Wer oder was bin ich eigentlich?
Wer oder was bin ich eigentlich?

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exuserIn-2014-10-05

Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 1 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-10-05 »

Eine Frage die mit Sicherheit jeder irgendwie kennt. Mich beschäftigt sie schon ewig. All das, was da in mir vorgeht, möchte ich hier mal nieder schreiben. Vielleicht hat ja die ein oder andere einen Gedanken dazu.

Ich interessiere mich schon seit ich denken kann für weibliche Schuhe bzw. Kleidung, und trage diese sehr gerne. Als Kind wollte ich oft ein Mädchen sein und hatte die vage Vorstellung, dass dann irgendwie alles einfacher sei oder besser werden würde. Meine Leidenschaft hat mich bis heute nicht verlassen und so sehr ich es auch genieße mich als Frau zu kleiden, so zwiespältig stehe ich dem ganzen auch gegenüber, da ich ja ein Mann bin und es gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert ist, sich als Frau zu kleiden. Bzw. als offensichtlicher Mann mit Bart z.B. einen Rock oder weibliche Schuhe zu tragen.

Letzteres würde ich gerne tun. Ich träume davon z.B. mit Pumps/Ballerinas, einem Rock oder einer femininen Hose und mit Brüsten meinen Alltag bestreiten zu können. Da ich aber rein körperlich leider alles andere als feminin gebaut bin wirke ich in dem Outfit noch nicht mal ansatzweise wie ein Frau. Ich hatte früher Kraftsport gemacht und dementsprechend ist auch mein Kreuz gebaut. Bzw. meine Gesichtszüge sind sehr männlich und meine Figur weisst, nach dem ich mir dem Sport aufgehört hatte, zwar Rundungen auf, die aber nicht wirklich an der richtigen Stelle sitzen. Oder aber ich habe noch nicht den/die richtige Beraterin getroffen die mir die richtigen Tipps gibt, damit ich auch so als Frau durch gehe.....

How ever, ich schwanke immer zwischen dem Alltag in dem ich mich auch ganz gut als Mann fühle und dem eigentlichen inneren, sehnlichen Wunsch, meine weiblichen Anteile in mein öffentliches Leben zu integrieren und zu dem zu stehen wer oder was ich bin. Was mich aber wieder zu der Anfangsfrage bringt, wer oder was bin ich eigentlich? Denn den Wunsch körperlich zur Frau zu werden, habe ich zwar, ist aber nicht so stark, dass ich tatsächlich meine Leben umändern möchte.
Ich bilde mir immer ein, dass die Lösung dafür die wäre, einfach zu mir zu stehen und die Sachen zu tragen die ich gerne trage, ohne darauf zu achten ob ich in anderen Augen lächerlich wirke oder nicht. Aber so abgebrüht bin ich nicht.
So weit so gut erstmal. Mir wars wichtig, das alles mal anderen mitzuteilen und vielleicht hat ja die ein oder andere ein paar Gedanken zu den meinen. Würd mich freuen.
LG
Ralf
Olivia
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 2 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo karon oder hallo Ralf,

ja, bei Vielem was Du schreibst, stelle ich Ähnlichkeiten zwischen uns fest. Ich habe in älteren Beiträgen vergleichbares geschrieben und von mir berichtet. Ich bin im Grunde auch ganz gerne Mann aber mit der Einschränkung, eben eine weibliche Seite in mir zu haben. Und auch ich würde am liebsten völlig frei wählen können, welche Art Kleidung ich tragen mag. Meine Wunschvorstellung wäre, wenn es eben keine explizit "männliche" bzw. explizit "weibliche" Kleidung mehr geben würde — wenn es also (ganz im Gegensatz zu jetzt und heute!) völlig selbstverständlich wäre, dass Männer auch z.B. Röcke, Strumpfhosen, Stiefel und Pumps jederzeit und ohne Angst vor Lächerlichkeit haben zu müssen, tragen können. Leider ist das nicht so einfach und ich gebe zu, viele hier im Forum für ihren Mut — den ich zugegebenermaßen nicht habe — bewundere.
Ich habe mich aber mit meinem Crossdressing arrangiert und mache es so oft es geht als "Stubentranse" oder "Teilzeitfrau" nur in der Wohnung bzw. in der Öffentlichkeit nur mit Kleidungsstücken, die man nicht sieht (Strumpfhose unter der Jeans und flache Schuhe"¦).

