Andrea — meine Erlebnisse
Andrea — meine Erlebnisse - # 4

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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conny
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 46 im Thema

Beitrag von conny »

hallo andrea,

du schriebst, dass du langfristig um ein outing nicht herumkommen wirst, die betonung liegt auf langfristig.
das sehe ich auch so, denn ich glaube, dass eine tochter mit 13 jahren möglichst noch einen "richtigen" vater braucht, oder?

lg
conny
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 47 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
2.2.2013
Heute nun war es soweit. Nachdem ich vor zwei Wochen beim "Opernfrühstück" in das neue Stück am Chemnitzer Opernhaus eingeführt wurde, sollte heute die Premiere sein. Ich trug dazu mein bekanntes Theateroutfit: langer weinroter Rock, transparente blaue Bluse, schwarze Sandaletten (hier eine älteres Bild dazu: gallery/image_page.php?album_id=677&image_id=5987) Für die Fahrt nach Chemnitz und zurück hatte ich mir aber einen alltagstauglicheren Rock und Stiefel angezogen und diese dann vor Ort gewechselt. Eine Erkältung, mit der ich die vergangene Woche zu kämpfen hatte, war zum Glück so gut wie überstanden, nur war ich mir nicht ganz sicher, wie sich meine noch leicht angekratzte Stimme auf mein Passing auswirkt.
Ich hatte mir diesmal etwas mehr Zeit zum Anziehen und Schminken genommen, war aber trotzdem nicht eher fertig. Meinen Zug nach Chemnitz erreichte ich, wie schon oft in der Vergangenheit, wieder auf die letzte Minute. Dann auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof herrschte Ausnahmezustand: Riesiges Polizeiaufgebot offensichtlich wegen eines Fußballspiels. Ich wurde aber ohne Probleme durchgelassen; ich machte wohl einen vertrauenerweckenden Eindruck.
Im Opernhaus konnte ich feststellen, dass ich als Andrea bei meinem vierten Besuch dort keine Unbekannte mehr bin. Die Frau am Einlass sagte nur: "Guten Abend, Sie kennen sich ja hier schon aus", nachdem sie meinen Vorgängern noch Hinweise zu deren Plätzen und zur Garderobe gab.
Ich hatte noch etwas Zeit, bis die Vorstellung begann und schlenderte ein wenig durch das Opernhaus. Dabei stellte ich erfreut fest, dass die Besucherinnen des Premierenabends ein ganzes Stück festlicher gekleidet waren als bei "normalen" Aufführungen. Lange Kleider oder Röcke, wie ich sie oft trug und von denen ich sonst an gleicher Stelle höchstens 2 oder 3 zählte, waren diesmal deutlich häufiger zu sehen. Ich bin gar nicht mehr zum Zählen gekommen, 20 Damen waren es auf jeden Fall, eine davon saß später direkt neben mir.
Gespielt wurde mit "Vasco de Gama" von Giacomo Meyerbeer ein echtes Mammutwerk der französischen Grand Opéra: Über 5-½ Stunden (einschließlich 2 Pausen und Schlussapplaus) ging die ganze Veranstaltung und war fast ausverkauft.
In Opernführern werdet ihr das Werk vergeblich suchen. Das hat mit dessen ungewöhnlicher Entstehungsgeschichte zu tun: Bereits 1837 gab es erste Pläne, eine Oper unter dem Titel "Die Afrikanerin" in Paris aufzuführen. Diese Pläne wurden mehrmals verworfen und wieder neu aufgenommen, bis 1864 kurz vor Beginn der Proben der Komponist starb. Die Uraufführung fand ein Jahr später trotzdem statt, ohne allerdings seine letzten Änderungswünsche (u.a. den Titel) zu berücksichtigen. So ging das Werk als "Die Afrikanerin" in die Operngeschichte ein. Für Interessenten hier näheres zur Handlung: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Afrikanerin
Erst fast 150 Jahre später wurde das Werk in Chemnitz erstmals so aufgeführt, wie es Meyerbeer vorschwebte, eben auch unter dem Titel "Vasco de Gama", benannt nach dem portugiesischen Seefahrer, der den Seeweg nach Indien entdeckte, was irgendwie besser zur Handlung passt.
Wenn ich sonst rein musikalisch italienische Opern vorziehe, so war diese besondere Vorstellung doch ein Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde. Das Stück schien auch bei den anderen Besuchern gut angekommen zu sein. Es gab auch wieder einen kleinen Beitrag zum Crossdressing: In einer der für französische Opern üblichen Ballettszenen trug ein Tänzer, genauso wie seine Partnerin, einen weiten wadenlangen Rock.
Nach der Vorstellung, es war schon fast Mitternacht, fand im Foyer noch eine Premierenfeier statt. Dort gab es noch einmal die Möglichkeit, mit den Mitwirkenden der Aufführung ins Gespräch zu kommen. Die meisten kenne ich gar nicht, aber den Regisseur habe ich vom Opernfrühstück gleich wiedererkannt. Er konnte sich offensichtlich vor lauter Glückwünschen und Danksagungen kaum retten. Ich habe mich dann auch noch persönlich bedankt und die Hoffnung geäußert, er möge doch bald wieder ein so interessantes und ausgefallenes Stück auf die Bühne bringen. Er werde sehen, was sich machen lässt, war seine kurze Antwort.
Ich unterhielt mich noch etwas mit einem Pärchen, etwa meine Altersgruppe, dem die Vorstellung auch sehr gut gefallen hatte. Während dieses längeren Gesprächs konnte ich, trotz meiner noch leicht angekratzten Stimme, einmal mehr keine Reaktion zu meiner Person beobachten und blieb so wieder im Unklaren, ob die vielleicht etwas gemerkt haben.
Ich weiß nicht, wie lange die Premierenfeier noch ging, denn ich hatte mich nach etwa 20 Minuten zurückgezogen, um den letzten Zug nach Hause noch zu erreichen. Im Gegensatz zu meiner Ankunft am Nachmittag war der Chemnitzer Hauptbahnhof jetzt wie ausgestorben. Kurzzeitig stellte ich mir die bange Frage, ob nicht doch in irgendeiner Ecke zwielichtige Gestalten lauerten, aber nichts davon war zu sehen. So blieb es bei einem schönen unvergessenen Opernabend.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
ExuserIn-2015-02-14

