Die Geschichte von Claudia Meier
Die Geschichte von Claudia Meier

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
nicole.f
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Die Geschichte von Claudia Meier

Post 1 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo!
Da ich gerade mal wieder drüber gestolpert bin, dachte ich, ich lasse Euch das auch mal zukommen - die erstaunliche Geschichte von Andreas zu Claudia Meier. Dies ist eine sehr schön und gut gemachte Reportage aus dem Schweizer Fernsehen, die auch in Deutschland mal auf 3Sat lief, glücklicherweise gerade mal wieder bei YoutTube online (in drei Teilen):

Teil 1/3:

http://www.youtube.com/watch?v=n8gcTK5DAMg

Teil 2/3:

http://www.youtube.com/watch?v=v10cSaLTvKc

Teil 3/3:

http://www.youtube.com/watch?v=y54Zi28ZchA

Ich glaube, ich habe den Film bestimmt schon fast ein Dutzend mal gesehen... und bekomme jedesmal wieder feuchte Augen, spätestens wenn der Vater...aber seht selbst.

Was ich an dieser Reportage so faszinierend finde ist, mit welcher Selbstverständlichkeit das alles abläuft. Nicht falsch verstehen, natürlich ist das keinesfalls einfach für alle Beteiligten, aber dennoch hat man das Gefühl, dass alles einfach richtig ist. Genau so muss es sein. Und Claudia ist einfach fantastisch. Völlig natürlich, nicht überdreht, humorvoll, aber auch nachdenklich und selbstkritisch. Was könnte man noch von einem Menschen erwarten? Und dabei ist sie dann auch perfekt in Ihrem Job als Hotel-Direktorin, stilvoll gekleidet, gekonntes Auftreten und professionell.
Wie könnte es noch besser für eine Trans-Frau laufen?

Warum ich dabei feuchte Augen bekomme?
Sie hat praktisch alles erreicht, wo ich auch so oft gerne hin wollte, mich aber zu nichts traue. Doch die Zeit wird knapp - Tage, Wochen Monate fließen unaufhörlich dahin, unumkehrbar. Hätte ich doch mutiger sein sollen? Sollte ich es jetzt vielleicht endlich? Aber es hat 42 Jahre ganz gut geklappt, vielleicht klappt's auch weitere 42 und es wäre geschafft? Oder mache ich mir nur etwas vor und meine Hormone spielen mir einen schrecklichen Streich und schicken mich auf Achterbahnfahrten der "falschen Lust"?
Und da sind sie dann wieder diese Selbstzweifel - dort Claudia, der man voller Bewunderung aus tiefstem Herzen nur das Allerbeste wünschen kann! Und hier bin ich und weiss nicht wer und was ich bin und traue mich auch nicht weiter bis an die Türschwelle. Manchmal ist es einfach zum heulen und dann werden sie feucht, die Augen.

Also, schaut's Euch mal an. Ich habe es sehr genossen!

Liebe Grüße
nicole
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Caira

Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 2 im Thema

Beitrag von Caira »

Ja, mir sind auch die Tränen gekommen, als sie mich beleidigt hat. :((a
nicole.f
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 3 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Nika hat geschrieben:Ja, mir sind auch die Tränen gekommen, als sie mich beleidigt hat. :((a
Äh, wo, wie, mit was?

Verstehe ich nicht...

Liebe Grüße
nicole
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ExuserIn-2014-06-30

Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2014-06-30 »

Sehr schön gemachter Film. Hat mit wirklich gut gefallen.
nicole.f
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 5 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Tiger hat geschrieben:Sehr schön gemachter Film. Hat mit wirklich gut gefallen.
Ah, danke, ich dachte schon, ich hätte etwas übersehen ;)

Die Geshichte von Claudia geht auch noch weiter... sie hat da einen recht öfentlichen Kampf mit den sturen und konservativen schweizer Behörden führen müssen, über den regelmäßig sehr wohlwollen in der Presse bereichtet wurde. Mittlerweile hat sie das Hotel verkauft, was ich etwas schade finde aber das hat sichelrich gute Gründe, und möchte nun eine spanisch angehauchte Bar/Restaurant in Bern eröffnen. Was mich interessieren würde, ich aber noch nicht herausgefunden habe, wäre, ob sie noch mit ihrer Frau zusammen ist? In dem Film und den Berichten später ist immer von dieser starken Partnerschaft die Rede, doch in späteren Berichten findet man eher andeutungsweise, dass sie nun doch eher getrennt sind - bspw. hat Claudia alleine ein Appartment in Bern, nicht mit ihrer Frau zusammen.

Vielleicht sollte man sie einfach mal in ihrem Lokal in Bern besuchen gehen ;)

Liebe Grüße
nicole
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ExuserIn-2015-02-14

Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2015-02-14 »

Hallo, Nicole,

vielen Dank für den wundervollen filmischen Beitrag über Claudia, sie eine bewunderswerte Frau.
Ich wünsche Dir, dass Du deinen eigenen Weg - trotz vieler Selbstzweifel - ebenso konsequent gehen kannst.
Es ist nie zu spät, das Lebensruder herumzureißen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Alles Gute!

