Was macht der Psychologe?
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FraukeTV

Was macht der Psychologe?

Post 1 im Thema

Beitrag von FraukeTV »

Liebes Forum,
ich frage mich seit einiger Zeit, wie die Therapie bei einen Psychologen/Psychiater oder allgemein Therapeuten aussieht. Das sich die Settings aufgrund der unterschiedlichen Personen und ihrer Problemen immer anderes gestalten, kann ich mir gut vorstellen.
Was ich mich aber frage ist, ob so etwas auch für mich sein könnte. Zwar gibt es den Spruch: Du gehst mit einem Problem hin und kommst mit zwei zurück - ich würde es aber auch mal ausprobieren.
Jetzt meine Fragen auf die ich mir ein paar Antworten wünsche:
- Bringt euch das persönlich weiter? Das ist natürlich höchst subjektiv?
- Könnt ihr mir jemanden im Raum Köln empfehlen. Ich habe auf transsexuell.de eine Liste gefunden, da steht nur eine Person für Köln drin?
- Macht es einen Unterschied, ob ein Mann oder Frau die Therapie leitet?
- Was wird der Kram kosten, wenn ich es ohne KK machen will. Sind 50-60 Euro für 45min realistisch?
Vielen Dank für eure Hilfe
Frauke
Bianca D.
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 2 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

FraukeTV hat geschrieben: - Bringt euch das persönlich weiter? Ja,definitiv!Ohne psychologische Begleitung ist eine Transition meiner Meinung nach nicht zu machen.
- Könnt ihr mir jemanden im Raum Köln empfehlen. Ich habe auf transsexuell.de eine Liste gefunden, da steht nur eine Person für Köln drin?Das muß nicht heißen,daß es nicht noch mehr gibt,die sich auf TS verstehen.Da hilft nur,das Branchenbuch zu durchforsten.Viele Psychs haben eine eigene Homepage.Vielleicht rufst du auch mal den in der Liste an,evtl. kann er dir weitere Adressen geben.
- Macht es einen Unterschied, ob ein Mann oder Frau die Therapie leitet? Ich denke nicht,daß das Geschlecht hier einen Einfluß hat.Unterschiede sind wohl eher im Typ des Psychs so sehen.Jeder hat eben seinen eigenen Stil.
- Was wird der Kram kosten, wenn ich es ohne KK machen will. Sind 50-60 Euro für 45min realistisch?Das kann ich dir nicht sagen.Aber warum willst du es selbst bezahlen?Psychotherapie steht dir doch zu.
Moin,

Soweit zu nächst mal Antworten,unabhängig vom Hintergrund deiner Fragen.Zum besseren Verständnis muß ich aber noch fragen: was ist dein Ziel? Bist du TS und willst den Weg der Transition gehen? Oder welche Beweggründe spielen da sonst eine Rolle?

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Sabrina Verena
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 3 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Frauke!
Hier ist Jemand, die Du fragen kannst.
viewtopic.php?f=23&t=6582
LG
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

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Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
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Momo58
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 4 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hihi, was macht der Psychologe? Schlafen! Das ist jetzt kein Witz. Ich war mal bei einem Therapeuten, der während einer Sitzung tatsächlich eingeschlafen ist. OK, von dem hatte ich ein Gutachten erhalten, in dem mein Transgenderleben als Sexualpräferenz gemäß ICD 10-Schlüssel klassifiziert wurde. Die Sexualpräferenz wurde als chronisch eingestuft. Ich bin seit 12 Jahren in Dauerbehandlung bei einem Psychiater. Zusätzlich ging ich zu einem zweiten Psychiater, der die Diagnose des ersten und die Angaben des Gutachten bestätigte. Ich hab mit Psychiatern eher gute Erfahrungen gemacht, aber nicht weil der Psychiater gut war, sondern weil ich offen über mein Transgender-Dasein rede. Dass die Ursache bei mir im sozialen Umfeld der Familie zu suchen ist, war mir spätestens seit einer tiefenpsychologischen Behandlung klar, allerdings wollte ich es erst mal nicht akzeptieren. Erst durch eine Familienaufstellung wurde ich mir klar darüber, dass die Ursache des Crossdressings der emotionale Missbrauch durch meinen tyrannischen Vater war. Da die Sexualpräferenz chronisch ist, blieb den Psychiatern nichts anderes übrig, als klar zu sagen, dass es "dafür" keine Heilung gibt. Die Psychiater bestärken mich darin, das Crossdressing zu leben.
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
Momo58
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 5 im Thema

