer Gruppe dazugehören, weil es in dieser Gruppe Menschen gibt, die ähnlich oder vielleicht sogar genauso denken wie ich. Die haben die gleichen Probleme wie ich und deshalb fühle ich mich bei diesen Menschen wohl und auch verstanden.
Seit 3- 4 Monaten, habe ich angefangen, ehrlich zu mir selber zu sein und vor allem zu akzeptieren, dass ich mich anders fühle. Ich möchte euch gerne erzählen, wie ich hier gelandet bin.
Wenn ich mich recht erinnere, ging es so Ende der 90`er los, dass ich mir hauptsächlich Damenunterwäsche und Strümpfe angezogen habe. Damals habe ich das hauptsächlich zu meiner sexuellen Befriedigung gemacht. Dafür habe ich mich geschämt und habe mich selbst als pervers empfunden. Die Jahre gingen ins Land und plötzlich habe ich festgestellt, dass ich Porno`s mit Transsexuellen anregender finde. Große Gedanken habe ich mir dazu nicht gemacht. Ich war für mich selbst ja pervers und damit gab ich mir sozusagen die Erlaubnis, so etwas anzuschauen. Bitter war nur, dass ich mich als fehlerhaft empfunden habe. Es ist falsch was ich mache. Kategorie ----> Pervers
Dann habe ich 2010 mit mit dem trinken aufgehört (ich bin alkoholabhängig) und habe gedacht, jetzt hat sich das mit den Damenkleidern auch erledigt. Aber das Gegenteil ist passiert. Dadurch, dass jetzt kein Alkohol mehr im Spiel war, habe ich meine Gefühle bewusster erlebt. Ich fühlte mich wohl und was ganz neu war, ich fühlte mich attraktiv. Kategorie ---> Crossdresser, Transvestit?
Ein entscheidender Punkt, ehrlich und aufrichtig zu mir selbst zu sein war dann der, dass ich mich in eine Transexuelle verliebt habe. Da gingen natürlich meine Gedanken auch in Richtung Partnerschaft mit einer transsexuellen Frau.
Von diesem Punkt an, konnte ich plötzlich akzeptieren... so bin ich! Und obwohl ich für mich eine riesige "Baustelle" aufgemacht habe, geht es mir innerlich gut.
Momentan kann ich für mich nur sagen, dass ich heute vielleicht ein Bigender bin. Morgen kann das schon wieder anders aussehen. Es ist eine Entwicklung und ich kann beim besten Willen nicht sagen, in welche Richtung es geht.
Für mich persönlich reicht es (momentan), wenn ich mich bei Mann in Frauenkleidern einordne. Das zu anderen Menschen sagen zu können, entspannt und mit einen kleinen Lächeln, macht mich sehr glücklich.
Für mich ist das Wichtigste, dass es mir keine Angst, kein schlechtes Gewissen mehr macht und ich weiß, dass ich nicht allein bin.
Ich wünsche euch einen entspannten und sonnigen Tag
Sheeana
ich persönlich freue mich sehr, dass es dieses Forum gibt. Meiner Meinung nach, ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, weil es mir persönlich Selbstsicherheit gibt.
Warum ist denn eine Selbstkategorisierung nötig? Für mich ist die Frage erst mal leicht zu beantworten. Ich bin kein Einzelgänger und möchte gerne zu einer Gruppe dazugehören, weil es in dieser Gruppe Menschen gibt, die ähnlich oder vielleicht sogar genauso denken wie ich. Die haben die gleichen Probleme wie ich und deshalb fühle ich mich bei diesen Menschen wohl und auch verstanden.
Seit 3- 4 Monaten, habe ich angefangen, ehrlich zu mir selber zu sein und vor allem zu akzeptieren, dass ich mich anders fühle. Ich möchte euch gerne erzählen, wie ich hier gelandet bin.
