Noch eine Geschlechterdiskussion
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27369
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 201 Mal
- Danksagung erhalten: 2322 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Noch eine Geschlechterdiskussion
Moin,
Manche nennen es sogar "die Geschlechterlüge" - und der standard.at kommt zum Ergebnis:
Jedes Gehirn ist intersexuell
Männer können einparken, Frauen zuhören:
Stereotype wie diese beeinflussen unser Verhalten - Doch die Unterschiede im Gehirn sind viel kleiner als gedacht
Wer mal gucken/lesen möchte: http://derstandard.at/1347492882583/Jed ... tersexuell
Gruß
CPG
Manche nennen es sogar "die Geschlechterlüge" - und der standard.at kommt zum Ergebnis:
Jedes Gehirn ist intersexuell
Männer können einparken, Frauen zuhören:
Stereotype wie diese beeinflussen unser Verhalten - Doch die Unterschiede im Gehirn sind viel kleiner als gedacht
Wer mal gucken/lesen möchte: http://derstandard.at/1347492882583/Jed ... tersexuell
Gruß
CPG
-
KleinLucy
Re: Noch eine Geschlechterdiskussion
interessant ist das alle mal aber mir stellt sich jetzt die frage...wie kam es dann zu diesen stereotypen?
-
Marielle
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1857
- Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
- Geschlecht: Mensch
- Pronomen: ikke
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Noch eine Geschlechterdiskussion
Hallo zusammen,
ich habe den Eindruck, dass das Thema zunehmend in den Medien auftaucht. Oder liegt das nur an CPs intensiver Recherche und seinen zahlreichen guten Hinweisen hier? Wie auch immer; Jeder sachliche Artikel oder Bericht dazu ist ein Fortschritt für uns, finde ich.
Zur Sache selbst: Ich könnte mir vorstellen das es folgendermassen zu den Stereotypen und damit zur Bildung einer sozialen Geschlechterrolle kam: Im Interesse des Arterhalts, der Auzucht der Brut, sind Teambildung und Arbeitsteilung vermutlich von Vorteil. Ein Elternteil macht den Haushalt, der andere füllt die Speisekammer. Aus dem blossen Umstand, dass die biologische Frau die Nachkommen zur Welt bringt, könnte sich die noch heute gängige Ansicht entwickelt haben, dass SIE für die Versorgung der Nachkommen in der heimischen Höhle zuständig ist und ER dafür die Mammuts erlegt. Dieses arbeitsteilige Modell war evolutionsseitig unstreitig ein Erfolg, führt aber sicherlich zur Ausbildung spezifischer Fähigkeiten auf beiden Seiten. Fürsorge und Zuhören können auf der Einen, Mammuts erlegen und Einparken können auf der Anderen. Einfach deshalb, weil man irgendetwas oft tut, übt und verbessert man sich ja in der jeweiligen Disziplin. Über die Erziehung und das in allen Gruppen entstehende soziale Umfeld werden diese Fähigkeiten dann auch an den Nachwuchs weitergegeben. Und ich fürchte, dass das bis heute so ist. Das ist aber m.E. nicht im Gehirn oder sonstwo festgelegt. In Krisen- und Kriegszeiten gab und gibt es unendlich viele Beispiele für die funktionierde Auflösung dieser Stereotypen und damit der Auflösung der sozialen Geschlechterrolle. Eine Frau die 1944 ihre Kinder großzog, zwischendurch in der Rüstungsfabrik Kanonen baute und auch noch irgendwie an Lebensmittel kommen musste, wäre ein Beispiel. Diese Auflösungen wurden in ruhigen Zeiten bisher immer wieder rückgängig gemacht. Vielleicht in "beiderseitigem Einvernehmen", weil sich Mann und Frau in der erlernten Rolle einfach wohler fühlten. Vielleicht auch, weil die Männer fürchteten, dass die Frauen feststellen wie viel weniger gefährlich ein Fabrikarbeiter im Gegensatz zum Mammutjäger lebt
.
Ich verstehe nichts weiter von Neurologie, aber wenn man liest wie wenig die Neurologie von der Funktion des Gehirns bisher wirklich weiss, finde ich es eine ziemlich verwegene These "Zuhören können" oder "Einparken können" als im Hirn festgelegtes, biologisches Geschlechtsmerkmal zu verkaufen. Gut also, dass Frau Fine sich damit beschäftigt.
