Immer mehr TS?
Immer mehr TS?

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExuserIn-2020-09-08
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Immer mehr TS?

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-09-08 »

Hallo Mädels,

in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass sich nicht nur hier im Forum, sondern auch im öffentlichen Leben und den Medien, immer mehr TS, gibt die sich outen.

Woran liegt das?

Ist es das Zeitalter des Internets?

Ist es die Zeit, wo alle offener miteinander umgehen und offener Leben können.

Werden die Mitmenschen toleranter?

Warum gibt es eigentlich mehr MzF als FzM ?

Werden wir schon im Mutterleib teilweise als Frau programiert?

Ist die Frau doch das starke Geschlecht und gibt den männlichen Embryos, vermehrt weibliche Gene mit auf den Weg?

Gab es in früheren Zeiten auch so viele MzF oder ist das eine weitere Stufe der menschlichen Evolution?

Fragen über Fragen, bin mal gespannt auf euere Antworten.

MfG Jumpi
Sabrina Verena
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Re: Immer mehr TS?

Post 2 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Mir ist aufgefallen, dass sehr viele im Alter zwischen 45 und 60 liegen, das sind die geburtenstarken Jahrgänge.
Darüber hinaus dürfte manche im Rahmen der Midlifecrises wohl den Weg zu sich selber finden.
Dann ist die Gesellschaft zwar schleppend aber dennoch offener und toleranter geworden.
Kurzum es outen sich mehr, und es sind relativ mehr.
Soviel zum vermehrten Erscheinen von Transgendern allgemein in der Öffentlichkeit.

Was den Punkt mehr MzF als FzM betrifft, so scheinen viele Frauen mit den Fortschritten der Emanzipation zufriedener zu sein.
Auch werden Mädchen heute freier erzogen als Früher.
Ein anderer Punkt sind die mit der Pille ins Trinkwasser geratenen Östrogene die durchaus ihre Wirkung zeigen.

Sind nur ein paar Aspekte, die mir aufgefallen sind.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

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Jaqueline
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Re: Immer mehr TS?

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Hi Jumperline,

ich habe mir einmal die Arbeit gemacht, deine Fragen aus meiner Sicht zu beantworten.

In blau findest du meine Antworten

Woran liegt das?
Es liegt aus meiner Sicht daran, das Europa offener und toleranter geworden ist.

Ist es das Zeitalter des Internets?
Ja, betroffene Personen kommen leichter an Kontakte und Informationen

Ist es die Zeit, wo alle offener miteinander umgehen und offener Leben können.
Ja

Werden die Mitmenschen toleranter?
Ja

Warum gibt es eigentlich mehr MzF als FzM
Ich denke, das Täuscht, FzM organisiert sich anders.

Werden wir schon im Mutterleib teilweise als Frau programmiert?
Wer es schon in der frühen Kindheit merkt, dass etwas anders ist, da denke ich Ja.

Ist die Frau doch das starke Geschlecht und gibt den männlichen Embryos, vermehrt weibliche Gene mit auf den Weg?
Jedes der beiden Geschlechter hat seine Stärken und Schwächen. Mit den Genen, keine Ahnung.

Gab es in früheren Zeiten auch so viele MzF oder ist das eine weitere Stufe der menschlichen Evolution?
Ich denke, das hat mit der Evolution nichts zutun. Es hat eher damit etwas zu tun, wie die Gesellschaft damit umgeht und die Medien (Internet, TV), ...) viel schneller sind und eine größere Fülle an Informationen bereit stellen.
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

Seit dem 01.01.2024 findet man mich an einer kleinen Klinik in München.

https://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?p=277174#p277174
Anne-Mette
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Re: Immer mehr TS?

