gute Frage, die Konstanze da gestellt hat und die viele von uns glaube ich mehr oder wenger intensiv beschäftigt. Genau das Wort benutzt meine Frau auch für meinen Wusch als Frau leben zu wollen, da es ihrer Meinung nach ja eindeutig biologisch bei mir anders geregelt sei vom Chromosomensatz und von der Ausstattung her gesehen. Aus dir wird nie eine Frau weil.... und dann kommt eine lange Liste von Tatsachen, die wie sie meint bei mir fehlen oder nicht an Verhalten und Ausdrucksformen hin bis zu sozialem Engagement vorhanden wären; typisch männlich also genauso wie meine Hobbies oberflächlich betrachtet, da es Schützenschwestern gibt und Seglerinnen und......sagt sie mit Bestimmtheit. Das ist eine Weise der Betrachtungsmöglichkeit. Es muss aber noch mehr geben. Sicher meine Mutter wollte eine Tochter, ich habe fast nur mit Mädchen gespielt, aber das kann auch nicht die alleinige Ursache dafür sein, dass ich als Kind schon immer den eigenen Wusch auch hatte Mädchen sein zu wollen und später dann auch Frau. Die gesellschaftlichen Verhältnisse vor 40 /50 Jahren, ich bin heute 59, waren nicht so, dass die Fragestellung ein Thema gewesen wäre, über das man mit irgend jemandem hätte reden können. Trotz aller männlicher Sozialisation hatte ich immer Schwierigkeiten, männlichen Normen zu genügen bzw. mich diesen Normen unterzuordnen. Ich habe auch eine Frau gefunden, die mich wegen meiner weiblichen Seiten anziehend fand und eine Familie mit Kindern gegründet. Trotzdem war immer mehr oder weniger im Hintergrund der andere Wunsch vorhanden und das eine oder andere feminine Kleidungsstück befand sich in meinem Zugriff. Das spielt dann immer der Kopf eine Rolle, wenn es um Gefühle und eben auch Einbildungen geht oder besser Vorstellungen von dem geht, was man gerne sein möchte, aber in der Realität nicht sein kann, zumindest nicht ohne weiteres. Da muss es irgend etwas geben, das diese Gefühle steuert und erst möglich macht, eine Triebfeder sozusagen für unser nicht angepasstes Verhalten. Und wie plötzlich und mit welcher Vehemenz das passieren kann, habe ich erlebt, als meine beiden Söhne dann von zu Hause fort waren und ich wieder Zeit hatte, etwas mehr über mich nachzudenken. Wie ein Schalter war das vor einem Jahr , der umgelegt wurde. Seitdem fühle ich mich irgendwie nicht mehr der männlichen Seite zugehörig, ohne dass ich das Ziel wohl jemals erreichen kann wegen der famliären Bildungenu und den sonstigen daraus erwachsenden Folgen privater und wirtschaftlicher Art. Nein als Einbildung kann ich das nicht mehr bezeichnen, wie sich Ulrike-Marisa in mein Leben eingefügt hat. Das muss mehr sein, was aber weiss ich nicht und kann wohl auch kaum auf Klärung hoffen. So lebe ich die Frau in mir in meinen Freiräumen aus und das ist auch gut so, denn meine Frau mag ich weiterhin und wir leben eigentlich glücklich zusammen. Jeder muss da seinen Weg finden, da gibt es kein Patentrezept.
Liebe Grüße, Ulrike-Marisa