Begleitservice alternative Ending
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Melli_
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Begleitservice alternative Ending
Liebe Leserinnen,
diese Geschichte ist zu 100% erfunden. Die Namen entspringen der wirren Phantasie der Verfasserin. Es können bei der Erstellung längere Pausen auftreten - bitte wartet sie geduldig ab. Der erste Teil wird noch ein paar Tage brauchen - ihr werdet sehen, warum. Und dann viel Spass beim Lesen.
LG,
Melli
diese Geschichte ist zu 100% erfunden. Die Namen entspringen der wirren Phantasie der Verfasserin. Es können bei der Erstellung längere Pausen auftreten - bitte wartet sie geduldig ab. Der erste Teil wird noch ein paar Tage brauchen - ihr werdet sehen, warum. Und dann viel Spass beim Lesen.
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Re: Begleitservice alternative Ending
Geschichte Begleitservice
Teil 1 Der Auftrag
"Nein das mache ich nicht."
Das Angebot war gerade eben verhallt.
"Kannst Du Dir nicht eine Frau aussuchen, die diese Rolle übernimmt."
"Ich kenne keine verlässliche und die, die ich kenne, habe ich schon alle angefragt."
"Also ich fasse noch einmal zusammen: Du brauchst für dem Empfang in vier Monaten in deiner Firma eine Partnerin, die mit dir diesen Abend bestreitet. Sie sollte intelligent sein und so tun, als wärt ihr verheiratet. Nur dann wird dich dein Chef befördern, richtig?"
"Nicht ganz — nur dann wird er mich nicht rauswerfen. Sonst ist alles richtig — er legt wert auf verheiratete Männer in seinem Betrieb und will die Ehefrauen auch kennenlernen. Er hat mich nur eingestellt, weil ich bei der Bewerbung angegeben habe, dass ich verheiratet bin. Jetzt soll ich meine Frau auf den Empfang mitbringen."
"Wo arbeitest Du? Das geht doch deinen Arbeitgeber gar nichts an, was du machst."
"Nicht wenn die Vatikanische Notenbank — der Vorstand — mit im Spiel ist. Die haben ihre eigenen Vorstellungen von Geschäftspartnern. ist. Ich bin da überhaupt nur mit vielen Beziehungen und meiner Doktorarbeit drangekommen."
"Deiner Doktorarbeit...?"
"Komm lass die alten Geschichten — was sagst du?"
"Und was ist mit Begleitservices? Es gibt doch genug Frauen, die man über diese Schiene einspannen kann. Nimm eine von denen."
"Das geht nicht, denn ich weiß, dass mein Chef diese Services überwacht. Und bei meinen Ex-Freundinnen glaube ich, dass die mich in letzter Sekunde fertigmachen — oder zum Heiraten zwingen."
"Warum sollte ich das machen?"
"2.500 Euro im Monat und ich trage alle weiteren Kosten. Wenn alles glatt geht noch einmal 10.000 Euro extra. Das sind satte 20.000 Euro für Lächeln und Smalltalk. Ich besorge dir sogar einen persönlichen Coatch. Nach vier Monaten bist du frei. Ich erwarte aber Professionalität — niemand darf etwas merken."
Viktor kam sein Kontostand in den Sinn. Er lebte nun schon seit 3 Jahren von der Stütze. Er war stark im Soll und es war kein Job weit und breit in Sicht. Das Leben ohne Geld ist schon ziemlich aufreibend. Auf diese Art hätte er erst einmal eine zeitlang Bargeld im Haus.
"Also gut ich mach's. Aber gibt es für das Geld keine bessere Lösung?"
"Wenn ich eine wüsste, hätte ich sie gewählt." antwortete Michael.
"3.000 Euro monatlich und die erste Rate im Voraus."
"Super Viktor, du bist ein echter Freund." Michael schüttelte ihm die Hand. "Ich setze mich noch heute dran und mache dir einen Plan. Morgen kannst Du damit beginnen, dich auf diesen Tag vorzubereiten."
Viktor wurde leicht schwummrig — worauf hatte er sich da eingelassen? Andererseits kannte er Michael schon eine halbe Ewigkeit. Er konnte seinen Kumpel auch nicht hängen lassen. Vier Monate würde er schon irgendwie herumkriegen. Und das Geld brauchte er dringend. Michael zog einen Vertrag aus der Tasche.
"Viktor — wir müssen auch Nägel mit Köpfen machen. Unterschreib das bitte, sonst kann ich dich nicht einstellen. Ich muss ja nachweisen, wo das Geld hingegangen ist." "Wenn du einem Hartz 4 Empfänger Geld gibst, wird sich der Staat sofort bedienen. Und du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ein Gericht der Welt auf diesen Vertrag eingeht." "Stimmt, aber wir müssen unsere Bedingungen untereinander festhalten, damit nachher keiner sagt, der andere hat ihn über's Ohr gehauen."
Viktor änderte die Zahl 2500 in 3000 und unterschrieb. Michael reichte ihm einen Umschlag, in den er noch 500 Euro zusätzlich tat.
--------------------------------------------------------
Am nächsten Tag klingelte es um 8.00 Uhr an Viktors Tür. Viktor schälte sich aus dem Bett. Oh nein, Besuch von seinen Schuldnern??? Vor der Tür stand eine sehr attraktive junge Frau. Viktor öffnete. "Wer sind sie?", fragte er schlaftrunken.
"Meine Name ist Aischa, ich bin ihre persönliche Trainerin. Michael hat mich voll eingeweiht." "Warum machen sie dann nicht den Job?" "Es ist nicht gut, wenn man als die Ehefrau von jemanden präsentiert wird und dann weiter in derselben Stadt lebt. Man wird erkannt, Freunde werden misstrauisch — und mein Ehemann wird eifersüchtig. Ein Problem, das sie wohl nicht haben werden. Zudem bekomme ich eine Provision, wenn alles gut geht von 5.000 Euro. Und die wollen wir doch nicht auf's Spiel setzen. Sie müssen perfekt sein und ich werde ihnen dabei helfen."
Ab heute wird sich ihr Leben die nächsten drei Monate grundlegend ändern:
Hier ist der Plan:
1. Sie gehen jeden Morgen joggen
2. Sie werden eine von mir ausgearbeitete Diät zu sich nehmen.
3. Sie werden keine zusätzlichen Kalorien zu sich nehmen.
4. Sie werden regelmäßig Stimmtraining machen, um sich auch wie eine Frau anzuhören.
5. Sie werden an Kleidung tragen, was ich ihnen sage.
6. Ab jetzt werden sie wie eine Frau auftreten, um ihr Verhalten natürlicher zu machen. Ab heute werden Sie die nächsten drei Monate keine männlichen Sachen mehr anziehen, der Eindruck, den sie hinterlassen, muss gepflegt, kultiviert, atemberaubend — mit einem Wort perfekt - sein. Ich habe dazu ein Zimmer in Köln gemietet, dorthin werden wir in einer Stunde fahren. Ich nehme an, dass es ihnen hier zu peinlich wäre und sie ständig die Angst hätten, gesehen zu werden.
Sie müssen nichts packen — wir werden alles, was wir brauchen, in Köln haben.
Viktor war perplex. Die geht ran, dachte er sich. Dann schlappte er zurück in sein Schlafzimmer und zog die Hose an, die er seit drei Wochen auf dem Leib trug zusammen mit der anderen Wäsche, deren Tragezeit ähnlich war. Als er den übervollen Mülleimer sah, kratzte er sich am Hintern — ach das Runterbringen lohnte sich ohnehin nicht. Er würde ihn die vier Monate ja nicht sehen müssen. Das Duschen schenkte er sich — ebenso wie gestern und vorgestern. Statt dessen räumte er die Bierflaschen weg und tat noch ein wenig Müll, der auf dem Fußboden lag, in den Eimer. Der Eimer fiel um, und der Müll quoll heraus. Viktor lies ihn liegen. Der Geruch nach altem Bier, Zigaretten und leicht angeschimmelten Essensresten fiel ihm kaum auf. Dann zündete er sich eine Zigarette an. Er zog seine Jacke an und folgte Aischa, die schon zwei Schritt weiter zum Treppenhaus stand.
Sie brachte ihn zu einem kleinen Wagen. Als er einstieg, informierte sie ihn darüber, dass das seine letzte Zigarette war. Als Viktor sie sauer ansah erklärte sie ihm Folgendes. "Also: Sie können diesen Auftrag mit mir durchziehen. Dann werden wir beide das Geld sehen und es wird kein Problem geben. Wenn sie aber kein Interesse mehr haben, dann sagen sie es jetzt. Dann lasse ich sie hier stehen und sie können sich ihr Geld sonst woher besorgen. Und damit das klar ist — ich bin der Chef." "OkOkOk is ja gut, sie haben gewonnen, Frollein. Nur reden sie nicht so laut, ich habe noch Kopfschmerzen." Die Fahrt nach Köln begann. Aischa lies das Fenster auf, obgleich der Fahrtwind kalt ins Auto zog. Es war Mai und verhältnismäßig kalt. Gegen 10.00 Uhr waren sie da. Aischa öffnete die Tür mit den Worten: "Willkommen in unserer Frauen WG."
Die Wohnung war nett eingerichtet mit rosa Tapeten und Holzpaneelen an der Decke. Viele kleine Accessoires machten deutlich, dass hier jetzt zwei Frauen wohnten. Aischa nahm einen Block aus der Tasche und begann, Viktor auszumessen. Sie notierte die Maße in einem kleinen Buch.
"Ich werde jetzt einkaufen." Ich erwarte von Ihnen, dass sie sich geduscht haben, wenn ich wiederkomme.
Viktor nahm eine Dusche — das Duschgel an der Seite und das Shampoo hatten einen ziemlich eigentümlichen Geruch. Viktor rieb sich damit ein und der Geruch breitete sich aus. Nachdem er fertig war, klebte das Parfum noch an ihm. Seine Haare lies er halblang und zottelig — wie sie waren - herabhängen. Er war seit bestimmt einem Jahr nicht mehr beim Friseur gewesen. Das Geld nahm er lieber für Bier oder Zigaretten.
Kurz darauf kam Aischa wieder. Sie warf ihm einen weißen Bademantel mit goldenen Stickereien zu. "Den wirst du jetzt die nächsten paar Tage tragen" sagte sie. Komm in die Küche. Aischa bereitete das Mittagessen vor: Gurkensalat. "Gurkensalat und..." fragte Viktor - "Nur Gurkensalat" antwortete Aischa. "Du bist durch das ganze Fertigfutter ohnehin viel zu dick." Dann nahm sie ein Glas und füllte es mit Orangensaft. Aus einer Packung nahm sie zwei Tabletten und lies sie in den Saft fallen. "Trink das." "Was ist das?" "Orangensaft" "Nein, ich meine die Pillen..." Das eine ist eine Vitaminpille, so dass du keine Mangelerscheinungen bekommst, denn die Diät wird ziemlich hart. Das andere ist ein Appetithemmer, um dich nicht zu stark zu quälen. Und jetzt runter damit." Viktor machte das Glas auf einem Zug leer.
"Als erstes kümmere ich mich um Deine Füße. Aischa lies ein warmes Fußbad ein und weichte Viktors Füße darin. Die Zehen waren gelb und sehr ungepflegt. Aber sie waren wenigstens nicht mehr dreckig — im Gegensatz zur Dusche. Während die Füße weichten nahm sie einen Rasierer aus der Tasche und ging damit Viktors Beine ab. "Hey, was soll das?" "Glaubst du, dass du mit haarigen Beinen als Frau durchgehen wirst? Jetzt hör auf alles zu hinterfragen — ich weiß, was ich tue." "Kriege ich ein Bier?" "Nein. Bier hat kalorien. So, still halten" — Zzzzzzz ein kaltes Gefühl schlich Viktors Beine hinauf. Immer wieder begann Aischa mit diesem Rasierer, seine Beine oberflächlich zu enthaaren. Sie hatte weiche Hände, so dass Viktor dieses Gefühl sogar genoss. "Was hast du gemacht, bevor du Sozialhilfe bekommen hast?"
"Naja, Michael und ich haben gemeinsam BWL studiert. Wir haben uns angefreundet. Er hat immer die Referate gehalten und ich habe sie geschrieben. Ich konnte noch nie irgendwas vor Leuten machen." Während Viktor erzählte, rasierte Aischa weiter seine Beine. Danach cremte sie sie mit einer seltsamen Lösung ein. "Schließlich ging es so weiter — ich hatte immer ganz gute Klausuren, aber sobald ich vor Leuten reden sollte, habe ich voll versagt." "Warum?" fragte Aischa "Ich fürchte, dass ich versage. Was soll der Professor von mir denken, wenn ich was Falsches sage? Was werden meine Eltern denken, wenn ich durchfalle. Ich kann sie doch nicht alle enttäuschen. Daran denke ich in Prüfungen und nicht an die Prüfung. Ich habe eine nach der anderen versemmelt. Geld habe ich von Michael immer wieder bekommen, wenn er noch Arbeiten zu schreiben hatte. Da habe ich immer recht gute Noten für ihn rausgehauen. Bei seinen Arbeiten war es ja auch egal, wenn etwas Schlechtes rauskam — es war ja nicht mein Name, der mit dieser Arbeit beschmutzt wurde. Aber irgendwie waren es immer ziemlich gute Arbeiten, die ich für ihn abgegeben habe. Sogar seine Doktorarbeit habe ich zu -¾ für ihn vorbereitet. Magna Laude hat er gemacht. Vor der Verteidigung habe ich ihm noch gesagt, was er antworten soll. Manche Antworten hat er auswendig gelernt, aber nicht verstanden. Nachdem ich die Prüfung das zweite Mal verhauen habe, bin ich exmatrikuliert worden. Michael hat Karriere gemacht. Aber er hat mir immer wieder Sachen zum Ausarbeiten gegeben und sie auch bezahlt. Letzten Endes bin ich sein Ghostwriter geworden."
Ein seltsamer Geruch breitete sich aus — wie ein Lack. Viktor wusste, was los war, aber er sagte nichts — schließlich mussten sie da gemeinsam durch. "Hast du eine Freundin?" "Quatsch — die wenigsten Sozialhilfeempfänger haben Freundinnen. Zudem war ich nie der Frauentyp — die fanden Michael attraktiver."
Aischa kam nun zu den Armen. Auch hier setzte sie den Rasierer an. Zzzzz. Schweigen breitete sich aus, als sie seine Hände nahm und die Fingernägel mit Applikationen versah und diese dann mit Lack auffüllte. Sie gab ihm einen französischen Stil. Viktor hob seinen Fuß und sah seine Zehen, deren Nägel in sattem Rot glänzten.
"Du kennst dich also aus in BWL, was?" "Geht so, ich bin ein wenig raus die letzten Jahre." Aischa scherte Viktor auch das verbleibende Haar auf der Brust und auf dem Bauch. Nach getaner Arbeit gab sie ihm eine Lotion und befahl: "Reib dich damit ein." Viktor schaute auf die Packung: Permanente Enthaarungscreme — schon nach 2 Wochen 80% permanenter Haarverlusst. Dermatologisch getestet. Anwendung: Lotion auf der Haut verteilen und 30 Minuten einwirken lassen — danach in der Dusche abwaschen. Sollte er etwas dazu sagen? Wen interessieren schon die paar Haare an den Beinen dachte er. Ohne Widerspruch rieb er die Lotion auf die Haut, die kurz darauf stark zu jucken begann. Die kommenden 30 Minuten waren die Hölle. Eine Erlösung war es, als er unter die Dusche konnte. Aischa bat ihn, sich noch einmal die Haare zu waschen, was Viktor dann auch tat.
Als er aus der Dusche kam, hatte sie allerhand Bürsten, Kämme und ähnliches zusammengetragen. "Nimm Platz bitte." Viktor setzte sich. Aischa kämmte nun seine Haare und schaute sie sich genau an. "Du hast voll viel Spliss." Sie knetete ihm eine Kur hinein. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich um deine Haare zu kümmern. Wir müssen zum Friseur. "Gut, dass alle Spesen übernommen werden." antwortete Viktor. "Darüber bin ich auch froh", antwortete Aischa. Aischa flocht Viktors Haare zu einem Zopf. Sie begann mit ihm Stimmübungen zu machen. 4 geschlagene Stunden ließ sie ihn alles mögliche möglichst weiblich auf Band sagen. Dann legten sie sich schlafen.
Am nächsten Morgen klingelte unbarmherzig der Wecker.
Teil 1 Der Auftrag
"Nein das mache ich nicht."
Das Angebot war gerade eben verhallt.
"Kannst Du Dir nicht eine Frau aussuchen, die diese Rolle übernimmt."
"Ich kenne keine verlässliche und die, die ich kenne, habe ich schon alle angefragt."
