TS - Outing Strategie?
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nicole.f
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TS „ Outing Strategie?

Post 1 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Ihr Lieben!
Jetzt habe ich auch mal ein Problem und könnte da gut einen Rat gebrauchen...

Ich hole mal kurz ein wenig aus...
Das letzte halbe Jahr war ganz schön aufregend und hat durch ein paar Ereignisse zu Tage gefördert, was ich eigentlich schon seit 30 Jahren weiß, nur nicht gewagt habe, es zuzulassen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass ich endlich mal ein paar Dinge angegangen bin, bspw. zu einem Psychologen zu gehen. Die intensive Beschäftigung mit mir, dem Thema und den Versuchen es dem Psychologen zu erklären hat zunächst zur eigenen Gewissheit geführt, dass ich transsexuell bin - schon alleine es in dieser Offenheit auszusprechen, war lange eine Überwindung. Anfang letzter Woche bekam ich dies dann von dem Psychologen (Prof. für klinische Psychologie und hier in der Gegend einer von zweien, die für die Begleitung von TS bekannt und renommiert sind) bestätigt - er sähe das auch so, ich sei damit sehr gefestigt, meine Schilderungen machten Sinn und seien alles andere als untypisch etc. Er würde mich also von nun an mit allem unterstützen, was ich auf dem Weg bräuchte - Gutachten etc. Bis er F64.0G unterschreiben könne, wolle er das noch zur Sicherung ein paar Monate beobachten, hätte da aber keine Zweifel.
Das das so schnell ging, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte eher damit gerechnet, noch etwas mehr Zeit zu haben. Ja sicherlich, ich habe soviel ich möchte, aber ich möchte andererseits auch diese ganze Transitionsphase nicht unnötig lange hin ziehen.

Langer Rede kurzer Sinn, jetzt wo mir ein "Fachmann" (und andere) auch nochmal bestätigte, was ich selbst ja im Prinzip wusste, wird es Zeit, Dritte einzuweihen, um beginnen zu können, dies auch offen zu leben. Spätestens zur Alltagserprobung müssen es ja dann alle in meinem Umfeld wissen. Sprich, das große Outing beginnt.

Ich hatte gestern ein längeres Gespräch in der SHG darüber, was mich wieder stark bzgl. meines Outing-Plans verunsichert hat.
Eigentlich hatte ich die Hacker-Methode vor - ich bin nunmal ein Hacker und Geek (also eher eine der "Häcksen" :) Die meisten meiner Freunde und Bekannte, denen ich so im Alltag begegne, sind Mitglieder im lokalen Hackspace. Man trifft sich da und es gibt auch regelmäßig Vortragveranstaltungen. Mein Plan war eigentlich, dort einen Vortrag zu machen und gezielt alle mir wichtigen Personen dorthin einzuladen. Thema des Talks "Hacking Gender". Die Idee dazu kam mir eigentlich auf einer längeren Autofahrt mit einem Kollegen, der es schon weiß. Völlig verständlicherweise sagte er, dass er sich das überhaupt nicht vorstellen könne. Ganz klar - wie sollte er auch und er kann froh sein, dass er das auch nicht muss. Aber ich wollte es ihm etwas verständlicher machen, also habe ich ihn gefragt, warum er denn sicher sei, ein Mann zu sein - und konnte in der folgenden Stunde praktisch alles was er sagte zumindest so zweifelhaft werden lassen, dass er zwar immernoch von seiner Geschlechtsidentität überzeugt war (puh!), nun aber ein wenig eine Idee davon hatte, warum es nicht so eindeutig sein kann, wie man es gerne annimmt.

Dies soll den Rahmen bilden und damit möchte ich dann auf mich überleiten, meine Situation und welche Veränderungen sich da demnächst ergeben können und werden. Damit wüssten dann (fast) alle mir wichtigen Personen mit einem Schlag bescheid. Und da wir dort, also im Hackspace, auch schon diverse Diskussionen um Gender-Neutralität etc. hatten, ist das Thema auch nicht völlig daneben. Zudem ist Transsexualität ein riesiger Hack :) !
Der nächste freie Talk Slot ist Ende Mai, also noch etwas Zeit.

