Praxisgebühr abgeschafft
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Anne-Mette
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Praxisgebühr abgeschafft

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Bundesrat Pressemitteilung 203 / 2012

Ende der Praxisgebühr beschlossen

Die Länder haben in ihrer heutigen Sitzung der Abschaffung der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013 zugestimmt. Das Gesetz kann damit dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt werden.

Es regelt neben dem Ende der Praxisgebühr auch den Anspruch pflegebedürftiger behinderter Personen auf besondere pflegerische und persönliche Betreuung, Hilfe und Assistenz. Dieser Anspruch soll auch bei Aufenthalt in stationären Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen weitergelten.

Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen
Inga
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Re: Praxisgebühr abgeschafft ab 1.1.2013

Post 2 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, cpg,

das ist die Chance für Sammler und Nostaltiger: Wer in diesem Jahr bis zum 31.12.2012 noch zum Arzt muss, kann sich für 10 Euro noch ein Original-Dokument über Praxisgebühr bekommen und sich zur Erinnerung ins Sammelalbum für die Nachkommen kleben.

Liebe Grüße
Inga
conny
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 3 im Thema

Beitrag von conny »

ich habe zur abschaffung der praxisgebühr ein zwiespältiges verhältnis. sie war der einstieg in ein versicherungsmodell, dass jedem bewust machen wollte, dass arztbesuche auch geld kosten. die vollkaskomentalität sprengt sicher bald wieder die leistungsfähigkeit der krankenkassen. ich fände es gut, wenn jeder arztbesuch mit einem (geringen) eigenbeitrag bezahlt werden müsste (nicht für kronisch kranke).
Salmacis
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 4 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Das was abgeschafft gehört ist die Friseurmentalität der Alten.
Termine beim Jausarzt machen, zwei Monate im Voraus, ein Horror. Man geht zum Arzt wenn man muss, nicht weil man nichts besseres zu tun hat.
conny
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 5 im Thema

Beitrag von conny »

und oft hört man von denen als erstes bei der arztanmeldung oder in der apotheke: "ich bin von der zuzahlung befreit",
conny
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 6 im Thema

Beitrag von conny »

also sehen wir keine brauchbare lösung dafür, dass die deutschen bei der zahl der jährlichen arztbesuche absoluter europameister sind?
Sabrina Verena
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 7 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Die Praxisgebühr war für die Krankenkassen bestimmt nicht für die Ärzte/Praxen. Und für Fehler im Abrechnungswesen zwischen Krankenkasse/ Kassenärztlicher Vereinigung und niedergelassenen Ärzten kann man die Patienten wohl nicht verantwortlich machen.
Problematisch sind aber gerade auch laufende Kosten für ständige Mediekamenteneinnahme. Wer auf ständige Einahme angewiesen ist, kann die Kosten auf Dauer nicht schultern. Andererseits sollten gerade auch ältere Patienten begreifen, dass nicht der Name oder die Verpackung entscheidend sind, sondern der Wirkstoff. Der Arzt soll den Wirkstoff aufs Rezept schreiben und der Apotheker das günstigste Medikament mit dem Wirkstoff geben. Hier findet aber bei den Älteren aus Gewohnheit ein Kopfkino statt und sie quaken den Ärzten Und ihren Angehörigen die Ohren voll, weil sie ihr gewohntes Medikament haben wollen. Manche Ärzte meinen dann aus psychologischen Gründen dem Patienten "sein" Medikament geben zu müssen.
Auf Dauer muss aber das Finanzierungssystem korrigiert oder ersetzt werden müssen.
Liebe Grüße
Verena
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Sabrina Verena
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 8 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Salmacis
Die Alten die ich kenne waren tatsächlich unter ärztlicher Beobachtung und mussten sich Termine geben lassen, weil z.B. wegen Altersdiabetes der Blutzuckerspiegel überwacht wurde.
Oder sie wegen einer Kreislaufgeschichte medizinisch überwacht wurden. Die meisten wollten eigentlich nie so recht zum Arzt, und waren auch mit Selbstverordnung von Medikamenten immer recht fix bei der Sache. Wurde dem Arzt dann leider auch gerne verschwiegen was dann zu Komplkationen führte.
Salmacis hat geschrieben:Das was abgeschafft gehört ist die Friseurmentalität der Alten.
Termine beim Jausarzt machen, zwei Monate im Voraus, ein Horror. Man geht zum Arzt wenn man muss, nicht weil man nichts besseres zu tun hat.
Liebe Grüße
Verena
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Salmacis
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 9 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Hi Sabrina,

