Arbeitsmarkt- und Beschäftigung, Diskussion
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Sabrina Verena
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Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 1 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Ich möchte hier die Diskussion fortsetzen, die sich im Thread Amazon entwickelt hat.
Beginn der zitierten Threads:
Re: Amazon...

von Carat -» Do 7. Mär 2013, 16:38



Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena


Hallo Verena,
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.

Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.

Liebe Grüße
Carat

Re: Amazon...

von Anja -» Do 7. Mär 2013, 16:40

Hm,

ich habe überlegt ob ich hierzu auch mal was Schreiben soll, nur verstehe ich die Debatte nicht wirklich.
Ich kaufe gern bei Amazon. Weil's bequem ist, der Service ist super, die Preise sind günstig. Soll ich dort jetzt nicht mehr bestellen, weil die Angestellten dort nicht gut behandelt werden? Sie haben doch die Wahl, oder werden sie gezwungen bei Amazon zu arbeiten? Ich kenne viele Leute, die 1.000 Gründe nennen können, warum es ihnen so geht wie es ihnen geht, aber es fällt kaum jemanden ein, sich an die eigene Nase zu fassen. Wenn einer von den Angestellten bei Amazon unglücklich ist, dann soll er sich was anderes suchen.
Oder einen Streik organisieren oder was weiß ich.
Nix tun, den Kopf in den Sand stecken und rumjammern machts nicht besser.
Darf ich mir denn nun auch nichts mehr liefern lassen, da die Boten alle Subunternehmer sind und pro geliefertem Paket 70 Cent bekommen?
Wenn ich jede Firma, bei der irgendwas faul ist, boykottieren würde, wäre meine Wohnung leer, ich hätte kein Auto (welches ich ja eh nicht betanken dürfte...)
Denn würde ich zwar auf dem Boden schlafen, hätte aber ein gutes Gewissen...

Fakt ist, das wir in Deutschland immer noch auf dem höchsten Niveau leben, das es auf diesem Planeten gibt, da ist, wie schon erwähnt, noch sehr viel Luft nach unten.
Und wenn jemand mit seinem Arbeitgeber nicht zufrieden ist, soll er sich doch einen anderen suchen...

Grüße
die Anja

Re: Amazon...

von Sabrina Verena -» Do 7. Mär 2013, 17:38



Carat hat geschrieben:

Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Carat!
Habe ich Dich richtig verstanden?
Die deutschen Arbeitnehmer, die früher in Fabriken gearbeitet hatten waren schlecht oder gar nicht ausgebildet und sind deshalb heute erwerbslos oder im Billiglohnsektor tätig.
Bei allem Respekt, aber das ist ja mal wieder so ein typisches Vorurteil........
LG
Verena


Hallo Verena,
Also ich kenne niemanden der freiwillig in der PRODUKTION einer Fabrik malocht, wenn er etwas besseres machen könnte. Es ist das größte gesellschaftliche Problem unserer Zeit, daß wir für Heerscharen von schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern einfach keine Jobs mehr in Deutschland haben. Diese Arbeitsplätze sind jetzt in China. Allein bei Foxconn arbeiten 1.000.000 Mitarbeiter an den Produktionsbändern. Die Anlernphase für diese Jobs dauert selten länger als 4 Stunden. Der Grund für die Auslagerungen ist evident: Der Deutsche kaufte nicht mehr seine im Land produzierten Erzeugnisse sondern die Eingeführten, weil sie billiger waren. Das ist der Preis der Globalisierung.

Der Strukturwandel ist nicht für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurden dadurch viele neue, allerdings höher qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Wir haben aktuell zwei Lehrstellen aus dem gewerblichen Bereich im letzten Jahr nicht besetzen können weil die Bewerber einfach nicht den (geringen) Anforderungen entsprachen. Das solltest Du wohl eher den Eltern als den Managern anlasten. Die innerbetrieblichen Weiterbildungen sind im internationalen Vergleich in Deutschland auch sehr gut.