Jetzt kamen wir in der SHG darauf zu sprechen und es kamen zwei kritische Gedanken auf.
Erstens könnten sich gerade etwas engere Bekannte/Freunde vielleicht etwas zurückgesetzt fühlen, weil ich es ihnen nicht persönlich vorher gesagt habe und ich sie also damit mit dieser großen Gruppe auf eine (niedrigere) Stufe stelle.
Also ich kann den Einwand nachvollziehen, teile diese Bedenken allerdings nicht.
Was würdet Ihr sagen? Sollte ich lieber ein paar vorher persönlich ins Vertrauen ziehen? Ich sollte vielleicht auch dazu sagen, dass ich eigentlich keine wirklich engen Freunde hier habe. Sehr gute Bekannte und langjährige Partner im Geschäft eher.
Der andere Einwand war, dass der ganze Talk vielleicht zuviel sein könnte. Das ich mir die ganze Erklärung sparen sollte und lieber einfach nur sagen wie es ist und dann persönliche Gespräche anbieten. Das Gesprächsangebot war ohnehin klar. Aber irgendwie möchte ich schon ein bisschen Erklärung liefern, damit man ansatzweise verstehen kann, dass Geschlechtsidentität lange nicht so selbstverständlich ist, wie man allgemein meint.
Keine gute Idee? Was meint Ihr?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir hierzu einen oder zwei Tipps geben könntet.
Vielleicht könnte ja auch jemand mal von ihrem Vorgehen berichten und was man im Nachhinein betrachtet vielleicht hätte besser machen können?

Liebe Grüße & vielen Dank!
nicole
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Lina
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Hi,
ich kann im Moment nicht viel dazu sagen, aber ich finde die Vorgehensweise, dass du deinen Freund zu seiner GI befragt hast sehr gut. Das hat ja alles viel mit Glaubenssätzen zu tun, die von vielen Menschen für selbstverständlich betrachtet werden und nie in Frage gestellt werden. Damit zwingst du ihn dazu (ausnahmsweise), darübernachzudenken.

Das hier finde ich jedoch auch gut als Aufhänger
@Völlig verständlicherweise sagte er, dass er sich das überhaupt nicht vorstellen könne.

Im Grund geht es dir wohl genau so, oder? Du kannst dich genasowenig vorstellen, wie es ist sich eindeutig männlich zu fühlen. Das kann auch eine simple einfache Erklärung sein.
Julia65

Re: TS „ Outing Strategie?

Post 3 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Also jetzt bin ich aber platt.
Deinem Avatarbild nach zu urteilen und dem was ich bisher von dir las, war ich der festen Überzeugung, dass du schon seit Ewigkeiten wie selbstverständlich in deinem echten Geschlecht lebst. Es ist für mich neu, dass du bisher noch ungeoutet warst. Hätte ich nicht gedacht. Nun aber los.. ^^

Die Idee mit dem Vortrag finde ich gut, solange du sie gut findest. Vielleicht würde ich versuchen, den Eindruck zu vermitteln, dass du den Vortrag hältst, weil die Thematik interessant ist und ja dann auch (beiläufig) sowieso auch auf dich und deine jetzige Situation passt. Eben dass nicht so sehr das Outing im Vordergrund steht, sonder der Vortrag den du passenderweise gleich mit deinem Outing verbinden willst.

Ich selber habe mit dem Thema "Freunde verlieren durch Outing" eigentlich keine Berührung gehabt. Ich hatte zu der Zeit keine Freunde und habe jetzt immernoch keine, ist leider wahr. Hat eben auch Vorteile. [/Galgenhumor aus]

LG
Julia
Lina
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 4 im Thema

Beitrag von Lina »

@Deinem Avatarbild nach zu urteilen und dem was ich bisher von dir las, war ich der festen Überzeugung, dass du schon seit Ewigkeiten wie selbstverständlich in deinem echten Geschlecht lebst.

Ich übrigens auch.
Saskia.shewulf
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 5 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hi Nicole,

Nun ich teile die bedenken die Du in der Shg gehört hast.Ich habe mich immer nach meinem Bauchgefühl gerichtet.
Das erfolgte in den meisten Fällen in Einzelgesprächen.Diese liefen eigentlich neutral mit Interresse beim Gegegnüber
bis Interesse mit Wohlwollen ab.
In nur einem einzigen Gespräch hatte ich eine negative Reaktion das hat sich aber im Laufe der Zeit auch zum positiven
gewendet manche Leute brauchen eben mehr Zeit um die Information zu verarbeiten.(Manchen gelingt das allerdings auch nie)

Irgendwann wurde es in meiner Umgebung dann zum Selbstläufer in der Dörflichen Struktur hier ist das unvermeidbar und da ich
und Daniela in drei Vereinen aktiv sind wurde das Outing noch unfreiwillig beschleunigt.

Mir fielen diese Outings von Mal zu Mal leicher irgendwann erreichte ich eine gewisse Routine.^^
Ich habe auch überlegt ein grosses Outing in der Feuerwehr zu machen mich aber nicht getraut und ich bereue das auch nicht
weil es mir in den Einzelgesprächen wesentlich leichter gefallen ist, und ich auch auf die Fragen die dann so gestellt werden besser
eingehen konnte .Das hätte in einem Gruppengespräch sicher nicht funktioniert.

