Fremdsprachen. - # 2
-
Nicoletta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 643
- Registriert: Mo 26. Apr 2010, 12:50
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Dieser "banale Unterschied" macht nach meiner Erfahrung wirklich keine Schwierigkeiten und funktioniert automatisch. Bei anderen Aussagen über mich selbst habe ich schon bewusst aufpassen müssen ("nach meiner Erfahrung als Slavistin", "seit ich Rentnerin bin" u.Ä.m.). Ganz schwierig ist es, über die eigene Kindheit zu sprechen, so habe ich noch Sätze gesagt wie "als Mädchen bin ich gerne in die Schule gegangen", ich weiche dann auf neutrale Ausdrücke wie "Kind" aus, denn "Mädchen" stimmt einfach nicht, und als "Junge" möchte ich mich auch nicht bezeichnen. Richtige Fehler passieren, wenn ich mich über mich ärgere, da rutscht mir schon mal "blöder Kerl" raus, "blöde Zicke" habe ich noch nie zu mir gesagt. Wenigstens sage ich so etwas zu mir ja nicht Gegenwart anderer.
Nicoletta
Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4366
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 52 Mal
- Danksagung erhalten: 189 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Wow, das ist ja wirklich spannend, was ich hier los getreten habe. Ich noch nicht im Detail alles gelesen - ich hoffe, dass ich das heute Abend schaffe.
Das mit der weiblichen Version ist, wie einige von euch auch bemerkt habt, manchmal komplexer als man denkt.
Auf deutsch ist es ja schon vorhanden: Wenn ich mich en femme vorstelle und jemand fragt, was ich beruflich mache, benutze ich natürlich auch die weibliche Bezeichnung, Grafikerin. Und die Sprachmelodie, kann tatsächlich ganz anders sein. Zumindest in einigen Sprachen.
Aber es fängt schon mit Wörtern an, die man sagt oder nicht sagt. Wer kann z.B. das Wort "süß" benutzen und für wen - wenn es um andere Menschen geht. Vor 10-15 Jahren konnte ein hetero Mann in Dänemark bestimmt nicht sagen, dass er einen anderen Mann süß (sød) findet. Heute geht es eher. Zumindest in Kopenhagen.
Und wie einige auch erwähnen: der Gebrauch vom Partizipium in den romanischen Sprachen in Verbindung mit dem entsprechenden Wort für "sein" als Hilfswerb. Und die Adjektive. OK in Französisch hört man den Unterschied oft nicht, aber allen anderen, glaube ich, ist er deutlich. (Gut, mit Portugiesisch, Rumänisch und italienischen Regionalsprachen habe ich keine Erfahrung).
Aber selbst das "ich" kann eine weibliche und männliche Variante haben - Arabisch-Expertinnen, ist es nicht auch so in Arabisch? In Maltesisch ist es zumindest so, und das ist ursprünglich auch ein arabischer Dialekt (gewesen).
Was mich aber auch interessiert - insbesondere von euch zu erfahren, die überdurchschnittlich viele Sprachen beherrscht: Habt ihr besondere Systeme, Lernmethoden, Mnemo-Techniken benutz, oder einfach ungewöhnliche Zugänge zu den Sprachen gefunden? Aber komm mir jetzt nicht mit "man muss einfach in dem Land gelebt haben, wo die Sprache gesprochen wird". Das ist einfach eine der schlimmsten Mythen überhaupt. Ich habe viele getroffen, die lange in einem Land gelebt haben und die Sprache kaum oder ganz schlecht sprechen.
Ich habe selbst nie mehr als 6 Wochen am Stück in einem anglophonen Land verbracht und werde meistens für eine "native speaker" gehalten. Meine Frau hat nie in Dänemark gelebt und wird da sehr oft für Muttersprachlerin gehalten - ich glaube, Dänisch war die vierte Fremdsprache, die sie lernte, ist aber in Qualität auf Platz 1 oder 2 gerückt. Der Lehrer, bei dem sie lange Unterricht hatte, ein ausgezeichneter DA-DE Übersetzer, hat - obwohl er viele Jahre in Dänemark gelebt hat - eine absolut unbeeindruckende Aussprache und weiß immer noch nicht, wann man welche Präpositionen benutzt. Also "einfach in dem Land lebe ...", das kaufe ich nicht. Außerdem wäre das kaum ein praktikabler Weg so viele Sprachen zu lernen wie ... war der Rekord hier nicht sieben Sprachen?
Das mit der weiblichen Version ist, wie einige von euch auch bemerkt habt, manchmal komplexer als man denkt.
Auf deutsch ist es ja schon vorhanden: Wenn ich mich en femme vorstelle und jemand fragt, was ich beruflich mache, benutze ich natürlich auch die weibliche Bezeichnung, Grafikerin. Und die Sprachmelodie, kann tatsächlich ganz anders sein. Zumindest in einigen Sprachen.
Aber es fängt schon mit Wörtern an, die man sagt oder nicht sagt. Wer kann z.B. das Wort "süß" benutzen und für wen - wenn es um andere Menschen geht. Vor 10-15 Jahren konnte ein hetero Mann in Dänemark bestimmt nicht sagen, dass er einen anderen Mann süß (sød) findet. Heute geht es eher. Zumindest in Kopenhagen.
Und wie einige auch erwähnen: der Gebrauch vom Partizipium in den romanischen Sprachen in Verbindung mit dem entsprechenden Wort für "sein" als Hilfswerb. Und die Adjektive. OK in Französisch hört man den Unterschied oft nicht, aber allen anderen, glaube ich, ist er deutlich. (Gut, mit Portugiesisch, Rumänisch und italienischen Regionalsprachen habe ich keine Erfahrung).
Aber selbst das "ich" kann eine weibliche und männliche Variante haben - Arabisch-Expertinnen, ist es nicht auch so in Arabisch? In Maltesisch ist es zumindest so, und das ist ursprünglich auch ein arabischer Dialekt (gewesen).
Was mich aber auch interessiert - insbesondere von euch zu erfahren, die überdurchschnittlich viele Sprachen beherrscht: Habt ihr besondere Systeme, Lernmethoden, Mnemo-Techniken benutz, oder einfach ungewöhnliche Zugänge zu den Sprachen gefunden? Aber komm mir jetzt nicht mit "man muss einfach in dem Land gelebt haben, wo die Sprache gesprochen wird". Das ist einfach eine der schlimmsten Mythen überhaupt. Ich habe viele getroffen, die lange in einem Land gelebt haben und die Sprache kaum oder ganz schlecht sprechen.
Ich habe selbst nie mehr als 6 Wochen am Stück in einem anglophonen Land verbracht und werde meistens für eine "native speaker" gehalten. Meine Frau hat nie in Dänemark gelebt und wird da sehr oft für Muttersprachlerin gehalten - ich glaube, Dänisch war die vierte Fremdsprache, die sie lernte, ist aber in Qualität auf Platz 1 oder 2 gerückt. Der Lehrer, bei dem sie lange Unterricht hatte, ein ausgezeichneter DA-DE Übersetzer, hat - obwohl er viele Jahre in Dänemark gelebt hat - eine absolut unbeeindruckende Aussprache und weiß immer noch nicht, wann man welche Präpositionen benutzt. Also "einfach in dem Land lebe ...", das kaufe ich nicht. Außerdem wäre das kaum ein praktikabler Weg so viele Sprachen zu lernen wie ... war der Rekord hier nicht sieben Sprachen?
-
Frasch
Re: Fremdsprachen.
Hallo Nicoletta,
ich wurde schon mal im M-Modus, in gegenwahrt Anderer als Zicke beschimpft.
Die Blicke der anderen waren einfach nur Lustig, innerlich war ich am Lachen.
LG Frauke
ich wurde schon mal im M-Modus, in gegenwahrt Anderer als Zicke beschimpft.
Die Blicke der anderen waren einfach nur Lustig, innerlich war ich am Lachen.
