Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
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Anne-Mette
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Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
Moin,
"Transsexualität: Psyche ins Lot bringen statt Genitalien verstümmeln" - meint kath.net in einem Artikel:
kath.net/news/43743
Ich will für die Seite keine Reklame machen; aber es ist sicherlich gut zu wissen, wie auch gedacht und geschrieben wird.
>>>Transsexualität ist jedoch keine "psychische Erkrankung", die durch "ins Lot bringen" beseitigt werden kann.
(Da erkenne ich (mal wieder) Parallelen zur oftmals beschriebenen/geforderten "Homo-Heilung")
Auch will ich keinen Sturm der Entrüstung provozieren, sondern das einfach mal als "andere Meinung anderer Menschen" aufzeigen.
Ich selbst habe die Meimung, dass es jedem selbst überlassen sein sollte, sich für oder gegen eine eigene geschlechtsangleichende OPs zu entscheiden.
Gruß
Anne-Mette
"Transsexualität: Psyche ins Lot bringen statt Genitalien verstümmeln" - meint kath.net in einem Artikel:
kath.net/news/43743
Ich will für die Seite keine Reklame machen; aber es ist sicherlich gut zu wissen, wie auch gedacht und geschrieben wird.
>>>Transsexualität ist jedoch keine "psychische Erkrankung", die durch "ins Lot bringen" beseitigt werden kann.
(Da erkenne ich (mal wieder) Parallelen zur oftmals beschriebenen/geforderten "Homo-Heilung")
Auch will ich keinen Sturm der Entrüstung provozieren, sondern das einfach mal als "andere Meinung anderer Menschen" aufzeigen.
Ich selbst habe die Meimung, dass es jedem selbst überlassen sein sollte, sich für oder gegen eine eigene geschlechtsangleichende OPs zu entscheiden.
Gruß
Anne-Mette
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Yasmine
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Re: Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
Die Autoren verweisen ferner darauf, dass hinter jedem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung eine individuelle Lebensgeschichte liege: "Das Leid der Betroffenen beginnt meist in der frühen Kindheit. Viele sind Opfer seelischen, körperlichen und sexuellen Missbrauchs, seelischer Verwahrlosung oder Opfer von Ablehnung". Die Betroffenen meinten, "dass die Operation ihre Probleme lösen werde". Doch so könnten die Wunden der Kindheitstraumata nicht geheilt werden.
Bitte Forum schließen, wir haben unsere Gründe gefunden.
LG
Yasmine
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Lina
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Re: Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
Klingt nach Freudianismus. Haben wir vielleicht einen Zeitsprung zurueck in die 1970er Jahre gemacht?
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nicole.f
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Re: Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
Ja, interessant vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet - auch eine falsche Idee hat etwas Positives: Um sie zu falsifizieren muss man sich damit beschäftigen und lernt so wieder mehr über das eigentlich Problem.
Aber wenn ich das schon lese:
"
...Die Autoren verweisen ferner darauf, dass hinter jedem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung eine individuelle Lebensgeschichte liege: "Das Leid der Betroffenen beginnt meist in der frühen Kindheit. Viele sind Opfer seelischen, körperlichen und sexuellen Missbrauchs, seelischer Verwahrlosung oder Opfer von Ablehnung".
"
Diese Opfer Sache mag vielleicht für manche gelten, aber da glaube ich nicht an eine ernsthafte Mehrheit.
Worin ich aber in Teilen zustimmen würde ist, dass sicherlich einige, die den vollen TS Weg beschritten haben, dies unter Umständen nicht hätten müssen, es also vielleicht Alternativen gegeben hätte, wie sie auch erfüllt und glücklich hätten leben können. Doch es ist ganz sicher äußerst schwer für alle Beteiligten, also Betroffene(r) und Arzt, zu beurteilen, was diese Alternativen sein könnten und ob eine davon "richtiger" als als eine andere sei. Berichte von enttäuschten TS, die, wie in dem Artikel beschrieben, nicht wie gewünscht ihre Probleme los wurden oder schlimmer, noch welche hinzu kamen, findet man ja öfter. Daher spielen auch bei der Hilfe für TS die Psychologen eine so wichtige Rolle. Nur leider sind die meisten dafür keinesfalls ausreichend geschult, sagen viele TS SHGs und wie kennen die Probleme hier im Forum ja, wie schwer es ist einen guten Psychologen zu finden, mit TS Erfahrung und wirklich bereit, individuell zu helfen. Und so kommt es dann sicherlich oft genug dazu, dass das Vorgehen nach ICD und SoC für die Betroffenen fast berechenbar wird und einige lieber sich selbst und ihren Arzt belügen, bevor sie sich eingestehen (können), dass TS nicht die Lösung ihrer Probleme sein würde. Solche gibt es sicherlich. Doch dies über einen Kamm zu scheren und den Eindruck zu erwecken, dies sei die Mehrheit oder gar die Regel, finde ich unanständig. Es ist eine Ohrfeige und beleidigend für all jene, die sich über ihren Weg sicher waren und sind, keine solche Missbrauchsvergangenheit hatten und nun glücklicher und erfüllter leben. Und auch diese gibt es, nachweislich.