Wenn ich mich recht erinnere, ging es so Ende der 90`er los, dass ich mir hauptsächlich Damenunterwäsche und Strümpfe angezogen habe. Damals habe ich das hauptsächlich zu meiner sexuellen Befriedigung gemacht. Dafür habe ich mich geschämt und habe mich selbst als pervers empfunden. Die Jahre gingen ins Land und plötzlich habe ich festgestellt, dass ich Porno`s mit Transsexuellen anregender finde. Große Gedanken habe ich mir dazu nicht gemacht. Ich war für mich selbst ja pervers und damit gab ich mir sozusagen die Erlaubnis, so etwas anzuschauen. Bitter war nur, dass ich mich als fehlerhaft empfunden habe. Es ist falsch was ich mache. Kategorie ----> Pervers
Dann habe ich 2010 mit mit dem trinken aufgehört (ich bin alkoholabhängig) und habe gedacht, jetzt hat sich das mit den Damenkleidern auch erledigt. Aber das Gegenteil ist passiert. Dadurch, dass jetzt kein Alkohol mehr im Spiel war, habe ich meine Gefühle bewusster erlebt. Ich fühlte mich wohl und was ganz neu war, ich fühlte mich attraktiv. Kategorie ---> Crossdresser, Transvestit?
Ein entscheidender Punkt, ehrlich und aufrichtig zu mir selbst zu sein war dann der, dass ich mich in eine Transexuelle verliebt habe. Da gingen natürlich meine Gedanken auch in Richtung Partnerschaft mit einer transsexuellen Frau.
Von diesem Punkt an, konnte ich plötzlich akzeptieren... so bin ich! Und obwohl ich für mich eine riesige "Baustelle" aufgemacht habe, geht es mir innerlich gut.
Momentan kann ich für mich nur sagen, dass ich heute vielleicht ein Bigender bin. Morgen kann das schon wieder anders aussehen. Es ist eine Entwicklung und ich kann beim besten Willen nicht sagen, in welche Richtung es geht.
Für mich persönlich reicht es (momentan), wenn ich mich bei Mann in Frauenkleidern einordne. Das zu anderen Menschen sagen zu können, entspannt und mit einen kleinen Lächeln, macht mich sehr glücklich.
Für mich ist das Wichtigste, dass es mir keine Angst, kein schlechtes Gewissen mehr macht und ich weiß, dass ich nicht allein bin.
Ich wünsche euch einen entspannten und sonnigen Tag
Sheeana
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Exuserin-2015-09-09
Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Als schlechte Einparkerin möchte ich auch ein wenig zu dem Thema "... wenn ich mich kleide und verhalte wie eine Frau dann bin ich ganz Frau" aus meiner Sicht und Erfahrung beitragen. Mir geht es so, dass ich meine innere weibliche Persönlichkeit ja nach Aussen tragen möchte. Sei es in Gesprächen, in der Bewegung oder der Erscheinung. Und das passiert. Besonders nach dem Outing hat es zugenommen. Das Rollenspiel "Mann" war gut sozialisiert und anerzogen und konnte vor 3 Jahren eben nicht über Nacht abgelegt werden.
Ich sage mir: Im inneren bin ich eine Frau (mit männlicher Seite), nehmt mich so wahr, toleriert es, noch besser akzeptiert Und nehmt mich mit in eure Gemeinschaft auf. Integriert mich und geht auch so bitte mit mir um. Gebt mir Feedback, zeigt mir den Spiegel.
Ich liebe es, mit Stilelementen mein Äusseres an das gefühlte Innere anzupassen bzw. auszudrücken. Mit ein wenige dezenter Schminke strahlen meine Augen viel mehr und drücken meine Stärke aus. Ich bin gerne groß und stolz. Daher mag ich Schuhe mit Absatz, auch wenn ich dann herausrage. Und körperbetonte Kleidung, um einfach mich zu zeigen. Meine Bewegungen, meine schönen Beine. Gepflegte Hände, schöne lackierte Fingernägel, nun, Nagellack ist sachlich betrachtet eine Farbe, aber in Kombination mit der Kleidung ein komplettierendes Stielelement.