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 48 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2015-02-14 »

Hallo, Andrea!

Laut Deinem ausführlichen Erlebnisbericht verbrachtest Du einen extravaganten Samstagabend. Offensichtlich fühltest Du Dich absolut souverän als Andrea in der Oper. Weiterhin noch schöne und erlebnisreiche Opernabende wünscht Dir
Deborah L.
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 49 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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1.3.2013
Endlich konnte ich wieder einmal Andrea sein! Das Crossdressertreffen in Chemnitz stand auf dem Plan. Wie üblich, habe ich mich nach der Arbeit wieder im Zweithaarstudio Simone in Andrea verwandelt und schminken lassen. Ich trug wegen der noch winterlichen Temperaturen mein beiges Strickkleid, anthrazitfarbene Strumpfhosen, schwarze Stiefel und darüber meinen cremefarbenen Anorak. Ein Foto davon habe ich in meine Galerie gestellt: gallery/image_page.php?album_id=677&image_id=6798
Als Besonderheit traf ich mich diesmal zuerst mit zwei Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die hier im Forum Interessenten für ein Interview über Crossdressing gesucht hatten. Die Betreiber vom different people, dem Chemnitzer CD-Treffpunkt, waren so freundlich, uns bereits eine Stunde früher reinzulassen. So konnten wir das Interview durchführen, bevor die anderen "Damen" eintrafen.
Ich war natürlich sehr gespannt, was für Fragen da auf mich zukommen würden. Mario, der hier im Forum angemeldet ist und seine Kommilitonin Christina waren aber offensichtlich noch aufgeregter, da es deren erstes Interview dieser Art war. Brisante oder besonders tief bohrende Fragen blieben allerdings aus. Es ging vor allem um meinen Werdegang, wie ich heute als Crossdresser lebe, besondere Erlebnisse und meine Ziele und Wünsche für die Zukunft. Gut, das alles wäre auch im Forum nachzulesen gewesen, aber ein persönliches Gespräch ist eben doch etwas anderes. Beeindruckt waren die Studenten insbesondere von der konsequenten Trennung meiner männlichen und weiblichen Seite. Sie hatten wohl eher erwartet, dass ich komplett als Frau lebe.
Nach etwa 75 Minuten hatten Mario und Christina offenbar genug Informationen für ihre Studienarbeit gesammelt. Inzwischen waren schon einige andere "Damen" eingetroffen. Das gab noch die Gelegenheit für einige weitere Gespräche "außer Konkurrenz". Gegen 20 Uhr verließen die uns die Studenten. Sie sagten mir zu, das Ergebnis ihrer Arbeit, zumindest den Teil ums Crossdressing, später im Forum vorzustellen.
Das eigentliche Thema des Abends hieß Stylingberatung. Es war wie eine kleine Messe aufgebaut. Mehrere Firmen oder Privatpersonen stellten ihre Produkte rund ums Crossdressing vor:
"¢ ein Perückenladen aus Chemnitz (nicht der, wo ich mich schminken ließ)
"¢ ein Studio für Haarentfernung mittels IPL, auch aus Chemnitz
"¢ Melli Wonder aus Erfurt (leider nur im Männermodus) mit ihren Transwonder
"¢ ein Laden für Bekleidung (mehr Fetisch) aus Franken
Am ehesten käme für mich das mit der Haarentfernung in Frage, das muss ich mir noch mal überlegen.
So viele Leute habe ich noch nie im different people gesehen! Mit den bis zu 15 Crossdressern, die in der Regel zum Treffen kommen, sind die Räume schon nahe an der Kapazitätsgrenze. Verständlich, dass es durch die zahlreichen Gäste an diesem Abend zuging wie in einem Bienenstock.
Leider ging der Abend viel zu schnell zu Ende. Zu Hause hatte ich wieder das Problem, mich unbemerkt von meiner Tochter zurückzuverwandeln. Diesmal nutzte ich dazu einen Abstellraum gleich neben dem Hintereingang des Hauses.
Wie gesagt, dieser Andrea-Tag war nur kurz. Das ließ natürlich nach der längeren Pause vorher gleich wieder die Lust auf mehr hochkommen. Mal sehen, was sich da machen lässt.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Anne-Mette
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 50 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,

