Ich war zu Besuch bei einem Freund, dem meine Kleidungsvorlieben bestens bekannt sind, und siech auch noch nie daran gestört hatte.
Es war für mich eigentlich keiner besonderen Überlegung wert.
Er und seine Frau musterten mein Kleid bei der Begrüßung genau und von ihr gab es sogar ein Kompliment in der Richtung — endlich mal nicht so weit, sondern etwas figurbetonter.
Wenn auch nicht wirklich eng, so traf dieses Kompliment die Tatsachen.
Eine Konsequenz daraus ist, dass sich bei dem Kleid eine Beule im Schrittbereich deutlich abzeichnet, was ich irgendwie als störend empfinde, auch wenn ich immer als Mann auftrete.
Es störte mich so, dass ich entgegen der Gewohnheit meine normale Unterwäsche gegen ein hautfarbenes Miederhöschen tauschte. Nicht zu sehen und schon alleine deswegen auch eigentlich kein Thema.
Im Laufe des Nachmittags brachte ich es irgendwie fertig, mich so hinzusetzen und das Kleid zu verschieben, dass meine Unterwäsche kurz sichtbar wurde.
Mein Freund schaute mich irgendwie, schon fast entsetzt, an, schüttelte den Kopf und fragte mich, ob ich jetzt schon noch normal sei, während er noch mal kurz durch Anheben des Rockteils nachsah.
Er entschuldigte sich sofort, mir war auf einmal meine Wäsche peinlich und der Besuch war eigentlich gelaufen, nur noch Smalltalk.
Jetzt frage ich mich, wenn ein Mann im Kleid kein Problem ist, wo ist dann das Problem bei der zweckmäßigen Wäsche?
Wenn es mir nichts ausmacht, in einem Kleid jemanden zu besuchen, warum stört mich dann der Blick auf die Wäsche?
Mal sehen, wie die Stimmung beim nächsten Zusammentreffen ist