Ich möchte mich nicht mehr verstecken. Ja, es mag immer noch für viele Mitmenschen wie eine Verkleidung aussehen, ein Mann im Kleid, auch gerne mit Perücke. Nein, das ist schlecht und auch ich musste da durch diese Phase durch. Jede 12-jährige macht diese Erlebnisse ja auch.
Heute ist es authentischer, eben mein Ausdruck. Ich weiß, das Sommerkleid mach mich nicht zur Frau, die bin ich ja, aber es erleichtert das Leben schon in dieser binären Gesellschaft und drückt mein Lebensgefühl aus. Mehr würde ich hier nicht hinein interpretieren.
Letztlich ist mir die Akzeptanz wichtig und die bekomme ich, weil ich authentisch wirke.
Ich sage mir: Im inneren bin ich eine Frau (mit männlicher Seite), nehmt mich so wahr, toleriert es, noch besser akzeptiert Und nehmt mich mit in eure Gemeinschaft auf. Integriert mich und geht auch so bitte mit mir um. Gebt mir Feedback, zeigt mir den Spiegel.
Ich liebe es, mit Stilelementen mein Äusseres an das gefühlte Innere anzupassen bzw. auszudrücken. Mit ein wenige dezenter Schminke strahlen meine Augen viel mehr und drücken meine Stärke aus. Ich bin gerne groß und stolz. Daher mag ich Schuhe mit Absatz, auch wenn ich dann herausrage. Und körperbetonte Kleidung, um einfach mich zu zeigen. Meine Bewegungen, meine schönen Beine. Gepflegte Hände, schöne lackierte Fingernägel, nun, Nagellack ist sachlich betrachtet eine Farbe, aber in Kombination mit der Kleidung ein komplettierendes Stielelement.
Ich möchte mich nicht mehr verstecken. Ja, es mag immer noch für viele Mitmenschen wie eine Verkleidung aussehen, ein Mann im Kleid, auch gerne mit Perücke. Nein, das ist schlecht und auch ich musste da durch diese Phase durch. Jede 12-jährige macht diese Erlebnisse ja auch.
Heute ist es authentischer, eben mein Ausdruck. Ich weiß, das Sommerkleid mach mich nicht zur Frau, die bin ich ja, aber es erleichtert das Leben schon in dieser binären Gesellschaft und drückt mein Lebensgefühl aus. Mehr würde ich hier nicht hinein interpretieren.
Letztlich ist mir die Akzeptanz wichtig und die bekomme ich, weil ich authentisch wirke.
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ab08
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Bitte, bitteLaraC hat geschrieben: Ein Mensch mit xy-Chromosomen, dem gesagt wird, dass seine Persönlichkeit (gefühlvoll, schüchtern, verträglich, nicht durchsetzungsstark) bei Männern nicht erwünscht ist, fühlt sich durch diese Lernerfahrung vielleicht irgendwann in der Gruppe "Frauen" besser aufgehoben, weil seine Persönlichkeit dort als ganz normal betrachtet wird.
lass Dich durch solche Sätze wie oben - der mich übrigens auch sehr verletzt - nicht beirren! In dem Weltbild finden nämlich auch transsexuelle Kinder kaum Platz
Nach dem schlimmen Fall in Berlin gibt es daher http://www.trans-kinder-netz.de/.
Nicht-Betroffene können TS im Grunde nicht verstehen und stellen daher entsprechende Theorien / Behauptungen auf. (Einige "Theoretiker" erwähnte ich...)
Mein Verhalten im Kindergarten in den 50ern machte übrigens alle stutzig, aber niemand verstand es, die Sache korrekt zu deuten...
Kopf hoch, alles Gute und viel Kraft, denn transsexuelle Menschen müssen was aushalten können!