Liebe Grüsse

Deborah LL.
nicole.f
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 7 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Ladylike hat geschrieben:Hallo, Nicole,

vielen Dank für den wundervollen filmischen Beitrag über Claudia, sie eine bewunderswerte Frau.
Ich wünsche Dir, dass Du deinen eigenen Weg - trotz vieler Selbstzweifel - ebenso konsequent gehen kannst.
Es ist nie zu spät, das Lebensruder herumzureißen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Alles Gute!

Liebe Grüsse

Deborah LL.
Freut mich, dass Du den Beitrag auch genießen konntest.

Was mich betrifft hast Du natürlich, wie für jeden anderen auch, völlig Recht, dass es fast nie zu spät ist, noch etwas zu ändern. Und ich bin auch ganz sicher nicht der Typ für halbe Sachen, d.h. wenn ich das mal anfangen würde, dann würde ich auch ganz genau mein Ding durchziehen, zu dem ich mich dann mal entschlossen habe.

Nur aber eben erst, wenn ich mich entschlossen habe...

Was mich zur Zeit umtreibt ist die Frage, was will ich wirklich?
Das Dumme an unserer Situation ist, dass einige "Begleitumstände", wenn wir mal angefangen haben, einen bestimmten Weg einzuschlagen, unter Umständen nicht mehr revidierbar sind. Und da denke ich gar nichtmal an Dinge wie operative oder nicht operative körperliche Veränderungen - es fängt schon mit Dingen wie dem Outing an. Ist dies einmal bekannt, ist diese Büchse der Pandora nicht mehr zu verschließen, egal was man danach an- oder feststellt. Und damit einher geht für mich das "the grass is always greener on the other side" oder auf gut Deutsch "das was man nicht hat ist immer besser". Ist also mein Wunsch von einem feminineren Leben, wie auch immer sich dies dann genau ausgestaltet, ein echtes Bedürfnis oder ist dies einfach nur der Wunsch nach dem jetzt nicht erreichbar anderen und wird dann umgehend nicht mehr wünschenswert, wenn der Wunsch erfüllt wurde? Das wäre dann nämlich der GAU schlechthin. Dann hat man alles durchgemacht, die teils peinlichen Situationen beim Outing, die Umstellungen etc. etc. nur um dann am Ende festzustellen, dass es doch ein Irrweg war, dass die Wochenenden en-femme schön, aber Wochen und Monate dann doch viel zu viel sind? Und dann wird womöglich das alte normale Leben zu dem, was das Leben en-femme vorher war, nämlich der nicht (mehr) erreichbare Wunsch nach dem, was man gerade nicht hat und womöglich noch schlimmer, der Wunsch nach dem, was man schonmal hatte!

Ich weiß von mir ganz genau, dass ich den Wunsch zu deutlich mehr Weiblichkeit nicht ablegen kann - das kennen sicherlich alle hier. Wer hat nicht versucht, die Klamottensammlung zu entsorgen und ein für allemal dem Ganzen zu entsagen. Klappt nicht.
Ich weiß auch, dass dieser Wunsch und manchmal Drang, nicht ständig vorhanden ist - mal mehr, mal weniger, mal auf einem Niveau, das ignorierbar ist, mal ist es kaum noch auszuhalten und mal sind die Phasen lang, mal kurz. Wie soll man denn daraus schlau werden?

Und dann denke ich mir auch oft, schei* drauf, das ist mein Leben! Und es ist schon mindestens zur Hälfte vorbei! Ich mache was ich will und die anderen sind mir egal, basta! Das geht dann solange gut, solange man alleine vor sich hin schmollt und grübelt. Und sobald man dann wieder gute Freunde, Familie oder Eltern trifft, brechen die größten Selbstzweifel auf. Will ich diesen ganzen Leuten das alles wirklich zumuten? Eigentlich ist es doch gut so wie es ist? Ich kenne sie, sie kennen mich, also besser nichts ändern. Ich bin in dieser Beziehung glaube ich viel zu sehr auf Harmonie aus, wenngleich, nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe, meine Befürchtungen weitgehend unbegründet sind. Ich habe nur über sehr wenige Fälle gelesen, in denen das Outing und die Zeit danach irgendwelche gravierende Probleme gegeben hätte. Meist hatten die sich outenden Personen selbst die viel größeren Probleme, als das Umfeld.

Und vermutlich bin ich da sowieso das größte Weichei und Angsthase der Welt, denn viel möchte ich ja eigentlich gar nicht. Ich glaube ich habe bspw. keinen Bedarf nach eine GaOp - sicherlich ist da ein Reiz, zu wissen wie das wohl wäre, aber nein, muss ich nicht unbedingt haben. Auch lege ich sonst keinen großen Wert auf die typisch weiblichen körperlichen Eigenschaften, wie Brüste oder ein weiblicher Po - auch hier würde ich für mich sagen, ja, wäre nett mal zu wissen, wie das so ist, doch ohne komme ich auch gut klar - es gibt schließlich auch genug Bio-Frauen, denen das ähnlich geht. Das was ich möchte sind vielmehr Dinge und Eigenschaften, die einfach gesellschaftlich nur Frauen zugeschrieben werden und daher für Männer tabu scheinen.