Liebe Grüße
Carat

Hallo Carat!
Menetwegen können wir gern in einem eigenen Thread weiter diskuttieren, da diese Diskussion dann nichts mehr mit dem Ausgangsthema zu tun hat.
Zu Deiner Information, soweit noch in Deutschland produziert wird, sind dort auch Beschäftigte, die eine schlecht bezahlte Tätigkeit mangels Alternativen der Erwerbslosigkeit vorziehen.
Ob dieses Verhalten richtig ist, darüber kann man auch streiten.
Leider ist ews diesen Leuten nicht möglich zu streiken oder den Arbeitgeber zu wechseln.
LG
Verena


Re: Amazon...

von Carat -» Do 7. Mär 2013, 18:02

Hi Verena,
es ist also besser sich vom Steuerzahler aushalten zu lassen als sich seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen?
Eine Frage der Ehre! Warum sollten die Leute streiken, schändet Arbeit jetzt schon in Deutschland? Hört sich etwas nach Trotzreaktion an.

Liebe Grüße
Carat

Ende der zitierten Threads

Hallo Carat meine Antwort.
Ein bedingungsloses, steuerfinanziertes Grundeinkommen und die Gewährleistung des Grundrechtes auf freie Berufs- und Arbeitaplatzwahl sind der Lohnsklaverei durchaus vorzuziehen.
Ja, sie sollen vom Steuerzahler bezahlt werden, aber nicht im Luxus leben.
Denn ein gesunder Anreiz zu arbeiten und Steuern zu zahlen muss erhalten bleiben.
LG
Verena
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 2 im Thema

Beitrag von conny »

hallo verena,

erkläre mir mal, warum es ein BEDINGUNGSLOSES, steuerfinanziertes Grundeinkommen geben soll?
grundbedingung für jede staatliche hilfe muß sein, dass jeder in erster linie für sich selber sorgen und arbeit suchen muß. wenn das nicht oder nicht ausreichend gelingt, hat der staat zu helfen und nicht anders.

lg
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 3 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Conny!
Weil die von Dir erwähnte aktuelle Rechtslage dem Grundrecht auf freie Wahl des Berufes und des Arbeitsplatze nicht gerecht wird.
Auch sind die vorgesehenen Sanktionen keine Hilfe, sondern tätige Erpressung (Meine Meinung).
Jemand der arbeiten will sollte den Beruf ergreifen können, den er/sie ausüben möchte und sich bei der Stellensuche auch darauf konzenttrieren dürfen.
Die derzeitige Praxis führt zu Existenzangst, die lähmt und ist menschenunwürdig.

Ein Grundeinkommen wäre eine sichere Absicherung (Finanzierungsmodelle sind mehrere Varianten in Diskussion).
Man braucht sich keine Existenzsorgen zu machen und kann sich für den richtigen Beruf entscheiden, und muss nicht den ersten Knebelvertrag unterschreiben, der einen aus der Erwerbslosigkeit holen würde.
Lohndumping würde sich auch nicht mehr lohnen.
Da die Beschäftigten weniger zu befürchten haben und ihre Rechte eher einfordern können.
Mütter hätten ein Einkommen und könnten sich freier entscheiden, ob sie arbeiten oder erziehen wollen. (Hier wäre ein eigenes Thema möglich)
Auch die Kinder hätten ein Einkommen.

Um evtl. Missverständnissen vorzubeugen.
Jeder normal denkende Mensch sucht sich eine Aufgabe, hält es ohne Tätigkeit nicht aus.
Die Mehrheit würde sich also nicht auf den Grundeinkommen ausruhen.
Außerdem soll es ja nur die Grundbedürfnisse, diese aber anders als die jetziger Variante vollständig absdecken.
Auch dadurch ist ein Anreiz zur Arbeit erhalten.
Anders als Herr Werner sehe ich aber die Erfordernis zur Beibehaltung der Einkommenssteuer.
Eine Finanzierung nur über die Mehrwertsteuer kann nicht funktionieren.
LG
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 4 im Thema

Beitrag von conny »

hallo verena,

du schreibst:

1. Weil die von Dir erwähnte aktuelle Rechtslage dem Grundrecht auf freie Wahl des Berufes und des Arbeitsplatze nicht gerecht wird.

