Stop trans* pathologization 2012, Berlin - Termine
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Cybill
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 1 im Thema

Beitrag von Cybill »

Dagegen sein ist immer einfach. Vielleicht nochmal nachhirnen und dann:

- wenn keine Pathologisierung, dann keine Kostenübernahme durch die KK
- wenn keine Pathologisierung, dann kein Schutz durch das AGG
usw.

Es mag manchmal schwer sein, die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind. Es ist nicht schön, wenn Personen wegen ihres Trans*-Standes mit Kranken gleichgestellt werden.
Aber es gibt nun einmal Randbedingungen, die zu ändern nicht sinnvoll ist, da es mit erheblichen Mehraufwand einhergeht.
Vielleicht wäre es sinnvoll, sich zunächst über die bisher definierten Menschenrechte und deren Durchsetzung Gedanken zu machen und nicht neue (wohlstandsabhängige) zu definieren.

Gruß

-Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
ab08
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Cybill hat geschrieben: - wenn keine Pathologisierung, dann keine Kostenübernahme durch die KK
- wenn keine Pathologisierung, dann kein Schutz durch das AGG
Entschuldigung, liebe Cybill, liebe Lisa,

aber hier bin ich anderer Meinung:

Diese Argumentationskette kenne ich gut. Aber, meiner Ansicht nach, sind das, bei etwas gutem Willen, keine zwangsläufigen Folgen. :wink:
Auch wenn man TI als eine besondere Form der Intersexualität (betroffener Teil: Gehirn) - vgl Harry Benjamin - auffasst, also rein körperlich sieht, sehe ich in den Fällen keine Probleme.
Ich weiß, dass dies von vielen Interessengruppen anders gesehen wird, aber ich hoffe, es ist hier erlaubt, zu widersprechen.

Ein herzliches Danke im Voraus für Euer Verständnis

Liebe Grüße
ab )))(:
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 3 im Thema

Beitrag von ab08 »

Carat hat geschrieben:
Liebe ab,
was würde sich sich denn zum Positiven hin verändern wenn eine Pathologisierung nicht mehr gegeben wäre? Ich denke daß es eine reine akademische Definitionsfrage ist, ohne wirklichen Bezug zur Realität im richtigen Leben.

Liebe Grüße
Carat
Liebe Carat,

um ausnahmsweise mal Klartext zu schreiben:
Das Outing beendete bei mir sofort die unterrichtliche Tätigkeit. Die Zwangspensionierung (zwangsweise Entfernung aus dem Schuldienst) wurde mit 'psychischer Labilität' begründet. *)
Lehrkräfte in USA werden von Schulboards am Unterricht gehindert, mit der Begründung "Wir lassen unsere Kinder nicht von Geisteskranken unterrichten!"
Diese Meinung gibt es auch hierzulande.
Für mich war nicht einfach, zu erreichen, wieder unterrichten zu dürfen. Nun unterrichte ich einige Jahre und zeige so auch, dass ich nicht 'geisteskrank' bin und normalen Unterricht halte. Faktisch zwang mich obige Pathologisierung, meine Normalität nachzuweisen! Mir gelang es, weil ich jetzt kerngesund bin, aber für andere ist die psychische Belastung vielleicht zu groß!

Natürlich sagt die Klassifikation der WHO etwas anderes und natürlich handelt es sich um krasse Fehlinterpretationen.
Natürlich erhalten Betroffene meist(!) letztinstanzlich ihr Recht, aber.... - analog zur entsprechenden Klassifikation bei Homosexualität vor einigen Jahrzehnten bietet die Pathologisierung die Möglichkeit zu Missdeutungen und Missbrauch. Wer wie ich, seit Jahrzehnten in Organisationen (z.B. Berufsvertretung) aktiv ist, erfährt viel. Über Details schweige ich aber, denn ich kenne meine Pflichten und weiß, was ich schreiben darf und was nicht! Es ist kein akademischer Streit und der 'Bezug zum realen Leben' ist gegeben. Wer Betroffenen Empathie entgegenbringt, sollte die WHO-Klassifikation, die übrigens auch sachlich falsch ist (Harry Benjamin etc.), überdenken.