Das waren so meine Erfahrungen mit dem Thema Outing aber entscheiden muss jede für sich wie sie es handhabt,allerdings
finde ich die Idee ganz spannend und wenn du das deiner Hacker Gemeinde zutraust und Dir selber auch warum nicht.

Halt uns auf dem laufenden mit deiner Version ob du es machst oder es anders handhabst ist sicherlich auch für viele hier
recht spannend!

Ich drück Dir fest die Daumen das es gute Gespräche gibt oder eben ein guten Rundumschlag. :D

LG Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
exuserIn-2014-09-26

Re: TS „ Outing Strategie?

Post 6 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-09-26 »

Liebe Nicole,

mich hat es gerade beim Lesen auch aus den Pumps gehoben, meine Vorstellung von dir war auch, das du quasi überall geoutet bist. :)

Die Idee, mit dem Vortrag finde ich gut und die Bedenken aus der SHG teile ich auch (so aus der Ferne). Wenn es sich wirklich um dir wichtige, enge Freunde handelt, würde ich diese auch vorher 'konfrontieren' ähhhm ins Boot holen. Das hätte auch den Vorteil, das diese dir bestimmt auch bei deinem Vortrag ähh Outing zur Seite stehen. Und über die zu erwartenden Reaktionen meine ich musst du dir keine großen Sorgen machen, da ich denke, das die meisten dich als Menschen schätzen und nicht nur als Mann (ich hoffe das!).

LG
Franziska
ab08
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Nicole,

mein Grundsatz damals 2008 war ähnlich wie bei naturwissenschaftlichen Experimenten: Gründliche Planung!!

Die Problematik war mir seit der Kindheit bewußt. Aus Rücksicht auf meine Umwelt schob ich es immer wieder auf. Die Krankheit zwang mich zum Handeln.
Trotzdem ging ich nun behutsam und überlegt vor. Wenn es schon sein musste, wollte ich es keinesfalls vermasseln und mich, mehr als unbedingt nötig, in Schwierigkeiten bringen.

Je näher mir jemand stand, desto früher wurde er/sie informiert.
Je näher mir jemand stand, desto mehr Zeit plante ich dafür ein.

Genauer will ich hier nicht werden, daher schickte ich Dir eine PN mit Querverweis.

Ganz liebe Grüße und alles Gute (flo)
ab
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 8 im Thema

Beitrag von Katrin70 »

Hallo Nicole,
auch mir ist Dein Bild schon häufiger aufgefallen. Dabei habe ich immer mit ein wenig Neid auf Dein tolles Äusseres geschaut. Gar kein Zweifel von meiner Seite, dass Du Deinen Rollewechsel gut meistern wirst.
Ich bin da noch etwas weiter weg...aber auf dem Weg.

Aus den Antworten lese ich den ein oder anderen Vorschlag heraus, den auch ich versuche zu beherzen:
Nahe stehende Personen zuerst und mit viel Zeit einweihen. Vor allem Frau/Partnerin.
Eine alte Freundin versuche ich ebenfalls auf das Thema zu lüpfen.
Dann erst das berufliche Umfeld und auch da Schritt für Schritt - obwohl es da durchaus auch zu einem Selbstläufer kommen kann, wenn man eine gewisse Zahl von Eingeweihten gibt.

Schwierig finde ich die eigenen Kinder, wenn sie noch klein sind - da rät meine Psychologin zunächst davon ab. Aber die Frage ist natürlich wie lange ich das Mann-sein dann noch vorspielen kann.
Es gibt ja einige Beiträge zum Outing bei Kindern mit allen möglichen Erfahrungen.

Aber nochmal: ich finde Dein Bild auch wirklich eindeutig und daher vermittelst Du vielleicht auch schon im männlichen Alltag viel Frau-sein.

Liebe Grüße

Katrin
nicole.f
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 9 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Ihr Lieben!
...tja, das mit diesem Eindruck, dass ich schon "ewig" "out" sei, hatte ich schon fast befürchtet. Das kommt wohl daher, dass das bei mir wirklich kein Spleen oder Kurzschlussreaktion ist - ich beschäftige mich einfach damit schon seit gefühlten Ewigkeiten. So wie es AB auch schon andeutete, ist meine Vorgeschichte nicht zuletzt deshalb so lang, weil ich die ganzen Jahre abgewogen und bedacht habe, was wohl wie und wann deshalb passieren könnte. Um das herauszufinden habe ich dann eben viel gelesen, recherchiert etc. Ende letzten Jahres hat das dann nur schlussendlich begonnen Fahrt aufzunehmen, d.h. ich gehe jetzt tatsächliche konkrete Schritte, denn ich bin mir sicher genug, nun damit umgehen zu können. Ich denke ich weiss jetzt halbwegs, was auf mich zukommen wird, im Guten und auch im Schlechten. Zudem stieg auch langsam der Druck - ich war und bin das Verstecken so leid.