Liebe Grüße von Olivia
nathaliecd
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 3 im Thema

Beitrag von nathaliecd »

Hallo Ralf,

diese Frage habe ich mir früher auch oft gestellt. Die weibliche Kleidung hatte auch schon als Kind für mich eine große Anziehungskraft. In den 70' und 80' gab es ja noch kein Internet, wo man heute viel Information über unsere "Veranlagung" finden kann. Damals gab es zwar die ersten Berichte über Transsexuelle, aber ich wollte nie ganz eine Frau werden. Ich wollte beides sein, wenn ich will Frau, oder, wenn ich will Mann sein. Es ist in mir eine weibliche Seite, die ich durch tragen von weiblicher Kleidung und schminken nach außen kehre.

Anja hat da den Begriff "Two-Spirit". Für mich ist das der passende Begriff, um zu verstehen, wer und was ich bin.

Wer und Was du bist, musst du für dich selbst herausfinden. Du wirst hier im Forum viele verschiedene Gründe finden, warum ein Mann gerne Frauenkleidung trägt.

In deiner Vorstellung schriebst du, das du verheiratet bist. Weiß deine Frau davon, das du gerne Frauenkleidung trägst?
Meine weiß es, und unterstützt mich dabei. Das hat mit sehr geholfen herauszufinden warum ich gerne Frauenkleidung trage, da ich es zur jeder Zeit tun kann, wenn mir danach ist.

LG
Nathalie
Ines
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 4 im Thema

Beitrag von Ines »

Für mich stellt sich die Frage, wer oder was bin ich eigentlich, nicht wirklich. Ich habe einfach Freude daran Damenbekleidung zu tragen, da man so eine viel größere Auswahl an Kleidungsstücken, in den unterschiedlichesten Materialien hat. Man braucht ja nur mal einen Katalog durchblättern: 30 Seiten Herrenklamotten, 400 Seiten etwas für die Damen. Da schreit man förmlich nach Gleichberechtigung. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn man im Alltag frei wählen könnte und das als "normal" angesehen würde. Meine Hang zu Damenbkleidung habe ich übrigens schon in frühen Kindstagen bemerkt und heimlich Nachthemden von meiner Schwester angezogen. Aber ich weiß, dass ich ein Mann bin und bleiben möchte, aber ich möchte mich nicht in der Wahl meiner Kleidung einschränken lassen und wenn ich Spaß an Damengarderobe habe, ist das für mich o.k., denn man lebt nur 1x und soll das machen, was einem Freude und glücklich macht, solange man niemand anderen damit schadet.

Liebe Grüße
Ines
Lina
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Hallo Karon,
ich glaube, dass ich dir deine Ausgangsfrage ganz genau beantworten kannst: Du bist DU und genau deiner ganz persönlichen Zusammensetzung von Persönlichkeitsanteilen, sei es Männliche, Weibliche oder Geschlechtsneutrale. Nur DU bist genau so und nicht anders.

Die wirklich wichtige Frage IST ja gar nicht "was" du bist, sondern WIE du wählst zu leben. Punkt. Fertig. Das ist doch das Einzige, was zählt. Ob das nun heißt, dass du wählst ab und zu als Spaß oder erotischen Kick Damenschuhe zu tragen ... oder ob du dich voll weiblich vor geschlossenen Türen kleidest ... oder ob du - wie ich - sagst, ich habe eine sehr weibliche Seite die ich in so vielen sozialen Zusammenhängen lebe, wo es nicht irgendwelche Interessenkonflikten auslöst - oder ob du Vollzeit die weibliche Seite lebst mit oder ohne medizinischer Hilfe ... das ist doch alles etwas, was du frei entscheiden kannst und herausexperimentieren bis du weißt, wie DU leben willst. Ist doch irgendwie schön, das man das kann, oder?

