Das erste mal enfemme unterwegs
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Viktoria-TV
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Das erste mal enfemme unterwegs

Post 1 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV »

Das erste Mal Outdoor


Vor etwa einer Woche habe ich mich getraut das erste Mal nach draußen zu gehen. Am Tage hab ich mich jedoch noch nicht getraut, so dass ich mir den späteren Abend rausgesucht habe.

Bevors losging habe ich zuhause erstmal meine Sachen geordnet: Nachdem ich mich rasiert hatte, gings ans einkleiden. Zunächst habe ich Unterwäsche angezogen. Die große Frage dabei, was mache ich mit den Beinen, da diese nicht rasiert sind. Ich hab mich schließlich für Netzstrümpfe entschieden, weil man meine wenigen bloden Haare an den Beinen im Dunkeln bzw. bei schlechten Lichtverhältnissen im Gegensatz zu normalen Strümpfen nicht erkennen konnte. Das ganze hab ich natürlich vorher draußen auf den Balkon überprüft.

Nachdem dies erledigt war, hab ich mir die Tüte mit den anderen Sachen geschnappt, Männerkleidung drübergeworfen (wegen den Nachbarn) und bin zum Auto gegangen. An einem ruhigen Ort hab ich dann mir ein Kleid (bis über die Knie reichend) drüber gezogen, mich geschminkt und die Perücke aufgesetzt. Eine halbe Stunde später ... tata ...stand Viktoria vor mir.

Von da aus bin ich dann in einen nahegelegenen und abseits der Innenstadt und abseits von Hauptverkehrsstraßen liegenden Park gefahren. Dann habe ich noch mal mein äußeres überprüft, meine High Heels angezogen, meine Handtasche geschnappt und los gings. Bei den ersten Schritten - ich musste zunächst noch eine Straße überqueren - war ich ganz schön aufgeregt. Dannach legte sich so langsam die Aufregung. Anschließend bin ich über eine Stunde spazieren gegangen. Dabei begegnete mir ein alter Mann mit Hund und ein junger Mann auf einem Fahrrad. Von beiden kam keine Reaktion. Deshalb glaube ich das mein Passing gar nicht so schlecht war.

Zuhause angekommen konnte ich gar nicht schlafen. So aufgeregt war ich da noch.

Am nächsten Abend habe ich das ganze in einer nahen Kleinstadt wiederholt. Diesmal bin ich quer durch die Fußgängerzone gelaufen. Hier bin ich diesmal einer Handvoll Leuten begegnet. Auch hier wieder keine Reaktion; einige Männer haben mir hinterher geklotzt.

Am Abend darauf war ich nochmal draußen. Diesmal in einer anderen Stadt. Auch hier begegnete ich wieder einigen Leuten. Einer der Passanten könnte eventuell erkannt haben, dass das keine Frau vor ihm war. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht.
Zum Abschluss wollte ich unbedingt eine Frauentoillette aufsuchen. McDonalds schied aus, deshalb fuhr ich auf einen Autobahnrastplatz in der Nähe. Es war nun schon nach 12 Uhr und das sollte sich schon bald als Problem erweisen: Auf dem Rastplatz angekommen, parkte ich das Auto, machte die Tür auf um mir meine Heels anzuziehen und schon kamen einige Männer auf mich zu. Also hab ich das Auto abgeschlossen und bin schnell Richtung Toilette gegangen. Als ich rauskam stand schon ein ganzes Rudel Typen da, die mir nachklotzten. Deswegen bin ich schnell ins Auto gesprungen und weggefahren.
Das Ansteuern des Rastplatzes zu so später Stunde war zwar ein Fehler, den ich garantiert nicht mehr machen werde, aber irgendwie war es nachträglich betrachtet auch "schön", weil die Typen anscheinend wirklich dachten, eine Frau vor sich zu haben.

Ich bin auf jeden Fall aufs nächste Outdoor-Abenteuer gespannt.