Nun zurück zu meiner Outing Strategie - vielen lieben Dank für's Mitdenken!
Ich würde das mal grob so summieren, dass diese Vortrags-Sache für das Gros der Bekannten und eher loseren Freunde wohl OK sein wird, ich aber die, die ich als wirklich engeren Freundeskreis bezeichnen würde, besser vorab im persönlichen Gespräch informieren sollte.
OK, das geht, da das nicht viele sind. Und Ihr habt vermutlich Recht damit, dass das gerade in Anbetracht einer danach hoffentlich weiter bestehenden Freundschaft sinnvoller ist. Ein gutes gemeinsames Essen sollte das richten - dann kann Hausfrau direkt auch mal zeigen, was sie kann :)

Was meinen ganz nahen Kreis betrifft, also z.B. Partnerin und Eltern, so werde ich das selbstredend mit denen persönlich machen. Meine Frau weiss es ohnehin schon - also meine Tendenzen dahin, seit wir zusammen sind (jetzt gut 10 Jahre) und auch, dass ich nun diesen Schritt gehen will, ja muss. Sie steht dabei auch voll zu mir, worüber ich unendlich froh bin! Meine restliche Verwandtschaft ist sehr überschaubar geworden. Um meinen Familienteil mache ich mir relativ wenig Sorgen - sicherlich wird es da befremdliche Blicke geben, aber schlussendlich wird es vermutlich ein "Na wenn Du meinst, dass das richtig ist, dann mach das." werden. Einzig Eltern/Familie meiner Frau machen uns große Sorgen. Das sind liebe Menschen, aber wie soll ich sagen, eher etwas "einfacher" gestrickt. Das könnte Probleme geben und da habe ich auch ein großes schlechtes Gewissen, meiner Frau dies damit anzutun. Andererseits haben sie mich auch schon oft positiv überrascht... das müssen wir dann sehen und aushalten. Wir sehen sie ohnehin selten, d.h. da könnte ich es wirklich verschmerzen, zu Besuchen dort in einem eher männlichen Modus zu erscheinen - einfach nur um die Konfrontation zu vermeiden. Vielleicht kann man es ihnen ja einschleichend beibringen? Ich fürchte die größten Fragen muss sich dann sowieso meine Frau von ihnen anhören - "Ja Kind, dann bist Du jetzt lesbisch, oder wie?". Naja... das ist also der Bauchschmerzen Teil.

Worüber ich mir selbst auch noch nicht so ganz klar bin, was nach dem Outing passieren soll?
Ich sehe da eigentlich zwei Szenarien, die beide Problempotential haben.

Variante 1: Auch danach bleibt ersteinmal alles weitgehend beim Alten, aber es wissen dann alle. Das bedeutet dann also, ich habe anschliessend die Freiheit mich offener weiter zu entwickeln und auszuprobieren. Das führt also zu einem eher langsamen Übergang.
Das klingt zwar sehr verlockend, da man damit meinen könnte wenig an zu ecken und irgendwann, wenn alles weitgehend passt etc. dann wird jeder ganz von alleine den neuen Namen verwenden und die neue Rolle akzeptieren.
Aber das hat glaube ich den großen Nachteil, dass man damit das Umfeld unendlich verwirrt. Mal so mal so - wie sollen sie einen dann bspw. alleine ansprechen? Ich muss gestehen, dieser Umschwung zu einem anderen Namen macht auch mir selbst gerade für den Alltag große Gedanken. Das liegt aber glaube ich auch noch mit daran, dass ich bisher nur selten damit angesprochen werde und er mir daher selbst noch ungewohnt vor kommt. (Dummerweise heisst die Freundin von einem Arbeitskollegen auch noch genau so - d.h. für ihn dürfte das dann doppelt komisch werden).

Variante 2: Ab Tag 1 nach dem Outing auf den neuen Namen wert legen, die andere Anrede und auch, um dies zu unterstützen, bewusstes feminineres Äußeres. Das hätte den Vorteil eines klaren Schnitts und damit vielleicht auch ein weniger verwirrender Übergang? Das allerdings macht mir etwas Sorgen, da das natürlich auch für mich ein großer Schnitt ist. Alle kennen mich so wie ich jetzt bin seit über 15 Jahren. Mit neuen Leuten habe ich da keinerlei Probleme, also mit solchen, die mich nicht als Mann kannten. Aber mit diesen langjährigen Gefährten?

