Hallo zusammen,
für mich ist diese Diskussion interessant und sehr bereichernd.
Ich verfolge sie gerne, wenn ich mich noch nicht daran beteilige, weil ich nicht
diese theoretischen Kenntnisse besitze, aber trotzdem ist dieses Thema auch für mich
sehr aktuell, eher auf der pragmatischen Seite.
Ich habe für mich die Erkenntnis gefunden, dass ich anders bin. Diese Anderssein drückt sich so aus, dass ich
mich als Frau identifiziere, so wie ich Frau eben wahrnehme. Also könnte ich sagen , ich bin transident.
Körperlich bin ich ein Mensch, der ein männliches Sexualorgan hat und auch andere durch das männliche Hormon
geprägte Merkmale. Diese Hormone belasten mich nicht sehr, weil sie für mich relativ schwach daherkommen.
Deshalb habe ich nicht das Gefühl sie bekämpfen zu müssen, weder hormonell, noch operativ, obwohl
ich mir gerne Busen wünsche und auch mit einer Vagina gut klar käme. Hab das ja schon immer geliebt.
Ich fühle mich in der Kleidung einer Frau sehr wohl, schmücke und schminke mich gerne. Ich mache das zu Hause
im privaten Bereich. Eine Verkleidung und Verstellung, so dass man mich nicht mehr erkennt, fällt mir schwer
und würde ich nur aus taktischen Gründen machen, z.B. weil ich mich nicht getraue, nämlich als ICH, so wie ich bin,
rauszugehen. Ich habe noch Angst vor den Reaktionen des sozialen Umfeldes.
Ich hoffe, dass ich irgendwann so mutig sein werde diesen Schritt zu wagen, vielleicht wird es dann auch ein Kompromiss
sein müssen.
Natürlich spielen da auch Gründe von Rücksicht und Verantwortung eine Rolle.
Nach all den Definitionen, die ich bisher gelesen habe, bin ich wohl transident, aber nicht transsexuell,
sondern irgendwie dazwischen, darf aber nicht "inter" sein, weil das andere sein wollen.
Was bin ich denn? Ein Mensch natürlich, aber das reicht manchmal wohl nicht.
Klar habe auch ich das Bedürfnis, mich einzuordnen, wenn ich schon anders bin, schon um mich
auch nach außen hin meinen Mitmenschen erklären zu können.
Übrigens finde ich es ganz normal, wenn eine Diskussion auch mal etwas hitzig ist.
Missverständnisse können dazu führen, aber man sollte sich doch respektvoll begegnen
und wenn man Fehler begangen hat sollte man so frauhaft sein, nicht den Schwanz einzuziehen,
sondern diese wieder aus dem Weg räumen, um weiterzumachen. Das muss doch
zu schaffen sein. Ich hoffe, dass es weitergeht und bin auf jeden Fall gespannt drauf.
Liebe Grüße, Dita
