Evolution
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sabrinabunny
Re: Evolution
Hallo Anja,ich finde es toll wie du deinen weg gefunden hast.Er war lang und sehr schwer zu gehen und mit vielen Hindernissen,aber du hast es geschafft Anja eine Chance zu geben.Auch bei mir waren ähnliche Abläufe in den letzten 20 Jahren dabei,die mit dem Problem zu tun haben von der Umwelt akzeptiert zu werden.Man versucht was zu unterdrücken ,was in einem drinsteckt oder grösser werden möchte.Die Gefühle spielen einem zusätzlich einen Streich,weil man selbst nicht weiß,wohin einen das ganze bringt.Ich wünsche dir als Anja alles Liebe und hoffe du wirst glücklich zusammen mit deiner Partnerin.
Liebe Grüße von sabrinabunny
Liebe Grüße von sabrinabunny
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rena
Re: Evolution
hallo anja,
es freut mich für dich das du es letztendlich doch frei ausleben kannst,es ist wirklich nicht gut wenn man gefühle unterdrückt,hatte mir als kind auch einen bh meiner mutter stibitzt und mit socken ausgefüllt für die befridigende seite habe da aber nur gedacht ---wie krank ich doch sei--- hatte auch in den katalogen die frauen in bodys lieber angeschaut als die in bh und slip hatte mich immer gefragt wie sich so einer wohl anfühlen mag,leider kam dann ein heftiger emotionaler tiefschlag der mich auch noch heute zum teil mitnimmt,war dann immer negativ gegenüber dem leben eingestellt bis zum letzten herbst als ich zunahm und schlanker wirken wollte fielen mir wieder diese "formbodys" ein bestellte mir dann ein paar modelle und dann ging alles rasend schnell so dass ich anfang des jahres mich nur mit geschminktem gesicht in frauenkleidung und in begleitung in die öfentlichkeit wagte, seit letzten monat ist es mein alltag auch ungeschminkt in kleidern und röcken umherzulaufen und meine lebenseinstellung ist nun sehr positiv ,derzeit einziges manko ich war noch nicht beim arzt um meinen weiteren werdegang zu äußern
liebe grüße und ewigen spaß
rena
es freut mich für dich das du es letztendlich doch frei ausleben kannst,es ist wirklich nicht gut wenn man gefühle unterdrückt,hatte mir als kind auch einen bh meiner mutter stibitzt und mit socken ausgefüllt für die befridigende seite habe da aber nur gedacht ---wie krank ich doch sei--- hatte auch in den katalogen die frauen in bodys lieber angeschaut als die in bh und slip hatte mich immer gefragt wie sich so einer wohl anfühlen mag,leider kam dann ein heftiger emotionaler tiefschlag der mich auch noch heute zum teil mitnimmt,war dann immer negativ gegenüber dem leben eingestellt bis zum letzten herbst als ich zunahm und schlanker wirken wollte fielen mir wieder diese "formbodys" ein bestellte mir dann ein paar modelle und dann ging alles rasend schnell so dass ich anfang des jahres mich nur mit geschminktem gesicht in frauenkleidung und in begleitung in die öfentlichkeit wagte, seit letzten monat ist es mein alltag auch ungeschminkt in kleidern und röcken umherzulaufen und meine lebenseinstellung ist nun sehr positiv ,derzeit einziges manko ich war noch nicht beim arzt um meinen weiteren werdegang zu äußern
liebe grüße und ewigen spaß
rena
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exuser-06-09-2013
Re: Evolution
Anja hat geschrieben:
Ich bin stolz auf Anjas rasante Entwicklung und bin gespannt wie es mir ihr weitergeht.
Habt ihr euch schon mal ähnliche Gedanken gemacht?
Wie sieht eure weibliche Evolution aus, wann habt ihr SIE zum ersten Mal in euch bemerkt ohne zu wissen was das ist?
Wann war euer "Null-Punkt"?
Nachdenkliche
Grüße
die Anja
Hallo liebe Anja,
ich habe eine Weile überlegt, ob ich dir etwas schreiben soll.
Zunächst einmal, und das ist wichtig, du kannst auf deinen Weg sehr stolz sein. Auch wenn ich letztlich glaube, dass du keine Frau bist oder wirst, aber du sollst, darfst musst mit dem, was du erreicht hast, sehr stolz sein. Und vor allem ist wichtig, dass du Glücklich bist, als Anja — das ist mit das wichtigste. Glaube es mir Anja.
Unser Leben ist viel zu unterschiedlich, um es zu vergleichen. Ich bin deutlich jünger als du, lebte nie in einer Beziehung wie du (musste also nie wirklich auf einen Partner Rücksicht nehmen), ich wusste mit 16, was ich bin — aber dennoch sehe ich die eine oder andere Gemeinsamkeit im Kampf und das Leben, so wie wir wollen.
Ich wünsche dir auf dem Weg zur Anja alles erdenklich Gute und gebe NIE auf, es lohnt sich dafür zu kämpfen.
Ganz liebe Grüße
Anna-Maria
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Anne-Mette
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ab08
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Re: Evolution
Hallo Anja,
herzliche Gratulation zu Deinem Weg zu Dir selbst.
Wie sieht eure weibliche Evolution aus, wann habt ihr SIE zum ersten Mal in euch bemerkt ohne zu wissen was das ist?
Die Beschreibung des gesamten Weges (62 Jahre ) wäre bei mir zu lang... und es wär schwer, sinnvolle Prioritäten zu setzen.
Es fing im Kindergarten an - Erste Versuche Richtung Weiblichkeit gab es in der Pubertät.
... Wegdrücken mit Ausreißern, teilweise im Ausland, weiblicher Unterwäsche etc. dauerte bis ich über 50 war.
Zwischendurch traf ich öfter Betroffene, zunächst in den 60er in Paris, dann in den 70er auch London, New York + San Franzisko
Ab dem Alter von ungefähr Mitte 40 besuchte ich sporadisch SHGs, aber erst 10 Jahre später kam es, ausgelöst durch die schwere Erkrankung"Null-Punkt" ?, zum CO. "Null-Punkt" ?
Erst als der Schmetterling den Kokon verlassen hatte, war er / besser sie gesund.
Nun führe ich schon 6 Jahre mein echtes Leben und frage mich insgeheim, warum ich selber meine Evolution so lange bremste
Aber hier zitiere ich Anna-Maria "Unser Leben ist viel zu unterschiedlich, um es zu vergleichen."
Liebe Grüße
ab
herzliche Gratulation zu Deinem Weg zu Dir selbst.
Wie sieht eure weibliche Evolution aus, wann habt ihr SIE zum ersten Mal in euch bemerkt ohne zu wissen was das ist?
Die Beschreibung des gesamten Weges (62 Jahre ) wäre bei mir zu lang... und es wär schwer, sinnvolle Prioritäten zu setzen.
Es fing im Kindergarten an - Erste Versuche Richtung Weiblichkeit gab es in der Pubertät.
... Wegdrücken mit Ausreißern, teilweise im Ausland, weiblicher Unterwäsche etc. dauerte bis ich über 50 war.
Zwischendurch traf ich öfter Betroffene, zunächst in den 60er in Paris, dann in den 70er auch London, New York + San Franzisko
Ab dem Alter von ungefähr Mitte 40 besuchte ich sporadisch SHGs, aber erst 10 Jahre später kam es, ausgelöst durch die schwere Erkrankung"Null-Punkt" ?, zum CO. "Null-Punkt" ?
Erst als der Schmetterling den Kokon verlassen hatte, war er / besser sie gesund.
Nun führe ich schon 6 Jahre mein echtes Leben und frage mich insgeheim, warum ich selber meine Evolution so lange bremste
Aber hier zitiere ich Anna-Maria "Unser Leben ist viel zu unterschiedlich, um es zu vergleichen."
Liebe Grüße
ab
Zuletzt geändert von ab08 am Di 13. Aug 2013, 20:41, insgesamt 2-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Pauline
Re: Evolution
Liebe Anja,
Danke für Deinen ausführlichen, spannenden, ausgezeichnet ausformulierten Lebenslauf.
So etwas lese ich sehr gern, sauge es ein, fühle bei jedem Satz mit.
Du schreibst "Heute fasste ich den Entschluss das Ganze aufzuschreiben und mit euch zu teilen."
Genau das ist es, was ich und viele hier brauchen; geteilte Erfahrungen, geteilte Gefühle, geteilte Hoffnung.
Wir sollten viel mehr teilen, statt neidisch zu gucken oder zu kritisieren.
