Wie wär et, wemmer selver jet däät... *
Wie wär et, wemmer selver jet däät... * - # 2

allgemeiner Austausch
Becky
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 16 im Thema

Beitrag von Becky »

Hi ihr,
Es gibt ja einige von euch die vieleicht mein (Elenas) Tagebuch verfolgen...
Ich schreibe es ja offen, ich habe mich viel zu lange gequält und es nicht zugelassen, nicht ganz an mich rangelassen. Endlose Angst aus Berichten in den Medien hatten mich stets abgeschreckt. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus:
Mein Antrieb das Tagebuch offen zu schreiben, ist es Denkanstösse zu geben, zu zeigen, wie sich das alles aus meiner Perspektive entwickelt, nichts beschönigen, aber auch anderen Mut zu machen,
... nicht unbedingt Mut machen um den Weg der TI zu gehen, sondern das es vieleicht auch nur darum geht, sich mal raus zu trauen, vieleicht mal Kontakt zu SHG's aufzunehmen... Freiheit gewinnen und sich selbst kennenlernen.
In sämtlichen erlebnissen in der Öffentlichkeit alleine oder mit CD's / TI's war nicht schreckliches dabei, wie ihr auch nachlesen könnt, ich hatte immer Spass bei unseren Aktivitäten, das sollte einen einfach nicht entgehen...
Als Nebenwirkung wenn sich immer mehr raustrauen ist natürlich auch, das der Deutschen Öffentlichkeit klar wird, das es nicht nur in Thailand Ladyboy's gibt (wie sie dort genannt werden).
Es ist nicht schlimmes für das man sich schämen muss, auch wenn ich das Jahrzehnte gemacht habe, heute weiß ich das es falsch war.

Und nun zurück zu einem Camp für Kinder.
Wenn ich dazu beitragen kann, auch nur einem Kind mein Leid ersparen, hat sich alle Arbeit gelohnt.
Wie gesagt, das wann, wie, wo, etc. werde ich nicht organisieren, aber wenn es sich einrichten lässt, stehe ich gerne zur Verfügung und übernehme die Technik für z.B. Gesangs Auftritt (Karaoke Party) mit vorher üben, Modeschau,... und was bis dahin sonst noch einfällt.

Auch Du kannst etwas tuen, spring über Deinen Schatten... Was denn? Mach Dir doch mal Gedanken. Das einfachste ist Spenden... oder was köntest Du aktiv machen?


LG Rebecca
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
nicole.f
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 17 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Marielle!
Ja, ich habe etwas gebraucht um hierauf zu antworten - das hatte schlicht den Grund, dass ich es zum Einen nicht zwischen Tür und Angel wollte. Dafür war es mir zu wichtig. Und zum Anderen hatte ich schlicht mit den Feiertagen und Familienbesuchen keine Zeit. Heute Abend passte es dann endlich :)

Ich denke ich verstehe, was Du mit den "Aufrechten" meinst, würde allerdings selbst mit dem Begriff eher vorsichtig sein, da es die anderen ziemlich abqualifiziert.
Sicherlich haben einige eine Menge Probleme mit sich selbst, die sie hindern könnten. Doch dies ist in der Regel nicht das Problem, das die "Macher" von den "nicht Machern" trennt. Meiner Erfahrung mit solchen Gruppen nach ist es eher eine Frage der fehlenden Motivation. Wie oft habe ich solche Gruppen praktisch hinter mir her schleifend langsam auf Fahrt gebracht... doch einmal angeworfen entwickelt die Maschine auf einmal Eigendynamik und läuft fast alleine weiter! Doch das kann dauern... und manchmal braucht es noch stetige weitere Energiezufuhr.

Viele sehen einfach die Möglichkeiten nicht. Andere zwar die Möglichkeiten, rechnen sich aber keine Erfolgsaussichten aus. Und wieder andere haben bereits vor langer Zeit resigniert jede Hoffnung fahren lassen. Für alle diese braucht es Idealisten, die sie wieder aus ihren Löchern an den Start bringen - sie anschieben. Die Arbeit selbst ist meist gar nicht das Problem, sondern vielmehr die Kraft aufzubringen, solche Gruppen anzuschieben und am Leben zu erhalten. Dafür braucht es Idealismus, Energie und Zeit. Den Idealismus haben viele nicht - das ist wohl richtig. Aber dafür braucht es auch nicht viele, es reichen ein paar wenige an strategisch gut verteilten Plätzen. Been there, done that - ich habe es schon mehrfach genau so erlebt. Genaugenommen kennt es auch jeder aus der Geschichte, die großen Persönlichkeiten, die Massen bewegen konnten und können. Solche werden wir nicht gleich finden, leider :) Was ich nur meine ist, nicht jede(r) von uns muss gleich so "aufrecht" sein, selbst das Zepter in die Hand zu nehmen und in die Welt zu ziehen.

