Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport
Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport - # 4

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triona
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 46 im Thema

Beitrag von triona »

Dieses wirklich nette Schreiben aus Damp bestätigt das, was ich hier und in ähnlichen Foren zu diesem Thema schon immer schreibe. Bisher zwar immer nur aus naturgemäß beschränkter eigener Erfahrung. Jetzt aber mal "offiziell" bestätigt, von jemand der es tatsächlich wissen muß.

Also Kopfkino endlich mal ein für alle mal abschalten. ;)


liebe grüße
triona
Caira

Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 47 im Thema

Beitrag von Caira »

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
Einfach nicht hingehen ...
Auf so eine Antwort muss man erst einmal kommen; was willst Du damit sagen?

Gruß
Anne-Mette
Wenn man sozial gesehen auf Biegen und Brechen eine Frau sein will, klar, da rennt man auch ohne OP und Brust ins Schwimmbad. Ändert jedoch nix dran, dass man körperlich XY ist und somit lediglich die Rolle "Frau" übernimmt, mehr aber nicht. Selbst nach einer GaOP bzw. Brustaufbau muss sich da nicht grundlegend dran etwas ändern. Wem das reicht ... okay ...
ab08
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 48 im Thema

Beitrag von ab08 »

Caira hat geschrieben:Ändert jedoch nix dran, dass man körperlich XY ist und somit lediglich die Rolle "Frau" übernimmt, mehr aber nicht.
Hallo,

was mich als T-Frau nervt, aber mir immer wieder begegnet, dass andere genau wissen, was ich bin und mich entsprechend zuordnet.
Respekt vor der Person ist leider gegenüber uns sehr selten. *) Trotz aller Zuordnungen, die uns das Leben schwer machen, bleiben wir aber, was wir sind.
Eine transsexuelle Frau ist und bleibt eine Frau! Übrigens gibt es gebärfähige Frauen mit xy-Chromosomensatz...

Gruß
ab

*) Es wird zugeordnet - Es werden intime Fragen gestellt (vgl. verlinktes Gespräch TheGuardian -- generation Y takeover). - Hier unterstellt man uns sogar, nur eine Rolle zu spielen. - Zum Glück fiel der OP-Zwang weg. Keine muss auf diese Weise mehr beweisen, was sie ist. - Zumindest bzgl. Op/Het werden heute die persönlichen Bedürfnisse/Notwendigkeiten berücksichtigt.

Ist es wirklich so schwer, Menschen zuzuhören und Aussagen, die sie über sich selbst treffen, zu akzeptieren? - Immer sagen uns andere, was wir sind, wie wir uns verhalten sollen und was das Beste für uns ist. - Wir selber werden nicht gefragt, warum auch?
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Anne-Mette
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 49 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Wenn man sozial gesehen auf Biegen und Brechen eine Frau sein will, klar, da rennt man auch ohne OP und Brust ins Schwimmbad. Ändert jedoch nix dran, dass man körperlich XY ist und somit lediglich die Rolle "Frau" übernimmt, mehr aber nicht. Selbst nach einer GaOP bzw. Brustaufbau muss sich da nicht grundlegend dran etwas ändern. Wem das reicht ... okay ...

Das klingt für mich sehr abwertend.
Im Grunde genommen fühle ich mich betroffen und mit abgewertet.
So etwas erlebe ich häufig, Menschen, die mir sagen, ich sei nicht RICHTIG,
weder richtig Frau, noch richtig Mann, noch richtig Trans*, noch richtig Inter*

... wie gut, dass ich selbst weiß, was und wer ich bin )))(:

Gruß
Anne-Mette
eilinfox
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 50 im Thema

Beitrag von eilinfox »

[quote="Caira
Wenn man sozial gesehen auf Biegen und Brechen eine Frau sein will, klar, da rennt man auch ohne OP und Brust ins Schwimmbad. Ändert jedoch nix dran, dass man körperlich XY ist und somit lediglich die Rolle "Frau" übernimmt, mehr aber nicht. Selbst nach einer GaOP bzw. Brustaufbau muss sich da nicht grundlegend dran etwas ändern. Wem das reicht ... okay ...[/quote]

hallo caira,
deine beiträge sind ja wahrlich ab und an schwer zu verstehen, bei diesem tue ich es wieder einmal nicht.
ich bin eine frau, und übernehme die rolle "frau" nicht.
und meine körperlichen unzulänglichkeiten?
ich muss damit leben und kann sie nicht wegheulen.
da heule ich doch lieber vor freude, dass es mir trotzdem weitestgehend gelingt, mein leben zu leben.
Kerstin
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 51 im Thema