Bzgl. OP oder nicht-OP, ja, da bin ich auch völlig bei Dir. Ich finde schon alleine die Vorschrift der "Zeugungsunfähigkeit" im TSG widerlich. Was soll das? Was hat das mit der Geschlechtsidentität oder Personenstand zu tun? Zum Glück sind wir ja zumindest schonmal soweit, dass die "kleine Lösung" ermöglicht wurde. Meiner Meinung nach sollte das noch viel weiter aufgebrochen werden. Zur Geschlechtsdysphorie kommt ja oft noch eine individuelle Körperdysphorie, die aber eben sehr verschieden ausfallen kann. Die zur Zeit möglichen Lösungen, die von Krankenkassen und Gesetz ermöglicht werden, sind aber auf größtmöglichen Erhalt der binären Geschlechterordnung und allen Randbedingungen davon ausgerichtet: Ein Transmann darf kein Kind gebären, eine Transfrau darf kein Kind zeugen, einen Menschen mit uneindeutigem Phänotyp darf es nicht geben und der rechtliche Status (Vorname, Personenstand) ist dem Phänotyp in jedem Fall anzugleichen.
Das diese strikte duale Trennung nicht allen gleichermaßen gerecht wird, ist eigentlich augenfällig, wenn man sich mit der Thematik auch nur ansatzweise beschäftigt und die volle Bandbreite der Trans* Spektrum kennenlernt. Was ein Kritikpunkt an den SoC und TSG ist - kein Transgender hat daran aktiv mitgewirkt (soweit ich bisher gelesen habe). Damit einher geht auch, dass die Therapieziele zur Hilfe dieser Personen oft weit über das hinaus gehen als das, was eigentlich schon als Hilfe ausreichend gewesen wäre. Und dies wird ja auch immer wieder an SoC und TSG heftig kritisiert - nur leider bisher nur mit dem Erfolg, dass, wenn ich mich recht erinnere, das TSG bereits in 8 oder 9 Punkte höchst richterlich gekippt wurde - zuletzt war es IIRC der Zwang zur GaOP, der nun um die "kleinen Lösung" ergänzt wurde. Aber eine wirklich Reform wurde von den letzten Bundesregierungen immer wieder hinausgeschoben. Es ist halt auch ein Thema, dass voraussichtlich nur viel Aufwand und Ärger aber kaum Wählerstimmen einbringt. Also warum schlafende Hunde wecken? Es geht ja auch so?
Liebe Grüße
nicole
Aber wenn ich das schon lese:
"
...Die Autoren verweisen ferner darauf, dass hinter jedem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung eine individuelle Lebensgeschichte liege: "Das Leid der Betroffenen beginnt meist in der frühen Kindheit. Viele sind Opfer seelischen, körperlichen und sexuellen Missbrauchs, seelischer Verwahrlosung oder Opfer von Ablehnung".
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Diese Opfer Sache mag vielleicht für manche gelten, aber da glaube ich nicht an eine ernsthafte Mehrheit.
Worin ich aber in Teilen zustimmen würde ist, dass sicherlich einige, die den vollen TS Weg beschritten haben, dies unter Umständen nicht hätten müssen, es also vielleicht Alternativen gegeben hätte, wie sie auch erfüllt und glücklich hätten leben können. Doch es ist ganz sicher äußerst schwer für alle Beteiligten, also Betroffene(r) und Arzt, zu beurteilen, was diese Alternativen sein könnten und ob eine davon "richtiger" als als eine andere sei. Berichte von enttäuschten TS, die, wie in dem Artikel beschrieben, nicht wie gewünscht ihre Probleme los wurden oder schlimmer, noch welche hinzu kamen, findet man ja öfter. Daher spielen auch bei der Hilfe für TS die Psychologen eine so wichtige Rolle. Nur leider sind die meisten dafür keinesfalls ausreichend geschult, sagen viele TS SHGs und wie kennen die Probleme hier im Forum ja, wie schwer es ist einen guten Psychologen zu finden, mit TS Erfahrung und wirklich bereit, individuell zu helfen. Und so kommt es dann sicherlich oft genug dazu, dass das Vorgehen nach ICD und SoC für die Betroffenen fast berechenbar wird und einige lieber sich selbst und ihren Arzt belügen, bevor sie sich eingestehen (können), dass TS nicht die Lösung ihrer Probleme sein würde. Solche gibt es sicherlich. Doch dies über einen Kamm zu scheren und den Eindruck zu erwecken, dies sei die Mehrheit oder gar die Regel, finde ich unanständig. Es ist eine Ohrfeige und beleidigend für all jene, die sich über ihren Weg sicher waren und sind, keine solche Missbrauchsvergangenheit hatten und nun glücklicher und erfüllter leben. Und auch diese gibt es, nachweislich.