Deine Berichte sind sehr schön und informativ geschrieben; danke dafür (smili)

Herzliche Grüße
Anne-Mette
ChristinaF
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 51 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Hallo Andrea,

deine Berichte sind wirklich von einer ganz eigenen natürlichen Art und so klasse geschrieben, das ich sie mir nie entgehen lasse. Du beschreibst dein Frau-sein so ungezwungen - auch das Drumherum - , das man sich mitten drinnen fühlen kann.
Und nebenbei, siehst du auch im Outfit für Oper sehr gut aus.
LG
Chrissie
Inga
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 52 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Andrea,

Chrissie hat mir die Worte quasi aus dem Mund gen ommen. Deine Berichte sind so gut geschrieben und informativ obendrein. Ich lese sie immer wieder gerne und freue mich über jede Fortsetzung der "unendlichen Geschichte".

Ich glaube, du machst uns noch alle zu Opernfans!

Liebe Grüße
Inga
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 53 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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Inga hat geschrieben:Ich glaube, du machst uns noch alle zu Opernfans!
Sollte jemand schon so weit sein oder kurz davorstehen, möchte ich hier mal an mein Angebot erinnern, im Rahmen unseres Forumtreffens am 10. Mai eine Aufführung von "Der fliegende Holländer" zu besuchen. Das Angebot steht noch, allzu lange möchte ich aber mit der Kartenbestellung nicht warten. Hier mein Beitrag zur Erinnerung: viewtopic.php?f=28&t=5935#p65353
Ansonsten vielen Dank allen für die anerkennenden Worte!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 54 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
23.3.2013
Auf diesen Tag hatte ich mich schon lange gefreut, es sollte seit langem mal wieder ein kompletter Andrea-Tag werden. Schon Tage vorher stand ich vor der bangen Frage: Was soll ich bei dem derzeitigen winterlichen Frühlingswetter bloß anziehen? Ideal wäre eins meiner Strickkleider gewesen, aber die hatte ich in den vergangenen Wochen schon oft an. So habe ich bereits am Vortag in meinem noch sehr bescheidenen Kleiderschrank nach etwas Abwechselung gesucht und bin bei einem wadenlangen braunen Stufenrock hängengeblieben. Meine schwarzen Stiefel und die blau-grün-weiß gemusterte Bluse passten ganz gut dazu und für draußen mein cremefarbener Anorak darüber.
Ich bin gegen 6 Uhr aufgestanden, habe mich geschminkt und bin dann als Andrea Brötchen holen gegangen. Dabei sind mir gleich drei Bekannte über den Weg gelaufen, was ich inzwischen gelassen sehe. Nur diesmal hat mich eine Frau beim Bäcker auch sprechen gehört. Ich kenne sie aber nur vom Sehen und hoffe, dass ihr meine Stimme nicht so geläufig ist.
Nach dem Frühstück habe ich mich auf den Weg nach Dresden gemacht. Ich hatte mich mit Flodur (hier aus dem Forum) in seinem Laden verabredet. Ein richtiger Laden war es zwar nicht mehr, da er sein Geschäft aufgibt und nur noch ein kleiner Rest an Mobiliar vorhanden war, aber es reichte, um uns, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, zu unterhalten.
Es zeigte sich, dass wir unsere Liebe zu Frauenkleidung zwar auf ganz unterschiedlich Art und Weise ausleben (er deutlich als Mann erkennbar, ich möglichst perfekt als Frau geschminkt), darüber hinaus aber auch viele Gemeinsamkeiten besitzen. Jetzt stand natürlich auch die Frage, inwiefern wir gemeinsam draußen etwas unternehmen. Gerade in letzter Zeit zeigten doch einige Diskussionen hier im Forum, dass es zwischen den verschiedenen CD-Fraktionen zum Teil erheblich Berührungsängste gibt. So hatte auch ich Bedenken, mich mit jemandem in der Öffentlichkeit zu zeigen, dessen auffälliges äußeres Erscheinungsbild auch mich im Blickpunkt stehen lässt. Mein Passing würde so auf eine harte Probe gestellt.
Um es vorweg zu nehmen: Es war weit weniger schlimm als ich dachte. Gelegentliche Blicke von Passanten gab es, aber das war"™s dann schon und ich weiß natürlich nicht, ob die nur dem "Mann im Rock" galten oder ob einigen auch auffiel, dass an der "Dame" daneben etwas nicht stimmte.
Wir hatten beschlossen gemeinsam Mittag zu essen, und fuhren dazu in ein kleines Gasthaus in einem Vorort von Dresden. Die noch freien Tische, die wir vorfanden, waren alle reserviert. Wir fanden noch Platz an einem Tisch, wo bereits ein älterer Herr saß. Nach und nach füllten sich auch die reservierten Plätze. Wie sich herausstellte ist dieses Haus fast immer gut besucht und oft geht ohne Reservierung gar nichts. Da hatten wir noch Glück gehabt!