Nicht, dass es immer unproblematisch sein wird - aber es ist eine Wahlmöglichkeit, die du hast. Es gibt Menschen, die das nicht können, entweder weil die in einem Land leben, wo man sie dafür hinrichten würde, oder weil die durch ihre Erziehung so hirngewaschen sind, dass sie sich gar nicht trauen solche Gedanken überhaupt zu denken. DU hast aber die Wahlmöglichkeiten. Die wirkliche Frage ist, ob du die jetzt nutzen wirst?


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Für die rein physiologischen Problem, die du nennst, gibt es Lösungen - Rundungen an den falschen Stellen? Darüber beschweren sich auch viele Frauen. Sehr männliches Gesicht? Kann sein. Darüber reden wir, wenn du mal das richtige STyling gefunden hast. Schauen wir mal wieviel männlichkeit noch übrig bleibt. Ich dachte auch mal ich würde unmöglich aussehen.
exuserIn-2014-10-05

Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 6 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-10-05 »

Vielen Dank für die lieben und offenen Antworten. Es tut irgendwie gut zu hören, dass hier Menschen sind die so ziemlich die selben Gedanken, bzw. Gefühle haben wie ich. :-)
Letztlich scheint es darum zu gehen wie sehr man zu sich selbst steht und natürlich in welchen Verhältnissen man lebt. Da kann ich von Glück sagen, dass meine Frau mich da auch voll unterstützt und ich tatsächlich zu Hause ausprobieren und anziehen kann was ich will.
Für mich ist der KJontakt hier der erste Versuch, dem "was ich sein will", wie Lina es gesagt hat, näher zu kommen und den Begriff "herausexperimentieren" finde ich toll. Vielleicht gibts ja von Euch ein paar Tipps wenn ich mal Fotos von mir als Frau habe. :-)

LG

Ralf
s_Roeckchen
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 7 im Thema

Beitrag von s_Roeckchen »

Bist Du Dir noch nicht sicher wie Deine Entwicklung verlaufen soll? Nur Integration von Damenkleidung oder voll en femme? Geh es langsam an, probiere wie es sich anfühlt. Laß auch zu wenn Du mal einen Stand erreicht hast, den eine zeit lang auszuleben, ohne gleich nach der nächsten Stufe zu schielen. Braucht es mehr "Frau" konnte ich so für mich an besten rausfinden.

Damenbekleidung hast Du ja, wie ich gelesen habe. Jetzt mal Deine Statur vergessen und in Deinen Kleiderschrank reinschauen, könntest Du sofort was anziehen und so rausgehen?
Aus eigener Erfahrung drängt es jemanden am Anfang einige, ich nenns mal pubertäre, Irrtümer zu begehen. Auch da Zeit lassen was Dein Style wird.
karon hat geschrieben:...Ich bilde mir immer ein, dass die Lösung dafür die wäre, einfach zu mir zu stehen und die Sachen zu tragen die ich gerne trage, ohne darauf zu achten ob ich in anderen Augen lächerlich wirke oder nicht. Aber so abgebrüht bin ich nicht...
Ja, das ist schwer. Im Millionendorf tu ich mich da dank größerer Anonymität leichter. Meine ersten Schritte im Rock in der Öffentlichkeit tat ich nicht in München. Vielleicht hilft dies Dir auch etwas, woanders mal auszuprobieren, was Dein Style ist oder sein könnte. Und vielleicht liefert es auch etwas Erkenntnis wie es mit Dir weitergeht.
Am 11.Januar lade ich zur Münchner Runde (nicht nur für Münchner!), fühle Dich hiermit eingeladen.

s'Röckchen
(ist Rockträger mit Bart)
...ridicule is nothing to be scared of...
(A.Ant "Prince Charming")
Inga
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 8 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Karon,

schön dass du hier da bist und über dich schreibst.