Ich fürchte, auch wenn Variante 2 die für mich härtere ist, wird es wohl eher darauf hinaus laufen?

Könnte es nicht einfach einen Knall geben und das wäre alles schon vorbei?
Aber vielleicht ergeben sich dabei auch schöne Erfahrungen... so nahe wie dabei, würde ich den meisten sonst wahrscheinlich nie kommen...


Liebe Grüße & vielen lieben Dank!
nicole
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nicole.f
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 10 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Julia65 hat geschrieben:Also jetzt bin ich aber platt.
Deinem Avatarbild nach zu urteilen und dem was ich bisher von dir las, war ich der festen Überzeugung, dass du schon seit Ewigkeiten wie selbstverständlich in deinem echten Geschlecht lebst. Es ist für mich neu, dass du bisher noch ungeoutet warst. Hätte ich nicht gedacht. Nun aber los.. ^^
Sehr schmeichelhaft, vielen Dank!
Aber andererseits zeigt es auch, wie leicht man über das Internet getäuscht werden kann. Das Bild entstand Anfang Oktober 2013 während dieses Dresden Urlaubs mit Andrea66. Das Bild ist auch bewusst nicht ganz so hochauflösend - das kaschiert doch Einiges :)
Und so würde ich recht sicher, egal wann und wie, praktisch nie in die Firma gehen :) Schon wenn ich das männliche Äuqivalent davon anziehen würde, also Anzug mit Kravatte etc., würden mich alle für mindestens ebenso "schräg" halten :) Das passt nicht in unsere kleine Firma. Das ist eher der Jeans-Geek-Hacker Laden.
Julia65 hat geschrieben: Die Idee mit dem Vortrag finde ich gut, solange du sie gut findest. Vielleicht würde ich versuchen, den Eindruck zu vermitteln, dass du den Vortrag hältst, weil die Thematik interessant ist und ja dann auch (beiläufig) sowieso auch auf dich und deine jetzige Situation passt. Eben dass nicht so sehr das Outing im Vordergrund steht, sonder der Vortrag den du passenderweise gleich mit deinem Outing verbinden willst.
Genau!
So in etwa sah der Plan aus - wobei ich natürlich nicht drumherum kommen werde, auch schon einleitend sagen zu müssen, dass da ein persönlicher Kern dahinter steckt, der dann im zweiten Teil kommt - nicht zuletzt auch, weil ich ja ein paar extra Gäste explizit dahin einladen muss.
Julia65 hat geschrieben: Ich selber habe mit dem Thema "Freunde verlieren durch Outing" eigentlich keine Berührung gehabt. Ich hatte zu der Zeit keine Freunde und habe jetzt immernoch keine, ist leider wahr. Hat eben auch Vorteile. [/Galgenhumor aus]

LG
Julia
Hmm... das mit "keinen Freunden" ist aber traurig! Also hier hast Du mal ganz sicher einen ganze Reihe - zwar nicht im direkten physischen Umfeld, aber immerhin!

Fühle Dich gedrückt!

Liebe Grüße
nicole
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Julia65

Re: TS „ Outing Strategie?

Post 11 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Hallo Nicole,
also ich denke auch, dass es auf Variante 2 hinauslaufen wird/sollte. Das ist eindeutig. Du hast die Frage ja auch schon selber beantwortet. Wie sollen sie dich ansprechen, wenn du so irgendwie mal so mal so dazwischenhängst. Mach klare Kante.
Und genau so wie du es beschrieben hast, ist es auch: Leute, die dich bis dato nicht kannten, werden kaum ein Problem damit haben, dich weiblich anzusprechen. Jedoch Leute (Arbeitskollegen), denen du schon seit Ewigkeiten als Mann bekannt bist, werden noch lange immer und immer wieder stolpern. Sie werden in dir noch lange den Mann sehen, auch wenn dein Passing 500% perfekt ist. Man sieht dich ja nicht nur mit dem Auge, sondern auch mit dem Herzen, mit dem Verstand und mit den Erinnerungen. Man sieht ja nicht nur deine äussere Erscheinung, sondern den Menschen, den man schon lange kennt.
Meine Arbeitskollegen haben sich alle schnell viel Mühe gegeben, mich richtig anzusprechen. Auch wenn bis heute immer mal noch ein Stolperer passiert, bin ich wirklich beeindruckt von so viel Tolleranz und Wohlwollen. Und die Stolperer sind selten geworden.