Beitrag von Kerstin »

ab08 hat geschrieben:
Caira hat geschrieben:Ändert jedoch nix dran, dass man körperlich XY ist und somit lediglich die Rolle "Frau" übernimmt, mehr aber nicht.
Hallo,

was mich als T-Frau nervt, aber mir immer wieder begegnet, dass andere genau wissen, was ich bin und mich entsprechend zuordnet.
Respekt vor der Person ist leider gegenüber uns sehr selten. *) Trotz aller Zuordnungen, die uns das Leben schwer machen, bleiben wir aber, was wir sind.
Eine transsexuelle Frau ist und bleibt eine Frau! Übrigens gibt es gebärfähige Frauen mit xy-Chromosomensatz...

Gruß
ab
.....
Anne-Mette hat geschrieben:Moin,

Das klingt für mich sehr abwertend.
Im Grunde genommen fühle ich mich betroffen und mit abgewertet.
So etwas erlebe ich häufig, Menschen, die mir sagen, ich sei nicht RICHTIG,
weder richtig Frau, noch richtig Mann, noch richtig Trans*, noch richtig Inter*

... wie gut, dass ich selbst weiß, was und wer ich bin )))(:

Gruß
Anne-Mette
N' Abend

Bei allem Respekt und mit aller Höflichkeit kann ich euch beiden nur empfehlen, eueren egoismus schnellstens abzulegen und die Situation einmal aus den Augen der anderen betrachten.

Was bitte soll eine Frau schon anderes wahrnehmen als einen Mann, wenn die Person in der Dusche keine weibliche Brust aber dafür einen Satz Nüsse zwischen den Beinen hat?
Das was ihr fühlt oder seit steht euch ja nicht auf die Stirn geschrieben. Und sollange die Körperlichen Merkmale eindeutig euch als Mann ausweisen wird es sehr schwer für euere Gegenüber.

Rücksichtnahme kann man auch von Transgenden erwarten.


Gruß
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
eilinfox
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 52 im Thema

Beitrag von eilinfox »

hallo kerstin,

ich glaube nicht, dass die von dir beschriebene situation eine von uns heraufbeschwören würde.
ich zumindest nicht.
entweder würde ich mit badeanzig duschen oder aber eine einzelkabine wählen, die es zumindest in meinem bad gibt.
Anne-Mette
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 53 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

Und sollange die Körperlichen Merkmale eindeutig euch als Mann ausweisen wird es sehr schwer für euere Gegenüber.
Rücksichtnahme kann man auch von Transgenden erwarten.
Auf was soll ich Rücksicht nehmen?
... darauf, dass ich vielleicht nicht dem Bild der BetrachterInnen entspreche? Das kann jedem immer und immer wieder passieren, ganz egal, ob als Frau oder Mann geboren.

Aber es scheint kaum einen einzigen Grund zu geben, warum ich nicht dorthin gehen soll, wo ich mich richtig finde.
Bisher habe ich jedenfalls von den Schwimmbad-BetreiberInnen nichts dergleichen gehört.

Ein praktischer Versuch wird bald folgen )))(:
Ich denke, es wäre Quatsch, "vorauseilenden Gehorsam" zu entwickeln.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 54 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Caira hat geschrieben:
Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
Einfach nicht hingehen ...
Auf so eine Antwort muss man erst einmal kommen; was willst Du damit sagen?

Gruß
Anne-Mette
Wenn man sozial gesehen auf Biegen und Brechen eine Frau sein will, klar, da rennt man auch ohne OP und Brust ins Schwimmbad. Ändert jedoch nix dran, dass man körperlich XY ist und somit lediglich die Rolle "Frau" übernimmt, mehr aber nicht. Selbst nach einer GaOP bzw. Brustaufbau muss sich da nicht grundlegend dran etwas ändern. Wem das reicht ... okay ...
Dieser Beitrag von Ciara erinnert mich irgendwie an eine Userin die früher einen anderen Namen hatte, aber immer unzufrieden mit sich selbst, hatte auch immer und ewig etwas auszusetzen was an ihr nicht stimmte, und an dem wie andere das sahen, irgendwie komisch

Gruß Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Caira

Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 55 im Thema

Beitrag von Caira »

Ich habe den Namen ändern lassen - auf den Ursprungsnamen ...

