FrauTV: Aus der Mottenkiste?
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27683
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 218 Mal
- Danksagung erhalten: 2534 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
FrauTV: Aus der Mottenkiste?
Moin,
wir haben uns die Sendung gestern mal wieder angesehen und finden beide, dass viele Argumente und viele Szenen aus der Mottenkiste kommen. Manches wird so richtig stereotyp in jedem, aber auch jedem Beitrag wiederholt.
Ein Beispiel ist dieser Beitrag:
Das schlechte Gewissen berufstätiger Mütter
Ein nagender Selbstzweifel: http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbei ... wissen.jsp
Die Mutter rackerte sich ab mit Kinderbetreuung und Arbeit (im Home-Office). Nach einem anstrengenden Tag (ein Abgabetermin drängte - und ein Kind hatte Läuse) war sie froh, als der Mann von der Arbeit kam und Entlastung versprach.
Fast die Schluss-Szene: der Mann liegt auf dem Sofa, die Beine hoch - und liest Zeitung - und die Kinder gucken sich etwas im Fernsehen an.
Fazit des Films: ja, die Männer, die kennen das gar nicht mit Gewissensbissen - und nehmen das alles locker. "Die Männer"- lauter Verallgemeinerungen. Die Frau wurde mit dem Konzept oder was auch immer, das sie abgeben sollte, nicht so richtig fertig, wollte es aber gut machen. "Männer würden es natürlich halbfertig abgeben und sich nicht so viele Sorgen machen", hieß es da.
Ich finde "wieder so ein Beitrag, den die Welt nicht braucht"; denn auf wesentliche Aspekte des Familienlebens wurde überhaupt nicht eingegangen.
Vielen Familien, vielen Frauen stellt sich nicht die Frage: "Arbeit oder Vollzeitmama"; sie müssen sich danach richten, was der Arbeitsmarkt ihnen bietet. In aller Regel wird es sogar erforderlich sein, dass beide arbeiten, um die gestiegenen Kosten für Wohnraum und allgemein für Lebenshaltungskosten aufbringen zu können.
Wer sagt eigentlich, dass Männer kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie berufstätig sind und sich aus diesem Grund nicht so um die Kinderbetreuung kümmern können, wie sie es sich eigentlich wünschen? Woher kommt die Info, dass Männer alles locker sehen? Vielleicht stehen sie auch unter dem Druck, Geld verdienen zu müssen und wären auch lieber "Vollzeitpapa" - oder jedenfalls "Mehrpapa".
Auch schon mal von "moderneren Familien" gehört? Die gibt es sogar hier auf dem Land. Da hat sozusagen ein Rollentausch stattgefunden: die Frau hat eine feste Arbeit und der Mann ist z.B. arbeitslos oder geht einer freien Berufstätigkeit nach, sodass er den Hauptteil der häuslichen Arbeit und Kinderbetreuung übernimmt.
Eine Zeit lang war es einigen Männern noch peinlich, wenn sie draußen Wäsche aufgehängt haben. Heute grüßen sie dabei zum Nachbarn hinüber, der der gleichen Tätigkeit nachgeht.
Und dieses ewige Vorurteil, dass Männer nicht wissen, wie eine Waschmaschine zu bedienen ist oder dass sie weniger gründlich sauber machen, ist genau so blöd wie das Vorurteil, dass Frauen schlechter Auto fahren.
Gruß
Anne-Mette
wir haben uns die Sendung gestern mal wieder angesehen und finden beide, dass viele Argumente und viele Szenen aus der Mottenkiste kommen. Manches wird so richtig stereotyp in jedem, aber auch jedem Beitrag wiederholt.
Ein Beispiel ist dieser Beitrag:
Das schlechte Gewissen berufstätiger Mütter
Ein nagender Selbstzweifel: http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbei ... wissen.jsp
Die Mutter rackerte sich ab mit Kinderbetreuung und Arbeit (im Home-Office). Nach einem anstrengenden Tag (ein Abgabetermin drängte - und ein Kind hatte Läuse) war sie froh, als der Mann von der Arbeit kam und Entlastung versprach.