Ich gehöre auch zu denen, die neben den männlichen Seiten auch weibliche Seite in sich haben. Während die männlichen Seiten ein Leben lang gezeigt wurde, gelebt wurde und akzeptiert wurde, lebte sich die weibliche Seite bei mir hauptsächlich im Kopf aus. Ja, oft träumte ich davon, die Kleider der Mädchen um mich herum zu tragen. Träume im Kopf halt. Erst spät, so vor zehn bis fünfzehn Jahren etwa erfuhr ich dank des Internets, dass es noch andere gab, die sich in den männlichen Klischees allein nicht wieder fanden, die etwas Weibliches in sich trugen und es durchs Tragen von Frauenkleidern manchmal auslebten. Erst da traute ich mich, selbst um Kleidung für Frauen zu kümmern, sie gelegentlich zu tragen. Ein Durchbruch war dann der Besuch in einer speziellen agentur, die aus mir optisch eine Fru machten mit passendem Schminken, passenden Körperanpassungen, passender Kleidung, Perücken und Tips. Es war irre. Durch einen Zufall entdeckte ich, dass mir die Jeans in Damengrößen besser passen als die in Herrengrößen. dass es bei Shirts, Pullovern und Strickjacken oft geschlechtsneutrale Größen und Schnitte gibt, dass manche Damenschuhe und Damenstiefel in XXL-Größen gut meinen Füßen passten. Heutzutage trage ich im Alltag reichlich die Kleidung die eher "Unisex" ist - abgesehen vom Schild der Größe für alle Geschlechter geeignet. Daneben aber gibt es auch Sachen in meinem Kleiderschrank, die ich für sehr feminin halte. Meist zu Hause trage ich sie, schminke mich, trage eine Perücke, da die Geheimratsecken zu groß sind - und gefalle mir auch so. Ein- bis zweimal im monat gehe ich raus", besuche eine Gruppe Gleichgesinnter, genieße den Austausch miteinander. Doch meinen Nachbarn, meinen Freunden, Bekannten, Angehöringen habe ich mich mit meiner Leidenschaft zum CrossDressing bisher nicht geoutet.

Wie auch andere schrieben. Man entwickelt sich weiter. Man macht Erfahrungen, probiert manches aus, findet den eigenen Stil, findet das eigene Verhältnis zum eigenem Körper.

Mein Leben hat einen gehörigen sprung nach vorne gemacht. die zufriedenheit ist gestiegen, seit ich Crossdressing betreibe.

Schau dich um hier im Forum. Du wirst manche Anregung bekommen.

Liebe Grüße
Inga
Ulrike-Marisa
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 9 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

..das frage ich mich auch immer wieder. Eine schlüssige Antwort habe ich bisher nicht darauf gefunden. Ich weiß, dass ich weibliche Seiten habe, gibt meine Frau auch zu, aber den letzten Schritt billigt sie mir nicht zu. Ich sei keine Frau und könne niemals eine werden wie sie, die auch mehrere Kinder zur Welt gebracht hat. Da gibt es weite Diskussionsspielräume, was geht und was nicht. Ich fühle mich sein zwei Jahren mehrheitlich als Frau und habe das für mich zugelassen und akzeptiert. Das heißt aber noch lange nicht, dass andere das auch so sehen und tolerieren bwz. akzeptieren. Oftmals möchte ich das ganze hinschmeißen und alles aufgeben, aber ich weiß aus Erfahrung, dass das nicht geht und alles wiederkommt, Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte. Ich arbeite daran, ohne bisher eine dauerhafte Lösung zu haben...

LG, Ulrike-Marisa (moin)
ChristinaF
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 10 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

...... Seit meinem/unseren Entschluss sich komplett zu outen und das Leben nur noch als "Frau" zu führen, bin ich eine völlig andere Person geworden. Ausgeglichen, ruhig und voll Harmonie und einem Glücksgefühl, das nicht zu beschreiben ist.
Denke ich an die Zeit zurück in der ich den ständigen Wechsel, mal Frau dann wieder nicht, mitmachen musste, wird mir heute noch schlecht. Zum Schluss konnte ich nicht mehr, denn die Verzweiflung war so groß, dass es keine andere Lösung gab, als den Schritt hin zur Frau.
Heute bereue ich nur, dass ich so dumm war, so lange Jahre damit vertrödelt zu haben. Die fehlen mir heute, leider.
LG
Chrissie
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 11 im Thema

Beitrag von Becky »

Hi Karon, Hi Ralf

Das von Dornröschen kann ich nur Bestätigen...

