HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilfe
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Anne-Mette
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HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilfe

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Die Länder setzen sich für eine Verbesserung der Situation freiberuflich tätiger Hebammen ein. Mit einer Entschließung haben sie am 14. März 2014 die Bundesregierung gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass kurzfristig eine angemessene Vergütung der Tätigkeit erreicht und damit die Geburtshilfe-Versorgung flächendeckend gesichert wird. Zudem sei zu prüfen, ob die Absicherung des Haftungsrisikos in der Geburtshilfe durch eine erweiterte Trägerhaftung oder einen steuerfinanzierten Haftungsfonds erreicht werden kann.

Zur Begründung führt der Bundesrat aus, dass die Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherung der freiberuflich tätigen Hebammen in der Geburtshilfe in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Es sei nicht auszuschließen, dass ab Sommer 2015 überhaupt keine Berufshaftpflichtversicherung mehr zur Verfügung steht. Dies führe vermehrt dazu, dass die Hebammen ihre Tätigkeit aufgeben, weil sich die hohen Versicherungsbeiträge kaum noch erwirtschaften lassen. Eine Lösung dieses Problems sei zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung der Geburtshilfe dringend notwendig, so die Länderkammer.
Mit einer Entschließung haben sie am 14. März 2014 die Bundesregierung gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass kurzfristig eine angemessene Vergütung der Tätigkeit erreicht und damit die Geburtshilfe-Versorgung flächendeckend gesichert wird.
Na, "gebeten" hört sich sehr zahm an; die sollen endlich mal "hinnemachen" )))(:

Gruß
Anne-Mette
Kerstin
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Re: HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilf

Post 2 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Anne-Mette hat geschrieben:...... dass die Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherung der freiberuflich tätigen Hebammen in der Geburtshilfe in den letzten Jahren stark gestiegen sind. .....
Mich würde einmal interressieren, warum die Beiträgr so stark gestiegen sind.

LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Marielle
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Re: HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilf

Post 3 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend,

die Versicherer sagen, dass die Schadenregulierungskosten erheblich angestiegen sind. Die Hebammen sagen, dass die Zahl der Schadensfälle rückläufig ist. Wenn beide die Wahrheit sagen, müssen die weniger gewordenen Schäden jeweils deutlich teurer geworden sein.

Auf der einen Seite also das bekannte Problem des Gesundheitssystems, immer mehr Möglichkeiten kosten immer mehr Geld, und auf der anderen Seite das gesellschaftliche Phänomen, dass für immer mehr "Schäden" immer mehr Verantwortliche gesucht werden. "Regress" steht mir doch zu!". Das ist nicht nur bei Hebammen so, sondern auch in vielen anderen Bereichen. Selbst für das "allgemeine Lebensrisiko" werden Verantwortliche und Kostenträger gesucht. Wenn jemand zu blöd ist, um eine unebene Gehwegplatte zu erkennen und auf die Fresse fällt, ist die Strassenbaubehörde schuld..... und soll natürlich zahlen.

Am Ende zeigt diese Entwicklung wieder mal nur, wie wenig sinnvoll die "Durchprivatisierung" aller Lebensbereiche ist. Durch das Zusammentreffen einer gesellschaftlichen Aufgabe, der Gesundheitsversorgung inkl.Geburtshilfe, mit einem privatwirtschaftlichen Bereich, dem Versicherungswesen, entsteht ein Problem, dass es ohne die hochgelobte "Marktorientierung" gar nicht gäbe.

Übrigens: Kernkraftwerke sind bis zum heutigen Tag NICHT haftpflichtversichert ....... müsste uns das, betreffend die angelegten Masstäbe zu denken geben?

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Magdalena
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Re: HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilf

Post 4 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,
wenn ich dass so betrachte, frage ich mich warum sich nicht der Staat an der Finanzierung der Haftpflicht beteiligt. Mir tuen da vor allem die werdenden Mütter leid. Am Ende werden immer mehr Hebammen ihren Beruf aufgeben müssen. Nicht jede Frau will dann unbedinkt in ein Krankenhaus zur Geburt ihres Kindes. Vieleicht erreichen wir in unserer doch so modernen Gesellschaft wieder Zustände wie im Mittelalter. Dabei sind doch gerade Kinder die Zukunft unser Gesellschaft. Und darum erfüllen Familien eine wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft und benötigen auch qualifizierte Hebammen, die nicht nur die Wirtschaftlichkeit ihrer oft schwierige veantwortungsvolle Arbeit und Hilfe,prüfen müssen bevor sie tätig werden. Unter diesen Umständen werden die werdenden Mütter die Leidtragenden sein.