Liebe Grüße, vielleicht verstehst Du mich jetzt besser :wink:
- Für mich persönlich war die Klassifikation ein Problem, kostete mich Geld und Nerven und hätte mich beinah an der Ausübung meines Berufes gehindert. Für mich wäre das schrecklich gewesen. Zu Schülern ist mein Verhältnis heute viel besser. Früher 'verkleidet als Mann' war ich pedantischer Mathe/Physiklehrer. Heute ist es für alle Beteiligten interessant und bisweilen sogar amüsant und die Vermittlung des Wissens klappt. - Prüfungsergebnisse verbesserten sich übrigens deutlich...
Mehr schreib ich hier nicht, da ich mich schon bis an die Grenze outete.
ab (flo)

*) Natürlich war das nicht korrekt, sonst hätte ich ja keine Chance gehabt, mich erfolgreich zu wehren. Trotzdem bot sich durch die Pathologisierung zunächst diese Möglichkeit... :wink:
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 4 im Thema

Beitrag von ab08 »

Carat hat geschrieben:.... Eine Änderung dieses Zustandes wird es nur durch Aufklärung geben. Was man kennt, davor hat man keine Angst. Die Angst vor dem Fremden an sich, mag in unserer Zeit überflüssig erscheinen, aber nicht erst seit dem trojanischen Pferd weiss man, daß Vorsicht vor Fremdem durchaus lebensverlängernd sein kann. Diese unterschwellige Angst, die ja genetisch präpositioniert ist, wird sich nicht so schnell legen wie wir es gerne hätten. Unsere Akzeptanz in der Gesellschaft wird erst besser, wenn wir in der Lage sind, uns aus der Schmuddelecke zu befreien. Die in letzter Zeit stark gestiegene Medienpräsenz unserer Problematik macht mir in dieser Richtung ein wenig Hoffnung. Was ich sagen will: Es gibt wichtigeres als den Nebenkriegsschauplatz ICD.

Liebe Grüße, Carat
Liebe Carat,

danke für deine Antwort, es geht natürlich in erster Linie um sachliche Aufklärung!

- Ein herzliches Danke auch für Deine weitere Analyse! Mein Kontakt mit Menschen war/ist stets intensiv, aufgrund des Dienstalters überwiegen nun fast die Erwachsenen... Beruflich in der Öffentlichkeit stehen, macht mir viel Freude. *) In der Regel merke ich recht genau, wieviel Verständnis man/frau hat. Ähnlich wie Homophobie, Angst vor Spinnen, Schlangen usw. vermute ich, obwohl ich hierüber keinerlei wissenschaftliche Erkenntnsse habe, dass diese Vorbehalte auch genetisch bedingt sind. Übrigens unterscheiden sich, meinem Eindruck nach, diese Vorbehalte nicht bei den Geschlechtern. Die resultierenden Aggressionen äußern sich nur bei Frauen meist anders als bei Männern...

- Akzeptanz: Menschen, die im Alltag Umgang mit mir haben, verlieren Vorbehalte oft schnell, wenn es nicht zu tief verankert ist. Öfter fallen Sätze wie "Du bist die erste & einzige T-Frau die ich kenne, eigentlich bist Du eine ganz normale Frau!" Was ja im Grunde stimmt... :wink: Oder ich werde 'bewundert' :oops: , wie offen ich damit umgehe... Privat beantworte ich gern 'fast' jede Frage. (Naja.. Lehrerin ... da freut frau sich stets über Interesse...)

- Andererseits sollten wir berücksichtigen, dass mit Einteilungen wie ICD Geld verdient wird. Analog zu den skandalösen Operationen bei intersexuellen Kindern dienen Einteilungen oft dazu, Pfründe zu sichern. Über die Methoden wie solche Strukturen funktionieren, gewann ich durch das berufliche Engagement seit 1984 Einsichten. Sofort nach der Wende und danach gab es z.B. intensive Kontakte zwischen Beruforganisationen. Seit ich aktiv bin, war ich bei vielen offiziellen und inoffiziellen Sachen dabei. - Z.B bei der Organisation von Fachtagungen und dienstlich quer durch Deutschland / Frankreich unterwegs. Meine Fächer sind international. Leider kann ich nur Englisch & Französisch... Mir fiel so das Knüpfen ähnlicher Kontakte bei unserem Thema leicht... Teile meiner Verwandtschaft unterrichten z.B. an Gymnasien & Hochschulen im Raum Paris. Frankreich schaffte die WHO-Klassifikation bereits ab. Aber dort befehden sich die Organisationen der "TS mit OP" und der "TS ohne Op" (Ich kenne die Leiterinnen) ein wenig, was schade ist...und es gibt andere Probleme. Die Abschaffung der Pathologisierung allein löst das Problem Akzeptanz nicht! - Aber für mich ist ICD kein 'Nebenkriegsschauplatz', sondern es wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung,
vgl Homosexualität: Auch dort wurde zunächst die Klassifikation geändert. Akzeptanz ist auch dort noch nicht zufriedenstellend.
vgl. Emanzipation der Frau: Selbst da sind wir noch nicht am Ziel! Ich sehe folgende Emanzipationsreihe: Frauen - Homosexuelle - Intersexualität