So, aber mal zum Thema:
Die Wahrheit ist leider manchmal bitter und wenn ich etwas schreibe, geht es mir um Ehrlichkeit und nicht darum jemanden anzugreifen. Das möchte ich doch bitte sehr getrennt wissen. Ich befinde mich knapp 2 Jahre in meiner Transition und habe demnach schon reichlich Erfahrung sammeln dürfen. Unter den Trans gibt es so ziemlich alles, 80% verstehe ich selbst nicht, aber das ist nicht das Thema. Wer Wert darauf legt wirklich als Frau zu leben, nicht als Transgender, oder was-weiß-ich, muss eine Reihe von Regeln beachten. Man kann eben nicht alles tun, halt zugunsten der Sache, dass man als Frau sozial leben darf. Leute, die mich als TS kennen behandeln mich anders, als z.B. Fremde. Daher Transgender ist sozial nicht gleich Frau.

Transgender ist immer noch irgendwie Mann bei den Leuten. Die haben halt Kopfkino und kriegen Eure Gedankenverschlingungen, die für euch normal sind, einfach kopflich nicht hin. Ich musste heute erst wieder einem Doktor erzählen, dass transsexuell nichts mit homosexuell o.ä. zu tun hat - für die ist das ein Abwasch. "Naja, ich bin heterosexuell und du transsexuell." - "Nein, ich bin auch heterosexuell" ... Hää, wie das denn? Ja sowas hört man ständig. Euch nimmt diesen Frauen-Gedankenmodell da draußen kein Mensch ab, das kapiert keiner, der da nicht drin steckt. Ich bin ja auch kein rosa Elefant, weil ich es innerlich bin. Ist doch Unsinn. Wenn ich wie ein Elefant aussehen würde, wäre das was anderes ...

Ich habe gemerkt, dass meine soziale Rolle als Frau erst eintrat, als ich wirklich wie eine aussah. Vorher war man alles mögliche, aber keine Frau. Mir sieht man es zum Glück nicht an, sodass ich wirklich behaupten kann als Frau zu leben. Sieht man es einem an, wie anfangs, dann erhält man Respekt, aber mehr auch nicht. Die Leute lachen nicht mehr drüber, aber sind unsicher und wissen oft nicht ob nun ER oder SIE. Mit dem Leben einer "richtigen Frau" hat das leider nix zu tun. Naja, und wenn ich nicht die Figur einer Frau habe etc. brauche ich auch nicht ins Schwimmbad, wenn ich authentisch sein möchte. Man kann sich darüber weg setzen und "sein Ding" machen. Sicherlich, ist ein freies Land. Hat dann aber nichts damit zu tun, dass man unbemerkt als Frau sein Leben führen möchte. Für mich ist das dann eher eine Demonstration einer gewissen Haltung "Ich bin xy geboren und trotzdem eine Frau und es dürfen alle wissen, denn ich bin auch nur Mensch" ... ja, ethisch völlig okay, aber nicht mein Ziel im Leben, denn mit diesem Idealismus kommt man leider in dieser Gesellschaft nicht weit.
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 56 im Thema

Beitrag von Kerstin »

N' Abend
Ich gehe immer noch davon aus, das Frau und Mann getrennte Duschen haben. Und ich habe dich so verstanden , das du in die Damendusche willst.
Richtig?
Anne-Mette hat geschrieben: Auf was soll ich Rücksicht nehmen?
... darauf, dass ich vielleicht nicht dem Bild der BetrachterInnen entspreche? Das kann jedem immer und immer wieder passieren, ganz egal, ob als Frau oder Mann geboren.

Aber es scheint kaum einen einzigen Grund zu geben, warum ich nicht dorthin gehen soll, wo ich mich richtig finde.
Bisher habe ich jedenfalls von den Schwimmbad-BetreiberInnen nichts dergleichen gehört.
Schon einmal etwas von einem "Schamgefühl" gehört? Könnte es nicht vielleicht sein, das sich nicht jede Frau vor einem Mann nackt präsentieren will.
Schon einmal was von sexueller Nötigung gehört?

Bei euch im Norden mag man ja das ein und andere anders sehen, ich kann dir aber garantieren hier im Süden würdest du bei so einem "Auftritt" richtig Ärger bekommen.
Gut - manche stehen drauf. Nur helfen wird es "uns" nicht.


Gruß Kerstin
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 57 im Thema

Beitrag von Kerstin »

eilinfox hat geschrieben:... oder aber eine einzelkabine wählen, die es zumindest in meinem bad gibt.
Bei einer einzel Dusche ist es ja kein Thema. Ich verstehe die diskusion aber so, das "Frau" in einer gemeinschafts Dusche mit anderen Bio Frauen duschen möchte.