"Also ich fasse noch einmal zusammen: Du brauchst für dem Empfang in vier Monaten in deiner Firma eine Partnerin, die mit dir diesen Abend bestreitet. Sie sollte intelligent sein und so tun, als wärt ihr verheiratet. Nur dann wird dich dein Chef befördern, richtig?"
"Nicht ganz — nur dann wird er mich nicht rauswerfen. Sonst ist alles richtig — er legt wert auf verheiratete Männer in seinem Betrieb und will die Ehefrauen auch kennenlernen. Er hat mich nur eingestellt, weil ich bei der Bewerbung angegeben habe, dass ich verheiratet bin. Jetzt soll ich meine Frau auf den Empfang mitbringen."
"Wo arbeitest Du? Das geht doch deinen Arbeitgeber gar nichts an, was du machst."
"Nicht wenn die Vatikanische Notenbank — der Vorstand — mit im Spiel ist. Die haben ihre eigenen Vorstellungen von Geschäftspartnern. ist. Ich bin da überhaupt nur mit vielen Beziehungen und meiner Doktorarbeit drangekommen."
"Deiner Doktorarbeit...?"
"Komm lass die alten Geschichten — was sagst du?"
"Und was ist mit Begleitservices? Es gibt doch genug Frauen, die man über diese Schiene einspannen kann. Nimm eine von denen."
"Das geht nicht, denn ich weiß, dass mein Chef diese Services überwacht. Und bei meinen Ex-Freundinnen glaube ich, dass die mich in letzter Sekunde fertigmachen — oder zum Heiraten zwingen."
"Warum sollte ich das machen?"
"2.500 Euro im Monat und ich trage alle weiteren Kosten. Wenn alles glatt geht noch einmal 10.000 Euro extra. Das sind satte 20.000 Euro für Lächeln und Smalltalk. Ich besorge dir sogar einen persönlichen Coatch. Nach vier Monaten bist du frei. Ich erwarte aber Professionalität — niemand darf etwas merken."
Viktor kam sein Kontostand in den Sinn. Er lebte nun schon seit 3 Jahren von der Stütze. Er war stark im Soll und es war kein Job weit und breit in Sicht. Das Leben ohne Geld ist schon ziemlich aufreibend. Auf diese Art hätte er erst einmal eine zeitlang Bargeld im Haus.
"Also gut ich mach's. Aber gibt es für das Geld keine bessere Lösung?"
"Wenn ich eine wüsste, hätte ich sie gewählt." antwortete Michael.
"3.000 Euro monatlich und die erste Rate im Voraus."
"Super Viktor, du bist ein echter Freund." Michael schüttelte ihm die Hand. "Ich setze mich noch heute dran und mache dir einen Plan. Morgen kannst Du damit beginnen, dich auf diesen Tag vorzubereiten."
Viktor wurde leicht schwummrig — worauf hatte er sich da eingelassen? Andererseits kannte er Michael schon eine halbe Ewigkeit. Er konnte seinen Kumpel auch nicht hängen lassen. Vier Monate würde er schon irgendwie herumkriegen. Und das Geld brauchte er dringend. Michael zog einen Vertrag aus der Tasche.
"Viktor — wir müssen auch Nägel mit Köpfen machen. Unterschreib das bitte, sonst kann ich dich nicht einstellen. Ich muss ja nachweisen, wo das Geld hingegangen ist." "Wenn du einem Hartz 4 Empfänger Geld gibst, wird sich der Staat sofort bedienen. Und du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ein Gericht der Welt auf diesen Vertrag eingeht." "Stimmt, aber wir müssen unsere Bedingungen untereinander festhalten, damit nachher keiner sagt, der andere hat ihn über's Ohr gehauen."
Viktor änderte die Zahl 2500 in 3000 und unterschrieb. Michael reichte ihm einen Umschlag, in den er noch 500 Euro zusätzlich tat.
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Am nächsten Tag klingelte es um 8.00 Uhr an Viktors Tür. Viktor schälte sich aus dem Bett. Oh nein, Besuch von seinen Schuldnern??? Vor der Tür stand eine sehr attraktive junge Frau. Viktor öffnete. "Wer sind sie?", fragte er schlaftrunken.
"Meine Name ist Aischa, ich bin ihre persönliche Trainerin. Michael hat mich voll eingeweiht." "Warum machen sie dann nicht den Job?" "Es ist nicht gut, wenn man als die Ehefrau von jemanden präsentiert wird und dann weiter in derselben Stadt lebt. Man wird erkannt, Freunde werden misstrauisch — und mein Ehemann wird eifersüchtig. Ein Problem, das sie wohl nicht haben werden. Zudem bekomme ich eine Provision, wenn alles gut geht von 5.000 Euro. Und die wollen wir doch nicht auf's Spiel setzen. Sie müssen perfekt sein und ich werde ihnen dabei helfen."
Ab heute wird sich ihr Leben die nächsten drei Monate grundlegend ändern:
Hier ist der Plan:
1. Sie gehen jeden Morgen joggen
2. Sie werden eine von mir ausgearbeitete Diät zu sich nehmen.
3. Sie werden keine zusätzlichen Kalorien zu sich nehmen.
4. Sie werden regelmäßig Stimmtraining machen, um sich auch wie eine Frau anzuhören.
5. Sie werden an Kleidung tragen, was ich ihnen sage.
6. Ab jetzt werden sie wie eine Frau auftreten, um ihr Verhalten natürlicher zu machen. Ab heute werden Sie die nächsten drei Monate keine männlichen Sachen mehr anziehen, der Eindruck, den sie hinterlassen, muss gepflegt, kultiviert, atemberaubend — mit einem Wort perfekt - sein. Ich habe dazu ein Zimmer in Köln gemietet, dorthin werden wir in einer Stunde fahren. Ich nehme an, dass es ihnen hier zu peinlich wäre und sie ständig die Angst hätten, gesehen zu werden.
Sie müssen nichts packen — wir werden alles, was wir brauchen, in Köln haben.
Viktor war perplex. Die geht ran, dachte er sich. Dann schlappte er zurück in sein Schlafzimmer und zog die Hose an, die er seit drei Wochen auf dem Leib trug zusammen mit der anderen Wäsche, deren Tragezeit ähnlich war. Als er den übervollen Mülleimer sah, kratzte er sich am Hintern — ach das Runterbringen lohnte sich ohnehin nicht. Er würde ihn die vier Monate ja nicht sehen müssen. Das Duschen schenkte er sich — ebenso wie gestern und vorgestern. Statt dessen räumte er die Bierflaschen weg und tat noch ein wenig Müll, der auf dem Fußboden lag, in den Eimer. Der Eimer fiel um, und der Müll quoll heraus. Viktor lies ihn liegen. Der Geruch nach altem Bier, Zigaretten und leicht angeschimmelten Essensresten fiel ihm kaum auf. Dann zündete er sich eine Zigarette an. Er zog seine Jacke an und folgte Aischa, die schon zwei Schritt weiter zum Treppenhaus stand.
Sie brachte ihn zu einem kleinen Wagen. Als er einstieg, informierte sie ihn darüber, dass das seine letzte Zigarette war. Als Viktor sie sauer ansah erklärte sie ihm Folgendes. "Also: Sie können diesen Auftrag mit mir durchziehen. Dann werden wir beide das Geld sehen und es wird kein Problem geben. Wenn sie aber kein Interesse mehr haben, dann sagen sie es jetzt. Dann lasse ich sie hier stehen und sie können sich ihr Geld sonst woher besorgen. Und damit das klar ist — ich bin der Chef." "OkOkOk is ja gut, sie haben gewonnen, Frollein. Nur reden sie nicht so laut, ich habe noch Kopfschmerzen." Die Fahrt nach Köln begann. Aischa lies das Fenster auf, obgleich der Fahrtwind kalt ins Auto zog. Es war Mai und verhältnismäßig kalt. Gegen 10.00 Uhr waren sie da. Aischa öffnete die Tür mit den Worten: "Willkommen in unserer Frauen WG."
Die Wohnung war nett eingerichtet mit rosa Tapeten und Holzpaneelen an der Decke. Viele kleine Accessoires machten deutlich, dass hier jetzt zwei Frauen wohnten. Aischa nahm einen Block aus der Tasche und begann, Viktor auszumessen. Sie notierte die Maße in einem kleinen Buch.
"Ich werde jetzt einkaufen." Ich erwarte von Ihnen, dass sie sich geduscht haben, wenn ich wiederkomme.
Viktor nahm eine Dusche — das Duschgel an der Seite und das Shampoo hatten einen ziemlich eigentümlichen Geruch. Viktor rieb sich damit ein und der Geruch breitete sich aus. Nachdem er fertig war, klebte das Parfum noch an ihm. Seine Haare lies er halblang und zottelig — wie sie waren - herabhängen. Er war seit bestimmt einem Jahr nicht mehr beim Friseur gewesen. Das Geld nahm er lieber für Bier oder Zigaretten.
Kurz darauf kam Aischa wieder. Sie warf ihm einen weißen Bademantel mit goldenen Stickereien zu. "Den wirst du jetzt die nächsten paar Tage tragen" sagte sie. Komm in die Küche. Aischa bereitete das Mittagessen vor: Gurkensalat. "Gurkensalat und..." fragte Viktor - "Nur Gurkensalat" antwortete Aischa. "Du bist durch das ganze Fertigfutter ohnehin viel zu dick." Dann nahm sie ein Glas und füllte es mit Orangensaft. Aus einer Packung nahm sie zwei Tabletten und lies sie in den Saft fallen. "Trink das." "Was ist das?" "Orangensaft" "Nein, ich meine die Pillen..." Das eine ist eine Vitaminpille, so dass du keine Mangelerscheinungen bekommst, denn die Diät wird ziemlich hart. Das andere ist ein Appetithemmer, um dich nicht zu stark zu quälen. Und jetzt runter damit." Viktor machte das Glas auf einem Zug leer.
"Als erstes kümmere ich mich um Deine Füße. Aischa lies ein warmes Fußbad ein und weichte Viktors Füße darin. Die Zehen waren gelb und sehr ungepflegt. Aber sie waren wenigstens nicht mehr dreckig — im Gegensatz zur Dusche. Während die Füße weichten nahm sie einen Rasierer aus der Tasche und ging damit Viktors Beine ab. "Hey, was soll das?" "Glaubst du, dass du mit haarigen Beinen als Frau durchgehen wirst? Jetzt hör auf alles zu hinterfragen — ich weiß, was ich tue." "Kriege ich ein Bier?" "Nein. Bier hat kalorien. So, still halten" — Zzzzzzz ein kaltes Gefühl schlich Viktors Beine hinauf. Immer wieder begann Aischa mit diesem Rasierer, seine Beine oberflächlich zu enthaaren. Sie hatte weiche Hände, so dass Viktor dieses Gefühl sogar genoss. "Was hast du gemacht, bevor du Sozialhilfe bekommen hast?"
"Naja, Michael und ich haben gemeinsam BWL studiert. Wir haben uns angefreundet. Er hat immer die Referate gehalten und ich habe sie geschrieben. Ich konnte noch nie irgendwas vor Leuten machen." Während Viktor erzählte, rasierte Aischa weiter seine Beine. Danach cremte sie sie mit einer seltsamen Lösung ein. "Schließlich ging es so weiter — ich hatte immer ganz gute Klausuren, aber sobald ich vor Leuten reden sollte, habe ich voll versagt." "Warum?" fragte Aischa "Ich fürchte, dass ich versage. Was soll der Professor von mir denken, wenn ich was Falsches sage? Was werden meine Eltern denken, wenn ich durchfalle. Ich kann sie doch nicht alle enttäuschen. Daran denke ich in Prüfungen und nicht an die Prüfung. Ich habe eine nach der anderen versemmelt. Geld habe ich von Michael immer wieder bekommen, wenn er noch Arbeiten zu schreiben hatte. Da habe ich immer recht gute Noten für ihn rausgehauen. Bei seinen Arbeiten war es ja auch egal, wenn etwas Schlechtes rauskam — es war ja nicht mein Name, der mit dieser Arbeit beschmutzt wurde. Aber irgendwie waren es immer ziemlich gute Arbeiten, die ich für ihn abgegeben habe. Sogar seine Doktorarbeit habe ich zu -¾ für ihn vorbereitet. Magna Laude hat er gemacht. Vor der Verteidigung habe ich ihm noch gesagt, was er antworten soll. Manche Antworten hat er auswendig gelernt, aber nicht verstanden. Nachdem ich die Prüfung das zweite Mal verhauen habe, bin ich exmatrikuliert worden. Michael hat Karriere gemacht. Aber er hat mir immer wieder Sachen zum Ausarbeiten gegeben und sie auch bezahlt. Letzten Endes bin ich sein Ghostwriter geworden."
Ein seltsamer Geruch breitete sich aus — wie ein Lack. Viktor wusste, was los war, aber er sagte nichts — schließlich mussten sie da gemeinsam durch. "Hast du eine Freundin?" "Quatsch — die wenigsten Sozialhilfeempfänger haben Freundinnen. Zudem war ich nie der Frauentyp — die fanden Michael attraktiver."
Aischa kam nun zu den Armen. Auch hier setzte sie den Rasierer an. Zzzzz. Schweigen breitete sich aus, als sie seine Hände nahm und die Fingernägel mit Applikationen versah und diese dann mit Lack auffüllte. Sie gab ihm einen französischen Stil. Viktor hob seinen Fuß und sah seine Zehen, deren Nägel in sattem Rot glänzten.
"Du kennst dich also aus in BWL, was?" "Geht so, ich bin ein wenig raus die letzten Jahre." Aischa scherte Viktor auch das verbleibende Haar auf der Brust und auf dem Bauch. Nach getaner Arbeit gab sie ihm eine Lotion und befahl: "Reib dich damit ein." Viktor schaute auf die Packung: Permanente Enthaarungscreme — schon nach 2 Wochen 80% permanenter Haarverlusst. Dermatologisch getestet. Anwendung: Lotion auf der Haut verteilen und 30 Minuten einwirken lassen — danach in der Dusche abwaschen. Sollte er etwas dazu sagen? Wen interessieren schon die paar Haare an den Beinen dachte er. Ohne Widerspruch rieb er die Lotion auf die Haut, die kurz darauf stark zu jucken begann. Die kommenden 30 Minuten waren die Hölle. Eine Erlösung war es, als er unter die Dusche konnte. Aischa bat ihn, sich noch einmal die Haare zu waschen, was Viktor dann auch tat.
Als er aus der Dusche kam, hatte sie allerhand Bürsten, Kämme und ähnliches zusammengetragen. "Nimm Platz bitte." Viktor setzte sich. Aischa kämmte nun seine Haare und schaute sie sich genau an. "Du hast voll viel Spliss." Sie knetete ihm eine Kur hinein. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich um deine Haare zu kümmern. Wir müssen zum Friseur. "Gut, dass alle Spesen übernommen werden." antwortete Viktor. "Darüber bin ich auch froh", antwortete Aischa. Aischa flocht Viktors Haare zu einem Zopf. Sie begann mit ihm Stimmübungen zu machen. 4 geschlagene Stunden ließ sie ihn alles mögliche möglichst weiblich auf Band sagen. Dann legten sie sich schlafen.
Am nächsten Morgen klingelte unbarmherzig der Wecker.
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Re: Begleitservice alternative Ending
So, ich habe ein paar Bugs geändert. Aber - git es eine Möglichkeit, Bilder zu den Beiträgen einzustellen?
LG,
Melanie
P.S. Morgen geht's weiter.
LG,
Melanie
P.S. Morgen geht's weiter.
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Re: Begleitservice alternative Ending
Teil 2 Beim Zahnarzt 1
6.00 Uhr Joggen Aischa erwartete Viktor mit ihrem Morgenprogramm: Joggen. Viktor bekam einen Jogginganzug — für heute noch in schwarz. Dann machten sie sich zu zweit auf, eine Stunde zu laufen. Aischa fuhr mit Viktor zu einem kleinen Wäldchen. Viktor machte schon nach 15 Minuten schlapp, aber Aischa kannte kein Erbarmen. Sie zog ihn noch die letzte Stunde mit. Danach steckte sie ihn wieder ins Auto und fuhr nach Hause. Nach dem Duschen und rasieren, eröffnete Aischa Viktor seinen größten Alptraum.
"Ich habe dir heute einen Termin beim Zahnarzt gemacht. Du musst dringend was mit den Zähnen machen." "Sag mir, dass das nicht wahr ist." "Oh doch." 30 Minuten später öffnete Viktor seinen Mund weit. Er hatte noch immer seine dreckige Jeans von gestern an. Dadurch machte sich ein abgestandener Biergeruch in der Arztpraxis breit. Der Zahnarzt konnte einen angewiderten Gesichtsausdruck nicht vermeiden, als er in Viktors Mund schaute. "Wann waren sie das letzte Mal beim Zahnarzt?" Viktor dachte — das muss so während der Abiturzeit gewesen sein. "Ich weiß nicht..." brachte er aus dem offen gehaltenen Mund hervor.