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Mir ist aufgefallen, dass sehr viele im Alter zwischen 45 und 60 liegen,
Darüber habe ich auch schon oft nachgedacht. Vielleicht liegt es mit daran, dass sich für einige der Beziehungsstatus ändert,
dass sie sich "mehr auf sich besinnen" und neue Wege entdeckten - oder entdecken, was schon immer da gewesen ist, sie aber mit Beruf, Familie usw. erst einmal verdrängt haben.
Sie sind vielleicht den ausgetretenen Weg mitgegangen (der ja auch sehr schön sein kann), haben aber nun entdeckt, dass es auch andere Wege gibt, die man gehen kann.
Natürlich erzählen viele: "... meine Frau und ich, wir lieben uns noch wie am ersten Tag - und haben gaaaaanz viel Sex...".
Wenn man näher nachfragt und eine ehrliche Antwort hören möchte, erhält man häufiger die Antwort, dass die Leidenschaft abgekühlt ist, zwar nicht ganz versiegt, aber sie sagen "... meine Frau ist mehr wie ein guter Kamerad, wie eine Freundin - und ich könnte es für sie auch sein. Ich muss es ihr nicht andauernd beweisen, dass ich...".

Man darf nicht vergessen, dass das Internet viel Positives für die Menschen gebracht hat; denn sie können sich breit gefächert informieren.
Früher haben einige Jahre/Jahrzehnte gedacht, mit ihnen würde "etwas nicht stimmen" und sie haben lange gebraucht, sich jemandem anzuvertrauen.
Heute stellen wir fest: es gibt viele von uns! Das zeigen auch immer mehr Bücher, die es auf dem Markt gibt.
Das war sicherlich schon immer so - nur die Gelegenheit, es auch zu leben, war wohl noch nie so gut wie jetzt.

Gruß
Anne-Mette
Franziska Hill

Re: Immer mehr TS?

Post 5 im Thema

Beitrag von Franziska Hill »

Hallo,
Ob wir im Mutterleib schon weiblich programiert werden ist damit zu erklären, dass alle Embryos in Ihrer Entwicklung erst mal weiblich sind und erst später in der embryonalen Entwicklung auf männlich umprogramiert werden!

Gruß
Hellen
Anne-Mette
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Re: Immer mehr TS?

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich würde nicht von "progammieren" sprechen - und auch nicht von "umprogrammieren".

Eher: es sind zunächst männliche und weibliche Anlagen vorhanden. Später scheint es dann in vielen Fällen eine Entscheidung zu geben...

Gruß

Anne-Mette
triona
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Re: Immer mehr TS?

Post 7 im Thema

Beitrag von triona »

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,

... es sind zunächst männliche und weibliche Anlagen vorhanden. Später scheint es dann in vielen Fällen eine Entscheidung zu geben...

... oder eben auch nicht - genauer gesagt: keine "eindeutige" im Sinne der strengen zwangsheterosexuellen Nur-zwei-Geschlechter-Lehre.

Ansonsten kann ich alle vorher gesagten Antworten weitgehendst bestätigen.
Hier handelt es sich um eine Sache, die schon im Alten Testament der Bibel erwähnt wurde und auch für weit ältere Kulturen belegt bzw angenommmen wird. Wie es auch aus den meisten anderen Epochen zwischen Altertum und Neuzeit und aus den Kulturen aller Erdteile immer wieder berichtet und belegt wird. Also nix neues.

Zum scheinbaren Übergewicht von MzF gegenüber FzM ließe sich noch vieles sagen. Aber lassen wir es einmal dabei, daß dies auch nach meiner Einshätzung nur scheinbar ist, und daß die Verteilung im Großen und Ganzen eher gegen Gleichmäßigkeit strebt, von örtlichen und regionalen zufälligen und kulturell bedingten Abweichungen von der Verteilungswahrscheinlichkeit mal abgesehen. Belastbares statistisches Material gibt es hierzu bislang leider so gut wie nicht. So bleiben alle Aussagen hierzu mehr oder weniger Spekulation. Desgleichen auch die Auseinandersetzun, was nun evtl überwiegen mag oder auch nicht.


liebe grüße
triona
Zuletzt geändert von triona am Di 11. Feb 2014, 12:42, insgesamt 2-mal geändert.
Ulrike-Marisa
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Re: Immer mehr TS?