2. Jeder normal denkende Mensch sucht sich eine Aufgabe, hält es ohne Tätigkeit nicht aus. Die Mehrheit würde sich also nicht auf den Grundeinkommen ausruhen.

zu 1.
das grundrecht bedeutet doch keine arbeitsplatzgarantie, wie soll das in einer freien wirtschaft funktionieren? (hat z.b. in der ddr auch nur scheinbar funktioniert)
das grundrecht bedeutet, dass der staat in der wahl des berufes und arbeitsplatzes keine vorgaben machen kann und begründet keinen leistungsanspruch in der art, dass jeder das, was er möchte auch bekommen muß. wie soll das funktionieren?

zu2.
aber auch eine größere minderheit könnte das sozialsystem überfordern. frage doch mal die arbeitsagenturen, die dürften dir gerne genügend fälle nennen.
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 5 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Nach dem Sozialgestzbuch ist jeder verpflichtet sich um einen Arbeitsplatz zu bemühen und jede zumutbare Stelle anzunehmen. Der Begriff zumutbar ist definiert worden.
Daraus ergibt sich ein Zwang auch solche Tätigkeiten anzunehmen, die nicht dem eigenen Berufswunschl entsprechen. Das Grundrecht ist also durch ein nachrangiges Gesetz ausgehebelt.

Eine größere Minderheit ist weder relativ, noch absolut und auch nicht synergetisch die Mehrheit.
Im Übrigen kenne ich die Praxis der Arbeitsagentur sowohl aus der Zeit vor den Hartz 4 Reformen als auch nach den Hartz 4 Reformen aus eigener Erfahrung.

Welchen Sinn macht es einen Alkoholkranken in ein Bewerbungstraining zu schicken? Der braucht doch wohl erst einmal eine andere Hilfe!
Wenn von 10 Lehrgangsteilnehmer 5 eine Alkoholfahne haben, dann wirft das ja wohl Fragen auf.
Wie Sinnvoll ist es denn einen Techniker in ein Seniorenservice zu vermitteln, wenn gleichzeitig 25 Altenpflegerinnen einen Arbeitsplatz suchen?

Die Arbeitsagentur sollte genauso wie die Arbeitsgemeinschaften und Optionskommunen erst mal die eigene Haltung überarbeiten.
Und sich nicht zum Erfüllungsgehilfen der Witschaft degradieren.
LG
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 6 im Thema

Beitrag von Cybill »

Wieso noch eine Forderung nach einem BGE?

Vielleicht ist es noch nicht allegmein bekannt, aber die Bundesrepublik hat sich zum Prinzip des "Aktiverenden Staates" bekannt und setzt dies mit mehr oder weniger großem Erfolg um. Dieses Prinzip beinhaltet, dass jeder Bürger Anrecht auf unterstützende Transferleistungen hat ( SGBII , Grundsicherung), aber im Gegenzug dazu verpflichtet ist, an der Minderung oder Beseitigung dieser Situation mitzuwirken.

Ich kenne hauptsächlich die Problematik in der Hauptstadt und die sieht aktuell so aus, dass in den vergangenen drei Jahren so ziemlich jeder eLb (erwerbsfähige Leistungsberechtigte), der freihändig atmen und stehen kann, in eine Beschäftigung gekommen ist. Egal ob diese zur vollständigen Deckung des Lebensunterhalts ausreicht. Dem Rest hilft auch kein BGE, sondern nur eine angepasste Förderung der bestehenden Potentiale und die konsequente Forderung nach Mitwirkung.

Wir müssen uns von dem Gedanken verabscheiden, dass das im GG garantierte Recht auf freie Berufswahl heute noch in jedem Fall Bestand hat. Diesen Luxus gewährt uns Wirtschaft nicht.
Es ist vielmehr so, dass der Arbeit die Würde genommen wurde. Es wird von "Human Ressources" geredet, wohinter eine Beschäftigungspoliztik steht, die den Menschen als solchen verachtet.

Da hilft kein BGE und keine ganrantierten Grundrechte - die Verhältnisse sind nicht so.