Viktoria
I`m not ashamed to dress "like a woman" because I don`t think it's shameful to be a woman. - Iggy Pop -
exuserIn-2014-09-26

Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 2 im Thema

Beitrag von exuserIn-2014-09-26 »

Liebe Viktoria ... oh ... schöner Bericht. Mein erstes mal 'draussen' habe ich noch vor mir. *seufz*
Viktoria-TV hat geschrieben:
...

Zum Abschluss wollte ich unbedingt eine Frauentoillette aufsuchen. McDonalds schied aus, deshalb fuhr ich auf einen Autobahnrastplatz in der Nähe. Es war nun schon nach 12 Uhr und das sollte sich schon bald als Problem erweisen: Auf dem Rastplatz angekommen, parkte ich das Auto, machte die Tür auf um mir meine Heels anzuziehen und schon kamen einige Männer auf mich zu. Also hab ich das Auto abgeschlossen und bin schnell Richtung Toilette gegangen. Als ich rauskam stand schon ein ganzes Rudel Typen da, die mir nachklotzten. Deswegen bin ich schnell ins Auto gesprungen und weggefahren.
Das Ansteuern des Rastplatzes zu so später Stunde war zwar ein Fehler, den ich garantiert nicht mehr machen werde, aber irgendwie war es nachträglich betrachtet auch "schön", weil die Typen anscheinend wirklich dachten, eine Frau vor sich zu haben.
...
Na warum denn ausgerechnet auf eine Frauentoilette? War ich als Franz schon öfters, aber nur deswegen weil das Herren-Klo hygienische Mängel aufgewiesen hat. :lol:
Und warum nicht zu McDonalds?

Liebe Grüße
Vranzy
Inga
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Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 3 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi, Viktoria,

das ist wirklich ein schöner Bericht der ersten Schritte.

Anbei: Ich finde, natürlich muss Frau die Frauentoiulette aufsuchen. Was denn sonst?
Dass da manchmal die Probleme von Frauen sind, nachglotzende und aufdringliche Männer, nunja. Das ist so die andere Seite der eigenen weiblichen Erscheinung. Macht zwar stolz über das gute Passing ... aber genügt das?

Ich bin gespannt, was du von deinen weiteren Ausflüge en femme berichten werden kannst.

Liebe Grüße
Inga
Andrea aus Sachsen
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Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 4 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Viktoria,
schön, dass du dich getraut hast und danke für deinen anschaulichen Bericht!
Jetzt hast du dich auch vom Crossdressing-Virus angesteckt und wirst nie mehr davon loskommen. In diesem Sinne wünsche ich dir noch viele erlebnisreiche Stunden und Tage draußen als Viktoria.
Ein kleiner Tipp noch: Lass dein äußeres Erscheinungsbild (Kleidung, Frisur, Makeup, Gang, Gestik) mal von einer Vertrauensperson kritisch beurteilen. Die meisten von uns neigen anfangs dazu, es mit der Weiblichkeit etwas zu übertreiben. Oder orientiere dich daran, was Frauen in deinem Alter üblicherweise tragen. Ich denke, so steht auch einem Ausflug bei Tageslicht (ist vor allen nicht so gefährlich wie Nacht- und Nebelaktionen) nichts mehr im Wege.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Julia65

Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 5 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Hallo Viktoria,
tja, die Berichte von den ersten Outdoor-Erlebnissen weisen sehr häufig parallelen auf, auch zu meinen.
Ich bin anfangs auch mal auf einigen Autobahn-Raststätten gewesen, auch bei Nacht. So eine ängstigende Anhäufung von jungen Männern ist mir allerdings erspart geblieben. Daher glaube ich nicht, dass es ein Fehler von dir war, eine Raststätte aufzusuchen; es war Pech, dass da grad dieses Bündel Testosteron auftauchte.
Ich habe anfangs mal bei Nacht in aller Ruhe (fast ganz alleine) einen Kaffee getrunken in einer Raststätte.

