Das ist bislang die beste Erklärung, die mir zu dem Thema begegnet ist! Beim Lesen gerade habe ich gedacht "ja, genau das ist es eigentlich, wofür ich immer nach passenden Worten gesucht habe".Anja hat geschrieben:Wenn ich mich jemandem erklären soll, der sich mit dem Thema nicht auskennt, erkläre ich das so.
Ich habe einen männlichen Körper mit zwei Köpfen. Einem weiblichen Kopf und einem männlichen Kopf. Nur einer von beiden kann den Körper steuern. Beide gleichzeitig geht nicht. Der männliche Kopf ist zufrieden. Er ist meistens am "Ruder", er hat alles was Mann so braucht, eben einen gesunden männlichen Körper. Der weibliche Kopf ist ziemlich unzufrieden. Ist viel seltener am Ruder (1-2x im Monat) und hat einen völlig falschen Körper. So weit wie es geht versucht Anja den männlichen Körper entsprechend anzupassen, so dass sie für "ihre Zeit" mit ihm leben kann. Natürlich hätte sie gerne einen weiblichen Körper, klein und zierlich und mit den entsprechenden Attributen ausgestattet. So weit kommen die Leute dann mit und verstehen meine "Two-Spirits". Wenn man sich jetzt noch vorstellt, das die beiden Köpfe in nur einem Kopf zu Hause sind, dann verstehen sie (meistens) wie es mir geht.
Insbesondere das Letztere wird wohl immer ein unerfüllbarer Traum bleiben... leider.Anja hat geschrieben:Die perfekte Lösung für mich wäre, jeden Morgen frei entscheiden zu können, wen ich den Tag ans Ruder lassen möchte, egal was auf dem Plan steht. Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen wäre, wie Mona schon sagte, das man den Körper ebenso wechseln könnte wie den "Kopf".
Wenn ich die Möglichkeit hätte, einfach und ohne permanente Nebenwirkungen das biologische Geschlecht hin- und herzuwechseln, wäre es für mich gar keine Überlegung - ich würde es tun. Ohne die Option einer Rückkehr, dafür aber mit dem Versprechen, einen voll funktionsfähigen weiblichen Körper zu bekommen - ich muß gestehen, daß die Versuchung schon da wäre. Aber beides ist Science Fiction, und alle realistisch möglichen permanenten Veränderungen führen doch nur zu einem Kompromiß, den ich nicht will. Dann lieber das beste aus dem voll funktionsfähigen Körper machen, den ich nun mal habe. Mit den temporären Veränderungen, an die ich mich rantraue.
Liebe Grüße aus Bad Cannstatt,
Johanna