LG Frauke
-
Nicoletta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 643
- Registriert: Mo 26. Apr 2010, 12:50
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Liebe Lina,
dass für "ich" im Arabischen eine feminine Form existiere, ist nicht richtig, es heißt immer 'anÄ. Unterschiede gibt es nur in der 2. Person ('anta m., 'anti f.), auch im Plural ('antum m., 'antunna f.) und natürlich in der 3. Person (huwa m., hiyya f., hum m., hunna f.). Das sind die Formen in der Schriftsprache. Aber auch im Maltesischen gibt es nach dem Lehrbuch, das ich dafür besitze, kein feminines "ich", es heißt immer jien. Das Maltesische hat sogar den Genusunterschied in der 2. Person aufgegeben, es heißt immer int und im Plural intom, nur in der 3. Person wird noch zwischen hu und hi unterschieden, im Plural aber nur noch eine Form (huma). Der Zusammenfall erklärt sich durch den Abfall der Kurzvokale am Wortende. Dass es aber auch anders geht, zeigt der syrische Dialekt des Arabischen, wo in der 2. Person der Schlussvokal gedehnt wurde, daher heute 'Çnte und 'Çnti, im Plural allerdings aufgegeben ('Çntu), dasselbe gilt im ägyptischen Dialekt ('inta, 'intÄ«, im Plural 'intum oder 'intu ohne Unterscheidung nach dem Genus).
Wo es tatsächlich Unterschiede bei der 1. Person gibt, ist z.B. im Thai: pÇ’m m., dì-chán oder chán f. Ich kann kein Thai, nur ein wenig eingelesen, aber vermutlich ist der Grund derselbe wie im Vietnamesischen, dass es nämlich gar keine echten Pronomina gibt, sondern Substantive die in dieser Funktion gebraucht werden. Im Vietnamesischen gibt es zwar auch ein neutrales tôi für "ich", meist aber gebraucht man Verwandtschaftsbezeichnungen wie ông "Großvater", bà "Großmutter", anh "älterer Bruder", chi "altere Schwester, em "jüngere Geschwister" (ohne Genusunterschied), die alle sowohl "ich" wie "du" bedeuten können, auch "er" und "sie". Dabei gilt es als höflicher, den Angesprochenen älter einzuschätzen, ihn also als Großvater oder Großmutter zu bezeichnen. Es dürfte lustig werden, wenn eine vietnamesischer Transsexuelle im Gespräch mit einem Mann ông oder anh gebraucht und damit den Gesprächspartner meint, aber das Passing nicht gut genug ist, denn dann könnte der Gesprächspartner meinen, dass die Aussage nicht auf ihn, sondern auf die Sprecherin bezieht. Kommt aber wahrscheinlich nicht vor, weil das Passing bei Asiaten ohnehin meist perfekt ist.
Lernmethoden? Keine speziellen. Am besten habe ich Sprachen gelernt, wenn ich in eine Sprecherin derselben verliebt war oder gar die betreffende Sprache in der Ehe zur Haussprache gemacht hat. Allerdings stimmt dann nicht immer das Register. So ist es mir in Mexiko passiert, dass die Brüder meiner Frau sich köstlich über meine familiäre Ausdrucksweise amüsiert haben. Man sollte also unbedingt daneben auch gute Literatur lesen.
LG Nicoletta
dass für "ich" im Arabischen eine feminine Form existiere, ist nicht richtig, es heißt immer 'anÄ. Unterschiede gibt es nur in der 2. Person ('anta m., 'anti f.), auch im Plural ('antum m., 'antunna f.) und natürlich in der 3. Person (huwa m., hiyya f., hum m., hunna f.). Das sind die Formen in der Schriftsprache. Aber auch im Maltesischen gibt es nach dem Lehrbuch, das ich dafür besitze, kein feminines "ich", es heißt immer jien. Das Maltesische hat sogar den Genusunterschied in der 2. Person aufgegeben, es heißt immer int und im Plural intom, nur in der 3. Person wird noch zwischen hu und hi unterschieden, im Plural aber nur noch eine Form (huma). Der Zusammenfall erklärt sich durch den Abfall der Kurzvokale am Wortende. Dass es aber auch anders geht, zeigt der syrische Dialekt des Arabischen, wo in der 2. Person der Schlussvokal gedehnt wurde, daher heute 'Çnte und 'Çnti, im Plural allerdings aufgegeben ('Çntu), dasselbe gilt im ägyptischen Dialekt ('inta, 'intÄ«, im Plural 'intum oder 'intu ohne Unterscheidung nach dem Genus).
Wo es tatsächlich Unterschiede bei der 1. Person gibt, ist z.B. im Thai: pÇ’m m., dì-chán oder chán f. Ich kann kein Thai, nur ein wenig eingelesen, aber vermutlich ist der Grund derselbe wie im Vietnamesischen, dass es nämlich gar keine echten Pronomina gibt, sondern Substantive die in dieser Funktion gebraucht werden. Im Vietnamesischen gibt es zwar auch ein neutrales tôi für "ich", meist aber gebraucht man Verwandtschaftsbezeichnungen wie ông "Großvater", bà "Großmutter", anh "älterer Bruder", chi "altere Schwester, em "jüngere Geschwister" (ohne Genusunterschied), die alle sowohl "ich" wie "du" bedeuten können, auch "er" und "sie". Dabei gilt es als höflicher, den Angesprochenen älter einzuschätzen, ihn also als Großvater oder Großmutter zu bezeichnen. Es dürfte lustig werden, wenn eine vietnamesischer Transsexuelle im Gespräch mit einem Mann ông oder anh gebraucht und damit den Gesprächspartner meint, aber das Passing nicht gut genug ist, denn dann könnte der Gesprächspartner meinen, dass die Aussage nicht auf ihn, sondern auf die Sprecherin bezieht. Kommt aber wahrscheinlich nicht vor, weil das Passing bei Asiaten ohnehin meist perfekt ist.
Lernmethoden? Keine speziellen. Am besten habe ich Sprachen gelernt, wenn ich in eine Sprecherin derselben verliebt war oder gar die betreffende Sprache in der Ehe zur Haussprache gemacht hat. Allerdings stimmt dann nicht immer das Register. So ist es mir in Mexiko passiert, dass die Brüder meiner Frau sich köstlich über meine familiäre Ausdrucksweise amüsiert haben. Man sollte also unbedingt daneben auch gute Literatur lesen.
LG Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4366
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 52 Mal
- Danksagung erhalten: 189 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Nicoletta hat geschrieben:Liebe Lina,
dass für "ich" im Arabischen eine feminine Form existiere, ist nicht richtig, es heißt immer 'anÄ. Unterschiede gibt es nur in der 2. Person ('anta m., 'anti f.), auch im Plural ('antum m., 'antunna f.) und natürlich in der 3. Person (huwa m., hiyya f., hum m., hunna f.). Das sind die Formen in der Schriftsprache. Aber auch im Maltesischen gibt es nach dem Lehrbuch, das ich dafür besitze, kein feminines "ich", es heißt immer jien. ...
LG Nicoletta
Hmm, da ist meine maltesische Freundin nicht ganz mit dir einig ...
Aber davon abgesehen - 7 Sprachen war also doch nicht Rekord in diesem Thread. Ich muss aber gestehen, dass ich es nicht ganz auf die Reihe gekriegt habe, zusammenzuzählen wieviele Sprachen du eigentlich aktiv drauf hast. Ist 10+ eine faire Angabe?
Du scheinst beim ersten Blick hier auch die Einzige zu sein, die mit Tandempartnern gelernt hat. Was kannst du darüber erzählen - ich meine so als "Verfahren". Ich denke, was man davon hat hängt extrem davon ab, wieviel Lern- bzw. Lehrerfahrung die Partner haben.
-
Nicoletta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 643
- Registriert: Mo 26. Apr 2010, 12:50
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Liebe Lina,
das ist vollkommen richtig. Ich hatte drei Tandempartner. Der erste war ein Student aus Hanzhou und recht naiv. Er hat sicher mehr von mir gehabt als ich von ihm. Er besuchte den Deutschkurs an der Uni und brachte dann oft seine Hausaufgaben mit, um Probleme mit mir durchzusprechen. Lustig fand ich immer, dass er allen möglichen Aussagen wissen, ob das eine positive Eigenschaft sei, interessierte sich immer auch dafür, ob jemand ein Held sei. Ich habe mit ihm Nacherzählen von chinesischen Geschichten geübt. Seine grammatischen Erklärungen waren elementar, aber ich muss dazu sagen, dass ich zuvor ja schon zwei Jahre lang in Hochschulkursen modernes und klassisches Chinesisch gelernt hatte, so dass er mir da nicht viel bieten konnte.