@Andrea: Sag doch nichts von Ansteckung, das glaubt nachher noch jemand und dann kommen wir noch alle in Quarantäne! ;-)

LG
Julia
Ulrike-Marisa
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Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 6 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hallo Viktoria,

jeder Weg fängt mit dem ersten Schritt an und es ist gut, dass du ihn getan hast, wenn es deinen Wünschen und Gefühlen entspricht. Es gehört immer Mut und Selbstüberwindung dazu neue Wege zu beschreiten. Ich bin zuerst bei der Selbsthilfegruppe en femme gewesen, dann irgendwann einfach en femme zum einkaufen bei Edeka gegangen und habe später weitere Geschäfte besucht und bin zum Spaziergang in der Einkaufsstraße unterwegs gesen; nicht alles an eienm Tag aber mit der Zait. Frau bekommt dann Sicherheit im Umgang mit anderen und mehr Selbstbewusstsein; bei mir immer mit der Devise freundlich und natürlich bleiben und nicht auffallen. Das hat bisher gut geklappt und ich hatte keine wirklich negativen Erlebnisse; fragende Blicke, die muss Frau aushalten lernen. Wir sind eben ganz normal anders und leben das auch im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Freiräume.

LG, Ulrike-Marisa (smili) (flo)

... wir sind die, vor denen uns unsere eltern schon immer gewarnt haben :wink: ...
geraldine
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Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 7 im Thema

Beitrag von geraldine »

Hallo Viktoria!
Schön das Du Dich findest, und keine "Rolle" mehr spielen willst.
Ein großer Schritt.
Ich war beim Ersten "mal" auch sehr unsicher.
Habe mich mit Julia im Urlaub in Kiel getroffen.
Bei Tag, und das im großen Einkaufscenter.
Es hat mir gut getan .Danke Julia ( ! ) für Deine liebe Unterstützung!
Meine beiden Mädels (meine liebe Frau und meine Tochter) haben bei der
Auswahl meines Aussehens sehr lieb geholfen. (siehe Andrea aus Sachsen)
Meine Erfahrung war, ich muß zu mir und meinem Äußeren stehen.!
Selbstbewußtsein haben.

Ich bin ich,

und D A S ist gut so!!!!

So habe ich bis jetzt noch keine negative Reaktionen meiner Mitmenschen erhalten.
Von Frauen (denen es natürlich nicht verborgen blieb )ein freundliches Lächeln .
Von machen Männern ein irritierter Blick. ( Wassen das?????)


Natürlich bleibt es nicht aus, mal auf Toilette zu gehen, da solltes Du auch
zu Dir stehen und die entsprechende Tür wählen!

Also Kopf hoch sei Du selbst.
L G
Geraldine
Viktoria-TV
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Re: Das erste mal enfemme unterwegs

Post 8 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV »

Hallo,


heute war Viktoria das erste Mal bei Tageslicht draußen. Als Ziel habe ich mir die "Einkaufsstadt" Essen ausgesucht. Auf diesen Ausflug hab ich mich die letzten Wochen schon intensiv vorbereitet, indem ich verschiedene Outfits getestet und schminken geübt hab. Die Outfits fanden sich relativ schnell: Einmal mit Hose, einmal mit Rock. Die ganzen letzten Tage hab ich überlegt, welches Outfit sollst du nehmen? Da es mein erster Ausflug bei Tageslicht war, hab ich mich für die Hosenvariante entschieden. Ganz wollt ich auf den Rock nicht verzichten, deshalb hab ich ihn auch noch eingepackt.