Das fängt damit an, dass z.B. wirklich figurbetonte Kleindung praktisch nicht existiert. Und wenn, dann wird man damit sofort in die Ecke der Homosexuellen gesteckt. Pumps und Feinstrümpfe finde ich das wohl eleganteste, was man am Bein tragen kann, geht aber für Mann, egal ob schwul oder nicht, per-se mal gar nicht. Rock wurde immer mal wieder probiert, hat sich aber allenfalls in der Gothic Scene etwas verbreitet und auch da nur zwei, höchstens drei Arten (been there, done that, habe praktisch alle Modell mittlerweile gesammelt :) Figurbetonte Oberteile, egal ob einfache Shirts, Pullis oder Hemden/Blusen sind auch praktisch tabu, vor allem wenn diese womöglich auch noch einen etwas ausgefallenere Schnitt oder gar Ausschnitt haben oder nicht aus Schlabber-Baumwolle sind. Vergleicht mal alleine Stoffarten zwischen Herren und Damen Shirts... Und unten drunter, mit der Unterwäsche, sieht es ja genauso grausam aus. Damen Wäsche ist in der Regel Haut-anliegend und aus angenehm feinmaschigen und schönen Stoffen, die Herren-Sachen, nunja... man kann schon froh sein, wenn man mal Microfaser statt Feinripp überhaupt erst bekommt und wenn, dann zu Preisen die es einem verleiden. Oberhalb des Tops wird es nicht minder problematisch - dekorative Kosmetik ist ein völliges no-go, wenngleich die schizophrene Situation besteht, dass viele Bio-Frauen das durchaus attraktiv finden (Stichwort Smoky-Eyes etc.), es aber für ihren Freund/Partner ablehnen - WTF!? Beim Thema Schmuck etc. sieht das ganz ähnlich aus.

Das ganze endet dann für mich einfach darin, dass ich, wenn ich alles das, was ich gerne an mir sehen würde und wie ich mich gerne geben würde, in die Tat umsetzte, ich dann in der heutigen Gesellschaft dem Bild einer Frau entspräche und auf gar keinen Fall einem Mann. Muss ich deshalb gleich gänzlich zur Frau werden? Und was gäbe es dazwischen? Soweit ich weiß, gibt es dieses dazwischen in allen westlich geprägten Gesellschaften einfach gar nicht. In einigen anderen Kulturen gibt es Ansätze davon, die aber teils auch etwas üble Begleiterscheinungen haben - meist werden diese Zwischenwesen dann zum Sexspielzeug der "echten" Männer (Süd-Amerika, Indien - Hijra, Thailand - Kathoey).

Und das ist dann eben genau die Situation, die mich ab und zu verzweifeln lässt - erstens, was will ich wirklich (Stichwort "grüneres Gras") und zweitens, wohin führt mich das?

Eines wird mir allerdings täglich mehr bewusst - die Zeit wird knapp. Wir haben nur ein Leben und wenn das vorbei ist, ist es vorbei. Eine zweite Chance gibt es nicht. Bisher habe ich noch nichts in meinem Leben wirklich bereut. Ich bekomme aber zunehmend Angst, dass diese Unentschlossenheit bzgl. meiner femininen Seite eines Tages zu großer Reue führen könnte. Und das allerschlimmste ist, ich hätte alle Möglichkeiten! Eigentlich hält mich nichts - wenn ich wollte, könnte ich von jetzt auf gleich komplett anders im Büro aufschlagen - es ist meine Firma, was sollte passieren? Vieles haben die Kollegen schon gefressen, wobei ich natürlich nicht weiß, was sie sich dabei denken. Wirtschaftlich geht es mir gut, wir haben ausreichend Rücklagen - ich könnte also sogar auch mal gut und gerne ein paar Jahre Auszeit nehmen, wenn es sein müßte. Und ich bin mir absolut bewußt, dass das durchaus ein Segen ist und das es nicht vielen Trans* so geht und viele genau wegen dieser Schwierigkeiten lieber die Füße still halten, obwohl sie viel deutlicher wissen, was sie wollten, aber Angst vor der Verehlendung haben.

Und um dann zurück zum Thema des Threads zu kommen, also die Geschichte von Claudia, dann frage ich mich doch allen Ernstes, sollte es wirklich so vergleichsweise einfach sein? Auch wenn ich nicht alles davon wirklich brauche, wäre es aber dennoch der richtige Weg? Der große Mist dabei ist, wenn ich mal wieder einer dieser Phasen habe, in denen ich am liebsten jetzt und sofort elegant mit Rock, Pumps und schöner Seidenbluse samt dezentem Make-Up in die Firma gehen wollte, in dieser Zeit drehen sich alle fünf Minuten alle Gedanken nur noch darum und die Frage, warum tue ich es nicht? Das stört mein Leben und raubt Energie, die sonst viel sinnvoller verwendet werden könnte - und wir sollen doch jetzt alle Energie sparen :)

Hach ja... morgen ist ein neuer Tag, neues Versteckspiel, neues Austesten des Grenzen...