Die Eltern deiner Freundin mit einer langsameren Veränderung zu behandeln könnte durchaus eine gute Idee sein. Wie würde Captain Picard sagen? "Machen Sie es so!"
nicole.b hat geschrieben:Und so würde ich recht sicher, egal wann und wie, praktisch nie in die Firma gehen :) Schon wenn ich das männliche Äuqivalent davon anziehen würde, also Anzug mit Kravatte etc., würden mich alle für mindestens ebenso "schräg" halten :) Das passt nicht in unsere kleine Firma. Das ist eher der Jeans-Geek-Hacker Laden.
Hehe, also hohe Stiefel mit 5 cm Absatz, lila Strumpfhose (blickdicht). Helle Stulpen, Jeansminirock, T-Shirt mit Rundausschintt oder süssem Pulli.

Ich bin kurz nach meinem Outing in der Firma schon zum Amtsgericht und habe dort meinen Antrag auf VÄ/PÄ abgegeben. Dafür habe ich mich mal schon aufgehübscht. Hab davon glaube ich ein Foto in der Galerie. High Heel Stiefelleten und lila Oberteil und weiter Minirock (ja , nicht ganz so Mini). Nachdem ich das persönlich beim Gericht abgegeben hatte ( die Justiz-Beamten haben mich durchsucht als ich da reinging), ging ich von da aus zur Arbeit um mit dem Schichtführer den Arbeitsplan zu besprechen. Den Kollegen sind bald die Augen aus dem Kopf gefallen:
Ich kam rein: " Ich wollte mal die Schichten für nächste Woche klarmachen, Arne, hast kurz Zeit?"
Ich war zwar schon eine Weile geoutet dort, vielleicht 6 oder 8 Wochen, aber die Arbeitskleidung besagt: dunkle lange Hose, feste Schuhe, Firmen T-Shirt oder Pulli (knallrot mit Logo) und Firmencappy. Da sah ich nicht so sehr weiblich aus. Bilder gibts dazu in meinem Video.
Arne schaute für den Bruchteil einer Sekunde etwas verblüfft, er erkannte mich wohl erst gar nicht. Dann: " Ja, klar, ich komme sofort"
Dann nach 1 Minute kam er zu mir und sagte im Vorbeigehen: "Und hör auf mich so heiss zu machen!" und grinste etwas.
Ein paar Tage später bei der Arbeit sprach er mich an: "Ehm, Julia, mein Spruch neulich, der war nicht böse gemeint, ich hoffe, du hast das nicht falsch verstanden."
Isser nicht süss, das hat mich gefreut. Nein, ich hatte es nicht falsch verstanden.


nicole.b hat geschrieben: Hmm... das mit "keinen Freunden" ist aber traurig! Also hier hast Du mal ganz sicher einen ganze Reihe - zwar nicht im direkten physischen Umfeld, aber immerhin!

Fühle Dich gedrückt!
Das ist ja mal lieb. Danke dir.
Ja, ich habe hier einige Freunde gefunden, das ist keine Frage. Ich meinte aber eher Freunde in der realen Umgebung. Ich sehne mich schon lange nach z.B. einer "besten Freundin" mit der ich nahezu täglich Kontakt habe, wenn auch nur eine kurze SMS oder Mail. Mit der ich öfter mal was unernehmen kann, auch mal 2 oder 3 mal in der Woche. Oder vielleicht auch noch weitere 2 oder 3 Freunde, die auch da sind.
Ich habe u. a. durch dieses Forum und durch die Selbsthilfegruppe einige Leute kennengelernt und gehoft, dass sich daraus vielleicht die eine oder andere richtige Freundschaft entwickeln könnte. Ich dachte auch schon, es sei fast soweit. Jedoch blieb es bei dem Status, dass ich für ein "Sehen" , ein "Besuchen" oder einen Abend ausgehen, eine enorme Logistik brauchte und ich einen Termin für sowas schon Wochen im vorraus anfragen musste.
Tja, andere hingegen fragen an und bekommen Zusage. Auch wenn ich direkt daneben sitze. Da weiss ich: Hier finde ich keine echte Freunde. Schade.
Aber vielleicht liegt es an mir. Ich bin nur noch nicht dahinter, was es sein könnte. Vielleicht auch meine doofen Arbeitszeiten abends und am Wochenende.
Vielleicht ändert sich das ja mal. Ich will mir aber trotzdem meinen Humor bewahren. Diesen sehe ich als hohes Gut. Er ist mir wichtig.

LG
Julia
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ExuserIn-2014-06-30

Re: TS „ Outing Strategie?