Kim und andere machten da auch ihre Erfahrungen, von denen lernte ich persönlich viel.
Liebe Grüße
ab,
die ihre Persönlichkeit in der Jugend nur ihrem Tagebuch und sehr engen Freunden anvertraute, aber sich seit 2007 allen so zeigt, wie sie ist.
Als ich sehr klein war, wurde ich gebadet, dabei fragte der kleine "Bub" öfters die Mama, warum "er" früher unten zusammengenäht wurde. Welche Krankheit machte es notwendig? Es passte nämlich einfach nicht.
Die Mutter versicherte, dass nix passiert war, aber der "Bub" glaubte den Beteuerungen nie. --> An die komischen Gespräche erinnern sich heute meine Mutter und ich ebenfalls...
Keine Ahnung, wann ich die "Lernerfahrung" machte und mich "zur Frau konstruierte". Wahrscheinlich war das noch früher. Ein intelligentes Baby lernt ja sehr schnell
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Marielle
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Guten Abend zusammen,
heute reicht es bei mir nur noch zu einem Kurztext, weil ich einigermassen müde vom Tagwerk bin. Weil ich grade, hinsichtlich dieses Threads, aber auch etwas 'emotional engagiert' bin, will ich doch noch was loswerden.
"Ich bin gerne groß und stolz. Daher mag ich Schuhe mit Absatz,... "
Kennst du das Bild 'They are coming' von Helmut Newton, Daniela? Ich sehe in diesem Bild das was du beschreibst. Eine Freund_in sagt, es zeige puren Sexismus......
Was ich meine ist: Es sind Assoziationen, die du beschreibst, keine kausal verbundenen Sachverhalte. Absätze sind nicht 'weiblich' und sie machen nicht 'weiblich'. Absätze sind mit ''weiblich' assoziiert und mit dieser Verbindung im Kopf anderer Menschen spielst du, spiele ich, spielen wir. Es macht nicht mal einen Unterschied, ob es dabei um Passing oder Provokation geht. Beides ist ein 'Spiel' mit Assoziationen, dass nur deswegen funktioniert, weil die meisten Menschen glauben, Absätze seien 'weiblich'.
Versteh mich nicht falsch: Es ist völlig in Ordnung was du tust und fühlst. Es ist dein Weg dich auszudrücken, du selbst zu sein. Es ist der Weg auf dem es dir gut geht. Ich nutze die Kleidung auch, um mich 'sichtbar' zu machen und auch mir geht es gut dabei. Ich möchte nur gern verstehen, warum es, innerhalb eines konstruierten Systems, besser ist 'Frau zu sein', als Mensch zu sein?
"Aus meiner Sicht wäre da viel mehr drin "
Da ist viel mehr drin. Unter anderem ist da die Möglichkeit drin mal zu versuchen nicht die eigenen Egoismen und Ängste hinter selektiver Betroffenheit und Verletzlichkeit zu verstecken und dabei "Nicht-Betroffene.....", quasi als Häretiker der geschlechtlichen Selbstwahrnehmung, der Inquisition zu überantworten. 'Betroffenheit' macht sich weder am Grad der jeweiligen Anpassungsfähigkeit, noch an der spezifischen Ausprägung der Reaktionshandlung fest.
Ich hätte glatt geglaubt, dass diese Erkenntnis 'wahrlich weiblich' sein könnte.....
Habt eine gute Nacht
Marielle
heute reicht es bei mir nur noch zu einem Kurztext, weil ich einigermassen müde vom Tagwerk bin. Weil ich grade, hinsichtlich dieses Threads, aber auch etwas 'emotional engagiert' bin, will ich doch noch was loswerden.
"Ich bin gerne groß und stolz. Daher mag ich Schuhe mit Absatz,... "
Kennst du das Bild 'They are coming' von Helmut Newton, Daniela? Ich sehe in diesem Bild das was du beschreibst. Eine Freund_in sagt, es zeige puren Sexismus......
