Kleiderordnungen
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triona
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Kleiderordnungen

Post 1 im Thema

Beitrag von triona »

Kuriose Rechtsvorschriften in anderen Ländern.
Zwei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit:
PARIS
Offiziell: Frauen dürfen Hosen tragen
PARIS - Frauen in Paris dürfen künftig auch ohne Erlaubnis der Polizei Hosen tragen. Das bestätigte die Stadt jetzt im Internet. Danach galt bis Ende Januar (gemeint ist 2013! tri) eigentlich eine Verordnung aus dem Jahr 1800, die Frauen verpflichtete, das Tragen einer Hose bei der Polizeipräfektur anzumelden. Lediglich 1892 und 1909 gab es Aktualisierungen: Frauen durften seitdem Hosen anziehen, wenn sie Fahrradlenker oder Reitzügel in der Hand hielten. Nach Angaben der Stadt Paris war die Regelung bis zum 31. Januar gültig. Erst da habe das Ministerium für Frauenrechte offiziell erklärt, daß die Anordnung aus verfassungsmäßigen Gründen nicht mehr anwendbar sei. Hintergrund der Erklärung war die schriftliche Anfrage eines Senatsabgeordneten an die Regierung. (dpa)
wiedergegeben aus FREIE PRESSE, 06.02.2013

TASCHIKISTAN
Uni: Highheels für Studentinnen Pflicht
DUSCHANBE - Ohne hochhackige Schuhe dürfen Studentinnen im muslimisch geprägten Tadschikistan nicht mehr die Pädagogische Hochschule in der Hauptstadt betreten. "Zukünftige Lehrerinnen sollte Niveauvoll gekleidet sein, damit sie ihren Schülern gute Manieren beibringen können", begründete Rektor Abdulschabbor Rachmonow das Verbot. "Dies ist kein Sportinstitut, in das die Mädchen mit Turnschuhen, Ballerinas oder flachen Schuhen kommen können", sagte der Ex-Bildungsminister. Die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien verbietet Schülerinnen und Studentinnen auch das Tragen der muslimischen Kopfbedeckung Hidschab, um einer Radikalisierung der Bevölkerung vorzubeugen. (dpa)
wiedergegeben aus FREIE PRESSE, 28.03.2013


Erinnert sei an dieser Stelle auch an diese Geschichte an der Universität Oxford, England, die voriges Jahr durch den Presewald und das weltweite Netz gegeistert ist:

http://www.focus.de/panorama/welt/strik ... 89642.html

Andere Beispiele aus der Türkei und anderen Ländern des islamischen Kulturkreises auch in jüngster Zeit mit unterschiedlicher Stoßrichtung nach beiden Seiten (d.h. radikalislamisch oder westlich-bürgerlich) ließen sich hier noch beliebig anführen.

Auch in Deutschland und vor allem in Frankreich (mit einigen diesbezüglichen neuen gesetzlichen Regelungen) tobt ja seit einigen Jahren eine rege Debatte um Kopftuchverbote an Schulen und ähnliches. Die Widersprüche sind da zum Teil durchaus grundsätzlicher kultureller und politischer Art. Und sie übersteigen die Zusammenhänge mit dem Tragen "gegengeschlechtlicher" Kleidung bei Weitem. Die Wiedereinführung gesetzlicher Kleiderordnungen ist also auch im Europa des 21. Jahrhunderts durchaus wieder in greifbare Nähe gerückt.

Und in der Geschichte muß man auch nicht erst zurückgehen bis ins Mittelalter. Polizeiamtliche "Transvestitenscheine", die das Tragen "gegengeschlechtlicher" Kleidung in der Öffentlichkeit erst ausdrücklich erlaubten, gab es z.B. in Deutschland noch in den 1920- und 1930-er-Jahren.


liebe grüße
triona
Sabrina Verena
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Re: Kleiderordnungen

Post 2 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Ja Deutschland und das Kopftuch.
Meine Mutter (eine deutsche Christin) lief wie alle Frauen in den 60. und 70. Jahren mit einem Kopftuch rum.
Das war schon in der Weimarer Republick und im 3. Reich eine normale Kopfbedeckung bei Frauen, und hatte mit Politik, Religion und/oder Fanatismus nicht das geringste zu tun.
Es ist schon erstaunlich welche Wende bezüglich des Kopftuches im Zeitalter der Emanzipatiopn der Frau statt gefunden hat, bloß weil religiös verblendete Männer ganz schön gewaltig ein an der Waffel haben. Bei den vermeidlichen Christen ebenso, wie bei den vermeidlichen Moslems! Die Politik ist gut beraten, wenn sie in Schulen Kopftücher meint verbieten zu müssen, die Kreuze und Nationalflaggen aus Gründen der Wahrung der Neutralität ebenfalls zu verbieten oder besser zur Vernunft zu kommen, und auf entsprechende Verbote zu verzichten.
Liebe Grüße
Verena
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Re: Kleiderordnungen

Post 3 im Thema

Beitrag von triona »

Hier noch ein Verweis zu einer künstlerischen Aktion zum Thema Kopftuch in Frankreich aus Emma 03/2006:

http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2006/ ... ederlichk/


liebe grüße
triona
Anne-Mette
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Re: Kleiderordnungen

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

Bangkoks Universität: Die Studierenden können sich aussuchen, ob sie die ursprünglich für Damen oder die für die Herren vorgesehene Kleidung tragen möchten. Egal welchen Geschlechts sie selbst sind.
Dort herrscht wohl auch noch Uniformpflicht (888)

Gruß
Anne-Mette
Ulrike-Marisa
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Re: Kleiderordnungen

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

bei den umfangreichen Arbeitsdiensten zu den Erdarbeiten im Hafenbereich unseres Segelhafens habe ich in der letzten Zeit immer ein Kopftuch wegen meiner längeren Haare uns wegen der Sonne auf - wie auch zu Hause im Garten. Im Zusammenhang mit meiner Arbeitskleidung und den Schmuckteilen, die ich immer trage, kam dann die Bemerkung - du siehst ja aus wie eine polnische Bauersfrau. Da habe ich gelächelt und gesagt: da liegst du nicht ganz falsch, außerdem habe ich eine polnische UrUrgroßmutter. Seitdem stört sich da niemand mehr daran.
Das Thema bleibt aber ein religiöses und politisches Thema...

Gruß, Ulrike-Marisa :)
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