Liebe Grüße,
und ein ganz herzliche Danke für Dein Verständnis
ab )))(:

*) Wenn Klassen lieb sind, freue ich mich - Wenn sie ungehorsam sind, finde ich es spannend, also auch ganz hübsch - Schüler, die mich ärgern wollen, haben ein Problem, denn ich freue mich über die Abwechslung. - Eventuell werden sie für ihre Idee sogar noch gelobt!
Zuletzt geändert von ab08 am So 7. Okt 2012, 11:12, insgesamt 1-mal geändert.
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ExuserIn-2022-05-28
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 5 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

ab08 hat geschrieben:
Cybill hat geschrieben: - wenn keine Pathologisierung, dann keine Kostenübernahme durch die KK
- wenn keine Pathologisierung, dann kein Schutz durch das AGG
Entschuldigung, liebe Cybill, liebe Lisa,

aber hier bin ich anderer Meinung:

Diese Argumentationskette kenne ich gut. Aber, meiner Ansicht nach, sind das, bei etwas gutem Willen, keine zwangsläufigen Folgen. :wink:
Auch wenn man TI als eine besondere Form der Intersexualität (betroffener Teil: Gehirn) - vgl Harry Benjamin - auffasst, also rein körperlich sieht, sehe ich in den Fällen keine Probleme.
Ich weiß, dass dies von vielen Interessengruppen anders gesehen wird, aber ich hoffe, es ist hier erlaubt, zu widersprechen.

Ein herzliches Danke im Voraus für Euer Verständnis

Liebe Grüße
ab )))(:
Selbstverständlich sind genau das die Folgen. In einer Zeit in denen wirklich Kranke ( Diabetiker ) schon Kosten für notwendige Zuckerteststreifen selbst übernehmen müssen und Bio Frauen mit Lipödem keine Op bekommen sondern mit ihren Schmerzen und Entstellungen leben müssen willst Du für eine im Vergleich verschwindend geringe Minderheit erhebliche Kostenübernahmen für rein kosmetische Korrekturen? Nichts anderes wäre eine GaOp ohne Krankheit im Hintergrund.
Oder was ist mit Bio Frauen mit Körbchen A, oder Frauen mit erheblicher Körperbehaarung die unter ihrem Aussehen leiden, weil die Kasse nichts zahlt? Was mit den Leuten, die kein Geld für ein ordentliches Gebiss haben und mit Zahnlücken leben müssen? Was mit sehr grossen oder kleinen Menschen, die erhebliche Zusatzkosten für passende Kleidung, Auto, Möbel haben?

Nach eurem Verständnis müssen die Kassen dann als auch für alle Fettabsaugungen, Nasenkorrekturen, Brustvergrösserungen und - Verkleinerungen, Hautstraffungen, Möbel, Autos, Kleidung etc bezahlen. Gleiches Recht für Alle!!!

Frage bist Du dann auch bereit 50 oder 60 % Deines Einkommens nur fūr die Krankenkasse zu zahlen?

Leider macht sich bei einigen hier in Deutschland eine Mentalität breit, die ich gelinde gesagt zum kotzen finde: Nur wir leiden wirklich und deshalb müssen wir angewärmten Würfelzucker in den Hintern geblasen bekommen!
Die wirklich Kranken bleiben dann auf der Strecke. Todkranke erhalten nur Standardmedizin weil die wirklich guten Mittel so teuer sind, dass die Kassen streiken weil das Geld fehlt. Hygiene wird in Krankenhäusern klein geschrieben, weil das Geld für gut ausgebildetes Reinigungspersonal fehlt. Selbst auf Isolierstationen wird dann mit den gleichen Tüchern gereinigt wie anschliessend auf der normalen Station um Kosten zu sparen. Kranke müssen in die Nachbarstädte weil Krankenhäuser aus Kostengründen schliessen, Notärzte sind 40 Minuten unterwegs, weil viele Bezirke aus Kostengründen zusammengelegt werden.