Die zweite war Studentin aus Taiwan, ebenfalls noch im Deutschkurs, sprach ziemlich wenig Deutsch. Auch da blieb es bei einfacher Konversation.
Aber die dritte, mit der ich bis heute Kontakt habe, war absolut genial, etwas fortgeschrittenere Studentin aus Tianjin, studierte hier Japanisch und Chinesisch. Sie konnte mir nicht nur grammatische Phänomene gut erklären konnte, sondern auch kultur- und sprachhistorische Erklärungen liefern. Umgekehrt bekam sie von mir einen Abriss der Geschichte Deutschlands und anderer europäischer Länder, ich las mit ihr auch deutsche Sagen, sie hatte auch Interesse an der deutschen Schrift und hat sie gelernt. Ich habe im Gegenzug chinesische Sagen gelesen und übersetzt, wobei sie eigentlich meinte, wir sollten die Übersetzung (oder auch zweisprachig) herausgeben, die Arbeit ist aber ins Stocken geraten, und jetzt bin ich ganz raus. Diese Tandempartnerin hatte aber auch schon andere Erfahrungen gesammelt, hat im Tandemverfahren später auch Französisch gelernt und ihr Japanisch verbessert, hat noch später auch Chinesisch an der Volkshochschule unterrichtet.
Sprachenlernen mit Tandempartnern macht Spaß und kann sehr viel bringen, ist aber keine Garantie. Man muss es halt probieren.
Würde mich mal interessieren, was konkret Deine maltesische Freundin für ein maltesisches feminines "ich" kennt. Jien ist jedenfalls die normale lautliche Weiterentwicklung von 'anÄ, und das war neutral. Wie gesagt, Maltesisch habe ich nicht gelernt, insofern lasse ich mich gerne belehren. Und was die Zahl meiner Sprachen anbetrifft, so ist die Frage schwer zu beantworten. Wenn ich alle, auch die alten Sprachen, mitzähle, komme ich eher auf 70+, was aber nicht bedeutet, dass ich alle diese Sprache wirklich beherrsche. Ich bin halt so eine komische Type, die schon immer Grammatiken als Bettlektüre geliebt hat und ganz kribbelig wird, wenn sie längere Zeit keine neue Sprache gelernt hat. So habe ich in diesem Jahr mich mal wieder ins Sumerische vertieft und Nahuatl wiederholt und ein paar mittelägyptische Texte gelesen und versucht, mir die Unterschiede zum Neuägyptischen klar zu machen, und am Bett liegt zur Wiederholung ein Persischbuch. Du darfst aber auch nicht vergessen, dass das mehr oder weniger mein Beruf war. Ich habe Indogermanistik studiert (Schwerpunkt Griechisch und iranische Sprachen, Kontrastsprachen Ungarisch und Türkisch, wenig Tscherkessisch), ein wenig Romanistik (Spanisch, Italienisch, Rumänisch, Katalanisch), gründlich Slavistik (alle Sprachen), ein wenig Byzantinistik und Neogräzistik und orthodoxe Theologie, gründlich Islamkunde (Arabisch, Persisch, Türkisch, Osmanisch), etwas Semitistik (Akkadisch, Hebräisch, Arabisch, Syrisch), gründlicher die Wissenschaft vom Christlichen Orient (Syrisch, Koptisch, Altäthiopisch, Altarmenisch, Altgeorgisch, christliches Arabisch), ach ja, Jiddisch habe ich auch ein paar Semester lang getrieben. Andere Leute sammeln Briefmarken oder Porzellan, ich sammle eher Sprachlehrbücher.
Schönen Sonntag noch,
Nicoletta
das ist vollkommen richtig. Ich hatte drei Tandempartner. Der erste war ein Student aus Hanzhou und recht naiv. Er hat sicher mehr von mir gehabt als ich von ihm. Er besuchte den Deutschkurs an der Uni und brachte dann oft seine Hausaufgaben mit, um Probleme mit mir durchzusprechen. Lustig fand ich immer, dass er allen möglichen Aussagen wissen, ob das eine positive Eigenschaft sei, interessierte sich immer auch dafür, ob jemand ein Held sei. Ich habe mit ihm Nacherzählen von chinesischen Geschichten geübt. Seine grammatischen Erklärungen waren elementar, aber ich muss dazu sagen, dass ich zuvor ja schon zwei Jahre lang in Hochschulkursen modernes und klassisches Chinesisch gelernt hatte, so dass er mir da nicht viel bieten konnte.
Die zweite war Studentin aus Taiwan, ebenfalls noch im Deutschkurs, sprach ziemlich wenig Deutsch. Auch da blieb es bei einfacher Konversation.
Aber die dritte, mit der ich bis heute Kontakt habe, war absolut genial, etwas fortgeschrittenere Studentin aus Tianjin, studierte hier Japanisch und Chinesisch. Sie konnte mir nicht nur grammatische Phänomene gut erklären konnte, sondern auch kultur- und sprachhistorische Erklärungen liefern. Umgekehrt bekam sie von mir einen Abriss der Geschichte Deutschlands und anderer europäischer Länder, ich las mit ihr auch deutsche Sagen, sie hatte auch Interesse an der deutschen Schrift und hat sie gelernt. Ich habe im Gegenzug chinesische Sagen gelesen und übersetzt, wobei sie eigentlich meinte, wir sollten die Übersetzung (oder auch zweisprachig) herausgeben, die Arbeit ist aber ins Stocken geraten, und jetzt bin ich ganz raus. Diese Tandempartnerin hatte aber auch schon andere Erfahrungen gesammelt, hat im Tandemverfahren später auch Französisch gelernt und ihr Japanisch verbessert, hat noch später auch Chinesisch an der Volkshochschule unterrichtet.
Sprachenlernen mit Tandempartnern macht Spaß und kann sehr viel bringen, ist aber keine Garantie. Man muss es halt probieren.
Würde mich mal interessieren, was konkret Deine maltesische Freundin für ein maltesisches feminines "ich" kennt. Jien ist jedenfalls die normale lautliche Weiterentwicklung von 'anÄ, und das war neutral. Wie gesagt, Maltesisch habe ich nicht gelernt, insofern lasse ich mich gerne belehren. Und was die Zahl meiner Sprachen anbetrifft, so ist die Frage schwer zu beantworten. Wenn ich alle, auch die alten Sprachen, mitzähle, komme ich eher auf 70+, was aber nicht bedeutet, dass ich alle diese Sprache wirklich beherrsche. Ich bin halt so eine komische Type, die schon immer Grammatiken als Bettlektüre geliebt hat und ganz kribbelig wird, wenn sie längere Zeit keine neue Sprache gelernt hat. So habe ich in diesem Jahr mich mal wieder ins Sumerische vertieft und Nahuatl wiederholt und ein paar mittelägyptische Texte gelesen und versucht, mir die Unterschiede zum Neuägyptischen klar zu machen, und am Bett liegt zur Wiederholung ein Persischbuch. Du darfst aber auch nicht vergessen, dass das mehr oder weniger mein Beruf war. Ich habe Indogermanistik studiert (Schwerpunkt Griechisch und iranische Sprachen, Kontrastsprachen Ungarisch und Türkisch, wenig Tscherkessisch), ein wenig Romanistik (Spanisch, Italienisch, Rumänisch, Katalanisch), gründlich Slavistik (alle Sprachen), ein wenig Byzantinistik und Neogräzistik und orthodoxe Theologie, gründlich Islamkunde (Arabisch, Persisch, Türkisch, Osmanisch), etwas Semitistik (Akkadisch, Hebräisch, Arabisch, Syrisch), gründlicher die Wissenschaft vom Christlichen Orient (Syrisch, Koptisch, Altäthiopisch, Altarmenisch, Altgeorgisch, christliches Arabisch), ach ja, Jiddisch habe ich auch ein paar Semester lang getrieben. Andere Leute sammeln Briefmarken oder Porzellan, ich sammle eher Sprachlehrbücher.