Es braucht Menschen wie Dich, die mit Idealismus voran gehen und andere mit ihren, wenn auch manchmal kleinen, Erfolgen motivieren. Und das muss leider auch gesagt werden, es ist ein in der Regel undankbarer Job. Zuerst hilft keiner mit, dann schafft man es mit Mühe ein paar Mitstreiter zu finden und sobald sich der Erfolg einstellt, sind alle Mühen des Anfangs vergessen und alle sonnen sich im Licht des Erfolgs. Nunja, Idealismus, ich erwähnte es bereits... Das Gute ist allerdings, wenn wir Erfolg haben, nützt es uns allen, also auch den Idealisten. Und dann haben sie doch auch das Ziel erreicht und damit auch für sich selbst gewonnen?

Du hast völlig Recht und das sehe ich absolut genau so: Wenn wir es nicht selbst in die Hand nehmen, tut es keiner!

Doch nur weil man selbst kein Idealist ist und nicht gleich zum Sturm auf die Mauern aufrufen kann oder möchte, bedeutet das aber noch lange nicht, untätig sein zu müssen. Auch das man noch nicht "out" ist, ist kein Hinderungsgrund! Wir leben in Zeiten des Internet - ein anonymer eMail Account ist in fünf Minuten eingerichtet und schon alleine per eMail kann man hervorragend an passenden Stellen unbequeme Fragen stellen oder konstruktive Vorschläge machen (ebenfalls "been there, done that", das geht *wirklich*). Natürlich ist es noch eine andere Nummer, so wirklich in Persona vor eine Gruppe zu treten und unser Anliegen zu vertreten. Das kann nicht jede(r) und dafür habe ich grosses Verständnis. Doch auch die Methode der tausend kleinen Nadelstiche (s.o., eMail etc.) hat Erfolg und das kann jeder, sogar ohne sich offenbaren zu müssen.

Was mich persönlich betrifft, nunja, ich kann meine Klappe leider oft nicht halten und manövriere mich immer wieder in die Situation, dass ich auf einmal so eine Person bin, die vor so einer Gruppe landet, um ein Anliegen zu vertreten. Das scheint wohl mein Schicksal zu sein... und wenn das dann bedeutet, dass ich mich deshalb hier in meiner Wohnregion weiter "outen" müsste, nun denn, dann ist das wohl so. Es dient dann wenigstens einem guten Zweck, hoffe ich. Insofern vielen lieben Dank für Dein Angebot zu kommen! Vielleicht komme ich noch darauf zurück :) April bis Mai 2014 finden wieder "Hirschfeld Tage" [1] statt. Im Rahmen davon wird es auch in Siegen ein oder zwei Veranstaltungen des Schwul- Lesbischen Zentrums geben. Ich habe angeregt, auch etwas zum Thema Trans* zu machen, da Magnus Hirschfeld [2] durchaus auch ein Wegbereiter für das Trans* Thema war. Das könnte, wenn sich sonst kein Vortragender findet, wohl so eine Veranstaltung werden, wo ich dann mindestens etwas Farbe bekennen müsste.

Und wo Du schon direkt das Camp ansprichst und dafür Mitstreiter siuchtest? Da habe ich relativ bewusst nicht gleich "hier" gerufen, da ich weiss, dass ich keinen sonderlich kreativen Umgang mit Kindern habe, leider. Ich wäre dafür also, denke ich, nicht so gut geeignet. Wenn das ein Camp für junge Erwachsene wäre, würde ich mit mir reden lassen :)

Liebe Grüße
nicole


[1] Hirschfeld Tage
http://www.hirschfeld-tage.de/

[2] Magnus Hirschfeld
https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_Hirschfeld
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
ab08
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 18 im Thema

Beitrag von ab08 »

nicole.b hat geschrieben:Wenn ich mich recht erinnere, bist Du in Bayern beruflich aktiv?
Gibt es bei Euch auch eine SchLAu Initiative? Das scheint es wohl grundsätzlich bundesweit zu geben und wird auch von den Ländern gefördert.
Liebe Nicole,

die SchLAu Initiative ist auch den Verantwortlichen in Bayern bekannt. **)
"grundsätzlich bundesweit" ist sicher richtig. In Bayern gehen wir aber manchmal anders vor und beschreiten eigene Wege.
Eine einfache Übernahme des Prinzips in Bayern halte ich für unwahrscheinlich. --> Jedenfalls hörte ich bisher vor Ort nix davon.