Wenn ihr wirklich leidet und gutes Geld verdient bezahlt doch selbst für Eure Op's und lasst die Krankenkassengelder den wirklich Kranken!

Sorry, aber ich kann manchmal diese ganze Diskussion nicht mehr ab: Wir sind nicht krank wollen aber Kostenūbernahme am besten noch fūr Gesichtsfeminsierung und Rippenentfernungen von der Allgemeinheit. ( siehe Realo SHG)

Hallo? ich bin über 2 Meter und habe erhebliche Zusatzkosten für Kleidung, Möbel und PKW auch ich leide darunter, dass ich überall mit dem Kopf anstosse, in der Öffentlichkeit gefragt werde" Wie ist die Luft da oben" und nach 50 Kilometern im Mittelklassepkw mit Kreuzschmerzen aussteige.. Bei gleicher Einstellung wie Ihr möchte ich jetzt auch mein Bett und mein Auto von der Krankenkasse bezahlt haben.

Fazit Allgemeinwohl? Nö ich bin Egoist, also alle Leistungen nur zu mir.

Das kann's doch wohl nicht sein!!!

Ich habe grosse Hochachtung für alle TS, die einen guten Job haben und dann ihre OP in Thailand selbst bezahlen. Hut ab.
Für alle diejenigen aber die sagen: "Ich bin nicht krank will aber dennoch alle möglichen Kosten von der Allgemeinheit bezahlt haben weil ich ja so leide" habe ich leider nichts übrig, das sind in meinen Augen nur Schmarotzer.

Als entweder alles wird von der Kasse bezahlt, wenn der Betroffene nur erwähnt er würde leiden, dann sieht demnächst halt der Gehaltszettel so aus : 60% Abzug Krankenkasse, 15% Sozialversicherungen, 20 % Steuern und die restlichen 5% werden ausbezahlt oder alle übernehmen ihre Kosten selbst und nur wirkliche Krankheitsbedingte Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Rosinen rauspicken auf Kosten anderer ? Nein danke!

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
Ninakadin
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 6 im Thema

Beitrag von Ninakadin »

Chrissie hat geschrieben: Selbstverständlich sind genau das die Folgen. In einer Zeit in denen wirklich Kranke ( Diabetiker ) schon Kosten für notwendige Zuckerteststreifen selbst übernehmen müssen und Bio Frauen mit Lipödem keine Op bekommen sondern mit ihren Schmerzen und Entstellungen leben müssen willst Du für eine im Vergleich verschwindend geringe Minderheit erhebliche Kostenübernahmen für rein kosmetische Korrekturen? Nichts anderes wäre eine GaOp ohne Krankheit im Hintergrund.
Liebe Chrissie,

das Thema ist eigentlich viel komplizierter, aber das lässt sich in diesem Rahmen hier schwer diskutieren. Seit Jahren wissen eigentlich alle, dass die Einordnung von Transsexualität als psychische Krankheit Quatsch ist (bis auf einige aus dem Lager der Psychiatrie, dien sich die Hoheit darüber ungern wegnehmen lassen). Der Begriff der Normabweichung wird in letzter Zeit häufiger verwendet (siehe Rauchfleisch). Mal sehr vereinfacht und plastisch ausgedrückt: Das Gehirn ist okay, der Körper ist okay, nur leider passen die beiden nicht so recht zusammen. Und das kann zu psychischen Leiden und psychischen Krankheiten führen, die natürlich behandelt werden müssen. Deshalb ist Transsexualität nach wie vor behandlungsbedürftig, auch wenn man sie entpathologisiert. Oder würdest Du einer Schwangeren ärtzliche Hilfe verweigern wollen, weil Schwangerschaft nicht als Krankheit definiert ist?