"Also gut, es müssen zwei Zähne raus, denn die sind total verfault." Viktor wurde immer kleiner auf dem Stuhl. "Und ich muss ein paar Brücken machen. Sie waren privat versichert?" Aischa nickte. "Gut, denn die Krankenkasse nimmt nur die örtliche Betäubung." "Ich will ganz betäubt werden." sagte Viktor so schnell er konnte. "Das dachte ich mir — das kostet aber extra, aber das können wir schon machen." Kommen Sie morgen wieder. Viktor hatte das starke Gefühl wegzulaufen. Unter normalen Umständen hätte dieser Arzt Viktor nie wieder gesehen. Aber da war noch Aischa. Sie würde für diesen Termin sorgen.
Sie brachte ihn wieder ins Auto. Der nächste Termin war Maniküre. "Das musste ja kommen." Viktor seufzte, aber es war ihm von Anfang an klar gewesen, dass die Maniküre mit dazu gehörte. Aischa brachte ihn in ein Studio, wo sie den Damen genau beschrieb, wie die Hände aussehen sollten. Aischa erwähnte eine Karnevalsveranstaltung, bei der Viktor schon einmal üben müsse. Viktor war es peinlich, so dass er sich die ganze Zeit eher im hinteren Drittel des Ladens aufhielt. Dann legte er seine Hand auf den Griff und ließ die Prozedur über sich ergehen. Zuerst wurden die Nägel gesäubert, dann geschnitten und schließlich wurden die Nägel aufgeklebt. Aischa ließ sie relativ lang. Sie nahm Klarlack und an den Spitzen weiß und eckig.Nun waren Viktors Nägel nicht mehr nur Lackiert, sie waren lang und sehr unpraktisch geworden. Er wollte sich im Ohr kratzen, als er merkte, dass der Nagel viel zu stumpf war. Die Dame von der Maniküre lächelte mild und belehrte ihn, dass man sich mit diesen Nägeln bitte nicht im Ohr pulen sollte, weil das auch gar nicht vornehm sei. Viktor bedankte sich ironisch.
Es war Zeit zum Mittagessen. Erst jetzt fiel Viktor auf, dass er gar kein Frühstück bekommen hatte. Das Mittagessen war ein Witz — 4 Sushiröllchen in süßsaurer Soße, dazu als Nachtisch 3 Äpfel. Viktor war nach 45 Sekunden fertig. Aischa mahnte ihn: "Du musst lernen, langsamer zu essen, denn dann wirst du weniger Hunger verspüren. Zeit für den Appetithemmer und die Vitamine. Sie gab ihn die zwei Tabletten, die er mit einem Glas Wasser hinunterspülte. Worauf hatte er sich da nur eingelassen. Und warum — weil sich Michael auf ihn verließ. Weil sich Michael immer auf ihn verließ, wenn er in Schwierigkeiten war. Weil Viktor nie etwas weitersagte, und weil Michael sich sicher sein konnte, dass Viktor seine Lage nicht ausnutzte. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum er keine Frau gefragt hatte — einfach, weil Michael Angst hatte, dass sie ihn ausnehmen würde. Viktor würde Michael nie ausnehmen — im Gegenteil, er würde ihm noch Geld leihen. Und weil Michael immer bezahlte — aber diesmal war es zu wenig. Für diese Nummer 3000,- Euro monatlich waren eindeutig zu wenig. Während Viktor noch über sein Leben nachsinnte, brachte Aischa ihn zu einer Boutique. Klamotten kaufen — Viktor betrat mit ihr den Laden und Aischa begann mit einem BH. Viktor musste gefühlte 300 BHs anprobieren, bevor sich Aischa für 7 entschied. Das nächste war Unterwäsche. Viktor versank vor Scham in den Boden. Dann nahm ihn Aischa zur Seite: "Hör zu, es gibt für dich zwei Möglichkeiten: 1. Du benimmst dich wie ein Mann und wirst von allen Seiten als Mann in Frauenkleidern gesehen. Oder 2. Du versuchst dich, wie eine Frau zu benehmen. Dann gehst du vielleicht als Frau durch und keiner wird dich schief anschauen. Benimmst du dich als Mann, wird alles umsonst gewesen sein, benimmst du dich als Frau erwarten dich für diesen Monat 3.000,- Euro und am Schluss 19.000 Euro. Was willst du?"
Viktor war sich zu dieser Zeit noch nicht der Auswirkung seiner Entscheidung bewusst. Er dachte: 'Urlaub in Amerika' und nickte. Er nutzte seit diesem Tag die Stimme, die er ab jetzt jeden Tag trainierte. Dann zog er die Wäsche an, die Aischa ihm gab. Als er schließlich die Boutique verließ trug er einen Minirock, eine blaue Bluse und Sandalen mit Absatz. Er war zwar gut rasiert, doch war sein Gesicht immer noch männlich.
Auch der Adamsapfel und die Haare auf den Händen waren eindeutige Zeichen, dass er keine Frau war. Aischa lies nicht locker. Sie nahm ihn mit in eine Drogerie und kaufte mit ihm zusammen Kosmetikartikel, Puder, Lippenstift, Rouge, Mascara, Lidschatten und Parfum. Dann war der Zeitpunkt, nach Hause zurückzukehren. Viktor ging es so schlecht, wie zuletzt in seiner Examensprüfung.
Zuhause angekommen war es Zeit für einen Feldsalat. Viktors Magen schrie nach Kalorien, doch es gab nur Wasser und Salat. Ein paar Stunden Stimmtraining schlossen den Tag ab.
Als Aischa Viktor am nächsten Tag aus dem Bett zerrte, wünschte Viktor, dass er wieder Zuhause in seiner Bude war und ausschlafen konnte. Aischa lies nicht locker, Wieder schleppte sie ihn zum Joggen — nur dass er diesmal nach 10 Minuten zusammenbrach. Aischa trug ihn fast bis zum Auto. Sie brachte ihn nach Hause und lies ihn duschen. Dann verfrachtete sie ihn zurück ins Auto. Erst an der Tür erinnerte sich Viktor, wo er war und was jetzt auf ihn zukam. "Ich mach nicht mehr mit." "Hör zu, ich kann das nicht." flehte er. "Rein mit dir!", gab Aischa zurück. Viktor bettelte und bat, aber es half nichts, schon nach 20 Minuten saß er auf dem Zahnarztstuhl. Der Arzt kam herein und mit ihm noch zwei Schwestern und sie gaben ihm eine Infusion. Dann gingen bei Viktor die Lichter aus.
Als er wieder erwachte, fühlte sich das ganze Gesicht geschwollen an. Verbände waren um seinen Kopf und Hals angebracht. Es schien ihm, als hätte nicht nur eine Zahnbehandlung stattgefunden. Er saß aber immer noch auf dem Zahnarztstuhl. Ihm war immer noch schwummrig.
Teil 3 Beim Zahnarzt 2
Bald darauf kam Aischa angefahren. "Hallo Frauke, ich habe eine Überraschung für dich?" "Frauke?" "Genau Frauke — ich habe dir einen Studienausweis besorgt. Ich habe bei einer Zeitarbeitsfirma angefragt, ob es eine etwa 30 jährige Studentin gibt, die noch pro Forma eingeschrieben ist. Ich habe mit ihr verhandelt, und wenn du willst kannst du an ihrer Stelle die Uni besuchen. Da sie seit 3 Jahren aus dem Betrieb so gut wie raus ist, wird sie niemand mehr kennen. Herzlich willkommen in der Welt der Frauen, Frauke Grünbaum." Aischa drückte ihm die Hand und dann einen kleinen Zettel mit diesem Namen und einer Immatrikulationsnummer in dieselbe. "Und was soll ich damit?" "BWL Vorlesungen besuchen. Du musst den Eindruck vermitteln, als ob du kompetent bist und dich auskennst und so wie ich die Dinge sehe, bist du ein paar Jahre zurück. Michael braucht aber eine kompetente Frau — nicht so ein Modepüppchen. Zudem wird die Uni dir helfen, dich als Frau unter anderen zu bewegen."
Viktor war perplex — erst jetzt kamen ihm die Verbände wieder in den Sinn. "Was sollen all diese Verbände um mich. Mein ganzes Gesicht tut weh." "mach dir keine Sorgen, ich habe den Auftrag gegeben, dass sich der Arzt neben den Zähnen noch um ein paar andere Kleinigkeiten kümmert." "Was für andere Kleinigkeiten?" "Na ja, deine Nase ist etwas zu groß für eine Frau und dein Adamsapfel ist — ähm ist ein Problem gewesen." "Was — du hast einfach an mir rumschnippeln lassen." "Rumschnippeln, ich muss sehr bitten, diese kleinen Modifikationen haben satte 6.000 Euro gekostet." Viktor fasste an seinen Hals, aber durch die Verbände konnte er nichts als eine Wunde wahrnehmen, wo sein Adamsapfel gewesen war. "Übrigens wäre es gut, wenn du wieder weiblich sprechen könntest — jetzt ist ein guter Zeitpunkt zu üben, weil du sauer bist. Später musst du in dem Fall auch deine Stimme nutzen, oder..." "Oder was — wirst du sie dann auch umoperieren lassen." "Naja, wenn es nicht anders geht..." "Du bist ja wahnsinnig! Was soll das? Es ist nur für einen Abend." "Aber dieser Abend muss perfekt sein, sonst sind wir beide dran. Aber hör zu — ich werde bis zu deinem großen Tag keine weiteren Operationen veranlassen, das verspreche ich." Viktor seufzte. "O.K. Es ist ja nicht mehr lange." "Ab jetzt werde ich dich Frauke nennen — du musst dich daran gewöhnen. Vielleicht lernst du ja auch die Möglichkeiten einer Frau zu schätzen." "Welche Möglichkeiten?" "Du kannst weinen, wann immer dir danach ist. Du kannst dich schön machen und musst nicht in solchen unscheinbaren Klamotten herumlaufen. Männer kommen, um dir zu helfen, sie lächeln dich an, sie sind höflich. Du kannst es dir erlauben, schwach zu sein. Kannst du laufen?" "Ja." Als Viktor aufstand schmerzte sein Hinterteil — als hätte er eine Spritze bekommen.
Aischa nahm Viktor bei der Hand und brachte ihn zur Damentoilette. Hier, zieh dich um, Frauke. Diese Jeans kannst du nur noch wegwerfen. Viktor schaute auf die neuen Klamotten, die Aischa ihn mitgebracht hatte. Ein BH, Eine Damenunterhose, ein weißes Oberteil, welches sich eng an seinen Körper presste, Strumpfhosen, einen engen schwarzen Minirock und Sandalen mit Absätzen, eine weiße Bluse, zwei zusammengerollte Socken und eine Tasche aus weißem Leder mit einem goldenen Trageband. Als Viktor sie öffnete sah er eine Menge Kajalstifte, einen Lippenstift und eine Schachtel mit Tabletten. Viktor kam sich seltsam unwirklich vor. Als er im Spiegel seinen Allerwertesten betrachtete, stellte er fest, dass er tatsächlich einen blauen Fleck dort hatte. Erst als Aischa an der Tür klopfte — "Mach hin, es gibt auch andere Leute, die heute noch zum Zahnarzt wollen.", begann er, die Sachen anzuziehen. Viktor zog seine Hose aus und die Strumpfhose, den Rock, die Sandalen und die Oberteile mit den BH an. Glücklicherweise hatte er mehrfach eine Freundin gehabt, so dass er wusste, wie man dieses Kleidungsstück anlegt. Mit den Socken füllte er den freigebliebenen Raum. Sein Kopf war noch immer bandagiert. Als er vor die Tür trat, Nahm ihn Aischa zur Seite und band ihm ein blaues Kopftuch um. "Damit werden deine Verbände nicht so auffallen." Viktor kam sich selten dämlich vor, aber da sein Gesicht bandagiert war, freute er sich, dass ihn niemand erkennen konnte. Er wankte aus dem Zahnarztzimmer, wobei er eine Spritze mit der Aufschrift ...mdepot aus den Augen wahrnahm.
Aischa nahm ihn wieder nach Hause, in die kleine Frauen WG. Die kommende Woche verbrachte Viktor mit Stimmtraining, Lauftraining, Kochen (kalorienbewusst), Joggen und Aerobic, sowie dem Lesen von Frauenromanen, die Aischa ihm mitbrachte. Er soll sie lesen, um sein Vokabular dem einer Frau anzupassen. Viktor lernte seine Nägel zu lackieren und die richtige Maniküre anzuwenden.
Aischa achtete peinlich genau darauf, dass Viktor seine Pillen nahm. Viktor sollte auch kleine Geschichten aus Frauensicht schreiben, weil das seine Perspektive auf die Welt verändern würde. Viktor ließ sich alles ohne Kommentar gefallen. Selbst Samstag und Sonntag ließ Aischa ihm keine Ruhe - "Du sollst doch nicht den Pizza Service rufen und all den Fortschritt mit zwei Bestellungen ruinieren." Tatsächlich hätte Viktor genau das getan. Aber Aischa ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Laufen, Trainieren, Bewegen üben etc.
Schließlich sollte nach 10 Tagen die Bandage fallen und Viktor sein neues Gesicht sehen. Aischa bereitete den Tag lange vor, indem sie alle Spiegel verhängte. Nachdem Viktor aufgestanden war, nahm sie ihn die Verbände ab. Dann schickte sie Viktor zum Duschen. Als er aus der Dusche kam, ließ Aischa ihn Platz nehmen. Zuerst knetete sie ihn einen Schaum in seine noch feuchten Haare, dann wickelte sie Viktors Haare auf große Lockenwickler und ließ ihn eine halbe Stunde unter der Trockenhaube verbringen. Während dieser Zeit zog sich Viktor die üblichen Kleidungsstücke an: Damenunterhose, BH, Feinstrumpfhose, Oberteil, Bluse in rot und seinen Minirock. Dazu die Sandalen mit den Absätzen. Mittlerweile hatte er sich an diese Kleidung gewöhnt — er war ja zu Hause und niemand konnte ihn so sehen.
6.00 Uhr Joggen Aischa erwartete Viktor mit ihrem Morgenprogramm: Joggen. Viktor bekam einen Jogginganzug — für heute noch in schwarz. Dann machten sie sich zu zweit auf, eine Stunde zu laufen. Aischa fuhr mit Viktor zu einem kleinen Wäldchen. Viktor machte schon nach 15 Minuten schlapp, aber Aischa kannte kein Erbarmen. Sie zog ihn noch die letzte Stunde mit. Danach steckte sie ihn wieder ins Auto und fuhr nach Hause. Nach dem Duschen und rasieren, eröffnete Aischa Viktor seinen größten Alptraum.
"Ich habe dir heute einen Termin beim Zahnarzt gemacht. Du musst dringend was mit den Zähnen machen." "Sag mir, dass das nicht wahr ist." "Oh doch." 30 Minuten später öffnete Viktor seinen Mund weit. Er hatte noch immer seine dreckige Jeans von gestern an. Dadurch machte sich ein abgestandener Biergeruch in der Arztpraxis breit. Der Zahnarzt konnte einen angewiderten Gesichtsausdruck nicht vermeiden, als er in Viktors Mund schaute. "Wann waren sie das letzte Mal beim Zahnarzt?" Viktor dachte — das muss so während der Abiturzeit gewesen sein. "Ich weiß nicht..." brachte er aus dem offen gehaltenen Mund hervor.
"Also gut, es müssen zwei Zähne raus, denn die sind total verfault." Viktor wurde immer kleiner auf dem Stuhl. "Und ich muss ein paar Brücken machen. Sie waren privat versichert?" Aischa nickte. "Gut, denn die Krankenkasse nimmt nur die örtliche Betäubung." "Ich will ganz betäubt werden." sagte Viktor so schnell er konnte. "Das dachte ich mir — das kostet aber extra, aber das können wir schon machen." Kommen Sie morgen wieder. Viktor hatte das starke Gefühl wegzulaufen. Unter normalen Umständen hätte dieser Arzt Viktor nie wieder gesehen. Aber da war noch Aischa. Sie würde für diesen Termin sorgen.