Gerade im Bereich Gymnasium, wo ich seit Jahrzehnten auch berufspolitisch tätig bin, halte ich das für richtig.
Zur Erläuterung hier nochmal der Hinweis auf das aktuelle Werk von Prof. Julian Nida-Rümelin
'Philosophie einer humanen Bildung'. Edition Körber-Stiftung, Hamburg, das mich begeistert.
Hier werden wirklich sinnvolle Bildungsziele dargestellt. Nida-Rümelin bildet dort meine Überzeugungen meist ab.
(Das mag an der Übereinstimmung der Fächer und ähnlichen Interessen liegen - Philosophie und Ethik sind für mich in der Pädagogik unverzichtbar.)

Wie bereits erwähnt, unterbrach die 'Transition' meine unterrichtliche Tätigkeit kaum.
Meine Bereitschaft zur Mitarbeit bzgl. Aufklärung zum Thema TS/IS ist dem Dienstherrn bekannt.
Mir persönlich wäre aber gerade in dem Bereich eine äußerst seriöse, 'neutrale' Darstellung von hoher Qualität sehr wichtig. *)
==> Daher fiel mir Deine Formulierung auf, die ich jetzt mit Deiner Erlaubnis, auch an die entsprechenden Fachkollegen weitergebe.

Liebe Grüße
ab

*) Aus langjähriger berufspolitischer (fast 30 Jahre!) Erfahrung weiß ich, dass nur so Nachhaltigkeit erreicht werden kann.
Grundlegende Änderungen erfordern einen langen Atem. -- Kurzatmiger Aktionismus bringt meist wenig!


**) Natürlich begrüße ich solche Initiativen, denn das wird auch hier wahrgenommen. Probleme vor Ort werden danach deutlicher gesehen.
Es wird darüber gesprochen, diskutiert und überlegt, welche Massnahmen hier angemessen sind.
Im Rahmen meiner Möglichkeiten (Pflichten als Beamtin) nehme ich, wo es geht, an Entscheidungsprozessen teil.

Nachtrag mit ehrlicher Antwort:
"Vielleicht wäre es ja mal eine Idee, eine SchLAu Veranstaltung bei Euch in der Schule zu organisieren? Oder noch besser, dies zu einer Art Pflichtveranstaltung jährlich für eine bestimmte Altersstufe zu machen?" Genau das halte ich bei TS/IS für die 'zweitbeste' Lösung. Dann stände es nur in einer Reihe mit Veranstaltungen wie "Warnung vor Drogen" "Völkerverständigung" usw.
TS/IS sollte überall(!) als normale Variation im angemessenen Umfang - also bitte keine Überbetonung(!) - im Biologieunterricht behandelt werden.
Wenn sich dann Arbeitsgemeinschaften etc. mit dem Thema näher befassen und Veranstaltungen durchführen ==> Umso besser.
Ebenso wie früher "Mikroelekronik" bei uns im Physik-Lehrplan stand und Arbeitsgemeinschaften/Lehrkräfte zusätzlich Projekttage (Fraunhofer, Siemens etc.) machten.
Zuletzt geändert von ab08 am Di 31. Dez 2013, 06:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 19 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Liebe ab,

dein Feminismus in Ehren. Aber aus dem "Fraunhofer-Institut" ein "Frauenhofer" zu machen - das geht zu weit!

Zwinkerzwinker: Lieschen (Genauleserin)
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 20 im Thema

Beitrag von ab08 »

:lol: Danke, liebes Lieschen!! :lol:
schon korrigiert - )))(:
In der Schule mach ich sowas öfter, da sind mir solche Fehler egal, denn ... wenn ich korrigiert werde, weiß ich, dass zumindest diese Person aufpasste...