Fast die Schluss-Szene: der Mann liegt auf dem Sofa, die Beine hoch - und liest Zeitung - und die Kinder gucken sich etwas im Fernsehen an.
Fazit des Films: ja, die Männer, die kennen das gar nicht mit Gewissensbissen - und nehmen das alles locker. "Die Männer"- lauter Verallgemeinerungen. Die Frau wurde mit dem Konzept oder was auch immer, das sie abgeben sollte, nicht so richtig fertig, wollte es aber gut machen. "Männer würden es natürlich halbfertig abgeben und sich nicht so viele Sorgen machen", hieß es da.
Ich finde "wieder so ein Beitrag, den die Welt nicht braucht"; denn auf wesentliche Aspekte des Familienlebens wurde überhaupt nicht eingegangen.
Vielen Familien, vielen Frauen stellt sich nicht die Frage: "Arbeit oder Vollzeitmama"; sie müssen sich danach richten, was der Arbeitsmarkt ihnen bietet. In aller Regel wird es sogar erforderlich sein, dass beide arbeiten, um die gestiegenen Kosten für Wohnraum und allgemein für Lebenshaltungskosten aufbringen zu können.
Wer sagt eigentlich, dass Männer kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie berufstätig sind und sich aus diesem Grund nicht so um die Kinderbetreuung kümmern können, wie sie es sich eigentlich wünschen? Woher kommt die Info, dass Männer alles locker sehen? Vielleicht stehen sie auch unter dem Druck, Geld verdienen zu müssen und wären auch lieber "Vollzeitpapa" - oder jedenfalls "Mehrpapa".
Auch schon mal von "moderneren Familien" gehört? Die gibt es sogar hier auf dem Land. Da hat sozusagen ein Rollentausch stattgefunden: die Frau hat eine feste Arbeit und der Mann ist z.B. arbeitslos oder geht einer freien Berufstätigkeit nach, sodass er den Hauptteil der häuslichen Arbeit und Kinderbetreuung übernimmt.
Eine Zeit lang war es einigen Männern noch peinlich, wenn sie draußen Wäsche aufgehängt haben. Heute grüßen sie dabei zum Nachbarn hinüber, der der gleichen Tätigkeit nachgeht.
Und dieses ewige Vorurteil, dass Männer nicht wissen, wie eine Waschmaschine zu bedienen ist oder dass sie weniger gründlich sauber machen, ist genau so blöd wie das Vorurteil, dass Frauen schlechter Auto fahren.
Gruß
Anne-Mette
-
Inga
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3855
- Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 120 Mal
- Danksagung erhalten: 213 Mal
- Kontaktdaten:
Re: FrauTV: Aus der Mottenkiste?
Hallo, A-M,
ich habe den Beitrag jetzt nicht selber angeguckt. Doch mich stört noch etwas andes. Das ist der Druck , im Alltag immer etwas Produktives zu tun und sich gerade auf den abend zugehend im Familienleben nicht auch einfach eine Weile etwas gehen zu lassen und den Freilauf zum Ausklang des Tages genießen: Warum soll nicht mal einer Zeitung lesen und die Kinder auch mal Fernsehen gucken (oder mal ohne die erwachsenen Vorgaben spielen)? Muss man wirklich immer wie ein Hamster im Rad herum laufen und bis zur erschöpfung tätig sein? Nun, wahrscheinlich erträume ich da auch ein Bild von zu viel romantischer Familienidylle ...
Liebe Grüße
Inga
ich habe den Beitrag jetzt nicht selber angeguckt. Doch mich stört noch etwas andes. Das ist der Druck , im Alltag immer etwas Produktives zu tun und sich gerade auf den abend zugehend im Familienleben nicht auch einfach eine Weile etwas gehen zu lassen und den Freilauf zum Ausklang des Tages genießen: Warum soll nicht mal einer Zeitung lesen und die Kinder auch mal Fernsehen gucken (oder mal ohne die erwachsenen Vorgaben spielen)? Muss man wirklich immer wie ein Hamster im Rad herum laufen und bis zur erschöpfung tätig sein? Nun, wahrscheinlich erträume ich da auch ein Bild von zu viel romantischer Familienidylle ...
Liebe Grüße
Inga