Gruß Kerstin
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Anne-Mette
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 58 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

auch vom Schwimmbad in Leck/Nordfriesland bekam ich eine überaus freundliche Anfrage. So wie ich die Angelegenheit inzwischen betrachte, scheinen vermutete Bedenken und Probleme eher bei "uns" in den Köpfen zu sein...

...
Vielen Dank für den Artikel, ich habe ihn u. a. genutzt um mit vielen Leuten zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen.
Die Wirkung war echt klasse, nach anfänglicher Skepsis verliefen diese Gespräche und auch Diskussionen sehr positiv.
Das "šNicht beschäftigen"˜ mit dem Thema Transsexuell und Intersexuell ist doch noch sehr verbreitet, ich hoffe, ich habe
einen positiven Beitrag zu ihrer Aufgabe leisten können.

Jetzt zu Ihrer Anfrage:
Ergänzend zu unseren Telefongespräch möchten wir Ihnen folgende Hinweise geben.
Wir möchten der Gruppe der transsexuellen Mitbürgern alle Möglichkeiten der Nutzung unserer Anlagen offen lassen.
Bei den Duschbereichen stehen also Damen-, Herren- und eine separate Dusche, die meist von unseren behinderten
Besuchern genutzt wird, zur Verfügung.
Selbstverständlich sind Sie in allen drei Einrichtungen herzlich willkommen.
Nutzen Sie die jeweilige Einrichtung, in der Sie sich wohlfühlen.
Wir vom Erlebnisbad unterstützen sie gerne, auch direkt vor Ort. Sollten Sie Informationen oder Unterstützung benötigen,
melden Sie sich bitte bei uns an der Kasse oder beim Aufsichtspersonal.

Sollte es bei der Nutzung zu einer Diskussion oder evtl. sogar zu einem Konflikt mit anderen Besuchern kommen,
wenden Sie sich bitte auch an unser Personal, wir werden selbstverständlich unterstützend und klärend zur Seite stehen.

Hinsichtlich unserer Badeordnung gibt es keine Probleme mit diesem Vorgehen.
Wir hoffen natürlich immer auf einen verständliches und freundliches Miteinander aller unserer Gäste.
Deshalb möchte ich Sie recht herzlich in unserem Bad begrüßen. Eine Rückmeldung an mich, wie es denn so gelaufen ist und wie
wir unsere Einrichtung noch verbessern können, wäre klasse.
"¦und wenn"˜s gefällt, empfehlen Sie uns weiter


lecklogo.jpg
http://www.erlebnisbad-leck.de/start.php

Dann werde ich wohl kaum um einen recht baldigen Praxistest herumkommen (moin)

Gruß
Anne-Mette
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 59 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

lange hat's gedauert...

Nachdem ein Besuch im Campus-Bad Flensburg mit einer Frau aus unserer flensburger Gruppe im Herbst recht gut gelaufen war, sollte es nun mit meiner Frau in die "Fördeland-Therme" nach Glücksburg gehen.
Da wir nur "eine Runde schwimmen" wollten, wählten wir die Option "Sportbad" und waren mit einem Preis von 4,- Euro pro Person für zwei Stunden dabei.
Hätten wir unsere(n) Enkel dabei gehabt, hätten wir wohl wesentlich tiefer in die Tasche gegriffen und das "Erlebnisbad" dazu gebucht.

Die Einzelkabinen sind relativ eng; aber es sind Sammel-Unkleidekabinen für Männer und Frauen vorhanden. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung der "Familien-Unkleidekabine".
Alles kein Problem - es stehen einem alle Möglichkeiten offen. Statt eines Badeanzuges wählte ich wieder (m)einen Tankini
Da wir sonst nur zusammen an den FKK-Strand gegangen sind - und vor langer langer Zeit mit den Kindern ins Schwimmbad, war es so eine Art Premiere für uns (888)
"Hast Du auch Deinen Ausweis mit?" fragte meine Frau und meinte damit den dgti-Ergänzungsausweis, "falls es Probleme gibt". (leicht nervös?)
Es gab aber keine Probleme.
Auch die Duschfrage ist zufriedenstellend gelöst: eine "Familiendusche" mit 3-4 Duschplätzen löst das Problem "in welche Dusche gehe ich - gehen wir (falls es ein Problem sein sollte)".
Das Schwimmen war ok; die Temperatur angemessen und das Bad sauber. Da sich nicht viele Leute dort aufhielten, sind wir zu mancher Runde gekommen und fühlen uns nun gut, weil wir uns endlich aufgerafft haben.
Nach dem Schwimmen: wieder gemeinsames Duschen...