Danke für's Teilen.
LG Pauline
Danke für Deinen ausführlichen, spannenden, ausgezeichnet ausformulierten Lebenslauf.
So etwas lese ich sehr gern, sauge es ein, fühle bei jedem Satz mit.
Du schreibst "Heute fasste ich den Entschluss das Ganze aufzuschreiben und mit euch zu teilen."
Genau das ist es, was ich und viele hier brauchen; geteilte Erfahrungen, geteilte Gefühle, geteilte Hoffnung.
Wir sollten viel mehr teilen, statt neidisch zu gucken oder zu kritisieren.
Danke für's Teilen.
LG Pauline
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exuser-06-09-2013
Re: Evolution
Liebe Anja,
ich habe gerade deinen Beitrag noch einmal gelesen. Am Ende deines Beitrages sprichst du uns an, die anderen hier im Forum:
Ich sagte weiter oben, unser beider Leben ist zu verschieden, um es zu vergleichen und doch haben wir einige Gemeinsamkeiten.
Du wolltest und konntest nie deine Wünsche ausleben — bei mir war es genau umgekehrt. Ich hätte den Weg gehen können, ich wurde sogar unterstützt, aber ich wollte nicht. Ich hatte genau so wenig Mut wie du, den Schritt zu machen, den wir uns wünschten.
Mein "Nullpunkt" wie du es formulierst, war irgendwann zwischen 14, 15. Ich wurde wegen meiner Figur gehänselt, zu klein, zu zierlich, eben kein richtiger Junge. Wenn es beim Sport darum ging, Mannschaften zu wählen, blieb ich über.
Mit Mädchen konnte ich nicht viel anfangen, ich bekam zwar mal einen Kuss, aber das war nicht wirklich prickelnd.
Erst eine Studienfreundin meiner Mutter brachte sie auf den Gedanken, ob ich eventuell Transsexuell sei. Es folgten Untersuchungen, die Geschichte ist bekannt.
Das seltsame, ich hätte damals schon den Weg gehen können, den ich heute gehe — aber ich wollte es nicht ! Heute weiß ich, dass es so besser war, ich bin wesentlich reifer als damals.
Was mir noch gut in Erinnerung geblieben ist, wegen meiner Figur und meiner Gefühle: Wenn meine Mama mich so mit 16 als Mädchen zurecht machte, oder ich unter ihrer Anleitung, dann sah ich hinterher wie ein Mädchen aus und fühlte mich glücklich. Als Bub, also als Junge sah ich aber nie wirklich wie ein Junge aus. Beispielsweise hatte ich immer zu dünne Beine, also für einen Jungen, als Mädel waren die schon ok. Zudem war ich als Junge nicht wirklich glücklich. Wahrscheinlich ähnlich wie du.
Meine Brüste hatte ich übrigens mit Hemden ausgefüllt, es gab einen speziellen Wickeltrick, mit dem meine "Brüste" sich dann sehr weich aber trotzdem fest anfühlten. Später, mit 17, 18 haben es die Jungs nicht mal gemerkt...grins.
Ich hatte nie eine Freundin wie du, der ich hätte es sagen können. Vielleicht war es gut so, denn sonst wäre ich nicht meinen Weg gegangen. Vielleicht hätte ich geheiratet, ich glaube es zwar nicht, halte das sogar für eher unwahrscheinlich.
Bei mir war es ein alter Schulfreund, dem ich durchr Zufall dann alles sagte, mir von der Seele redete — genau so wie du, eben mit deiner Freundin/Frau.
Du siehst, auch wenn unser Leben sehr unterschiedlich ist, in manchen Dingen haben wir Gemeinsamkeiten an Lebenssituationen. Vielleicht gehört das dazu, wenn man den Weg geht.
Liebe Grüße an Dich
Anna
P.S.
Ich habe mich kurz mit cpg ausgetauscht oder er sich mit mir, jedenfalls habe ich gelernt, der Blick nach vorne ist manchmal besser, als der Blick auf das zurückliegende.
ich habe gerade deinen Beitrag noch einmal gelesen. Am Ende deines Beitrages sprichst du uns an, die anderen hier im Forum:
Anja hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,
Ich bin stolz auf Anjas rasante Entwicklung und bin gespannt wie es mir ihr weitergeht.
Habt ihr euch schon mal ähnliche Gedanken gemacht?
Wie sieht eure weibliche Evolution aus, wann habt ihr SIE zum ersten Mal in euch bemerkt ohne zu wissen was das ist?
Wann war euer "Null-Punkt"?
Nachdenkliche
Grüße
die Anja
Ich sagte weiter oben, unser beider Leben ist zu verschieden, um es zu vergleichen und doch haben wir einige Gemeinsamkeiten.
Du wolltest und konntest nie deine Wünsche ausleben — bei mir war es genau umgekehrt. Ich hätte den Weg gehen können, ich wurde sogar unterstützt, aber ich wollte nicht. Ich hatte genau so wenig Mut wie du, den Schritt zu machen, den wir uns wünschten.
Mein "Nullpunkt" wie du es formulierst, war irgendwann zwischen 14, 15. Ich wurde wegen meiner Figur gehänselt, zu klein, zu zierlich, eben kein richtiger Junge. Wenn es beim Sport darum ging, Mannschaften zu wählen, blieb ich über.
Mit Mädchen konnte ich nicht viel anfangen, ich bekam zwar mal einen Kuss, aber das war nicht wirklich prickelnd.
Erst eine Studienfreundin meiner Mutter brachte sie auf den Gedanken, ob ich eventuell Transsexuell sei. Es folgten Untersuchungen, die Geschichte ist bekannt.
Das seltsame, ich hätte damals schon den Weg gehen können, den ich heute gehe — aber ich wollte es nicht ! Heute weiß ich, dass es so besser war, ich bin wesentlich reifer als damals.
Was mir noch gut in Erinnerung geblieben ist, wegen meiner Figur und meiner Gefühle: Wenn meine Mama mich so mit 16 als Mädchen zurecht machte, oder ich unter ihrer Anleitung, dann sah ich hinterher wie ein Mädchen aus und fühlte mich glücklich. Als Bub, also als Junge sah ich aber nie wirklich wie ein Junge aus. Beispielsweise hatte ich immer zu dünne Beine, also für einen Jungen, als Mädel waren die schon ok. Zudem war ich als Junge nicht wirklich glücklich. Wahrscheinlich ähnlich wie du.
Meine Brüste hatte ich übrigens mit Hemden ausgefüllt, es gab einen speziellen Wickeltrick, mit dem meine "Brüste" sich dann sehr weich aber trotzdem fest anfühlten. Später, mit 17, 18 haben es die Jungs nicht mal gemerkt...grins.
Ich hatte nie eine Freundin wie du, der ich hätte es sagen können. Vielleicht war es gut so, denn sonst wäre ich nicht meinen Weg gegangen. Vielleicht hätte ich geheiratet, ich glaube es zwar nicht, halte das sogar für eher unwahrscheinlich.
Bei mir war es ein alter Schulfreund, dem ich durchr Zufall dann alles sagte, mir von der Seele redete — genau so wie du, eben mit deiner Freundin/Frau.
Du siehst, auch wenn unser Leben sehr unterschiedlich ist, in manchen Dingen haben wir Gemeinsamkeiten an Lebenssituationen. Vielleicht gehört das dazu, wenn man den Weg geht.
Liebe Grüße an Dich
Anna
P.S.
Ich habe mich kurz mit cpg ausgetauscht oder er sich mit mir, jedenfalls habe ich gelernt, der Blick nach vorne ist manchmal besser, als der Blick auf das zurückliegende.
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Julia65
Re: Evolution
Hallo Anja,
ich bin erstaunt, wie viele Parallelen unsere Lebensläufe doch haben. Im Prinzip kann ich den fast so übernehmen. Das was anders ist kann ich ja ergänzen.
Es fing bei mir, wie auch bei ab, schon im Kindergarten an. Ich beneidetet die Mädchen um ihre Kleidung und wollte lieber mit den Mädchen spielen. Gleichzeitig traute ich mich aber nicht, das auch nur zu versuchen, da ich Angst hatte, verspottet zu werden. Ich habe immer nur heimlich mal mit Mädchen gespielt, heimlich habe ich mir von ihnen die Glanzbilder zeigen lassen, aber wagte nicht, selber welche zu sammeln.