Beitrag von Momo58 »

@ Bianca D.
- Was wird der Kram kosten, wenn ich es ohne KK machen will. Sind 50-60 Euro für 45min realistisch?
Die Kosten richten sich nach der GOP (Gebührenordnung für Psychotherapeuten bei Privatbehandlung) Die Behandlungsdauer liegt bei 50 Minuten pro Sitzung. Die Kosten liegen etwa bei 100 bis 120 €. Manche Therapeuten behandelt nur 25 Minuten. Für diesen Fall wäre deine Kosteneinschätzung richtig.
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
FraukeTV

Re: Was macht der Psychologe?

Post 6 im Thema

Beitrag von FraukeTV »

Vielen Dank für die Antworten und Hinweise, die für meine Überlegungen sehr hilfreich sind. Ich bin ein paar Mal hier im Thread gefragt worden, ob ich TS sei. Nun ich kenne mich schon ein paar Jahre und ich denke, dass das nicht der Fall ist. Ich mag die Frauenrolle und die Männerrolle und zur Zeit dominiert die Frauke etwas stärker.
Der Hintergrund meiner Frage basiert auf ein Gespräch mit meiner Partnerin, der ich von Frauke erzählt habe. Im Zuge dessen kam das Thema Therapie auch auf. Nun überlegen wir zusammen, ob das ggf. nützlich sein kann und ich will mich diesen Überlegungen nicht verschließen.
Krankenkasse kommt für mich aus mehreren Gründen nicht in Frage. Ich möchte einfach nicht, dass die über meine "Krankheit" informiert sind. Zudem weiß man nie, wer sonst irgendwann einmal Zugriff auf die Daten hat.
Dann würde ich im Notfall lieber sparen. Eile habe ich ja nicht. Mein alter ego wird mir wohl nicht untreu werden. Dafür kennen wir uns dann doch schon zu lange :lol:
Have fun
Frauke
Ellen
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 7 im Thema

Beitrag von Ellen »

Hi Frauke,
kann mich dem von MajaM nur anschließen - mein Weg war ähnlich. Zuerst bin ich um Erklärungen meinem Hausarzt gegenüber zu vermeiden selbst auf die Suche gegangen - hat aber nix gebracht außer zwei sinnlosen Terminen die nix gebracht haben (selbst bezahlt). Im nächsten Anlauf und weil mittlerweile zuhause der Haussegen mehr wie blos schief hing und ich auch beruflich durch Veränderungen in den Seilen hing bin ich dann zum Hausarzt, der all meine Erläuterungen auf ein "Verdacht auf Burnout" zusammenfasste und mir nen Überweisungsschein gab, mit dem ich mich wieder auf die Suche machte. Und dann mit viel Glück bei einem sehr guten Psychologen (hier in der schwäbischen Pampas sind die nicht gerade gut gestreut ...) knapp 30km entfernt gefunden. Der war zwar nicht auf CD/TS/TV oder was auch immer spezialisiert (stellte sich dann später heraus, das ich der dritte in seiner Karriere war und der erste, der auch "en femme" in der Praxis auftauchte) aber die Gespräche waren gut. Wobei es in den ersten Monaten erstmal um aktuelle Themen (Trennung, usw.) ging und wir erst später wieder auf das Thema Crossdressen kamen. Wir haben die Therapie dann Ende letzten Jahres (nach fast 2 Jahren) beendet mit der Option seinerseits jederzeit für einen Notfallgespräch bereit zu sein (was ich bisher nur einmal in Anspruch genommen hab).
Alles in Allem ... ohne wär ich vermutlich nach der Trennung in ein wirklich, wirklich tiefes Loch gefallen ... ich kann den Gang zur psychologischen Hilfe nur jedem empfehlen.
Lieben Gruß
Ellen (flo)
ChristinaF
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 8 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