Was ich meine ist: Es sind Assoziationen, die du beschreibst, keine kausal verbundenen Sachverhalte. Absätze sind nicht 'weiblich' und sie machen nicht 'weiblich'. Absätze sind mit ''weiblich' assoziiert und mit dieser Verbindung im Kopf anderer Menschen spielst du, spiele ich, spielen wir. Es macht nicht mal einen Unterschied, ob es dabei um Passing oder Provokation geht. Beides ist ein 'Spiel' mit Assoziationen, dass nur deswegen funktioniert, weil die meisten Menschen glauben, Absätze seien 'weiblich'.
Versteh mich nicht falsch: Es ist völlig in Ordnung was du tust und fühlst. Es ist dein Weg dich auszudrücken, du selbst zu sein. Es ist der Weg auf dem es dir gut geht. Ich nutze die Kleidung auch, um mich 'sichtbar' zu machen und auch mir geht es gut dabei. Ich möchte nur gern verstehen, warum es, innerhalb eines konstruierten Systems, besser ist 'Frau zu sein', als Mensch zu sein?
"Aus meiner Sicht wäre da viel mehr drin "
Da ist viel mehr drin. Unter anderem ist da die Möglichkeit drin mal zu versuchen nicht die eigenen Egoismen und Ängste hinter selektiver Betroffenheit und Verletzlichkeit zu verstecken und dabei "Nicht-Betroffene.....", quasi als Häretiker der geschlechtlichen Selbstwahrnehmung, der Inquisition zu überantworten. 'Betroffenheit' macht sich weder am Grad der jeweiligen Anpassungsfähigkeit, noch an der spezifischen Ausprägung der Reaktionshandlung fest.
Ich hätte glatt geglaubt, dass diese Erkenntnis 'wahrlich weiblich' sein könnte.....
Habt eine gute Nacht
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Exuserin-2015-09-09
Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Dazu meine Schnellantwort. Nicht zur Verteidigung. Nur zum Verständnis. Mich interessiert nicht, ob ein Schuh oder ein Absatz weiblich ist. Es ist doch in erster Linie ein Schuh zum Laufen, eine Sache, ein Ding. Ein Kniestiefel, der ja von den Männern erfunden wurde und auch getragen, macht mein Bein einfach schön. Der wird von meinen Mitmenschen als weiblich abgestempelt. Nicht von mir. Ich denke einfach an Stil, Schönheit und an das Praktische. Ich stehe über den Dingen. Und mit Absatz und Stiefelhose oder Jeans ist es einfach stimmig. Zum Kleid gehört einfach ein Pumps. Und kein Turnschuh. Punkt. Das ist für mich keine Assoziation. Ich mag mich so und merke. wenn ich eben nur androgyn mich in der Welt bewege, es manchen Menschen eben nicht in die Schublade passt.
Ich habe lange gebraucht, nun eben auch die Dinge zu finden und zu tragen, die ich meine zu mir passen und meine Persönlichkeit unterstreichen. Und dabei geht es mir richtig gut. Und der Schuh ist nur ein Stilmittel. Nein, in Birkenstocks, Leggings und XXL Sweatshirt mag ich ausnahmsweise nur mal auf dem Sofa liegen. Mehr bitte aber nicht.
Ich sehe mich in erster Linie als ein Individuum. Das so in keinen Rahmen passt. Aber wenn ich mich dieser binären Welt aussetze, verwende ich den Begriff Frau. Und? Na und? Wass ist so dermaßen schlimm daran. Ich muss das System benutzen, um darin zurechtzukommen. Mehr aber nicht. Warum reden wir hier im Forum so oft darüber?
Und zum Post von ab08 ergänzend: Meine Mutter sagte mir beim Outing: "Ich wusste schon als du noch ein kleines Kind warst, das irgendetwas mit dir nicht stimmt. Ich hab dich eine Woche zum Test bei einem Psychologen gegeben, der fand es aber auch nicht. Heute ist es mir endlich klar!"