Bzgl. OP oder nicht-OP, ja, da bin ich auch völlig bei Dir. Ich finde schon alleine die Vorschrift der "Zeugungsunfähigkeit" im TSG widerlich. Was soll das? Was hat das mit der Geschlechtsidentität oder Personenstand zu tun? Zum Glück sind wir ja zumindest schonmal soweit, dass die "kleine Lösung" ermöglicht wurde. Meiner Meinung nach sollte das noch viel weiter aufgebrochen werden. Zur Geschlechtsdysphorie kommt ja oft noch eine individuelle Körperdysphorie, die aber eben sehr verschieden ausfallen kann. Die zur Zeit möglichen Lösungen, die von Krankenkassen und Gesetz ermöglicht werden, sind aber auf größtmöglichen Erhalt der binären Geschlechterordnung und allen Randbedingungen davon ausgerichtet: Ein Transmann darf kein Kind gebären, eine Transfrau darf kein Kind zeugen, einen Menschen mit uneindeutigem Phänotyp darf es nicht geben und der rechtliche Status (Vorname, Personenstand) ist dem Phänotyp in jedem Fall anzugleichen.
Das diese strikte duale Trennung nicht allen gleichermaßen gerecht wird, ist eigentlich augenfällig, wenn man sich mit der Thematik auch nur ansatzweise beschäftigt und die volle Bandbreite der Trans* Spektrum kennenlernt. Was ein Kritikpunkt an den SoC und TSG ist - kein Transgender hat daran aktiv mitgewirkt (soweit ich bisher gelesen habe). Damit einher geht auch, dass die Therapieziele zur Hilfe dieser Personen oft weit über das hinaus gehen als das, was eigentlich schon als Hilfe ausreichend gewesen wäre. Und dies wird ja auch immer wieder an SoC und TSG heftig kritisiert - nur leider bisher nur mit dem Erfolg, dass, wenn ich mich recht erinnere, das TSG bereits in 8 oder 9 Punkte höchst richterlich gekippt wurde - zuletzt war es IIRC der Zwang zur GaOP, der nun um die "kleinen Lösung" ergänzt wurde. Aber eine wirklich Reform wurde von den letzten Bundesregierungen immer wieder hinausgeschoben. Es ist halt auch ein Thema, dass voraussichtlich nur viel Aufwand und Ärger aber kaum Wählerstimmen einbringt. Also warum schlafende Hunde wecken? Es geht ja auch so?
Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
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ReaGirl
Re: Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
Yasmine hat geschrieben:Die Autoren verweisen ferner darauf, dass hinter jedem Wunsch nach Geschlechtsumwandlung eine individuelle Lebensgeschichte liege: "Das Leid der Betroffenen beginnt meist in der frühen Kindheit. Viele sind Opfer seelischen, körperlichen und sexuellen Missbrauchs, seelischer Verwahrlosung oder Opfer von Ablehnung". Die Betroffenen meinten, "dass die Operation ihre Probleme lösen werde". Doch so könnten die Wunden der Kindheitstraumata nicht geheilt werden.Das wusste ich von mir gar nicht. Mist, dann muss ich mich jetzt hier abmelden und meine Eltern verklagen.
Bitte Forum schließen, wir haben unsere Gründe gefunden.
LG
Yasmine
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Anne-Mette
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- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
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- Hat sich bedankt: 198 Mal
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Re: Die andere Meinung: "Psyche ins Lot bringen"
Moin,
ich hatte schon vermutet, dass es relativ schwierig ist, so eine andere Meinung hier zu zeigen; dabei halte ich es für wichtig, dass man nicht nur die Meinung derjenigen kennt, die ohne jeden Zweifel "pro GAOP" schreiben/sprechen/posten.
Manche Antworten zeigen leider, dass eine sachliche Auseinandersetzung, die ja auch im besten Fall andere überzeugen könnte, nicht möglich ist.
Schade.
Dabei sollten wir versuchen, uns konstruktiv mit solchen Thesen auseinandersetzen, denke ich.
Anderes Thema:
Gruß
Anne-Mette
ich hatte schon vermutet, dass es relativ schwierig ist, so eine andere Meinung hier zu zeigen; dabei halte ich es für wichtig, dass man nicht nur die Meinung derjenigen kennt, die ohne jeden Zweifel "pro GAOP" schreiben/sprechen/posten.
Manche Antworten zeigen leider, dass eine sachliche Auseinandersetzung, die ja auch im besten Fall andere überzeugen könnte, nicht möglich ist.
Schade.
Dabei sollten wir versuchen, uns konstruktiv mit solchen Thesen auseinandersetzen, denke ich.
Anderes Thema:
Für die Überarbeitung wurden Selbsthilfegruppen angeschrieben; ich muss mal nachsehen, wo ich das Anschreiben habe.kein Transgender hat daran aktiv mitgewirkt (soweit ich bisher gelesen habe).
Gruß
Anne-Mette