LG,

Nina
ExuserIn-2022-05-28
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 7 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hallo zusammen:

Nicht dass es zu Missverständnissen kommt: Ich bin durchaus für eine Kostenübernahme durch die Kasse, wenn durch ein Gutachten die Notwendigkeit nachgewiesen wird. Mir geht es überwiegend um die Gerechtigkeit. Wenn Bios mit Entstellungen keine Kosten von der Kasse ersetzt bekommen, warum dann TS? Wo ist der Unterschied ob eine TS an fehlendem Busen leidet oder eine Bio Frau, wo der Unterschied ob eine TS unter Haar und Bartwuchs leidet oder eine Bio- Frau? Es gibt keinen!!
Dher gleiches Recht für alle!

Ich habe nur einige Ts lknnen gelernt, die wollen hat soweit gehen, dass sie jede OP - egal ob Rippenentfernung oder Gesichtsfeminisierung - bezahlt haben wollen ohne Gutachten und ohne Alltagstest, also quasi nur auf Zuruf nach dem Motto " Ich will das jetzt, also zahl mal" und da reagiere ich absolut allergisch.

LG Chrissie
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 8 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hallo Julane, vielleicht kann ich etwas Licht ins Dunkel bringen, da ich mich ziemlich mit dem Thema beschäftigt habe:
TS und TG sind nicht gleich TS und TG. Die Hintergründe, warum jemand TG oder TS ist, sind sehr vielschichtig.
Dies reicht von echten Erkrankungen wie Schirzophrenie und geht über diverse seelische Gründe, die nichts mit dem Thema zu tun haben bis zum -nennen wir es mal "echtem"- TS.
So kann es sein, dass die Person schwul ist, dieses aber nicht warhaben will und dieses damit verdrängt, indem sie sagt ich bin TS, mache eine OP, dann bin ich ja hetero,das geht über Personen, die irgendwann die Erfahrung gemacht hatten Frauen hätten es leichter im Leben und wollen nun so aus ihrer vermeindlich mislichen Lage entkommen, das geht über Personen, die auf Grund ihrer Erziehung Ts sein wollen, um der Mutter zu gefallen, weil die lieber ein Mädchen gehabt hätte, es gibt welche, deren Frau verstorben ist und die so treu sind, dass sie nie wieder was mit einer anderen anfangen würden und so versuchen die Frau in ihrem Leben zu ersetzen, es gibt Gruppendynamik in den SHG und und und.

Dies muss alles sorgfälltig vorher abgeklärt werden, da reicht ein Beratungsgespräch nicht aus. Was einmal ab ist ist ab und wenn dann irgendwan die Person aufwacht und erkennt, dass der Wunsch zur Op nicht aus "echtem" TS bestand sonden aufgrund eines Burn-Outs gibt es erhebliche Probleme, die dann im Suizid enden.

Hier hilft nur ein begleiteter Alltagstest um solche Gründe wirklich auszuschliessen.

Ich habe einige Möglichkeiten der Beinflussung selber kennen gelernt.
Meine Schwiegermutter ist anfang des Jahres als letzter Elternteil verstorben. Das hat einen schon um, dazu Probleme im Beruf und Zukunftsängste und dann noch eine Selbsthilfegruppe die nur aus TS besteht, die entweder kurz vor der Op stehen oder schon fertig sind dann kann durchaus die Ansicht in einem aufkommen man sei TS und muss den Weg weiter gehen.

Im Urlaub hatte ich Ruhe vor allem habe viele Spaziergänge gemacht und für mich erkannt, dass ich da einfach ein yventil gesucht hatte um andere Dinge zu verdrängen. Mir reicht inzwischen wieder völlig aus, ab und zu Chrissie zu sein.

Hätte ich da nur ein Beratungsgespräch gebraucht und keine Frau an meiner Seite gehabt mit der ich reden kann, wäre ich jetzt wohl auch eher unglücklicher weil auf dem Weg oder fertig.

Das Problem ist halt dabei wirklich, dass man selbst lange braucht, zu erkennen, was wirklich Sache ist und in der Zeit leicht beinflusst werden kann. Da reicht schon eine TS, die erzählt, wie einfach doch alles war und es ihr jetzt viel besser geht, um einen auf den falschen Weg zu bringen.

Deshalb rate ich auch jeder die mit Hormonen anfangen will dies nur in ärztlicher und psychologisher Begleitung zu machen.