FraukeTV hat geschrieben: Krankenkasse kommt für mich aus mehreren Gründen nicht in Frage. Ich möchte einfach nicht, dass die über meine "Krankheit" informiert sind. Zudem weiß man nie, wer sonst irgendwann einmal Zugriff auf die Daten hat.
Dann würde ich im Notfall lieber sparen.
Frauke
Wenn du ohne KK zum Psychologen gehst, kann, muss aber nicht sein, dieser natürlich die Kosten privat berechnen. Und das ist wesentlich mehr, als er über die KK abrechnen kann.
Die Frage sei erlaubt, was ein oder mehrere Gespräche beim Psych. überhaupt bewirken sollen, wenn du ohnehin nicht den Weg TS gehen willst? Hier wäre ein oder mehrere Besuche bei Fachgruppen vielleicht angebrachter, ganz abgesehen davon, dass, solltest du später tatsächlich weiter gehen, du ohnehin fachlich fundierte psychatrische "Betreuung" brauchst.
LG
Chrissie
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 9 im Thema

Beitrag von Ellen »

Dornröschen hat geschrieben: Die Frage sei erlaubt, was ein oder mehrere Gespräche beim Psych. überhaupt bewirken sollen, wenn du ohnehin nicht den Weg TS gehen willst?
Hi Chrissie,
deine Rückfrage ergibt m.E. nur teilweise Sinn. Ob ein oder mehrere Gespräche mit einem Psychologen zielführend sind - das halte ich auch für fraglich. Ich muß aber nicht unbedingt bereits auf dem TS-Kurs sein, um den Wunsch nach einer psychologischen Beratung zu haben :!:
Ob man dann mit einer "Fachgruppe" (was immer das sein mag ...) oder einem Psychologen besser beraten ist hängt sicherlich auch davon ab, wie weit man sich anderen (und bei einer "Fachgruppe" sind das ja gleich mehrere) öffnen kann.
Naja, sind nur meine 2Cents dazu :-)
Lieben Gruß
Ellen (flo)
FraukeTV

Re: Was macht der Psychologe?

Post 10 im Thema

Beitrag von FraukeTV »

Liebe Christie,
das ist ja jetzt hochspannend was du da schreibst und lädt mich ein, genauer nachzufragen, wobei ich an der Stelle anmerken möchte, dass es bitte nicht angreifend, abwertend sondern nur informativ gemeint ist:
- Wenn ich die Sache vom Ende her betrachte, macht psychologische Beratung/Betreuung für Transgender nur Sinn, wenn ich den Weg TS gehen will/muss. Ich habe so etwas in dieser Richtung schon vermutet, bedeutet im Umkehrschluss, dass es wohl keine speziellen Ansätze - mal abgesehen von dem, was jeder Psychologe machen könnte (Behandlung von Depressionen, Situationen im Hier und Jetzt verbessern, Akzeptanz zum Verhalten schaffen, usw.). Spezielle Therapiekonzepte für TV, CD, DWT usw. gibt es nicht. Stimmt das so?
- Was meinst du mit einer Fachgruppe? (Selbsthilfegruppe, Stammtisch?

Merci für die Antworten
Frauke
Lina
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 11 im Thema

Beitrag von Lina »

Claudia hat geschrieben:Moin!
FraukeTV hat geschrieben:Wenn ich die Sache vom Ende her betrachte, macht psychologische Beratung/Betreuung für Transgender nur Sinn, wenn ich den Weg TS gehen will/muss.
Nein! Der Sinn der psychologischen Beratung ist zunächst einmal herauszufinden, ob dieser Weg der Richtige wäre. "Zielfindung" ist die Aufgabe, wobei die psychologen nur Dir helfen können, selbst diese Entscheidung zu treffen. Erst im zweiten Teil kommt dann die Unterstützung bei der Frage "wie gehe ich mit meiner Entscheidung um?".