In diesem vollen Haus dauerte es etwas länger, bis jeder sein Essen bekam. Wir hatten dadurch die Gelegenheit, uns mit dem Herrn an unserem Tisch ausgiebig zu unterhalten. Bezüglich unseres Andersseins hatte er sich nichts anmerken lassen. CD-Themen, über die ich mich mit Flodur gern noch ausgetauscht hätte, sind dabei allerdings ausgespart worden. Es hätte mich natürlich hier besonders interessiert, wie unser Tischnachbar wirklich über uns "Exoten" gedacht hat.
Wenn ich richtig gesehen habe, waren wir die einzigen Gäste, die Röcke trugen. Ansonsten trugen nur die beiden Kellnerinnen klassische Damenkleidung. Nachdem wir gegessen und die Rechnung bezahlt hatten, machte Flodur noch ein Foto von mir an dem Brunnen vor dem Gasthaus. Ich habe es in meine Galerie gestellt: gallery/image_page.php?album_id=677&image_id=6910 Danach verabschiedeten wir uns.
Wenn ich ein kurzes Fazit dieses etwas heiklen Treffens ziehen darf: Es ist mir nach wie vor unangenehm, wenn durch Auffälligkeiten in meinem Umfeld die Aufmerksamkeit auch auf mich gelenkt wird. Wenn sich so eine Situation aber nicht vermeiden lässt, dann ist es eben so. Für mich ist jedenfalls die Welt nicht untergegangen. Dies nur mal zur Beruhigung für diejenigen, die sich diesbezüglich wegen dem Forumstreffen im Mai Sorgen machen.
Ich bin danach mit der Straßenbahn wieder in die Innenstadt gefahren. Auf meinem Plan stand ein Besuch des Dresdner Stadtmuseums. An der Kasse wurde ich gefragt, ob ich mir im gleichen Gebäude auch die Städtische Galerie ansehen möchte. Klar, wenn ich einmal hier bin! Nachdem ich dann das Kombiticket für beide Ausstellungen in der Hand hielt, fragte mich die Kassiererin noch, ob ich auch genügend Zeit mitgebracht hätte, da sich die Ausstellungen auf vier Etagen verteilen. Natürlich hatte ich Zeit, anderenfalls wäre es ohnehin zu spät gewesen.
Etwa drei Stunden habe ich gebraucht für zwei Etagen Ausstellungen zur Stadtgeschichte und eine Etage Galerie. Eine weitere Etage war wegen Aufbau von zwei neuen Sonderausstellungen gerade gesperrt. Im Gegensatz zu dem Gasthaus von heute Mittag traf ich hier nur sehr wenige Besucher an. Die im Stadtmuseum hätte ich an einer Hand abzählen können, in der Galerie waren es wohl auch nicht mehr. In einer Sonderausstellung in der Galerie lagen Zettel aus, auf denen die Besucher anonym ihre Meinung kundtun konnten. Entgegen meiner Gewohnheit habe ich mich daran beteiligt, weil es nur um zwei Fragen ging, die per Kreuz an der richtigen Stelle zu beantworten waren. Und dann wurde noch nach Altersgruppe und Geschlecht gefragt. Das erste war ja eindeutig, aber beim Geschlecht? Meinten die das gefühlte oder das biologisch echte? Ich habe das gefühlte angekreuzt, weil ich in der biologisch echten Rolle wahrscheinlich nie hierher gekommen wäre.
Nachdem ich zwei Mal die Zeit überschritten hatte, blieb mir für den letzten Tagesordnungspunkt, einen Einkaufsbummel durch Altmarktgalerie und Prager Straße, nur noch eine reichliche Stunde. Für das, wonach ich Ausschau halten wollte, einen Hosenanzug oder ein Kostüm im Business-Stil, eventuell auch alle drei Teile (Blazer, Hose und Rock) zueinander passend, war das definitiv zu wenig Zeit. Ich fand nur einen einzigen Hosenanzug, der mir gefiel und mit dem ich in die Umkleidekabine ging. Aber den Blazer gab es nur bis Größe 42 und das war noch eine Nummer zu klein. Die Hose dazu passte auch nicht richtig und knielange enge Röcke für ein Businesskostüm scheinen derzeit völlig aus der Mode zu sein.
Nebenbei hatte ich noch Ausschau nach einer einfarbigen Bluse gehalten, um für meine bunten Sommerröcke, die ich hoffentlich bald wieder anziehen kann, noch ein passendes Oberteil zu haben. Gleich im ersten Laden sah ich auch etwas Schönes in Himmelblau, habe aber nicht gleich zugeschlagen und noch nicht einmal anprobiert, da ich nicht wissen konnte, dass ich in den anderen Läden nur bunte Sachen vorfand. Ich hätte wohl lieber nach einfarbigen Röcken schauen sollen, denn bunte Blusen habe ich auch schon einige. Als ich dann langsam an die Heimfahrt denken musste, hatte ich keine Lust, noch einmal wegen der blauen Bluse in den ersten Laden zurückzugehen.
So musste ich ohne Einkaufserfolg die Heimreise antreten. Das Stöbern in den Damenmodegeschäften hat aber trotzdem Spaß gemacht, deshalb mein Fazit: Es war wieder ein schöner Andrea-Tag, nur das Tüpfelchen auf dem I fehlte.
Zuletzt geändert von Andrea aus Sachsen am Mo 25. Mär 2013, 19:51, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Anne-Mette
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 55 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wieder mal ein sehr schöner Bericht ---))) (flo) ---)))
Es ist mir nach wie vor unangenehm, wenn durch Auffälligkeiten in meinem Umfeld die Aufmerksamkeit auch auf mich gelenkt wird.
Das macht mich allerdings nachdenklich und erinnert mich ein wenig an unsere (meine) Verantwortung für unser Umfeld. Man(n) lebt eben nicht für sich allein )))(:

Gruß aus dem kalten Norden
Anne-Mette
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 56 im Thema

Beitrag von Flodur »

Hallo Andrea,
obwohl ich sofort nach deinem Besuch den Erlebnisbeitrag über deinen Besuch bei mir gesucht habe, habe ich ihn erst heute entdeckt.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:Ich hatte mich mit Flodur (hier aus dem Forum) ... verabredet. [...]
Es zeigte sich, dass wir unsere Liebe zu Frauenkleidung zwar auf ganz unterschiedlich Art und Weise ausleben (er deutlich als Mann erkennbar, ich möglichst perfekt als Frau geschminkt), darüber hinaus aber auch viele Gemeinsamkeiten besitzen.
Das fiel mir auch auf!
Unsere Biographien sind (natürlich) auch sehr unterschiedlich, aber wir scheinen von ähnlichen Gefühlen an bestimmten Punkten unseres Lebens zu ähnlichen Entscheidungen gelenkt worden zu sein.

Liebe Grüße, Flodur
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 57 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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5.4.2013
Wie schnell doch wieder ein Monat um ist! Heute war wieder Crossdressertreffen im different people in Chemnitz. Für mich gehört das nicht mehr zu den Top-Veranstaltungen. Am schönsten finde ich es doch, wenn ich meine Andrea-Tage allein nach meinen Wünschen gestalten kann. Zur Abwechselung ist es aber auch immer mal schön, sich mit anderen auszutauschen und da ich in den nächsten Wochen anderweitig ausgebucht bin, ging ich also noch mal hin.
Das bedeutete wieder die übliche Prozedur: Im Zweithaarstudio Simone umziehen und schminken lassen, anschließend die Tasche mit meinen Männersachen im Bahnhofsschließfach deponiert. Mein Outfit sollte diesmal etwas frühlingshafter ausfallen, auch wenn das Wetter da noch nicht mitspielte: Zu meiner blau-grün-weiß gemusterte Bluse trug ich einen kurzen schwarzen Rock, blickdichte schwarze Strumpfhose, Wildlederstiefeletten und darüber meinen cremefarbenen Anorak.
Vor dem Treffen blieb noch Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel und den begann ich bei Deichmann. Wie üblich, hielt ich Ausschau nach den XXL-Kartons, fand aber nur 3 Stück. Das einzige, was mir davon gefiel, waren ein Paar weiße Sandaletten. Beim Anprobieren fiel mir wieder ein, dass ich Sandaletten eine Nummer kleiner nehmen muss, weil sonst die Sohle vorn die Zehen fast 2cm überragt. In Größe 42 war die Auswahl natürlich viel größer und ich habe mich für ein Paar schwarze Sandaletten mit kleinem 5-cm-Absatz entschieden. Die ursprünglich probierten weißen gab es zwar auch in der "42", ab dort kam ich nicht bis vorn rein.
Gleich gegenüber in der Galeria Kaufhof steuerte ich zunächst die Kosmetikabteilung an. Ich kaufte mir einen neuen Lippenstift, weil der alte abgebrochen war und gleich noch einen zweiten in etwas anderem Farbton. In der Schmuckabteilung kamen noch ein Paar goldene Ohrringe (bei 4,95€ sind die sicher nicht echt) und einen hellbraunen Schal dazu.
Damit war es eigentlich an der Zeit, zum CD-Treffen zu gehen. Ich hatte mich aber doch noch zu einem kurzen Abstecher in die Damenmodeabteilung entschlossen. Gleich an einem der ersten Ständer fielen mir schwarze Hosen und dazu passende Blazer auf. Danach hatte ich in der Vergangenheit schon oft gesucht, aber nie war etwas Passendes dabei. Auf einen Fehlversuch mehr oder weniger kam es also nicht an, zumal beim Blazer meine bevorzugte Größe (44) nicht vorrätig war. Also nahm ich zwei Blazer (Größe 42 und 46) und zwei Hosen (Größe 38 und 40) mit in die Kabine.