Daher bin ich nach wie vor fÅ«r einen Alltagstest und psychologische Betreuung vor med. Eingriffen. eine Vornamensänderung sollte wie in Skandinavien möglich sein , dort kann jeder zu seinem Geburtsnamen bis zu zwei weitere Namen dazu schreiben lassen, egal was, solange es keine geschützten oder anstössliche Begriffe sind . Eine PÄ könnte dann automatisch nach den med. Eingriffen erfolgen. Dazu bräuchte es dann wirklich keine extra Gutachten.

LG Chrissie
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ab08
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Re: Stop trans* pathologization 2012, Berlin „ Termine

Post 9 im Thema

Beitrag von ab08 »

Meine Lieben,

einem verpflichtenden 'Alltagstest für alle Betroffenen', kann ich als Berufsvertreterin nicht zustimmen, solange dies zu Mobbing und Kündigungen benutzt werden kann und benutzt wird. Ohne wirksame Möglichkeiten, gegen Diskriminierung von abhängig Beschäftigten vorzugehen, lehne ich solche Methoden, egal welche 'Begründungen' gegeben werden, im Interesse der Betroffenen ab. Die gilt insbesondere, da ich weiß, dass es andernorts auch ohne so etwas geht:

--- Über die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist nun die Übersetzung der vorbildlichen Gesetzgebung in Argentinien verfügbar:
http://www.antidiskriminierungsstelle.d ... nn=1532912

Diskriminierungen in unserem Bereich, durch obige und andere Gesetzgebung gefördert, werden zur Zeit zum Glück recht intensiv erforscht.
--- Aktuelle Veröffentlichung über die Lage in der EU, mit dem Titel "Trans- und intersexuellen Menschen"
herausgegeben durch die Europäische Kommission Generaldirektion Justiz (!) über den bookshop der EU-Kommission kostenlos in Deutsch, Englisch und Französisch für Privatpersonen erhältlich. Nur Versandadresse nötig. http://bookshop.europa.eu/en/trans-and- ... DS3212033/
Für die Aufklärung der Bevölkerung in unserem Bereich hat die EU-Kommission hier bewußt Finanzen zur Verfügung gestellt. Denn nur bei aufgeklärter Bevölkerung ist es politisch möglich, Unrecht zu stoppen. Ähnliche Vorstöße gab es z.B. in den USA längst. Obama und insbesondere auch Hillary Clinton brachten einiges auf den Weg.

- Auch die Meinungsführerschaft gewisser mitteleuropäischer Psychotherapeuten + der sie stützenden Verbände widersteht exakten wissenschaftlichen Untersuchungen nicht ewig.
Auch in der DDR glaubten viele, dass die Mauer nie fallen würde. Genauso dreht sich auch in unserem Bereich die Welt weiter.
Internationale, also globale, Aktionen wie "Stop trans* pathologization" machen dies deutlich.
Wer das nicht sehen kann oder will, ist selber schuld.... vgl. Michail Gorbatschow "Wer zu spät kommt den bestraft das Leben..." :wink:

LG
ab

P.S. Natürlich gab und gibt es bei wissenschaftlichen Erkenntnissen immer Gegenbewegungen, religiöse Gemeinschaften, Interessenverbände und unsichere Menschen, die am Überkommenen festhalten wollen. Auch damals gab es einige, welche die Existenz einer Mauer durchaus begrüßten, aber die Mauer fiel trotzdem. Genauso wird es früher oder später bei der Pathologisierung in unserem Bereich gehen. Seit einigen Jahrzehnten dürfen Frauen nun sogar in der Schweiz wählen und Homosexualität ist nicht mehr strafbar...
Interessant vielleicht in dem Zusammenhang:
1983 wurde der Bundeswehrgeneral Kießling wegen angeblicher Homosexualität per Zwangspensionierung aus dem Dienst entfernt...
2009 wurde bei mir wegen Trans* auch eine Zwangspensionierung durchgeführt. Bei mir scheiterte der Versuch, so blieb ich im Dienst.
Es ändert sich was, wir müssen nur abwarten können und eventuell auch ein wenig aktiv werden (vgl. Mauerfall)
Zuletzt geändert von ab08 am So 14. Okt 2012, 14:28, insgesamt 12-mal geändert.
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Re: Ich ahne es und er gibt es nicht zu...

