Coming Out in der Feuerwehr?
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Franka
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Coming Out in der Feuerwehr?
Nachdem ich mich ja nun in der Firma komplett geoutet habe und es genieße zur Arbeit zu gehen wie es mir gerade passt wäre der nächste Schritt mich hier bei uns im Dorf zu outen.
Das wäre eigentlich kein Problem für mich, da ich nur zu wenigen Leuten hier engeren Kontakt habe und es mir egal ist, was der Rest von mir denkt. Ob diese mir dann erhalten bleiben ist natürlich auch eine gute Frage. Aber wenn nicht kann ich glaube ich auch gut auf sie verzichten.
Mein Problem ist die Feuerwehr. Ich habe in letzter Zeit wenig Interesse dort gezeigt und glaube es liegt daran, dass Dahlia gerade einen Höhenflug hat. Ich würde mich dort am liebsten auch outen, auch wenn ich dort dann nicht mehr als aktives Mitglied willkommen wäre. Dann würde ich eben förderndes Mitglied werden oder aus gekränkter Eitelkeit ganz austreten.
Aber ich habe immer weniger Lust mich zu verstecken und bin der Meinung die Leute müssen mich nehmen wie ich eben bin. Darum spiele ich mit dem Gedanken zum nächsten Dienstabend als Dahlia zu gehen und zu sagen: "So Leute, das bin auch ich, könnt ihr damit leben oder nicht?"
Früher oder später werde ich hier im Dorf eh von immer mehr Leuten gesehen, wenn ich das Haus verlasse. Ich weiß nur nicht, ob es der richtige Weg ist, aber ich denke es würde einfach eine große Last von mir abfallen.
Könnte natürlich auch einfach mal unter 4 Augen mit unserem Ortsbrandmeister sprechen und er soll das in der Gruppe zur Sprache bringen. Hat schon jemand Erfahrungen in dieser Richtung sammeln können?
Könnte ein paar Tipps gebrauchen.
Das wäre eigentlich kein Problem für mich, da ich nur zu wenigen Leuten hier engeren Kontakt habe und es mir egal ist, was der Rest von mir denkt. Ob diese mir dann erhalten bleiben ist natürlich auch eine gute Frage. Aber wenn nicht kann ich glaube ich auch gut auf sie verzichten.
Mein Problem ist die Feuerwehr. Ich habe in letzter Zeit wenig Interesse dort gezeigt und glaube es liegt daran, dass Dahlia gerade einen Höhenflug hat. Ich würde mich dort am liebsten auch outen, auch wenn ich dort dann nicht mehr als aktives Mitglied willkommen wäre. Dann würde ich eben förderndes Mitglied werden oder aus gekränkter Eitelkeit ganz austreten.
Aber ich habe immer weniger Lust mich zu verstecken und bin der Meinung die Leute müssen mich nehmen wie ich eben bin. Darum spiele ich mit dem Gedanken zum nächsten Dienstabend als Dahlia zu gehen und zu sagen: "So Leute, das bin auch ich, könnt ihr damit leben oder nicht?"
Früher oder später werde ich hier im Dorf eh von immer mehr Leuten gesehen, wenn ich das Haus verlasse. Ich weiß nur nicht, ob es der richtige Weg ist, aber ich denke es würde einfach eine große Last von mir abfallen.
Könnte natürlich auch einfach mal unter 4 Augen mit unserem Ortsbrandmeister sprechen und er soll das in der Gruppe zur Sprache bringen. Hat schon jemand Erfahrungen in dieser Richtung sammeln können?
Könnte ein paar Tipps gebrauchen.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
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Lina
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
@"So Leute, das bin auch ich, könnt ihr damit leben oder nicht?"
Genau das finde ich total falsch. Wenn überhaupt, dann muss es heißen: "So Leute, das bin auch ich, damit müsst ihr leben - und wenn ihr das nicht könnt, dann ist es euer Problem."
Wenn ich es wäre würde ich mir sogar überlegen, wer von denen es überhaupt verdient haben was Genaueres zu erfahren. Ich stelle mir zwar vor, dass Leute mit denen man manchmal auch dramatische Sachen erlebt, verängstigte und manchmal verletzte Menschen rettet usw. etwas intimere Freunde sein müssten als z.B. Sportkollegen. Aber trotzdem - was erwartest du an Vorteile für dein Wohlbefinden daraus? Natürlich wird der eine oder andere dich en femme sehen oder gesehen haben. Bedeutet das, dass sie berechtigt sind, etwas in Frage zu stellen? Das entscheidet doch letztendlich du.
Neulich war ich zu einem Dorffest mit ein Paar Freundinnen. Irgendwo trafenwir auf den Jiu-Jitsutrainer der einen Freundin. Ein ehemaliger Polizist. Die Ehefrau war auch dabei. Da wir uns begrüßt haben und uns mit denen kurz unterhalten haben haben zumindest die mitbekommen, dass sie mit einer T-Frau unterwegs war. Einige Tage später hat er sie gefragt "ob sie meint das ist die richtige Gesellschaft für sie" (Tolle Frage an eine 40jährige Frau!!!)