Ich habe lange gebraucht, nun eben auch die Dinge zu finden und zu tragen, die ich meine zu mir passen und meine Persönlichkeit unterstreichen. Und dabei geht es mir richtig gut. Und der Schuh ist nur ein Stilmittel. Nein, in Birkenstocks, Leggings und XXL Sweatshirt mag ich ausnahmsweise nur mal auf dem Sofa liegen. Mehr bitte aber nicht.
Ich sehe mich in erster Linie als ein Individuum. Das so in keinen Rahmen passt. Aber wenn ich mich dieser binären Welt aussetze, verwende ich den Begriff Frau. Und? Na und? Wass ist so dermaßen schlimm daran. Ich muss das System benutzen, um darin zurechtzukommen. Mehr aber nicht. Warum reden wir hier im Forum so oft darüber?
Und zum Post von ab08 ergänzend: Meine Mutter sagte mir beim Outing: "Ich wusste schon als du noch ein kleines Kind warst, das irgendetwas mit dir nicht stimmt. Ich hab dich eine Woche zum Test bei einem Psychologen gegeben, der fand es aber auch nicht. Heute ist es mir endlich klar!"
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ab08
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Liebes Marielle,Marielle hat geschrieben:... mal zu versuchen nicht die eigenen Egoismen und Ängste hinter selektiver Betroffenheit und Verletzlichkeit zu verstecken und dabei "Nicht-Betroffene.....", quasi als Häretiker der geschlechtlichen Selbstwahrnehmung, der Inquisition zu überantworten.
über 5 Jahrzehnte lebte ich gezwungermaßen als Mann. Erst eine schwere Erkrankung brachte mich dazu, die Wahrheit zu sagen. Mir "Egoismus" zu unterstellen, eventuell weil ich nun so lebe wie ich bin(?), betrachte ich als extrem unfair und unzulässig. Hinter "Verletzlichkeit zu verstecken"
Das nehme ich hin und damit kann heute gut damit umgehen. Ich weiß ja, "Nicht-Betroffene" verstehen es nicht! Damit kann ich umgehen, damit haben aber manche, jüngere TS Probleme. ==> Aufgrund von Mobbing und ähnlichem ist die Suizidrate bei TS hoch. Ein Fall wurde sogar durch die Eltern öffentlich gemacht - auf der Seite von Dorothea Zwölfer verlinkt. Es gibt Psychiater, die tragen durch ihre Theorien und ihr Verhalten zur Problematik bei. (vgl. z.B. Beier - Berlin http://www.taz.de/!90229/ )
Wenn ich mich hier, oder im RL, äußere, geht es mir darum, Menschen zu helfen und nie um mich! Mir geht es ausgezeichnet *) / Es gibt viele schöne Seiten / Pöbeleien naja gehören halt dazu...
Inzwischen betrachte ich manches, was hier geschrieben wird, als mehr oder weniger verstecktes Mobbing: "Mensch mit xy-Chromosomen" Mann? - gibt es aber auch weiblich
Noch gehe ich davon aus, dass es aus Unachtsamkeit, also unwissentlich geschieht. Wenn nicht, ordne ich es eben in die Kategorien "Pöbeleien" oder "absichtliche Diskriminierung" ein.
Mir ist wichtig, dass ich andere Menschen akzeptiere, egal wie sie leben. Handlungsanweisungen gebe ich nicht und halte sowas auch für falsch. Wenn jemand mich mobben will --> bitte
Aber mir lasse ich auch nicht "Egoismus"unterstellen, oder, dass ich "was verstecke" --> Urteile über mich / eine Verurteilung meiner Person oder meines Handelns steht niemand zu!
Wenn jemand also unverlangt, unzutreffende Urteile oder falsche Tatsachenbehauptungen über mich abgibt, muss er/sie damit rechnen, dass ich mich wehre und zumindest widerspreche.