Sie brachte ihn wieder ins Auto. Der nächste Termin war Maniküre. "Das musste ja kommen." Viktor seufzte, aber es war ihm von Anfang an klar gewesen, dass die Maniküre mit dazu gehörte. Aischa brachte ihn in ein Studio, wo sie den Damen genau beschrieb, wie die Hände aussehen sollten. Aischa erwähnte eine Karnevalsveranstaltung, bei der Viktor schon einmal üben müsse. Viktor war es peinlich, so dass er sich die ganze Zeit eher im hinteren Drittel des Ladens aufhielt. Dann legte er seine Hand auf den Griff und ließ die Prozedur über sich ergehen. Zuerst wurden die Nägel gesäubert, dann geschnitten und schließlich wurden die Nägel aufgeklebt. Aischa ließ sie relativ lang. Sie nahm Klarlack und an den Spitzen weiß und eckig.Nun waren Viktors Nägel nicht mehr nur Lackiert, sie waren lang und sehr unpraktisch geworden. Er wollte sich im Ohr kratzen, als er merkte, dass der Nagel viel zu stumpf war. Die Dame von der Maniküre lächelte mild und belehrte ihn, dass man sich mit diesen Nägeln bitte nicht im Ohr pulen sollte, weil das auch gar nicht vornehm sei. Viktor bedankte sich ironisch.
Es war Zeit zum Mittagessen. Erst jetzt fiel Viktor auf, dass er gar kein Frühstück bekommen hatte. Das Mittagessen war ein Witz — 4 Sushiröllchen in süßsaurer Soße, dazu als Nachtisch 3 Äpfel. Viktor war nach 45 Sekunden fertig. Aischa mahnte ihn: "Du musst lernen, langsamer zu essen, denn dann wirst du weniger Hunger verspüren. Zeit für den Appetithemmer und die Vitamine. Sie gab ihn die zwei Tabletten, die er mit einem Glas Wasser hinunterspülte. Worauf hatte er sich da nur eingelassen. Und warum — weil sich Michael auf ihn verließ. Weil sich Michael immer auf ihn verließ, wenn er in Schwierigkeiten war. Weil Viktor nie etwas weitersagte, und weil Michael sich sicher sein konnte, dass Viktor seine Lage nicht ausnutzte. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum er keine Frau gefragt hatte — einfach, weil Michael Angst hatte, dass sie ihn ausnehmen würde. Viktor würde Michael nie ausnehmen — im Gegenteil, er würde ihm noch Geld leihen. Und weil Michael immer bezahlte — aber diesmal war es zu wenig. Für diese Nummer 3000,- Euro monatlich waren eindeutig zu wenig. Während Viktor noch über sein Leben nachsinnte, brachte Aischa ihn zu einer Boutique. Klamotten kaufen — Viktor betrat mit ihr den Laden und Aischa begann mit einem BH. Viktor musste gefühlte 300 BHs anprobieren, bevor sich Aischa für 7 entschied. Das nächste war Unterwäsche. Viktor versank vor Scham in den Boden. Dann nahm ihn Aischa zur Seite: "Hör zu, es gibt für dich zwei Möglichkeiten: 1. Du benimmst dich wie ein Mann und wirst von allen Seiten als Mann in Frauenkleidern gesehen. Oder 2. Du versuchst dich, wie eine Frau zu benehmen. Dann gehst du vielleicht als Frau durch und keiner wird dich schief anschauen. Benimmst du dich als Mann, wird alles umsonst gewesen sein, benimmst du dich als Frau erwarten dich für diesen Monat 3.000,- Euro und am Schluss 19.000 Euro. Was willst du?"
Viktor war sich zu dieser Zeit noch nicht der Auswirkung seiner Entscheidung bewusst. Er dachte: 'Urlaub in Amerika' und nickte. Er nutzte seit diesem Tag die Stimme, die er ab jetzt jeden Tag trainierte. Dann zog er die Wäsche an, die Aischa ihm gab. Als er schließlich die Boutique verließ trug er einen Minirock, eine blaue Bluse und Sandalen mit Absatz. Er war zwar gut rasiert, doch war sein Gesicht immer noch männlich.
Auch der Adamsapfel und die Haare auf den Händen waren eindeutige Zeichen, dass er keine Frau war. Aischa lies nicht locker. Sie nahm ihn mit in eine Drogerie und kaufte mit ihm zusammen Kosmetikartikel, Puder, Lippenstift, Rouge, Mascara, Lidschatten und Parfum. Dann war der Zeitpunkt, nach Hause zurückzukehren. Viktor ging es so schlecht, wie zuletzt in seiner Examensprüfung.
Zuhause angekommen war es Zeit für einen Feldsalat. Viktors Magen schrie nach Kalorien, doch es gab nur Wasser und Salat. Ein paar Stunden Stimmtraining schlossen den Tag ab.
Als Aischa Viktor am nächsten Tag aus dem Bett zerrte, wünschte Viktor, dass er wieder Zuhause in seiner Bude war und ausschlafen konnte. Aischa lies nicht locker, Wieder schleppte sie ihn zum Joggen — nur dass er diesmal nach 10 Minuten zusammenbrach. Aischa trug ihn fast bis zum Auto. Sie brachte ihn nach Hause und lies ihn duschen. Dann verfrachtete sie ihn zurück ins Auto. Erst an der Tür erinnerte sich Viktor, wo er war und was jetzt auf ihn zukam. "Ich mach nicht mehr mit." "Hör zu, ich kann das nicht." flehte er. "Rein mit dir!", gab Aischa zurück. Viktor bettelte und bat, aber es half nichts, schon nach 20 Minuten saß er auf dem Zahnarztstuhl. Der Arzt kam herein und mit ihm noch zwei Schwestern und sie gaben ihm eine Infusion. Dann gingen bei Viktor die Lichter aus.
Als er wieder erwachte, fühlte sich das ganze Gesicht geschwollen an. Verbände waren um seinen Kopf und Hals angebracht. Es schien ihm, als hätte nicht nur eine Zahnbehandlung stattgefunden. Er saß aber immer noch auf dem Zahnarztstuhl. Ihm war immer noch schwummrig.
Teil 3 Beim Zahnarzt 2
Bald darauf kam Aischa angefahren. "Hallo Frauke, ich habe eine Überraschung für dich?" "Frauke?" "Genau Frauke — ich habe dir einen Studienausweis besorgt. Ich habe bei einer Zeitarbeitsfirma angefragt, ob es eine etwa 30 jährige Studentin gibt, die noch pro Forma eingeschrieben ist. Ich habe mit ihr verhandelt, und wenn du willst kannst du an ihrer Stelle die Uni besuchen. Da sie seit 3 Jahren aus dem Betrieb so gut wie raus ist, wird sie niemand mehr kennen. Herzlich willkommen in der Welt der Frauen, Frauke Grünbaum." Aischa drückte ihm die Hand und dann einen kleinen Zettel mit diesem Namen und einer Immatrikulationsnummer in dieselbe. "Und was soll ich damit?" "BWL Vorlesungen besuchen. Du musst den Eindruck vermitteln, als ob du kompetent bist und dich auskennst und so wie ich die Dinge sehe, bist du ein paar Jahre zurück. Michael braucht aber eine kompetente Frau — nicht so ein Modepüppchen. Zudem wird die Uni dir helfen, dich als Frau unter anderen zu bewegen."
Viktor war perplex — erst jetzt kamen ihm die Verbände wieder in den Sinn. "Was sollen all diese Verbände um mich. Mein ganzes Gesicht tut weh." "mach dir keine Sorgen, ich habe den Auftrag gegeben, dass sich der Arzt neben den Zähnen noch um ein paar andere Kleinigkeiten kümmert." "Was für andere Kleinigkeiten?" "Na ja, deine Nase ist etwas zu groß für eine Frau und dein Adamsapfel ist — ähm ist ein Problem gewesen." "Was — du hast einfach an mir rumschnippeln lassen." "Rumschnippeln, ich muss sehr bitten, diese kleinen Modifikationen haben satte 6.000 Euro gekostet." Viktor fasste an seinen Hals, aber durch die Verbände konnte er nichts als eine Wunde wahrnehmen, wo sein Adamsapfel gewesen war. "Übrigens wäre es gut, wenn du wieder weiblich sprechen könntest — jetzt ist ein guter Zeitpunkt zu üben, weil du sauer bist. Später musst du in dem Fall auch deine Stimme nutzen, oder..." "Oder was — wirst du sie dann auch umoperieren lassen." "Naja, wenn es nicht anders geht..." "Du bist ja wahnsinnig! Was soll das? Es ist nur für einen Abend." "Aber dieser Abend muss perfekt sein, sonst sind wir beide dran. Aber hör zu — ich werde bis zu deinem großen Tag keine weiteren Operationen veranlassen, das verspreche ich." Viktor seufzte. "O.K. Es ist ja nicht mehr lange." "Ab jetzt werde ich dich Frauke nennen — du musst dich daran gewöhnen. Vielleicht lernst du ja auch die Möglichkeiten einer Frau zu schätzen." "Welche Möglichkeiten?" "Du kannst weinen, wann immer dir danach ist. Du kannst dich schön machen und musst nicht in solchen unscheinbaren Klamotten herumlaufen. Männer kommen, um dir zu helfen, sie lächeln dich an, sie sind höflich. Du kannst es dir erlauben, schwach zu sein. Kannst du laufen?" "Ja." Als Viktor aufstand schmerzte sein Hinterteil — als hätte er eine Spritze bekommen.
Aischa nahm Viktor bei der Hand und brachte ihn zur Damentoilette. Hier, zieh dich um, Frauke. Diese Jeans kannst du nur noch wegwerfen. Viktor schaute auf die neuen Klamotten, die Aischa ihn mitgebracht hatte. Ein BH, Eine Damenunterhose, ein weißes Oberteil, welches sich eng an seinen Körper presste, Strumpfhosen, einen engen schwarzen Minirock und Sandalen mit Absätzen, eine weiße Bluse, zwei zusammengerollte Socken und eine Tasche aus weißem Leder mit einem goldenen Trageband. Als Viktor sie öffnete sah er eine Menge Kajalstifte, einen Lippenstift und eine Schachtel mit Tabletten. Viktor kam sich seltsam unwirklich vor. Als er im Spiegel seinen Allerwertesten betrachtete, stellte er fest, dass er tatsächlich einen blauen Fleck dort hatte. Erst als Aischa an der Tür klopfte — "Mach hin, es gibt auch andere Leute, die heute noch zum Zahnarzt wollen.", begann er, die Sachen anzuziehen. Viktor zog seine Hose aus und die Strumpfhose, den Rock, die Sandalen und die Oberteile mit den BH an. Glücklicherweise hatte er mehrfach eine Freundin gehabt, so dass er wusste, wie man dieses Kleidungsstück anlegt. Mit den Socken füllte er den freigebliebenen Raum. Sein Kopf war noch immer bandagiert. Als er vor die Tür trat, Nahm ihn Aischa zur Seite und band ihm ein blaues Kopftuch um. "Damit werden deine Verbände nicht so auffallen." Viktor kam sich selten dämlich vor, aber da sein Gesicht bandagiert war, freute er sich, dass ihn niemand erkennen konnte. Er wankte aus dem Zahnarztzimmer, wobei er eine Spritze mit der Aufschrift ...mdepot aus den Augen wahrnahm.
Aischa nahm ihn wieder nach Hause, in die kleine Frauen WG. Die kommende Woche verbrachte Viktor mit Stimmtraining, Lauftraining, Kochen (kalorienbewusst), Joggen und Aerobic, sowie dem Lesen von Frauenromanen, die Aischa ihm mitbrachte. Er soll sie lesen, um sein Vokabular dem einer Frau anzupassen. Viktor lernte seine Nägel zu lackieren und die richtige Maniküre anzuwenden.
Aischa achtete peinlich genau darauf, dass Viktor seine Pillen nahm. Viktor sollte auch kleine Geschichten aus Frauensicht schreiben, weil das seine Perspektive auf die Welt verändern würde. Viktor ließ sich alles ohne Kommentar gefallen. Selbst Samstag und Sonntag ließ Aischa ihm keine Ruhe - "Du sollst doch nicht den Pizza Service rufen und all den Fortschritt mit zwei Bestellungen ruinieren." Tatsächlich hätte Viktor genau das getan. Aber Aischa ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Laufen, Trainieren, Bewegen üben etc.
Schließlich sollte nach 10 Tagen die Bandage fallen und Viktor sein neues Gesicht sehen. Aischa bereitete den Tag lange vor, indem sie alle Spiegel verhängte. Nachdem Viktor aufgestanden war, nahm sie ihn die Verbände ab. Dann schickte sie Viktor zum Duschen. Als er aus der Dusche kam, ließ Aischa ihn Platz nehmen. Zuerst knetete sie ihn einen Schaum in seine noch feuchten Haare, dann wickelte sie Viktors Haare auf große Lockenwickler und ließ ihn eine halbe Stunde unter der Trockenhaube verbringen. Während dieser Zeit zog sich Viktor die üblichen Kleidungsstücke an: Damenunterhose, BH, Feinstrumpfhose, Oberteil, Bluse in rot und seinen Minirock. Dazu die Sandalen mit den Absätzen. Mittlerweile hatte er sich an diese Kleidung gewöhnt — er war ja zu Hause und niemand konnte ihn so sehen.
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Melli_
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Re: Begleitservice alternative Ending
Teil 4 Handtaschen
Zwar war die Trockenhaube mobil und mit Batterien betrieben, doch war es gar nicht so einfach, alles anzuziehen. Außerdem fehlte ihm der Spiegel. Als Viktor seine Kleidung angelegt hatte, machte Aischa sich daran, ihn zu schminken. Sie lächelte dabei und es schien, als würde ihr das Schminken Spaß machen. Er spürte die Grundierung, den Rougepinsel und wie sie seine Augen mit Lidschatten bearbeitete. Dann noch den Lippenstift. "Einmal beißen bitte..." Aischa hielt ihm ein Taschentuch hin, und Viktor presste seine Lippen darauf. Danach nahm sie sanft die Haare von den Lockenwicklern und kämmte sie aus. Viktor hielt still und lies sich nichts weiter anmerken. Aischa kämmte und bürstete und sprühte dann noch ziemlich viel Haarspray auf Viktors Haare. "Bitte lächeln" Viktor lächelte gequält, während Aischa ihren Fotoapparat nahm und ein paar Bilder von ihm machte. "Und nun kommt der große Augenblick", Viktor saß direkt vor dem Spiegel, der bis jetzt noch verhüllt war. Dann zog Aischa das Tuch mit einem Ruck herunter. Viktor verschlug es die Sprache.
Seine Augen waren groß, er hatte eine Stupsnase, seine Haare fielen in Wellen über seine Schultern und insgesamt schaute ihn ein anderer Mensch an — ein weiblicher Mensch. Viktor verzog eine Miene und stellte fest, dass sich das Bild im Spiegel genauso bewegte, wie er selbst. Lediglich ein paar Schwellungen zeugten noch von der OP. Aischa freute sich - "Es sieht alles sehr gut verheilt aus." Sie fasste ihn auf die Schulter — "Alles Gute zum Geburtstag, Frauke." Viktor schaute sie ungläubig an. "Du hast richtig gehört, denn dich in diesem Aufzug als Viktor anzusprechen ist doch ziemlich lächerlich, oder?" Viktor wusste nichts mehr zu sagen.
"Ich denke, dass wir heute essen gehen sollten." "Ich soll so unter die Leute gehen? Das kann nicht dein Ernst sein." "Natürlich ist es das, denn du hast die letzten paar Wochen damit verbracht, dich darauf vorzubereiten. Wir zwei gehen chic essen. Heute Abend und feiern dein Debüt. Und vorher gehen wir shoppen."
Aischa zog Viktor aus der Wohnung, steckte noch die Kreditkarte ein und machte sich auf den Weg. Zunächst war Viktor die Situation unheimlich peinlich. Im Tageslicht, als Mann in Frauenkleidern — mit Minirock, hohen Absätzen und Strumpfhosen - auf der Straße, aber zu seinem Erstaunen nahm niemand wirklich Notiz von ihm. Aischa und er gingen durch die Straßen und niemand machte dumme Kommentare, oder starrte ihn an. Naja, abgesehen von ein paar Männern, die sich nach beiden Frauen umdrehten. Viktor fand seine Fassung wieder und aus dem schleichend gebückten Gang wurde bald ein aufrechter Gang, der Viktors falsche Brüste vor sich her schob. Mit den hohen Absätzen konnte er nicht anders, als seine Hüften sanft zu wiegen. Er fragte sich, wer diese Frauke eigentlich war, deren Identität er mit einem Studentenausweis er in seiner Geldbörse hatte. Ach ja, die Geldbörse — sie lag noch in der Wohnung — Viktor hatte nirgendwo eine Tasche, wo er sie hätte hineinstecken können.