Wäre in der Pubertät nicht auch die von dir so gut beschriebenen Sexuelle Komponente hinzugekommen, wäre ich vielleicht schon relativ früh auf den Gedanken gekommen, transsexuell zu sein. Aber wegen der vorhandenen sexuellen Erregung schloss ich das lange aus. Ich erkundigte mich sofort nach Erscheinen des Internets über solche Themen und es waren auch quasi von Anfang an entsprechende Foren zu finden. Schon in den 90ern las ich im Transgender Forum von Österreich.
Ich bewundere deinen Mut und Aufrichtigkeit deine Freundinnen immer einzuweihen. Ich habe das damals nie gewagt. Es war mein ganz privates Geheimnis. Niemand wusste darüber bescheid. Niemand. Jedoch wurde ich auffällig. DAs fing vor allem im Alter von ca. 20 Jahren an und steigerte sich. Bei Feiern sass ich gackernd bei den Frauen und trank Sekt und schwärmte über Filme wie "Schlaflos in Seatle" oder "Jenseits von Afrika". Die Männer hatten sich oft abgetrennt, sassen biertrinkend nebenan und spielten Karten oder standen draussen um ein Auto herum und diskutierten mit einer Bierflasche auf dem Oberschenkel über neue Auspüffe und "dicke Titten". Nix für mich. Das fiel mit der Zeit auf.
Bei meine Recherchen stellte ich natürlich dann fest, so Ende der 90er, dass ich dadurch sehr wohl deutliche Gemeinsamkeiten mit Transsexuellen hatte. Aber das konnte doch nicht sein. Ich hatte doch eine Freundin und ich spürte doch Erregung? Andererseits gab es auch Parallelen in Berichten von Transvestitischen Fetischisten. Ich war hin- und hergerissen und beschloss es für mich zu behalten und irgendwie damit zu leben.
1999 , ich war 34 Jahre alt, zog ich vom Ruhrgebiet nach Kiel. Die Beziehung in Kiel scheiterte nach gut einem Jahr und ich lebte dann alleine in einer Hochhauswohnung, weit ab von der Famillie. Ich konnte so also rellativ sicher nachts mal meine weibliche Seite ausleben. Und im Internet (Yahoo - Messenger, Chatrooms, etc, später auch Second Life) pflegte ich stets weibliche Identitäten anzunehmen.
Dadurch, dass ich alleine war, also single, dass ich nur 3 bis 4 mal in der Woche für ein paar Stunden arbeiten ging, aber sehr viel im Internet war, lebte ich mehr und mehr als Frau. Wie erkläre ich das? Ich trug zu Hause meistens Frauenkleidung. Ich war sehr viel im Internet, mit weiblicher Identität. Gelegentlich wagte ich sogar Chats mit laufender Webcam. Ihc dämpfte das Licht und liess die haare ins GEsicht fallen und flog nicht auf.
Der sexuelle Aspekt trat in den Hintergrund und ich merkte auch, dass ich das eigentlich immer wollte. Ich brauchte mich nicht verstellen, ich konnte sein wie ich wollte. Ihc konnte frei Schnauze plappern (schreiben) im Chat, im Messenger, später in Second Life. Nie, aber auch niemals kam jemand auf die Idee, ich könnte ein Kerl sein. Ich betone das, weil ich mitbekam, dass andere, die sich als Frau ausgaben oft aufflogen, einfach wegen ihrer Art. Sowas passierte mir nie.
Ich vergass einfach, dass ich eigentlich ja gar keine Frau war. Deshalb traf es mich manchmal wie ein hammer ins Gesicht, wenn ich eines Morgens aufstand udn wusste, ich muss mich für die Arbeit fertig machen. Oh Weh, wie habe ich das gehasst, ich fühlte mich als Mann verkleidet. Die sexuelle Erregung beim Tragen von Frauenkleidung war nahezu verschwunden, nahezu, gelegentlich flammt es mal auf. Ich konnte es kaum erwarten Feierabend zu bekommen um wieder in "meine Welt" zu flüchten, die leider im Internet stattfand, weil ich mich dort leicht als Frau ausgeben konnte.
Second Life war ein Segen. Himmel, war das schön. Man konnte sich einen tollen Avatar machen. Die Jennifer8 Jie (Es gibt Fotos von ihr als Sklavin hier in der Galerie) war eine hübsche und erfolgreiche Geschäftsfrau.
Ich kaufte Ländereien schon 2007 im Second Life. Ich errichtete GEschäftsgebäude und vermitete ganze Einkaufszentren. Ich fing an etwas Geld zu verdienen. Und dann.. dann kam Voice. Also nicht mehr alles was man mitteilt, tippen, sondern, vergleichbar wie Teamspeak: Sprache. In einer Qualität die unsere Telefongespräche über das Festnetz in den Schatten stellt.
Ein Trost für mich war, dass plötzlich etliche absolut GEGEN die Einführung von Voice im Second Life waren, und ich wusste warum
In den jahren so ab 2003/2004 begann ich , wenn ich in eine Beziehung ging, meine Freundin vorsichtig einzuweihen. Auch im Internet fand ich natürlich in den Messengern wie z.B. yahoo gelegentlich Leute, die mich auch real kannte. Bei einigen guten FReundinnen (oder eben Ex-FReundinnen von mir) outete ich mich. Eine Katastrophe passierte nie, dass eine meiner Freundinnen mal die Beziehung deswegen beendetet oder sonstwie gross wirble gemacht hätte. NEin, es folgten meist ein bis 2 durchgequatschte Nächte, wo ich alles erzählen und erklären musste und das wars dann auch schon. Jedoch glaube ich heute rückwirkend, dass die Beziehungen dann zum Scheitern verurteilt waren. Irgendwie schien ein grosser Anteil an Männlichkeit an mir, den sie bei mir sahen, verschwunden zu sein. Deshalb wurde ich nicht verlassen, aber wenn es dann eines Tages mal zur Kriese in der Beziehung kam, dann fehlte die Motivation für die Beziehung zu kämpfen, so würde ich das mal nennen.
Ich begann Frauen auf der STrasse zu beneident. Ich versuchte, mir die Haare wachsen zu lassen. ERfolglos. Ich konnte keinen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen ohne alle Frauen um ihre Weiblichkeit zu beneiden.
Ich begann dann im Second Life (mit männlichem Avatar "Ulrich Rang") bei der Volkshochschule zu unterrichten. Wegen Voice ging das natürlich nur mit männlichem Avatar. Ich habe es so gehasst. Alles war ganz "schicki" aber wie schön wäre es doch, wenn ich es als Frau machen könnte. Aber mit Männerstimme? No Chance.
Im Second Life gibt es eine Community, die GOR Rolenspiele spielt. Und bei den Roleplay ist es üblich zu schreiben. Alles geht über Chat, da man Emotes nicht sprechen kann. In 2011 ging ich in die GOR-Szene als Jennifer8 Jie. Ich war die Sklavin Johari. Das machte sehr viel Spass. Ich merkte, dass mir das RP lag. Ich wurde bliebt und spielte dort viel und verlor mich richtig in diese Welt. Meine Arbeitszeiten, die ich auf ca. 2 Schichten pro Woche runterschraubte udn auch mein haushalt, sprich mein ganzes reales Leben begann darunter zu leiden. Aber ich genoss es doch so sehr. Dabei war das Roleplay an sich gar nicht das Wichtigste, sondern, dass ich MICH SELBST spielen konnte. Eine Frau, was sonst. Ich war wieder da.
Ich glaube, ich bin klug genug, noch rechtzeitig zu merken, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Nach ca. 10 Monaten intensieven GOR- Roleplays wusste ich, dass etwas passieren musste.
Ich habe mich den GOR-Mitspielern geoutet. Ich sagte, dass ich eigentlich ein Mann wäre. Sowas ist gar nicht aml so ungewöhnlich. Regelmässig finden sich dort Sklavinnen ein, die sich nach einigen Tagen als Männer entpuppen. Sie verplappern sich, oder man merkt es einfach an der ARt und Weise. Besonders wenn man 10 bis 15 Stunden täglich mit denen eng kommuniziert. Bei mir war das anders. Mir wurde es nicht geglaubt.
Ich hatte mit einigen echt Freundschaft geschlossen. So sehr, dass man sich auch mal über Dinge aus dem realen Leben unterhiet. Ich fühlte mich schlecht, wie jemand der betrügt. Auch daher mein Outing. Aber dann die Überraschung:
"Johari, erzähl kein Mist. Wenn du nen Kerl wärst hätte ich das längst gemerkt"
"Johari, du bist die letzte, die ich für nen Kerl halten würde. Ich hab schon einige entlarft"
"Haha, sehr witzig, da bist du manchmal viel zu zickig für"
Tja, ich musste echt Fotos zeigen und was sprechen, damit man mir endlich glaubte. Ich sagte auch warum ich mich outete, weil mein Gewissen mich plagte.