Das Du beide Namen benutzt hast zeigt mir schon etwas, welches innere Kaos in Dir steckt, kann mich aber auch täuschen...
Ich hatte mich früher selbst oft zurecht gemacht und im Spiegel recht Kritisch betrachtet: Wie soll denn das gehen, wie sieht das denn aus und und und ..... und immer mehr vergraben.
Nachdem ich allerdings wirklich die Möglichkeiten genutzt habe, ist mein breites Kreuz und meine Schaufelhände nicht mehr so stark hervorgetreten. Inzwischen werde ich sehr oft von unbekannten als Frau wahrgenommen.
Ich selbst bin TI, also inzwischen Ganztags-Frau, aber ich werde Dir nicht sagen Du must dies oder das. Wenn es in Dir brennt mal so raus zu gehen, dann rate ich Dir allerdings Dich an eine Selbsthilfe-Gruppe in Deiner Nähe zu wenden.
Du must nicht Trans sein um dort Hilfe zu bekommen, auch Crossdressern die ihr Passing gut hinbekommen möchten, wird dort gerne mit Rat und Tat beigestanden.
Mir selbst hat dieses Forum und die SHG's sehr geholfen mich zu finden, zu begreifen was mit mir los ist.
Ich habe einige Kennen gelernt, die beide Seiten brauchen und inzwischen lieben, eben beide Seiten Leben und so stimmt das für sie.
Je mehr Fragen Du stellst, um so mehr Möglichkeiten hast Du zu vergleichen was auf Dich Passt...

Auf jeden Fall wünsche ich Dir den erforderlichen Mut, zu was auch immer in Dir Steckt.

Mich hat es Befreit...

LG Rebecca
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
exuserIn-2014-10-05

Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 12 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-10-05 »

Hallo Ihr Lieben,
die ganzen Ermunterungen machen echt Mut. Was ich durchgehend lese ist, dass es darum geht heraus zu finden wie die weibliche Seite in einem tatsächlich ist und dann den Mut zu haben eine Form zu finden die in das eigene Leben passt.
Ich werd jetz einfach mal aktiv experementieren und sehen was passiert. Und vielleicht finde ich auch mal eine Form, die meinen inneren Zwiespalt mindert. Ich finds immer wieder schön zu lesen, dass es mancher von Euch schon so erging.
Die Idee mit der SHG finde ich ebenfalls sehr gut. München ist eh nicht so weit weg. Werd ich machen. :-)

LG
Ralf
Franka
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Re: Wer oder was bin ich eigentlich?

Post 13 im Thema

Beitrag von Franka »

Hallo Tine,

Ich habe mich Jahrelang in den eigenen 4 Wänden versteckt. Inzwischen bin ich zumindest in der Arbeit auch als Dahlia unterwegs, wenn mir danach ist.
Birgt natürlich die Gefahr auch von Nachbarn und Freunden erkannt zu werden, wenn man so das Haus verlässt, vor allem wenn man auch noch einige Besorgungen machen muss.
Aber der Drang einfach zu tragen was mir gefällt ist inzwischen viel größer, als die Angst von jemandem dabei ertappt zu werden.
Nur die Garderobe muss jetzt noch etwas alltagstauglicher werden, die Röcke für Daheim sind für den Alltag vielleicht doch etwas kurz. Aber Kleider und Röcke müssen es schon sein, sonst kann ich auch im Männermodus vor die Tür gehen. Besonders feminin sehe ich dabei auch nicht aus und breite Schultern habe ich wohl auch noch. Aber das kümmert auch niemanden, solange man einfach selbstbewusst auftritt und den Leuten mit einem Lächeln begegnet. Schminken tue ich mich dabei auch nicht immer, da der Bartschatten nach ein paar Stunden wieder deutlich sichtbar wird.
Das ist aber wohl auch so in etwa, das was ich sein will, ein Mann der trägt was ihm gefällt. Wenn ich auch nicht unbedingt sofort auf den ersten Blick als Mann erkannt werden will, weshalb doch auch mal Make-Up zum Einsatz kommt und meine Haare inzwischen gut zu einem Zopf zu binden sind. Etwas Widersprüchlich hört sich das schon an, aber so ist es eben zwischen den Geschlechtern.
Ich freue mich schon auf den nächsten Sommer und darauf endlich auch als Dahlia auf der Terasse einen Kaffee zu trinken.

Gruß Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
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