Schönen Sonntag noch,
Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4366
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 52 Mal
- Danksagung erhalten: 189 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Hallo Nicoletta und andere Interessierte,
ich habe meine maltesische Freundin nochmals gefragt um mich zu vergewissern. Die Malteser haben tatsächlich eine interessante Variante der gender-spezifischen Sprache:
"Ich" heißt "jien" oder "jiena". Das "jien" kann sowohl männlich wie auch weiblich sein. Das "jiena" aber nur weiblich. Obwohl es also genau so korrekt ist, "jien" zu sagen, benutzen die meisten weibliche Personen also "jiena".
ich habe meine maltesische Freundin nochmals gefragt um mich zu vergewissern. Die Malteser haben tatsächlich eine interessante Variante der gender-spezifischen Sprache:
"Ich" heißt "jien" oder "jiena". Das "jien" kann sowohl männlich wie auch weiblich sein. Das "jiena" aber nur weiblich. Obwohl es also genau so korrekt ist, "jien" zu sagen, benutzen die meisten weibliche Personen also "jiena".
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4366
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 52 Mal
- Danksagung erhalten: 189 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Ich habe auch von so was gehört - ich weiß eigentlich nur, dass es einen Unterschied gibt, ob man "watashi wa" oder "boku wa" sagt. Aber mein erster Karate-Lehrer, der 6 Jahre in Japan gelebt hat (in den 60ern), hat mal von Kollegen erzählt, die (etwas) Japanisch von ihren Freundinnen gelernt hatten. Die sollten gelegentlich ein unterdrücktes Kichern bei den Japanern ausgelöst haben, weil sie "wie ein Mädchen" gesprochen haben.
Ich tippe, dass Japanisch nicht deine erste Fremdsprache ist, stimmt's?
In den romanischen Sprachen hört man ja deutlich das Genus der Adjektive. Ich finde es ja total blöd, wenn man - en femme - jemanden begrüßt und dann rutscht so was wie "je suis tellement heureux de te voir", wenn es ja - von einer Frau gesprochen - "heureuse" heißen müsste. Aber natürlich kann das passieren. Ein wenig wie wenn man so viel en femme unterwegs ist - aber nicht immer - dass man vor der Toilettentür immer eine kurze Pause macht und überlegt - "ist das hier nun heute richtig?" So geht es mir oft. Ich sehe aber häufig in diesem und anderen T-Foren, dass viele nicht mal wenn Sie deutsch schreiben, darauf achten.
Wie hast du eigentlich deine Fremdsprachen gelernt? Alles traditionell oder besondere Methoden?
Das interessiert mich brennend, denn ich habe selber nur absolut geringfügigen bis mittelmäßigen Erfolg mit den Lernmethoden, die Lehrer in Schulen an den Tag bringen. Was ich an Fremdsprachen kann habe ich überwiegend später im Selbststudium gelernt. Zur Zeit lerne ich mit einer Tandempartnerin. Wir haben uns heute zum vierten mal getroffen. Sie hatte keine Vorkenntnisse in Dänisch und ist schon so weit, dass sie selbstständig Hauptsätze bildet - auch etwas komplexere mit Objekt oder Prädikat mit unbestimmtem oder bestimmtem Artikel - in Kombination mit Adjektiven - UND die Verben in Präsens und Imperfekt kann. Das ist recht cool, finde ich, weil ihre Selbsteinschätzung ist, dass sie nicht besonders Sprachtalentiert sei und kein besonders gutes Gedächtnis habe. Und so eine, die sofort probiert und losplappert, ist sie auch nicht. Natürlich hilft es, dass sie eine gute Schulbildung hat und ihre Muttersprache gut beherrscht. Letzten Montag hat sie innerhalb 10 Minuten 20 neue Wörter gelernt - und weiß die immer noch.
Und warum geht es so gut? Das liegt einfach an die Art und Weise, wie wir vorgehen. Die kurze Erklärung ist, dass es eine bestimmte Stilart der Sprachanalyst gibt, wo sie Stück für Stück in Module zerlegt wird. Dieses System benutze ich Rückwärts als Grundlage für den Aufbau ihrer Sprache. Dies, kombiniert mit Visualisierungsübungen und Mnemotechniken beschleunigt dann den Lernprozess. So ganz kompakt erklärt. Die Idee dahinter ist, Struktur der Sprache visuell/taktil/emotionell Vorstellbar zu machen. Dazu hat man ja Sprache. So wird die im Geist generiert und beim Hören und Lesen wieder in Bildern, Gefühlen, greifbarer Information umgesetzt. Und die 20 neue Wörter - das war nur der Anfang, um ihr die Technik beizubringen. Eine Erweiterung des Vokabulars mit 50 Wörtern oder Redewendungen pro Session dürfte mit Leichtigkeit drin sein.
Was ich nun damit sagen will ist, dass wenn Schüler manchmal nach 10-12 Jahren die Schule verlassen, ohne mehr als ein Fremdsprache recht gut und eine mangelhaft gelernt zu haben, dann ist es seitens des Schulsystems absolut "underachievement". Eigentlich ist es Betrug.
Ich tippe, dass Japanisch nicht deine erste Fremdsprache ist, stimmt's?
In den romanischen Sprachen hört man ja deutlich das Genus der Adjektive. Ich finde es ja total blöd, wenn man - en femme - jemanden begrüßt und dann rutscht so was wie "je suis tellement heureux de te voir", wenn es ja - von einer Frau gesprochen - "heureuse" heißen müsste. Aber natürlich kann das passieren. Ein wenig wie wenn man so viel en femme unterwegs ist - aber nicht immer - dass man vor der Toilettentür immer eine kurze Pause macht und überlegt - "ist das hier nun heute richtig?" So geht es mir oft. Ich sehe aber häufig in diesem und anderen T-Foren, dass viele nicht mal wenn Sie deutsch schreiben, darauf achten.
Wie hast du eigentlich deine Fremdsprachen gelernt? Alles traditionell oder besondere Methoden?
Das interessiert mich brennend, denn ich habe selber nur absolut geringfügigen bis mittelmäßigen Erfolg mit den Lernmethoden, die Lehrer in Schulen an den Tag bringen. Was ich an Fremdsprachen kann habe ich überwiegend später im Selbststudium gelernt. Zur Zeit lerne ich mit einer Tandempartnerin. Wir haben uns heute zum vierten mal getroffen. Sie hatte keine Vorkenntnisse in Dänisch und ist schon so weit, dass sie selbstständig Hauptsätze bildet - auch etwas komplexere mit Objekt oder Prädikat mit unbestimmtem oder bestimmtem Artikel - in Kombination mit Adjektiven - UND die Verben in Präsens und Imperfekt kann. Das ist recht cool, finde ich, weil ihre Selbsteinschätzung ist, dass sie nicht besonders Sprachtalentiert sei und kein besonders gutes Gedächtnis habe. Und so eine, die sofort probiert und losplappert, ist sie auch nicht. Natürlich hilft es, dass sie eine gute Schulbildung hat und ihre Muttersprache gut beherrscht. Letzten Montag hat sie innerhalb 10 Minuten 20 neue Wörter gelernt - und weiß die immer noch.
Und warum geht es so gut? Das liegt einfach an die Art und Weise, wie wir vorgehen. Die kurze Erklärung ist, dass es eine bestimmte Stilart der Sprachanalyst gibt, wo sie Stück für Stück in Module zerlegt wird. Dieses System benutze ich Rückwärts als Grundlage für den Aufbau ihrer Sprache. Dies, kombiniert mit Visualisierungsübungen und Mnemotechniken beschleunigt dann den Lernprozess. So ganz kompakt erklärt. Die Idee dahinter ist, Struktur der Sprache visuell/taktil/emotionell Vorstellbar zu machen. Dazu hat man ja Sprache. So wird die im Geist generiert und beim Hören und Lesen wieder in Bildern, Gefühlen, greifbarer Information umgesetzt. Und die 20 neue Wörter - das war nur der Anfang, um ihr die Technik beizubringen. Eine Erweiterung des Vokabulars mit 50 Wörtern oder Redewendungen pro Session dürfte mit Leichtigkeit drin sein.