Nachdem ich heute Morgen aufgestanden bin, mich geduscht und vor allem rasiert hatte, packte ich erstmal alle Sachen zusammen, da ich mich unterwegs umziehen wollte. Ach herrje, mit soviel Dingen an die man Denken muss hatte ich gar nicht gerechnet: Nachdem Klamotten, Silis, Perücke, tausend Schminksachen, Nagellack, Abschminkzeug, Schmuck usw. eingepackt war, gings los. Ab ins Auto Richtung Essen. Gegen 10:30 Uhr war ich in Essen und fuhr in ein Parkhaus in Uninähe. Da dort nicht viel los war, hab ich mich gleich im Auto angezogen und geschminkt. Das hat sich doch länger als erwartet hingezogen. Normalerweise brauch ich ne Stunde, hier brauchte ich anderthalb, weil ich zweimal zu ungeduldig mit dem Nagellack war, und weil das mit den Augenbrauen gar nicht klappen wollte. Trotz dieser Rückschläge gings nachdem ich meine Heels angezogen hatte, endlich los:

Das Herz schlug mir bis zum Hals! Also raus aus dem schützenden Auto und ab Richtung Parkhausausgang. Im Treppenhaus begegnete mir niemand - damit war das erste geschafft. Nun kam der Schritt auf die Straße. An der Ecke stand eine Frau. Also sie gar nicht weiter beachten und vorbei an ihr. Zu allem Unglück bin ich erstmal mit den Heels umgeknickt. :( ... aber davon lassen wir uns doch nicht ins Boxhorn jagen. Vom Parkhaus aus gings Richtung Einkaufszentrum Limbecker Platz. Unterwegs begegnete ich einigen Leuten, aber niemand nahm Notiz von mir. Bevor ich das Einkaufszentrum betrat, prüfte ich noch mal alles in den verspiegelten Scheiben ... Perücke...sitzt...Makeup...dezent...Outfit...stimmig...ja Viktoria sah phantastisch aus. Also los rein da. Zuerst hab ich erstmal eine Runde im Erdgeschoss gedreht. Als erstes kam ich an Karstadt vorbei. Da ich ja da war um einige Dinge zu kaufen, bin ich auch gleich in den Laden gegangen. Ich hatte mir natürlich zuvor eine Liste gemacht, was ich alles kaufen möchte. Auf der Liste standen:

- Strumpfhose makeup 40 den
- neue Strapsstrümpfe
- Ohrclips
- Nagellackentferner

Diese vier Dinge waren quasi meine Aufgaben.

Bei Karstadt bin ich erstmal in die Unterwäscheabteilung. Immer wieder schaute ich mich um, ob jemand was bemerkt. Aber keine Reaktion. Passende Strümpfe und Strumpfhosen gab es da nicht bzw. waren zu teuer. Es gab zwar schöne Unterwäsche, aber keine, wo ich gesagt hätte: "Das Teil musst du haben." Als nächstes kam ich am dm vor bei. Nagellackentferner und eine 40den Strumpfhose war schnell gefunden. Dann gings an die Kasse. Jede menge Menschen in einer Schlange davor. Also hab ich mich angestellt. Der Puls schoss wieder nach oben, je näher ich kam. Die Einkäufe hab ich aus Band gelegt, Verkäuferin schaute mich an, grüßte und ich lächelte zurück. Geld hab ich ihr in die Hand gedrückt und weg war ich. Getraut was zu sagen, hab ich mich nicht.

Nachdem ich bei dm war, musste ich erstmal aufs Klo, um Makeup und Perücke zu kontrollieren. Auf meinem Weg durchs Center hat keiner großartig reagiert. Manche Leute schauten mir zwar in die Augen aber, den meisten kam wohl kein Zweifel, dass da eigentlich keine Frau läuft.