Aischa hatte auf Viktor geachtet. "Komm Frauke, du bist ja ganz nackt. Wir brauchen eine Handtasche für dich, damit du deine Utensilien hineinstecken kannst." Immer noch irritiert von dem neuen Namen stammelte Viktor - "Äh, ja" Aischa drehte sich um und schaute ihn böse an. "Und denk daran, deine Stimme zu beherrschen. Du bist jetzt Frauke — falls du es noch nicht gemerkt hast. Solltest du dich als Mann outen, wird es für uns beide sehr peinlich." "Ist ja gut, ist ja gut" gab er mit seiner trainierten Frauenstimme zurück. "Geht doch." grummelte Aischa vor sich hin. Beide gingen in eine Boutique für Handtaschen. Viktor hätte nie gedacht, dass es so viele verschiedene Handtaschen gibt. Für den Anfang sollte es eine einfache sein. "Womit kann ich ihnen helfen" Eine junge blonde Verkäuferin kam den beiden Frauen entgegen. Sie trug ein knielanges graues Strickkleid und auf einem Anstecker stand Lea. Mit einem gewinnenden Lächeln schaute sie Viktor an. "Hallo Lea, ich bin Aischa und das ist meine Freundin Frauke. Wir sind auf der Suche nach Handtaschen." "Da sind sie genau richtig, welche Größe sollte es denn sein?" "Was meinst du, Frauke?" Viktor schaute irritiert — dann antwortete er mit seiner Frauenstimme: "Ich "¦ ähm ich hätte gerne eine, die zu diesen Klamotten passt." Aischa zog einen kleinen Block aus ihrer Handtasche und schrieb etwas auf. "natürlich, wir finden etwas für ihr Outfit." Und nun begann der Marathon. Hier dieses rot ist derselbe Ton wie ihre Bluse" —"ja" "mit den Strass Steinen ist das wunderbar." "jaja" Schauen sie, diese schmeichelt ihrem Gesicht." "ah, ja..." "Und hier diese ist perfekt für eine elegante Dame wie sie." "naja..." "Hier hätten wir noch eine Handtasche in grün, für den großen Auftritt mit einem roten Kleid." "ach ja..." "Was halten sie von der hier?" "ist die nicht ein bisschen klein?" Aischa notierte mit finsterer Miene. "Und hier hätten wir eine in Lackleder — die passt zu allem — und sie können die besonders gut tragen, weil die Tasche ihre Figur betont." "Wenn ich meinen Taschenspiegel verloren habe, kann ich die stattdessen benutzen." Die Verkäuferin lachte höflich. Aischa schrieb kalt. Viktor bekam Lust, mit dieser Verkäuferin einzukaufen. "Wie wäre es mit dieser in rosa?" "Sie meinen die Pinke hier drüben?" "Ja, rosa oder pink ist doch egal... Die sieht witzig aus — mit der Katzenfigur" "Ja, 'Hello Kitty' ist eher etwas für unsere jüngeren Kundinnen. Haben sie vielleicht eine Nichte...?" Beide kicherten amüsiert. "Lea nahm die Tasche ab und hielt sie an Viktors rote Bluse — die Kombination pink und Bordeauxrot hätte jede Schaufensterscheibe zum zerspringe gebracht, wenn sie schreien könnte. Beide kicherten fröhlich. Aischa schrieb. Dann blieb Viktor vor einer Tasche stehen, die er wirklich passend fand — braunes Naturleder mit einem weißen Band gesäumt und mit einem nicht zu dünnen Lederriemen. "Die wäre doch was." Er nahm sie aus der Auslage und hielt sie an seine Kleidung. Fröhlich schaute er die Verkäuferin an. "Ich glaube, dass das genau die richtige für mich ist." Lea machte ein verzweifeltes Gesicht. "Oh ja, die steht ihnen wirklich gut..." "Wenn du zum Holzfällen gehen willst." beendete Aischa den Satz. Lea war sichtlich erleichtert. "Aber die hält was aus — damit kann man viel mitnehmen." "Das ist eine Handtasche und kein Rucksack." "Wenn sie eher etwas Rustikaleres haben möchten, hätte wir hier drüben..." versuchte Lea die Situation zu retten. Aischas Miene wurde finsterer. "Ich glaube, etwas Rustikales passt nicht zu dir, Frauke." Das Wort Frauke betonte sie etwas so, wie andere Leute den Satz "Kannst du dich nicht einmal am Riemen reißen, du Depp" Viktor schaute schuldbewusst — was hatte er jetzt schon wieder falsch gemacht? "Verzeihung, wir beide müssen uns kurz einmal die Nase pudern, wir kommen gleich wieder." "Aber gerne - da drüben sind die Toiletten." "Gemeinsam auf Toilette gehen, das wollte ich schon immer mal." flirtete Viktor mit seiner süßesten Frauenstimme, während Aischas Gesicht Formen annahmen, die einen angreifenden Rottweiler in die Flucht geschlagen hätten. Beide Frauen gingen auf Toilette.
Aischa versicherte sich, dass keine andere Frau an diesem Ort war, dann legte sie los. "Hör zu, wenn du als Frau durchgehen willst, dann musst du dich auch so benehmen. Du musst dich als Frau fühlen, verstehst du. Erstens: Wir Frauen tragen keine Klamotten, sondern ein Outfit. Streich das Wort Klamotte aus deinem Wortschatz. Zweitens. Handtaschen werden nicht nach Größe und Haltbarkeit beurteilt, sondern nach Schönheit. Es sind keine Rucksäcke und auch keine Nahkampfwaffen. Es sind schöne Accessoires für unser Outfit." "Unser was?" "unsere Klamotten!!!" Aischa begrub ihr Gesicht in ihren Händen. Als sie wieder aufblickte standen Verzweiflung und fast Tränen in ihren Augen. Sie atmete tief durch. Dann schaute sie in ihren Block. "Drittens wir Frauen kennen mehr Farben als die meisten Männer und wir geben ihnen Namen. Es gibt einen Unterschied zwischen Rosa und Pink, zwischen Bordeauxrot, Erdbeerrot und Ferrari rot, zwischen Marine und Hellblau. Wenn wir zu Hause sind, lernen wir die Namen der Farben. Ich mach dir eine Liste. Hier ist das jetzt zu auffällig. Viertens du kannst gerne deinen Spaß haben, wenn wir shoppen gehen, aber bitte, bitte, bitte benimm dich wie eine Frau und nicht wie ein Mann, der Frauenklamotten kauft." "Frauenoutfit" "Genau — wenigstens eine Sache heute gelernt." "Fünftens — wir Frauen gehen immer zusammen auf Toilette, wenn wir etwas zu besprechen haben. Das ist für uns natürlich und so solltest du es auch halten. Also kommentiere es nicht. Ebenso wie Körpergeräusche nicht kommentiert werden. Und wir Frauen machen so wenig Körpergeräusche wie möglich, klar?" "Ja, kann ich jetzt auf Klo?" fragte Viktor "Bitte, das Sch haus steht dir offen." "Und du?" "Ich heule inzwischen." Viktor nahm Aischa in den Arm und hielt sie fest, während sie langsam wieder zu sich kam. "Wir schaffen das schon und dann gibt es Urlaub." Aischa lächelte ihm nach, als er hinter der Tür verschwand. "Urlaub" dachte sie — "ich werde ihn brauchen."
Zwar war die Trockenhaube mobil und mit Batterien betrieben, doch war es gar nicht so einfach, alles anzuziehen. Außerdem fehlte ihm der Spiegel. Als Viktor seine Kleidung angelegt hatte, machte Aischa sich daran, ihn zu schminken. Sie lächelte dabei und es schien, als würde ihr das Schminken Spaß machen. Er spürte die Grundierung, den Rougepinsel und wie sie seine Augen mit Lidschatten bearbeitete. Dann noch den Lippenstift. "Einmal beißen bitte..." Aischa hielt ihm ein Taschentuch hin, und Viktor presste seine Lippen darauf. Danach nahm sie sanft die Haare von den Lockenwicklern und kämmte sie aus. Viktor hielt still und lies sich nichts weiter anmerken. Aischa kämmte und bürstete und sprühte dann noch ziemlich viel Haarspray auf Viktors Haare. "Bitte lächeln" Viktor lächelte gequält, während Aischa ihren Fotoapparat nahm und ein paar Bilder von ihm machte. "Und nun kommt der große Augenblick", Viktor saß direkt vor dem Spiegel, der bis jetzt noch verhüllt war. Dann zog Aischa das Tuch mit einem Ruck herunter. Viktor verschlug es die Sprache.
Seine Augen waren groß, er hatte eine Stupsnase, seine Haare fielen in Wellen über seine Schultern und insgesamt schaute ihn ein anderer Mensch an — ein weiblicher Mensch. Viktor verzog eine Miene und stellte fest, dass sich das Bild im Spiegel genauso bewegte, wie er selbst. Lediglich ein paar Schwellungen zeugten noch von der OP. Aischa freute sich - "Es sieht alles sehr gut verheilt aus." Sie fasste ihn auf die Schulter — "Alles Gute zum Geburtstag, Frauke." Viktor schaute sie ungläubig an. "Du hast richtig gehört, denn dich in diesem Aufzug als Viktor anzusprechen ist doch ziemlich lächerlich, oder?" Viktor wusste nichts mehr zu sagen.
"Ich denke, dass wir heute essen gehen sollten." "Ich soll so unter die Leute gehen? Das kann nicht dein Ernst sein." "Natürlich ist es das, denn du hast die letzten paar Wochen damit verbracht, dich darauf vorzubereiten. Wir zwei gehen chic essen. Heute Abend und feiern dein Debüt. Und vorher gehen wir shoppen."
Aischa zog Viktor aus der Wohnung, steckte noch die Kreditkarte ein und machte sich auf den Weg. Zunächst war Viktor die Situation unheimlich peinlich. Im Tageslicht, als Mann in Frauenkleidern — mit Minirock, hohen Absätzen und Strumpfhosen - auf der Straße, aber zu seinem Erstaunen nahm niemand wirklich Notiz von ihm. Aischa und er gingen durch die Straßen und niemand machte dumme Kommentare, oder starrte ihn an. Naja, abgesehen von ein paar Männern, die sich nach beiden Frauen umdrehten. Viktor fand seine Fassung wieder und aus dem schleichend gebückten Gang wurde bald ein aufrechter Gang, der Viktors falsche Brüste vor sich her schob. Mit den hohen Absätzen konnte er nicht anders, als seine Hüften sanft zu wiegen. Er fragte sich, wer diese Frauke eigentlich war, deren Identität er mit einem Studentenausweis er in seiner Geldbörse hatte. Ach ja, die Geldbörse — sie lag noch in der Wohnung — Viktor hatte nirgendwo eine Tasche, wo er sie hätte hineinstecken können.
Aischa hatte auf Viktor geachtet. "Komm Frauke, du bist ja ganz nackt. Wir brauchen eine Handtasche für dich, damit du deine Utensilien hineinstecken kannst." Immer noch irritiert von dem neuen Namen stammelte Viktor - "Äh, ja" Aischa drehte sich um und schaute ihn böse an. "Und denk daran, deine Stimme zu beherrschen. Du bist jetzt Frauke — falls du es noch nicht gemerkt hast. Solltest du dich als Mann outen, wird es für uns beide sehr peinlich." "Ist ja gut, ist ja gut" gab er mit seiner trainierten Frauenstimme zurück. "Geht doch." grummelte Aischa vor sich hin. Beide gingen in eine Boutique für Handtaschen. Viktor hätte nie gedacht, dass es so viele verschiedene Handtaschen gibt. Für den Anfang sollte es eine einfache sein. "Womit kann ich ihnen helfen" Eine junge blonde Verkäuferin kam den beiden Frauen entgegen. Sie trug ein knielanges graues Strickkleid und auf einem Anstecker stand Lea. Mit einem gewinnenden Lächeln schaute sie Viktor an. "Hallo Lea, ich bin Aischa und das ist meine Freundin Frauke. Wir sind auf der Suche nach Handtaschen." "Da sind sie genau richtig, welche Größe sollte es denn sein?" "Was meinst du, Frauke?" Viktor schaute irritiert — dann antwortete er mit seiner Frauenstimme: "Ich "¦ ähm ich hätte gerne eine, die zu diesen Klamotten passt." Aischa zog einen kleinen Block aus ihrer Handtasche und schrieb etwas auf. "natürlich, wir finden etwas für ihr Outfit." Und nun begann der Marathon. Hier dieses rot ist derselbe Ton wie ihre Bluse" —"ja" "mit den Strass Steinen ist das wunderbar." "jaja" Schauen sie, diese schmeichelt ihrem Gesicht." "ah, ja..." "Und hier diese ist perfekt für eine elegante Dame wie sie." "naja..." "Hier hätten wir noch eine Handtasche in grün, für den großen Auftritt mit einem roten Kleid." "ach ja..." "Was halten sie von der hier?" "ist die nicht ein bisschen klein?" Aischa notierte mit finsterer Miene. "Und hier hätten wir eine in Lackleder — die passt zu allem — und sie können die besonders gut tragen, weil die Tasche ihre Figur betont." "Wenn ich meinen Taschenspiegel verloren habe, kann ich die stattdessen benutzen." Die Verkäuferin lachte höflich. Aischa schrieb kalt. Viktor bekam Lust, mit dieser Verkäuferin einzukaufen. "Wie wäre es mit dieser in rosa?" "Sie meinen die Pinke hier drüben?" "Ja, rosa oder pink ist doch egal... Die sieht witzig aus — mit der Katzenfigur" "Ja, 'Hello Kitty' ist eher etwas für unsere jüngeren Kundinnen. Haben sie vielleicht eine Nichte...?" Beide kicherten amüsiert. "Lea nahm die Tasche ab und hielt sie an Viktors rote Bluse — die Kombination pink und Bordeauxrot hätte jede Schaufensterscheibe zum zerspringe gebracht, wenn sie schreien könnte. Beide kicherten fröhlich. Aischa schrieb. Dann blieb Viktor vor einer Tasche stehen, die er wirklich passend fand — braunes Naturleder mit einem weißen Band gesäumt und mit einem nicht zu dünnen Lederriemen. "Die wäre doch was." Er nahm sie aus der Auslage und hielt sie an seine Kleidung. Fröhlich schaute er die Verkäuferin an. "Ich glaube, dass das genau die richtige für mich ist." Lea machte ein verzweifeltes Gesicht. "Oh ja, die steht ihnen wirklich gut..." "Wenn du zum Holzfällen gehen willst." beendete Aischa den Satz. Lea war sichtlich erleichtert. "Aber die hält was aus — damit kann man viel mitnehmen." "Das ist eine Handtasche und kein Rucksack." "Wenn sie eher etwas Rustikaleres haben möchten, hätte wir hier drüben..." versuchte Lea die Situation zu retten. Aischas Miene wurde finsterer. "Ich glaube, etwas Rustikales passt nicht zu dir, Frauke." Das Wort Frauke betonte sie etwas so, wie andere Leute den Satz "Kannst du dich nicht einmal am Riemen reißen, du Depp" Viktor schaute schuldbewusst — was hatte er jetzt schon wieder falsch gemacht? "Verzeihung, wir beide müssen uns kurz einmal die Nase pudern, wir kommen gleich wieder." "Aber gerne - da drüben sind die Toiletten." "Gemeinsam auf Toilette gehen, das wollte ich schon immer mal." flirtete Viktor mit seiner süßesten Frauenstimme, während Aischas Gesicht Formen annahmen, die einen angreifenden Rottweiler in die Flucht geschlagen hätten. Beide Frauen gingen auf Toilette.
Aischa versicherte sich, dass keine andere Frau an diesem Ort war, dann legte sie los. "Hör zu, wenn du als Frau durchgehen willst, dann musst du dich auch so benehmen. Du musst dich als Frau fühlen, verstehst du. Erstens: Wir Frauen tragen keine Klamotten, sondern ein Outfit. Streich das Wort Klamotte aus deinem Wortschatz. Zweitens. Handtaschen werden nicht nach Größe und Haltbarkeit beurteilt, sondern nach Schönheit. Es sind keine Rucksäcke und auch keine Nahkampfwaffen. Es sind schöne Accessoires für unser Outfit." "Unser was?" "unsere Klamotten!!!" Aischa begrub ihr Gesicht in ihren Händen. Als sie wieder aufblickte standen Verzweiflung und fast Tränen in ihren Augen. Sie atmete tief durch. Dann schaute sie in ihren Block. "Drittens wir Frauen kennen mehr Farben als die meisten Männer und wir geben ihnen Namen. Es gibt einen Unterschied zwischen Rosa und Pink, zwischen Bordeauxrot, Erdbeerrot und Ferrari rot, zwischen Marine und Hellblau. Wenn wir zu Hause sind, lernen wir die Namen der Farben. Ich mach dir eine Liste. Hier ist das jetzt zu auffällig. Viertens du kannst gerne deinen Spaß haben, wenn wir shoppen gehen, aber bitte, bitte, bitte benimm dich wie eine Frau und nicht wie ein Mann, der Frauenklamotten kauft." "Frauenoutfit" "Genau — wenigstens eine Sache heute gelernt." "Fünftens — wir Frauen gehen immer zusammen auf Toilette, wenn wir etwas zu besprechen haben. Das ist für uns natürlich und so solltest du es auch halten. Also kommentiere es nicht. Ebenso wie Körpergeräusche nicht kommentiert werden. Und wir Frauen machen so wenig Körpergeräusche wie möglich, klar?" "Ja, kann ich jetzt auf Klo?" fragte Viktor "Bitte, das Sch haus steht dir offen." "Und du?" "Ich heule inzwischen." Viktor nahm Aischa in den Arm und hielt sie fest, während sie langsam wieder zu sich kam. "Wir schaffen das schon und dann gibt es Urlaub." Aischa lächelte ihm nach, als er hinter der Tür verschwand. "Urlaub" dachte sie — "ich werde ihn brauchen."