Magdalena
Lebe jeden Tag.
Exuserin-2015-08-11

Re: HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilf

Post 5 im Thema

Beitrag von Exuserin-2015-08-11 »

Das ist wirklich beschämend ,das eine Gesellschaft ,wie die unsere sich keine Hebammen mehr leisten wollen.Nur weil alles was wir heute machen sofort vor dem Kadi landet ,wenn irgend etwas unseren Vorstellungen nicht passt.
Anne-Mette
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Re: HEBAMMEN in NOT / Bundesrat: Absicherung der Geburtshilf

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Neu dazu ist diese NAchricht aus dem Bundestag:

Hebammen-Hilfe soll schnell ins Gesetz
Ausschuss für Gesundheit

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will erste politische Initiativen zur Lösung der Haftpflichtproblematik bei freiberuflichen Hebammen in laufende Gesetzgebungsverfahren einbinden. Der Minister stellte am Mittwoch im Gesundheitsausschuss den Bericht der interministeriellen Arbeitsgruppe "Versorgung mit Hebammenhilfe" vor einschließlich der von ihm favorisierten Lösungswege.

Geplant ist demnach ein zügiger Ausgleich für höhere Versicherungsprämien, konkrete Vereinbarungen zur Sicherung der Qualität in der Geburtshilfe und der Aufbau einer professionellen Datengrundlage für die Hebammenversorgung. Ferner wird der Verzicht auf Regressforderungen in einem bestimmten Umfang erwogen, um die Prämien für die Berufshaftpflicht nicht weiter ansteigen zu lassen.

Die rund 3.500 freiberuflichen Hebammen in der Geburtshilfe klagen über exorbitant steigende Beiträge zur Haftpflichtversicherung. Zudem hatte unlängst eine Versicherung angekündigt, sich im Sommer 2015 aus dem Geschäft mit Hebammen zurückzuziehen. Es bestand die Gefahr, dass Hebammen sich in Kürze überhaupt nicht mehr versichern können, weil es keine Anbieter mehr gibt. Nach Auskunft von Gröhe ist es inzwischen gelungen, ein neues Angebot der Versicherer zu erwirken, mit dem sichergestellt wird, dass der Gruppenhaftpflichtvertrag des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) bis zum Sommer 2016 weitergeführt wird.

Die beiden großen Fachverbände, der DHV und der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD), haben unterschiedliche Gruppenverträge abgeschlossen. Beim BfHD sollte der Gruppenrahmenvertrag mit dem Versicherungskonsortium Ende Juni 2014 auslaufen, beim DHV ein Jahr später. Zumindest für den DHV scheint nun ein Aufschub erreicht. Dies sei mit "erheblichen Anstrengungen" verbunden gewesen, sagte Gröhe. Eine langfristige Lösung steht noch aus.

Die zum 1. Juli 2014 neuerlich angekündigten Prämienerhöhungen sollen nun zu hundert Prozent von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausgeglichen werden. Dabei sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, die besondere Versicherungsbelastung für Hebammen mit nur wenigen Geburten ebenfalls angemessen auszugleichen. Die Regelung soll in einen dauerhaften gesetzlichen "Sicherstellungszuschlag" münden, der die unterschiedliche Ausgangslage für Hebammen in der Geburtshilfe berücksichtigt. Zugleich plädierte Gröhe für konkrete medizinische Leitlinien in der Geburtshilfe und eine genaue Überprüfung der Geburtsschäden.

Die Zahl der Schadenfälle ist relativ gering, aber durch die gestiegene Lebenserwartung der bei einer Entbindung geschädigten Kinder gehen die Schadensummen in die Millionen. Entsprechend hoch sind die Regressforderungen seitens der Sozialversicherungen an die Schadenverursacher beziehungsweise deren Haftpflichtversicherer. Gröhe erwägt nun eine Regelung zur Kappung der Regressforderungen in der Größenordnung von 25 bis 30 Prozent, wie er im Ausschuss darlegte. Wie genau die Regelung aussehen soll, wird aber noch geprüft. Hier wird sich eine Lösung womöglich noch hinziehen. Gröhe warb im Ausschuss aber für eine auf die relativ kleine Gruppe der Hebammen bezogene Lösung, statt das Haftungsrisiko im Gesundheitsbereich insgesamt anzugehen. Grund zur Panik bestehe jedenfalls nicht.

Der Ausschuss nahm den Bericht des Ministers wohlwollend zur Kenntnis. Abgeordnete auch der Opposition würdigten, dass Gröhe nicht nur den Arbeitsgruppenbericht mit den verschiedenen Optionen vorgestellt habe, sondern auch bereits seine Vorstellungen konkret darlege. Zudem würden differenzierte Lösungswege eingeschlagen, was dem Berufsstand der Hebammen entgegenkomme.

Aus der Unionsfraktion kam indes der Hinweis, dass es sich um eine wirklich kleine Berufsgruppe handele, die vergleichsweise viel politische Aufmerksamkeit bekommen habe. Während die Gesundheitspolitiker um Lösungen bemüht seien, habe es zuletzt weiter Kritik und Vorwürfe seitens der Fachverbände gegeben. Dies sei unverständlich, zumal die Problemlage durch konkrete Behandlungsfehler entstehe.
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