Post 8 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

..viel richtiges ist schon geschrieben worden, dem ich mich anschließen kann. Ich bin selbst 60 Jahre alt und lebenslang betroffen von der Thematik. Durch das Internet erst habe ich mein heutiges Wissen erlangt, was letztlich zur Bewußtwerdung meiner Wünsche und Gefühle und meiner persönlichen Situation beigetragen hat. Sicher ist die Gesellschaft im allgemeinen toleranter geworden, ich glaube aber kaum im Hinblick auf diese spezielle Thematik. Je näher frau/man sein Umfeld wählt, desto größer scheinen die Ressentiments zu sein hin bis zur eigenen Familie, wo es wie bei mir krasses Unverständnis und Ablehnung geben kann aber nicht muss, wie viele positive Beispiele auch zeigen.
Wie Anne-Mette und Anja schrieben, sind in der ersten Phase unserer Entwicklung beide geschlechtlichen Anlagen vorhanden, die dann unter Einwirkung der unterschiedlichen Chromosomensätze und unterschiedlicher Homone in die eine oder die andere Richtung gehend ausgebildet werden. Dieser Prozess kann fehlerbehaftet sein, was sogar dazu führen kann, dass in einem Menschen beide Geschlechtsmerkmale zusammen ausgebildet sein können und natürlich alle Stufen dazwischen. Das wirkt sich auf alles im Leben aus auch auf unsere Gefühle und unser geschlechtliches Bewusstsein. Damit müssen die Betroffenen lernen umzugehen. Dass dies immer mehr Betroffene auch nach außen hin mehr oder weniger tun, lässt den Anschein einer größer werdenden Anzahl zu; was sber so glaube ich nicht der Fall ist. Betroffene gibt es seit eh und je auch in anderen Gesellschaften mit unterschiedlichem gesellschaftlichem Ansehen hin bis zur Verehrung. Ein offenerer Umgang mit dieser Thematik stünde unserer heutigen ach so modernen Gesellschaft eigentlich gut an und ließe uns Betroffene aus der Ecke heraustreten lassen, in die wir immer noch von der Mehrheit gefühlt gestellt werden. Packen wirs an, kämpfen wir...auch gegen den inneren Widerstand der Gewohnheit, gegen Unverständnis und Ausgrenzung und für Akzeptanz unserer Situation.

Liebe Grüße, Ulrike-Marisa (moin)

...das Leben ist schön, also gestalten wir es... (flo) ))):s (wo) ))):s
Anne-Mette
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Re: Immer mehr TS?

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin in den hoffentlich sonnigen Süden (so)
Dieser Prozess kann fehlerbehaftet sein, was sogar dazu führen kann, dass in einem Menschen beide Geschlechtsmerkmale zusammen ausgebildet sein können und natürlich alle Stufen dazwischen.
Ich denke, von "fehlerbehaftet" sollen wir uns verabschieden. Ich habe zwar viele Fehler - aber mich als ICH sehe ich nicht als Fehler an )))(:
... aber ich will natürlich nicht nur von mir und über mich sprechen.
Bei vielen Intersexuellen führte eine konstruierte "Fehlervermutung" zu unnötigen Operationen und menschenunwürdigen Behandlungen.


Gruß
Anne-Mette
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Re: Immer mehr TS?

Post 10 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

jumperlin66 hat geschrieben: in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass sich nicht nur hier im Forum, sondern auch im öffentlichen Leben und den Medien, immer mehr TS, gibt die sich outen.
Ist mir nicht aufgefallen, wer soll das denn sein?

Jennifer
=================================

Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Re: Immer mehr TS?