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Exuser-2014-02-18
Re: Begleitservice alternative Ending
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Sehr interessante Fortsetzung.
Ich hab da so eine Ahnung, wo das hinführen könnte........
Sehr schön.....höffentlich gehts bald weiter.
Liebe Grüße Tina
Sehr interessante Fortsetzung.
Ich hab da so eine Ahnung, wo das hinführen könnte........
Sehr schön.....höffentlich gehts bald weiter.
Liebe Grüße Tina
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Melli_
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Re: Begleitservice alternative Ending
Danke, morgen geht's weiter. Ich freue mich, wenn es euch gefällt,
Melanie
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Re: Begleitservice alternative Ending
Teil 5 Abendkleid
Nachdem Viktor sein Geschäft verrichtet hatte — das erste Mal in seinem Leben auf einer Damentoilette — fand er Aischa mit einem wiederhergestellten Gesicht vor. Beide nahmen noch einen Kontrollblick in den Spiegel und dann schaute Aischa ihn an und sagt: "Bist du bereit Frauke?" "Ich bin — und ich benehme mich..." "ich bin gespannt." Aischa und Viktor machten sich auf den Weg, Handtaschen zu kaufen. Viktor entschied sich für die schwarze Lackledertasche und für eine Sandfarbene.
Als Punkt zwei standen Kleider auf der Tagesordnung. Aischa zog Viktor in die nächste Boutique. Eine junge Dame kam in einem langen Jeanskleid auf sie zu. Aischa schaute Viktor an. "Ja, ich hätte gern ein Abendkleid für einen geschäftlichen Anlass mit meinem zukünftigen Mann." Aischa lächelte. Die Verkäuferin machte ein glückliches Gesicht und beglückwünschte Frau Grünbaum zur baldigen Hochzeit. Dann führte sie die Verkäuferin zu den Abendkleidern. Mit Schrecken stellte Viktor fest, dass fast alle Abendkleider Ausschnitte und Dekolleté hatten. Aischa schien dies noch nicht bemerkt zu haben. "Auf ein Wort, Frau Schmitz, ..." Viktor nahm die Verkäuferin zur Seite "Ich hatte vor ein paar Jahren Brustimplantate, die mir letztes Jahr Krebs verursacht haben. Ich hatte dieses Jahr eine schwere OP, und nun habe ich keine Brüste mehr. Ich trage Silikonkissen statt dessen. Meine Haare haben wegen der Chemo auch sehr gelitten." "Oh mein Gott, sie Ärmste" — Frau Schmitz war sichtlich betroffen und den Tränen nahe. "das ist ja furchtbar — und was hat ihr Verlobter gesagt?" "Er liebt mich so wie ich bin, selbst wenn ich eine Glatze bekommen hätte — hat er gesagt." log Viktor weiter. Eine Träne lief aus dem Auge der Verkäuferin und auf ihrem Gesicht machte sich Entschlossenheit breit. "Ich werde etwas für sie finden — das haben sie verdient. - und nennen sie mich Marion." "Frauke, angenehm." Fest nahm sie Viktor bei der Hand und es folgten eine Reihe von schulterfreien hochgeschlossenen Kleidern. Frau Schmitz und Aischa schauten sich die Kleider sehr genau an. An keinem ließen sie ein gutes Haar — dieses machte fett, jenes machte blass, ein anderes sah aus wie ein Silberfisch, und eines passte nicht zu Viktors Augen. Viktor verbrachte gefühlte Tage in der Umkleidekabine. Aischa zog ein Kleid nach dem anderen zu und wieder auf. Frau Schmitz hatte es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht, Viktor zu einer Ballkönigin zu machen. Sie setzte fünf Kunden zurück und kümmerte sich ausschließlich um Viktor. Als sie einmal unangekündigt in die Umkleidekabine schaute und einen flüchtigen Blick auf Viktors haarlose Männerbrust warf, seufzte sie und musste erst einmal für ein paar Minuten auf Toilette. Sie fragte, was es für ein Anlass sei und Viktor gab zu, dass es sich um einen Empfang mit dem Chef der Bank handelte. Drei Stunden später verließen Aischa und Ihre Freundin "Frauke" die Boutique. "Kommen sie bald wieder, ich werde ihnen helfen." verabschiedete Marion die beiden Freundinnen. Sie hatten zwei Kleider für insgesamt 600 Euro in ihren Taschen. Viktor hatte ein neues Oberteil bekommen, welches wie eine Fledermaus aussah, wenn es nicht rosa — eher altrosa gewesen wäre.
Nachdem sie das Geschäft 15 Minuten verlassen hatten, fragte Aischa, "Was hast du ihr gesagt, Frauke?" "Ich habe sie angelogen und erzählt, dass ich eine Brust OP wegen Krebs hatte. Und dass ich jetzt keine Brust mehr habe. Die Wahrheit konnte ich nicht zugeben und da musste ich etwas erfinden." "Deshalb. Mein Gott, ich habe noch nie eine so engagierte Verkäuferin gesehen. Es gibt noch gute Menschen auf der Welt — und du gehörst nicht dazu. Krebs vorzuschieben ist echt mies. Naja, sei froh, dass du so schnell nicht wieder hierher kommst. Jedenfalls musst du diese Geschichte beibehalten, denn es kann sein, dass andere auch danach fragen. Also Frauke, ab heute hattest du Krebs und eine Brust OP." "Was hättest du gemacht?" fragte Viktor "Ich kann ihr doch nicht erzählen, dass ich ein Kerl bin." "Ich hätte ihr meine Brüste gezeigt. Außerdem gibt es hier in Köln mehrere Kerle, die sich gern als Frau verkleiden." lächelte Aischa. "Sehr witzig." "Komm Frauke, Zeit für das Beste." Wie haben wir noch nicht alles zusammen?" "Nein, wie brauchen noch Schuhe." "Oh nein" "Achte auf deine Stimme, Schätzchen." "Oh nein" antwortete Viktor mit seiner besten Frauenstimme.
Nachdem Viktor sein Geschäft verrichtet hatte — das erste Mal in seinem Leben auf einer Damentoilette — fand er Aischa mit einem wiederhergestellten Gesicht vor. Beide nahmen noch einen Kontrollblick in den Spiegel und dann schaute Aischa ihn an und sagt: "Bist du bereit Frauke?" "Ich bin — und ich benehme mich..." "ich bin gespannt." Aischa und Viktor machten sich auf den Weg, Handtaschen zu kaufen. Viktor entschied sich für die schwarze Lackledertasche und für eine Sandfarbene.
Als Punkt zwei standen Kleider auf der Tagesordnung. Aischa zog Viktor in die nächste Boutique. Eine junge Dame kam in einem langen Jeanskleid auf sie zu. Aischa schaute Viktor an. "Ja, ich hätte gern ein Abendkleid für einen geschäftlichen Anlass mit meinem zukünftigen Mann." Aischa lächelte. Die Verkäuferin machte ein glückliches Gesicht und beglückwünschte Frau Grünbaum zur baldigen Hochzeit. Dann führte sie die Verkäuferin zu den Abendkleidern. Mit Schrecken stellte Viktor fest, dass fast alle Abendkleider Ausschnitte und Dekolleté hatten. Aischa schien dies noch nicht bemerkt zu haben. "Auf ein Wort, Frau Schmitz, ..." Viktor nahm die Verkäuferin zur Seite "Ich hatte vor ein paar Jahren Brustimplantate, die mir letztes Jahr Krebs verursacht haben. Ich hatte dieses Jahr eine schwere OP, und nun habe ich keine Brüste mehr. Ich trage Silikonkissen statt dessen. Meine Haare haben wegen der Chemo auch sehr gelitten." "Oh mein Gott, sie Ärmste" — Frau Schmitz war sichtlich betroffen und den Tränen nahe. "das ist ja furchtbar — und was hat ihr Verlobter gesagt?" "Er liebt mich so wie ich bin, selbst wenn ich eine Glatze bekommen hätte — hat er gesagt." log Viktor weiter. Eine Träne lief aus dem Auge der Verkäuferin und auf ihrem Gesicht machte sich Entschlossenheit breit. "Ich werde etwas für sie finden — das haben sie verdient. - und nennen sie mich Marion." "Frauke, angenehm." Fest nahm sie Viktor bei der Hand und es folgten eine Reihe von schulterfreien hochgeschlossenen Kleidern. Frau Schmitz und Aischa schauten sich die Kleider sehr genau an. An keinem ließen sie ein gutes Haar — dieses machte fett, jenes machte blass, ein anderes sah aus wie ein Silberfisch, und eines passte nicht zu Viktors Augen. Viktor verbrachte gefühlte Tage in der Umkleidekabine. Aischa zog ein Kleid nach dem anderen zu und wieder auf. Frau Schmitz hatte es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht, Viktor zu einer Ballkönigin zu machen. Sie setzte fünf Kunden zurück und kümmerte sich ausschließlich um Viktor. Als sie einmal unangekündigt in die Umkleidekabine schaute und einen flüchtigen Blick auf Viktors haarlose Männerbrust warf, seufzte sie und musste erst einmal für ein paar Minuten auf Toilette. Sie fragte, was es für ein Anlass sei und Viktor gab zu, dass es sich um einen Empfang mit dem Chef der Bank handelte. Drei Stunden später verließen Aischa und Ihre Freundin "Frauke" die Boutique. "Kommen sie bald wieder, ich werde ihnen helfen." verabschiedete Marion die beiden Freundinnen. Sie hatten zwei Kleider für insgesamt 600 Euro in ihren Taschen. Viktor hatte ein neues Oberteil bekommen, welches wie eine Fledermaus aussah, wenn es nicht rosa — eher altrosa gewesen wäre.
Nachdem sie das Geschäft 15 Minuten verlassen hatten, fragte Aischa, "Was hast du ihr gesagt, Frauke?" "Ich habe sie angelogen und erzählt, dass ich eine Brust OP wegen Krebs hatte. Und dass ich jetzt keine Brust mehr habe. Die Wahrheit konnte ich nicht zugeben und da musste ich etwas erfinden." "Deshalb. Mein Gott, ich habe noch nie eine so engagierte Verkäuferin gesehen. Es gibt noch gute Menschen auf der Welt — und du gehörst nicht dazu. Krebs vorzuschieben ist echt mies. Naja, sei froh, dass du so schnell nicht wieder hierher kommst. Jedenfalls musst du diese Geschichte beibehalten, denn es kann sein, dass andere auch danach fragen. Also Frauke, ab heute hattest du Krebs und eine Brust OP." "Was hättest du gemacht?" fragte Viktor "Ich kann ihr doch nicht erzählen, dass ich ein Kerl bin." "Ich hätte ihr meine Brüste gezeigt. Außerdem gibt es hier in Köln mehrere Kerle, die sich gern als Frau verkleiden." lächelte Aischa. "Sehr witzig." "Komm Frauke, Zeit für das Beste." Wie haben wir noch nicht alles zusammen?" "Nein, wie brauchen noch Schuhe." "Oh nein" "Achte auf deine Stimme, Schätzchen." "Oh nein" antwortete Viktor mit seiner besten Frauenstimme.
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Re: Begleitservice alternative Ending
Hmmm zu gross vielleicht geht's so...
Quelle: http://www.fotos-hochladen.net/uploads/4e8btm6wydv.jpg
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Sylvie
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Re: Begleitservice alternative Ending
hi melli,
super schöne geschichte!bitte schreib bald mehr.ich bin schon sehr gespannt auf die fortsetzung!
liebe grüsse
sylvie
super schöne geschichte!bitte schreib bald mehr.ich bin schon sehr gespannt auf die fortsetzung!
liebe grüsse
sylvie
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Wanda
Re: Begleitservice alternative Ending
Hi Melli,
Deine Geschichte gefällt mir. Wenn es für den Viktor in Deiner Geschichte zunächst nicht einfach ist- auch mit der Operation- so dann auszusehen wie auf dem Bild und lernen wie eine Frau aufzutreten und zu fühlen , ist toll.
Ich freue mich auf die Fortsetzung der Geschichte . Wie wird es mit Viktor-Frauke und Aischa weiter gehen?
Liebe Grüße
Wanda
Deine Geschichte gefällt mir. Wenn es für den Viktor in Deiner Geschichte zunächst nicht einfach ist- auch mit der Operation- so dann auszusehen wie auf dem Bild und lernen wie eine Frau aufzutreten und zu fühlen , ist toll.
Ich freue mich auf die Fortsetzung der Geschichte . Wie wird es mit Viktor-Frauke und Aischa weiter gehen?
Liebe Grüße
Wanda
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Re: Begleitservice alternative Ending
Hallo Ihr alle,
vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich freue mich sehr darüber, darum jetzt der nächste Teil:
LG und viel Spass beim Lesen,
Melanie
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LG und viel Spass beim Lesen,
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Melli_
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Re: Begleitservice alternative Ending
Teil 6 Schuhe
Viktor hatte schon den ganzen Tag Geld ausgegeben, aber Schuhe waren jetzt wirklich zu viel. Aischa kannte kein Erbarmen, weder mit seiner Stimme, noch mit seiner Geduld. Viktor musste das neue Kleid anziehen — Es war Königsblau und passte gut zu seinen Straßenköter blonden Haaren — es war die Farbe seiner Augen. Mit der neuen Frisur und dem Makeup erkannte er sich selbst im Spiegel nicht mehr. Der Schuhkauf ging erstaunlich schnell, denn es musste genau die Farbe gefunden werden, die sein Kleid auch hatte. Weiß oder schwarz wären die einzigen Ausnahmen. Und so hatte Viktor bald zwei Tanzschuhe an seinen Füßen, die etwa 10 cm Absatz hatten. "Wunderbar" freute sich Aischa. "Sie bringen deine Beine gut zur Geltung. Michael wird hin und weg sein." "Wenn er mich fragt, ob ich ihn heiraten will, sag ich dir Bescheid." Aischa lachte "Und lade mich auch ein — nicht vergessen." "Du wirst meine Brautjungfer, das verspreche ich."
Der Tag war vorbei und beladen mit allen möglichen Tüten und Kartons traten die zwei Frauen die Heimreise an. Doch Aischa sah auf den letzten Metern noch etwas, was unbedingt geschehen musste. "Frauke, du brauchst Ohrlöcher. Ohne die kannst du als Frau überhaupt nichts machen." Viktor hatte den Widerstand schon nach den Kleidern aufgegeben — jetzt nach den Schuhen sagte er nur noch Ja zu allem. So zog ihn Aischa in einen kleinen Juwelierladen, kaufte zwei kleine Stecker. "Ähm, ich ahbe aber gar keine Ohrlöcher." wandte Viktor ein und ahnte schon, was jetzt kommt, noch bevor er den Satz zuende ausgesprochen hatte. "Entschuldigen sie" Aischa wandte sich an eine Bedienung. Eine junge braunhaarige Dame drehte sich um. Auf ihrem Namensschild stand Sylvia zu lesen. "Könnten sie meiner Freundin bitte Ohrlöcher stechen — sie ist furchtbar nervös." "Aber sicher..." Sylvia geleitete Viktor zu einem Stuhl, nahm seine Hand und versuchte ihn zu beruhigen. "Das wird nicht wehtun — schauen sie, ich habe auch Ohrlöcher und habe sie erst später bekomemn, und es war überhaupt kein Problem." Sie setzte ihn auf den Stuhl. Dann lud sie hinter ihm die Pistole. "Sagen Sie, welche Ohrringe mögen sie besonders gerne?" Viktor dachte nach, ohne zu merken, dass die Pistole an sein Ohr gelegt wurde. In der Sekunde, als Viktor den Gedanken verarbeitet hatte und antworten wollte, machte es "Tschack" und kurz darauf noch einmal "Tschack" auf der anderen Seite. Es ging alles so schnell, dass er überhaupt nicht reagieren konnte. Er saß perplex in seinem Stuhl mit zwei kleinen goldenen Steckern im Ohr, die unter der Fülle der Haare niemand sah, aber die ihn nun auf seinem Lebensweg begleiten sollten. Der Juwelier gab Frauke noch ein Antiseptikum mit. Viktor verbiss sich den Satz: Ich nehme Rasierwasser. "Sehen Sie, es war doch gar nicht schlimm. Kommen sie bald wieder."