Post 10 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

ab08 hat geschrieben:Meine Lieben,

einem verpflichtenden 'Alltagstest für alle Betroffenen', kann ich als Berufsvertreterin nicht zustimmen, solange dies zu Mobbing und Kündigungen benutzt werden kann und benutzt wird. Ohne wirksame Möglichkeiten, gegen Diskriminierung von abhängig Beschäftigten vorzugehen, lehne ich solche Methoden, egal welche 'Begründungen' gegeben werden, im Interesse der Betroffenen ab.
Sorry, aber diese Argumente sind doch an den Haaren herbeigezogen.
Du lehnst einen Alltagstest im Sinne der Betroffenen, in dem diese Betroffenen erkennen könnten ob das Vollzeitleben als Frau wirklich das ist was sie wünschen bevor eine unwiderrufliche Op durchgeführt wurde, ab und das mit dem Grund diese Zeit könnte ja im Berufsleben zu Mobbing führen.

Ich kenne erheblich mehr TS, die in ihrem Beruf keine Probleme hatten und haben als umgekehrt und zum anderen: Wo ist der Unterschied beim mobben, ob eine gerade den Alltagstest macht, also für andere nicht sichtbar noch die falschen Geschlechtsmerkmale hat, oder ob die Person eine Op hinter sich hat? Es gibt keinen. Wenn es in der Firma Leute gibt, die damit nicht klar kommen ist es egal ob Karl ab morgen als umgebaute Karla oder als Karla im Test zur Arbeit kommt. In beiden Fällen wird es Probleme geben, genauso gilt umgekehrt: wer vorher beliebt und geachtet war wird es auch im Alltagstest oder nach der Op sein. Gleiches gilt für die Öffentlichkeit. Weder ich noch dutzende andere TG oder TS sind jemals in der Öffentlichkeit gemobbt worden. Klar schauen die Leute schon mal, aber das ist kein Mobben! Wer als Frau gross ist wird halt genauer angesehen das ist auch bei Bios so und wer nicht stimmig angezogen ist wird auch genauer Betrachtet, auch Bios.

Aus diesem Grund den Betroffenen die Möglichkeit zu nehmen zu erkennen, woher ihr Wunsch wirklich stammt und ob sie wirklich nach einer OP glücklicher währen nenne ich schlicht ein grob fahrlässiges Spiel mit dem Leben der Betroffenen.

Ich garantiere, wenn der Alltagstest mit Gutachten und psych. Betreuung abgeschafft und OP's auf Zuruf erlaubt werden, wird die Selbstmordrate unter den PostOP Extrem ansteigen.

Vergleiche hierzu Udo Rauchfleisch Transsexualität Transidentität.

LG Chrissie
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Re: Ich ahne es und er gibt es nicht zu...

Post 11 im Thema

Beitrag von ab08 »

Chrissie hat geschrieben:Ich kenne erheblich mehr TS, die in ihrem Beruf keine Probleme hatten und haben als umgekehrt ...
Liebe Chrissie,

natürlich ist das bei mir ganz genauso. (smili) Natürlich sind es nur Einzelfälle, aber trotzdem bleibt es Unrecht.
Wenn die Sache bei mir genau nach Vorschrift gelaufen wäre... aber mit anwaltlicher Unterstützung klappte es auch so...

- Die Bestimmungen, auf die sich alles bezieht, also das deutsche Transsexuellengesetz (TSG) stammen aus dem Jahre 1980...
Obwohl Homosexualität längst nicht mehr strafbar war, wurde General Kießling 1983 noch zwangspensioniert.

Andererseits erwarte ich ohnehin, dass gesetzliche Änderungen - gerade bei Deutschland - von außen kommen.
Die innerdeutsche Mauer fiel ja eigentlich auch durch Vorgänge an der ungarisch-österreichischen Grenze. :wink:

Kleiner Tipp der Naturwissenschaftlerin, den Du natürlich annehmen kannst oder nicht:
Mit Prognosen /Vermutungen (z.B. Selbstmordquoten etc.) bin ich vorsichtig. Ich beschränke mich lieber auf nachgewiesene Fälle, daher verwies ich oben auf offizielle Papiere, die Fälle aufführen. *) Frankreich war das erste Land, das die Pathologisierung sogar noch unter Sarkosy abschaffte. Auch in anderen Fällen werden die Länder, wo man völlig anders vorgeht, immer zahlreicher. Und dort klappt es oft besser... 1980 ist halt doch schon eine ganze Weile her...