Wie wurde es aufgenommen? Es wurde zur Kenntnis genommen und gleich wieder ignoriert: " du bist für mich die Johari, und ne Frau, egal ob du das was zwischen den Beinen hast." - "Nee, Mann, passt ja mal gar nicht" ...
Das machte mich nachdenklich.
Es war dann so etwa März 2012 als ich mich Entschloss einen Weg einzuschlagen aus dem ich auch im RL als Frau herauskommen würde. In den nächsten Wochen outete ich mich überall, begann sofort die IPL, ging zur Hausärztin, zur Psychologin, Antrag auf PÄ/VÄ und so weiter uns so fort..
Nun lebe ich seit über einem Jahr als Frau und es ging mir noch nie besser.
Ja, es scheint wohl so zu sein: Es gibt Transsexuelle, die auch den sexuellen Reiz beim Tragen von Frauenkleidung verspürt hatten. Im Gespräch mit Psychologen kam aber kein Zweifel an meiner Transidentität auf, es bleibt nur die Frage:
Ist es eine Parallele zu meiner ohnehin vorhandenen Transidentität, oder hat sich die Transidentität aus der Neigung heraus entwickelt?
LG
Julia
P.S.: Huch, ich glaube, das ist jetzt doch recht lang geworden, ich hab mich in Rage geschrieben, hoffe, mir wird das nicht übel genommen. Aber Anjas Bericht fand ich so klasse geschrieben, da flog es mir quasi aus den Fingern....
ich bin erstaunt, wie viele Parallelen unsere Lebensläufe doch haben. Im Prinzip kann ich den fast so übernehmen. Das was anders ist kann ich ja ergänzen.
Es fing bei mir, wie auch bei ab, schon im Kindergarten an. Ich beneidetet die Mädchen um ihre Kleidung und wollte lieber mit den Mädchen spielen. Gleichzeitig traute ich mich aber nicht, das auch nur zu versuchen, da ich Angst hatte, verspottet zu werden. Ich habe immer nur heimlich mal mit Mädchen gespielt, heimlich habe ich mir von ihnen die Glanzbilder zeigen lassen, aber wagte nicht, selber welche zu sammeln.
Wäre in der Pubertät nicht auch die von dir so gut beschriebenen Sexuelle Komponente hinzugekommen, wäre ich vielleicht schon relativ früh auf den Gedanken gekommen, transsexuell zu sein. Aber wegen der vorhandenen sexuellen Erregung schloss ich das lange aus. Ich erkundigte mich sofort nach Erscheinen des Internets über solche Themen und es waren auch quasi von Anfang an entsprechende Foren zu finden. Schon in den 90ern las ich im Transgender Forum von Österreich.
Ich bewundere deinen Mut und Aufrichtigkeit deine Freundinnen immer einzuweihen. Ich habe das damals nie gewagt. Es war mein ganz privates Geheimnis. Niemand wusste darüber bescheid. Niemand. Jedoch wurde ich auffällig. DAs fing vor allem im Alter von ca. 20 Jahren an und steigerte sich. Bei Feiern sass ich gackernd bei den Frauen und trank Sekt und schwärmte über Filme wie "Schlaflos in Seatle" oder "Jenseits von Afrika". Die Männer hatten sich oft abgetrennt, sassen biertrinkend nebenan und spielten Karten oder standen draussen um ein Auto herum und diskutierten mit einer Bierflasche auf dem Oberschenkel über neue Auspüffe und "dicke Titten". Nix für mich. Das fiel mit der Zeit auf.
Bei meine Recherchen stellte ich natürlich dann fest, so Ende der 90er, dass ich dadurch sehr wohl deutliche Gemeinsamkeiten mit Transsexuellen hatte. Aber das konnte doch nicht sein. Ich hatte doch eine Freundin und ich spürte doch Erregung? Andererseits gab es auch Parallelen in Berichten von Transvestitischen Fetischisten. Ich war hin- und hergerissen und beschloss es für mich zu behalten und irgendwie damit zu leben.
1999 , ich war 34 Jahre alt, zog ich vom Ruhrgebiet nach Kiel. Die Beziehung in Kiel scheiterte nach gut einem Jahr und ich lebte dann alleine in einer Hochhauswohnung, weit ab von der Famillie. Ich konnte so also rellativ sicher nachts mal meine weibliche Seite ausleben. Und im Internet (Yahoo - Messenger, Chatrooms, etc, später auch Second Life) pflegte ich stets weibliche Identitäten anzunehmen.
Dadurch, dass ich alleine war, also single, dass ich nur 3 bis 4 mal in der Woche für ein paar Stunden arbeiten ging, aber sehr viel im Internet war, lebte ich mehr und mehr als Frau. Wie erkläre ich das? Ich trug zu Hause meistens Frauenkleidung. Ich war sehr viel im Internet, mit weiblicher Identität. Gelegentlich wagte ich sogar Chats mit laufender Webcam. Ihc dämpfte das Licht und liess die haare ins GEsicht fallen und flog nicht auf.
Der sexuelle Aspekt trat in den Hintergrund und ich merkte auch, dass ich das eigentlich immer wollte. Ich brauchte mich nicht verstellen, ich konnte sein wie ich wollte. Ihc konnte frei Schnauze plappern (schreiben) im Chat, im Messenger, später in Second Life. Nie, aber auch niemals kam jemand auf die Idee, ich könnte ein Kerl sein. Ich betone das, weil ich mitbekam, dass andere, die sich als Frau ausgaben oft aufflogen, einfach wegen ihrer Art. Sowas passierte mir nie.
Ich vergass einfach, dass ich eigentlich ja gar keine Frau war. Deshalb traf es mich manchmal wie ein hammer ins Gesicht, wenn ich eines Morgens aufstand udn wusste, ich muss mich für die Arbeit fertig machen. Oh Weh, wie habe ich das gehasst, ich fühlte mich als Mann verkleidet. Die sexuelle Erregung beim Tragen von Frauenkleidung war nahezu verschwunden, nahezu, gelegentlich flammt es mal auf. Ich konnte es kaum erwarten Feierabend zu bekommen um wieder in "meine Welt" zu flüchten, die leider im Internet stattfand, weil ich mich dort leicht als Frau ausgeben konnte.
Second Life war ein Segen. Himmel, war das schön. Man konnte sich einen tollen Avatar machen. Die Jennifer8 Jie (Es gibt Fotos von ihr als Sklavin hier in der Galerie) war eine hübsche und erfolgreiche Geschäftsfrau.
Ich kaufte Ländereien schon 2007 im Second Life. Ich errichtete GEschäftsgebäude und vermitete ganze Einkaufszentren. Ich fing an etwas Geld zu verdienen. Und dann.. dann kam Voice. Also nicht mehr alles was man mitteilt, tippen, sondern, vergleichbar wie Teamspeak: Sprache. In einer Qualität die unsere Telefongespräche über das Festnetz in den Schatten stellt.
Ein Trost für mich war, dass plötzlich etliche absolut GEGEN die Einführung von Voice im Second Life waren, und ich wusste warum
In den jahren so ab 2003/2004 begann ich , wenn ich in eine Beziehung ging, meine Freundin vorsichtig einzuweihen. Auch im Internet fand ich natürlich in den Messengern wie z.B. yahoo gelegentlich Leute, die mich auch real kannte. Bei einigen guten FReundinnen (oder eben Ex-FReundinnen von mir) outete ich mich. Eine Katastrophe passierte nie, dass eine meiner Freundinnen mal die Beziehung deswegen beendetet oder sonstwie gross wirble gemacht hätte. NEin, es folgten meist ein bis 2 durchgequatschte Nächte, wo ich alles erzählen und erklären musste und das wars dann auch schon. Jedoch glaube ich heute rückwirkend, dass die Beziehungen dann zum Scheitern verurteilt waren. Irgendwie schien ein grosser Anteil an Männlichkeit an mir, den sie bei mir sahen, verschwunden zu sein. Deshalb wurde ich nicht verlassen, aber wenn es dann eines Tages mal zur Kriese in der Beziehung kam, dann fehlte die Motivation für die Beziehung zu kämpfen, so würde ich das mal nennen.