Schließlich verstauten sie alles in Aischas Wagen. Er war sauber — ein Zustand, den Viktor in der letzten Zeit überall wahrnahm. Es gab keine kleinen Viecher, die auf dem Boden lebten, es roch meistens frisch und nicht muffig und es schien ihm eine Ewigkeit her, seit er Biergeruch wahrgenommen hatte. Eigentlich gefiel ihm das ganz gut, denn auch er und seine Kleidung war sauber und passte ganz gut ins Bild. Viktor war jetzt reich und Reichtum und Sauberkeit gehörten zusammen. Als Viktor arm war, hatte er sich sehr gehen lassen. Wozu sollte man auch sauber machen, wenn ohnehin niemand zu Besuch kommt? Frauke war nun jemand anderes. Sie fuhren zum Restaurant.
Der Kellner lächelte die beiden Frauen an. "Womit kann ich ihnen dienen?" Wie hätten gerne zwei Plätze. Am Fenster. Der Kellner brachte sie zu einem Fensterplatz, an dem man einen sehr schönen Blick über die Stadt hatte. "Erwarten sie noch jemanden?" "Nein, wie sind heute nur zu zweit." antwortete Aischa. Viktor hatte sich mittlerweile daran gewöhnt, dass er auch bei Tageslicht nicht mehr als Mann wahrgenommen wurde. Beide nahmen Platz. Der Kellner reichte ihnen die Karte. "Was nimmst du?" fragte Aischa. "Die Sahnesuppe, dann die Kalbshaxe reichlich Pommes und Majo und zum Nachtisch eine doppelte Portion Eis." Aischa schaute eine Sekunde ungläubig, dann begannen sie beide zu lachen. Es gab dennoch im Vergleich der vorherigen tage ein reichliches Essen — einen großen Bauernsalat mit Putenbruststreifen. Während des Essens unterhielten sich beide. "Wie kommt es eigentlich, dass Michael dich da mit reingezogen hat?" "Ich habe mit meinem Mann Mario ein eigenes Fitnessstudio und verdanke Michael den Kredit. Michael war öfters zum Üben bei uns. Er bot uns an, den Kredit über sich laufen zu lassen. Jetzt schulden mein Mann und ich ihm etwa 500.000 Euro. Wir sind in der letzten Zeit in Verzug gekommen und bevor er uns den Gerichtsvollzieher schickt, hat er uns das Angebot gemacht. Wir haben die letzten 3 Jahre hart für den Laden gearbeitet, aber es hat doch nicht so funktioniert, wie wir es gerne gehabt hätten. Mit dem Geld von Michael werden wir ein paar Sorgen weniger haben. Mario hat die Überweisung bekommen und hält jetzt allein im Laden die Stellung." "naja, aber mit dem einen Mal werdet ihr nicht weit kommen." antwortete Viktor. "Ich glaube nicht, dass es bei den drei Monaten bleiben wird. Wenn die dich einmal gesehen haben, werden sie wieder nach dir fragen. Du brauchst eine gute Entschuldigung, um da nicht ständig angefragt zu werden." "Daran hatte Viktor noch nicht gedacht. Am Schluss würde er vielleicht sogar bei Michael wohnen müssen. Ein grauenhafter Gedanke. Er begann an seiner Entschuldigung zu basteln. Als beide das Essen beendet hatte genoss Viktor es, von dem Kellner in den Mantel geholfen zu bekommen. Zuhause angekommen bestand Aischa noch auf das Jogging.
Viktor stand inmitten einer Hochzeitsgesellschaft. Neben ihm stand sein Vater und lächelte. Seine ganze Familie war gekommen und saß auf der rechten Seite. Als Viktor an sich herunter schaute, sah er Oberweite, ein weißes Kleid und einen Strauß. "Komm, Frauke, es ist Zeit." Wie hypnotisiert legte Viktor seinen Arm in die Armbeuge seines Vaters. Viktor spürte die Schuhe mit Absatz, die er schon den ganzen Tag getragen hatte. Aischa stand als Brautjungfer hinter ihm in einem fürchterlichen himmelblauen Kleid, was ihr überhaupt nicht stand. Viktors Vater und er gingen zum Traualtar, während der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn erklang. Viktors Vater legte die Hand seines Sohnes in die Hand des Bräutigams. Der Pfarrer lächelte. Viktor schaute an seine Seite und sah Michael. Viktor küsste ihn und war mit einem Mal schwanger — in seinem Bauch bewegte sich etwas, seine Brüste waren größer geworden.
Er wachte schweißgebadet auf. Es war 2.00 Uhr nachts. "Ich brauch jetzt ein Bier" dachte er und stand auf, um sich auf den Weg in die Küche zu machen. In der Küche fand er nur die Appetit-Hemmer, die Aischa ihm reichte. Chrissy Institute Inc. "Progynom extra" stand darauf zu lesen. Latein hatte er nicht gehabt und er hatte sich auch sonst nie für Medizin und Pillen interessiert. Aber er brauchte etwas, um das leere Gefühl in seinem Magen zu füllen. Der Kühlschrank war leer, ebenso alle anderen Vorräte. Also nahm er zwei von den Pillen, um sich wieder ins Bett zu legen. Tatsächlich wirkten sie sofort. Sein Appetit ging wirklich zurück. Nachdem er diese Erfahrung machte, nahm er immer wenn er nachts aufwachte und Hunger verspürte eine extra Tablette — Aischa musste es ja nicht wissen.
Viktor hatte schon den ganzen Tag Geld ausgegeben, aber Schuhe waren jetzt wirklich zu viel. Aischa kannte kein Erbarmen, weder mit seiner Stimme, noch mit seiner Geduld. Viktor musste das neue Kleid anziehen — Es war Königsblau und passte gut zu seinen Straßenköter blonden Haaren — es war die Farbe seiner Augen. Mit der neuen Frisur und dem Makeup erkannte er sich selbst im Spiegel nicht mehr. Der Schuhkauf ging erstaunlich schnell, denn es musste genau die Farbe gefunden werden, die sein Kleid auch hatte. Weiß oder schwarz wären die einzigen Ausnahmen. Und so hatte Viktor bald zwei Tanzschuhe an seinen Füßen, die etwa 10 cm Absatz hatten. "Wunderbar" freute sich Aischa. "Sie bringen deine Beine gut zur Geltung. Michael wird hin und weg sein." "Wenn er mich fragt, ob ich ihn heiraten will, sag ich dir Bescheid." Aischa lachte "Und lade mich auch ein — nicht vergessen." "Du wirst meine Brautjungfer, das verspreche ich."
Der Tag war vorbei und beladen mit allen möglichen Tüten und Kartons traten die zwei Frauen die Heimreise an. Doch Aischa sah auf den letzten Metern noch etwas, was unbedingt geschehen musste. "Frauke, du brauchst Ohrlöcher. Ohne die kannst du als Frau überhaupt nichts machen." Viktor hatte den Widerstand schon nach den Kleidern aufgegeben — jetzt nach den Schuhen sagte er nur noch Ja zu allem. So zog ihn Aischa in einen kleinen Juwelierladen, kaufte zwei kleine Stecker. "Ähm, ich ahbe aber gar keine Ohrlöcher." wandte Viktor ein und ahnte schon, was jetzt kommt, noch bevor er den Satz zuende ausgesprochen hatte. "Entschuldigen sie" Aischa wandte sich an eine Bedienung. Eine junge braunhaarige Dame drehte sich um. Auf ihrem Namensschild stand Sylvia zu lesen. "Könnten sie meiner Freundin bitte Ohrlöcher stechen — sie ist furchtbar nervös." "Aber sicher..." Sylvia geleitete Viktor zu einem Stuhl, nahm seine Hand und versuchte ihn zu beruhigen. "Das wird nicht wehtun — schauen sie, ich habe auch Ohrlöcher und habe sie erst später bekomemn, und es war überhaupt kein Problem." Sie setzte ihn auf den Stuhl. Dann lud sie hinter ihm die Pistole. "Sagen Sie, welche Ohrringe mögen sie besonders gerne?" Viktor dachte nach, ohne zu merken, dass die Pistole an sein Ohr gelegt wurde. In der Sekunde, als Viktor den Gedanken verarbeitet hatte und antworten wollte, machte es "Tschack" und kurz darauf noch einmal "Tschack" auf der anderen Seite. Es ging alles so schnell, dass er überhaupt nicht reagieren konnte. Er saß perplex in seinem Stuhl mit zwei kleinen goldenen Steckern im Ohr, die unter der Fülle der Haare niemand sah, aber die ihn nun auf seinem Lebensweg begleiten sollten. Der Juwelier gab Frauke noch ein Antiseptikum mit. Viktor verbiss sich den Satz: Ich nehme Rasierwasser. "Sehen Sie, es war doch gar nicht schlimm. Kommen sie bald wieder."
Schließlich verstauten sie alles in Aischas Wagen. Er war sauber — ein Zustand, den Viktor in der letzten Zeit überall wahrnahm. Es gab keine kleinen Viecher, die auf dem Boden lebten, es roch meistens frisch und nicht muffig und es schien ihm eine Ewigkeit her, seit er Biergeruch wahrgenommen hatte. Eigentlich gefiel ihm das ganz gut, denn auch er und seine Kleidung war sauber und passte ganz gut ins Bild. Viktor war jetzt reich und Reichtum und Sauberkeit gehörten zusammen. Als Viktor arm war, hatte er sich sehr gehen lassen. Wozu sollte man auch sauber machen, wenn ohnehin niemand zu Besuch kommt? Frauke war nun jemand anderes. Sie fuhren zum Restaurant.
Der Kellner lächelte die beiden Frauen an. "Womit kann ich ihnen dienen?" Wie hätten gerne zwei Plätze. Am Fenster. Der Kellner brachte sie zu einem Fensterplatz, an dem man einen sehr schönen Blick über die Stadt hatte. "Erwarten sie noch jemanden?" "Nein, wie sind heute nur zu zweit." antwortete Aischa. Viktor hatte sich mittlerweile daran gewöhnt, dass er auch bei Tageslicht nicht mehr als Mann wahrgenommen wurde. Beide nahmen Platz. Der Kellner reichte ihnen die Karte. "Was nimmst du?" fragte Aischa. "Die Sahnesuppe, dann die Kalbshaxe reichlich Pommes und Majo und zum Nachtisch eine doppelte Portion Eis." Aischa schaute eine Sekunde ungläubig, dann begannen sie beide zu lachen. Es gab dennoch im Vergleich der vorherigen tage ein reichliches Essen — einen großen Bauernsalat mit Putenbruststreifen. Während des Essens unterhielten sich beide. "Wie kommt es eigentlich, dass Michael dich da mit reingezogen hat?" "Ich habe mit meinem Mann Mario ein eigenes Fitnessstudio und verdanke Michael den Kredit. Michael war öfters zum Üben bei uns. Er bot uns an, den Kredit über sich laufen zu lassen. Jetzt schulden mein Mann und ich ihm etwa 500.000 Euro. Wir sind in der letzten Zeit in Verzug gekommen und bevor er uns den Gerichtsvollzieher schickt, hat er uns das Angebot gemacht. Wir haben die letzten 3 Jahre hart für den Laden gearbeitet, aber es hat doch nicht so funktioniert, wie wir es gerne gehabt hätten. Mit dem Geld von Michael werden wir ein paar Sorgen weniger haben. Mario hat die Überweisung bekommen und hält jetzt allein im Laden die Stellung." "naja, aber mit dem einen Mal werdet ihr nicht weit kommen." antwortete Viktor. "Ich glaube nicht, dass es bei den drei Monaten bleiben wird. Wenn die dich einmal gesehen haben, werden sie wieder nach dir fragen. Du brauchst eine gute Entschuldigung, um da nicht ständig angefragt zu werden." "Daran hatte Viktor noch nicht gedacht. Am Schluss würde er vielleicht sogar bei Michael wohnen müssen. Ein grauenhafter Gedanke. Er begann an seiner Entschuldigung zu basteln. Als beide das Essen beendet hatte genoss Viktor es, von dem Kellner in den Mantel geholfen zu bekommen. Zuhause angekommen bestand Aischa noch auf das Jogging.
Viktor stand inmitten einer Hochzeitsgesellschaft. Neben ihm stand sein Vater und lächelte. Seine ganze Familie war gekommen und saß auf der rechten Seite. Als Viktor an sich herunter schaute, sah er Oberweite, ein weißes Kleid und einen Strauß. "Komm, Frauke, es ist Zeit." Wie hypnotisiert legte Viktor seinen Arm in die Armbeuge seines Vaters. Viktor spürte die Schuhe mit Absatz, die er schon den ganzen Tag getragen hatte. Aischa stand als Brautjungfer hinter ihm in einem fürchterlichen himmelblauen Kleid, was ihr überhaupt nicht stand. Viktors Vater und er gingen zum Traualtar, während der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn erklang. Viktors Vater legte die Hand seines Sohnes in die Hand des Bräutigams. Der Pfarrer lächelte. Viktor schaute an seine Seite und sah Michael. Viktor küsste ihn und war mit einem Mal schwanger — in seinem Bauch bewegte sich etwas, seine Brüste waren größer geworden.
Er wachte schweißgebadet auf. Es war 2.00 Uhr nachts. "Ich brauch jetzt ein Bier" dachte er und stand auf, um sich auf den Weg in die Küche zu machen. In der Küche fand er nur die Appetit-Hemmer, die Aischa ihm reichte. Chrissy Institute Inc. "Progynom extra" stand darauf zu lesen. Latein hatte er nicht gehabt und er hatte sich auch sonst nie für Medizin und Pillen interessiert. Aber er brauchte etwas, um das leere Gefühl in seinem Magen zu füllen. Der Kühlschrank war leer, ebenso alle anderen Vorräte. Also nahm er zwei von den Pillen, um sich wieder ins Bett zu legen. Tatsächlich wirkten sie sofort. Sein Appetit ging wirklich zurück. Nachdem er diese Erfahrung machte, nahm er immer wenn er nachts aufwachte und Hunger verspürte eine extra Tablette — Aischa musste es ja nicht wissen.
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Re: Begleitservice alternative Ending
Teil 7 zurück an der Uni
Die nächsten zwei Wochen bestand Aischa auf ein morgendliches vier stündiges Training. Make up, Stimme, gehen, stehen und sitzen. Danach begleitete sie Viktor zur Universität. "Hör zu, Frauke, du hast jetzt eine ganz gute Figur. Aber mit dem Mensa Fraß kannst du sie dir in Null Komma nichts ruinieren. Wenn ich darauf vertrauen kann, dass du deine Diät hältst, lasse ich dich allein, sonst muss ich immer um dich her laufen wie ein Hund." "Ich halte mich daran, du kannst gehen und wenn es dir nicht passt, wiegst du mich nach." versprach Viktor mit seiner nettesten Frauenstimme. Viktor genoss es wieder an der Uni zu sein, sich einzuschreiben und in der Bibliothek zu lesen. Es schien ihm, als seien die letzten Jahre mit dem Harz 4 lange vorbei. Morgen würde es losgehen und wenn er in den Spiegel sah, war die Frau, die zurückschaute auch nicht viel älter als 24 — also gutes Studentinnenalter. Viktor war mittlerweile stolz auf sich, seine Erscheinung war nicht nur weiblich, sondern er war attraktiv. Er war eigentlich eine ganz andere und jetzt konnte er sich seine Person völlig neu ausdenken — es war ja nicht Viktor. Wie wollte er sein — wie sollte seine Maske sein? Eine Herzensbrecherin, eine konservative BWL Studentin, eine linke Aktivistin, eine Ökofrau. Viktor entschied sich, Frauke als attraktiv, gut ausgebildet, ehrgeizig und fleißig, sowie ein wenig elitär zu spielen. (Das gehörte bei attraktiven BWL Frauen immer dazu.) Er trug sich auch bei einem Unitanzkurs ein.