Nachdem ich auf dem Klo war, gings zu C&A. Auch hier hab ich mir die Unterwäscheabteilung angeschaut und endlich auch passende Strümpfe gefunden. Dann hab ich noch eine Runde durch die Abteilung gedreht und mich dann an der Kasse angestellt. Wieder kam von der jungen Verkäuferin nur ein Hallo und ich erwiderte diesen diesmal leise. Nachdem ich bezahl hatte, wünschte sie mir noch einen schönen Tag und rief mir, - ich war bereits im gehen begriffen - ob ich den Zettel haben möchte. Da ich mich nicht getraut habe was zu sagen, winkte ich ab. Anschließend war ich am Limbecker Platz noch in Schuhläden. Ich wollte eigentlich Stiefel anprobieren. Aber hier hatte ich Schiss bekommen und bin wieder raus. Als ich am Gastronomiebereich vorbeikam saß da eine ältere Frau, - an der musste ich vorbei. Die Blickte als hätte sie einen Geist gesehen, ihre Tochter (?) machte irgendwas in ihrem Gesicht (Strähnen weg oder so) Eventuell galt ihr Blick also gar nicht mir?

Nachdem ich wieder hinunter ins Erdgeschoss gefahren war, war ich noch bei Brijou Brigitte und hab mir Ohrclipse geholt (Viktoria hat nur ein Ohrloch und will/kann sich kein weiteres machen lassen). Dort suchte ich die Ohrringe durch, ohne Clipse zu finden. Die Verkäuferin fragte ob ich klar komme. Natürlich kam ich klar. Endlich hatte ich dann die Clipse gefunden. Ich hatte mich natürlich im Internet vorher informiert, was die im Sortimient haben. Da kamen nur wenige in Frage. Diese probierte ich durch und schaute mir im Spiegel an, wie die einzelnen Clips an mir so wirken. Meinen zuvor ausgeschauten Favoriten verwarf ich schließlich, weil ich fand, dass die anderen Clipse mir besser sehen. Nachdem ich dann bezahlt hatte, verließ ich den Limbecker Platz und machte mich auf Richtung Innenstadt.

Über Nebenstraßen, vorbei an einem Erotikfachmarkt und einem Laden für Fetishkleidung gings dann ab in die Innenstadt. Da nun Halbzeit war, wollte ich auch die Hose gegen den Rock tauschen. Das Oberteil passt glücklicherweise zu beiden. Also überlegte ich, wo ich das am Besten tun konnte. Galeria Kaufhof schied aus. Am Ende hätten die gedacht ich klaue. Auch alle anderen Modehäuser gingen nicht. Also bin ich Richtung Hauptbahnhof marschiert um dort die Toilette aufzusuchen. Die sind dort wenigstens in Ordnung, auch wenn die unverschämterweise 1 € Eintrittsgeld kosten.

Auf dem Klo hab ich mich dann umgezogen. Unter der Hose hatte ich Strapsstrümpfe getragen, die schon die ein- oder andere Laufmasche haben. Diese wurden nun genauso gewechselt, wie die Hose. Die Strümpfe machten den neuen Platz und die Hose dem Rock. Beim Verlassen des Klos prüfte ich mich noch mal vorher im Spiegel. Yeah sah das toll aus. Ab jetzt hatte ich das Gefühl, dass mich ab jetzt mehr Augen beobachteten. Das scheint wohl an den bestrumpften Beinen und den Heels gelegen zu haben, da ich nicht den Eindruck hatte, dass mich jemand als Mann erkannt hatte. Vom Hauptbahnhof aus, gings ab Galeria Kaufhof. Ich schlenderte dort bisschen durch die Gänge, fand aber nichts. Strümpfe hatte ich schon, deshalb brauchte ich keine weiteren, auch wenn es dort schöne Strümpfe gab. Aus der Damenabteilung nahm ich dann ein Teil mit in die Umkleidekabine. Nicht um es anzuziehen, sondern weil ich einen Spiegel brauchte um mein Makeup zu kontrollieren. Lust zum Klamotten probieren hatte ich außerdem keine mehr, denn mir taten die Füße weh (Gr. 40 ist wohl doch ein Tick zu klein) und musste den ganzen Weg noch zurück.