Ich begann Frauen auf der STrasse zu beneident. Ich versuchte, mir die Haare wachsen zu lassen. ERfolglos. Ich konnte keinen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen ohne alle Frauen um ihre Weiblichkeit zu beneiden.
Ich begann dann im Second Life (mit männlichem Avatar "Ulrich Rang") bei der Volkshochschule zu unterrichten. Wegen Voice ging das natürlich nur mit männlichem Avatar. Ich habe es so gehasst. Alles war ganz "schicki" aber wie schön wäre es doch, wenn ich es als Frau machen könnte. Aber mit Männerstimme? No Chance.
Im Second Life gibt es eine Community, die GOR Rolenspiele spielt. Und bei den Roleplay ist es üblich zu schreiben. Alles geht über Chat, da man Emotes nicht sprechen kann. In 2011 ging ich in die GOR-Szene als Jennifer8 Jie. Ich war die Sklavin Johari. Das machte sehr viel Spass. Ich merkte, dass mir das RP lag. Ich wurde bliebt und spielte dort viel und verlor mich richtig in diese Welt. Meine Arbeitszeiten, die ich auf ca. 2 Schichten pro Woche runterschraubte udn auch mein haushalt, sprich mein ganzes reales Leben begann darunter zu leiden. Aber ich genoss es doch so sehr. Dabei war das Roleplay an sich gar nicht das Wichtigste, sondern, dass ich MICH SELBST spielen konnte. Eine Frau, was sonst. Ich war wieder da.
Ich glaube, ich bin klug genug, noch rechtzeitig zu merken, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Nach ca. 10 Monaten intensieven GOR- Roleplays wusste ich, dass etwas passieren musste.
Ich habe mich den GOR-Mitspielern geoutet. Ich sagte, dass ich eigentlich ein Mann wäre. Sowas ist gar nicht aml so ungewöhnlich. Regelmässig finden sich dort Sklavinnen ein, die sich nach einigen Tagen als Männer entpuppen. Sie verplappern sich, oder man merkt es einfach an der ARt und Weise. Besonders wenn man 10 bis 15 Stunden täglich mit denen eng kommuniziert. Bei mir war das anders. Mir wurde es nicht geglaubt.
Ich hatte mit einigen echt Freundschaft geschlossen. So sehr, dass man sich auch mal über Dinge aus dem realen Leben unterhiet. Ich fühlte mich schlecht, wie jemand der betrügt. Auch daher mein Outing. Aber dann die Überraschung:
"Johari, erzähl kein Mist. Wenn du nen Kerl wärst hätte ich das längst gemerkt"
"Johari, du bist die letzte, die ich für nen Kerl halten würde. Ich hab schon einige entlarft"
"Haha, sehr witzig, da bist du manchmal viel zu zickig für"
Tja, ich musste echt Fotos zeigen und was sprechen, damit man mir endlich glaubte. Ich sagte auch warum ich mich outete, weil mein Gewissen mich plagte.
Wie wurde es aufgenommen? Es wurde zur Kenntnis genommen und gleich wieder ignoriert: " du bist für mich die Johari, und ne Frau, egal ob du das was zwischen den Beinen hast." - "Nee, Mann, passt ja mal gar nicht" ...
Das machte mich nachdenklich.
Es war dann so etwa März 2012 als ich mich Entschloss einen Weg einzuschlagen aus dem ich auch im RL als Frau herauskommen würde. In den nächsten Wochen outete ich mich überall, begann sofort die IPL, ging zur Hausärztin, zur Psychologin, Antrag auf PÄ/VÄ und so weiter uns so fort..
Nun lebe ich seit über einem Jahr als Frau und es ging mir noch nie besser.
Ja, es scheint wohl so zu sein: Es gibt Transsexuelle, die auch den sexuellen Reiz beim Tragen von Frauenkleidung verspürt hatten. Im Gespräch mit Psychologen kam aber kein Zweifel an meiner Transidentität auf, es bleibt nur die Frage:
Ist es eine Parallele zu meiner ohnehin vorhandenen Transidentität, oder hat sich die Transidentität aus der Neigung heraus entwickelt?
LG
Julia
P.S.: Huch, ich glaube, das ist jetzt doch recht lang geworden, ich hab mich in Rage geschrieben, hoffe, mir wird das nicht übel genommen. Aber Anjas Bericht fand ich so klasse geschrieben, da flog es mir quasi aus den Fingern....
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Inga
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Re: Evolution
Hallo, Anja,
o, da wollte ich nur noch mal schnell ins Forum gucken, bevor ich ins Bett steige, und dann solch ein Thread! Natürlich habe ich noch alles durchgelesen. Da dachte ich, ich kenne doch den Werdegang mancher Schreibenden hier, und irgendwie hat jeder Beitrag neue Seiten.
Jetzt noch selber etwas schreiben, wird mir gerade zu viel. Darum erst mal ein Dankeschön an Anja, die hier das Wort Evolution eingebracht hat un d an all die, die ihre Beiträge schon dazu geschrieben haben.
Liebe Grüße
Inga
o, da wollte ich nur noch mal schnell ins Forum gucken, bevor ich ins Bett steige, und dann solch ein Thread! Natürlich habe ich noch alles durchgelesen. Da dachte ich, ich kenne doch den Werdegang mancher Schreibenden hier, und irgendwie hat jeder Beitrag neue Seiten.
Jetzt noch selber etwas schreiben, wird mir gerade zu viel. Darum erst mal ein Dankeschön an Anja, die hier das Wort Evolution eingebracht hat un d an all die, die ihre Beiträge schon dazu geschrieben haben.
Liebe Grüße
Inga
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Nicoletta
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Re: Evolution
Hallo, Anja,
der Anfang und manches Weitere in Deiner Evolution könnte von mir geschrieben sein, ich kann Dich sehr gut verstehen.
Bei mir fing es am Tag der Einschulung an, als ich noch nicht 6 war. Ich kam begeistert nach Hause und erzählte von einer Mitschülerin, die so eine schöne Schleife im Haar hatte, die hätte ich auch gewollt, durfte ich aber nicht, obwohl meine mich zum Spaß schon einmal als Mädchen gekleidet und fotografiert hatten, als ich vielleicht drei Jahre alt war. Bald kamen dazu als Reminiszenz aus der Lektüre von Indianerbüchern Träume, in denen ich an den Marterpfahl gebunden wurde von einem Mädchenstamm, und davon nur wieder loskommen konnte, wenn ich als Mädchen zu leben bereit wäre, und dazu war ich nur zu gerne bereit. Dann träumte ich, ebenfalls durch solche Lektüren angeregt, davon, in die abgezogene Haut eines Mädchens eingenäht zu werden und nie wieder herauszukönnen. Meine ersten Erfahrungen mit weiblichen Kleidungsstücken war Wäsche meiner Schwester, gelbe Dralon-Unterwäsche mit Spitzen, dann ein Badeanzug meiner Mutter. Meine ersten selbst gekauften Stücke waren halterlose Strümpfe und ein Gymnastikanzug (ähnlich wie ein Body, aber ohne Knöpfe im Schritt). Die trug ich nachts beim Schlafen und manchmal unter der Jungenbekleidung auch in der Schule. Meine erste BH-Erfahrung war eher überraschend. Da wollte ich zu Karneval als Putzfrau gehen, wozu mich meine Mutter sehr unterstützte. Sie gab mir nicht nur einen Kittel von sich, sondern auch einen BH, den sie für meinen Geschmack viel zu sehr mit Zeitungspapier ausstopfte. Es war wohl wirklich viel, denn Frauen auf der Straße machten Bemerkungen über mich ("wie kann sich ein Mädchen sooo zurechtmachen!").
Die nächsten BHs waren eigene, schon in der Studienzeit, als ich durch den Versandhandel mir nach und nach eine ganze Garderobe zusammenkaufte. Die BHs füllte ich mit Socken, mit Plastiktüten und Wasser, wobei der Knoten Nippel andeutete, besser noch, weil es nicht blubberte, ging es mit Mehl. Freundinnen, die ich hätte einweihen müssen, hatte ich nicht, außerdem wusste ich selbst nicht so genau, was eigentlich mit mir los war. Ich wusste, dass ich lieber ein Mädchen gewesen wäre, empfand mein Gefühl aber als krank und schämte mich. Immer wieder warf ich alles weg, nur um bald die nächsten Stücke zu kaufen. Sexuelle Erregung war damit nicht verbunden, obwohl ich immer wieder Hand an mich legte. Danach kam dann sofort ein tiefes Schamgefühl, das es mir ermöglichte, die Sachen wegzuräumen (oder sogar wegzuwerfen). Mal rasierte ich mich am ganzen Körper, um meinem Wunschbild näher zu kommen, dann wieder ließ ich mir einen Bart stehen, um endlich davon loszukommen und kein befriedigendes Bild mehr im Spiegel darzubieten. Ich hoffte immer, dass sich das alles geben würde, wenn ich erst einmal verheiratet wäre.