Um das zu ändern haben wir in diesem Jahr wiedermal Gelegenheit. 22.09. ist Abrechnung!
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 7 im Thema

Beitrag von conny »

hallo,

nochmal: es besteht keine arbeitsplatzgarantie und wenn jemand in seinem beruf längere zeit keinen arbeitsplatz findet (warum auch immer...), dann muß er eben etwas anderes machen, oder soll er stattdessen dauerhaft arbeitslos bleiben?
dass in den arbeitagenturen auch nicht immer alles rund läuft ist sicher so.

lg
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 8 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo CYbill!
Wer etwas verändern will, hält nicht an bestehenden Verhältnissen fest.
Ich hatte die Hartz 4 Reformen damals schon, als sie noch dikuttiert worden für falsch gehalten.
Und die Erfahrungen der letzten Jahre, haben mich in meiner Ansicht bestärkt.

Im Übrigen sollte die Wirtschaft genauso wie der Staat dem Menswchen dienen und nicht umgekehrt.
LG
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 9 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Conny!
Keine Arbeitsplatzgarantie!
Daraus kann nur die Forderung nach Abschaffung der Sanktionen erfolgen.
Wer selber keinen Arbeitsplatz gerantieren kann, hat nicht das Recht jemandem bei ausbleibendem Erfolg zu bestrafen.
Schon gar nicht, wenn gleichzeitig bei Umschulungen und Anpassungsqualifikationen gespart wird.

Konkretes Beispiel:
Ein Techniker frisch von der Fachschule findet wegen fehlender Berufserfahrung keine Beschäftigung.
Er ist aber gerne auch in der Garten- und Landschaftpflege tätig und bereit sich umzuschulen, ebenso aber auch sich als Techniker weiterzubilden.
Warum wird Beides nicht ermöglicht, sondern dauernd versucht ihn als Taxifahrer trotz Schwerhörigkeit und ohne Personenbeförderungsschein zuvermitteln?
Er selber hat sich auch ständig in seinen alten Lehrberuf beworben, den er eigentlich an den Nagel hängen wollte.
In diesem hat er eine Anstellung bekommen und ist dort jetzt tätig.
Nicht als Taxifahrer.
Liebe Grüße
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 10 im Thema

Beitrag von conny »

Sabrina Verena hat geschrieben:Hallo Conny!
Keine Arbeitsplatzgarantie!
Daraus kann nur die Forderung nach Abschaffung der Sanktionen erfolgen.
Liebe Grüße
Verena
hallo,

aus meinen vorhrigen ausführungen ist doch erkennbar, wie ich das meinte: arbeitsplatzgarantie nicht in dem wunschberuf.
wir haben noch nicht über mangelnde mobilität gesprochen. ich bin in einem großunternehmen tätig und weiß wovon ich spreche.
aber es macht wenig sinn, einzelbeispiele zu nennen. da findet jeder welche zu seiner ansicht.

i.ü. hat die agenda 2010 zu unserer heutigen wirtschaftskraft beigetragen, das ist unbestritten und davon profitieren alle.
denn was passiert, wenn notwendige (arbeitsmarkt-) reformen ausbleiben, kann man z.zt. am beispiel frankreich sehen...

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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 11 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Conny!
Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass es falsch ist, aus einem erwerbslosen Ingeneur einen ungelernten Hilfspfleger zu machen und aus einer erwerbslosen, alleierziehenden Mutter und Altenpflegerin eine Produktionshelferin auf Zeitarbeit zu machen.
Solange nicht ernsthaft in die Wunschberufe vermittelt und weitergebildet wird, stehen Alternativen bei einer gesunden Haltung nicht zur Disposition.
Mein oben erwähntes Einzelbeispiel hatte sich real zugetragen und es gibt/gab ähnliche Fälle.
Unseeliger Weise liegt die Beweislast bei den Leistungsbezieher/innen und nicht beim Leistungsträger.
Ein Beispiel mehr dafür, dass es nicht um dem Menschen, sondern um Finanz- (Steuer-) Haushalt geht.
Gleichzeitig aber werden massive Energieverschwendungen in der Industrie vom Staat unterstützt, weil angeblich Arbeitsplätze erhalten werden.
Sorry, aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass Wirtschaft und Staat dem Menschen dienen sollten und nicht umgekehrt.
Liebe Grüße
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 12 im Thema

Beitrag von conny »