Viktor fand erstaunlich schnell wieder in sein BWL Fahrwasser zurück. In der zweiten Woche hielt er ein Referat in seinem Seminar. Viktor hatte zunächst ziemlich großes Lampenfieber. Er ging die Aufzeichnungen mehrfach durch, checkte sein Aussehen und dann schoss es ihm durch den Kopf: Er hatte nichts zu verlieren. Es war nur Frauke Grünbaum, nicht Viktor. Er würde sich nicht blamieren, weil er ja nicht vor dem Seminar stand. Mit einem Lächeln begann er sein Referat, und konnte die Fragen weitgehend beantworten. Sogar die zwei Streber konnte er mit gekonnten Antworten in die Schranken weisen, als diese versuchten, ihm das Wasser abzugraben. Und Frauke Grünbaum bekam eine eins.
Seine Professoren fragten nach den Universitäten, die Frauke zuvor besucht hatten. Viktor log "Berlin" "Sie sind auch länger nicht im Studium gewesen, oder?" Fragte der Professor weiter. "Ich hatte eine Krankheit und musste meine Studien aufgeben." Als Viktor sich wieder auf die Krebs Lüge zurückziehen wollte, merkte er ein seltsames Ziehen in seinem Brustbereich. Nach der Unterhaltung suchte er die Damentoilette auf. Als er in seinen BH fasste, konnte er einen kleinen Knoten unter der Brust spüren. Er war nicht hart, aber Viktor nahm an, dass er nun wirklich Brustkrebs hatte. Seine Brustwarzen waren zudem empfindlicher geworden.
Gleich als Aischa ihn von der Vorlesung abholte, forderte Viktor, zum Arzt zu gehen. "Was ist denn los?" Fragte Aischa, als sie Viktors Panik wahrnahm. "Ich glaube, dass ich Brustkrebs habe." "Brustkrebs — hörmal, du steigerst dich da in deine Geschichte hinein. Das mit dem Brustkrebs ist ein mieser Quatsch, den du dir ausgedacht hast, um eine Verkäuferin ruhigzustellen." "Nein wirklich, du kannst ja mal schauen." antwortete Viktor. "Ich schaue mir das mal zu Hause an." Kaum waren beide wieder in der Frauen WG, zog Viktor sein Oberteil, das Hemd und den BH aus. Aischa schaute sich die Brust an und zog die Stirn in Falten. Die Warzen waren geschwollen und rot und auch sie konnte einen winzigen Knoten ertasten. "Sieht wirklich ernst aus. Das ist bestimmt eine Entzündung." Sie nahm das Telefon und wählte eine Nummer. Dann begann sie auf Türkisch ein längeres Gespräch zu führen. Als sie auflegte, schien sie sichtlich erleichtert. "Ich habe dich bei meinem Frauenarzt angemeldet, Dr. Betül Küyük." "Frauenarzt?" "genau, denn Brustkrebs ist eigentlich ein Frauenproblem — da nehmen wir gleich eine Fachfrau. Dr. Küyük ist wirklich gut. Gleich morgen um 7.30 Uhr sind wir dran." Aber jetzt müssen wir das erste Treffen mit Michael vorbereiten. Du hast nächste Woche einen Friseurtermin Freitag um 13.30 Uhr. Schließlich sollst du Michael umhauen — und nicht weniger als perfekt sein." "Wieso, das Treffen ist doch erst in 3 Monaten am 24 August?" "Schon, aber vorher wirst du noch ein paarmal mit Michael ausgehen. Er will außerdem wissen, welche Fortschritte du schon gemacht hast."
"WeckerwurdenvonsadistischenFrauenhassernerfunden,nachdemsiemitden StilettosihrenerstengroßenErfolghatten." murmelte Viktor und kroch aus dem Bett. "Guten Morgen Süße, Zeit zum Aufstehen. Viktor zog sich den Jogginganzug an, aber seine Brust tat ihm weiterhin weh und war empfindlich gereizt. Der Jogginganzug scheuerte unangenehm. Als Viktor zu Aischa kam, beklagte er sich deshalb. Aischa schaute ihn mit großen Augen an — vielleicht ziehst du einen BH an. Dann scheuert weniger. Viktor tat wie ihm geheißen und tatsächlich lies der BH die Unannehmlichkeiten verschwinden. Und dann machten beide ihre morgendliche Runde. Als Viktor sein Morgenritual beendet hatte, fiel ihm auf, dass das Jeanskleid ihm viel besser passte, als zu der Zeit, wo er es gekauft hatte. Jetzt hatte er sich eine Taille erhungert und dennoch war sein Heck eher weiter geworden.
Nach einem kargen Frühstück machten sie sich auf zu Dr. Küyük. Im Wartezimmer saßen einige Frauen. Viktor verkroch sich hinter einer Ausgabe der Young Miss. Aischa meldete ihn an als Frauke Grünbaum. Da er privat versichert war — Michael zahlt alles — stellte niemand Fragen. 'Frau Grünbaum' tönte es aus dem Lautsprecher. Viktor betrat den Behandlungsraum. Der gynäkologische Stuhl fiel ihm sofort auf. "Guten Tag Frau Grünbaum, ich bin Frau Küyük, Aischa hat mich ja schon eingeweiht. Lassen sie mal sehen. Viktor zog sich aus. Frau Küyük tastete seinen Brustbereich ab, lächelte und sagte dann — "Es ist alles in Ordnung. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen." "Aber was ist mit dem Knoten — ich habe das Gefühl, dass er wachsen könnte." "Vielleicht sollten wir etwas gegen die Reizung tun — Moment, ich werde ihnen etwas aufschreiben." Frau Küyük notierte etwas auf ihrem Block. "So, bitte sehr und in ein zwei Wochen müsste die Reizung weg sein. Wenn es dann noch Probleme gibt, rufen sie mich einfach wieder an." "Danke sehr." Viktor und Aischa verließen das Wartezimmer. "Ich habe noch Zeit für das Seminar in Buchführung." "Aber du bist heute krank." antwortete Aischa. "Nicht heute — ich halte ein Referat und wenn ich nicht da bin, habe ich alle Arbeit umsonst gemacht. Glücklicherweise habe ich es auf dem Server der Uni hinterlegt, so dass ich es direkt von dort aufrufen kann." "Ich bring dich hin." Aischa lieferte Viktor vor der Uni ab. Viktor machte sich auf ins Seminar, machte sich vorher noch einmal frisch und setzte dann mit einer gekonnten Präsentation Maßstäbe. Als Frauke war er sicher, Frauke war eine attraktive, fleißige und ehrgeizige Studentin. Fragen beantwortete Frauke sicher, ohne zu zögern. Und Frauke Grünbaum wurde für ihre Arbeit mit einem sehr guten Schein belohnt. Nach dem Seminar kam die Professorin und bot ihr eine Stelle als Hilfswissenschaftlerin an. Frauke hätte Luftsprünge machen können. Natürlich nahm sie dankend an. Als Viktor die Uni verließ, war er stolz auf Frauke. Wie leicht es ihm gefallen war, vor einem Seminar zu sprechen. Viktors Woche verlief sonst wie gehabt mit Stimmtraining, Lauftraining, Sitztraining und einer Tanzstunde. Viktor lernte brav seine Tanzschritte und auch die Bewegungen elegant zu gestalten. Er hatte es auch nicht besonders schwer, einen Partner zu finden. Er konnte zwischen drei Anfragen am ersten Abend wählen und entschied sich für Holger, einem Mediziner im 6. Semester. Allerdings beunruhigte ihn, dass der Knoten in seiner Brust zwar aufgehört hatte, empfindlich zu sein, aber dennoch sich eine Schwellung langsam ausbreitete. Es sah aus, als hätte in beide Brüste ein Insekt gestochen auf das er allergisch war.
Die nächsten zwei Wochen bestand Aischa auf ein morgendliches vier stündiges Training. Make up, Stimme, gehen, stehen und sitzen. Danach begleitete sie Viktor zur Universität. "Hör zu, Frauke, du hast jetzt eine ganz gute Figur. Aber mit dem Mensa Fraß kannst du sie dir in Null Komma nichts ruinieren. Wenn ich darauf vertrauen kann, dass du deine Diät hältst, lasse ich dich allein, sonst muss ich immer um dich her laufen wie ein Hund." "Ich halte mich daran, du kannst gehen und wenn es dir nicht passt, wiegst du mich nach." versprach Viktor mit seiner nettesten Frauenstimme. Viktor genoss es wieder an der Uni zu sein, sich einzuschreiben und in der Bibliothek zu lesen. Es schien ihm, als seien die letzten Jahre mit dem Harz 4 lange vorbei. Morgen würde es losgehen und wenn er in den Spiegel sah, war die Frau, die zurückschaute auch nicht viel älter als 24 — also gutes Studentinnenalter. Viktor war mittlerweile stolz auf sich, seine Erscheinung war nicht nur weiblich, sondern er war attraktiv. Er war eigentlich eine ganz andere und jetzt konnte er sich seine Person völlig neu ausdenken — es war ja nicht Viktor. Wie wollte er sein — wie sollte seine Maske sein? Eine Herzensbrecherin, eine konservative BWL Studentin, eine linke Aktivistin, eine Ökofrau. Viktor entschied sich, Frauke als attraktiv, gut ausgebildet, ehrgeizig und fleißig, sowie ein wenig elitär zu spielen. (Das gehörte bei attraktiven BWL Frauen immer dazu.) Er trug sich auch bei einem Unitanzkurs ein.
Viktor fand erstaunlich schnell wieder in sein BWL Fahrwasser zurück. In der zweiten Woche hielt er ein Referat in seinem Seminar. Viktor hatte zunächst ziemlich großes Lampenfieber. Er ging die Aufzeichnungen mehrfach durch, checkte sein Aussehen und dann schoss es ihm durch den Kopf: Er hatte nichts zu verlieren. Es war nur Frauke Grünbaum, nicht Viktor. Er würde sich nicht blamieren, weil er ja nicht vor dem Seminar stand. Mit einem Lächeln begann er sein Referat, und konnte die Fragen weitgehend beantworten. Sogar die zwei Streber konnte er mit gekonnten Antworten in die Schranken weisen, als diese versuchten, ihm das Wasser abzugraben. Und Frauke Grünbaum bekam eine eins.
Seine Professoren fragten nach den Universitäten, die Frauke zuvor besucht hatten. Viktor log "Berlin" "Sie sind auch länger nicht im Studium gewesen, oder?" Fragte der Professor weiter. "Ich hatte eine Krankheit und musste meine Studien aufgeben." Als Viktor sich wieder auf die Krebs Lüge zurückziehen wollte, merkte er ein seltsames Ziehen in seinem Brustbereich. Nach der Unterhaltung suchte er die Damentoilette auf. Als er in seinen BH fasste, konnte er einen kleinen Knoten unter der Brust spüren. Er war nicht hart, aber Viktor nahm an, dass er nun wirklich Brustkrebs hatte. Seine Brustwarzen waren zudem empfindlicher geworden.
Gleich als Aischa ihn von der Vorlesung abholte, forderte Viktor, zum Arzt zu gehen. "Was ist denn los?" Fragte Aischa, als sie Viktors Panik wahrnahm. "Ich glaube, dass ich Brustkrebs habe." "Brustkrebs — hörmal, du steigerst dich da in deine Geschichte hinein. Das mit dem Brustkrebs ist ein mieser Quatsch, den du dir ausgedacht hast, um eine Verkäuferin ruhigzustellen." "Nein wirklich, du kannst ja mal schauen." antwortete Viktor. "Ich schaue mir das mal zu Hause an." Kaum waren beide wieder in der Frauen WG, zog Viktor sein Oberteil, das Hemd und den BH aus. Aischa schaute sich die Brust an und zog die Stirn in Falten. Die Warzen waren geschwollen und rot und auch sie konnte einen winzigen Knoten ertasten. "Sieht wirklich ernst aus. Das ist bestimmt eine Entzündung." Sie nahm das Telefon und wählte eine Nummer. Dann begann sie auf Türkisch ein längeres Gespräch zu führen. Als sie auflegte, schien sie sichtlich erleichtert. "Ich habe dich bei meinem Frauenarzt angemeldet, Dr. Betül Küyük." "Frauenarzt?" "genau, denn Brustkrebs ist eigentlich ein Frauenproblem — da nehmen wir gleich eine Fachfrau. Dr. Küyük ist wirklich gut. Gleich morgen um 7.30 Uhr sind wir dran." Aber jetzt müssen wir das erste Treffen mit Michael vorbereiten. Du hast nächste Woche einen Friseurtermin Freitag um 13.30 Uhr. Schließlich sollst du Michael umhauen — und nicht weniger als perfekt sein." "Wieso, das Treffen ist doch erst in 3 Monaten am 24 August?" "Schon, aber vorher wirst du noch ein paarmal mit Michael ausgehen. Er will außerdem wissen, welche Fortschritte du schon gemacht hast."
"WeckerwurdenvonsadistischenFrauenhassernerfunden,nachdemsiemitden StilettosihrenerstengroßenErfolghatten." murmelte Viktor und kroch aus dem Bett. "Guten Morgen Süße, Zeit zum Aufstehen. Viktor zog sich den Jogginganzug an, aber seine Brust tat ihm weiterhin weh und war empfindlich gereizt. Der Jogginganzug scheuerte unangenehm. Als Viktor zu Aischa kam, beklagte er sich deshalb. Aischa schaute ihn mit großen Augen an — vielleicht ziehst du einen BH an. Dann scheuert weniger. Viktor tat wie ihm geheißen und tatsächlich lies der BH die Unannehmlichkeiten verschwinden. Und dann machten beide ihre morgendliche Runde. Als Viktor sein Morgenritual beendet hatte, fiel ihm auf, dass das Jeanskleid ihm viel besser passte, als zu der Zeit, wo er es gekauft hatte. Jetzt hatte er sich eine Taille erhungert und dennoch war sein Heck eher weiter geworden.
Nach einem kargen Frühstück machten sie sich auf zu Dr. Küyük. Im Wartezimmer saßen einige Frauen. Viktor verkroch sich hinter einer Ausgabe der Young Miss. Aischa meldete ihn an als Frauke Grünbaum. Da er privat versichert war — Michael zahlt alles — stellte niemand Fragen. 'Frau Grünbaum' tönte es aus dem Lautsprecher. Viktor betrat den Behandlungsraum. Der gynäkologische Stuhl fiel ihm sofort auf. "Guten Tag Frau Grünbaum, ich bin Frau Küyük, Aischa hat mich ja schon eingeweiht. Lassen sie mal sehen. Viktor zog sich aus. Frau Küyük tastete seinen Brustbereich ab, lächelte und sagte dann — "Es ist alles in Ordnung. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen." "Aber was ist mit dem Knoten — ich habe das Gefühl, dass er wachsen könnte." "Vielleicht sollten wir etwas gegen die Reizung tun — Moment, ich werde ihnen etwas aufschreiben." Frau Küyük notierte etwas auf ihrem Block. "So, bitte sehr und in ein zwei Wochen müsste die Reizung weg sein. Wenn es dann noch Probleme gibt, rufen sie mich einfach wieder an." "Danke sehr." Viktor und Aischa verließen das Wartezimmer. "Ich habe noch Zeit für das Seminar in Buchführung." "Aber du bist heute krank." antwortete Aischa. "Nicht heute — ich halte ein Referat und wenn ich nicht da bin, habe ich alle Arbeit umsonst gemacht. Glücklicherweise habe ich es auf dem Server der Uni hinterlegt, so dass ich es direkt von dort aufrufen kann." "Ich bring dich hin." Aischa lieferte Viktor vor der Uni ab. Viktor machte sich auf ins Seminar, machte sich vorher noch einmal frisch und setzte dann mit einer gekonnten Präsentation Maßstäbe. Als Frauke war er sicher, Frauke war eine attraktive, fleißige und ehrgeizige Studentin. Fragen beantwortete Frauke sicher, ohne zu zögern. Und Frauke Grünbaum wurde für ihre Arbeit mit einem sehr guten Schein belohnt. Nach dem Seminar kam die Professorin und bot ihr eine Stelle als Hilfswissenschaftlerin an. Frauke hätte Luftsprünge machen können. Natürlich nahm sie dankend an. Als Viktor die Uni verließ, war er stolz auf Frauke. Wie leicht es ihm gefallen war, vor einem Seminar zu sprechen. Viktors Woche verlief sonst wie gehabt mit Stimmtraining, Lauftraining, Sitztraining und einer Tanzstunde. Viktor lernte brav seine Tanzschritte und auch die Bewegungen elegant zu gestalten. Er hatte es auch nicht besonders schwer, einen Partner zu finden. Er konnte zwischen drei Anfragen am ersten Abend wählen und entschied sich für Holger, einem Mediziner im 6. Semester. Allerdings beunruhigte ihn, dass der Knoten in seiner Brust zwar aufgehört hatte, empfindlich zu sein, aber dennoch sich eine Schwellung langsam ausbreitete. Es sah aus, als hätte in beide Brüste ein Insekt gestochen auf das er allergisch war.