Wie doch die Größen unterschiedlich ausfallen: Diesmal passte der 42er Blazer, aber es kam noch besser, auch die 40er Hose passte hervorragend! Ich nutzte die Gelegenheit in der Kabine noch für kleine Makeup-Korrekturen, bevor ich an die Kasse zum Bezahlen ging. Ich glaube, das war mein bisher ergiebigster Einkaufstag als Andrea, auch oder gerade weil er nur reichlich 90 Minuten dauerte. Ich werde natürlich ein Foto nachreichen, wenn ich als Andrea demnächst mal im Hosenanzug unterwegs bin.
Jetzt wurde es aber wirklich Zeit für das CD-Treffen! Inzwischen holte mich ein altes Problem wieder ein: In den Stiefeletten, die ich zum ersten Mal trug, taten mir inzwischen die Füße weh. War ich nicht daran gewöhnt, die Absätze zu hoch oder meine krankheitsbedingten breiten Vorderfüße daran schuld? Wegen letzteren werde ich mich demnächst mal einer Operation unterziehen (müssen).
Ich war froh, als ich endlich im different people ankam und einen Sitzplatz ergattern konnte. Das war gar nicht so einfach, denn so viele "Damen" hatte ich dort noch nie gesehen. Es waren auf jeden Fall mehr als 15 . Hinzu kamen noch einige Ehefrauen und andere Angehörige, die in der letzten Zeit ab und zu mal bei uns reinschauen. Einige "Damen" sah ich zum ersten Mal. Mit einer davon habe ich mich ausführlich unterhaltern. Es stellte sich heraus, dass sie aus der gleichen Gegend kommt wie ich. Sie bot mir an, mich mit dem Auto mitzunehmen, da sie sowieso durch meine Heimatstadt fahren müsse. Wegen meiner schmerzenden Füße nahm ich dieses Angebot gern an.
Damit war dieser Andrea-Tag auch schon wieder zu Ende. Diesmal war meine Tochter nicht zu Hause und ich konnte ganz entspannt die Wohnung betreten, erst einmal die Schuhe ausziehen und mich später in Ruhe abschminken.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 58 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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6.4.2013
Zunächst mal etwas zur Vorgeschichte: Vor wenigen Tagen fragte mich Triona (hier aus dem Forum, wohnt nicht weit weg von mir, wollten uns schon lange mal persönlich kennenlernen), was ich von der Oper "Die Herzogin von Malfi", die am Sonnabend in Chemnitz aufgeführt wird, halte. Ich schrieb, dass es sich trotz des historischen Stoffes um ein zeitgenössisches Werk handelt, ich es nicht näher kenne, aber von dem, was ich aus anderen modernen Stücken bisher gehört hatte, eher abgeschreckt wurde, weil das mit der klassischen Oper, wie ich sie mag, nichts mehr zu tun hat.
Da es auch Gegenargumente wie gute Kritiken in der Presse gab und ich an dem Tag noch nichts vorhatte, entschlossen wir uns, das Stück einfach mal anzusehen, wohl wissend, dass es der erste und letzte Besuch einer derartigen Aufführung werden könnte. Wir hätten hinterher natürlich auch positiv überrascht sein können.
Also trafen wir uns am späten Nachmittag in Chemnitz und machten zunächst einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Triona, die schon jahrelang nicht mehr hier war, schaute natürlich interessiert, was sich zwischenzeitlich alles verändert hatte.
Um uns für die Aufführung etwas zu stärken, gingen wir in ein Restaurant. Das war auch für mich interessant, weil ich in dem seit über 25 Jahren nicht mehr war. Wir hatten Glück, dass zwischen den zahlreichen reservierten Plätzen noch ein Zweiertisch frei war. Ich wurde nicht enttäuscht, das Ambiente, die Auswahl an Speisen und deren Qualität war noch genauso vorzüglich, wie ich es aus meiner Jugendzeit kannte.
Auf dem Weg zum kulturellen Höhepunkt des Abends merkte Triona, dass ich etwas Probleme beim Laufen hatte. Einerseits mögen das noch die Nachwirkungen der unpassenden Stiefeletten vom Vortag gewesen sein, andererseits ist es ein grundsätzliches Problem für mich, schöne Schuhe zu finden, die auch gut passen. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, hoffe ich, dass demnächst eine Fuß-OP hier Abhilfe schafft.
