"Jungen" und "Mädchen" - Schluss damit?
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Anne-Mette
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"Jungen" und "Mädchen" „ Schluss damit?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Diese Frage stellte sich ein dänischer Kindergarten.
Dänische Medien hatten schon im Sommer davon berichtet, dass es in Schweden Kindergärten gebe, in denen nicht "er" oder "sie" gesagt wird, sondern eine geschlechtsneutrale Bezeichnung gewählt wird.
Im Kindergarten Jordkloden auf Nørrebro (Dänemark) vermeiden die Pädagogen bewusst, "Junge" oder "Mädchen" zu sagen, sondern sie sprechen von Kindern (allgemein) oder Freunden.
Sie dichten Bücher und Lieder um, die die alten Geschlechterrollen betonen - und sie ermuntern Jungen, die gerne in Kleidern gehen möchten oder mit Puppen spielen.
"Wie probieren, den Fokus auf Geschlecht abzuwenden; denn das ist nicht die zentrale Eigenschaft. Das zenrale ist das einzelne Kind", sagte Kirstine Rørvig, Verantwortliche im Kindergarten "Jordkloden", der als einer der ersten Einrichtungen geschlechtsneutral arbeitet.
Und weiter: "Ich sage nie, Mädchen, nun machen wir dieses hier, sondern ich spreche sie mit ihrem Namen an. Auch das übrige Personal will ausprobieren, keine Geschlechtsbezeichnungen zu verwenden. Wenn einem das ganze Leben erzählt wird, das man Mädchen ist, dann identifiziert man sich mit dem Mödchensein und man mag dann Mädchensachen. Wenn man ständig hört, dass alle Mädchen Kleider lieben, denkt man, dass man auch so sein mus".
Doch die Meinungen über eine so weitgehende geschlechtsneutrale Erziehung sind auch in Dänemark geteilt.

"Geschlechtsneutrale Kindergärten sind ein Übergriff auf die Kinder", sagt der Theologin und Verfasserin Iben Tranholm zu DR2.
Aber es gibt auch Unterstützer, z.B. von politischer Seite.

In Norwegen gehört eine geschlechtsneutrale Erziehung schon zur offiziellen Gleichstellungspolitik.
Aber nach Meinung von Iben Tranholm kann das fatale Konsequenzen haben, wenn Dänemark den selben Weg geht. Er ist der Meinung, dass so aufwachsende Kinder später viele Therapiestunden benötigen, um sich und ihre Rolle zu finden.

Was meint ihr?
Das Lieder-Umdichten kann ja groteske Züge annehmen. Schließlich sind viele genau so entstanden, weil sie in eine gewisse Zeit und Kultur hineingehörten.
Ich bin mal gespannt, wie die Diskussion in DK weiter geht und werde berichten.

Gruß
CPG
Anne-Mette
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Re: "Jungen" und "Mädchen" „ Schluss damit?

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Hier ist noch ein Link zu einer Fernsehsendung zum Thema. Da die meisten Leute die Sprache wohl eher nicht verstehen, wird das Interesse daran gering sein - aber immerhin geht mir der Link dann nicht verloren (smili)

http://www.dr.dk/TV/se/pa-den-2-side-2/ ... -side-5#!/
Sabrina Verena
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Re: "Jungen" und "Mädchen" „ Schluss damit?

Post 3 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Hier fällt mir ein Erlebnis aus meiner Kindheit ein.
Ich weiß nicht wie alt ich damals war. Aber früher hatten meine Eltern mich und meine 2 Jahre ältere Schwester immer zusammen in die Badewanne gesteckt. Eines Tages ist mir dann der Unterschied aufgefallen, und ich habe meine Schwester vorwurfsvoll gefragt warum sie ihren P... abgerissen hat.
Nun ich stelle mir die neugierigen Kinder vor, die ebenfalls den kleinen Unterschied bemerken. Wie reagieren die?
Es ist ok den Kindern ein selbstbestimmtes Dasein zu gewähren, aber die naturgemäßen Unterschiede zu ignorieren halte ich für falsch. Die Kinder sollten mit der Realität konfrontriert sein, und nicht in einer Scheinwelt leben.
Auch sollten Jungen selber entscheiden, ob sie als Junge, als Junge in Mädchenkleidung oder als Mädchen wahrgenommen werden möchten. Ein Dogma durch ein anderes ersetzen ist meiner Meinung nach falsch.
Liebe Grüße
Verena
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Anne-Mette
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Re: "Jungen" und "Mädchen" „ Schluss damit?

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

na, die wurden noch nicht nach dem neuen Modell erzogen:
Danske kvinder vil have forsørgermænd
Frauen wünschen sich "Versorgermänner".

Weiter heißt es im Text bei TV2, dass trotz der jahrelangen Bemühungen um Gleichstellung das traditionelle Rollenverhalten und der Wunsch, einen Partner zu bekommen, der die Frau versorgt, weiterhin bei der Partnerwahl der Frauen ganz obenan stehen.

Die meisten von uns, so schreibt der Fernsehsender, denken in den alten Rollenmustern und die in einer Befragung geäußerten Meinungen scheinen dem Paarverhalten in der Realität zu entsprechen.
Selbst wenn fast alle das Bild von vorbildlicher skandinavischer Gleichstellung von Mann und Frau in den Köpfen haben, sieht die Realität in den Familien in ihrem alltäglichen Leben ganz anders aus, sagte die Nationaløkonomin Nina Smith der Zeitung Politiken.
Das endet damit, dass der Vater zur Arbeit geht, während die Mutter Elternzeit in Anspruch nimmt.
Die meisten von uns denken geschlechts-stereotyp, fügt sie hinzu.

Gruß
Anne-Mette
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