Liebe Grüße, nichts für ungut :wink:
ab

*) Natürlich keine Suizidstatistiken, da sich dort eine wissenschaftlich saubere, klare Einteilung nach Gründen nahezu unmöglich ist.

P.S. Um nicht mißverstanden zu werden: Ich halte den Alltagstest für sehr sinnvoll, lehne nur die gesetzliche Verpflichtung dazu ab!

Nachtrag:
Mit Mobbing meine ich nicht Öffentlichkeit, hier seh ich wenig Probleme. Aber es gibt bisweilen ein mehr oder weniger heimliches Herausdrängen von abhängig Beschäftigten aus dem Beruf.
Nach NÄ/PÄ fällt dies Arbeitgebern deutlich schwerer, da der oder die Betroffene dann nachweislich TS ist.
Vor der NÄ/PÄ (also beim Alltagstest) besteht eine rechtliche Grauzone, da ist in der Praxis vieles möglich, was hinterher nicht mehr geht.
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Re: Ich ahne es und er gibt es nicht zu...

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hallo,

wie bereits oben geschildert gibt es in dem Bereich sehr viele Auslöser, die mit TS eigentlich nichts am Hut haben. Diese zu erkennen ist selbst für die Betroffenen nicht einfach.
Wie aus obigem Buch von Rauchfleish zu entnehmen waren fast alle seine "Patienten" froh eine Begleitung zu haben. Er empfiehlt eine Begleitung bis ein Jahr nach der Op.

Ein in meinen Augen optimaler Ablauf für alle Beteiligten wäre:
Vornamensergänzungen jederzeit wie in Skandinavien, der Ausweis sollte keine Anrede enthalten, also nur zB. Karl, Franziska, Julia Meier.
Wenn Wunsch nach med. Eingriffen dann begleiteter Alltagstest für mindestens 6 Monate Danach - sofern keine Einwände seitens des begleitenden Psychologen - Beginn der Hormontherapie. Nah weiteren 6 Monaten belgeitetem Alltagstest GaOp und PÄ.

wie Du siehst sehe ich hier auch keine Gutachten, sondern nur einen begleitenden Psychologen, der ggf. - wenn sich herauskristallisiert, dass der Wunsch aus einer anderen Erkrankung hervorgeht, ein Veto oder Aufschubsreht hat. Er soll dabei nicht versuchen TS zu therapieren sondern bei Problemen im Alltag helfen und versuchen zu erkennen ob andere Auslöser wie Burn- Out, Schitzophrenie , o.ä. vorliegen und diese vor medizinishen Eingriffen, die dann ggf. aufgeschoben werden, therapieren. Wenn danach immer noch der Wunsch nach med. Eingriffen vorliegt werden sie durchgefÅ«hrt, wenn nicht ist auch allen geholfen.

In dem Fall gäbe es keinen Präzendenzfall für die Kassen, wonach Leitungen ohne med. Indikation bezahlt werden, gleichzeitig wird die TS optimal betreut und die Gefahr einer Fehlentscheidung z.B. auf Grund von Gruppendynamik oder Unverarbeiteten Todesfällen, o.ä. wird auf nahezu Null minimiert.

Gerade da die jeweiligen Personen ohne Hilfe selten die Möglichkeit haben selbst zu erkennen, was wirklich mit ihnen los ist, ist in meinen Augen eine Pflicht zum Alltagstet notwendig.

Ich denke,das wäre ein Kompromiss, womit auch die radikalen TS leben können. Weitere Op's wie Gesichtsfeminisierung, Brustaufbau, etc sollten exakt also nach genau den selben Grundsätzen wie bei Bio' s genehmigt oder verweigert werden.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
ExuserIn-2022-05-28
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Post 13 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Ach ja ehe ich es vergesse:
Das Beispiel mit dem Schwangerschaftsabbruch weiter oben hinkt etwas:

Bei einem Abbruch ist vorher durch einen Arzt zweifelsfrei eine Schwangerschaft diagnostiziert worden.

Wenn eine "TS" von sich selbst behauptet, sie leide wenn sie keine Hormone und GaOp bekommt ist dies noch lange nicht zweifelsfrei bewiesen. Wie gesagt, es können auch andere Erkrankungen Auslöser sein, die die Betroffenen nicht selbst erkennen können und die mit TS nichts zu tun haben.


LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
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