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2014-06-30 »

Ich habe mein Outing innerhalb von wenigen Tagen durchgezogen (damit mich die Mundpropaganda nicht überholt).
Dabei habe ich persönliche Gespräche bevorzugt, was ich dir auf jeden Fall auch rate.
Ich bin in etwa so vogegangen:

1. gute Freunde, Familie (persönlich, notfalls am Telefon)
2. Nachbarn (alle persönlich)
3. Vereinskameraden (die wichtigsten persönlich/Telefon, den Rest per kurzer Ansprache auf der Jahreshauptversammlung)
4. alle anderen, mit denen ich weniger (guten) Kontakt habe, habe ich dann per E-Mail informiert
5. Namen und Profilbild bei Facebook geändert
6. der Rest der Welt erfuhr und erfährt es dann so nach und nach irgendwie

Auf der Arbeit habe ich es einige Zeit später, aber im Prinzip genauso gemacht.

Und die Ergebnisse waren in allen Fällen umwerfend positiv. (smili)
ChristinaF
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 13 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Puh, da geht"™s mir wie Julia65. Hätte nie und nimmer gedacht, dass du noch nicht geoutet bist.
Bei mir lief beim outen in der Arbeit alles ohne Probleme ab. Hätte ich damals schon gewusst, wie einfach es sein wird, wäre ich Jahre vorher schon den Schritt gegangen. Vielleicht liegts aber auch daran, dass ich in einer öffentlichen Behörde als Beamtin arbeite und hier das Eine oder Andere einfacher gehen kann.
Mein, besser unser Gespräch, verlief in so lockerer Form, dass ich überrascht war. Dauer rund drei Stunden. Dabei waren meine Vertrauensperson vom Personalrat, der Personalratsvorsitzende und meine direkte Vorgesetzte als geschäftsleitende Beamtin.
Eröffnet wurde die Sitzung mit einleitenden Worten von meiner Vertrauensperson, die dann das Wort an mich übergab.
Anfangs noch mit recht zitternder Stimme und wackelnder Beine (trotz Sitzens) führte ich die Anwesenden hin zu meiner Geschichte und meinem jetzigen Dasein. Fast eine Stunde redete ich über mich, meine Arbeit, die Unterstützung meiner Frau und vieles mehr. Unterbrochen wurde ich kein einziges Mal. Allerdings schrieben Einige einiges mit.
Nach meinem Vortrag kamen natürlich einige Fragen auf. Nach Beantwortung dieser (dauerte alleine schon fast 1,5 Stunden) einigten wir uns auf folgendes Verfahren.

Keinerlei Diskriminierung in der Behörde
Keine Auswirkungen auf Beurteilung und anfallende Beförderungen
Beibehaltung des bisherigen Arbeitsplatzes, so gewünscht.
Nach Information der Beschäftigten (Rundmail) Ansprache als Frau mit
Änderung des Namenschildes an der Tür und entsprechender E-mail Adresse.

Seit dieser Zeit arbeite ich ausschließlich als Frau. Anmache, blöde Sprüche sind mir noch nicht aufgefallen. Mit meinen Kolleginnen im Büro komme ich besser aus, als früher. Und die Arbeit machte seit diesem Tag noch mehr Freude.

Schlimmer erging es mir beim Outing bei meinen "Freunden". Schon beim vorsichtigen Rantasten an die Thematik Transsexualität gab es Sprüche wie "Zu denen wirst du doch nicht gehören", "um Gottes Willen bist du echt eine solche", "das hätte ich nie und nimmer von dir gedacht, was willst du eigentlich", "also wenn das so ist, möchte ich nichts mehr davon hören und damit zu tun haben", usw usf.
Schlussendlich verlor ich meine damals "guten Freunde". Im Nachhinein weinte ich denen aber keine Träne nach. Neue Bekanntschaften fanden sich seitdem, bei zwei wurden ganz feste Freundschaften daraus.

Mit meinen Familienangehörigen und denen meiner Frau gabs auch keine nennenswerte Probleme. Überrascht waren sie jedoch alle. Das hat sich aber seit dieser Zeit völlig normalisiert. Heute werde ich von allen so behandelt, als ob ich schon immer Frau gewesen wäre. Ebenso bei den Nachbarn alles bestens.
Hinzufügen möchte ich noch, dass das komplette Outing als Transsexuelle vor sich ging. Nicht als TV oder Crossdresser.
Ich hoffe sehr, dass es bei dir ähnlich gut abläuft und du dein neues Leben dann auch genießen kannst. Denn unbeschreiblich schön wird"™s auf alle Fälle.
Liebe Grüße
Chrissie
Inga
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Re: TS „ Outing Strategie?

Post 14 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Nicole,

ich finde deine Idee, den Vortrag als großen Auftakt für dein Outing zu wählen, ganz gut. Irgendwie habe ich das Gefühl, das passt zu dir und es sit eine stimmige Form für dich.