Zu Obigem fiel mir noch was Wichtiges ein:
In der schulischen Praxis, z.B. im BLK-SINUS *) ging es, beim SINUS-Projekt, in der MNU *) usw. geht es heute oft um Grundwissen (GW)
Auf dieses GW verständigen sich Fachschaften und es wird immer mal wieder geprüft. :wink:
- In Physik gehören z.B. sicher die Keplerschen Gesetze und das Newtonsche Gravitationsgesetz zum GW.
- Dass es 'Frauen im Männerkörper' und 'Männer im Frauenkörper' und anderes gibt, ist eigentlich für unsere Spezies viel zentraler.
---> Mein Idealziel für die ferne Zukunft wäre daher, dass TS/IS im GW-Katalog der Biologie steht und abgefragt wird.

Liebe Grüße
ab

*) Engagiert für M/Ph, daher war ich da länger aktiv ---> Man kommt rum und lernt Schulen anderer Bundesländern kennen. In der Anfangsphase war SINUS an Gymnasien sehr wichtig
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 21 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo, Guten Abend zusammen,
Wenn ich dazu beitragen kann, auch nur einem Kind mein Leid ersparen, hat sich alle Arbeit gelohnt
Damit hat Becky eigentlich alles gesagt; die Motivation erklärt, das Ziel festgelegt, den Weg gezeichnet.

Zuviel Emotionalität? Zuviel Idealismus? Zuviel Träume? Ganz bestimmt nicht. Nur aus Emotionen, Idealismus und Träumen lassen sich gute Sachen machen. Alles andere, Konzepte, Pläne, Kontakte, Diskussionen, sind nur die Werkzeuge mit denen man arbeitet, aber nie sind sie die Sache selbst.

Natürlich: Die Sache kann scheitern, aus verschiedensten Gründen. Dann könnten wir zumindest sagen, wir hätten es ehrlich versucht. Wenn es scheitern sollte, wird es so scheitern, dass ausser den "Anschieberinnen" niemand enttäuscht wird. Deren Mut ist es, dieses Risiko einzugehen. Ich trete aber nicht an, um zu scheitern. Ich habe ein Bild im Kopf, das ich irgendwann in echt und 3D sehen will. Ich nehme an, dass es ähnlich aussieht wie das Bild das Becky und die anderen auch sehen. Wenngleich es eine Weile dauern wird bis es zu sehen ist: Es ist ein wunderschönes Bild.

--------------------------------

Das Vorstehende ist meine eigene, persönliche Sicht. Auf eure Beiträge möchte ich natürlich auch was beitragen. Der besseren Übersicht halber mit Zitaten, auch wenn es den Beitrag in die Länge zieht:

Nicole:
Ich denke ich verstehe, was Du mit den "Aufrechten" meinst, würde allerdings selbst mit dem Begriff eher vorsichtig sein, da es die anderen ziemlich abqualifiziert.
Ja und Nein; Ich will niemanden abqualifizieren, ganz bestimmt nicht. Ich habe jeden Respekt für Menschen, die ihre eigene Persönlichkeit demontieren mussten, um nachher ein brauchbares Neues aus den Einzelteilen zu machen. Zwei mir verständliche Gründe, sich nicht zu engagieren, hatte ich genannt, du hast einen weiteren zugefügt. Wenn du die "Bezugsgrösse" änderst, verstehst du was ich meine. Ich will niemanden abqualifizieren, aber ich will meine Wertschätzung, für diejenigen die sich engagieren, ausdrücken. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nicole:
Und wo Du schon direkt das Camp ansprichst und dafür Mitstreiter suchtest? Da habe ich relativ bewusst nicht gleich "hier" gerufen, da ich weiss, dass ich keinen sonderlich kreativen Umgang mit Kindern habe, leider.
Mach dir darum keine Gedanken; wenn es allein um einen 'kreativen Umgang mit Kindern' ginge, müsste ich die Idee sofort fallen lassen. Mir ist sehr bewusst, dass meine kreativ-pädagogischen Fähigkeiten für soetwas nicht ausreichen. Ich verstehe ein bischen was von der Situation transidenter (kleiner) Menschen und etwas mehr von Projektmanagement. Diese Kenntnisse will ich nutzen und bitte jede/n darum, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten, im Rahmen der objektiven Möglichkeiten, auch einzusetzen.