Und noch etwas geht mir grad dazu durch den Kopf: Die sichtbaren MzF-CDs unter uns sind diejenigen, die die soziale Geschlechterrolle zum ersten Mal ohne Krieg und Krise von bio-männlicher Seite in Frage stellen, oder? Da ist die bio-weibliche Seite schon weiter
,
Marielle
ich habe den Eindruck, dass das Thema zunehmend in den Medien auftaucht. Oder liegt das nur an CPs intensiver Recherche und seinen zahlreichen guten Hinweisen hier? Wie auch immer; Jeder sachliche Artikel oder Bericht dazu ist ein Fortschritt für uns, finde ich.
Zur Sache selbst: Ich könnte mir vorstellen das es folgendermassen zu den Stereotypen und damit zur Bildung einer sozialen Geschlechterrolle kam: Im Interesse des Arterhalts, der Auzucht der Brut, sind Teambildung und Arbeitsteilung vermutlich von Vorteil. Ein Elternteil macht den Haushalt, der andere füllt die Speisekammer. Aus dem blossen Umstand, dass die biologische Frau die Nachkommen zur Welt bringt, könnte sich die noch heute gängige Ansicht entwickelt haben, dass SIE für die Versorgung der Nachkommen in der heimischen Höhle zuständig ist und ER dafür die Mammuts erlegt. Dieses arbeitsteilige Modell war evolutionsseitig unstreitig ein Erfolg, führt aber sicherlich zur Ausbildung spezifischer Fähigkeiten auf beiden Seiten. Fürsorge und Zuhören können auf der Einen, Mammuts erlegen und Einparken können auf der Anderen. Einfach deshalb, weil man irgendetwas oft tut, übt und verbessert man sich ja in der jeweiligen Disziplin. Über die Erziehung und das in allen Gruppen entstehende soziale Umfeld werden diese Fähigkeiten dann auch an den Nachwuchs weitergegeben. Und ich fürchte, dass das bis heute so ist. Das ist aber m.E. nicht im Gehirn oder sonstwo festgelegt. In Krisen- und Kriegszeiten gab und gibt es unendlich viele Beispiele für die funktionierde Auflösung dieser Stereotypen und damit der Auflösung der sozialen Geschlechterrolle. Eine Frau die 1944 ihre Kinder großzog, zwischendurch in der Rüstungsfabrik Kanonen baute und auch noch irgendwie an Lebensmittel kommen musste, wäre ein Beispiel. Diese Auflösungen wurden in ruhigen Zeiten bisher immer wieder rückgängig gemacht. Vielleicht in "beiderseitigem Einvernehmen", weil sich Mann und Frau in der erlernten Rolle einfach wohler fühlten. Vielleicht auch, weil die Männer fürchteten, dass die Frauen feststellen wie viel weniger gefährlich ein Fabrikarbeiter im Gegensatz zum Mammutjäger lebt
Ich verstehe nichts weiter von Neurologie, aber wenn man liest wie wenig die Neurologie von der Funktion des Gehirns bisher wirklich weiss, finde ich es eine ziemlich verwegene These "Zuhören können" oder "Einparken können" als im Hirn festgelegtes, biologisches Geschlechtsmerkmal zu verkaufen. Gut also, dass Frau Fine sich damit beschäftigt.
Und noch etwas geht mir grad dazu durch den Kopf: Die sichtbaren MzF-CDs unter uns sind diejenigen, die die soziale Geschlechterrolle zum ersten Mal ohne Krieg und Krise von bio-männlicher Seite in Frage stellen, oder? Da ist die bio-weibliche Seite schon weiter
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
-
Sabrina Verena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2143
- Registriert: Sa 11. Aug 2012, 23:58
- Geschlecht: genderfluid
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Rechts vom Neckar
- Hat sich bedankt: 141 Mal
- Danksagung erhalten: 205 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Noch eine Geschlechterdiskussion
Hallo alle beisammen!