Was ich nun damit sagen will ist, dass wenn Schüler manchmal nach 10-12 Jahren die Schule verlassen, ohne mehr als ein Fremdsprache recht gut und eine mangelhaft gelernt zu haben, dann ist es seitens des Schulsystems absolut "underachievement". Eigentlich ist es Betrug.
-
Nicoletta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 643
- Registriert: Mo 26. Apr 2010, 12:50
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Liebe Lina,
Du vergisst eines: die Motivation. Unsere Tandempartner sind alle hoch motiviert, darum klappt es meistens auch, aber der Fremdsprachenunterricht an den Schulen ist doch nur eine lästige und ungeliebte Pflicht, wenn die Schüler nicht motiviert werden. Schuld sind da natürlich die Lehrer, die nicht zu motivieren verstehen, obwohl -- ich habe gute Freunde unter Lehrern -- diese ihrerseits über das System klagen, das sie zu vielen fachfremden Aktivitäten nötigt. Wie schlecht das Ergebnis am Ende ist, erfahre ich manchmal, wenn ich an der Haltestelle Gespräche mithöre. Deutsche Schülerin zu ihrer englischen Austauschschülerin: "I haff two handies". Die arme Austauschschülerin verstand natürlich nur Bahnhof. Oder wenn andere Schüler sich darüber unterhielten, ihr englisch aufpolieren zu wollen, weil sie Urlaub in Griechenland machen wollten. Auf die Idee, ihr Griechisch aufzupolieren , sind sie gar nicht erst gekommen. Es liegt vieles im Argen in unserem Schulsystem, aber das wäre ein anders Thema
Viele Grüße,
Nicoletta
Du vergisst eines: die Motivation. Unsere Tandempartner sind alle hoch motiviert, darum klappt es meistens auch, aber der Fremdsprachenunterricht an den Schulen ist doch nur eine lästige und ungeliebte Pflicht, wenn die Schüler nicht motiviert werden. Schuld sind da natürlich die Lehrer, die nicht zu motivieren verstehen, obwohl -- ich habe gute Freunde unter Lehrern -- diese ihrerseits über das System klagen, das sie zu vielen fachfremden Aktivitäten nötigt. Wie schlecht das Ergebnis am Ende ist, erfahre ich manchmal, wenn ich an der Haltestelle Gespräche mithöre. Deutsche Schülerin zu ihrer englischen Austauschschülerin: "I haff two handies". Die arme Austauschschülerin verstand natürlich nur Bahnhof. Oder wenn andere Schüler sich darüber unterhielten, ihr englisch aufpolieren zu wollen, weil sie Urlaub in Griechenland machen wollten. Auf die Idee, ihr Griechisch aufzupolieren , sind sie gar nicht erst gekommen. Es liegt vieles im Argen in unserem Schulsystem, aber das wäre ein anders Thema
Viele Grüße,
Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
-
Lina
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4366
- Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 52 Mal
- Danksagung erhalten: 189 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Wieso glaubst du, dass ich in der Schule nicht motiviert war? Ich war hoch motiviert, erinnere mich noch an einem Tag in der Schule als ich 15 war, wo ich noch dachte, "das ist Geil das hier - ich will irgendwann mindestens 5 Sprachen sprechen können". Und was bekam ich? Wenn ich nicht schon mit dem Englisch lernen im Vorschulalter angefangen hätte, wäre es denen gelungen, mir einzureden, dass ich kein Talent für Sprachen hätte. Da ich aber wusste wie schnell und leicht ich Englisch gelernt hatte, habe ich das nicht glauben können. Es nervt mich ehrlich gesagt so was zu hören. Immer wieder wird die Unfähigkeit der Schulsysteme abgestritten und die Schüler seien selber Schuld, weil sie unmotiviert wären. Ich finde das einfach unverschämt. Uberall können Schüler sitzen, die genauso enttäuscht sind wie ich. Und dann müssen die hören, sie wären selber schuld.
Faktum ist dass ich Jahre später, mit Französisch wieder anfing. Ich war auf etwas "pfiffigere" Lehrnmethoden aufmerksam geworden und habe in etwa zwei Monaten mehr Französisch gelernt als in den vier Jahren in der Schule. So hätte ich gerne schon von Anfang an gelernt.
Natürlich ist meine Tandempartnerin sehr motiviert. Ich glaube, dass sie als Grundschülerin auch nicht viel anders war. Trotzdem hat sie noch nie erlebt, dass man einfach mit einem "Visualisierungsspiel" den Wortschatz so schnell erweitern kann. drei Tage später wusste sie nicht nur die Wörter und ihrer Bedeutung, sonder auch fast auswendig welche es waren. Ohne Flashcards, ohne langes Üben. Einfach so. 10 Minuten, zwanzig neue Wörter, fertig und die Sitzen. Keine Entspannungsübungen, kein Autogenes Training oder 60-beats/min. Metronom oder Musik wie in der Suggestopädie. Einfach so.
Wenn man das mit den allgemeinen Schulkindern machen würden, dann würden die auch wesentlich mehr Spaß haben und sich nocht mehr fürs Unterricht interessieren. Die würden aber dann wahrscheinlich auch praktischere und logischere Ansätze in den anderen Fächern verlangen ...
Ach ja, und die 5 Sprachen, von denen ich damals träumte - die habe ich schon längst ...
Faktum ist dass ich Jahre später, mit Französisch wieder anfing. Ich war auf etwas "pfiffigere" Lehrnmethoden aufmerksam geworden und habe in etwa zwei Monaten mehr Französisch gelernt als in den vier Jahren in der Schule. So hätte ich gerne schon von Anfang an gelernt.
Natürlich ist meine Tandempartnerin sehr motiviert. Ich glaube, dass sie als Grundschülerin auch nicht viel anders war. Trotzdem hat sie noch nie erlebt, dass man einfach mit einem "Visualisierungsspiel" den Wortschatz so schnell erweitern kann. drei Tage später wusste sie nicht nur die Wörter und ihrer Bedeutung, sonder auch fast auswendig welche es waren. Ohne Flashcards, ohne langes Üben. Einfach so. 10 Minuten, zwanzig neue Wörter, fertig und die Sitzen. Keine Entspannungsübungen, kein Autogenes Training oder 60-beats/min. Metronom oder Musik wie in der Suggestopädie. Einfach so.
Wenn man das mit den allgemeinen Schulkindern machen würden, dann würden die auch wesentlich mehr Spaß haben und sich nocht mehr fürs Unterricht interessieren. Die würden aber dann wahrscheinlich auch praktischere und logischere Ansätze in den anderen Fächern verlangen ...
Ach ja, und die 5 Sprachen, von denen ich damals träumte - die habe ich schon längst ...
-
Lampenschirm
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 350
- Registriert: So 13. Feb 2011, 17:41
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Hallo Lina,
kannst du mir das mit der Lernmethode mal näher bringen? Gibt es darüber etwas zu lesen? Wenn das hier den Rahmen sprengt, gerne auch per PN.
Ich grübele seit einiger Zeit darüber, italienisch zu lernen - wenigstens ein wenig mehr als die Speisekarte. Einerseits bin ich da manchmal recht faul, andererseits fällt es mir nur mit Lautschrift recht schwer und dann schiebe ich den Start wieder auf den nächsten Regentag.
Ich ging zur Realschule und hatte dort eine begnadete Englischlehrerin. Sie hat uns motiviert, frei zu sprechen, auch aus einem zunächst geringen Wortschatz das Richtige heraus zu picken und so spreche ich heute noch fließend, und komme mit dieser Sprache gut durch die Welt.