Nicole und ab08:
"Vielleicht wäre es ja mal eine Idee, eine SchLAu Veranstaltung bei Euch in der Schule zu organisieren? ......." Genau das halte ich bei TS/IS für die 'zweitbeste' Lösung. Dann stände es nur in einer Reihe mit Veranstaltungen wie "Warnung vor Drogen" "Völkerverständigung" usw........
Genau in diese Reihe gehört es aber doch. Wir, die Transidenten, sind nicht besser oder schlechter als Schwarze, Gelbe, Rote oder Weisse; als Kiffer, Trinker oder Veganer. Allerdings sind wir weniger bekannt. Meiner Meinung nach brauchen wir solche Initialveranstaltungen noch sehr nötig, um überhaupt gesehen zu werden, vielleicht sogar um uns selbst zu sehen. Eine auf unbestimmte, zukünftige Zeiten gerichtetet Hoffnung auf umfassende Anerkenntnis ist ja gut und schön, aber m.E. doch etwas vage und passiv. Jede Bemühung, 'unser Thema' in Lehrpläne aufzunehmen, finde ich allerdings begrüssenswert. Nicht weniger, im Moment aber auch nicht mehr.

Andrea:
Zu der Idee von Marielle, "normale" Leute zu CD/TS-Treffen einzuladen:
Ich hätte grundsätzlich nichts dagegen, bin aber skeptisch, ......... Diejenigen, die noch nichts wissen oder dem ablehnend gegenüberstehen, werde eher nach der "geh ich nicht hin"-Devise handeln.
Auch das scheint mir eine Frage geeigneten 'Projektmanagements" zu sein. Nur mal so ins 'Blaue': Man könnte, betreffend Berlin, die Leute ansprechen, die dort in Schulen gegen die Auswirkungen 'traditioneller (islamischer) Moralvorstellungen" arbeiten. Vielleicht wären die daran interessiert, ihre 'Klienten' mit uns bekannt zu machen. Man könnte, geeignete Kontakte vorausgesetzt, auch jemanden vom 'Radio' anfixen und damit Senats- oder gar Bundestagsabgeordnete ködern (man muss erstmal 'spinnen', um nachher das Machbare zu finden) Oder man könnte .............(hier kann jede/r das Ergebnis eigener Kreativität einfügen).

ab08
Grundlegende Änderungen erfordern einen langen Atem. -- Kurzatmiger Aktionismus bringt meist wenig!
Das stimmt bestimmt. Ich erlaube mir aber, das nicht auf diesen Thread und die zugrundeliegende Idee zu beziehen.


Und weil ich diesen Beitrag nicht so beenden möchte:

Becky:
Wenn ich dazu beitragen kann, auch nur einem Kind mein Leid ersparen, hat sich alle Arbeit gelohnt
Wunderschön! Danke.


Grüsse zur guten Nacht von

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
ab08
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 22 im Thema

Beitrag von ab08 »

Marielle hat geschrieben: aber m.E. doch etwas vage und passiv. Jede Bemühung, 'unser Thema' in Lehrpläne aufzunehmen, finde ich allerdings begrüssenswert. Nicht weniger, im Moment aber auch nicht mehr.
Liebes Marielle,

danke für Deinen Beitrag.

Anmerkung dazu, da ich hier wirklich schon lange an der Front arbeite:

So unwahrscheinlich ist eine kurzfristige, korrekte Einbettung in Lehrpläne nicht, da die Problematik inzwischen doch oft bekannt ist.
Überdies behandeln ja zahlreiche Kolleginnen und Kollegen TS/IS bereits mehr oder weniger korrekt im Unterricht. Neue Richtlinien kommen in solchen Fällen oft schnell.
Meine Fächerkombination M/Ph schränkt meine Einflußmöglichkeiten bei TS/IS etc. leider ein. Aber z.B. besprach ich 2012 das Higgs-Teilchen (Thema der letzten beiden Physiknobelpreise) und behandle es an passender Stelle künftig. (Es wird 'behandelt', kommt also in schriftlichen Prüfungen nicht vor!) Das machen andere auch so und je nach Bedeutung landen Themen rasch im Lehrplan. (bzw. werden Ergänzungen zum Lehrplan und warten auf die nächste Lehrplanfassung - aber in der Praxis kein Unterschied.)

Korrekte Behandlung richtig erkannter biologischer Tatsachen im Unterricht, also als prüfungsrelevanten Lernstoff halte ich weiterhin für bedeutend wirksamer, als Aktionstage und Arbeitsgemeinschaften, so sehr ich diese Initiativen auch schätze und unterstütze.
Mir wäre wichtig, bei TS/IS ganz offensichtlich vorhandene Wissenslücken im Fach Biologie zu schließen, denn die stetige Steigerung der Qualität unserer Bildung halte ich für sehr wichtig!