Die Aufführung der "Herzogin von Malfi" wollten nur wenige Leute sehen. Die Veranstaltung war nur knapp zur Hälfte ausgebucht, für eine Sonnabend-Vorstellung eher ungewöhnlich. Die Kleidung der anderen Besucher(innen) fand ich durchweg angemessen, aber nicht übermäßig festlich. Bei den Damen war eine knappe Mehrheit in Hosen zu verzeichnen. Lange Röcke bzw. Kleider sah ich nur bei zwei Damen, eine davon war Triona mit einem eher etwas volkstümlichen Outfit. Ich hatte dagegen mein einfaches Theateroutfit vorgezogen: kniebedeckender enger schwarzer Rock, weinrote Satinbluse, schwarze Strumpfhosen und Pumps.
Die erhoffte positive Überraschung durch die Aufführung blieb leider aus. Das Stück lebte von ungewöhnlich vielen schnellen Szenewechseln (Drehbühne sei dank), was ein Verständnis der Handlung sehr erschwerte, und die war der reinste Horror: Mehrere brutale und blutrünstige Szenen und am Ende ein gegenseitiges Umbringen aller Hauptakteure ließ ein extrem flaues Gefühl im Magen zurück. Die positiven Pressestimmen bezogen sich wohl auf die Musik, die zur Untermalung eines Grusel- oder Horrorfilms durchaus oscarreif erschien, zusammen mit dem Gesang aber doch schrecklich klang. Mehr zum Inhalt können Interessierte hier finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Herzog ... lfi_(Oper)
Die Aufführung ging trotz mehr als zwei Stunden Spielzeit ohne Pause über die Bühne. Na ja, so war das Ganze wenigstens schneller zu Ende. Der Schlussapplaus ließ auch keine allzu große Begeisterung bei den anderen Besuchern erkennen.
Mit gemischten Gefühlen verließen wir das Opernhaus. Auf dem Parkplatz verabschiedete ich mich von Triona und wir wünschten uns noch einen guten Nachhauseweg.
Meine Heimfahrt verlief anders als gewohnt. Wegen umfangreicher Bauarbeiten fuhr kein Zug im Chemnitzer Hauptbahnhof, alles wurde im Schienenersatzverkehr gefahren. Für mich bedeutete das etwa die doppelte Fahrzeit, was mich nicht störte, da ich so länger als Andrea unterwegs sein konnte.
Die Bahnhofshalle war völlig verwaist, als ich noch einmal nach den genauen Abfahrtszeiten der SEV-Busse schaute. Die folgende Episode hätte mir noch vor einem Jahr Angstschweiß auf die Stirn getrieben:
Mich sprach ein junger Mann an, den ich aber nicht verstehen konnte. Er hielt mich wohl für eine Ausländerin, denn als ich sagte, dass ich nichts verstehe, kam ein: "Ach, Deutsche!" Er wechselte daraufhin in ein gebrochenes Deutsch, von dem ich trotzdem nur wenig verstand, nur, dass er Italiener sei, und etwas mit mir gemeinsam tun wolle. Ich lehnte dankend ab, aber er ließ noch nicht locker. Ich sagte, dass ich allein klarkomme und wandte mich desinteressiert noch einmal dem Aushang mit den Abfahrtszeiten zu. Er fragte mich daraufhin wo ich hin möchte. Ich erwiderte: "Musst du nicht wissen!" und ging zu den Abfahrtständen der SEV-Busse. Der junge Mann ging in eine andere Richtung weiter. Erstaunlicherweise blieb ich bei dem Gespräch ganz gelassen und konnte (wieder einmal) keine Reaktion zu meiner Person beobachten.
Der Rest der Heimfahrt verlief ohne Vorkommnisse. Um ein Fazit dieses Andrea-Tages zu ziehen:
Es hat mich gefreut, ein Mitglied unseres Forums persönlich kennenzulernen. Auch das Abendessen in angenehmer Atmosphäre wird mir positiv in Erinnerung bleiben. Zu dem kulturellen Beitrag des Abends möchte ich mich dagegen nicht weiter äußern. Solche Veranstaltungen werde ich wohl sobald nicht wieder besuchen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
ExuserIn-2015-02-14