Uuuuunnnd dann, nach 2 Jahren Englischunterricht, kam Französich hinzu. Hoch motiviert, eine weiter Sprache lernen zu dürfen, bin ich da ran gegangen. Die Lehrerin war ein Albtraum. Sie hatte kein Gespür für Kinder, ihr Programm nach Lehrbuch abgespult und ich habe überhaupt keinen Zugang zu dieser Sprache gefunden. Heute noch kriege ich gruselige Gänsehaut, wenn ich sie irgendwo höre, sie ist mir für alle Zeiten verleidet.
Selbst ein Frankreichurlaub konnte das nicht ändern (ok, Bretagne ist jetzt nicht sooo Frankreich - und die gälischen Sprachen würden mich schon wieder reizen, ich mag den Klang).
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sicher nicht nur an den Lehrenden liegt, wenn Schüler nicht begeistert folgen, aber sie haben es schon mit in der Hand.
Also, wenn jemand eine tolle, praktikable Lösung hat, wie ich an ein wenig italienisch für mein Erbsenhirn komme: Immer her damit.
LG Lampe
kannst du mir das mit der Lernmethode mal näher bringen? Gibt es darüber etwas zu lesen? Wenn das hier den Rahmen sprengt, gerne auch per PN.
Ich grübele seit einiger Zeit darüber, italienisch zu lernen - wenigstens ein wenig mehr als die Speisekarte. Einerseits bin ich da manchmal recht faul, andererseits fällt es mir nur mit Lautschrift recht schwer und dann schiebe ich den Start wieder auf den nächsten Regentag.
Ich ging zur Realschule und hatte dort eine begnadete Englischlehrerin. Sie hat uns motiviert, frei zu sprechen, auch aus einem zunächst geringen Wortschatz das Richtige heraus zu picken und so spreche ich heute noch fließend, und komme mit dieser Sprache gut durch die Welt.
Uuuuunnnd dann, nach 2 Jahren Englischunterricht, kam Französich hinzu. Hoch motiviert, eine weiter Sprache lernen zu dürfen, bin ich da ran gegangen. Die Lehrerin war ein Albtraum. Sie hatte kein Gespür für Kinder, ihr Programm nach Lehrbuch abgespult und ich habe überhaupt keinen Zugang zu dieser Sprache gefunden. Heute noch kriege ich gruselige Gänsehaut, wenn ich sie irgendwo höre, sie ist mir für alle Zeiten verleidet.
Selbst ein Frankreichurlaub konnte das nicht ändern (ok, Bretagne ist jetzt nicht sooo Frankreich - und die gälischen Sprachen würden mich schon wieder reizen, ich mag den Klang).
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sicher nicht nur an den Lehrenden liegt, wenn Schüler nicht begeistert folgen, aber sie haben es schon mit in der Hand.
Also, wenn jemand eine tolle, praktikable Lösung hat, wie ich an ein wenig italienisch für mein Erbsenhirn komme: Immer her damit.
LG Lampe
Es ist was es ist sagt die Liebe (Erich Fried)
-
Nicoletta
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 643
- Registriert: Mo 26. Apr 2010, 12:50
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 3 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Fremdsprachen.
Liebe Lina,Lina hat geschrieben:Wieso glaubst du, dass ich in der Schule nicht motiviert war?
da musst Du mich total missverstanden haben. Ich hatte nur gesagt, dass es entscheidend auf die Motivation ankommt und dabei vor allem an meine chinesischen Tandempartner gedacht. Kritik lagt mir fern, außerdem stimme ich Dir im Weiteren völlig zu.
Mein Sprachunterricht in der Schule war auch teilweise grausam, jedenfalls nicht unbedingt motivierend. Am verhasstesten war mir der Lateinunterricht bei einem Lehrer, der auch Sport gab. Jeden Montag morgen wurden erst einmal die Fußballergebnisse abgefragt, was ein richtiger Junge natürlich wissen musste, wovon ich aber keine Ahnung hatte. Wenn einem eine Vokabel nicht einfiel, wurde man mit dem Kopf auf das Pult geschlagen, bis sie einem einfiel oder ein Nachbar sie einem zuflüsterte.
Erstaunlicherweise sehr erfolgreich war später der Englischunterricht, obwohl der Lehrer recht eigenwillige Methode hatte. Er war von Beruf eigentlich Boxer und hatte erst in englischer Kriegsgefangenschaft Englisch gelernt, das aber gut (mein erster Englischlehrer hatte nicht einmal die Aussprache richtig beherrscht). Dieser boxende Lehrer war auch ein begeisterter Photograph und hatte sich in der Schule eine Dunkelkammer eingerichtet. Von den Schülern kassierte er 2 DM pro Person, dafür durften wir einmal dort hineinschauen, von einem Photographierkurs war dann nicht mehr die Rede. Mit Vorliebe suchte der Lehrer seine Dunkelkammer auf, während er eigentlich hätte Unterricht halten sollen. Er nannte das Fernlenkunterricht, d.h. einer von uns wurde beauftragt, auf die Einhaltung der Ruhe zu achten, alle Türen blieben offen, und wir sollten still die Vokabeln büffeln. Wenn er einen Laut hörte, kam er sofort, dann gab es Prügel und Strafarbeiten. Ist aber nur einmal vorgekommen. Ab und zu gab es Vokabeltests, genannt "6 aus 36". Das bedeutete, dass man bei 36 Vokabeln maximal 5 Fehler machen durfte, ab dem 6. Fehler mussten alle Vokabeln der betreffenden Lektion einmal abgeschrieben werden, bei 7 Fehlern zweimal, bei 8 Fehlern dreimal usw. Das war effektiv. Durch Abschreiben prägt sich das Gelernte sehr gut ein. Das galt später auch im Studium. Photokopien waren noch sehr teuer, statt zu kopieren, haben wir von Hand abgeschrieben, und das einmal Abgeschriebene war dann auch im Gedächtnis, was für Kopiertes eben nicht gilt. Ich hatte einen arabischen Kommilitonen, der das komplette Lehrbuch des Syrischen, das wir verwendeten, abschrieb, seine Leistungen waren auch gut.
Am nettesten fand ich die Methode, nach der zwei Mädchen mir Bulgarisch beibrachten. Ich hatte vor der Reise schon ein Taschenbuch für Touristen durchgearbeitet und auch die Druckfehler verinnerlicht. (aus Versehen hieß der Aufzug im Buch "asanjor" statt "asansjor", als ich das dann gebrauchte, verwundere man sich. Fälschlich hieß dort auch der Plural von "more" für Meer "moretata" statt "morjata".) Meine Brieffreundin wollte immer, dass ich pausenlos reden sollte, Fehler waren ihr egal, solange sie mich irgendwie verstand, was ich an Vokabeln nicht kannte, musste ich umschreiben. Sie hasste mein Wörterbuch. Anders ihre Schwester, die mich nötigte, jedes unbekannte Wort nachzuschlagen. Grammatische Fehler korrigierte sie mir, aber stets nur einmal, danach bekam ich keine Antwort mehr, wenn ich den Fehler noch einmal machte. Am dritten Tag nach meiner Ankunft in Bulgarien wurde ich zur Großmutter geschleppt, der ich auf Bulgarisch Witze erzählen sollte. Mit all der Sucherei im Wörterbuch waren die Witze dann kaum mehr lustig, aber ich wurde eben auf jede Weise genötigt zu reden, egal wie. Fehlerhaftes findet sich in Lehrbüchern auch öfter. Als ich in Italien die Form "ho veduto" gebrauchte, die ich gelernt hatte, löste ich einen Streit in er Familie aus. Während meine Freundin darauf beharrte, dass es "ho visto" heißen müsse, akzeptierte ihr Vater auch die Form "ho veduto", die historisch natürlich nicht berechtigt ist.