Liebe Grüße
nicole
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Julia65

Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 8 im Thema

Beitrag von Julia65 »

nicole.b hat geschrieben:Was mich zur Zeit umtreibt ist die Frage, was will ich wirklich?
Es ist m.E. schon mal sehr von Vorteil, sich diese Frage zu stellen und vor allem sich der Existenz dieser Frage bewusst zu sein.
nicole.b hat geschrieben:Das Dumme an unserer Situation ist, dass einige "Begleitumstände", wenn wir mal angefangen haben, einen bestimmten Weg einzuschlagen, unter Umständen nicht mehr revidierbar sind. Und da denke ich gar nichtmal an Dinge wie operative oder nicht operative körperliche Veränderungen - es fängt schon mit Dingen wie dem Outing an. Ist dies einmal bekannt, ist diese Büchse der Pandora nicht mehr zu verschließen, egal was man danach an- oder feststellt.
Ja, aber zum Glück haben sich die Dinge in den letzten Jahren, ja sogar Jahrzehnten recht gut eintwickelt, so dass man da schon eher von einem Pandora-Büchschen reden kann. Also halb so wild.
Was die OP-Geschichten angeht, ist das natürlich etwas anderes. HRT und GAOP greifen in den Körper bzw. die Gesundheit ein und sollten gut überlegt sein. Die IPL jedoch halte ich für ziemlich unspektakulär und damit könntest du ruhig jetzt schon mal anfangen, ist gut gegen das "die Zeit läuft davon" ;-)


nicole.b hat geschrieben:... Und dann wird womöglich das alte normale Leben zu dem, was das Leben en-femme vorher war, nämlich der nicht (mehr) erreichbare Wunsch nach dem, was man gerade nicht hat und womöglich noch schlimmer, der Wunsch nach dem, was man schonmal hatte!
Und damit kommen wir zu dem Punkt, der mich veranlasste, meinen Senf niederzutippen: Ich glaube, es wäre eine gute Idee, dir ganz in Ruhe mal einen Psychologen oder Psychiater zu suchen, mit dem du u.a. diese Dinge besprechen kannst. Denn es ist mit Sicherheit gut, sich zuvor weitestgehend klar zu werden, was man wirklich will, bevor man irgendwelche Büchsen öffnet. Einen guten Satz las ich kürzlich: Der Psychologe gibt dir zwar nicht die Antworten, aber er stellt die richtigen Fragen, sodass du dir die Antworten leichter selber geben kannst.

nicole.b hat geschrieben:Und dann denke ich mir auch oft, schei* drauf, das ist mein Leben! Und es ist schon mindestens zur Hälfte vorbei! Ich mache was ich will und die anderen sind mir egal, basta! Das geht dann solange gut, solange man alleine vor sich hin schmollt und grübelt. Und sobald man dann wieder gute Freunde, Familie oder Eltern trifft, brechen die größten Selbstzweifel auf. Will ich diesen ganzen Leuten das alles wirklich zumuten? Eigentlich ist es doch gut so wie es ist? Ich kenne sie, sie kennen mich, also besser nichts ändern.
Wenn das so wäre, alles prima, keine Änderung notwendig, dann wärst du nicht hier und würdest dir diese Fragen stellen. ;-)