Es dauerte aber bis zu meinem 32. Lebensjahr, als ich eine Frau fand zu heiratete. Aber nach bereits zwei Jahren meldete sich meine weibliche Seite wieder, die ich heimlich auslebte (meist nur Unterwäsche, mehr nur, wenn ich allein war). Ich muss etwa 40 gewesen sein, als mir ein Buch in die Hand fiel, in dem der Lebensweg einer Transsexuellen beschrieben wurde. Ich verschlang das Buch, erkannte mich darin erschreckend, wollte es nicht wahrhaben. Das Buch vernichtete ich, damit es bloß nicht meiner Frau in die Hände fiele. Als ich 41 war, entdeckte meine Frau dann doch einen Rock von mir, den ich im Kleiderschrank unter einem Mantel verborgen hatte. Ich habe mich ihr dann offenbart, und sie machte sich in der Bücherei kundig, diagnostizierte Fetischismus und wollte mich heilen. Die Diagnose war falsch, die Heilabsicht ja gut gemeint, aber erfolglos.
Die Ehe scheiterte (aus anderen Gründen), als ich 43 war. Ich versuchte weiterhin, meine weibliche Seite zu unterdrücken, flüchtete mich in die strengen Moralvorstellungen der Kirche, ließ mir wieder einen Bart stehen, und selbstredend entsorgte ich alles Weibliche. So ganz klappte es allerdings nicht. Wenn ich verliebt war, schien alles möglich, wenn eine Beziehung scheiterte, griff ich wieder zu weiblicher Kleidung und fühlte mich dann wohl und geborgen. Mit 46 lernte ich meine jetzige Frau kennen, und ich erinnere mich, dass ich am Morgen des Tages, an dem ich sie persönlich kennenlernen sollte, zuhause noch im Rock war und bügelte, danach die weibliche Kleidung zusammenräumte und im Keller verstaute, nicht wegwarf, weil ich ja noch nicht wusste, wie das Kennenlernen verlaufen würde. Es verlief gut, mit 47 heiratete ich zum zweiten Mal, und natürlich hatte ich vorher wieder einmal alles entsorgt.
Wir lebten streng kirchlich, und ich erinnere mich, dass ich einmal spöttische Bemerkungen über einen Nachbarn machte, der Ohrringe trug. Das hat mir später meine Frau zu Recht übelgenommen, als sie erfuhr, was mit mir los war. Denn auch in dieser Ehe meldete sich meine weibliche nach zwei-drei Jahren erneut. Dann kamen, ich war 52, Krankheiten dazu, die ich auf die Unterdrückung meiner weiblichen Seite zurückführen möchte. Jedenfalls erlebte ich dann meinen Nullpunkt nach dem Scheitern vieler Heilversuche bei einer Heilerin, als mir schlagartig klar wurde, dass ich in der Wahrheit leben musste. Ich kam nach Hause zu meiner Frau und habe mich ihr offenbart. Da war ich 60.
Die nächsten Jahre wurden schwierig. Meine Frau hatte zunächst viel Verständnis und unterstützte mich, hoffte allerdings wohl, es sei ein vorübergehender Spleen. Als das nicht so war, gab es auch heftige Gegenwehr, Alkoholismus als Flucht, Aggressivität. Ich hingegen drückte meine weibliche Seite immer mehr aus: waren es zuerst nur Röcke innerhalb der Wohnung, dann zum Wandern (nicht von Zuhause aus), dann Wäsche, Ohrlöcher, das ständige Tragen von Schmuck, Nagellack, dann Karoblusen und Damenjeans im Dienst, schließlich (gegen heftigen Widerstand) Damenschuhe, dann Jacken, schließlich Handtaschen. Mit dem Wechsel in das Jahr 2013 habe ich dann mein Outing, das bis dahin auf einen kleinen Kreis beschränkt war, allgemein gemacht, indem ich meine Homepage auf den weiblichen Namen umgestellt habe. Als Folge davon erhielt ich E-Mails mit meinem weiblichen Namen und schließlich als Frau eine Einladung zu einem Vortrag nach Berlin. Das habe ich dann im Juni zum Anlass genommen, nun ausschließlich als Frau zu leben. Seit August bin ich Rentnerin, inzwischen im Besitz des Ergänzungsausweises, und ich strebe eine Personenstandsänderung an. Meine Frau unterstützt mich, die schwierige Phase scheint vorbei zu sein. Alle männliche Kleidung ist entsorgt, ich kann gar nicht mehr anders denn als Frau leben, und ich bin glücklich dabei. Gestern hatte ich mein erstes "Rendezvous". Ein Mann, den ich zuletzt vor 45 Jahren einmal gesehen hatte, ist durch wissenschaftliche Artikel von mir auf mich aufmerksam geworden und äußerte den Wunsch, mich kennenzulernen (er wusste nicht mehr, dass wir uns schon kannten). Wir haben nett geplaudert, und ich fühlte mich wohl und angekommen in meiner weiblichen Rolle. Ich freue mich, dass ich es geschafft habe, wenigstens meinen letzten Lebensabschnitt in der Rolle zu leben, die eigentlich immer schon die richtige gewesen wäre.
Ich wünsche auch Dir alles Gute. Viele Grüße,
Nicoletta
der Anfang und manches Weitere in Deiner Evolution könnte von mir geschrieben sein, ich kann Dich sehr gut verstehen.
Bei mir fing es am Tag der Einschulung an, als ich noch nicht 6 war. Ich kam begeistert nach Hause und erzählte von einer Mitschülerin, die so eine schöne Schleife im Haar hatte, die hätte ich auch gewollt, durfte ich aber nicht, obwohl meine mich zum Spaß schon einmal als Mädchen gekleidet und fotografiert hatten, als ich vielleicht drei Jahre alt war. Bald kamen dazu als Reminiszenz aus der Lektüre von Indianerbüchern Träume, in denen ich an den Marterpfahl gebunden wurde von einem Mädchenstamm, und davon nur wieder loskommen konnte, wenn ich als Mädchen zu leben bereit wäre, und dazu war ich nur zu gerne bereit. Dann träumte ich, ebenfalls durch solche Lektüren angeregt, davon, in die abgezogene Haut eines Mädchens eingenäht zu werden und nie wieder herauszukönnen. Meine ersten Erfahrungen mit weiblichen Kleidungsstücken war Wäsche meiner Schwester, gelbe Dralon-Unterwäsche mit Spitzen, dann ein Badeanzug meiner Mutter. Meine ersten selbst gekauften Stücke waren halterlose Strümpfe und ein Gymnastikanzug (ähnlich wie ein Body, aber ohne Knöpfe im Schritt). Die trug ich nachts beim Schlafen und manchmal unter der Jungenbekleidung auch in der Schule. Meine erste BH-Erfahrung war eher überraschend. Da wollte ich zu Karneval als Putzfrau gehen, wozu mich meine Mutter sehr unterstützte. Sie gab mir nicht nur einen Kittel von sich, sondern auch einen BH, den sie für meinen Geschmack viel zu sehr mit Zeitungspapier ausstopfte. Es war wohl wirklich viel, denn Frauen auf der Straße machten Bemerkungen über mich ("wie kann sich ein Mädchen sooo zurechtmachen!").
Die nächsten BHs waren eigene, schon in der Studienzeit, als ich durch den Versandhandel mir nach und nach eine ganze Garderobe zusammenkaufte. Die BHs füllte ich mit Socken, mit Plastiktüten und Wasser, wobei der Knoten Nippel andeutete, besser noch, weil es nicht blubberte, ging es mit Mehl. Freundinnen, die ich hätte einweihen müssen, hatte ich nicht, außerdem wusste ich selbst nicht so genau, was eigentlich mit mir los war. Ich wusste, dass ich lieber ein Mädchen gewesen wäre, empfand mein Gefühl aber als krank und schämte mich. Immer wieder warf ich alles weg, nur um bald die nächsten Stücke zu kaufen. Sexuelle Erregung war damit nicht verbunden, obwohl ich immer wieder Hand an mich legte. Danach kam dann sofort ein tiefes Schamgefühl, das es mir ermöglichte, die Sachen wegzuräumen (oder sogar wegzuwerfen). Mal rasierte ich mich am ganzen Körper, um meinem Wunschbild näher zu kommen, dann wieder ließ ich mir einen Bart stehen, um endlich davon loszukommen und kein befriedigendes Bild mehr im Spiegel darzubieten. Ich hoffte immer, dass sich das alles geben würde, wenn ich erst einmal verheiratet wäre.
