Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht
Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Susanne K
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Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 1 im Thema

Beitrag von Susanne K »

Dienstag 24.Juni2014. Ich hatte für diesen Tag einen Termin bei einem Kunden unserer Firma (ich arbeite im Außendienst). Morgens geduscht, rasiert und dann ab ins Auto. Nach einer 2-stündigen Fahrt erreiche ich den Kunden. Am Empfang erfahre ich, dass mein Hauptansprechpartner das Meeting leider absagen muss, da er am Vortag auf dem Heimweg einen Unfall hatte und nun erst mal krankgeschrieben sei. Da der Termin etwas länger dauern sollte war es mein einziger für diesen Tag. Bei der Abfahrt überlege ich, dass Susanne schon länger keine Zeit mehr bekommen hat und so entschließe ich mich am an der nächsten ruhigen Ecke anzuhalten und mich zu verwandeln, wenn auch ohne Schminke aber für die Rückfahrt mit einem Ausflug in mein favorisierten Waldbereich sollte es langen.
Den Koffer mit Susanne`s Sachen habe ich immer im Kofferraum. Unterwäsche aus und an, dazu eine FSH, Silikonbrüste, ein schwarzes Kleid, Pumps mit 10ccm Absatz, blonde Langhaarperrücke dazu eine leichte graue Jacke im Biker Stil und die Fahrt kann beginnen.
Ich muss sagen, dass ich mich bisher noch nicht bei Tageslicht in die direkte Öffentlichkeit getraut habe. Schon gar nicht der direkte Kontakt zu Menschen als Susanne.
Kaum fahre ich los bekomme ich Durst. Toll denke ich mir. 3-4 Stunden ohne trinken ist jetzt auch blöd. Also rede ich mir Mut zu und will an einer Tankstelle halten um mir was zu trinken zu kaufen. An den ersten beiden fahre ich noch vorbei. Ich alter Schisshase. Bei der dritten schaffe ich es wenigstens auf das Gelände und parke um erst mal die Lage zu checken. Ich will grade wieder den Motor starten da maule ich mich schon fast selber an "Schlimmer als nen dummen Spruch und nix zu trinken kann es nicht kommen". Also Tür auf, austeigen und ab in den Shop. Zu diesem Zeitpunkt war die Tankstelle leer und im Verkauf war ein Mann zwischen 40 und 50. Ich ab zur Kühltheke und mir eine Flasche Cola geschnappt. An der Kasse sehe ich dann die Kaffeemaschine und verspüre Lust auf einen Kaffee. Aber soll ich sprechen? Na sicher sollst Du, sag ich mir selbst, weil dein gefühltes Passing ist geschminkt schon nur bei 50%, ungeschminkt hat dich der Typ durchschaut als du das Auto verlassen hast. Also kommt mir ein "und einen Kaffee bitte" über die Lippen. Als die Maschine läuft bezahle ich alles und warte auf meinen Kaffee. Der Laden blieb bis zuletzt leer. Von dem Verkäufer gab es keinen Spruch, kein gestarre. Er hat sich komplett so verhalten wie ich es von den Verkäufern gewohnt bin. Ich ab zum Auto und dabei drauf geachtet, dass mein Gang trotz der wackelnden Knien so fraulich wie möglich ist. Ich muss dazu sagen, dass ich mit High Heels recht gut laufen kann. Habe mal ein Video von meinem Gang gemacht und das sah recht passabel aus. Im Auto hat mein Herz geklopft wie verrückt. Selbst die linke Sili hat sich bewegt. Man war ich euphorisch. Hab ja hier schon öfters gelesen, dass viele dabei nur gute Erfahrungen gemacht haben.
Also ab auf die Autobahn, plötzlich merke ich, dass ich mal zur Toilette muss. Na Super denke ich. Weil die Toiletten auf den Rastplätzen gehen mal gar nicht und für ein Rasthaus mit Sanifair Toiletten war ich noch nicht bereit. Also ab auf den nächsten Autohof mit McDonalds Filliale. Dies habe ich mir schon immer als die leichteste Form ausgemalt. Die Toiletten befinden sich in der Regel im vorderen Bereich und das Restaurant muss man dabei gar nicht betreten. Die ein oder zwei Personen die ich auf dem Weg treffe sollten nicht so schlimm sein. Gesagt getan. Auto geparkt und noch kurz eine größere Gruppe abgewartet und dann Zielstrebig drauf los. Auch hier war der Toilettenbereich im vorderen Teil und ab auf die Damentolilette. Tür auf und da steht dann eine Frau beim Händewaschen. Ihr Blick geht hoch in den Spiegel um danach wieder nach unten zu ihren Händen zu wandern. Ich ab in auf Toilette. Als ich so da sitze kommen noch andere Frauen herein und ich höre wie sich Frauen auf der Toilette unterhalten. Mensch was ungewohnt aber ein schönes Gefühl. Nach Beendigung des Geschäftes ab zum Händewaschen und überprüfen ob noch alles an der richtigen Stelle ist und die Frisur sitz. Wieder geht die Tür auf und die nächste kommt rein nimmt aber keine Notiz von mir. Auf dem Weg zum Auto begegne ich dann noch 3 Leuten aber auch hier keinerlei Reaktion.
Die Fahrt vergeht wie im Flug über so viel habe ich nachzudenken. Auf den letzten Kilometern zu meinem Waldgebiet komme ich durch eine kleine Ortschaft. Das Zentrum ist eine ca. 200 Meter lange Straße auf der links und rechts Geschäfte angesiedelt sind. Die Straße ist nahezu Menschenleer. Kurzentschlossen halte ich steige aus und möchte die Straße einmal rauf und einmal wieder zurück zu meinem Wagen laufen und dabei in den Schaufenstern schauen. Hinweg ohne Probleme zurück kommt mir ein ca. 30 jähriger Herr entgegen. Umdrehen ausgeschlossen also ab durch die Mitte. Auf meiner höhe grüßt mich der Herr mit einem freundlichen "Hallo". Wie aus einem Reflex schicke ich ein "Hallo" zurück. Wir gehen an einander vorbei Als er ein paar Meter weg ist höre ich auf einmal ein "Entschuldigen sie bitte". Mein Herz rutscht mir tiefer als in die Hose und ich drehe mich mit wackligen Knien um. Er kommt auf mich zu und sagt:"Entschuldigung aber irgendetwas passt jetzt was nicht wenn ich das gesehene mit dem gehörten verbinde". Na toll denke ich, jetzt bekommst du deine Sprüche. Ich erkläre ihm mit kurzen Worten meine Vorliebe für Damenwäsche und das Gefühl sich als Frau zu fühlen. Es kommt nur ein "Achso, ich hätte sie sonst für eine Frau gehalten". Nach einem kurzem Smalltalk auch über das Thema verabschieden wir uns und ich könnte fast fliegen vor Glück.
Angespornt von den vielen positiven Ereignissen und Reaktionen des Tages beschließe ich noch zu einem Kaufhaus für Damenbekleidung zu fahren. Dort kaufe ich mir immer meine Sachen bisher aber ungeoutet als Mann. Auf der Fahrt dorthin denke ich mir "mal sehn wie weit du gehst" Parkplätze sind dort kein Problem. Wagen abgestellt direkt die Tür geöffnet und ab in den Laden. Wieder hat keiner Notiz von mir genommen. Diesmal konnte ich als Susanne stöbern und schauen. Die übrige Kundschaft hat wenn überhaupt mal geschaut aber Reaktion gleich Null. Gekauft habe ich mir nichts das war dann doch wieder eine Hemmung.