ich habe leider auch schon andere Seiten erlebt. Bei meinem alten Arzt in der Heimat haben dann die älteren gerne Versucht neue Termine 2-4 Wochen im Voraus zu machen. Ab 2006 hatte es dann der Arzt abgestellt und die Sprechstundenhilfe sagte ganz klar "Wenn es ihnen schlecht geht, dann kommen sie einfach."
Große Empörung bei den Geronten! Aber so ist es richtig. Es ist eben kein Friseur, es ist ein Arzt. Und ich mit akuter Grippe sitz im Wartezimmer weil die Else einsam in ihrer Wohnung ist und jemanden zum reden braucht.

Glaube mir, ich zieh mir das nicht aus den Fingern. Ich habe es selbst erlebt und es wurde mir von Arzthelferinnen und Ärzten selbst bestätigt.

Ich bin sowieso dafür Allgemeinmediziner in drei Gruppen zu teilen:
Kinderärzte (0-17), "Erwachsenen"-Ärzte (18 bis 60) und Gerontologen (Ü60). Würde viel Zeit für den Arbeitnehmer sparen.
Julia65

Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 10 im Thema

Beitrag von Julia65 »

conny hat geschrieben:ich habe zur abschaffung der praxisgebühr ein zwiespältiges verhältnis. sie war der einstieg in ein versicherungsmodell, dass jedem bewust machen wollte, dass arztbesuche auch geld kosten. die vollkaskomentalität sprengt sicher bald wieder die leistungsfähigkeit der krankenkassen. ich fände es gut, wenn jeder arztbesuch mit einem (geringen) eigenbeitrag bezahlt werden müsste (nicht für kronisch kranke).
Holla, Holla, vorsicht.
Was ist gering? Für den einen waren die 10 Euro nix. Gar nix. Für den anderen von existenzieller Bedeutung. Ich habe schon mit dem einen oder anderen Freund am Telefon diskutiert, weil dieser mir über Krankeit oder Schmerzen klagte, die er nicht loswerden könne. Es dauerte oft lange, bis ich dahinter kam, dass meine Aufforderungen endlich damit zum Arzt zu gehen, deshalb nicht befolgt wurden, weil die 10 Euro fehlten. Ich könnte jedesmal heulen, wenn ich sowas erlebe. Schrecklich ist das. Ein Arbeitskolleg von mir hat sich mal seine Motorhaube auf den Kopf fallen lassen mit anschliessender kurzer Bewustlosigkeit, Übelkeit etc. Eine grosse stark blutenden Wunde hinterliess die Haube. Wochenlang hat er mit den folgen gekämpft aber ist nicht zum Arzt gegangen. Gerade weil er für die Arbeit deswege auch ausfiel hatte er ie 10 Euro EINFACH NICHT! Natürlich hätte er trotzdem gehen sollen und es hätte sich bestimmt ein Weg gefunden, das später zu bezahlen oder ähnliches. Aber es ist einfach peinlich in der Praxis zu sagen: Ähm, die 10 Euro habe ich jetzt grad nicht, könnte man da nicht...
Auch ich selber kenne das Problem. Ich brauche regelmässig meine Medikamente gegen Bluthochdruck etc. So kam ich kaum drumrum, in jedem Quartal zum Arzt zu gehen um mir mein Rezept für neue Medikamente abzuholen. Und jedesmal waren die 10 Euro zu bezahlen und oft kamen nochmal 5, 10 oder gar 15 Euro in der Apotheke dazu. Das ist für Menschen in einer finanziellen Situation wie meiner, zwar noch so grad zu handeln, wenn man vernünftig mit dem Geld umgeht, aber es schmerzt ungemein. Und den Kassen hat das mit Sicherheit nicht gespart, sondern horrende Kosten verursacht, da viele erst dann zum Arzt gingen, wenn sie kaum noch stehen konnten. So waren die Behandlungen dann um ein Vielfaches teurer. Die ganze Idee mit der Praxisgebühr war einfach nur bescheuert.
LG
Julia
Inga
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 11 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

da kann ich Julia nur zustimmen.

Zum Glück ist mir keine Motorhaube auf den Kopf gefallen.
Beim Zahnarzt etwa habe ich sehr genau darauf geachtet, ob ich das Zahnweh noch etwas überlisten kann, es ein paar Wochen aushalte und nur einmal 10 Euro zahle oder sofort gehe und zweimal 10 Euro zahle, weil der Quartalswechsel in der Behandlungszeit lag.