Das werden wir bald wiederholen.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Re: Trans*, intergeschlechtliche und nonbinäre Menschen im Schwimmbad und beim Sport

Post 60 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Mädelz,

Anne-Mette schrieb:
da die FKK-Strandsaison noch lange nicht in Sicht ist und ich nun Ausstattung für's Schwimmbad habe (wurde bisher nicht gebraucht),
habe ich bei den Schwimmbädern in der Region nachgefragt, wie sie mit Inter- und Transmenschen umgehen und habe ganz genau auf die "Frage der richtigen Dusche" aufmerksam gemacht.
Schließlich will ich nicht des Bades verwiesen werden oder einen "Skandal" provozieren, wenn ich die falsche Dusche benutze.

Ich habe die Schwimmbäder gebeten, mir solche Antworten zu schreiben, die ich auch veröffentlichen darf.
Das fand ich eine super interessante Idee von Anne-Mette und ich habe die Antworten mit großem Interesse gelesen, da ich auch gerne schwimme und des öfteren am Baggersee war.

Kerstin schrieb:
Bei euch im Norden mag man ja das ein und andere anders sehen, ich kann dir aber garantieren hier im Süden würdest du bei so einem "Auftritt" richtig Ärger bekommen.
Diese Sichtweise habe ich nicht verstanden. Warum sollte das im Süden anders sein ? Aber bei mir geht es nicht TS, sondern ich bin nur "Teilzeitfrau". Wie geht ein Schwimmbad mit dieser Frage um, da die Begründung en femme is Schwimmbad zu gehen, für Nichtbetroffene doch etwas "dünner" ausfällt.

Ich habe also eine Anfrage an ein Schwimmbad im Karlsruher Raum geschickt und nach kurzer Zeit eine Antwort erhalten. Sinngemäß stand da drin "eine für uns ungewöhliche Anfrage", "laden wir Sie zum Gespräch ein ...". Da hatte ich den Salat. Ich rechnete mit einer schriftlichen Antwort und sie laden mich zum Gespräch. Aber wenn ich en femme ins Schwimmbad will, kann ich auch ein Gespräch führen.

Gestern Nachmittag war es soweit. Ich bin en femme ins Schwimmbad und habe mich vereinbarungsgemäß an der Kasse gemeldet. Von dort wurde ich in die Verwaltung geschickt und ein Mann und eine Frau der Verwaltung empfingen mich. Es war ein sehr offenes und schönes Gespräch. Es ist auch im Süden so, dass man als Transgender freundlich und verständnisvoll empfangen wird. Letztlich geht es dem Schwimmbadbetreiber um einen möglichst reibungslosen Betrieb. Sie bedankten sich, dass ich den Schritt offen auf sie zuzugehen unternommen habe. Das ermöglicht ihnen, ihr Personal zu informieren, dass da gelegentlich eine Dame meines, ich nenne es 'mal meines "Alters", zu Gast ist. Das dient mir zu Schutz vor Irritationen und sollte es wider meiner Erwartung doch einmal Probleme geben, damit lockerer umgehen kann. Die Duschfrage ist dahingehend geklärt, dass ich die Behindertendusche benutzen kann. Das ist zwar nicht ganz das, was ich mir wünsche, aber auf Grund der baulichen Situation und da weder das Bad noch ich an "Irritationen" interessiert bin, ist das eine brauchbare Lösung. Ich denke, es ist gut kleine Brötchen zu backen. Damit kommen wir vielleicht Schritt für Schritt weiter.

Es kann aber auch schwierig für ein Bad sein, auf unsere Bedürfnisse einzugehen, wie ein Beispiel zeigt, von dem sie mir erzählten. Eine Anfrage des Schwimmbad in den Bäder der Region zeigte nur wenige Erfahrungen mit der Frage. In Stuttgart gab es einmal einen Tumult wegen eines TG, der im Bikini schwimmen ging. Eine Besucherin fühlte sich von dem Anblick belästigt. Das will kein Schwimmbad. Ich denke, dafür kann man Verständnis haben. Ich mache lieber kleine Schritte und bin ein gern gesehener Gast. Im Gespräch tauchte natürlich auch die Frage auf, in welcher Kleidung ich denn schwimmen gehen wollte und waren erleichtert, dass ich im Badeanzug komme. Ehrlich, im Bikini möchte ich mich auch nicht zeigen ...

Mein Fazit: auch im Süden gibt es keine Probleme, wenn man offen mit der Frage umgeht. Eine Anfrage schadet nicht und kann viele Probleme im Vorfeld ausräumen. Damit schafft man eine positive Atmosphäre für unsere Interessen. Je mehr sich zeigen, um so "normaler" wird unser Anblick und um so mehr können wir erreichen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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