Liebe Grüße, nochmals ein herzliches Danke für Deine Denkanstöße
und einen guten Rutsch, liebes Marielle (flo)
ab

P.S. Natürlich begrüße ich und bin sehr dankbar für jede Initiative, besonders wenn sie von offizieller Seite kommt wie SchLAu NRW!! usw. ==> Unter anderem werden auch so die entscheidenen Prozesse in Gang gesetzt. Natürlich geht es darum, dass Probleme ins Bewußtsein der Öffentlichkeit treten. "Problembewußtsein" ist oft Voraussetzung für Aktivitäten.
Wenn der öffentliche Druck (Leidensdruck :wink: ) zu groß wird und im Unterricht ständig Fragen auftauchen, muss es behandelt werden.
(--> Ohne die Anregung durch den Physiknobelpreis 2012 wäre ich sicher nicht auf Higgs im Unterricht eingegangen...)
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Liebe Becky,

obigem Dank für Deinen Satz
"Wenn ich dazu beitragen kann, auch nur einem Kind mein Leid ersparen, hat sich alle Arbeit gelohnt." schließ ich mich aus vollem Herzen an.
Es geht mir ähnlich: Eine Lehrerin, deren Ratschläge auch nur bei einem Schüler zu einem glücklicheren Leben beitragen, sollte sich über diesen Erfolg freuen.
Liebe Grüße und einen guten Rutsch
ab
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 23 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Da bin ich wohl nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit, würde es aber trotzdem gerne loswerden. Eine gute Freundin hat mir heute die GEO von Dezember 2013 geschickt, und ich habe den Artikel natürlich mit Gewinn gelesen, aber auch mit Fragen. Für mich war die Existenz einer Gruppe schwankender Genderidentität neu, dass viele von ihnen mit zehn Jahren ungefähr die Neigung zu weiblicher Kleidung verlieren (für mich völlig überraschend) und dass 60 bis 80% dieser Gruppe sich als homosexuell outet. Ich habe bisher nie einen Zusammenhang zwischen sexueller Orientierung und Genderproblematik gesehen. Dem Artikel zufolge wären also 60 bis 80% der Betroffenen homosexuell, ein nicht spezifizierter Teil verlöre die Neigung zu weiblicher Kleidung, und der Rest sei transsexuell. Leider werden da keine Zahlen genannt.

Die Phase der unsicheren Genderidentität (Schwanken zwischen Puppe und Fußball) habe ich nie erlebt. Für mich kam nur die Puppe in Frage, andererseits habe ich nie mit Heulkrämpfen durchzusetzen versucht, mit einem Kleid in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich beneidete meine Schwester, ich wünschte mir so schöne Wäsche, wie sie sie bekam, und eine so schöne Haarschleife wie eine Mitschülerin am ersten Schultag; ich fand meine Jungenskleidung nie schön (vor allem später, als ich abgetragene Schuhe meines Vaters anziehen musste), bin aber nur einmal, und das zu Karneval, davor geflohen in das Outfit einer Putzfrau (eine Prinzessin wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen). Die Frage ist, ob der Artikel wirklich eine Realität auch hierzulande spiegelt, oder ist es eine Realität, die hierzulande nur noch nicht wahrgenommen worden ist? Und gibt es wirklich, was ich nicht glauben kann, eine "Heilung" von der Neigung. Und haben Homosexualität und Transsexualität wirklich eine gemeinsame Wurzel? Ich fürchte, der Artikel wirft bei aller Emotionalität, die ich hier bewusst ausklammere, viele Fragen auf, auf die ich bisher keine Antworten habe. Falls jemandem dazu etwas einfällt, ich bin neugierig.

LG, Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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Re: Wie wär et, wemmer selver jet däät... *

Post 24 im Thema

Beitrag von conny »

Frank hat geschrieben:Kleider und Röcke auch für Knaben und Herren sollte im Schaufenster angeboten werden wenn Mädchen und Frauen Hosen tragen warum sollten dann Kleider und Röcke für Jungs tabu sein ??? Hier könnten viel Modeläden für normalität bei tragen. Es gibt viel mehr Jungs die sich auch mal Kleid oder Rock wünschen als immer nur angenommen wird.
deine ehrenwerten vorschläge werden aber leider nicht umgesetzt, und nun?
Antworten

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