Ebenso habe ich es auch bei kleineren Sachen (Grippe) beim Arzt gemacht. Der Gesundheit insgesamt ist es nicht förderlich (gerade dann, wenn man allein lebt und kein Partner auf den Gesundheitszustand mit achtet) aber dem Geldbeutel schon.

Da bin ich froh, dass ich ab Neujahr nicht mehr auf den Kalender achten muss, wenn ich mich unwohl fühle.

Liebe Grüße
Inga
ExuserIn-2014-05-12

Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2014-05-12 »

Hallöchen!

Was Julia erzählt, kommt mir bekannt vor, da ich oft selbst die 10 Euro nicht hatte.
Ja gut, es gibt Ausnahmen: Wenn es einem begründet schlecht geht, muss man die 10 Euro zwar auch noch zahlen (beim Arzt und Notaufnahme Krankenhaus, bei "Selbsteinlieferung"), aber man kann es später begleichen.
Das Problem was sich allerdings bei mir immer ergab, waren die Betablocker. Selbst wenn ich die 10 Euro später gezahlt haben durfte, ich hatte nicht die 5 Euro für die Medis.
Und das fand ich schon ziemlich übel dann auch noch die BlockerZ mit von Mutti teilen zu müssen.

Was ich aber richtig mies finde: Die AOK hat insgesamt rund 12 Mrd. Euro Überschuss in den letzten beiden Jahren eingefahren und gewisse andere private Krankenkassen rund die Hälfte.
Das "Praxismodell" ist für meine Verhältnisse nur ein Gesundstoßen der Krankenkassen gewesen und die Armen hatten das Nachsehen.
Zweiklassen-Gesellschaft eben: Die Armen unten, die Reichen oben!

Und die Befreiung von Zuzahlungen bekommt auch erst dann, wenn man 80€ bzw, 45€ bei der Krankenkasse zahlt (rezeptpfl. Medis in diesem Wert eines Jahres kaufen musste), wobei man für die 45 Euro Grenze chronisch Krank gelten muss, was ich lustigerweise nicht wirklich bin.

Also was machen?
Wir wünschen uns allen viel Gesundheit und auf den Straßen zweimal umdrehen, bevor man sie überquert. ;-)

Lg, Kathleena
ExuserIn-2014-05-12

Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 13 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2014-05-12 »

Hallöchen,

ja Du hast vermutlich recht. Ich habe vergessen hinzu zu schreiben, dass ich damit unsere Mitbürger meine, welche nicht arbeiten (können) und somit vom Staat finanzielle Unterstützung brauchen. Verzeih daher bitte meinen kleinen Fauxpass. ;)

Lg, Kathleena
Sabrina Verena
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 14 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Liebe Heidi!
Für Hartz 4 Empfämger sind die 10,-€ auch kein Zuckerschlecken. Als ich auf ALG 2 angewiesen war konnte ich die 10,-€ nicht mal eben berappen. Heute wo ich wieder arbeite ist das kein Problem.
Aber wollen wir das Thema hier jetzt nicht vertiefen. Weihnachten steht vor der Tür.
Liebe Grüße
Verena
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Re: Praxisgebühr abgeschafft

Post 15 im Thema

Beitrag von Sandra82 »

Ich bin froh den ganzen bürokratischen Teil nicht mehr machen zu müssen. War immer ein gerenne wegen Befreiungskarte und dergleichen. Dennoch muss ich mal eben noch meinen Teil Schultern an meinen Medis. Ist aber für mich OK, weil ich gelernt habe dafür Geld zurück legen zu müssen, egal wie gut oder schlecht das Leben gerade ausschaut. Da ich bestimmte Medikamente die mir besser tun als das was ich von der Krankenkasse bezahlt bekomme und die Daten meiner Ärzte das Untermauern gebe ich da auch gerne mehr aus..

Was ich aber persönlich nicht mag, sind die Kosten die Leute ohne meine Möglichkeiten zu tragen haben. Egal ob alt oder jung, wieso will unser System nicht zumindest eine gute Behandlung für alle Menschen erreichen wollen? Der Wegfall der Praxisgebühr wird wahrscheinlich wieder ein klein wenig mehr Last beim Hausarzt erzeugen, aber das nehme ich gerne in Kauf, wenn dafür mehr Menschen mit einem Hilfsbedürfnis zum Arzt gehen (können).

Liebe Grüße
- Sandra
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