Antwort: "Ja!"
Ein kurzes bündiges "ja". Keine weitere Erklärung. Keine Gegenfrage. Keinen weiteren Kommentar.
Was ich damit meine - was versprichst du dir davon, dich vor Leuten zu outen, wo die Hälfte voraussichtlich eh nichts kapieren werden. Wenn einer von denen dich irgendwann en femme irgendwo sehen sollten und später fragt "Warst du das in dem schwarzen Kleid?" musst du auch nicht mehr sagen als "Ja."
Und anderen kannst du mehr erzählen, wenn du es für richtig hälst.
Ich glaube wirklich, du solltest dich eher fragen, was dich glauben lässt, du müsstest oder solltest dich vor allen outen? Wer hat dir das einprogrammiert?
Genau das finde ich total falsch. Wenn überhaupt, dann muss es heißen: "So Leute, das bin auch ich, damit müsst ihr leben - und wenn ihr das nicht könnt, dann ist es euer Problem."
Wenn ich es wäre würde ich mir sogar überlegen, wer von denen es überhaupt verdient haben was Genaueres zu erfahren. Ich stelle mir zwar vor, dass Leute mit denen man manchmal auch dramatische Sachen erlebt, verängstigte und manchmal verletzte Menschen rettet usw. etwas intimere Freunde sein müssten als z.B. Sportkollegen. Aber trotzdem - was erwartest du an Vorteile für dein Wohlbefinden daraus? Natürlich wird der eine oder andere dich en femme sehen oder gesehen haben. Bedeutet das, dass sie berechtigt sind, etwas in Frage zu stellen? Das entscheidet doch letztendlich du.
Neulich war ich zu einem Dorffest mit ein Paar Freundinnen. Irgendwo trafenwir auf den Jiu-Jitsutrainer der einen Freundin. Ein ehemaliger Polizist. Die Ehefrau war auch dabei. Da wir uns begrüßt haben und uns mit denen kurz unterhalten haben haben zumindest die mitbekommen, dass sie mit einer T-Frau unterwegs war. Einige Tage später hat er sie gefragt "ob sie meint das ist die richtige Gesellschaft für sie" (Tolle Frage an eine 40jährige Frau!!!)
Antwort: "Ja!"
Ein kurzes bündiges "ja". Keine weitere Erklärung. Keine Gegenfrage. Keinen weiteren Kommentar.
Was ich damit meine - was versprichst du dir davon, dich vor Leuten zu outen, wo die Hälfte voraussichtlich eh nichts kapieren werden. Wenn einer von denen dich irgendwann en femme irgendwo sehen sollten und später fragt "Warst du das in dem schwarzen Kleid?" musst du auch nicht mehr sagen als "Ja."
Und anderen kannst du mehr erzählen, wenn du es für richtig hälst.
Ich glaube wirklich, du solltest dich eher fragen, was dich glauben lässt, du müsstest oder solltest dich vor allen outen? Wer hat dir das einprogrammiert?
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Franka
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Da ich Zuhause oft als Dahlia zurechtgemacht bin, kann es ja sein, dass ich zum Einsatz muss, wenn die Sirene losgeht. Zum Umziehen und sogar Abschminken bleibt da wohl keine Zeit. Wenn alle Bescheid wüssten, könnte ich halt losrennen wie ich gerade bin. Im Einsatz habe ich dann ja eh die persönliche Schutzkleidung an, wo es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt und würde natürlich da auch meinen Mann stehen.Lina hat geschrieben: ...
Ich glaube wirklich, du solltest dich eher fragen, was dich glauben lässt, du müsstest oder solltest dich vor allen outen? Wer hat dir das einprogrammiert?
Ich denke das ist der Hauptgrund, der mir im Kopf rumschwirrt um mich dort zu outen.
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conny
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
hallo dahlia,
ich kann nicht beurteilen, wie transphob die feuerwehr (in deinem ort) wirklich ist. aber es dürfte wohl so sein, dass die kameraden das thema nur theoretisch - aus der ferne - kennen.
die von lina vorgeschlagene argumentation
[quote="Lina"]
Genau das finde ich total falsch. Wenn überhaupt, dann muss es heißen: "So Leute, das bin auch ich, damit müsst ihr leben - und wenn ihr das nicht könnt, dann ist es euer Problem."