Bisher hatte ich den Eindruck, dass es auch Menschen wie mir hier erlaubt ist, so zu sein und so zu bleiben wie sie nun mal sind!
Ich hoffe sehr, dass ich mich nicht täusche, denn eigentlich bin ich gern hier.
Gruß
ab
P.S. Oben steht "Selbstkategorisierung", warum werden dauernd andere kategorisiert, eingeordnet, kritisiert, verurteilt ?!==> Merkt denn wirklich niemand diese extreme Unlogik??!
Es geht um "Selbstkategorisierung". Wenn sich jemand nicht, wie gewünscht, äußert, wird seine "geschlechtliche Selbstwahrnehmung" angezweifelt und kritisiert.
==> Wo bleibt die Logik? --> Und insbesondere: Wo bleibt hier die Akzeptanz anderer...? --> Antwort: Sie bleibt auf der Strecke!!!
*) Sonst würde ich mir solche "Diskussionen" nicht antun. Übrigens verletzte mich auch Laras Beschwerde über mich ("Sexismus") im anderen Thread nicht, sondern bestätigte mich eher. Mit meinem "schlimmen" Beitrag wollte ich ihr(?) zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man ständig falsch eingeordnet wird und das gelang mir offensichtlich. Ich bin, offenbar im Gegensatz zu Lara, daran gewöhnt.
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Hallo, Guten Tag zusammen,
Durch das "sein dürfen, wie man ist", ist aber die, durch die Bildung der Kategorie "Nicht-Betroffene" entstehende, Abqualifizierung meiner und anderer Beiträge oder meiner und anderer Personen nicht gedeckt.
Wenn du zu meinem Denken, meinen Aussagen oder meinem Handeln sachliche Kritik vorbringen willst, bitte. Damit werde ich mich auseinandersetzen.
Was ich allerdings nicht tun werde und was ich, Gott oder sonstwem sei Dank, auch nie getan habe, ist, eine Meinung oder eine Regel, die qua gruppenbildender Selbstkategorisierung die 'richtige' ist, zu übernehmen oder auch nur zu bestätigen. Die Selbstkategorisierung als Transsexuelle ist eben keine 'condicio sine qua non' der Erhellung des eigenen Selbstverständnisses.
zu deinem PS, ab08: In diesem ganzen Thread ist nur eine einzige Kategorisierung aufgetaucht. Und die ist nicht von mir und nicht von Lara eingeführt worden.
Habt es gut
Marielle
Selbstverständlich.Bisher hatte ich den Eindruck, dass es auch Menschen wie mir hier erlaubt ist, so zu sein und so zu bleiben wie sie nun mal sind!
Durch das "sein dürfen, wie man ist", ist aber die, durch die Bildung der Kategorie "Nicht-Betroffene" entstehende, Abqualifizierung meiner und anderer Beiträge oder meiner und anderer Personen nicht gedeckt.
Wenn du zu meinem Denken, meinen Aussagen oder meinem Handeln sachliche Kritik vorbringen willst, bitte. Damit werde ich mich auseinandersetzen.
Was ich allerdings nicht tun werde und was ich, Gott oder sonstwem sei Dank, auch nie getan habe, ist, eine Meinung oder eine Regel, die qua gruppenbildender Selbstkategorisierung die 'richtige' ist, zu übernehmen oder auch nur zu bestätigen. Die Selbstkategorisierung als Transsexuelle ist eben keine 'condicio sine qua non' der Erhellung des eigenen Selbstverständnisses.
zu deinem PS, ab08: In diesem ganzen Thread ist nur eine einzige Kategorisierung aufgetaucht. Und die ist nicht von mir und nicht von Lara eingeführt worden.
Habt es gut
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: Transidentität und Selbstkategorisierung
Hallo Marielle,
zugegeben meine Bezeichnung "Nicht-Betroffene" ist eine klare Kategorisierung anderer.