nicole.b hat geschrieben:Ich bin in dieser Beziehung glaube ich viel zu sehr auf Harmonie aus, wenngleich, nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe, meine Befürchtungen weitgehend unbegründet sind. Ich habe nur über sehr wenige Fälle gelesen, in denen das Outing und die Zeit danach irgendwelche gravierende Probleme gegeben hätte. Meist hatten die sich outenden Personen selbst die viel größeren Probleme, als das Umfeld.
Richtig. So sehe ich das auch. Und auch wenn hie und da ein bissl Harmonie verloren geht, so findest du dafür woanders umso mehr und umso wärmere Harmonie.
nicole.b hat geschrieben:Und vermutlich bin ich da sowieso das größte Weichei und Angsthase der Welt, denn viel möchte ich ja eigentlich gar nicht. Ich glaube ich habe bspw. keinen Bedarf nach eine GaOp - sicherlich ist da ein Reiz, zu wissen wie das wohl wäre, aber nein, muss ich nicht unbedingt haben. Auch lege ich sonst keinen großen Wert auf die typisch weiblichen körperlichen Eigenschaften, wie Brüste oder ein weiblicher Po - auch hier würde ich für mich sagen, ja, wäre nett mal zu wissen, wie das so ist, doch ohne komme ich auch gut klar - es gibt schließlich auch genug Bio-Frauen, denen das ähnlich geht. Das was ich möchte sind vielmehr Dinge und Eigenschaften, die einfach gesellschaftlich nur Frauen zugeschrieben werden und daher für Männer tabu scheinen.
Willkommen im Club. Die GAOP als Kleinigkeit abzutun wäre extrem naiv, ja sogar fahrlässig. Angst ist da durchaus angebracht. Und nur um zu wissen wie es denn so wäre.. das ist mit Sicherheit kein Grund für eine GAOP. Und ausserdem: Leben als Frau geht durchaus auch ohne GAOP. Das beste Beispiel dafür ist Svenja aus Kiel.
nicole.b hat geschrieben: ... wenn ich wollte, könnte ich von jetzt auf gleich komplett anders im Büro aufschlagen - es ist meine Firma, was sollte passieren? Vieles haben die Kollegen schon gefressen, wobei ich natürlich nicht weiß, was sie sich dabei denken. Wirtschaftlich geht es mir gut, wir haben ausreichend Rücklagen - ich könnte also sogar auch mal gut und gerne ein paar Jahre Auszeit nehmen, wenn es sein müßte. Und ich bin mir absolut bewußt, dass das durchaus ein Segen ist und das es nicht vielen Trans* so geht und viele genau wegen dieser Schwierigkeiten lieber die Füße still halten, obwohl sie viel deutlicher wissen, was sie wollten, aber Angst vor der Verehlendung haben.
Das finde ich gut. Schön, dass du es zu schätzen weisst und dass es auch ganz andere Situationen gibt. Ok, die Gefahr der Verelendung ist wegen TS sicherlich heute nicht mehr so gross, aber wenn man im unteren sozialen Bereich beheimatet ist, ist natürlich viele auch viel schwere. Ich hatte beispielsweise schon echt einige Hürden zu nehmen, als es galt, nach meinem Entschluss, die männliche Kleidung gegen weibliche zu tauschen. Auf einmal musste ich mich neu einkleiden und das ohne Geld?

nicole.b hat geschrieben:Hach ja... morgen ist ein neuer Tag, neues Versteckspiel, neues Austesten des Grenzen...
Ich meine: Vertraue dich einigen Freunden, wirklich sehr guten Freunden, an und konsultiere einen Psychologen, damit die Sache in Gang kommt. Zeit verlieren ist sicherlich nicht angebracht, aber übereilt Entscheidungen zu treffen auch nicht. Es gibt viele Wege, die man einschlagen kann. Es muss keine völlige Transition sein, es gibt viele Wege dazwischen.

LG
Julia
nicole.f
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 9 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo!

Oh verdamt - ich habe da wohl einige Antworten verpennt - tut mir leid!
Penelope hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:
Tiger hat geschrieben:
Die Geshichte von Claudia geht auch noch weiter... sie hat da einen recht öfentlichen Kampf mit den sturen und konservativen schweizer Behörden führen müssen, über den regelmäßig sehr wohlwollend in der Presse bereichtet wurde.

Liebe Grüße
nicole
Das sind spiesser. Ich hab das selber schon erlebt wie spiessig schweizer sein können.
U. vermutlich haben die Schmierfinken vom Blick sie auseinandergenommen. Aber von so
nem Käseblatt muss man auch nichts anderes erwarten :arrow:
Dann hast Du das glaube ich falsch verstanden - die Presse ist sehr wohlwollend zu Claudia, nicht zu den Behörden ;)
Oder hast Du da noch etwas anderes gelesen?

Liebe Grüße
nicole
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nicole.f
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 10 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Julia!
Zu allererst vielen Dank für Deine tolle Antwort!

Auf ein paar Dinge möchte noch eingehen...
Julia65 hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:Was mich zur Zeit umtreibt ist die Frage, was will ich wirklich?
Es ist m.E. schon mal sehr von Vorteil, sich diese Frage zu stellen und vor allem sich der Existenz dieser Frage bewusst zu sein.
He ;) Diese Frage stelle ich mir eine gefühlte Ewigkeit, in realer Zeit wohl seit gut 20 oder 25 Jahren. Das dumme bei der Sache ist nur, das durch die lange Zeit und das ständige wieder Wegschieben und Verdrängen, dann wieder Aufbrechen und neu Wegschieben, das Verdrängen so stark zur Gewohnheit geworden ist, sodaß es den Blick auf das Wesentliche verdeckt. Was ist noch echt, was ist Maskerade?
Julia65 hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:Das Dumme an unserer Situation ist, dass einige "Begleitumstände", wenn wir mal angefangen haben, einen bestimmten Weg einzuschlagen, unter Umständen nicht mehr revidierbar sind. Und da denke ich gar nichtmal an Dinge wie operative oder nicht operative körperliche Veränderungen - es fängt schon mit Dingen wie dem Outing an. Ist dies einmal bekannt, ist diese Büchse der Pandora nicht mehr zu verschließen, egal was man danach an- oder feststellt.
Ja, aber zum Glück haben sich die Dinge in den letzten Jahren, ja sogar Jahrzehnten recht gut eintwickelt, so dass man da schon eher von einem Pandora-Büchschen reden kann. Also halb so wild.
Was die OP-Geschichten angeht, ist das natürlich etwas anderes. HRT und GAOP greifen in den Körper bzw. die Gesundheit ein und sollten gut überlegt sein. Die IPL jedoch halte ich für ziemlich unspektakulär und damit könntest du ruhig jetzt schon mal anfangen, ist gut gegen das "die Zeit läuft davon" ;-)
Was meinst Du mit "nur noch ein Büchschen"?
Ich denke schon, dass es gewaltige Umbrüche ergeben würde, schon alleine wenn man sich anfängt zu erkennen zu geben. Und was hätte sich dabei in den letzten Jahren verändert? Gut, schaut man ein paar Jahrzehnte zurück, dann war das gesamte TS Thema noch arg schwierig. Meintest Du das damit?