Wenn ich es wäre würde ich mir sogar überlegen, wer von denen es überhaupt verdient haben was Genaueres zu erfahren. quote]
finde ich in dieser form wenig sinnvoll. dieser weg ist ist ja auch auf der arbeit etc. wenig zielführend, wenn man mit den leuten weiter auskommen will bzw. muss.
du solltest - wenn du das outing willst - anstreben, ein moderates gespräch zu führen in dem du auch aufkommende fragen sach- und situationsgerecht beantworten kannst.
nur so gibt es eine chance, mißverständnisse und falsche vorstellungen auszuräumen, ein nachdeneken über ablehnende haltungen anzuregen und evtl. akzeptanz zu finden. ich würde an deiner stelle auch vorhab mit dem ortsbrandmeister sprechen und anschließend mit ihm gemeinsam mit der gruppe.
am ende stünde dann natürlich deine frage, ob die kameraden damit leben können - antwort und konsequenz offen.
lg
conny
ich kann nicht beurteilen, wie transphob die feuerwehr (in deinem ort) wirklich ist. aber es dürfte wohl so sein, dass die kameraden das thema nur theoretisch - aus der ferne - kennen.
die von lina vorgeschlagene argumentation
[quote="Lina"]
Genau das finde ich total falsch. Wenn überhaupt, dann muss es heißen: "So Leute, das bin auch ich, damit müsst ihr leben - und wenn ihr das nicht könnt, dann ist es euer Problem."
Wenn ich es wäre würde ich mir sogar überlegen, wer von denen es überhaupt verdient haben was Genaueres zu erfahren. quote]
finde ich in dieser form wenig sinnvoll. dieser weg ist ist ja auch auf der arbeit etc. wenig zielführend, wenn man mit den leuten weiter auskommen will bzw. muss.
du solltest - wenn du das outing willst - anstreben, ein moderates gespräch zu führen in dem du auch aufkommende fragen sach- und situationsgerecht beantworten kannst.
nur so gibt es eine chance, mißverständnisse und falsche vorstellungen auszuräumen, ein nachdeneken über ablehnende haltungen anzuregen und evtl. akzeptanz zu finden. ich würde an deiner stelle auch vorhab mit dem ortsbrandmeister sprechen und anschließend mit ihm gemeinsam mit der gruppe.
am ende stünde dann natürlich deine frage, ob die kameraden damit leben können - antwort und konsequenz offen.
lg
conny
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Saskia.shewulf
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Hallo Dahlia,
Ich gebe jetzt mal kurz meine Erfahrung weiter : So ca. im März 2013 habe ich mich meinem Löschgruppenführer
Ortsbrandmeister anvertraut aus ähnlichen Gründen wie Du zeitgleich bat ich um eine Beurlaubung da ich
in der Zeit Depressionen hatte .Das hätte im Einsatzfall nicht wirklich geholfen deswegen die Beurlaubung.
um es kurz zu machen ich bin seit Sommer fast ausschließlich die Saskia auch auf der Arbeit da allerdings nur bedingt
wegen der Psa die ich dort auch tragen muss.Die Urlaubsfahrt der Feuerwehr stand an im Oktober und da ich dort dann
auch als Saskia mitfahren wollte gab es seitens etlicher Kamneraden bedenken mich mit zunehmen.
es ist schon etwas anderes im Gespräch zu beteuern man habe kein Problem mit mir als Frau und dann
in der Öffentlichkeit mit einer Transfrau im Hotel oder bei einer Wanderung oder Stadtbesichtigung gesehen
zu werden!
Aus verschiedenen Gründen und auch wegen der Transthematik sind Daniela dann nicht mitgefahren,schade!
Ich habe mir dann überlegt das ich wenn ich schon im Urlaub nicht mehr richtig zur Gruppe passe ,dann auch im
Aktiven Dienst nichts mehr verloren habe und bin dieses Jahr ausgetreten nach 25 Jahren FFW.
allerdings war das auch nicht allein wegen des Tansthemas Zeitmangel und Feuerwehrpolitik seitens der Kommune
kamen auch noch dazu.......
Nach dem Jahr Beurlaubung fehlt mir nichts mehr ich habe mehr Zeit für die Kinder; für Daniela und für mich selber!
Ich bin aber im Frieden ausgeschieden weil einige Kameraden nach wie vor zu mir stehen und den Kontakt halten.
Ich werde auch weiterhin für die FFW da sein sei es wenn sie eine Übung bei uns auf dem Betriebsgelände machen wollen,oder als förderndes Mitglied also eine Freundin der Feuerwehr !!!
Wie immer Du dich entscheidest damit umzugehn tu es für Dich!Du solltest glücklich leben können ob mit oder ohne
Feuerwehr.
Es kann ja in deiner Einheit auch ganz anders ablaufen.
