Ich sehe das einzig festgelegte an Geschlechtern die Biologie. Und die greift bis zu fortpflanzungsspezifischen Notwendigkeiten, und nicht weiter. Das ist die Verhandlungsbasis, der Rest ist Verhandlungssache. Bis auf eine zunehmende Einschränkung während der Schwangerschaft und anschließender Stillzeit gibt es keinen guten Grund, warum es spezifische Frauen- oder Männerarbeit geben sollte außer der gesellschaftlichen Konvention.
So erlebe ich das jedenfalls. Ich bin ziemlich schmal gebaut. Es gibt eine Menge Frauen, die mir im Punkt körperlicher Kraft definitiv überlegen sind, alleine von der Grundveranlagung her. Trotzdem würde die jemand blöde anschauen wenn sie auf dem Bau arbeiten würden - mich aber nicht. Trotz körperlich besserer Eignung. Irgend einen Sinn macht das nicht. Und wie ist das mit
katjes hat geschrieben:"Frauen sind schön und sehnen sich danach, dass ihre Schöhnheit enthüllt wird, sie machen ihr Lebensumfeld immer ein bischen schöner und sind bereit für ihre Familie zu leben und Männer sind Abenteurer, die nichts lieber wollen, als für ihre Frauen zu kämpfen um sie in das Abenteuer ihres Lebens mit hinein zu nehmen und bereit für ihre Familie zu sterben
?
Nunja, wenn man Frauen nach mitteleuropäischem Vorbild lange Zeit zu Kind, Küche und Kirche gedrängt hat und den Mann raus zum arbeiten... logisch, dass das in den Köpfen eine Weile bleibt. Was soll denn eine Frau dann zu Hause machen? Das ist ihre zugewiesene Sphäre, also kümmert sie sich darum. Und da das die zugewiesene Sphäre der Frau ist, ist der Mann seinem "eigenen Heim" fremd und geht dahin, wo es ihm besser gefällt - in der Kneipe einen heben. Oder wird vor den Fernseher abgesetzt, da er sich ohnehin in seinem "eigenen Heim" kaum zurecht findet, das die Frau geordnet hat. So entstehen dann diese Rollenbilder, und vertiefen sich von selber.
Persönlich sehe ich mich weder männlich noch weiblich. Ich habe die biologischen körperlichen Merkmale eines Mannes. Aber das verpflichtet mich eigentlich zu garnichts, und schon garnicht dazu, den mir sehr eintönig und geradezu hässlichen Vorgaben männlicher Mode nachzueifern. Ich will keine Schuhe, die meine Füße optisch zu großen, häßlichen Quadratlatschen machen, bei meinem Körperbau hätte ich lieber welche die das Gegenteil machen. Und ein paar Zentimeter Körpergröße durch Absätze kommen mir auch gerade recht. Ich will nicht nur die Auswahl zwischen Sportsocken, Businnesssocken oder gar keine Socken, ich schöpfe lieber aus dem vollen. Ich mag lila, mir steht lila, aber meistens gibt es nur Kleidungsstücke für Frauen in dieser Farbe. Also schmeiße ich diese künstlichen Grenzen über Bord, folge dem was mir gefällt.
Das Ergebnis ist dann "Crossdressing". Allerdings nicht mit der Absicht, als Frau zu erscheinen. Das ist nicht mein Ziel. Das wäre für mich genauso falsch wie rein als Mann zu erscheinen, obwohl mir das wohl problemloser auf den ersten Blick gelingen würde. (Der Teufel steckt da allerdings im Detail...). Ich ziehe einfach nur an was mir gefällt oder was für die gegebene Situation praktisch ist.
Tante Edith meint, ich soll das noch hinzufügen:
Als ich mich das erste Mal einer bestimmten Bekannten gezeigt habe, hat die nicht groß geschaut - nicht auf die Schuhe, nicht auf die Bluse, nicht auf die funkelnden Steinchen auf der Hose, nicht aufs Make-up oder die Frisur. Sie war in keiner Weise überrascht. Und reagierte auch überhaupt nichts. Als ich dann doch nach einigen Stunden einen Kommentar von ihrer Seite erfragt habe war der einzige: "Du wirkst entspannter." Das fasst für mich den ganzen Grund zusammen. Ich selbst sein, mich als mich selbst präsentieren ist entspannend für mich.