LaraC hat geschrieben:Hi Volker,
Das sehe ich ganz genauso. Die Gesellschaft hat ziemlich strenge Auflagen dafür, was für Männer akzeptables Verhalten ist. Hält Mann sich nicht daran, wird einem im schlimmsten Fall mit Anfeindungen, auf jeden Fall aber mit erhöhter Aufmerksamkeit begegnet. Die meisten Forumsmitglieder möchten aber (auch en femme) eigentlich nur "ganz normal" behandelt werden. Und dann ist Passing natürlich die einfachere Alternative, weil sie "geräuschloser" über die Bühne geht.volker hat geschrieben:In meiner Wahrnehmung ist das Crossdressen (also weibliche Kleidung bei Bio-Männern, die auch Männer bleiben wollen) eine Erweiterung unserer Möglichkeiten und der Wunsch eine Frau "zu sein" resultiert aus dem gesellschaftlichen Zwang, dass Männer so nicht auszusehen haben.
Unsere Gesellschaft ist da leider für Männer an dem Punkt, an dem sie mit Frauen vor 150 Jahren war und diese sich noch als Männer verkleiden mussten, um bestimmte Dinge tun zu können, die eben nur Männern vorbehalten waren. Heute kann Frau Hosen tragen, Auto fahren und Kanzlerin werden, ohne dass jemand guckt. Männer dürfen immer noch keine Röcke tragen, sich die Nägel machen oder im Chick-Flick heulen, ohne dass alle sich umdrehen. Und das Ganze ist halt leichter, wenn das Passing in Ordnung ist. Schade eigentlich, dass es nicht auch ohne geht.
Liebe Grüße,
Lara
Ich glaube, hier schließt sich der Kreis. Ich wollte auch erst nur Röcke und größere Creolen tragen - geht als Mann im Alltag absolut nicht, hat die Gesellschaft nicht vorgesehen. Also "verkleidet" Mann sich als Frau. Ich habe mich dahingehend stetig in Richtung Perfektion weiter entwickelt, so dass ich kein Problem mit Shopping, Ausgehen etc. habe. Und siehe da, ich gefalle mir auch sehr gut. Die Anerkennung für mein weibliches Auftreten ist hoch, dass ich es immer mehr genieße. Statt schräg angeschaut zu werden, fällt "man" durch gutes Styling auf (ich bin meistens leicht overdressed) und erhält sogar Zustimmung. Stylingtipps soll ich ebenfalls häufig geben.
Nora_7