Lg Saskia
Ich gebe jetzt mal kurz meine Erfahrung weiter : So ca. im März 2013 habe ich mich meinem Löschgruppenführer
Ortsbrandmeister anvertraut aus ähnlichen Gründen wie Du zeitgleich bat ich um eine Beurlaubung da ich
in der Zeit Depressionen hatte .Das hätte im Einsatzfall nicht wirklich geholfen deswegen die Beurlaubung.
um es kurz zu machen ich bin seit Sommer fast ausschließlich die Saskia auch auf der Arbeit da allerdings nur bedingt
wegen der Psa die ich dort auch tragen muss.Die Urlaubsfahrt der Feuerwehr stand an im Oktober und da ich dort dann
auch als Saskia mitfahren wollte gab es seitens etlicher Kamneraden bedenken mich mit zunehmen.
es ist schon etwas anderes im Gespräch zu beteuern man habe kein Problem mit mir als Frau und dann
in der Öffentlichkeit mit einer Transfrau im Hotel oder bei einer Wanderung oder Stadtbesichtigung gesehen
zu werden!
Aus verschiedenen Gründen und auch wegen der Transthematik sind Daniela dann nicht mitgefahren,schade!
Ich habe mir dann überlegt das ich wenn ich schon im Urlaub nicht mehr richtig zur Gruppe passe ,dann auch im
Aktiven Dienst nichts mehr verloren habe und bin dieses Jahr ausgetreten nach 25 Jahren FFW.
allerdings war das auch nicht allein wegen des Tansthemas Zeitmangel und Feuerwehrpolitik seitens der Kommune
kamen auch noch dazu.......
Nach dem Jahr Beurlaubung fehlt mir nichts mehr ich habe mehr Zeit für die Kinder; für Daniela und für mich selber!
Ich bin aber im Frieden ausgeschieden weil einige Kameraden nach wie vor zu mir stehen und den Kontakt halten.
Ich werde auch weiterhin für die FFW da sein sei es wenn sie eine Übung bei uns auf dem Betriebsgelände machen wollen,oder als förderndes Mitglied also eine Freundin der Feuerwehr !!!
Wie immer Du dich entscheidest damit umzugehn tu es für Dich!Du solltest glücklich leben können ob mit oder ohne
Feuerwehr.
Es kann ja in deiner Einheit auch ganz anders ablaufen.
Lg Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
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Kerstin
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Wäre es nicht ehrlicher sich selbst einzugestehen, das man(n) es eh nur macht um sich seine Männlichkeit zu beweisen? Bist du deshalb bei der Feuerwehr weil du es für richtig und notwendig hälst dich persönlich einzubringen und mit zu "kämpfen" oder geht es hier nicht vielleicht doch nur um einen Nachweis der Männlichkeit.dahlia hat geschrieben:.....
Mein Problem ist die Feuerwehr. Ich habe in letzter Zeit wenig Interesse dort gezeigt und glaube es liegt daran, dass Dahlia gerade einen Höhenflug hat. Ich würde mich dort am liebsten auch outen, auch wenn ich dort dann nicht mehr als aktives Mitglied willkommen wäre. Dann würde ich eben förderndes Mitglied werden oder aus gekränkter Eitelkeit ganz austreten.
.....
Diese Frage solltest du zu erst beantworten und danach handeln, auch wenn es bedeutet sich aus dem aktiven Dienst zu verabschieden. Das warum mußt du niemanden auf die Nase binden.
So argumentieren Egomanen. Eine Gesellschaft funktioniert aber nur, wenn sich alle etwas zurücknehmen.Lina hat geschrieben:....
Genau das finde ich total falsch. Wenn überhaupt, dann muss es heißen: "So Leute, das bin auch ich, damit müsst ihr leben - und wenn ihr das nicht könnt, dann ist es euer Problem."
......
Das ist eine berechtigte Frage......
Ich glaube wirklich, du solltest dich eher fragen, was dich glauben lässt, du müsstest oder solltest dich vor allen outen? Wer hat dir das einprogrammiert?
Ja so ist es und nur so funktioniert es.Biene hat geschrieben:.......
Um das zu verstehen muß man die Geschichte der Feuerwehr beachten. Die Feuerwehr ist das letzte Organ in der Gesellschaft das neben der Bundeswehr militärische Züge trägt. Weil nur so funktioniert es. Wir bilden keinen Arbeitskreis, wir handeln. 100 Mann und ein Befehl.
Wir handeln mit Kameraden, die wir glauben zu kennen.
Wenn sich jetzt ein Kamerrad outet, zu was auch immer, dann hat die ganze Truppe ein Problem und die leichteteste Art es loszuwerden ist ihn loszuwerden. Der ein oder andere würde trotzdem mit dir in den Einsatz gehen, doch nicht mehr alle und das können wir nicht verlangen auch wenn wir alle gleichberechtigt wären.
......
Man muß sich einfach im klaren sein, das es bei einem Brand sehr schnell sehr heftig werden kann. Eine Erfahrung die mein Bruder machen mußte.
Da ist dann einfach kein Platz für Differenzen.