Nach welcher Methode man am besten lernt, ist sicher individuell verschieden. Ich brauche immer eine ordentliche Grammatik, wobei ich dann das grammatische System mit einer Art Universalgrammatik, die ich im Kopf habe, vergleiche. Grammatiken sind für mich Bettlektüren. Ein Professor in der Sprachwissenschaft führte um 1974 einen Albanischkurs durch. Grundlage war ein französischsprachiges Lehrbuch aus dem Kosovo, das ein albanischer Student mitgebracht hatte (ein Exemplar). Wir erhielten Photokopien der Lesetexte, wobei die Vokabelangaben abgeschnitten war und ersetzt durch einige indogermanistische Etymologien. Nun muss man wissen, dass es im Albanischen haufenweise kleine Wörtchen "i", "e", "në", "të" usw. gibt, die keineswegs eindeutig sind. Der Professor meinte, wir sollten die Sprache lernen wie Kinder, worauf ich erwiderte, dass wir aber nicht so viel Zeit darauf verwenden wollten. Nun besaß ich zu Hause eine Grammatik des Albanischen auf Albanisch und ein Wörterbuch und habe mich am Wochenende erfolgreich daran gegeben, die rätselhaften kleinen Wörtchen zu bestimmen. Danach machte mir das Albanische keine Schwierigkeiten mehr (ist auch keine schwierige Sprache), was im Kurs auch anerkannt wurde. Ich übernahm den Unterricht und erhielt am Ende vom Professor dafür 200 DM.
Noch eine Methode, aber nicht mehr so neu. Meine chinesische Freundin hat einen Deutschen geheiratet, dem sie auch Chinesisch beibringen wollte (mit etwas Erfolg). Unter anderem gehörte dazu, dass sie an alle Einrichtungsgegenstände Zettelchen heftete mit der chinesischen Benennung in Schriftzeichen und pÄ«nyÄ«n. Grammatik hat er damit zwar nicht gelernt, aber er konnte viele Gegenstände richtig benennen.
Ganz wichtig ist Wiederholung. Für Polnisch besaß ich einen hervorragenden Kurs mit Schallplatten. Die habe jeden Morgen zum Frühstück wieder angehörte immer bis zu der Lektion, an der ich gerade stand, dann die neue. Die Sätze aus diesen zwei Bänden mit jeweils mehreren Schallplatten waren mir, als ich dann durch Polen reiste, völlig in Fleisch und Blut übergegangen. Es waren aber auch humorvolle kurze Geschichten (Dialoge), völlig aus dem Leben gegriffen und daher leicht anwendbar. Erschreckendes Gegenbeispiel wäre etwa mein Litauischunterricht, der nur litauische Sprichwörter zugrundelegte, eine völlig ungeeignete Textsorte, oft mit archaischen Ausdrücken gespickt und seltenen Tier- und Pflanzennamen, die man nicht unbedingt braucht. Auch der Sanskritunterricht war eine Katastrophe, man büffelte wochenlang nur die Schrift mit ihren zahllosen Ligaturen und Lautgesetze, ohne dass wir überhaupt zu einem Text gekommen wären. Für Romani hatten wir hingegen nach dem Elementarunterricht (Grammatik und Übungssätze) eine leibhaftige Vertreterin der Roma zu Gast, die uns in ihrer Sprache von Sitten und Gebräuchen erzählte und schließlich ein Rezept für in Lehm gebackenen Igel mitteilte.
Also, das nun an Lampe gerichtet, es gibt keine eine Methode, jeder muss den Weg beschreiten, der für ihn am besten geeignet ist und ihm Freude am Weiterlernen vermittelt. Viel Erfolg und viel Freude dabei.
LG Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
-
SusiS
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 169
- Registriert: Do 28. Okt 2010, 06:44
- Pronomen: er
- Wohnort (Name): Taufkirchen bei München
- Hat sich bedankt: 3 Mal
- Danksagung erhalten: 4 Mal
- Kontaktdaten:
Fremdsprachen. (Debatte aus Oceancleanup ...)
Ich denke das die Sprachdebatte aus "Oceancleanup - vielleicht eine Lösung" rüber hierher, da sich das Thema dabei besser hier angesiedelt ist, und dort eigentlich zum eigentlichen Thema (Beseitigung des im Ozean vorhandenden Mülls) nicht wirklich dazugehört.
SusiS
Lina am 7.9.2014 um 20:08 hat geschrieben:(... und warum lernt ihr nicht endlich English?!! Versteht ihr nicht welche Mengen von Informationen ihr dadurch entgehen?)
Kerstin am 8.9.2014 um 00:00 hat geschrieben:Was glaubst du wie oft ich mich damit schon geplagt habe. Und??
Im Alttag brauche ich es nicht und bei meinen lieben Mitmenschen in der Nachbarschaft würde russisch mehr helfen. Die Balkanbubis verstehen das eher als dein englisch.
Und muß ich wirklich alles wissen?
LG Kerstin
Lina am 8.9.2014 um 02:28 hat geschrieben:Aber im Alltag hast du es ja eben gerade gebraucht. Und was spricht übrigens dagegen Russisch und Englisch zu lernen.
Aber gut, ich gebe zu, dass die Unterrichtsmethoden die meistens benutzt werden alles andere als effizient sind. Du hast es also wirklich versucht? Manche tun das ja nicht mal - bestehen einfach darauf, dass alle andere gefälligst Deutsch können müssen, egal wo sie hin fahren. Das ist oft reine Arroganz, manchmal vielleicht auch Resignation nach einem beschissenen Schulunterricht.
Ich bin übrigens zur Zeit einer Frau Dänisch beizubringen. Nach zwei Monaten 2x wöchentlich hat sie in etwa das Level von denen erreicht, die etwa ein Jahr in der Volkshochschule Unterricht hatten. Englisch ist genauso einfach. Nur eine Frage der Methodik.
Kerstin am 9.9.2014 um 12:37 hat geschrieben:Du wirst jetzt lachen, aber das gesprochene verstehe ich zum Teil eher als die Schrift. So lange langsam und deutlich gesprochen wird.
Ich höre ja gern Countrymusik und bei einigen verstehe ich durch aus um was es geht zumindestens was den Sinn angeht.
Nur mit der Schrift habert es gewaltig.
Was den Alltag angeht - der findet nicht im Internet statt, sondern drausen im echten Leben.
LG Kerstin
Joe95 am 9.9.2014 am 13:03 hat geschrieben:Die Idee hört sich erst mal gut an.
Allerdings gibt es soviele Möglichkeiten dringend notwendige Unterstützung zu leisten das ich dafür keine Fremdsprachen lernen muss.
In anderen Gebieten (insbesondere bei PC) hab ich schon oft gehört "Da musst du Englisch können".
Nein.
Muss ich nicht.
Lina am 12.9.2014 um 01:35 hat geschrieben:Sagt auch niemand. Ich frage nur warum ihr glaubt, dass alle Informationen und alle menschliche Kontakte die für euch gut und nützlich sein können, alle deutschsprachig sein werden? Wie oft erlebe ich nicht z.B. Deutsche im Ausland - Leute, die dort entweder wohnen oder seit Jahren immer Urlaub machen - die glauben sie würden alle wünscheswerte Informationen bekommen und optimal bedient werden, ohne die Landessprache zu können ... gut, träumt weiter.
SusiS am 12:09:2014 um 06:25 hat geschrieben:Genauso ist es ein Unding, wenn Ausländer in Deutschland langfristig leben, meinen nicht die Sprache deutsch anzueignen zu müssen.
Man sollte schon die Landessprache können, wo man sich befindet. Wenn aber Informationen in einem Land [z. B. Deutschland] von Inländer [z. B. Deutschen] für Inländern [z. B. Deutsche] nicht in Landessprache [z. B. Deutsch] gehalten ist, wäre dies übertriebene Fremdsprachenbenutzung (Was auch dazu führen kann, das es falsch verstanden wird, wie man bei Untersuchungen für Werbebotschaften rausgefunden hat [Bei einem Werbespruch kam bei den Leuten sogar so etwas wie Anti-Werbespruch an; bei MCDonalds war nur harmlos {wäre absolut noch passender Werbespuch gewesen}, hatte aber daraufhin trotzdem den Werbespruch von englisch auf deutsch umgestellt]). Dies würde letzendlich dazu führen, das jene Sprache [z. B. Deutsch] ausstirbt.
