Den Hauptgrund für meine fast 20-jährige Karnevals- und Faschingabstinenz hätte ich übrigens beinahe vergessen zu erwähnen. Ich wollte nämlich einfach nicht in der Öffentlichkeit auftreten als Mann, der sich als Frau verkleidet hat. (Was bei den am Freitag anwesenden Faschingstransen auch mehr als deutlich zu sehen war.) Nachdem ich allerdings schon über 7 Jahre ständig als Frau lebe, wollte ich einfach mal sehen, ob ich auch als verkleidete Frau rüberkomme. Allen Kommentaren nach, die ich bekommen habe, und auch der Reaktion der meisten Leute nach, mit denen ich an diesem Abend nicht gesprochen habe, ist mir das auch gelungen.
Das selbe Problem stellte sich auch mit meiner Singstimme. Meine "alte" Lage war ein tiefer Bass. Den habe ich seit Jahren überhaupt nicht mehr verwendet. Nachdem das Singen in reinem Falsett (Countertenor / Kopfstimme) nicht so gut ankam, habe ich vorwiegend in einer gemischten Tonlage gesungen: ein höherer Bariton / etwas dunkler Tenor, im oberen Grenzbereich mittlerweile flüssig vermischt mit den unteren Bereichen des Falsetts. Klingt zwar noch nicht wirklich wie eine Frauensingstimme, aber ist noch ausbaufähig.
Neulich habe ich mal mit einer Freundin zusammen Gesangsübungen gemacht. Ihr Stimmumfang geht auch von höherem Bass / tieferem Bariton bis hohem Sopran. (Sie schafft sogar das "hohe C" - das was Fensterscheiben klirren läßt. Mir geht da dann schon 3 - 4 Tone tiefer die Stimme weg, während ich unten ein paar Töne mehr habe als sie. Aber wenn ich wieder ein ganzes Lied kräftig im Bass singen will wie früher, muß ich schon wieder eine Weile üben. Was nicht genutzt wird, bildet sich allmählich zurück.
Der Grund für diese Überlegungen und Übungen ist der selbe, wie beim Verkleiden:
Ich wollte mir erst mal eine durchgehende und eindeutige Bühnenpräsenz als Sänger
in und Musiker
in erarbeiten,
eben als Frau auf der Bühne und nicht zu verwechseln mit Travestie, bevor ich wieder mit Experimenten mit dem Bass in ausgewählten Stücken anfange, wie z.B. Duette Mann / Frau, gesungen im Wechselgesang durch 1 Person. Dazu noch Kleidung, die halb Mann / halb Frau ist. Die Kleidung dabei geteilt entlang der Sagittalebene in linke und rechte Hälfte. Vortrag seitlich gestellt zum Publikum, mit Drehung auf dem Absatz um 180-° zwischen den Strophen des Mannes und der Frau, so daß für das Publikum jeweils immer die passend gekleidete Seite zu sehen ist.
liebe grüße
triona