Las deine sexismuß Keule ruhig stecken. Was ich oben geschrieben habe gilt auch hier, in einer Gesellschaft müssen sich alle etwas zurücknehmen. Ich kann und erwarte, das man sich mir gegenüber höflich verhält, ich kann aber nicht erwarten, das alle mein tun gut finden und verstehen.LaraC hat geschrieben: ich kann deine Sorgen verstehen. Der Beitrag von Biene zeigt leider deutlich, wie verbreitet sexistische und transphobe Einstellungen auch (oder gerade?) bei der Feuerwehr noch sind.
....
Davon abgesehen ist mir eine homo- transphobe sexistische machohafte Feuerwehr lieber als gar keine.
Genau so wäre es richtig. Und er muß dann auch entscheiden ob es nicht besser ist, wenn du dich zurück ziehst. Die Verantwortung für den Laden liegt ja wohl bei Ihm.conny hat geschrieben:...... ich würde an deiner stelle auch vorhab mit dem ortsbrandmeister sprechen ....
LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Franka
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Erst schon mal danke für die vielen Ratschläge.
Unsere Kameradschaft war bisher immer ganz gut, wir haben auch Frauen in der Wehr, das könnte hilfreich sein, aber es gab halt auch schon derbe Witze über alle möglichen Minderheiten. CD oder TS gehörten da nicht dazu, was aber wohl nur an mangelndem Vorstellungsvermögen der Kameraden liegt. Ist nur eine kleine Ortswehr mit ca. 20 aktiven, die auch regelmäßig dabei sind. Ich kann schlecht einschätzen wie die Kameraden damit umgehen würden. Aber ich werde wohl einfach mal unseren OBM informieren und er kann ja dann mit mir gemeinsam das weitere Vorgehen planen.
Unsere Kameradschaft war bisher immer ganz gut, wir haben auch Frauen in der Wehr, das könnte hilfreich sein, aber es gab halt auch schon derbe Witze über alle möglichen Minderheiten. CD oder TS gehörten da nicht dazu, was aber wohl nur an mangelndem Vorstellungsvermögen der Kameraden liegt. Ist nur eine kleine Ortswehr mit ca. 20 aktiven, die auch regelmäßig dabei sind. Ich kann schlecht einschätzen wie die Kameraden damit umgehen würden. Aber ich werde wohl einfach mal unseren OBM informieren und er kann ja dann mit mir gemeinsam das weitere Vorgehen planen.
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conny
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
ich denke, dass du so den richtigen weg einschlägst und wünsche dir ein gutes gespräch.dahlia hat geschrieben: Aber ich werde wohl einfach mal unseren OBM informieren und er kann ja dann mit mir gemeinsam das weitere Vorgehen planen.
lg
conny
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Lina
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
dahlia hat geschrieben:Da ich Zuhause oft als Dahlia zurechtgemacht bin, kann es ja sein, dass ich zum Einsatz muss, wenn die Sirene losgeht. Zum Umziehen und sogar Abschminken bleibt da wohl keine Zeit. Wenn alle Bescheid wüssten, könnte ich halt losrennen wie ich gerade bin. Im Einsatz habe ich dann ja eh die persönliche Schutzkleidung an, wo es keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt und würde natürlich da auch meinen Mann stehen.Lina hat geschrieben: ...
Ich glaube wirklich, du solltest dich eher fragen, was dich glauben lässt, du müsstest oder solltest dich vor allen outen? Wer hat dir das einprogrammiert?
Ich denke das ist der Hauptgrund, der mir im Kopf rumschwirrt um mich dort zu outen.
Ich finde es interssant, das du genau das als deine - vielleich schlimmste denkbare Situation vorstellst.
Weil: So eine Situation könnte auch voll und ganz zu seinem Vorteil sein. Es kommt völlig darau an, wie du dich verhälst. Nun, lass mal die Sirene heulen, wenn du gerade da stehst, voll aufgstylt. Schnell abgeschminkt bleiben da auf jeden Fall Eyeliner und Nagellack übrig. Du rennst los, rettest zusammen mit deinen Jungs eine Lagerhalle zu 10 Millionen Euro vorm Niederbrennen. Es wird kaum jemand auf eyeliner und Nagellack reagieren - bis hinterher. Ihr steht also da, habt einen guten Job gemacht und einer fragt dann erstaunt: "Ist das NAGELLACK?!"
Und du sagst z.B.: "Ja. Warum glotz du denn so. Findest du, die Farbe steht mir nicht. Ist doch rot, die Feuerwehrfarbe ..."
Das ist da, wo ich ihn dann dumm da stehen lassen würde, wenn er keine weiteren Fragen hat. So grausam bin ich gelegentlich.
Das Gespräch könnte aber auch weiter gehen, z.B,
"Ja, was weißt du denn, was für kinky Spielchen ich mit meinen Freundinnen mache."
"Wenn du das schon schlimm findest, dann sei froh, dass ich nicht in Abendkleid gekommen bin."