Es dauerte aber bis zu meinem 32. Lebensjahr, als ich eine Frau fand zu heiratete. Aber nach bereits zwei Jahren meldete sich meine weibliche Seite wieder, die ich heimlich auslebte (meist nur Unterwäsche, mehr nur, wenn ich allein war). Ich muss etwa 40 gewesen sein, als mir ein Buch in die Hand fiel, in dem der Lebensweg einer Transsexuellen beschrieben wurde. Ich verschlang das Buch, erkannte mich darin erschreckend, wollte es nicht wahrhaben. Das Buch vernichtete ich, damit es bloß nicht meiner Frau in die Hände fiele. Als ich 41 war, entdeckte meine Frau dann doch einen Rock von mir, den ich im Kleiderschrank unter einem Mantel verborgen hatte. Ich habe mich ihr dann offenbart, und sie machte sich in der Bücherei kundig, diagnostizierte Fetischismus und wollte mich heilen. Die Diagnose war falsch, die Heilabsicht ja gut gemeint, aber erfolglos.
Die Ehe scheiterte (aus anderen Gründen), als ich 43 war. Ich versuchte weiterhin, meine weibliche Seite zu unterdrücken, flüchtete mich in die strengen Moralvorstellungen der Kirche, ließ mir wieder einen Bart stehen, und selbstredend entsorgte ich alles Weibliche. So ganz klappte es allerdings nicht. Wenn ich verliebt war, schien alles möglich, wenn eine Beziehung scheiterte, griff ich wieder zu weiblicher Kleidung und fühlte mich dann wohl und geborgen. Mit 46 lernte ich meine jetzige Frau kennen, und ich erinnere mich, dass ich am Morgen des Tages, an dem ich sie persönlich kennenlernen sollte, zuhause noch im Rock war und bügelte, danach die weibliche Kleidung zusammenräumte und im Keller verstaute, nicht wegwarf, weil ich ja noch nicht wusste, wie das Kennenlernen verlaufen würde. Es verlief gut, mit 47 heiratete ich zum zweiten Mal, und natürlich hatte ich vorher wieder einmal alles entsorgt.
Wir lebten streng kirchlich, und ich erinnere mich, dass ich einmal spöttische Bemerkungen über einen Nachbarn machte, der Ohrringe trug. Das hat mir später meine Frau zu Recht übelgenommen, als sie erfuhr, was mit mir los war. Denn auch in dieser Ehe meldete sich meine weibliche nach zwei-drei Jahren erneut. Dann kamen, ich war 52, Krankheiten dazu, die ich auf die Unterdrückung meiner weiblichen Seite zurückführen möchte. Jedenfalls erlebte ich dann meinen Nullpunkt nach dem Scheitern vieler Heilversuche bei einer Heilerin, als mir schlagartig klar wurde, dass ich in der Wahrheit leben musste. Ich kam nach Hause zu meiner Frau und habe mich ihr offenbart. Da war ich 60.
Die nächsten Jahre wurden schwierig. Meine Frau hatte zunächst viel Verständnis und unterstützte mich, hoffte allerdings wohl, es sei ein vorübergehender Spleen. Als das nicht so war, gab es auch heftige Gegenwehr, Alkoholismus als Flucht, Aggressivität. Ich hingegen drückte meine weibliche Seite immer mehr aus: waren es zuerst nur Röcke innerhalb der Wohnung, dann zum Wandern (nicht von Zuhause aus), dann Wäsche, Ohrlöcher, das ständige Tragen von Schmuck, Nagellack, dann Karoblusen und Damenjeans im Dienst, schließlich (gegen heftigen Widerstand) Damenschuhe, dann Jacken, schließlich Handtaschen. Mit dem Wechsel in das Jahr 2013 habe ich dann mein Outing, das bis dahin auf einen kleinen Kreis beschränkt war, allgemein gemacht, indem ich meine Homepage auf den weiblichen Namen umgestellt habe. Als Folge davon erhielt ich E-Mails mit meinem weiblichen Namen und schließlich als Frau eine Einladung zu einem Vortrag nach Berlin. Das habe ich dann im Juni zum Anlass genommen, nun ausschließlich als Frau zu leben. Seit August bin ich Rentnerin, inzwischen im Besitz des Ergänzungsausweises, und ich strebe eine Personenstandsänderung an. Meine Frau unterstützt mich, die schwierige Phase scheint vorbei zu sein. Alle männliche Kleidung ist entsorgt, ich kann gar nicht mehr anders denn als Frau leben, und ich bin glücklich dabei. Gestern hatte ich mein erstes "Rendezvous". Ein Mann, den ich zuletzt vor 45 Jahren einmal gesehen hatte, ist durch wissenschaftliche Artikel von mir auf mich aufmerksam geworden und äußerte den Wunsch, mich kennenzulernen (er wusste nicht mehr, dass wir uns schon kannten). Wir haben nett geplaudert, und ich fühlte mich wohl und angekommen in meiner weiblichen Rolle. Ich freue mich, dass ich es geschafft habe, wenigstens meinen letzten Lebensabschnitt in der Rolle zu leben, die eigentlich immer schon die richtige gewesen wäre.
Ich wünsche auch Dir alles Gute. Viele Grüße,
Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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Bianca D.
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Re: Evolution
Moin Anja,
Lieben Dank für deinen Bericht!Ich will versuchen,in wenigen Worten zu schildern,wie es mir ergangen ist,bevor ich hier mein TB aufgemacht habe.
Angefangen hat es bei mir rückblickend betrachtet wohl auch schon in der Kindheit,was mir damals natürlich nicht bewußt war.Mit Jungens spielen fand ich nur solange gut,wie es um Autos,Legos oder Buden bauen ging.Machogehabe bei Klassenkameraden,Witze reissen über die Mädels etc. fand ich einfach nur abstoßend.Ist natürlich auch irgendwann aufgefallen,daß ich anders war als die anderen Jungs in meinem Alter.Schwuchtel,Schwuli waren noch die harmlosen Schimpfworte.Mit der Pubertät kam auch der Wunsch auf,lieber als Mädchen geboren zu sein.Zu Beginn der 70iger aber ein Unding,das laut zu äußern.Mein heutiger Name ist trotzdem in der Zeit entstanden,die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht an den Schlager von Freddy Breck und die Comics von Bernhard und Bianca dürften auch jedem ein Begriff sein.Seit dem hieß ich in meiner Traumwelt Bianca.Nun,von Träumen läßt sich nicht leben,so erlernte ich einen typischen Männerberuf und ging vier Jahre zum Militär,man hatte schließlich seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.Hat nicht geklappt. Mitte der 80iger zog ich dann mit meiner Freundin zusammen und plötzlich lag mir das Schlaraffenland zu Füßen,ein voller Kleiderschrank meiner Freundin.Immer wenn sie nicht zu Hause war,probierte ich diverse Sachen von ihr und jedesmal fühlte ich den Stich im Herz: Es ist das,was du willst,aber du kannst es nicht haben.Aufgeflogen bin ich nie,einzig mein Hang,auf Parties mit den Mädels über alles mögliche zu tratschen,statt mit den männlichen Gästen über so Dinge wie :Wer hat den Längsten? zu labern,ist aufgefallen,aber nie negativ bewertet worden.Angst vor Jobverlust,sozialem Abstieg und und ließen mich den Krampf durchziehen,bis ich eben mit 47 Jahren nicht mehr konnte.Eine Ehe und zwei Beziehungen blieben dabei auf der Strecke,wobei mich mit der letzten Freundin und meiner damaligen Ehefrau heute eine gute Freundschaft verbindetDank dem Internet,jaja, bin da sehr spät erst eingestiegen (2008),dem Forum hier und der Erkenntnis,daß es so nicht mehr weiter geht,brachten mich dann auf den Weg.Na ja, den Rest könnt ihr ja nachlesen hier.
LG Bianca
Lieben Dank für deinen Bericht!Ich will versuchen,in wenigen Worten zu schildern,wie es mir ergangen ist,bevor ich hier mein TB aufgemacht habe.
