Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote
Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Antworten
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27022
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 181 Mal
Danksagung erhalten: 2020 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Aus dem Bundestag:
Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote
Rechtsausschuss/Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Anhörung)
Eine deutliche Mehrheit der eingeladenen Experten hat sich für die Einführung einer Frauenquote ausgesprochen. Dies wurde am Mittwochnachmittag bei einer Anhörung des Rechtsausschusses und des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend deutlich. Privatdozentin Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung wies darauf hin, es gebe kaum Veränderungen in der "massiven Unterrepräsentanz" von Frauen in den Spitzengremien großer Unternehmen in Deutschland. Anfang 2011 habe der Frauenanteil in den Vorständen der Top-200-Unternehmen bei 3,2 Prozente und in den Aufsichtsträten bei 10,6 Prozent gelegen. Neben einem anhaltend extrem geringen Anteil von Frauen in den Top-Gremien großer Unternehmen deute vieles auf verfestigte Strukturen und eine "erhebliche Resistenz gegen Veränderungen" hin.

Jutta Freifrau von Falkenhausen, Vize-Präsidentin der Initiative "Frauen in die Aufsichtsräte", machte darauf aufmerksam, dass auch zehn Jahre nach der Vereinbarung der Bundesregierung mit den Spitzenverbänden der Deutschen Wirtschaft freiwillige Maßnahmen offenbar nicht zum Erfolg führten. Vor diesem Hintergrund seien die Initiativen aus der parlamentarischen Opposition nur zu begrüßen. Für eine Frauenquote sprach sich ebenfalls Professorin Silke Ruth Laskowski von der Universität Kassel aus. Eine solche Quote verstoße nicht gegen das Grundgesetz. Professorin Heide Pfarr, Mitglied der Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung, setzte sich mit dem Argument auseinander, dass manche Frauen keine Quotenfrau sein wollen. Die Sachverständige stellte fest, dass die Gesellschaft eine Frauenquote brauche.

"Solange sich nichts in den Köpfen ändert, brauchen wir eine Quote", war Professorin Marlene Schmidt vom Deutschen Juristinnenbund e.V. überzeugt. Professorin Ute Sacksofsky, die den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main innehat, meinte, Frauen seien in Führungspositionen in der Wirtschaft in Deutschland bei weitem unterrepräsentiert. Dies habe sich in den letzten Jahrzehnten kaum geändert. Dies sei "fast peinlich", so das Fazit der Expertin.

Gegen die vorliegenden Initiativen sprachen sich drei Sachverständige aus. Angelika Dammann, Vorstandsmitglied Personal beim Software-Unternehmen SAP AG, sagte, die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote stelle kein geeignetes Mittel dar, um das Problem der nicht ausreichenden Repräsentanz von Frauen in höchsten Führungsgremien zu lösen. Dazu bedürfe es eines breiten und längerfristig angelegten Maßnahmenpaketes, zu dem sich Unternehmen und Politik gleichermaßen verpflichten müssten. Eine Quote, die auf kurzfristige Änderungen in den kommenden Jahren abziele, greife daher zu kurz und werde nicht ohne Qualitätseinbußen erfüllbar sein.

Professor Heribert Hirte von der Universität Hamburg sagte, ganz wesentlich sei die fehlende Verfügbarkeit geeigneter Bewerberinnern, die in ausreichendem Maß nicht vorhanden seien. Diese lasse sich mit einer gesetzlichen Quote nicht lösen. Yvonne Beiertz, Personalberaterin bei Spencer Stuart Associates GmbH aus Frankfurt am Main, kam zu dem Resümee, dass unter den bisher herrschenden Bedingungen Frauenanteile im vorgesehenen Umfang und Zeitrahmen kaum erreichbar seien. Als Voraussetzung für eine schnellere Entwicklung müssten zum einen diese Gremien mit qualifizierten Frauen durchlässiger besetzt werden. Zum anderen müssten wesentlich mehr Frauen eine Karriere machen, die sie für Führungs- und Aufsichtsgremien qualifiziert. Eine Änderung bestehender Gesetze zur Einführung der Frauenquote sei nicht erforderlich.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen fordern eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent in den Aufsichtsräten von börsennotierten und der Mitbestimmung unterliegenden Unternehmen (17/4683, 17/3296). Auch die Fraktion Die Linke hat sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit ausgesprochen (17/4842).
Bianca D.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3048
Registriert: Fr 1. Mai 2009, 18:02
Geschlecht: weibl.
Pronomen:
Wohnort (Name): Schacht Audorf
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 2 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

