Freundeskreis und Fremde - eigenes Verhalten/Selbsfokus
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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conny
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Re: Freundeskreis und Fremde „ eigenes Verhalten/Selbsfokus

Post 1 im Thema

Beitrag von conny »

wenn das "frausein" immer in den mittelpunkt gestellt wird heisst das m.e. nichts anderes, als dass man in dieser rolle noch nicht wirklich angekommen ist und nicht in ihr ruht.
was will man? gefällt man sich in der außenseiterrrolle oder will man als cd voll und ganz akzeptiert werden, wobei man dann logischerweise kein thema mehr ist.
Marielle
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Re: Freundeskreis und Fremde „ eigenes Verhalten/Selbsfokus

Post 2 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend zusammen, Hallo Sophie und Conny,

siehst du das nicht ein bischen "streng" Conny?

"in der Rolle ruhen" .... Ich glaube, dass kann niemand, oder zumindest kaum jemand, wirklich, der/die sich seiner/ihrer Selbst nicht seit Geburt an sicher ist.

Sophie hatte nicht beschrieben, dass sie oder ihr Tun ein Thema sei, das durch andere (zu oft) besprochen würde, sondern das sie selbst es (zu viel, zu oft) thematisiert. Das macht doch einen Unterschied. Ich finde es sehr angenehm, dass mal jemand die Sache von dieser, der eigenen Seite betrachtet, anstatt sich einzureden, die anderen würden nicht darüber sprechen, weil sie den trans-Menschen voll akzeptieren oder gar nicht erst als solchen erkennen.

Meiner Meinung nach gibt es mindestens drei Aspekte, die bedacht werden wollen: Erstens haben viele von 'uns' sich sehr viel mit sich selbst beschäftigen müssen, um zu einer neuen, eigenen, standsicheren Position zu kommen. Wer redet nicht gern über ein Thema, das ihn/sie soooo lange und intensiv beschäftigt hat? In so weit halte ich es für "normal" Sophie. Zweitens sollte man aber bedenken, dass man, zumindest für andere, nicht immer der Nabel der Welt ist und das die Freunde in einer Gesprächsrunde auch eigene Themen haben. Drittens (habe ich auch erst lernen müssen) gibt es oft erhebliche Unsicherheiten im Umgang bzw. im Gespräch mit uns. Die Leute wissen viel zu wenig über uns, um sich angeregt mit uns über das Leben als trans-Mensch zu unterhalten. Wie sollten sie auch genug wissen? Wenn jemand aus der Nachbarschaft mit mir über die Probleme der heutigen Landwirtschaft reden will, nicke ich irgendwann doch auch nur noch gelangweilt mit dem Kopf, ohne ihm wirklich zuzuhören. Ich verstehe einfach nichts von den Problemen, die mir da geschildert werden.

Die beiden letzten Aspekte sollte man nicht vergessen. Daher, Sophie, finde ich es klasse, dass du dir dazu Gedanken machst. Wir sollten von 'uns' erzählen, ganz bestimmt. Aber wir sollten es auch nicht übertreiben. Manchmal ist es vermutlich besser einfach 'da zu sein', als andere ewig mit unseren Gedanken volllzutexten.

liebe Grüsse zur guten Nacht

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
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But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Andrea aus Sachsen
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Re: Freundeskreis und Fremde „ eigenes Verhalten/Selbsfokus

Post 3 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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sophiewouldbenice hat geschrieben:Wenn ich mit Fremden mich unterhalte (bin ja oft en femme unterwegs), ist das Crossdressen Gesprächsthema und es fällt mir immer schwer, das Thema zu wechseln und nicht nur über mich zu reden.
Hallo Sophie,
das verstehe ich nicht. Gehst du auf die Leute zu und sagst, dass du Crossdresser bist oder hängst du dir ein Schild um? Wenn du nichts dergleichen tust, nehmen die Leute von dir doch kaum Notiz. Mir geht es auch so, dass die meisten offenbar gar nicht merken, dass ich nicht "echt" bin. Ich lasse die Leute gern in diesem Glauben und würde das Thema CD bei Fremden nie von mir aus ansprechen.
Bei Bekannten, die meine weibliche Seite kennen, spreche ich das Thema dagegen öfter an. Mir ist durchaus klar, dass ich dadurch mitunter nerve. Nur ist bei mir die Situation so, dass der Kreis der Eingeweihten noch sehr klein ist. Dadurch müssen diese wenigen mein Mitteilungsbedürfnis "aushalten". Ich denke aber, mit weiteren Outings wird sich die Situation entspannen, weil sich die "Last" dann auf mehr "Schultern" verteilt.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
rena