Mensch ist aber doch nen langer Text zusammen gekommen aber der Tag war aber auch ereignisreich.

Jeden Tag würd ich mich das nicht trauen weil sich eine Aktion zur nächsten aufgeschaukelt hat. Aber den Kopf reißt einem keiner ab.
Neidisch bin auf jede von Euch, die schon weiter ist. Aber da komme ich auch noch hin. So ein Forentreffen wäre für mich derzeit noch undenkbar.

Gruß
Susanne
Inga
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Re: Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 2 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Susanne,

da gratuliere ich dir zui dem unerwartet schönen Tag !!

Für solche unerwarteten Gelegenheiten habe ich immer einen kleinen Beutel mit Handrasierer, Puder und Lippenstift im Rucksack. Ist zwar noch nicht das perfekte Make-Up. doch für ein minimales Kaschieren des Bartschattens reicht es schon und unauffälliger mitzunehmen als ein halber Schminkkoffer.

Liebe Grüße
Inga
Anni
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Re: Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 3 im Thema

Beitrag von Anni »

Hallo Susanne )))(:
Susanne K hat geschrieben:

So ein Forentreffen wäre für mich derzeit noch undenkbar.
... na da mach Dir mal keinen Stress (smili)

Bis zum nächsten Forum - Treffen sind es noch rund 325 Tage hin - bis dahin wird wohl noch viel möglich sein :wink:

LG von frecher Anni
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw
Exuserin-2015-09-09

Re: Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 4 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-09-09 »

Ich hab bei jedem Satz mitgefiebert. Das kenne ich alles nur zu gut aus meiner Anfangszeit im letzten Jahr. Aber auch heute noch entgleist manchen Menschen das Gesicht für einen Bruchteil einer Sekunde, wenn ich den Mund aufmache. Die tiefe männliche Stimme passt nicht zum schon gehr guten weiblichen Auftreten.

Letztlich ist es doch alles Kopfkino. Viele Menschen sind neugierig und interessiert. Bewundernde Blicke, nette Komplimente, so sieht es heute aus. Das bestätigt mein weibliches Wesen dann ungemein. Ich bin ganz ich, ich bin angekommen und die Welt sieht meinen Stolz und meine Kraft.
Susanne K
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Re: Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 5 im Thema

Beitrag von Susanne K »

Vielen Dank für die lieben Antworten.
Es war nur ein leiner Schritt aber es war einer.

@ muriel: Die Idee mit dem Ferienhaus reizt mich schon sehr. Können wir uns ja mal überlegen. Stehen ja in E-Mail Kontakt

@ Sahrah: Mach Dir kein Stress. Irgendwann kommt für Dich der richtige Zeitpunkt wo alles passt und dann machst Du es einfach.

edit @ Anni: Setz mich nur unter Druck :D

Gruß in die Runde
Joe95
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Re: Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 6 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Tja, das schlimme an solchen Erlebnissen:
Sie machen süchtig und ich habe noch nie davon gehört das irgendwer von DIESER Sucht jemals wieder weg gekommen ist.


Allerdings habe ich auch noch nie davon gehört das irgendjemand von dieser Sucht wieder weg kommen wollte...

;-)
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
ReaGirl

Re: Wie ein Tag doch anders verläuft als gedacht

Post 7 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Da bekommt man glatt auch herzklopfen wenn man das liest. Nett nett, unverhofft kommt oft :)
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