cpg hat geschrieben:
Professor Heribert Hirte von der Universität Hamburg sagte, ganz wesentlich sei die fehlende Verfügbarkeit geeigneter Bewerberinnern, die in ausreichendem Maß nicht vorhanden seien. Diese lasse sich mit einer gesetzlichen Quote nicht lösen. Yvonne Beiertz, Personalberaterin bei Spencer Stuart Associates GmbH aus Frankfurt am Main, kam zu dem Resümee, dass unter den bisher herrschenden Bedingungen Frauenanteile im vorgesehenen Umfang und Zeitrahmen kaum erreichbar seien. Als Voraussetzung für eine schnellere Entwicklung müssten zum einen diese Gremien mit qualifizierten Frauen durchlässiger besetzt werden. Zum anderen müssten wesentlich mehr Frauen eine Karriere machen, die sie für Führungs- und Aufsichtsgremien qualifiziert. Eine Änderung bestehender Gesetze zur Einführung der Frauenquote sei nicht erforderlich.
.
Hallöchen,

Ich halte es auch mit dem Prof aus HH.Was nützt die Quote,wenn es nicht genug Bewerberinnen für solche Posten gibt?Ich seh es doch bei uns im Konzern.Da gibt es auch nur ganz wenige,die dafür
geeignet wären.Aber vielleicht bin ich ja bald eine Quotenfrau im handwerklichen Bereich :lol: :lol:

Gruß Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Cybill
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2462
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Falkensee
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 8 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 3 im Thema

Beitrag von Cybill »

Langsam mag ich es nicht mehr lesen: FRAUENQUOTE.

Vielleicht überlegen diese einseitig gebildeten Champagner-Feministinnen mal, weshalb Männchen und Weibchen der Gattung "Homo Sapiens Sapiens" (das zweite Sapiens ist in einigen Fällen mit Einschränklung gültig) auf diesem Planeten herumlaufen?

Nur der Vollständigkeit halber die Antwort ist: Erhaltung der Art.

Dummerweise hat diese Gattung so weitreichende kognitive Fähigkeiten entwickelt, dass beide Gender über ihre geschlechtlichen Grenzen hinaus Tätigekeiten übernehmen können. Das passt leider nicht zu den Aufgaben, die uns die Natur zugedacht hat: Frauen bekommen und erziehen Kinder, gehen sammeln, und Männer gehen jagen. Falls jetzt da jemand einen gewissen Zusammenhang zwischen dem Verhalten von (Karriere)Frauen im Alter von 30+ und der Unterrepräsentation von Frauen in Führungsetagen sieht, liegt er/sie richtig.

Natürlich ist es "bescheuert" dass besser qualifizierte Frauen für irgendwelche Gockel Platz machen müssen!
Aber für jedes Unternehmen ist eine Mitarbeiterin im karriereträchtigen Alter immer mit der Unsicherheit des Durchbrechens des Arterhaltungsprogrammes behaftet. Die Bereiche in welchen Frauenquoten per Erlass durchgesetzt werden, haben extreme finanzielle Probleme (siehe Polizei und anderer öffentlicher Dienst.).

Die Forderung nach einer Frauenquote ist damit genauso wirksam, wie ein Gesetz, dass den Klimawandel verbietet.

Das mag sich alles antifeministisch lesen, aber man / Frau bedenke bitte: So lange ist unser Höhlendasein noch nicht her und genetische Programme lassen sich nunmal kaum unterbinden.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
ExuserIn-2022-05-28
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 668
Registriert: Sa 1. Mai 2010, 18:43
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Iserlohn
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hallo zusammen,

man sollte die Frauenquote in der bestehenden Form abschaffen und durch eine andere Reglung ersetzen.