"Du, wir haben gerade eine 10 Mio. teuren Lagerhalle gerettet und du machst dir Gedanken über Nagellack?" (Da dürfte es jedem klar sein, wo die Priorität liegen sollte)
usw.
Kurz: Du kannst alles aus so einer Situation machen, was du willst.
Aber: Wenn du einfach so, plötzlich alle informierst - vor allem wenn es auch noch einen Unterton hat wie "ich habe was ganz Schlimmes zu beichten", dann hat jedes kleine A********, das darin ein Problem sieht, jede Gelegenheit laut zu schreien. Und solche Idioten können auch meistens mehr auf sich aufmerksam machen als die, die vernünftig denken können.
Wenn du aber nach und nach ein "Netzwerk" von Leuten aufbaust, die mehr oder weniger Bescheid wissen und damit umgehen können, dann kannst du eigentlich tun, was du willst.
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Sabine
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Hier mal meine Erfahrungen bei der Feuerwehr
Nach meinem allgemeinem Outing hatte ich das Gefühl, das manche Feuerwehrkameraden ein Problem damit haben. Ich hatte dadurch auch immer weniger Lust hinzugehen. Wenn ich mich doch mal aufgerafft habe, zum Montagstreffen zu gehen, blieb ich nicht sehr lange.
Daraufhin hab ich meine Konsequenzen gezogen und bin Ausgetreten. Der Kommandant fand es sehr schade. Er meinte: "Die Feuerwehr ist ein Querschnitt der Gesellschaft und alle haben hier ihren Platz". Er wollte auch mit den betreffenden Personen sprechen, was ich aber nicht für sinnvoll gehalten habe, da Sie dann vielleicht ihr verhalten, aber nicht Ihre Einstellung geändert hätten. Mir wurde auch angeboten, das ich jeder Zeit wieder zurück kommen kann.
Circa 2 Wochen später hat mich der 2. Vorstand um ein Gespräch geben. Sie sagte mir, das sie es sehr schade findet, das ich ausgetreten bin. Des weiteren wüste sie keinen, der etwas dagegen hat. Es gibt zwar diverse Kommentare über mein Erscheinungsbild, aber alle, mit denen sie geredet hat, würden sich freuen, wenn ich wieder kommen würde.
Ich hab das ganze dann erst mal auf sich beruhen lassen. Das nächste viertel Jahr hab ich dann auch diverse private Gespräche mit Feuerwehrkameraden gehabt, unter anderem auch mit Kameraden, bei denen ich ein negatives Gefühl hatte und habe bemerkt, das mich mein Gefühl getäuscht hat.
Mittlerweile hab ich den Dienst in der Feuerwehr auch vermisst und bin ab und zu wieder zum Montagstreffen gegangen, allerdings nur noch als Frau und für das anschließende gemütliche Beisammensein.
Nach weiteren ca. 2 Monaten bin ich zum Kommandanten und hab gefragt, ob sie noch eine Feuerwehrfrau brauchen. Seit dem bin ich wieder Mitglied und es gibt keine Probleme. Es gibt zwar noch Kameraden, die es nicht verstehen (was sie ja auch nicht müssen), aber sie akzeptieren es. Na gut, die Polizei hat bei einem Einarzt schon etwas komisch geschaut, da stehe ich aber drüber.
Nach meinem allgemeinem Outing hatte ich das Gefühl, das manche Feuerwehrkameraden ein Problem damit haben. Ich hatte dadurch auch immer weniger Lust hinzugehen. Wenn ich mich doch mal aufgerafft habe, zum Montagstreffen zu gehen, blieb ich nicht sehr lange.
Daraufhin hab ich meine Konsequenzen gezogen und bin Ausgetreten. Der Kommandant fand es sehr schade. Er meinte: "Die Feuerwehr ist ein Querschnitt der Gesellschaft und alle haben hier ihren Platz". Er wollte auch mit den betreffenden Personen sprechen, was ich aber nicht für sinnvoll gehalten habe, da Sie dann vielleicht ihr verhalten, aber nicht Ihre Einstellung geändert hätten. Mir wurde auch angeboten, das ich jeder Zeit wieder zurück kommen kann.
Circa 2 Wochen später hat mich der 2. Vorstand um ein Gespräch geben. Sie sagte mir, das sie es sehr schade findet, das ich ausgetreten bin. Des weiteren wüste sie keinen, der etwas dagegen hat. Es gibt zwar diverse Kommentare über mein Erscheinungsbild, aber alle, mit denen sie geredet hat, würden sich freuen, wenn ich wieder kommen würde.
Ich hab das ganze dann erst mal auf sich beruhen lassen. Das nächste viertel Jahr hab ich dann auch diverse private Gespräche mit Feuerwehrkameraden gehabt, unter anderem auch mit Kameraden, bei denen ich ein negatives Gefühl hatte und habe bemerkt, das mich mein Gefühl getäuscht hat.