IPL wäre in der Tat aber eine Massnahme, denn der Bartschatten, wenngleich bei mir glücklicherweise nicht übermäßig ausgeprägt, ist schon für ein Passing sehr unpraktisch. Ich liebäugele gerade mit so einen Philips IPL Gerät für zu Hause - SC2003. Hat einen extra Gesichts-Aufsatz. Ob das etwas bringt? Ich erwarte da keine Wunder, aber es wäre toll, wenn es dadurch weniger sichtbar würde.
Julia65 hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:... Und dann wird womöglich das alte normale Leben zu dem, was das Leben en-femme vorher war, nämlich der nicht (mehr) erreichbare Wunsch nach dem, was man gerade nicht hat und womöglich noch schlimmer, der Wunsch nach dem, was man schonmal hatte!
Und damit kommen wir zu dem Punkt, der mich veranlasste, meinen Senf niederzutippen: Ich glaube, es wäre eine gute Idee, dir ganz in Ruhe mal einen Psychologen oder Psychiater zu suchen, mit dem du u.a. diese Dinge besprechen kannst. Denn es ist mit Sicherheit gut, sich zuvor weitestgehend klar zu werden, was man wirklich will, bevor man irgendwelche Büchsen öffnet. Einen guten Satz las ich kürzlich: Der Psychologe gibt dir zwar nicht die Antworten, aber er stellt die richtigen Fragen, sodass du dir die Antworten leichter selber geben kannst.
Das ist ganz sicherlich richtig. Und dazu noch die viel zu lesende Aussage, dass TS immer eine Selbstdiagnose ist. Das *kann* also nur jede für sich selbst herausfinden.

Ich habe damit nur zwei Probleme:

1. Ich bin selbstständig, d.h. meine gesamte soziale Absicherung besteht aus privaten Versicherungen - Krankenversicherung, Lebensversicherung, Arbeitsunfähigkeit etc. Ich weiss von den Versicherungsleuten, dass für alle Versicherungsarten, die persönliche Risiken absichern, wie die vorgenannten, eine Psychiatrische Behandlung ein knock-out Kriterium ist. Wenn man das bei den Gesundheitsfragen angibt kann man recht sicher sein, abgelehnt zu werden. Jetzt weiss ich nicht, ob ich noch jemals eine zusätzliche Versicherung brauchen werde oder ob ich wechseln wollte. Aber der Gang zum Psy-Doc wäre also schon ein recht drastischer Schritt - leider.

2. Ich weiß von mir ganz genau, dass meine Hormone ein gehöriges "Mitspracherecht" bei meinen Empfindungen haben. Ich bin mir daher völlig unsicher, ob das was ich gerade empfinde wirklich "echt" ist, oder ob mir da nur meine Hormone einen Streich spielen. Ich überlege daher gerade recht ernsthaft, ersteinmal zu meinem Hausarzt zu gehen und ihn zu bitten, mir einen Testosteron Blocker testweise zu verschreiben, um diesen Einfluss auszuschalten. Das habe ich auch schon ein paar mal gelesen, dass das wohl ein recht probates Mittel ist, Klarheit über sich selbst zu bekommen.
Julia65 hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:Ich bin in dieser Beziehung glaube ich viel zu sehr auf Harmonie aus, wenngleich, nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe, meine Befürchtungen weitgehend unbegründet sind. Ich habe nur über sehr wenige Fälle gelesen, in denen das Outing und die Zeit danach irgendwelche gravierende Probleme gegeben hätte. Meist hatten die sich outenden Personen selbst die viel größeren Probleme, als das Umfeld.
Richtig. So sehe ich das auch. Und auch wenn hie und da ein bissl Harmonie verloren geht, so findest du dafür woanders umso mehr und umso wärmere Harmonie.
Schön gesagt - doch da sind ja auch schließlich Menschen darunter, die man nicht so leicht ersetzen kann - Eltern beispielsweise.
Julia65 hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:Und vermutlich bin ich da sowieso das größte Weichei und Angsthase der Welt, denn viel möchte ich ja eigentlich gar nicht. Ich glaube ich habe bspw. keinen Bedarf nach eine GaOp - sicherlich ist da ein Reiz, zu wissen wie das wohl wäre, aber nein, muss ich nicht unbedingt haben. Auch lege ich sonst keinen großen Wert auf die typisch weiblichen körperlichen Eigenschaften, wie Brüste oder ein weiblicher Po - auch hier würde ich für mich sagen, ja, wäre nett mal zu wissen, wie das so ist, doch ohne komme ich auch gut klar - es gibt schließlich auch genug Bio-Frauen, denen das ähnlich geht. Das was ich möchte sind vielmehr Dinge und Eigenschaften, die einfach gesellschaftlich nur Frauen zugeschrieben werden und daher für Männer tabu scheinen.
Willkommen im Club. Die GAOP als Kleinigkeit abzutun wäre extrem naiv, ja sogar fahrlässig. Angst ist da durchaus angebracht. Und nur um zu wissen wie es denn so wäre.. das ist mit Sicherheit kein Grund für eine GAOP. Und ausserdem: Leben als Frau geht durchaus auch ohne GAOP. Das beste Beispiel dafür ist Svenja aus Kiel.
Mittlerweile ist dies ja wohl auch als sog. "kleine Lösung" rechtlich halbwegs möglich, d.h. der Zwang zur GaOP als Voraussetzung zur Anerkennung als Trans-Frau ist gesetzlich gekippt.