Zur Zeit sehe ich nämlich folgendes Problem: Wir haben zwei Familien. In der Ersten arbeitet der Mann , die Frau bewirbt sich zusammen mit dem Mann der Familie 2 um einen Job und die Frau in der Familie 2 kümmert sich um den Nachwuchs. Durch die Frauenquote wird nun die Frau von Familie 1 bervorzuugt (bei gleicher Qualifikation) Fazit : Familie 1 schwimmt im Geld und Familie 2 bekommt Harz4.

Mein Vorschlag für eine vernünftige Regelung : Bei gleicher Qualifikation erhält unabhängig vom Geschlecht der- oder diejenige den Job, der/die nach Jobaufnahme Alleinverdiener in der Familie ist.
Fazit : Weniger Harz4 Familien und mehr Familien, in den die Kinder einen Ansprechpartner haben weil einer zu hause ist.

Ich fürchte nur, dass unsere Politiker hierzu nicht genügend Grips haben.

Viele Grüsse Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4340
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 155 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich würde es begrüßen, wenn nicht ständig darüber debattiert werden würde, als hanldle es sich um eine Einbahnstraße. Ich halte es genauso wichtig, dass Männer auch stärker in den traditionellen Frauenberufen vertreten werden würde. Obwohl da auch genau so diskriminiert wird, wird dieses Problem totgeschwiegen.
exuser-12-02-2013-2

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 6 im Thema

Beitrag von exuser-12-02-2013-2 »

Eine Frauenquote bedeutet nicht nur, dass Frauen von vornherein Männern gegenüber bevorteiligt sind, sondern eben auch, dass man Frauen bevorzugt, OBWOHL es für offene Plätze leistungsstärkere männliche Bewerber gibt. Genauso problematisch wie bei der affirmative action in den USA, wo es eine Afroamerikanerquote gibt.
Sabrina Verena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2143
Registriert: Sa 11. Aug 2012, 23:58
Geschlecht: genderfluid
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Rechts vom Neckar
Hat sich bedankt: 141 Mal
Danksagung erhalten: 206 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 7 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Die Tatsache, das über Quoten diskuttiert wird, ergibt sich daraus, dass Gleichberechtigung alles andere als selbstverständlich ist.
Leider ist es aber auch so, dass in manchen Organisationen die Frauen keine Verantwortung übernehmen wollen und durch die Quote gezwungen werden.
Im NABU ist man froh, wenn Frauen ein Vereinsamt übernehmen wollen. Bei den Grünen bräuchte man hingegen eine Männerquote.
Liebe Grüße
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3709
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 85 Mal
Danksagung erhalten: 89 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 8 im Thema

Beitrag von conny »

die befürwortenden frauen bedenken nicht, was nach einführung einer frauenqoute wäre. wer würde dann noch uneingeschränkt anerkennen, dass eine frau aufgrund ihrer qualifikation eine hohe position erreicht hat?
die quote würede den frauen einen bärendienst erweisen!

lg
conny
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 19 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 9 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Eine Frauenquote halte ich dann für unsinnig oder fehl am Platz, wenn sie über andere Auswahlkriterien für eine Funktion oder ein Amt gestellt wird. Bekommen dagegen von mehreren sonst etwa gleichwertigen Bewerbern diejenigen den Vorzug, dessen Geschlecht an der betreffenden Stelle bisher unterrepräsentiert ist, finde ich das voll in Ordnung.
Anders ausgedrückt: Frauenquote ja, aber nur als Empfehlung, nicht als Vorschrift!
Nur an Stellen, wo es speziell um die Belange von Frauen geht und den Betreffenden allein durch ihre Geschlechtszugehörigkeit eine höhere Kompetenz zugesprochen wird, halte ich entsprechende gesetzliche Vorgaben für sinnvoll.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3709
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 85 Mal
Danksagung erhalten: 89 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrheit der Expertinnen fordert eine Frauenquote

Post 10 im Thema

Beitrag von conny »

Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
Nur an Stellen, wo es speziell um die Belange von Frauen geht und den Betreffenden allein durch ihre Geschlechtszugehörigkeit eine höhere Kompetenz zugesprochen wird, halte ich entsprechende gesetzliche Vorgaben für sinnvoll.
aber ich denke, dass sie da dann auch nicht notwendig sind.
Antworten

Zurück zu „Politik - Initiativen - Forderungen“