Angefangen hat es bei mir rückblickend betrachtet wohl auch schon in der Kindheit,was mir damals natürlich nicht bewußt war.Mit Jungens spielen fand ich nur solange gut,wie es um Autos,Legos oder Buden bauen ging.Machogehabe bei Klassenkameraden,Witze reissen über die Mädels etc. fand ich einfach nur abstoßend.Ist natürlich auch irgendwann aufgefallen,daß ich anders war als die anderen Jungs in meinem Alter.Schwuchtel,Schwuli waren noch die harmlosen Schimpfworte.Mit der Pubertät kam auch der Wunsch auf,lieber als Mädchen geboren zu sein.Zu Beginn der 70iger aber ein Unding,das laut zu äußern.Mein heutiger Name ist trotzdem in der Zeit entstanden,die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht an den Schlager von Freddy Breck und die Comics von Bernhard und Bianca dürften auch jedem ein Begriff sein.Seit dem hieß ich in meiner Traumwelt Bianca.Nun,von Träumen läßt sich nicht leben,so erlernte ich einen typischen Männerberuf und ging vier Jahre zum Militär,man hatte schließlich seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.Hat nicht geklappt. Mitte der 80iger zog ich dann mit meiner Freundin zusammen und plötzlich lag mir das Schlaraffenland zu Füßen,ein voller Kleiderschrank meiner Freundin.Immer wenn sie nicht zu Hause war,probierte ich diverse Sachen von ihr und jedesmal fühlte ich den Stich im Herz: Es ist das,was du willst,aber du kannst es nicht haben.Aufgeflogen bin ich nie,einzig mein Hang,auf Parties mit den Mädels über alles mögliche zu tratschen,statt mit den männlichen Gästen über so Dinge wie :Wer hat den Längsten? zu labern,ist aufgefallen,aber nie negativ bewertet worden.Angst vor Jobverlust,sozialem Abstieg und und ließen mich den Krampf durchziehen,bis ich eben mit 47 Jahren nicht mehr konnte.Eine Ehe und zwei Beziehungen blieben dabei auf der Strecke,wobei mich mit der letzten Freundin und meiner damaligen Ehefrau heute eine gute Freundschaft verbindetDank dem Internet,jaja, bin da sehr spät erst eingestiegen (2008),dem Forum hier und der Erkenntnis,daß es so nicht mehr weiter geht,brachten mich dann auf den Weg.Na ja, den Rest könnt ihr ja nachlesen hier.
LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Anne-Mette
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Re: Evolution
Moin,
... und die besonderen Anlässe
Gruß und schönen Abend
Anne-Mette
Eben - es muss ja (leider) auch Alltag gebenAber mal ernsthaft, welche (Bio)Frau geht so schon aus dem Haus?
... und die besonderen Anlässe
Gruß und schönen Abend
Anne-Mette
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Bianca D.
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Re: Evolution
Moin Anja,
Diese Entwicklung,wie du sie in deinem letzten Post beschreibst,kann ich nur bestätigen.Nach nun bald drei Jahren Frauendasein,hat sich der morgendliche Aufwand auch auf das Nötigste reduziert,was vielleicht auch berufsbedingt ist.Für die besonderen Anlässe darf es dann aber auch sehr chick sein.
LG Bianca
Diese Entwicklung,wie du sie in deinem letzten Post beschreibst,kann ich nur bestätigen.Nach nun bald drei Jahren Frauendasein,hat sich der morgendliche Aufwand auch auf das Nötigste reduziert,was vielleicht auch berufsbedingt ist.Für die besonderen Anlässe darf es dann aber auch sehr chick sein.
LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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MarieB
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Re: Evolution
Hallo Anja,
es ist wirklich so, dass man vieles erkennt, was man selbst auch durchlebt hat. Respekt für Deine Offenheit.
Ich habe auf der Tarnstagung im Mai in München mit einigen gesprochen und gerade den Abschnitt in der Pupertätsphase bzw. jungen Jahren, wo es sexuell erregent war, ist bei vielen gleich gelagert. Auch bei mir. Ich habe mir auch immer vorgenommen, die Sachen nach der Befriedung anzubehalten und habe es nicht oft geschafft. Auuch das komplette entsorgen der Kleidung und so, kenne ich und auch viele andere. Insofern scheinen dann doch gleiche oder ähnliche Verhaltensmuster abzulaufen.
Wie gesagt, vieles ist ähnlich. Auch wenn bei jedem das Ende wohl unterschiedlich verlaufen kann oder wird.
Aber, ich bin heute auf dem richtigen Weg für mich. Ich style mich im großen und ganzen dann um wenn es in mir drängt es zu tun. Und auch mit meiner Frau und ihrem Sohn klappt das weitgehend. Ich kann im Prinzip auch raus gehen wann ich will. Schön, dass wir in so einem Land leben, wo das ziemlich ungefährdet machbar ist.
Ich denke die Entwicklung wird auch weiter gehen. Leider werde ich es vielleicht nicht mehr erleben, aber ich bin mir sicher, dass die Geschlechterrollen in den Hintergrund treten werden. Und dann wird es auch für Menschen wie mich möglich sein, nicht nur privat als Mensch ("Frau oder Mann ") aufzutreten, sondern auch bei der Arbeit so zu erscheinen, wie man sich gerade fühlt. Das wäre schön.
Wenn man ohne Ängste und Bedenken morgen einfach mal im Rock und HighHeels in die Firma gehen würde und dann wieder im Anzug mit Krawatte. Gerade so wie man sich gerade fühlt.
LG
Marie
es ist wirklich so, dass man vieles erkennt, was man selbst auch durchlebt hat. Respekt für Deine Offenheit.
Ich habe auf der Tarnstagung im Mai in München mit einigen gesprochen und gerade den Abschnitt in der Pupertätsphase bzw. jungen Jahren, wo es sexuell erregent war, ist bei vielen gleich gelagert. Auch bei mir. Ich habe mir auch immer vorgenommen, die Sachen nach der Befriedung anzubehalten und habe es nicht oft geschafft. Auuch das komplette entsorgen der Kleidung und so, kenne ich und auch viele andere. Insofern scheinen dann doch gleiche oder ähnliche Verhaltensmuster abzulaufen.
Wie gesagt, vieles ist ähnlich. Auch wenn bei jedem das Ende wohl unterschiedlich verlaufen kann oder wird.
Aber, ich bin heute auf dem richtigen Weg für mich. Ich style mich im großen und ganzen dann um wenn es in mir drängt es zu tun. Und auch mit meiner Frau und ihrem Sohn klappt das weitgehend. Ich kann im Prinzip auch raus gehen wann ich will. Schön, dass wir in so einem Land leben, wo das ziemlich ungefährdet machbar ist.
Ich denke die Entwicklung wird auch weiter gehen. Leider werde ich es vielleicht nicht mehr erleben, aber ich bin mir sicher, dass die Geschlechterrollen in den Hintergrund treten werden. Und dann wird es auch für Menschen wie mich möglich sein, nicht nur privat als Mensch ("Frau oder Mann ") aufzutreten, sondern auch bei der Arbeit so zu erscheinen, wie man sich gerade fühlt. Das wäre schön.
Wenn man ohne Ängste und Bedenken morgen einfach mal im Rock und HighHeels in die Firma gehen würde und dann wieder im Anzug mit Krawatte. Gerade so wie man sich gerade fühlt.
LG
Marie
Gruß
Marie
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MarieB
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Re: Evolution
Hallo Anja,
nein, die Erfahrung habe ich nicht. Er ist erst im April im Alter von 16 Jahren zu uns gezogen. Und da ich keine Lust hatte auf meine Verwandlungen zu verzichten oder ein Versteckspiel zu beginnen, habe ich mich geoutet. Das war kein Problem. Und gestern war ich zum Beispiel ganztags zu Hause en femme unterwegs. Ganz normal.
Kann Dir also leider nix dazu sagen.
LG
Marie
nein, die Erfahrung habe ich nicht. Er ist erst im April im Alter von 16 Jahren zu uns gezogen. Und da ich keine Lust hatte auf meine Verwandlungen zu verzichten oder ein Versteckspiel zu beginnen, habe ich mich geoutet. Das war kein Problem. Und gestern war ich zum Beispiel ganztags zu Hause en femme unterwegs. Ganz normal.
Kann Dir also leider nix dazu sagen.
LG
Marie
Gruß
Marie
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