Zum Abschluss war ich noch mal in ein paar Schuhläden: Wollte zumindest mal Stiefel mit 8-10 cm Absatz probieren. Deichmann war leider ein Fehlschlag. Den Stiefel der mir gefalle hat, den gab es zwar in 41, aber Viktoria passte da trotzdem nicht rein. Beim Anziehen hab ich auch gleich wieder viel gelernt: Nicht wie ein typischer Mann auf den Stuhl setzen, sondern Bein zusammen und aufpassen, dass der Rock nicht zu hoch rutscht, weil man sonst die Spitzeränder der Strümpfe sehen könnte. Ein weiterer Schuhladen in der Rathauspassage war ein Reinfall. Stiefel, wie ich sie mir vorstelle hatten sie nicht. Beim dritten hatte ich allerdings Glück. Die hatten die passenden Stiefel und das auch noch in Gr. 41! Den ersten Stiefel anzuziehen war kein Problem. Im Gegensatz zu meinen Heels fühlt sich das auch gut an. Der zweite Stiefel hingegen wollte und wollte nicht zugehen...blöde Waden, doch etwas zu dick...letztlich hat es aber doch noch geklappt. Ich schaute mich im Spiegel an und fand, dass mir die Dinger standen. Für 26,99 € waren sie auch nicht mal so teuer. Letztlich hatte ich mich doch gegen die Stiefel entschieden, da ich noch nicht reinen Tisch mit meiner Frau gemacht habe. Und da Stiefel schwerer zu verstecken sind, konnte ich die nicht mitnehmen.

Zurück gings also zum Auto: Inzwischen war es etwa halb vier (nachmittags). An der St. Gertrudskirche hatte ich aber noch ein unschönes Erlebnis. Da saß auf den Steinen so ein Typ. Der hatte mich kommen sehen. Als ich abbog um einen Bogen um den zu machen stand er auf und Schnitt mir den Weg ab. Am U-Bahneingang Rheinischer Platz/Viehhofener Platz sprach er mich an, ob ich mich auskennen würde. Ich schüttelte den Kopf und ging weiter. Der Typ verfolgte mich in den U-Bahntunnel und quatschte mich voll. Erst fragte er mich, ob ich ihn den Po versohlen würde, später fragte er mich, ob ich mal seinen Schwanz sehen wolle. Ich ging ohne ihn zu beachten schnell weiter. Der lief dann bis in Höhe Uni neben mir her und glotzte mich an. Eigentlich wollte ich zu meinem Auto um heimzufahren, aber ich konnte ihn ja schlecht zeigen, wo ich parke. Also bin ich in die Uni rein. Hinterhergekommen ist er da nicht mehr. Mit dem Fahrstuhl bin ich nach oben gefahren um von den Fenstern da oben zu schauen in welche Richtung er läuft. Nachdem ich im
Gebäude etwa 10 Minuten gewartete hab, nahm ich einen anderen Ausgang und machte mich auf zu meinem Auto. Dort habe ich mich abgeschminkt und umgezogen. Auch er schien mich nicht als Mann erkannt zu haben, der mich immer "junge Frau" ansprach.

Erkannt haben mich eventuell ein paar Kinder am Bahnhof; von den Passanten, denen ich begegnet bin, glaub ich keiner. Zumindest hat keiner was gesagt und keiner den Kopf gedreht.

Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht die Stiefel gekauft habe. Die sind einfach bequemer als meine Pumps. von denen hab ich an jeder Zehe blasen...na ja wer schön sein will muss leiden, hat meiner Mutter schon immer gesagt.

Nachdem ich zwischendurch noch einen Termin als Mann hatte, hab ich mich abends noch mal in den Fummel geworfen und war kurz noch was einkaufen.

Eure Viktoria

P.S. Ich war jetzt das zweite mal draußen ... und hatte es zweimal mit aufdringlichen Typen zu tun. Daher vor allem die Jüngeren unter uns: Was macht ihr in solchen Situationen?
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