Svenja kenne ich (noch) nicht - kannst Du mir zu ihr einen Link oder soetwas geben?

Ich denke, sollte sich das bei mir in der Tat, auch nach dem killen der Testos, als eine TS herauskristallisieren, wäre ich wohl mit Entfernung der Hoden, die ich ohnehin schon immer irgendwie ekelig und stören fand, und HRT zufrieden. Ein bisschen Oberweite würde sich dann wohl ergeben, aber das entscheidet dann die Natur.
Julia65 hat geschrieben:
nicole.b hat geschrieben:Hach ja... morgen ist ein neuer Tag, neues Versteckspiel, neues Austesten des Grenzen...
Ich meine: Vertraue dich einigen Freunden, wirklich sehr guten Freunden, an und konsultiere einen Psychologen, damit die Sache in Gang kommt. Zeit verlieren ist sicherlich nicht angebracht, aber übereilt Entscheidungen zu treffen auch nicht. Es gibt viele Wege, die man einschlagen kann. Es muss keine völlige Transition sein, es gibt viele Wege dazwischen.

LG
Julia
Ja, das mit dem Psy-Doc werde ich mir, aus o.g. Gründen, ersteinmal sparen, denke ich. Aber ja, das ist dann wohl der nächste Schritt.

Julia, Du hast in Deinen Fotos ein sehr geniales Foto mit gleichem Outfit, einmal 2011 und dann 2012. Das ist ein sehr krasser und enorm positiver Unterschied!
Was ist in dem Jahr alles passiert? Entschuldige wenn ich so naiv frage, aber ich kenne Deine Geschichte nicht... Ich finde Du hast Dich mächtig verändert, vor allem das Gesicht. Ich nehme an, Du machst schon HRT? Noch etwas? Wie war Dein Weg, sozusagen von 2011 bis zu dem Bild in 2012 oder sogar bis jetzt?

Liebe Grüße und vielen Dank!
nicole
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 11 im Thema

Beitrag von ab08 »

)):m Danke, liebe Penelope, für Deine klare, unzweideutige Darstellung der Fakten! BRAVO! (gitli)

Anmerkung:
Wie Claudia Meier, die ich persönlich sehr schätze, müssen alle, die in der Öffentlichkeit mehr oder weniger sichtbar sind,
mit Fehldeutungen und verzerrten Darstellungen z.B. in Presse aber auch anderswo leben.

Zum Glück ändert sich zumindest bei kompetenten Kollegen/Kolleginnen im Biologieunterricht langsam was.
Da kenne ich inzwischen einige sehr positive Beispiele, die aber leider noch zu selten sind.
Über Aufklärung und Erziehung der nächsten Generationen sehe ich Chancen, dass sich langfristig was bessert.

Liebe Grüße
ab
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
unzweideutige Darstellung der Fakten!
Ihr wisst schon, dass es in dem Thread um den Filmbeitrag geht?

Wer unzweideutige Fakten darstellen will, sollte das auch tun und sich nicht ganz allgemein über "Käseblätter", "Schmierfinken" usw. auslassen.
Davon lernen die Schreiber es nicht.