LG
Claudia

WOW - ich glaube dass du die erste bist, die in diesem Thread - vielleicht im gesamten Forum es kurz und präzise auf den Punkt bringt, was die Aufgabe des Psy ist!

Sonst habe ich oft den Eindruck, dass viele sich eigentlich keine Gedanken darüber machen, sondern einfach schon eine Entscheidung getroffen haben und einfach nur wollen, dass er das dämliche Gutachten ausstellt.
So an alle andere gerichtet - sehe ich das einigermaßen richtig?

Falls so finde ich das etwas tragisch - immerhin könnte man sicherlich mehr davon erwarten; man muss aber zumindest einigermaßen eine Idee haben, was man sich davon verspricht. Sonst bekommt man es auch nicht.
Flodur
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 12 im Thema

Beitrag von Flodur »

O.K., bin nicht TG/TS aber mir haben Psychologen nur geschadet.
Saskia.shewulf
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 13 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hallo Frauke
Im Raum Koeln / Bonn gibt es mindestens 6 Therapeuten
die Plan haben von Ts .Ich schreibe das vom Phone
ist etwas nervig wenn ich zuhause bin versuch ich dir mal
Ne Liste zukommen zu lassen.Wartezeit bei den Kopf Doktoren 6 Monate
Ich habe in 3Wochen ein 1. Gespräch .

@Flodur haben Psychologen Dir geschadet?
oder stehst du dir vielleicht selbst im Weg?
Bitte mal überdenken es ist eine Frage keine Kritik !!!

LG Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
Nicoletta
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 14 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Saskia.shewulf hat geschrieben:
Im Raum Koeln / Bonn gibt es mindestens 6 Therapeuten
die Plan haben von Ts.
wenn ich zuhause bin versuch ich dir mal
Ne Liste zukommen zu lassen.Wartezeit bei den Kopf Doktoren 6 Monate
Ich habe in 3Wochen ein 1. Gespräch. LG Saskia
Hallo, Saskia,

finde ich toll, bei 6 hat man ja richtig Auswahl. Bist Du so lieb und lässt mir die Liste auch zukommen. Ich bin nämlich auf der Suche. Bin jetzt aber erst mal wenig, drei Tage in Berlin komplett en femme mit öffentlichem Auftritt, freue mich darauf, Antwort meinerseits kann sich also verzögern.

Liebe Grüße,

Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
ChristinaF
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Re: Was macht der Psychologe?

Post 15 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Vielleicht habe ich mich da etwas unklar ausgedrückt. Zu "Fachgruppen" meinte ich Selbsthilfegruppen. Und hier gibts in fast jeder größeren Stadt doch eine. Und gerade bei diesen sind doch die Eingangsfragen (wielange machst du das, wie fühlst du dich, bist du geoutet, und und und) ähnlich wie die Eingangsfragen beim Psych., mit dem Unterschied, dass es beim Arzt wahrscheinlich länger dauert, bis diese Fragen evaluiert werden.
Ich finde, dass es keine Psych. gibt, die meine Gefühls- bzw. Verständniswelt ändern könnten. Und auch "Claudia" stimme ich mit dem zu, dass mir der Psych, bei einer gewissen Art von Zielfindung helfen kann.
Bei einem bin ich mir aber ziemlich sicher, dass spezielle Therapiekonzepte für TS, TV, CD,.... die zur "Heilung" angebracht erscheinen, nichts nutzen werden.
Aber ich bin kein Profi, und schon gar keine Ärztin mit fundiertem Fachwissen. Ich resultiere jediglich die Ergebnisse die sich als Quintessenz meiner Besuche bei meiner Psycholgin ergaben.
LG
Chrissie
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