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 59 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2015-02-14 »

Hallo, Andrea!

Deine gedämpfte kulturelle Begeisterung ist deutlich herauszulesen. Ich hoffe, Dein nächster Opernbesuch wird umso schöner und ein kultureller Höhepunkt für uns sein. Die Aktion mit der blöden Anmache hast Du souverän gemeistert, was auch eine wertvolle Erfahrung ist.
triona
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Re: Andrea — meine Erlebnisse

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Beitrag von triona »

Um Emmas Frage gleich mal zu beantworten:

Ich hatte eine meiner "Gothik"-Ausstattungen an. :)
Schwarze Dirndlbluse, brokatbesticktes Mieder in Fuchsia, schwarze Spitzenarmstulpen, bodenllanger weitausladender Spitzenrock (vorwiegend schwarz mit bisserl weinrot und mit Petty drunter), schwarze Lederstiefel, schwarzglitzerndes Netz-Schultertuch, dazu mein "Kaiserin Eugenie Schmuck" (blauer "Herzdiamant"), Haare hochgesteckt mit Libellen-Klemme, und draußen mein bodenlanger taillierter "Königinnenmantel" aus schwarzem Loden mit purpurrotem Samt an Kragen und Ärmeln. Ausstattung für entsprechende Theater- und Konzertbesuche eben. Kann man ja sonst nie tragen.

Ich zieh mich nach Möglichkeit nie unterwegs um, wenns nicht gerade eine mehrtägige Reise ist, oder wenn ich so was Besonderes direkt nach der Arbeit tragen will und vorher nicht nach Hause komme. Ich lebe aber auch schon seit Jahren als Frau und trage ausschließlich Frauenkleidung. Für gewöhnlich eben "gewöhnliche" Frauenkleidung. Nur den langen Mantel zieh ich erst an, wenn ich aus dem Auto aussteige. Auch die Röcke passen nicht wirklich hinter ein Steuerrad. Solche Sachen sind nicht gemacht für enge Autositze. Eher für herrschaftliche Kutschen, oder vlt noch Rolls-Royce, Bentley o.ä, wenns denn unbedingt ein Automobil sein muß. :lol:

Daß das Stück keine Offenbarung war, hat Andrea ja schon gesagt.
Und was haben wir aus dem Stück lernen können?
Daß in einem Transvestiten immer ein Werwolf drinsteckt oder mindestens ein Irrenhausbewohner. :roll:
Also auch inhaltlich mit recht bedenklichen Anklängen.

Aber sonst war es doch ein ganz netter Abend- oder nicht?
Das Essen war gut, das Wetter weniger. Und es war nett, daß man sich auch mal gesehen hat.

Emma, du kannst beim nächsten Mal ja mitgehen, wenn es sich mal so gibt.
Meine nächsten Konzertbesuche, die zumindest auf meiner Wunschliste stehen:

Freitag 26.04.13, Plauen, Clem Clempson Band (ex Collosseum, mit Chris Farlowe)

Freitag 03.05.13, Chemnitz, Ian Anderson (ex Jethro Tull) - bin mir aber noch nicht ganz sicher, weil mit 53,60 € (mindestens) ziemlich teuer, und ich weiß auch nicht, ob es überhaupt noch Karten gibt.

Mittwoch 08.05.13, Plauen, Carlos Nunez, Dudelsack + Flöte, Galizien.

Nicht immer bei allem wird etwas draus.
Ob ich Pfingsten mal wieder nach Leipzig zum WGT gehe, weiß ich noch nicht. Aber wenn, dann nur an 1 Tag. Und das Programm ist noch nicht im Netz.

Ich hoffe, Andrea empfindet das nicht als Mißbrauch ihres Fadens, weil diesmal gar keine Oper dabei ist - nicht mal ne schlechte. (Ansonsten kann ich ja mal einen eigenen Faden aufmachen für sowas, falls hier noch andere aus der Gegend sind, die sowas vlt interessiert.) Aber vlt hast du ja doch auch mal Lust auf was anderes.

Caladh Nua gestern Abend war voll Spitze. Hast echt was versäumt. Schade, daß es bei dir nicht geklappt hat. Aber vlt beim nächsten Mal. Sie wollen im Oktober 2014 wieder nach Deutschland kommen und sind dann sicher auch wieder im Malzhaus. Sie haben mir noch die irische Aussprache von einem meiner Lieblingslieder aufgeschrieben. Da meinte Lisa (die Sängerin), da müßte ich dann beim nächsten Mal mit auf die Bühne. Zeit genug zum Üben hätte ich ja bis dahin. :)


liebe grüße
triona
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