Sabrina Verena hat geschrieben: Gleichzeitig aber werden massive Energieverschwendungen in der Industrie vom Staat unterstützt, weil angeblich Arbeitsplätze erhalten werden.
Liebe Grüße
Verena
hallo verena,

wenn man ernsthaft diskutieren will macht es keinen sinn, immer neue aspekte einzubringen, die mit dem thema nun wirklich nichts zu tun haben.

nur mal am rande: es geht nicht um energieverschwendende industrie, sondern um diejenige, die energieiintensiv produziert und aufgrund unserer hohen strompreise international einen wettbewerbsnachteil hat. sicher hat man hier manchmal etwas zu großzügig gehandelt.

lg
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 13 im Thema

Beitrag von Lina »

Arbeitsplatzgarantie wäre natürlich eine super Sache. Aber wie will man das realisieren? Hat das jemals ein Staat realisiert? Da meine ich, nicht nur fürs Prinzip und um den 5-Jahresplan zu erfüllen, wohl wissend, dass die Leute trotzdem ewig lange auf die einfachsten Sachgütern warten müssen. Ich meine in einem Staat wo freie Initiative sich entfalten konnte und wo die, die gearbetet haben, auch tatsächlich produktiv waren.

Und das bedingungslose Grundeinkommen. Im Prinzip wäre ich dafür - viele haben Existenzängste und auch nicht ohne Grund. Würde es aber funktionieren? Wie sollte es funktionieren, denn es gibt doch genügend Leute, die bestimmt nicht Arbeiten würden. Wenn alle, die es können, arbeiten würden, wäre es eine gute Sache. Die, die keinen Bock haben und andere arbeiten lassen wollen, können so ein System schnell kaputt machen.

Also wie löst man das Problem?

Das ganze klingt wie die Zauberworte "Konsum nach Bedarf und Leistung nach Fähigkeit", die ich als Teenie immer wieder von Leuten, die das System verändern wollten, gehört habe. Aber hat das funktioniert, was die wollten? Absolut nicht.
Warum sollte ich jetzt glauben, dass es jetzt funktionieren würde?
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 14 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Lina und Conny!
Ich will nicht bestreiten, dass es auch Nullbock- Leute gibt, aber diese dürften doch wohl eher eine Minderheit sein und zwar eine kleine, und ich glaube nicht, dass diese bei Jenen die arbeiten eine hohe Wertschätzung hätten. Und sie würden sich auch nicht die Güter leisten können, welche sich die arbeitenden leisten können.
Ich sagte ja, der Anreiz arbeiten zu gehen und Steuern zu zahlen muss erhalten bleiben.
Mindestlohn und Grundeinkommen sind kein Widerspruch, im Gegenteil sie ergänzen sich.
Die Mehrheit kann gar nicht ohne Beschäftigung leben, es würde Ihr was fehlen.
Allerdingst muss auch solche Arbeit die heute unbezahlt ist, als Arbeitsleistung anerkannt und gewürdigt werden.
Wieso ist Hamburg eine der wenigen Städte die hauptberufliche Naturschutzwarte hat, während es bei den anderen Bundsländern ein Ehrenamt (im wörtlichen Sinne) ist?
Wieso haben erwerbslose Mütter kein Einkommen als Mutter?

Und was Suchtkranke betrifft, die können nicht arbeiten und würden auch keine Anstellung bekommen.
Die brauchen aber Hilfe und müssen ebenfalls ausreichend versorgt sein.

Das Grundeinkommen wäre die Existenzsicherung.
Die Leistungen die heute im Ehrenamt, ehrenhalber im Verein oder als Mutter erbracht werden, sollte die Gesellschaft aber auch mit Einkommen entlohnen.
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Re: Arbeitsmarkt„ und Beschäftigung, Diskussion

Post 15 im Thema

Beitrag von conny »

Sabrina Verena hat geschrieben:
Die Leistungen die heute im Ehrenamt, ehrenhalber im Verein oder als Mutter erbracht werden, sollte die Gesellschaft aber auch mit Einkommen entlohnen.

Liebe Grüße
Verena
hallo verena,

klar, und wo soll das geld herkommen?

lg
conny
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