Post 11 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hallo Anne-Mette,

..fehlerbehaftet.. soll als Wort nicht in seiner Bedeutung überbewertet werden. Mir ist vorhin nichts besseres eingefallen. Damit ist nicht eine negative Wertung gemeint, dass das Ergebnis der fehlerbehafteten Entwicklung negativ zu sehen ist, sondern die reine Tatsache der Unvollkommenheit der Entwicklung, wo eben Abweichungen von der sonst normalen Entwicklung gegeben sind. Ich sehe mich auch nicht als Fehler, aber irgendetwas musss ja auch in meiner Entwicklung anders als der Standard verlaufen sein, sonst wäre ich ja nicht hier.
Hast du eine treffendere Bezeichnung für diesen Sachverhalt?

LG, Ulrike-Marisa (smili)
ChristinaF
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Re: Immer mehr TS?

Post 12 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Hallo Jennifer,

der threadöffnerin stimme ich zu. Geht mir genauso. Ich finde, dass sich in den Tageszeitungen der letzten Monate sehr viele TS geoutet haben oder einfach über ihr "Leid" berichten. Wo nun genau was steht. Sorry, wäre mir zuviel Arbeit.
Aber alleine hier in Bayern schreiben immer mehr Zeitungen ihre Berichte über TS. Und zu meiner Freude meist souverän ohne groß aufreisserisch zu wirken. Vergleicht man hierzu frühere Jahre (bis zu zehn) hat sich einiges verbessert.
LG
Chrissie
Anne-Mette
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Re: Immer mehr TS?

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich will nicht rechthaberisch sein, aber...

Nicht nur bei "zwischengeschlecht.org" heißt es:

Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter bis zur 7. Schwangerschaftswoche. Alle hatten wir im Bauch innern Anlagen zu Eierstöcken und zu Hoden, hatten wir ein "uneindeutiges Geschlecht"

Gruß
Anne-Mette
Bianca D.
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Re: Immer mehr TS?

Post 14 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin,

Immer mehr TS? Diese Frage möchte ich so mal klar mit Nein beantworten.Was aber völlig richtig ist, im Zeitalter von Internet und damit verbundenen Informationswegen,mehr Öffentlichkeitsarbeit und steigender Toleranz,ist die Tatsache, daß sich immer mehr auch outen,besonders die Älteren unter uns,wo in der Kindheit oder Jugend wenig bis gar keine Aufklärung/Unterstützung zu finden war.Deshalb erscheint es uns so, daß es immer mehr werden.
Der reine statistische Wert hat sich nicht erhöht,es dringt nur mehr in unser Bewußtsein.
Zur Frage des Verhältnisses,daß dürfte sich in etwa die Waage halten.Auch hier ist es wieder eine Frage der Wahrnehmung: Frauen in betont maskuliner Aufmachung werden von der Gesellschaft viel mehr akzeptiert und somit als möglicher Weise FzM gar nicht wahrgenommen.Bei Männer in femininer Aufmachung sieht das chon wieder völlig andes aus.
Und wenn ich dazu noch ein aktuelles Beispiel bringen darf: Zur Zeit liegen hier im KHS auf der Station mehr FzM als MzF.
Weiter oben kam auch noch die Frage auf nach der möglichen Ursache von TS.Das wir alle die ersten Wochen als Mädels heranwachsen ist ja hinlänglich bekannt,eine Ursache für eine
entgegen der körperlichen Entwicklung stattfindende Gehirnentwicklung wurde aber noch nicht gefunden.Ich behaupte mal,daß es sich bei TS um eine Spielart der Natur handelt, die sich in der Regel rezessiv vererbt,in einigen Fällen aber auch dominant und damit zumTragen kommt,früher oder später.Eine weitere Möglichkeit sehe ich in Störungen des Hormonhaushaltes bei der Mutter,was aber eher zu intersexuellen Kindern führen könnte,vielleicht kombiniert mit genetischen Bedingungen?
Also der Versuch der Natur, was Neues oder Besseres zuerfinden?Evolution?Ja,sicher,davon bin ich fest überzeugt,erfindet sich das Leben doch immer wieder neu!

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Re: Immer mehr TS?

Post 15 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-09-08 »

Danke Mädels, für eure tollen Antworten,


MfG Jumpi
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