Auch die Abwertung ist natürlich enthalten.
Andererseits ist diese Abwertung auf einzelne Aussagen über bestimmte Dinge begrenzt und bezieht sich nicht auf andere Aussagen oder gar die Personen selbst. Wie Conterganschädigung ist TS eben ein Sonderfall. Menschen spüren Organe, die nicht da sind. Bzw. Organe sind nicht so, wie sie sind, im Gehirn gespeichert. Menschen, wo das nicht der Fall ist, tun sich eben schwer, das nachzuempfinden.../ Hab eine gute Freundin, contergan....
Zur Entschuldigung möchte ich vorbringen, dass diverse Wertungen von Verhaltensweisen oder z.B. der von mir zitierte (aus meiner Sicht sehr abwertende) Satz von Lara
"Ein Mensch mit xy-Chromosomen, /sprich Mann/ dem gesagt wird, dass seine Persönlichkeit (gefühlvoll, schüchtern, verträglich, nicht durchsetzungsstark) bei Männern nicht erwünscht ist, fühlt sich durch diese Lernerfahrung vielleicht irgendwann in der Gruppe "Frauen" besser aufgehoben, weil seine Persönlichkeit dort als ganz normal betrachtet wird."
auch klare Einordnungen "Kategorisierungen" sind!
Mir ging es wieder darum, Menschen, denen es unsere Gesellschaft schwer macht, zu unterstützen. Das "Echoprinzip" wähle ich, um Probleme deutlich zu machen vgl. Kims Film "der Spalt"
Entlarvende Sätze, wie zitiert, hören TS seit Jahrzehnten von uneinsichtigen Psychologen/Psychiatern *) Klartext: Penis ==> Mann bzw. Vagina ==> Frau
Transsexuelle Frauen werden als Männer gesehen, die sich als Frauen fühlen. Falsch + diskriminierend, da die Existenz so geleugnet wird! http://atme-ev.de/
Liebe Grüße
ab
*) häufig von sogenannten "Gutachtern", die etwas begutachten, wovon sie keine Ahnung haben. "nicht-betroffen" können also nix für ihre Ahnungslosigkeit, aber spekulieren munter.
zugegeben meine Bezeichnung "Nicht-Betroffene" ist eine klare Kategorisierung anderer.
Zur Entschuldigung möchte ich vorbringen, dass diverse Wertungen von Verhaltensweisen oder z.B. der von mir zitierte (aus meiner Sicht sehr abwertende) Satz von Lara
"Ein Mensch mit xy-Chromosomen, /sprich Mann/ dem gesagt wird, dass seine Persönlichkeit (gefühlvoll, schüchtern, verträglich, nicht durchsetzungsstark) bei Männern nicht erwünscht ist, fühlt sich durch diese Lernerfahrung vielleicht irgendwann in der Gruppe "Frauen" besser aufgehoben, weil seine Persönlichkeit dort als ganz normal betrachtet wird."
auch klare Einordnungen "Kategorisierungen" sind!
Mir ging es wieder darum, Menschen, denen es unsere Gesellschaft schwer macht, zu unterstützen. Das "Echoprinzip" wähle ich, um Probleme deutlich zu machen vgl. Kims Film "der Spalt"
Entlarvende Sätze, wie zitiert, hören TS seit Jahrzehnten von uneinsichtigen Psychologen/Psychiatern *) Klartext: Penis ==> Mann bzw. Vagina ==> Frau
Transsexuelle Frauen werden als Männer gesehen, die sich als Frauen fühlen. Falsch + diskriminierend, da die Existenz so geleugnet wird! http://atme-ev.de/
Liebe Grüße
ab
*) häufig von sogenannten "Gutachtern", die etwas begutachten, wovon sie keine Ahnung haben. "nicht-betroffen" können also nix für ihre Ahnungslosigkeit, aber spekulieren munter.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
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