Vorher würde ich aber ein paar nahe Bekannte/Verwandte einweihen. Zum einem natürlich um sie nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Zum Zweiten weil sie die emotionale Stütze sein können. Zum dritten kannst damit Menschen haben, die dir zu Konzept, Aufbau, Inhalt für den Vortrag schon in der Vorbereitungsphase FeedBack geben können. Denn es ist ja immer wieder eine Frage, was an fachlichen Inhalten, worauf der schwerpunkt und ab weann und wie die persönliche Erfahrung, das persönliche Schicksal eingebaut wird. Ob man Bilder oder PwerPoin verwendet oder wie anders das Intersse der Anwesenden ZuhöerInnen auch nach eineigen Minuten noch hat.

Ich drücke dir die Daumen für eine gute Vorbereitung!

Liebe Grüße
Inga
Julia65

Re: TS „ Outing Strategie?

Post 15 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Hallo Chrissie,
bei der Beschreibung deines Outings auf der Arbeit musster ich schmunzeln wie ein Honigkuchenpferd. Irgendwie habe ich mir die Situation vorgestellt wie ein Sketch mit Loriot. Kennst du die Szene aus dem Film Ödipussy, wo er mit den Vereinsmittgliedern im Lokal über den Vereinsnamen diskutiert und sie versuchen die Begriffe "Frau" , "Umwelt" und "Karnevall" in einem Vereinsnamen unterzubringen?

Bitte nicht falsch verstehen, es ist humorvoll gemeint, aber: Kann es sein, dass ihr Beamten da so ein klitzekleines bisschen was an der Klatsche habt? Da wirst du nicht unterbrochen und einige schreiben mit. Hallo? Das schnurrt einem doch die Kehle zu. War das eher wie bei einer mündlichen Abschlussprüfung oder eher wie bei einem Verhör in Nürnberg von Naziverbrechern?
Das muss ja fürchterlich gewesen sein. Wenn ich da sitzen würde und mein Outing lang und breit vor dieser "Vorgesetzten-Truppe" erzählen müsste und die alle ohne mit der Wimper zu zucken und ohne mich mal zu unterbrechen zuhörn und sogar Notizen machen würden, dann bekäme ich zwangsläufig das Gefühl mich grade für alle Zeiten um Kopf und Kragen zu reden.
Dornröschen hat geschrieben:Keinerlei Diskriminierung in der Behörde
Ach was?! :wink:
Dornröschen hat geschrieben:Keine Auswirkungen auf Beurteilung und anfallende Beförderungen
Ist nicht wahr! Im ernst? :P
Dornröschen hat geschrieben:Beibehaltung des bisherigen Arbeitsplatzes, so gewünscht.
Nunja, das könnte ja ggf. wirklich gewünscht oder sinnvoll sein.
Dornröschen hat geschrieben:Nach Information der Beschäftigten (Rundmail) Ansprache als Frau mit
Änderung des Namenschildes an der Tür und entsprechender E-mail Adresse.
Unfassbar. Und wenn die 3 Notizmacher was anderes entschieden hätten, hätte dich niemand als Frau ansprechen dürfen? Sowas muss man doch nicht beschliessen. Gabs denn auch eine Abstimmung mit Handheben oder sowas?

Ich muss aber nochmal hinzufügen. Ich will mich nicht lustig machen. Naja, ein kleines bisschen schon, will nur damit versuchen zu zeigen, dass ich das etwas stocksteif finde und so richtig Amts-Schimmel-mässig.
Aber das Wichtigste ist ja das Ergebnis was ja erstaunlich positiv ist. Toll, ich habe ähnliches erlebt im Job. Allerdings dauerte mein Outing ca. 1 Minute:
Während der Arbeit, als der Chef mal grad neben mir stand: "Ich muss da was sagen, ich bin Transident" - "Äh, das heisst" - "Transsexuell" - "Oh, hm, was beduetet das denn für uns hier?" - Ich: "Im Prinzip nix, nur mit der Zeit werde ich mich entsprechend verändern und letztendlich Namen und Personenstand auch ändern. Muss ich mit Konsequenzen rechnen?" - Einen Moment Pause, dann: "Nein, das wäre ja verachtend". - Outing beendet. ^^

Deine Erlebnisse mit deinen "Freunden" zeigt allerdings eher, dass die meisten wohl nie Freunde waren. Probleme damit kann der eine oder andere haben, aber sich auf dem Absatz drehen und verschwinden, würde kein wirklicher Freund. Somit hast du eigentlich nix verloren.

LG
Julia
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