Gruß
Anne-Mette
rena

Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 13 im Thema

Beitrag von rena »

das ist ein sehr schöner beitrag,
irgendwie kommt mir aber die umsetzung bei claudia so einfach vor,
persönlich finde es sehr toll von ihrer umwelt sie so zu aktzeptieren obwohl sie sie so lange zeit als jemand anders kannten, auch das ist gewiss nicht einfach

ich hoffe du findest dein glück,


P.S.schmeis nichts weg verstau es lieber eine zeit lang wenn es dich überkommt

liebe grüße
rena
nicole.f
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 14 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hier http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 04#p111919 hat Rebecca auf eine Fortführung der Geschichte von Claudia verwiesen - Claudia hat gerade ein Intermezzo bei der Schweizer Armee :)

Das hat mich wieder an die erste Reportage über sie erinnert und damit dann auch an meine Anfänge, mir über mich ernsthaftere Gedanken zu machen. Claudia ist schon eine beeindruckende Person und war für mich recht genau das, was der Reporter auch dort beschreibt - Vorbild. Vielleicht nicht im Sinne es ihr gleich zu tun, aber sie hat mir damals, mit dem ersten Teil "Von Andreas zu Claudia" gezeigt, dass es möglich ist und das dabei etwas herauskommen kann, was auch mir entsprechen könnte. Das war mir bis dahin ganz und gar nicht klar und hatte mich dann auch einige Zeit später dazu gebracht, damals hier darauf hinzuweisen. Nur leider sind die YouTube Links mittlerweile scheinbar tot.

Das ist jetzt gerade mal eineinhalb Jahre her, dass ich das gepostet hatte. Im Januar 2012 hatte ich das zum ersten mal gesehen. Schon irre. So gesehen, recht genau drei Jahre her. Es hat dann nocheinmal gut eineinhalb Jahre in mir gegohren, bis dann im Oktober 2013 endlich der Korken knallte.

Gerade habe ich mir den Strang nochmal durchgelesen und mich versucht an diese Zeit zu erinnern. Es beginnt bereits langsam unwirklich zu erscheinen, weit weg und verschwommen. Wenn ich sie wieder lese, kann ich mich an die Texte erinnern, die ich geschrieben habe. Aber kaum noch an die Gefühle dabei. Im Rückspiegel sieht vieles doch etwas anders aus. Glücklicherweise ging alles gut und wovon ich damals nur träumte, ist jetzt lange schon gelebte Realität.

Zeit ein kleines Zwischen Resumé zu ziehen?

Die Büchse der Pandora entpuppte sich als eine recht profane Kiste mit einigen Fächern. In keinem war eigentlich irgendetwas wirklich Schlimmes zu finden. Die Harmonie blieb fast überall erhalten.

Bei einem Psychologen war ich ja dann auch knapp drei Monate später, nur war der eine echte Enttäuschung. Fragen stellte der keine intelligenten. Doch letzten Endes ging es dann ja auch ohne.

Sachen weggeworfen? Habe ich keine :) Zum Leidwesen meiner Frau. Jetzt fülle ich fast zwei Schränke, irgendwann muss ich einfach mal was loswerden. Die alten Herrensachen sind größtenteils wirklich nicht mehr passabel, die werden wir wohl dann bald mal feierlich entsorgen.

Die Zeit die Zeit... damals schien sie vergeudet, sie plätscherte so dahin, ohne das ich einen Entschluss fassen konnte. Das ist definitiv passé :)

Und jetzt? War es nur das reizvolle Andere, die viel grünere andere Seite des dennoch gleichen Tals? Gibt es da den reuevollen Blick zurück? Ein Vermissen des Alten? Nein. Alles ist gut und im Einklang.

Das Grübeln der Wochen und Monate zuvor, es ist in der Tat weg, völlig. Ich denke auch nicht darüber nach, wie es wohl wäre, es nicht gewagt zu haben. Es stimmt und passt, ich habe keinen Anlass darüber nachzudenken.

Die Vorstellungen von damals, wie es wohl sein könnte, sind natürlich jetzt etwas geerdeter. Jetzt ist es nicht mehr nur eine Traumvorstellung, sondern ich könnte alles am nächsten Tag in die Tat umsetzen. Wie bei einem Reality-Check werden einige Details dann doch nochmal einer näheren Prüfung unterzogen :)


Und eigentlich, jetzt rückblickend, es war doch vieles so wie bei Claudia. So, wie ich mir es damals erträumt habe, dass es doch vielleicht auch mir ergehen könnte. Ob ich es auch ohne diesen Beitrag gemacht hätte? Vermutlich schon. Nur vielleicht erst viel später. Sie hat mich angestoßen und das weiß sie mittlerweile auch, denn ich habe sie mittlerweile in einem anderen Forum sozusagen wiedergefunden und ihr das mal geschrieben.

Warum schreibe ich das hier? Nicht um mit einem scheinbar gelungenen Weg anzugeben, ganz und gar nicht. Sondern weil ich heute rückblickend sagen kann, wie sehr mich damals ihr Bericht beeinflusst hat. Ich hoffe, dass mein halbwegs gelungener Weg vielleicht auch den oder die ein oder andere_n in dieser Art anstupsen kann.
Es ist möglich, das weiß ich heute. Das meiste hängt nicht von unserer Umwelt ab, wie wir es zuvor so oft vermuten, sondern schlicht und ergreifend von uns selbst. Das allermeiste haben wir doch selbst in der Hand.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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Becky
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Re: Die Geschichte von Claudia Meier

Post 15 im Thema

Beitrag von Becky »

Ja, sie macht Mut.
Klares Vorbild

LG Rebecca
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
Antworten

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