Mittlerweile hab ich den Dienst in der Feuerwehr auch vermisst und bin ab und zu wieder zum Montagstreffen gegangen, allerdings nur noch als Frau und für das anschließende gemütliche Beisammensein.
Nach weiteren ca. 2 Monaten bin ich zum Kommandanten und hab gefragt, ob sie noch eine Feuerwehrfrau brauchen. Seit dem bin ich wieder Mitglied und es gibt keine Probleme. Es gibt zwar noch Kameraden, die es nicht verstehen (was sie ja auch nicht müssen), aber sie akzeptieren es. Na gut, die Polizei hat bei einem Einarzt schon etwas komisch geschaut, da stehe ich aber drüber.
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Nicole Fritz
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Hallo,
ich habe gerade die Beiträge hier überflogen. Für mich gibt es da ein ähnliches Problem. Nur ist es bei mir nicht die Feuerwehr, sondern mein Modellfliegerverein. Bei unserer freiwilligen Dorf-Feuerwehr war ich früher oft dabei, wenn die - was sonst niemand durfte - im Wald ein großes Lagerfeuer anzündeten und dann feierten. Es gab immer genug Bier zum Löschen, und die Männer wussten, wie man die Glut wirksam aus pinkelt. Das ist lange her. - Im Geiste sehe ich gerade Nicole bei einer solchen Lösch-Übung!
Nicole lässt jetzt nur gelegentlich einmal ein Modell über einem Acker fliegen. Ohne die Kameraden ist das langweilig. Deshalb interessiert es mich einfach, welche Erfahrungen Ihr mit eher konservativ orientierten Vereinen gemacht habt.
LG Nicole
ich habe gerade die Beiträge hier überflogen. Für mich gibt es da ein ähnliches Problem. Nur ist es bei mir nicht die Feuerwehr, sondern mein Modellfliegerverein. Bei unserer freiwilligen Dorf-Feuerwehr war ich früher oft dabei, wenn die - was sonst niemand durfte - im Wald ein großes Lagerfeuer anzündeten und dann feierten. Es gab immer genug Bier zum Löschen, und die Männer wussten, wie man die Glut wirksam aus pinkelt. Das ist lange her. - Im Geiste sehe ich gerade Nicole bei einer solchen Lösch-Übung!
Nicole lässt jetzt nur gelegentlich einmal ein Modell über einem Acker fliegen. Ohne die Kameraden ist das langweilig. Deshalb interessiert es mich einfach, welche Erfahrungen Ihr mit eher konservativ orientierten Vereinen gemacht habt.
LG Nicole
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Christian
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Liebe Franka, einen praktischen Tipp kann ich Dir leider nicht geben. Ich würde Deinen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aber die Möglichkeit geben das für sich zu verarbeiten und Dich zunächst so zu zeigen wie man Dich sonst auch kennt. Wenn Du dafür bereits bist teile Dich mit und wer Fragen habe könne Dich gerne darauf ansprechen. Deine Feuerwehrkameradinnen und -kameraden haben sich im Gegensatz zu Dir mit der Thematik in der Regel noch nicht tiefer beschäftigten müssen und wurden mit einer solchen Situation noch nicht konfrontiert. Ich erinnere mich, als sich ein Schulkamerad bei mir als homosexuell geoutet hat. Heutzutage ist dies nichts Außergewöhnliches. Aber ich war damals im ersten Moment auch spontan überfordert, was ich darauf antworten sollte. Wie Du an Sabine und Dir aber siehst ist auch die Feuerwehr ein gewisses Spiegelbild unserer Gesellschaft und Menschen wie wir dort wie überall anders vertreten.
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Sabine
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Das Problem mit der Uniform wird bei mir am Sonntag zur Jahreshauptversammlung kommen, da ich bei meinem vorübergehenden Austritt alles abgegeben habe und auch keine Lust habe, nochmal die Männeruniform anzuziehen. Ich werd einfach in Zivil erscheinen und darauf warten, dass ich zum shoppen geschickt werde.
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Sabine
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Mir geht es dabei ja um die weibliche Uniform. Strümpe und Schuhe hab ih genug, das sollen sie nicht auch noch zahlen, da die Männer es ja auch nicht bezahlt bekommen.
Wenn die Haare unterm Helm vorschauen ist das kein Problem und Atemschutz mach ich nicht.
Wenn die Haare unterm Helm vorschauen ist das kein Problem und Atemschutz mach ich nicht.
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Lina
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Re: Coming Out in der Feuerwehr?
Da jemand einen Beitrag von mir angeclickt, hat bin ich mal über die Posts geflogen, die in den vielen Monaten eingetragen wurden.