Natürlich sind gewisse stereotype Verhaltensweisen und sogenannt typische Eigenschaften prähistorisch in der Menschheitsentwicklung entstanden. Und die Fruchtbarkeit der Biofrau dürfte auch einer der Auslöser mit sein. Aber sind diese Stereotypien noch zeitgemäß?
Die biologischen Unterschiede haben sich jedenfalls schon bei der Entstehung der Fische herauskristallisiert. Bei den Weichtieren herscht noch Zwittrigkeit (Nebenbemerkung: Intersexuelle sind keine Zwitter im Sinne der Biologie) vor. Über die Lanzetfischchen und verwandte Fischvorfahren weis ich hier jetzt nichts näher.
Liebe Grüße
Verena
Natürlich sind gewisse stereotype Verhaltensweisen und sogenannt typische Eigenschaften prähistorisch in der Menschheitsentwicklung entstanden. Und die Fruchtbarkeit der Biofrau dürfte auch einer der Auslöser mit sein. Aber sind diese Stereotypien noch zeitgemäß?
Die biologischen Unterschiede haben sich jedenfalls schon bei der Entstehung der Fische herauskristallisiert. Bei den Weichtieren herscht noch Zwittrigkeit (Nebenbemerkung: Intersexuelle sind keine Zwitter im Sinne der Biologie) vor. Über die Lanzetfischchen und verwandte Fischvorfahren weis ich hier jetzt nichts näher.
Liebe Grüße
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.
Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
-
Anne-Mette
- Administratorin
- Beiträge: 27369
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 201 Mal
- Danksagung erhalten: 2322 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Noch eine Geschlechterdiskussion
Moin,
ich habe den Eindruck, dass ich, je weiter ich in die Marterie einsteige, um so ratloser werde
Das Buch "Die GESCHLECHTERLÜGE" von Cordelia Fine habe ich gerade in Arbeit.
In Arbeit muss ich fett schreiben; denn es geht um ein einfaches Lesen weit hinaus.
Es gibt zig Untersuchungen, die dieses oder jenes beweisen oder den angeblichen Beweis "Y" durch die These "Z" in Frage stellen.
Der Umschlagtext des Buches:
Der erste Frontalangriff auf populäre Geschlechtermärchen
Frauen können nicht einparken und Männer nicht zuhören? Diese Überzeugung gehört wie viele weitere zu unserem Alltag. Die Neurowissenschaftlerin Cordelia Fine räumt unterhaltsam und scharfsinnig mit diesem Mythos auf. Vergessen Sie alles, was sie je über männliche und weibliche Gehirne gehört haben.
Ich bin noch nicht so weit, um eine Zusammenfassung geben zu können. "AHA" hat es bei mir auch noch nicht gemacht
Allerdings gewinne ich beim vielen Lesen die Erkenntnis, dass es schon ganz gut und richtig so ist, wie ich bin, also wie ich ICH bin. Das kann bei vielen anderen Menschen ganz anders sein.
Gruß
Anne-Mette
ich habe den Eindruck, dass ich, je weiter ich in die Marterie einsteige, um so ratloser werde
Das Buch "Die GESCHLECHTERLÜGE" von Cordelia Fine habe ich gerade in Arbeit.
In Arbeit muss ich fett schreiben; denn es geht um ein einfaches Lesen weit hinaus.
Es gibt zig Untersuchungen, die dieses oder jenes beweisen oder den angeblichen Beweis "Y" durch die These "Z" in Frage stellen.
Der Umschlagtext des Buches:
Der erste Frontalangriff auf populäre Geschlechtermärchen
Frauen können nicht einparken und Männer nicht zuhören? Diese Überzeugung gehört wie viele weitere zu unserem Alltag. Die Neurowissenschaftlerin Cordelia Fine räumt unterhaltsam und scharfsinnig mit diesem Mythos auf. Vergessen Sie alles, was sie je über männliche und weibliche Gehirne gehört haben.
Ich bin noch nicht so weit, um eine Zusammenfassung geben zu können. "AHA" hat es bei mir auch noch nicht gemacht
Allerdings gewinne ich beim vielen Lesen die Erkenntnis, dass es schon ganz gut und richtig so ist, wie ich bin, also wie ich ICH bin. Das kann bei vielen anderen Menschen ganz anders sein.
Gruß
Anne-Mette