Bei Übersetzungen glaube ich, das die Übersetzung besser ist, wenn die Muttersprache des Übersetzers die Sprache ist in die übersetzt wird.
SusiS
Joe am 12.9.2014 um 7:37 [i]als Antwort auf Linda 12.9 um 1:35[/i] hat geschrieben:Glauben wir das?
Kann ich mir nicht vorstellen.
Aber ich weiß das ich mehr (gute und nützliche) deutschsprachige Kontakte und Informationen habe als ich jemals verarbeiten kann.
Ausserdem frage ich mich warum ich als deutscher alle Sprachen dieser Welt können soll, während alle anderen reden können wie ihnen der Schnabel gewachsen ist?
Magdalena am 13.9.2014 um 16:43 hat geschrieben:Hallo in die Runde,
erstmal zum Thema Sprachen. Wir können nicht überall verlangen, das Deutsch geprochern oder geschrieben wird. Selbst wenn ich in den Urlaub fahre versuche ich wenigstens einige kurze Sätze in der jeweiligen Landessprache zu erlernen. Oft ernte ich dafür ein freundliches Lächeln, selbst wenn ich Fehler in der Aussprache habe. Auch ich bin im Englischen leider nicht gut. Da seit der Schulzeit einige Jahre vergangen sind. Ich die Sprache bisher nicht unbedingt benötigte, habe ich Defizite. Jetzt bot der Arbeitgeber Englischunterricht an. Es soll im Winter, der Termin steht noch nicht fest, beginnen. Mal sehen wie es läuft.
....
LG Magdalena
Linda am 14.9.2014 um 02:45 als Antwort auf SusiS 12.9. um 6:25 hat geschrieben:Die Information, auf die ich in diesem Fall hinwies kam aber nicht aus dem Inland, sondern aus dem Ausland - und auch noch von einer Person, deren Muttersprache die allermeisten Leute in Europa erst recht nicht verstehen.
Die meisten Informationen überhaupt kommen nicht aus dem Inland und ein Großteil von Leuten dessen Muttersprache nicht mal ich verstehe. Gerade deswegen benutzt man z.B. Englisch. Seh es doch einfach ein: Deutsch ist - obwohl es die Muttersprache der größten Gruppe Menschein in Europa ist - trotzdem keine Weltsprache. Das ist einfach ein Faktum, ob du es magst oder nicht. Deutsch ist zwar Amtssprache mindestens teilweise in sieben Staaten Europas und genießt eine gewisse offizielle Anerkennung in ein paar weitere Länder. Das macht aber keine Weltsprache daraus. Englisch ist die bevorzugte Zweitsprache von den Europäern und wird von über 50% der Europäer bis zum Alter von 30 Jahren, ist Amtssprache in drei EU-Mitgliedsstaaten und eine ganze Menge nicht-EU-Staaten. Deutsch hat nicht mal den zweiten Platz. Zähl mal zusammen wieviele Länder entweder Spanisch oder Französisch als Amtssprache haben.
Ja, gut, wenn keine Informationen, die irgendwie aus dem Ausland kommen könnten und auch keine sonstige menschliche Kontakte außer mit Deutschen, die Hochdeutsch als Muttersprache(*) haben erwünscht sind, gut, dann braucht man natürlich keine Fremdsprachen.
* Was keine Selbstverständlichkeit ist - viele Deutsche haben eine Familiensprache die historisch tiefer verwurzelt ist als Hochdeutsch.
SusiS am 14.09.2014 um 9:29 hat geschrieben:Nun ich verzichte nichtauf Informationen die urprünglich in einer anderen Sprache gefast war. Deshalb auch die Bemerkung
Ich hatte mal gehört, das eine Bedienungsanleiung ursprünglich auf Deutsch geschrieben wurde. Dies wurde dann auf Englisch übersetzt. Danach wurde von dieser Übersetzung noch mehrmals in andere Sprachen übersetzt [Nicht nur von der englischen übersetzung schon auch Übersetzung von der Übersetzung von der Übersetzung usw. <auch war Chinesisch und oder Japanisch mit dabei>] Von einer dieser Übersetzungen wurde dann wieder auf Deutsch übersetzt. Derjenige, der das Orginal geschrieben hatte, kriegte zufällig dann die Übersetzung auf Deutsch in die Hand. Er stellte fest, das vieles falsch beschrieben wurde (Wies wesentlich vom Orginal ab). Als er die entsprechende Firma darauf hinwies und nachging stellte sich heraus, das bei jeder Übersetzung Fehler eingeschlichen haben. Daher auchSusiS hat geschrieben:Bei Übersetzungen glaube ich, das die Übersetzung besser ist, wenn die Muttersprache des Übersetzers die Sprache ist in die übersetzt wird.was in diesem Fall hiese, gleich das Orinal zu verwenden, anstatt von einer Übersetzung dann eine Übersetzung auf Deutsch zu machen.SusiS hat geschrieben:Wenn aber Informationen in einem Land [z. B. Deutschland] von Inländer [z. B. Deutschen] für Inländern [z. B. Deutsche] nicht in Landessprache [z. B. Deutsch] gehalten ist, wäre dies übertriebene Fremdsprachenbenutzung.
Ich selbst tue mich selbst sehr schwer Sprachen überhaupt zu lernen (Schliest selbst Deutsch als Muttersprache ein <wurde 2 mal zurückgestellt bei Schuleinschreibung, ging auf einer Sprachheilschule>).
Nun von hochdeusch Text habe ich auch nicht geredet. (Längere Zeit bin ich über das Wort "Brötchen" gestolpert {stellte mir darunter ein kleines Brot vor, in etwa vielleicht in Größenordnung von 100 oder 250 g. Irgend wann kam ein Text, wo mir bewußt wurde; das dies nicht sein kann. Beim Nachschlagen stellte dann fest, das es sich das unter der Bezeichnung Semmel kenne})
SusiS
Ich möchte hier nur noch arauf hinweisen, das ich selbst Sprachheilvorschule und dann in eine Sprachheilgrundschule ging (Anschliesend zur Hauptschule). In Sprachheilschulen sind schon wesentlich kleinere Klassen, als in einer normalen Schule. Wenn ich mich richtig erinnere, war bei Sprachförderung sogar Einzelunterricht (Um die jeweiligen Defizite speziel anzugehen)Linda am 16.9.2014 um 17:39 hat geschrieben:Darauf bezog sich ja meine Frage weiter oben auch: Habt ihr kein Bock gehabt, oder hat ein grottenschlechtes Unterricht euch resignieren lassen. Das Letztere würde ich euch gerne Glauben. Man erlebt ja immer wieder Leute die irgend eine Sprache in der Schule oder gar an einer Uni hatten und in den einfachsten Alltagssituationen nicht klar kommen und auf Abi-Niveau kaum zwei Sprachen, die sie wirklich meistern. Das kann natürlich auch nicht OK sein. Da stimmt was im System nicht. Ich hatte auch z.T. ein megaschlechtes Unterricht in Sprachen - Deutsch inkl.
Was ich aber nie verstanden habe, ist warum Leute sich das bieten lassen und resignieren statt später nach besseren Lösungen zu suchen. Es gibt ja viele alternative Lernmethoden, was Sprachen betrifft. Die finden nur meistens keine Beachtung im Schulsystem, weil nur wenige eine bessere Qualität verlangen oder erwarten - warum auch immer.
Zumindest ist das Argument "ich brauche das im Alltag nicht - kann jemand mal übersetzten" komplett unlogisch, weil ein Pressebericht, Video, Internet-Seite in Englisch nun wirklich was Alltägliches und alles andere als exotisch ist.
SusiS
-
Exuserin-2015-08-11
Re: Fremdsprachen.
Ihr könnt ja alle über Fremdsprachen reden ,aber was habe ich ich dazu zu sagen .In meiner Schulzeit wurden alle die Englisch konnten von den Alliierten als Dolmetscher gebraucht. Meine Schulzeit war ohne Fremdsprachen geprägt.Trotzdem beherrsche ich doch mein Leben in dieser Welt ,der nicht lesender und nicht hörender. Es grüßt Ilektra