Re: Freundeskreis und Fremde „ eigenes Verhalten/Selbsfokus

Post 4 im Thema

Beitrag von rena »

hallo sophie
sprich das thema nicht zu oft in deinem freundeskreis an,grade wenn du selbst denkst dass du den anderen womöglich auf die nerven gehst,lass sie von alleine zu dir kommen und ihre fragen stellen denn sie wissen nun mal nicht wie sie mit uns umgehen sollen zumal jede von uns auch unterschiedlich reagiert,

habe ein kürzliche ehrfahrung dazu gemacht,auf der weihnachtsfeier hatte ich mich zum ersten mal komplett(vor arbeitskollegen) in schale geworfen und geschminkt und obwohl ich mir nur note 4- für meine optik an dem abend geben kann haben mich einige angesprochen und gesagt dass sie es toll finden wie ich dazu stehe aber dann sich auch durch vorsichtiges fragen näher an das thema gewagt, mit einem aus einer anderen abteilung hatte ich mich länger unterhalten da er zwar immer wissen wollte was mit mir ist aber sich nie getraut hatte zu fragen aus angst in ein fettnäpfchen zu treten kam es vorher nie dazu,darum bitte ich ALLE wenn euch jemand zu dem thema vernünftige fragen stellt reagiert höflich damit sie sich trauen uns wirklich kennenzulernen, denn das leben macht doch zusammen viel mehr spaß

lg rena
Lina
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Re: Freundeskreis und Fremde „ eigenes Verhalten/Selbsfokus

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich kann mich erinnern, dass ich früher oft das Thema in Gesprächen selber angesprochen habe. Ich musste einfach rausfinden, wie Leute - vor allem Freunde - dazu standen. Ich habe es aber meistens so als neutraler Beobachter behandelt. Niemand wusste damals, dass es im Grunde um mich ging. Heute rede ich eigentlich nur darüber, wenn andere mich darauf ansprechen. Das ist im vergangenen Jahr vielleicht 5 Mal passiert. Mehr bestimmt nicht. Das letzte Mal war kurz vor Weihnachten. Das wurde eigentlich auch kurz und angenehm abgehandelt. Ich traf eine Bekannte, die ich lange nicht gesehen hatte und die mich nicht en femme kannte. Sie hat mich natürlich nicht wiedererkannt als ich sie ansprach.
Die fragte dann, "Aber ... bist du jetzt ...?" und ihr Blick ging zum Unterkörper. Ich antwortete, "Nein, mein Chef kennt mich auch immer noch, so wie du mich in der Firma kennengelernt hast. Es ist für mich eine Frage der sozialen Rolle. Ich finde das passt einfach besser zu mir."
"Wie darf ich dich jetzt nennen?"
"Lina."
"Super, Lina, komm doch mit rüber zu unserem Tisch."

So ungefähr ging es ... und so geht es meistens. Viel mehr habe ich kaum über das Thema an einem Stück geredet in den letzten Jahren - und auch nur wenn andere gefragt haben.

Einmal neulich brachte jemand eine T zur Sprache, die nach der Beschreibung ein ziemlich schlechtes Passing hatte - und hat, soweit ich mit bekam, eine Meinung meinerseits dazu erwartet. Eine Freundin hat aber prompt seine Frage beantwortet - dass es wohl total daneben mich und diese nicht namentlich bekannte T zu vergleichen ... In so einer Situation sehe ich dann auch keinen Grund, weiter darüber zu reden. Warum sollte ich?
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