Ich muss doch sagen, ich bin ein bisschen geschockt über einiges was die Leute geschrieben haben. Eine behauptet ich sei "Egoman" weil ich befürworte, dass man einfach direkt an die Sache geht und von den anderen Mitgliedern einer solchen ehrenamtlichen Dienst einfach erwartet, dass sie eine T einfach akzeptiert und sonst die Schnauze halten, wenn die persönlich ein Problem damit haben. Also ganz offen gesprochen verlangen einige hier sozusagen, dass Leute sich erst mal abackern - kostenlos - ihren Arsch riskieren, jederzeit abrufbar sind im Dienst der Menschheit, und sich dann auch noch dafür fast entschuldigen sollten, dass sie Trans sind!! Das darf doch nicht wahr sein ...
Das man es mit coming out auf der Arbeit finde ich etwas überzogen. In der Regel wird man für Arbeit so viel bezahlt, dass man davon leben kann und muss. Man hat da was zu verlieren. Man muss schlau und taktisch handeln. Jemand kann immer den längeren hebel haben. Es sollte nicht so sein, aber ist so.
Aber in beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr? Die Mitglieder schenken ihre Zeit, retten Leben und vieles, was dazu gehört. Und jetzt outet sich jemand als trans - OH GOTT, wie furchtbar, vielleicht wollen unsere Kunden gar nicht mehr unsere Dienste? Die Frau Meyer die gerade mit Herzstillstand aus dem brennenden Haus geholt wurde hält mit ihren letzten Kräften einen Zettel in der Hand worauf steht: "Warten Sie bitte mit der Rettung und der Wiederbelebung bis die Berufsfeuerwehr da ist, da ich nicht von einer Transe gerettet werden muss". Ist es das, was wir erwarten? Nein, ganz ehrlich - können wir uns einigen, dass es völlig OK ist T zu sein ... oder müssen wir uns noch darüber schämen? Wenn es OK ist, können wir uns einigen, dass es Situationen und Umgebungen gibt wo man entweder "taktisch vorgehen muss" weil jemand, der Machtvoller ist, was dagegen haben könnte, und es gibt welche wo das nicht der Fall ist und wo die, die vielleicht was dagegen haben könnten, NICHT diese Macht haben?
Und wenn die NICHT die Macht haben, sollen wir uns dann so verhalten, als müssten wir uns dafür entschuldigen, was wir sind? Einige hier meinen offensichtlich JA ... es dürfte wohl klar sein, was ich meine.
Ich muss doch sagen, ich bin ein bisschen geschockt über einiges was die Leute geschrieben haben. Eine behauptet ich sei "Egoman" weil ich befürworte, dass man einfach direkt an die Sache geht und von den anderen Mitgliedern einer solchen ehrenamtlichen Dienst einfach erwartet, dass sie eine T einfach akzeptiert und sonst die Schnauze halten, wenn die persönlich ein Problem damit haben. Also ganz offen gesprochen verlangen einige hier sozusagen, dass Leute sich erst mal abackern - kostenlos - ihren Arsch riskieren, jederzeit abrufbar sind im Dienst der Menschheit, und sich dann auch noch dafür fast entschuldigen sollten, dass sie Trans sind!! Das darf doch nicht wahr sein ...
Das man es mit coming out auf der Arbeit finde ich etwas überzogen. In der Regel wird man für Arbeit so viel bezahlt, dass man davon leben kann und muss. Man hat da was zu verlieren. Man muss schlau und taktisch handeln. Jemand kann immer den längeren hebel haben. Es sollte nicht so sein, aber ist so.
Aber in beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr? Die Mitglieder schenken ihre Zeit, retten Leben und vieles, was dazu gehört. Und jetzt outet sich jemand als trans - OH GOTT, wie furchtbar, vielleicht wollen unsere Kunden gar nicht mehr unsere Dienste? Die Frau Meyer die gerade mit Herzstillstand aus dem brennenden Haus geholt wurde hält mit ihren letzten Kräften einen Zettel in der Hand worauf steht: "Warten Sie bitte mit der Rettung und der Wiederbelebung bis die Berufsfeuerwehr da ist, da ich nicht von einer Transe gerettet werden muss". Ist es das, was wir erwarten? Nein, ganz ehrlich - können wir uns einigen, dass es völlig OK ist T zu sein ... oder müssen wir uns noch darüber schämen? Wenn es OK ist, können wir uns einigen, dass es Situationen und Umgebungen gibt wo man entweder "taktisch vorgehen muss" weil jemand, der Machtvoller ist, was dagegen haben könnte, und es gibt welche wo das nicht der Fall ist und wo die, die vielleicht was dagegen haben könnten, NICHT diese Macht haben?
Und wenn die NICHT die Macht haben, sollen wir uns dann so verhalten, als müssten wir uns dafür entschuldigen, was wir sind? Einige hier meinen offensichtlich JA ... es dürfte wohl klar sein, was ich meine.